{"id":24097,"date":"2014-11-27T11:39:42","date_gmt":"2014-11-27T10:39:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24097"},"modified":"2014-11-27T16:53:54","modified_gmt":"2014-11-27T15:53:54","slug":"junkers-315-milliarden-euro-luftnummer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24097","title":{"rendered":"Junkers 315-Milliarden-Euro-Luftnummer"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;315 Milliarden Euro: Junckers Mega-Investitionsplan wird noch etwas gr&ouml;&szlig;er&ldquo;, doch diese Zahl &bdquo;k&ouml;nnte sogar noch h&ouml;her ausfallen&ldquo;, denn sie &bdquo;sei nur konservative Sch&auml;tzung&ldquo; &ndash; so war es <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/junckers-eu-investitionsprogramm-soll-315-milliarden-euro-bringen-a-1005032.html\">gestern auf SPIEGEL Online zu lesen<\/a>. Und auch fast alle anderen gro&szlig;en Medien griffen diese Zahl auf und plapperten nach, was Juncker und die EU-Kommission vorplapperten. Ein weiteres Beispiel f&uuml;r das kollektive Versagen der Medien, das Albrecht M&uuml;ller gestern <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24085\">anprangerte<\/a>. Sobald man nur ein wenig hinter die Kulissen blickt, stellt sich schnell heraus, dass Junckers gigantische Luftnummer nicht mehr als ein gigantischer PR-Trick ist. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6921\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-24097-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141127_Junkers_315_Milliarden_Euro_Luftnummer_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141127_Junkers_315_Milliarden_Euro_Luftnummer_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141127_Junkers_315_Milliarden_Euro_Luftnummer_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141127_Junkers_315_Milliarden_Euro_Luftnummer_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=24097-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/141127_Junkers_315_Milliarden_Euro_Luftnummer_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"141127_Junkers_315_Milliarden_Euro_Luftnummer_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Europas Wirtschaft steckt in einer Dauerkrise, die Massenarbeitslosigkeit grassiert und der Politik sind die H&auml;nde gebunden. Die privaten Haushalte sind durch Arbeitslosigkeit, Lohnk&uuml;rzungen und sch&auml;rfere Kreditvergaberichtlinien der Banken nicht in der Lage, die Wirtschaft anzukurbeln. Und wo der Absatz stagniert, sieht auch die Wirtschaft keinen Grund zum Investieren. Positive Impulse vom Weltmarkt sind auch nicht zu erwarten &ndash; nicht nur Europa, sondern auch die USA, Japan und China leiden unter einer globalen Konjunkturdelle. Um die Wirtschaft anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu bek&auml;mpfen w&auml;ren gerade jetzt staatliche Investitionen bitter n&ouml;tig. Doch da die Staaten sich durch die Schuldenbremsen selbst auferlegt haben, kein zus&auml;tzliches Geld in die Hand zu nehmen, ist kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.<\/p><p>Keine Frage, es w&auml;re eine sehr gute Nachricht, wenn die EU denn tats&auml;chliche eine gr&ouml;&szlig;ere Geldmenge in die Hand nehmen w&uuml;rde, um die Wirtschaft vor allem in den besonders betroffenen Staaten in der Peripherie anzukurbeln. 