{"id":24105,"date":"2014-11-28T08:35:42","date_gmt":"2014-11-28T07:35:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105"},"modified":"2014-11-28T11:22:21","modified_gmt":"2014-11-28T10:22:21","slug":"hinweise-des-tages-2265","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/WL\/RS)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h01\">Arbeitsmarkt im November 2014 <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h02\">Arbeitszeiten: Flexibilisierung nicht immer im Interesse der Besch&auml;ftigten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h03\">Private Altersvorsorge: Die Deutschen &bdquo;riestern&ldquo; viel zu wenig <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h04\">Atypische Besch&auml;ftigung 2013 weiter leicht r&uuml;ckl&auml;ufig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h05\">Peter Hartz: &ldquo;Alles an Hartz IV ist sozialdemokratisch&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h06\">Sozialstaat profitiert von Zuwanderung &ndash; Ausl&auml;nder haben den Sozialstaat 2012 um 22 Milliarden Euro entlastet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h07\">Hebammen stehen weiter vor gro&szlig;en Herausforderungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h08\">Streik gegen Sparkurs: Griechenland steht still<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h09\">Europa auf ewig gefangen in einer realit&auml;tsfernen Aufarbeitung der Weltwirtschaftskrise 1929 ff.?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h10\">Verbraucherpreise im November 2014: voraussichtlich +0,6 % gegen&uuml;ber November 2013<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h11\">Wasserwerferprozess: Ja. Aber!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h12\">Bildung und Wissenschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h13\">Freihandelsabkommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h14\">Flucht und Migration<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105#h15\">Geehrte Kollaborateure<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24105&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Arbeitsmarkt im November 2014 <\/strong>\n<ul>\n<li>5,036 Millionen &ldquo;Arbeitslosengeld-Empf&auml;nger\/innen&rdquo; (SGB III und SGB II)<\/li>\n<li>4,324 Millionen Arbeitslosengeld II-Empf&auml;nger\/innen &ndash; 20.000 (0,5%) weniger als im Nov. 2013 <\/li>\n<li>2,717 Millionen registrierte Arbeitslose &ndash; 89.000 (3,2%) weniger als im November 2013<br>\nVer&auml;nderungsraten (registrierte Arbeitslose) in den L&auml;ndern (November 2013 &ndash; November 2014):<br>\n&deg;M&auml;nner und Frauen: &ndash;9,2% in Mecklenburg-Vorpommern bis +1,1% in Bremen<br>\nFrauen &ndash;9,0% in Mecklenburg-Vorpommern bis +0,2% im Saarland (Bund: -3,4%)<br>\nM&auml;nner: -9,4% in Mecklenburg-Vorpommern bis +1,9% in Bremen (Bund: -3,0%) unter 25 Jahre: -27,6% in Brandenburg bis +3,6% in Hamburg (Bund: -8,9%)<\/li>\n<li>69,3% der Arbeitslosen sind im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert (November 2013: 68,6%)<\/li>\n<li>Im November 2014 wurden von der Statistik der BA insgesamt 2,717 Millionen Arbeitslose registriert, 89.000 bzw. 3,2% weniger als im November 2013. <\/li>\n<li>Von den 2,717 Millionen Arbeitslosen waren 834.000 (30,7%) im Rechtskreis SGB III (bei den 156 Arbeitsagenturen!) und 1,882 Millionen (69,3%) im Rechtskreis SGB II (bei den 408 Jobcentern!) registriert. (Rundungsdifferenz 1.000) <\/li>\n<li>Als  Arbeitsuchende waren im November 2014 insgesamt 4,907 Millionen Frauen und M&auml;nner registriert, 100.000 (2,0%) wenigerals im November 2013.<\/li>\n<li>Die von der Statistik der BA ermittelte  &bdquo;Unterbesch&auml;ftigung ohne Kurzarbeit&ldquo; betrug im November 2014 3,638 Millionen, 129.000 (3,4%) weniger als im November 2013.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach vorl&auml;ufigen, hochgerechneten Daten hatten im November 2014 806.000 (arbeitslose und nicht arbeitslose) Frauen und M&auml;nner Anspruch auf das beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld (SGB III) und 4,324 Millionen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Bereinigt um die Zahl der etwa 94.000 sog. Aufstocker\/Parallelbezieher (Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im November 2014 etwa 5,036 Millionen erwerbsf&auml;hige Frauen und M&auml;nner Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) und\/oder Arbeitslosengeld II, &bdquo;44.000 &hellip; weniger&ldquo; als ein Jahr zuvor. (vgl. <a href=\"http:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/Statischer-Content\/Arbeitsmarktberichte\/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland\/Monatsberichte\/Generische-Publikationen\/Monatsbericht-201411.pdf\">BA-Monatsbericht [PDF &ndash; 2.4 MB]<\/a> , S. 21 und Monatsbericht 04\/2014; November 2013: 5,080 Millionen; eigene Berechnungen)\n\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Arbeitszeiten: Flexibilisierung nicht immer im Interesse der Besch&auml;ftigten<\/strong><br>\nDie Arbeitszeiten in Deutschland sind k&uuml;rzer, heterogener und flexibler geworden &ndash; nicht immer zum Wohle der Besch&auml;ftigten. Damit deren Interessen nicht unter die R&auml;der geraten, ist gesetzliche und tarifliche Gestaltung n&ouml;tig. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Arbeitszeit-Report des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.* &hellip;<br>\nImmer mehr Besch&auml;ftigte, vor allem Frauen, arbeiten laut einer Untersuchung des WSI in Teilzeit, im Schichtdienst oder auf Abruf. &hellip; Die gleichzeitige Flexibilisierung wirke durchaus ambivalent: Einerseits hat sie etwa in der Wirtschaftskrise &uuml;ber Arbeitszeitkonten den Erhalt von Besch&auml;ftigung erm&ouml;glicht, andererseits hat sie teilweise zu prek&auml;rer Besch&auml;ftigung, mehr Leistungsdruck und zur Aufhebung der Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben gef&uuml;hrt. Eine moderne Arbeitszeitpolitik, so die Autoren, sollte geschlechtergerechte und selbstbestimmte Arbeitszeiten f&ouml;rdern und Regelungen durchsetzen, die von Anforderungen des Arbeitgebers nicht einfach unterlaufen werden k&ouml;nnen. Ein B&uuml;ndnis der wichtigen Akteure der Arbeitszeitpolitik wie Tarifparteien, Gesetzgeber, betriebliche Interessenvertretungen und Personalleitungen k&ouml;nnte die Durchsetzungschancen einer solchen Politik erh&ouml;hen.<br>\nWiderspr&uuml;chliche Trends: Betrachte man, wie sich die Dauer der tats&auml;chlich geleisteten Arbeitszeit entwickelt hat, dann zeige sich &ldquo;ein fragmentiertes und in mehrfacher Weise polarisiertes Muster&rdquo;, schreiben die WSI-Forscher. Dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit zwischen 1992 und 2012 von 38,1 auf 35,5 Stunden gesunken ist, habe vor allem mit der fast verdoppelten Teilzeitquote zu tun, die mittlerweile 27 Prozent betr&auml;gt. In erster Linie seien Frauen von dieser Entwicklung betroffen. Vollzeitbesch&auml;ftigte arbeiten mit 41,9 Stunden pro Woche ann&auml;hernd genauso lange wie vor zwanzig Jahren. Dabei unterliegt die Lage der Arbeitszeiten einem erkennbaren Wandel: &ldquo;Die einschichtige Normalarbeitszeit an den Tagen Montag bis Freitag erodiert, die Arbeitszeit dringt immer h&auml;ufiger in das Wochenende hinein&rdquo;, stellen die Wissenschaftler fest. &Uuml;ber die H&auml;lfte aller Besch&auml;ftigten arbeite zumindest hin und wieder nachts, im Schichtsystem oder am Wochenende.<br>\nDie tarifliche Jahresarbeitszeit &ndash; das Ergebnis der ausgehandelten Wochenarbeitszeit und der Urlaubsanspr&uuml;che &ndash; ging der WSI-Studie zufolge seit Mitte der 1980er-Jahre erkennbar zur&uuml;ck und stagniert seit Ende der 1990er-Jahre bei knapp 1.660 Stunden. Parallel zur tariflichen Arbeitszeitverk&uuml;rzung fand eine schrittweise Flexibilisierung statt. Mittlerweile gebe es &ldquo;&uuml;ber alle Wirtschaftszweige hinweg ein kaum noch zu steigerndes Ma&szlig; an flexiblen Anpassungsm&ouml;glichkeiten an betriebliche Produktions- und Arbeitserfordernisse&rdquo;, so die Autoren. Etliche Tarifvertr&auml;ge b&ouml;ten den Arbeitgebern Spielraum f&uuml;r Abweichungen von den vereinbarten Arbeitszeiten im Rahmen eines Korridors, befristete Kurzarbeit, saisonal unterschiedliche Arbeitszeit, Arbeit am Wochenende oder im Schichtdienst. Dagegen sei es bisher nur begrenzt gelungen, auch die Arbeitszeitinteressen der Besch&auml;ftigten tariflich st&auml;rker zu verankern. Zwar gebe es durchaus fortschrittliche Ans&auml;tze, etwa f&uuml;r verbesserte Teilzeitregelungen oder Freistellungsanspr&uuml;che in besonderen sozialen Situationen. Allerdings f&auml;nden sich solche Regelungen nur in wenigen Branchen. Zudem seien die Arbeitnehmerrechte oft durch Ausnahmebestimmungen und die Ber&uuml;cksichtigung betrieblicher Belange eng begrenzt.<br>\nStabile Besch&auml;ftigung dank k&uuml;rzerer Arbeitszeit: Trotz der Abnahme der durchschnittlichen Arbeitszeitdauer lag laut der WSI-Studie das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen 2012 in etwa auf dem Niveau von 1995. Der Grund: Die Zahl der Erwerbst&auml;tigen ist in diesem Zeitraum von 37,7 auf 41,6 Millionen gestiegen. Die Besch&auml;ftigungsexpansion sei also wesentlich auf Arbeitsumverteilung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, folgern die Experten. Insbesondere wenn man ber&uuml;cksichtige, dass das Arbeitsangebot durch die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen und durch Einwanderung deutlich gr&ouml;&szlig;er geworden ist, bleibe die Verk&uuml;rzung der durchschnittlichen Arbeitszeit die einzige Erkl&auml;rung f&uuml;r den R&uuml;ckgang der Arbeitslosigkeit. Kritisch betrachten die Wissenschaftler, dass dieser Erfolg auch durch eine Fortschreibung der Geschlechterungleichheit bei den Arbeitszeiten erkauft wurde. Wie entscheidend Arbeitszeitpolitik sein k&ouml;nne, habe ansonsten auch die Wirtschafts- und Finanzkrise gezeigt: Gr&ouml;&szlig;ere Besch&auml;ftigungseinbr&uuml;che seien durch den Abbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit verhindert worden &ndash; ein positiver Aspekt kontrollierter Flexibilisierung.