315 Mrd. Euro w&auml;ren da ein echter Befreiungsschlag. Doch leider sind diese 315 Mrd. Euro eine blo&szlig;e Wunschvorstellung, fern ab jeder realistischer Betrachtung. <\/p><p>Wie viel Geld nimm die EU denn nun eigentlich bei ihrem &bdquo;gro&szlig;en Investitionsprogramm&ldquo; in die Hand? Die Antwort ist ern&uuml;chternd &ndash; die EU nimmt keinen einzigen Cent in die Hand. Was die EU-Kommission vorgestellt hat ist bei n&auml;herer Betrachtung vielmehr ein Garantiefonds in H&ouml;he von 21 Mrd. Euro. Davon stammen 16 Mrd. Euro aus anderen EU-Investitionsprogrammen (linke Tasche, rechte Tasche) aus dem laufenden Haushalt und die restlichen f&uuml;nf Milliarden werden als Kredit &uuml;ber die Europ&auml;ische Investmentbank EIB gesch&ouml;pft. Diese f&uuml;nf Milliarden sind also die einzige Komponente, die tats&auml;chlich als zus&auml;tzliches Geld f&uuml;r Investitionen bereitgestellt wird &ndash; und das auch noch gestreckt &uuml;ber drei Jahre, also 1,7 Mrd. Euro pro Jahr.<\/p><p>Wie kommt Jean Claude Juncker dann aber auf 315 Mrd. Euro? Ganz einfach. Die EU-Kommission will mit den 21 Mrd. Euro risikoreiche Kredite von privaten Unternehmen f&uuml;r Infrastrukturprojekte in H&ouml;he von 60 Mrd. Euro absichern. Und nun hat die PR-Abteilung der EU-Kommission die vollkommen willk&uuml;rliche &ndash; und komplett unrealistische &ndash; Rechnung aufgestellt, dass Investitionen in H&ouml;he von 60 Mrd. Euro &uuml;ber Zweitrundeneffekte zu Investitionen in H&ouml;he von &bdquo;mindestens&ldquo; 315 Mrd. Euro f&uuml;hren sollen. Diese Zahl ist also durch nichts gedeckt, w&auml;hrend die &bdquo;Berechnung&ldquo; jeglicher empirischer Basis widerspricht. Mit der gleichen &bdquo;Logik&ldquo; h&auml;tte die EU-Kommission auch die Zahl von 100 Mrd. Euro, 200 Mrd. Euro oder gar einer Billion Euro in den Ring werfen k&ouml;nnen. <\/p><p>Bezogen auf die Garantiesumme von 21 Mrd. Euro ergibt sich bei der angeblichen Investitionssumme von 315 Mrd. Euro eine Hebelung von 1 zu 15. F&uuml;r jeden Euro, den die EU f&uuml;r Kredite privater Unternehmen garantiert, sollen also 15 Euro an privaten Investitionen mobilisiert werden. Diese Annahme ist, vor allem wenn man bedenkt, dass Europa sich in einer Wirtschaftskrise befindet, kompletter Unsinn. Oder wie Dimitris Papadimoulis, griechisches Mitglied des Wirtschafts- und W&auml;hrungsausschusses des Europ&auml;ischen Parlaments, sagt: &bdquo;Dass durch das eingesetzte Geld Investitionen in 15facher H&ouml;he bewirkt w&uuml;rden, glaubt kein Volkswirt der Welt&ldquo;. Recht hat er, wobei er sogar noch tiefstapelt. Da von den 21 Mrd. Euro f&uuml;r Garantien ja 16 Mrd. Euro aus anderen laufenden Programmen abgezweigt werden, betr&auml;gt der eigentliche Hebel nicht 1:15, sondern sogar 1:63. <\/p><p>Mit diesem Wissen im Hintergrund lesen Sie doch bitte noch einmal, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/junckers-eu-investitionsprogramm-soll-315-milliarden-euro-bringen-a-1005032.html\">was der SPIEGEL dazu schreibt<\/a>. Manchmal ist das, was sich die deutsche Journaille zu volkswirtschaftlichen Themen aus den Fingern saugt, einfach nur noch zum fremdsch&auml;men. An der grenzenlosen Arroganz und Selbstverliebtheit der Herren und Damen Qualit&auml;tsjournalisten &auml;ndert dies jedoch nichts. <\/p><p>Zwei mal drei macht vier,<br>\nwidewidewitt und drei macht neune,<br>\nich mach mir die Welt,<br>\nwidewide wie sie mir gef&auml;llt<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/a65cfa74af3b4d4d9ba040da48a9b96d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;315 Milliarden Euro: Junckers Mega-Investitionsplan wird noch etwas gr&ouml;&szlig;er&ldquo;, doch diese Zahl &bdquo;k&ouml;nnte sogar noch h&ouml;her ausfallen&ldquo;, denn sie &bdquo;sei nur konservative Sch&auml;tzung&ldquo; &ndash; so war es <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/junckers-eu-investitionsprogramm-soll-315-milliarden-euro-bringen-a-1005032.html\">gestern auf SPIEGEL Online zu lesen<\/a>. 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