<br>\nStress durch Leistungspolitik: Auf betrieblicher Ebene beobachten die WSI-Experten zunehmenden Leistungsdruck. Laut dem DGB-Index Gute Arbeit haben mittlerweile 60 Prozent der Besch&auml;ftigten den Eindruck, dass sie immer mehr Arbeit in der gleichen Zeit schaffen m&uuml;ssen. Fast ein Viertel ist au&szlig;erhalb der normalen Arbeitszeit telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Infolgedessen kommt es bei 37 Prozent dieser Besch&auml;ftigten zu unbezahlter Mehrarbeit. Versch&auml;rft werde diese Entwicklung durch den Trend zu ergebnisorientierten Formen der Leistungssteuerung wie Umsatzvorgaben, kennziffernorientierten Zielvereinbarungen oder Projektarbeit. Nach Ansicht der Forscher f&uuml;hren solche Arrangements zu einer &ldquo;Intensivierung und Extensivierung der Arbeitszeit&rdquo;. So berichten 37 Prozent der Teilnehmer der WSI-Betriebsr&auml;tebefragung, dass ihre Kollegen zum Teil l&auml;nger als zehn Stunden am Tag arbeiten m&uuml;ssen. Wenn Zielvorgaben zum Einsatz kommen, sind es 47 Prozent. Dass Arbeitnehmer Regelungen zum Schutz ihrer Gesundheit unterlaufen, passiert in 34 Prozent der Betriebe ohne und in 41 Prozent der Betriebe mit Zielvereinbarungen. In einem Viertel dieser Betriebe kommt es vor, dass Besch&auml;ftigte krank zur Arbeit kommen, bei den &uuml;brigen sind es 22 Prozent.<br>\nArbeit auf Abruf: Zu den besonders problematischen Ausw&uuml;chsen der zunehmenden Flexibilisierung geh&ouml;rt der Analyse des WSI zufolge die sogenannte Arbeit auf Abruf. Sie liegt vor, wenn Besch&auml;ftigte ihre Arbeitsleistung entsprechend dem betrieblichen Bedarf zu erbringen haben. Mittlerweile nutzen 8 Prozent der Betriebe in Deutschland Arbeit auf Abruf, von allen abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten sind 5,4 Prozent betroffen. Die Forscher kritisieren, dass entsprechende Vereinbarungen zwar maximale Flexibilit&auml;t f&uuml;r den Arbeitgeber b&ouml;ten, allerdings h&ouml;chst prek&auml;r f&uuml;r die Besch&auml;ftigten seien. Das wirtschaftliche Risiko werde komplett auf sie verlagert. Weil sie nicht w&uuml;ssten, wann und ob sie arbeiten m&uuml;ssen, k&ouml;nnten sie weder ihre Freizeit sinnvoll planen noch einem zus&auml;tzlichen Job nachgehen &ndash; obwohl die Arbeit auf Abruf in der Regel kein existenzsicherndes Einkommen einbringt. Solange keine gesetzliche &Auml;nderung in Sicht ist, empfehlen die Autoren Betriebsr&auml;ten und Gewerkschaften, sich so weit wie m&ouml;glich f&uuml;r eine Begrenzung dieser Besch&auml;ftigungsform einzusetzen.<br>\nGeschlechterungleichheit w&auml;chst: Die durchschnittliche w&ouml;chentliche Arbeitszeit der weiblichen Besch&auml;ftigten ging nach den Berechnungen des WSI zwischen 1992 und 2012 von 34 auf 30,5 Stunden zur&uuml;ck, die der m&auml;nnlichen von 41,8 auf 39,8. Dabei spielt Teilzeitarbeit die entscheidende Rolle. Infolgedessen vergr&ouml;&szlig;erte sich die Arbeitszeitkluft zwischen Frauen und M&auml;nnern von 7,8 auf 9 Stunden. Diese Differenz sei eine der gr&ouml;&szlig;ten in Europa, so die WSI-Forscher. Problematisch sei das vor allem deshalb, weil Arbeitszeiten zusammen mit dem Lohnniveau dar&uuml;ber bestimmen, ob Besch&auml;ftigte von ihrer Erwerbst&auml;tigkeit leben k&ouml;nnen und ob sie bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder im Alter ausreichend abgesichert sind. Die Wissenschaftler empfehlen mehr Anreize f&uuml;r eine gerechte Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern, beispielsweise die F&ouml;rderung einer subventionierten &ldquo;Familienarbeitszeit&rdquo;. Dar&uuml;ber hinaus gelte es, die Zeitsouver&auml;nit&auml;t der Besch&auml;ftigten zu erweitern, etwa durch ein Recht f&uuml;r Teilzeitbesch&auml;ftigte auf R&uuml;ckkehr zur Vollzeit oder einen Anspruch auf flexible Verteilung der Arbeitszeit. Dagegen sollten Fehlanreize wie das Ehegatten-Splitting oder die abgaberechtliche Privilegierung von Minijobs beseitigt werden. Wichtig sind aus Sicht der Forscher &uuml;berdies Arbeitszeitoptionen, die sich an den wechselnden Bed&uuml;rfnissen im Lebenslauf orientieren.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/45167_51884.htm%20\">Pressemitteilung der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a><br>\nQuelle 2: *<a href=\"http:\/\/media.boeckler.de\/Sites\/A\/Online-Archiv\/14958\">Nadine Absenger u.a.: Arbeitszeiten in Deutschland: Entwicklungstendenzen und Herausforderungen f&uuml;r eine moderne Arbeitszeitpolitik, WSI Report Nr. 19, November 2014 [PDF &ndash; 1.6 MB]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Private Altersvorsorge: Die Deutschen &bdquo;riestern&ldquo; viel zu wenig<\/strong><br>\nNach Einsch&auml;tzung der Gr&uuml;nen droht in Deutschland ein starker Anstieg der Altersarmut, weil junge Menschen zu wenig zus&auml;tzlich vorsorgen, obwohl das Niveau der gesetzlichen Rente sinkt. &bdquo;Die Erwartungen an die Riester-Rente sind deutlich &uuml;berzeichnet&ldquo;, sagte der Gr&uuml;nen-Rentenpolitiker Markus Kurth dieser Zeitung in Berlin. In ihrem j&uuml;ngsten Rentenversicherungsbericht erwarte die Bundesregierung immer noch, dass das Gesamtniveau aus gesetzlicher Rente und Riester-Rente Ende der zwanziger Jahre rund die H&auml;lfte des Durchschnittseinkommens der Besch&auml;ftigten erreichen werde. &bdquo;Die Zahlen belegen, dass das viel zu optimistisch ist, denn der Grad der Abdeckung mit Riester-Vertr&auml;gen ist viel zu niedrig und die Kapitalrendite auch&ldquo;, sagte Kurth. &bdquo;Die Idee, dass das sinkende Rentenniveau kompensiert wird, funktioniert nicht.&ldquo;<br>\nKurth hat die Zahlen beim Finanzministerium erfragt: In Deutschland sind seit 2002 15,9 Millionen Riester-Vertr&auml;ge abgeschlossen worden; ihre Zahl stagniert seit Jahren. Nur auf 12,7 Millionen werden noch Beitr&auml;ge eingezahlt. Gestolpert ist Kurth dar&uuml;ber: Nur 6,4 Millionen Versicherte zahlen den vollen Satz von 4 Prozent des Bruttoeinkommens ein, nur sie bekommen die volle Zulage &ndash; vier Millionen Frauen und 2,4 Millionen M&auml;nner. Hier hatte sich die Bundesregierung deutlich mehr Zuspruch erhofft, denn insgesamt k&ouml;nnten hierzulande 35,7 Millionen Menschen riestern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/private-altersvorsorge-deutsche-riestern-viel-zu-wenig-13288266.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der Artikel stellt wieder einmal den geballten Irrsinn dieser Diskussion vor, die sich permanent im Kreis dreht.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Atypische Besch&auml;ftigung 2013 weiter leicht r&uuml;ckl&auml;ufig<\/strong><br>\nDie Zahl der atypisch Besch&auml;ftigten ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 71&nbsp;000 Personen auf 7,64 Millionen gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mitteilt, sank der Anteil der atypisch Besch&auml;ftigten an allen Erwerbst&auml;tigen leicht auf 21,4&nbsp;% (2012: 21,7&nbsp;%). Damit setzte sich der bereits 2012 beobachtete R&uuml;ckgang bei der atypischen Besch&auml;ftigung fort.<br>\nVor allem f&uuml;r die Erwerbst&auml;tigkeit von Frauen spielt die atypische Besch&auml;ftigung eine bedeutende Rolle. W&auml;hrend nur 11,7&nbsp;% der erwerbst&auml;tigen M&auml;nner atypisch besch&auml;ftigt waren, lag der Anteil bei den Frauen bei 32,5&nbsp;%. Zu den atypisch Besch&auml;ftigten z&auml;hlen befristet Besch&auml;ftigte, Teilzeitbesch&auml;ftigte mit bis zu 20&nbsp;Wochenstunden, geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte sowie Zeitarbeiter.<br>\nDer R&uuml;ckgang der atypischen Besch&auml;ftigung geht vor allem auf die befristet Besch&auml;ftigten zur&uuml;ck. 2013 hatten 116&nbsp;000 Personen weniger einen befristeten Arbeitsvertrag als im Jahr zuvor (&ndash;&nbsp;4,4 %). Auch die geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung (&ndash;&nbsp;1,8&nbsp;%) und die Zeitarbeit (&ndash;&nbsp;5,3&nbsp;%) gingen zur&uuml;ck. Dagegen stieg die Zahl der Teilzeitbesch&auml;ftigten mit bis zu 20 Wochenstunden leicht an (+&nbsp;0,6&nbsp;%).<br>\nDie Zahl der Personen in einem Normalarbeitsverh&auml;ltnis nahm 2013 um rund 380&nbsp;000 Personen zu. Im Vergleich zum Vorjahr erh&ouml;hte sich damit der Anteil der Besch&auml;ftigten in Normalarbeitsverh&auml;ltnissen an allen Erwerbst&auml;tigen auf 67,5&nbsp;% (2012: 66,8&nbsp;%). Im Gegensatz zur atypischen Besch&auml;ftigung liegt der Anteil der Frauen in Normalarbeitsverh&auml;ltnissen mit 59,5&nbsp;% deutlich unter dem Anteil der M&auml;nner (74,6&nbsp;%).<br>\nBetrachtet werden hier alle Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren, die sich nicht in Bildung oder Ausbildung befinden. Die Zahl dieser Kernerwerbst&auml;tigen stieg 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 0,5&nbsp;% auf 35,6 Millionen Personen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2014\/11\/PD14_418_132.html%20\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> In vielen Medien konnte man gestern jubelnde Kommentare &uuml;ber diesen positiven Trend lesen, dabei wird &uuml;bersehen, dass nur 2 von 3 Besch&auml;ftigten (67,5%) in einem Normalarbeitsverh&auml;ltnis arbeiten und nach wie vor &uuml;ber siebeneinhalb Millionen Menschen atypisch besch&auml;ftigt sind, darunter 679.000 Zeitarbeitsverh&auml;ltnisse, 2,444Millionen geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigte.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Peter Hartz: &ldquo;Alles an Hartz IV ist sozialdemokratisch&rdquo;<\/strong><br>\nAls &ldquo;kranker Mann Europas&rdquo; galt Deutschland Anfang des vergangenen Jahrzehnts. Der sozialdemokratische Kanzler Gerhard Schr&ouml;der griff zu drastischen Ma&szlig;nahmen. Er baute nach Vorschl&auml;gen einer Kommission unter Leitung des damaligen VW-Personalvorstands Peter Hartz Arbeits- und Sozialmarkt um, verletzte auch die EU-Defizitkriterien. Heute wird das vermeintliche Jobwunder in manch Krisenl&auml;ndern bestaunt. Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen sind jedoch enorm: 4,31 Millionen Deutsche beziehen Hartz IV, das die Zusammenf&uuml;hrung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe beinhaltet. Alleinstehende Bezieher m&uuml;ssen mit 391 Euro pro Monat auskommen. Und die SPD stellt seit Umsetzung der Reform nicht mehr den Kanzler. Seit 2005 regiert Angela Merkel (CDU). (&hellip;)<br>\nSie sind seit 50 Jahren SPD-Mitglied. Hartz IV hat viel Kritik von Links verursacht. Was an der Reform war sozialdemokratisch?<br>\nAlles, weil das Problem gel&ouml;st wurde. Die Arbeitslosigkeit sank von f&uuml;nf auf weniger als drei Millionen. Was gibt es Sozialdemokratischeres, als den B&uuml;rgern W&uuml;rde, Job und Perspektive zu geben? Nat&uuml;rlich werden aber in einer Demokratie Vorschl&auml;ge einer Kommission nicht 1:1 umgesetzt. Sonst w&auml;re einiges noch besser gelungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wienerzeitung.at\/nachrichten\/europa\/europastaaten\/?em_cnt=710170&amp;em_cnt_page=2\">Wiener Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Sozialstaat profitiert von Zuwanderung &ndash; Ausl&auml;nder haben den Sozialstaat 2012 um 22 Milliarden Euro entlastet<\/strong><br>\nDie heute in Deutschland lebenden Ausl&auml;nder sorgen f&uuml;r ein erhebliches Plus in den Sozialkassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die 6,6 Millionen Menschen ohne deutschen Pass sorgten 2012 f&uuml;r einen &Uuml;berschuss von insgesamt 22 Milliarden Euro. Jeder Ausl&auml;nder zahlt demnach pro Jahr durchschnittlich 3.300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben als er an staatlichen Leistungen erh&auml;lt. Das Plus pro Kopf ist in den vergangenen zehn Jahren um &uuml;ber die H&auml;lfte gestiegen. F&uuml;r einen weiteren Anstieg sind bessere Bildungspolitik und gesteuerte Zuwanderung die wichtigsten Voraussetzungen.<br>\nZwei Drittel der Deutschen sind jedoch laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2012 &uuml;berzeugt, dass Zuwanderung die Sozialsysteme belaste. Die vorliegende Studie widerlegt diese Auffassung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-C9550462-E9B29A84\/bst\/hs.xsl\/nachrichten_122555.htm%20\">Bertelsmann Stiftung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe unter diesem Link auch die PDF-Dateien der gesamten Studie und die beeindruckenden Grafiken.<\/em><br>\n<em>Angesichts der Tatsache, dass in der &Ouml;ffentlichkeit und in der Politik &uuml;blicherweise die angebliche Zuwanderung in die Sozialsysteme (&bdquo;Sozialschmarotzer&ldquo;) thematisiert wird (&bdquo;Wer betr&uuml;gt, der fliegt&ldquo; (CSU)), ist es erfreulich, dass die Bertelsmann Stiftung einmal genauer nachschauen lie&szlig;, welchen Beitrag die Zugewanderten zu Steuern und sozialen Sicherungssystemen leisten.<\/em><br>\n<em>Bertelsmann w&auml;re allerdings nicht Bertelsmann und das die Studie erstellende Zentrum f&uuml;r Europ&auml;ische Wirtschaftsforschung (ZEW) w&auml;re nicht das ZEW, wenn im Ergebnis nicht f&uuml;r eine &bdquo;gesteuerte&ldquo; Zuwanderung von (Hoch-)Qualifizierten pl&auml;diert w&uuml;rde. Hier treffen sich die Interessen der Wirtschaft mit der Forderung nach (qualifizierter) Zuwanderung, damit schafft man eine Reservearmee von Fachkr&auml;ften und kann so die L&ouml;hne niedrig halten.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es gibt in dieser Pressemeldung einen Satz, der sich zumindest teilweise auch anders interpretieren l&auml;sst: &ldquo;Wenn die bereits heute in Deutschland lebenden Ausl&auml;nder unter 30 Jahren durchschnittlich das gleiche Bildungsniveau erreichten wie die Deutschen und dadurch im Job entsprechend besser verdienten, w&uuml;rde diese Altersgruppe &uuml;ber ihre gesamte Lebenszeit 118.400 Euro pro Kopf mehr an Steuern und Abgaben zahlen.&rdquo; Wer sagt denn, dass die Ausl&auml;nder, die weniger verdienen, tats&auml;chlich immer eine schlechtere Ausbildung als Deutsche haben? K&ouml;nnte es nicht sein, dass Ausl&auml;nder mit gleicher Qualifikation wie Deutsche oft notgedrungen niedrigere L&ouml;hne akzeptieren? Dies w&uuml;rde der in der Regel unzutreffenden Klage &uuml;ber Fachkr&auml;ftemangel und der Forderung der Arbeitgeber nach einer erleichterten Zuwanderung von Fachkr&auml;ften einen Sinn geben und das Motiv f&uuml;r diese regelm&auml;ssig im Bl&auml;tterwald aufkommenden Forderung darstellen: Diese Ausl&auml;nder &uuml;ben einen &ldquo;wunderbaren&rdquo; Lohndruck aus. Warum haben wir denn trotz angeblichen Fachkr&auml;ftemangels in den behaupteten Berufszweigen noch keine Knappheitsl&ouml;hne. Wie hei&szlig;t es denn im sch&ouml;nen neoklassischen Kreuz von Angebot und Nachfrage: Sinkt das Arbeitsangebot, steigen die L&ouml;hne. Man kann also davon ausgehen, dass die Zahlungen der Ausl&auml;nder in die deutschen Sozialkassen bei gleichwertiger Bezahlung noch h&ouml;her ausfallen k&ouml;nnten.<\/em><\/p>\n<p><em>Das IAB hat in <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2013\/kb0113.pdf\">einer Untersuchung [PDF &ndash; 500 KB]<\/a> festgestellt, dass die L&ouml;hne ausl&auml;ndischer M&auml;nner, die im Jahr 2000 erstmals eine Vollzeitbesch&auml;ftigung in Deutschland auf genommen haben, bis zum Jahr 2008 st&auml;rker gestiegen sind als die der deutschen M&auml;nner. &ldquo;Im Durchschnitt haben Ausl&auml;nder damit im beobachteten Zeitraum zwar aufgeholt, trotzdem lagen ihre L&ouml;hne auch 2008 noch deutlich unter denen der Deutschen.&rdquo; Nat&uuml;rlich gibt es daf&uuml;r auch ganz rationale Gr&uuml;nde: &ldquo;Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Migranten im Entsendeland andere Arbeitsmittel eingesetzt haben oder Produktionsprozesse dort anders organisiert waren. Die Nutzbarmachung mitgebrachter Qualifikationen k&ouml;nnte au&szlig;erdem durch Sprachdefizite erschwert werden. Die Einstiegsl&ouml;hne der Migranten sind auch dann niedrig, wenn diese in der deutschen Joblandschaft weniger gut orientiert sind.&rdquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Die Untersuchung des IAB ist durchaus informativ. Sie geht z.B. auch auf die verschiedenen Herkunftsl&auml;nder ein und stellt z.B. fest, dass Zuwanderer aus Frankreich, Spanien, Tschechien oder Bulgarien eine besonders hohe Lohnanpassung erreichten, aber der Durchschnittslohn von Migranten aus dem Libanon und aus Afghanistan im Vergleich deutlich absank. W&auml;hrend afghanische Arbeitskr&auml;fte  2000 noch 49 Prozent des deutschen Lohnniveaus erreichen, fielen acht Jahre sp&auml;ter auf  46 Prozent. Interessant ist auch der sog. Kompositionseffekt, d.h. die &Auml;nderung der Zusammensetzung einer Gruppe. Der durchschnittliche Lohn der Migranten steigt dann zwischen 2000 und 2008 an, weil sich die Zusammensetzung der Gruppe &auml;ndert. Wenn Migranten, die im Jahr 2000 sehr geringe L&ouml;hne erzielten, wieder aus dem hiesigen Arbeitsmarkt durch R&uuml;ckkehr in ihr Heimatlandausscheiden, bleiben im Jahr 2008 nur noch solche Migranten &uuml;brig, die &ndash; bezogen auf die gesamte Gruppe &ndash; schon im Jahr 2000 &uuml;berdurchschnittliche L&ouml;hne erzielten. Also ein statistischer Effekt. So f&uuml;hren die Autoren mehr als die H&auml;lfte der besonders hohen Lohnanpassung franz&ouml;sischer Migranten (+ 43 Prozentpunkte) darauf zur&uuml;ck, dass ihre weniger erfolgreichen Landsleute das Land wieder verlassen haben.<\/em><\/p>\n<p><em>Wie gesagt, gibt es durchaus akzeptable Gr&uuml;nde daf&uuml;r, dass die Firmen Ausl&auml;nder schlechter bezahlen, aber au&szlig;en vor bleibt, dass Firmen &uuml;ber diverse Wege auch die Not der ausl&auml;ndischen Arbeitssuchenden auszunutzen versuchen. Das IAB schreibt ausdr&uuml;cklich: &ldquo;Die ung&uuml;nstige Informationslage der Migranten und die mangelnde Vergleichbarkeit von Zeugnissen bieten auch Spielraum f&uuml;r Lohndiskriminierung. In der vorliegenden Studie k&ouml;nnen wir aber keine Aussagen &uuml;ber die Existenz und das Ausma&szlig; von Lohndiskriminierung gegen&uuml;ber Ausl&auml;ndern machen.&rdquo; d.h. ohne Lohndiskriminierung k&ouml;nnte der Beitrag von Ausl&auml;ndern in unsere Sozialkassen h&ouml;her liegen.<\/em><\/p>\n<p><em>Schade, dass Bertelsmann nicht auch die Zahlungen der Deutschen mit Migrationshintergrund in unsere Sozialkassen hat untersuchen lassen, denn auch deren Beitrag d&uuml;rfte den meisten B&uuml;rgern nicht klar sein.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Hebammen stehen weiter vor gro&szlig;en Herausforderungen<\/strong><br>\nDas zentrale Problem benennt Martina Klenk, Pr&auml;sidentin des Deutschen Hebammenverbandes e.V.: &bdquo;Eine fl&auml;chendeckende Versorgung bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ist schon jetzt nicht mehr gegeben. Die gesetzlich zugesicherte Wahlfreiheit des Geburtsortes ist in vielen Regionen durch das Wegfallen der freiberuflichen Geburtshilfe und die Zentralisierung in wenigen Kliniken nicht mehr vorhanden.&ldquo;<br>\nIn den vergangenen Jahren sind immer mehr freiberufliche Hebammen aus dem Beruf und insbesondere aus der Geburtshilfe ausgestiegen, da die Haftpflichtpr&auml;mien &uuml;berproportional stark angestiegen sind. Bundesminister Gr&ouml;he hat im Sommer ein Ma&szlig;nahmenpaket vorgeschlagen, mit dem er die Hebammen in Deutschland entlasten will. Der Hebammenverband begr&uuml;&szlig;t, dass mit dem Sicherstellungszuschlag und dem geplanten Regressverzicht der Kranken- und Pflegekassen endlich Schritte zur L&ouml;sung des Haftpflichtproblems gemacht werden, sieht aber weiterhin den Bedarf, das Problem auch langfristig anzugehen.<br>\n&bdquo;Wir haben zwei Vorschl&auml;ge vorgelegt f&uuml;r eine solide L&ouml;sung der Haftpflichtproblematik f&uuml;r die Geburtshilfe und erwarten, dass diese gepr&uuml;ft werden&ldquo;, sagt die Pr&auml;sidentin des Deutschen Hebammenverbandes, Martina Klenk. Diese L&ouml;sungsvorschl&auml;ge umfassen einen Haftungsfonds, der bei Sch&auml;den einspringt, die &uuml;ber eine Haftungsobergrenze hinausgehen oder alternativ die Eingliederung der Berufshaftpflicht des gesamten Heilwesens in die bestehende Unfallversicherung&nbsp;(DGUV) und damit die &Uuml;bernahme dieses Versicherungszweiges durch die Berufsgenossenschaft f&uuml;r Gesundheit und Wohlfahrtspflege.<br>\nAuch die Situation in den Kliniken verschlechtert sich zunehmend. Martina Klenk f&uuml;hrt aus: &bdquo;Die Tendenz zur Zentralisierung ist beschlossene Sache. Damit ist jedoch die Versorgung der Frauen mit Geburtshilfe massiv in Gefahr.&ldquo; Ausreichende Gesundheitsleistungen sollten &ouml;ffentlich finanziert werden. Wenn dies nicht mehr der Fall ist, m&uuml;ssen alternative Konzepte entwickelt werden. Martina Klenk dazu: &bdquo;In den Kommunen sollte eine Basisversorgung sichergestellt werden und zwar die Versorgung mit haus&auml;rztlicher Hilfe, Pflegedienstleistungen und mit Hebammenhilfe. Diese drei S&auml;ulen m&uuml;ssen wohnortnah angeboten werden und k&ouml;nnen nicht zentralisiert werden.&ldquo;<br>\nMit Sorge betrachtet der Hebammenverband, dass immer mehr offene Stellen in der klinischen Geburtshilfe von Hebammen nicht mehr nachbesetzt werden. &bdquo;Die Arbeitsbedingungen der Hebammen in den Kliniken sind mittlerweile so schlecht, dass viele nicht mehr dort arbeiten m&ouml;chten. Eine Umfrage hat k&uuml;rzlich ergeben, dass unz&auml;hlige &Uuml;berstunden, zunehmende Teilzeitarbeit, hoher Personalmangel, immer mehr berufsfremde T&auml;tigkeiten und hierarchische Strukturen mittlerweile an der Tagesordnung sind.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hebammenverband.de\/aktuell\/nachricht-detail\/datum\/2014\/11\/25\/artikel\/hebammen-stehen-weiter-vor-grossen-herausforderungen-1\/\">Deutscher Hebammen Verband<\/a>\n<p><strong>Dazu: Nicht mit uns!<\/strong><br>\nAb Juli 2016 wird es keine Haftpflichtversicherung mehr f&uuml;r freiberufliche Hebammen geben. Das betrifft nicht nur Hebammen sondern auch Eltern, Gro&szlig;eltern und Kinder in Deutschland. Damit wird nicht nur den Hebammen ihre Existenz genommen, sondern auch uns Eltern die freie Wahl des Geburtsortes unserer Kinder. Wir werden dann nicht mehr in den Genuss der Schwangerschafts- und Wochenbettbetreuung bei uns zu Hause kommen. Weder Beleghebammen, noch au&szlig;erklinische Geburten werden m&ouml;glich sein. Wir finden so etwas darf einfach nicht sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hebammenunterstuetzung.de\/\">hebammenunterstuetzung.de<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Streik gegen Sparkurs: Griechenland steht still<\/strong><br>\nMit dem eint&auml;gigen Ausstand protestieren die Griechen gegen die hohe Arbeitslosigkeit und den Abbau des Sozialsystems. Griechenland spart &ndash; das ist die Bedingung der EU f&uuml;r finanzielle Hilfen. Zwar sind die Arbeitslosenzahlen leicht gesunken, Griechenlands Wirtschaft w&auml;chst nach sechs Jahren Rezession sogar wieder. Allerdings haben die Einsparungen zur Folge, dass Instiutionen wie Krankenh&auml;usern, Schulen und Universit&auml;ten massiv Mittel fehlen.<br>\nDie Griechen haben in Folge der harten Sparpolitik bis zu 30Prozent ihres Einkommens verloren. Staatliche Statistiker haben errechnet, dass ein Drittel der Griechen in diesem Winter f&uuml;rchten muss, sich keine Heizung leisten zu k&ouml;nnen. Mehr als 25Prozent der Menschen sind ohne Job, die Quote der arbeitslosen Jugendlichen lag 2013 bei etwa 58 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/streik-gegen-sparkurs-griechenland-steht-still-1.2240657\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Europa auf ewig gefangen in einer realit&auml;tsfernen Aufarbeitung der Weltwirtschaftskrise 1929 ff.?<\/strong><br>\nNur ein Versuch zur &ldquo;Einordnung&rdquo; einer wunderbaren gro&szlig;en &ouml;konomischen Erz&auml;hlung zur gro&szlig;en Weltwirtschaftskrise 1929 ff. und ihre Bearbeitung durch Roosevelt in den USA sowie ihre nachtr&auml;gliche &ldquo;theoretische&rdquo; Bew&auml;ltigung, um einen durchgehenden Erfolg der Reichen zu gew&auml;hrleisten &ndash; wie es die Realit&auml;t uns zeigt!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/politik\/eu-politik\/wipo-eu\/europa-auf-ewig-gefangen-in-einer-realitaetsfernen-aufarbeitung-der-weltwirtschaftskrise-1929-ff\/\">LabourNet Germany<\/a>\n<p><strong>Dazu von Stephan Schulmeister: Die gro&szlig;e Depression, der New Deal, ihre Bewertung durch den Mainstream und die Krise Europas<\/strong><br>\nDer &ldquo;New Deal&rdquo;, mit dem Roosevelt die Wirtschaft der USA aus der Depression 1929\/1933 f&uuml;hrte, unterscheidet sich markant von der EU-Politik seit 2009. Zun&auml;chst konzentrierte er sich auf die Bek&auml;mpfung von Mutlosigkeit und Verzweiflung, auf die Regulierung des Finanzsektors und auf die Belebung der Realwirtschaft. Danach folgten Strukturreformen wie der Ausbau des Sozialstaates und seine Finanzierung durch einen progressiveren Steuertarif. In den USA stieg das reale BIP zwischen 1933 und 1937 um 43%, prim&auml;r als Folge des Booms der privaten Investitionen (+140%). Die Staatsnachfrage wuchs lediglich um 28%, das Defizit wurde nicht erh&ouml;ht. Roosevelt nahm somit jene Botschaften von Keynes&rsquo; &ldquo;General Theory&rdquo; (1936) vorweg, die sp&auml;ter verdr&auml;ngt wurden: die Bedeutung von Unsicherheit und Vertrauen sowie die Notwendigkeit, Finanzspekulation radikal einzuschr&auml;nken. Die einflussreiche These von Friedman &ndash; Schwartz (1963), wonach die Depression prim&auml;r durch die Geldpolitik &ndash; also durch den Staat &ndash; verursacht wurde, erweist sich als Ideologieproduktion. Dies gilt noch mehr f&uuml;r These von Cole &ndash; Ohanian (1999) sowie von Prescott (1999), wonach der New Deal die Depression verl&auml;ngert h&auml;tte. Eine Orientierung der europ&auml;ischen Politik an den Leitlinien von Roosevelt und damit ein den gegenw&auml;rtigen Ausgangsbedingungen angepasster &ldquo;New Deal f&uuml;r Europa&rdquo; k&ouml;nnte die Wirtschaft aus der hartn&auml;ckigen Krise f&uuml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wifo.ac.at\/jart\/prj3\/wifo\/resources\/person_dokument\/person_dokument.jart?publikationsid=50685&amp;mime_type=application\/pdf\">&Ouml;strerreiches Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung [PDF &ndash; 476 KB]<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Verbraucherpreise im November 2014: voraussichtlich +0,6 % gegen&uuml;ber November 2013<\/strong><br>\nDie Inflationsrate in Deutschland &ndash; gemessen am Verbraucherpreisindex &ndash; wird im November 2014 voraussichtlich 0,6&nbsp;% betragen und verbleibt damit weiterhin auf niedrigem Niveau. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, bleiben die Verbraucherpreise gegen&uuml;ber Oktober 2014 voraussichtlich unver&auml;ndert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2014\/11\/PD14_423_611.html%20\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die Preissteigerungsrate liegt also weit unter der Zielinflationsmarke von 2% der EZB. Auch das ist ein Warnsignal f&uuml;r die wirtschaftliche Entwicklung, es zeigt dass die Nachfrage auf dem Binnenmarkt schwach ist. Wir d&uuml;mpeln am Rande einer (gef&auml;hrlichen) Deflation.  <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Wasserwerferprozess: Ja. Aber!<\/strong><br>\nDass die 18. Gro&szlig;e Strafkammer des Landgerichts Stuttgart den seit Juni laufenden Wasserwerferprozess ohne gr&uuml;ndliche Aufkl&auml;rung vorzeitig beendet und die beiden Angeklagten mit je 3000 Euro Geldauflage billig davonkommen lassen hat, ist nicht der Kern des Skandals. Das ist &ndash; mindestens aus Sicht des Steuerzahlers, der so ein teures Spektakel mit fast 30 Beteiligten zu gro&szlig;en Teilen finanziert &ndash; sogar halbwegs verst&auml;ndlich. Ein Kommentar.<br>\nDiese Strafkammer hatte ja nie die Aufgabe, den Schwarzen Donnerstag aufzukl&auml;ren. Sie konnte nur verhandeln &uuml;ber das und &uuml;ber dasjenige, was von der Staatsanwaltschaft Stuttgart angeklagt wurde. Und die beiden angeklagten Einsatzabschnittsleiter Andreas F. und J&uuml;rgen von M.-B. sind, das haben 24 Verhandlungstage eindeutig erbracht, zumindest nicht allein verantwortlich zu machen f&uuml;r den Polizeieinsatz vom 30. September 2010 und daf&uuml;r, dass er v&ouml;llig missgl&uuml;ckte und mehr als 400 Verletzte forderte. Aber &hellip;&nbsp;<br>\nDiese Strafkammer hat sogar, weit mehr als zwei Untersuchungsaussch&uuml;sse des Landtags, ans Tageslicht gebracht, wie viel blankes Unverm&ouml;gen hoch bezahlter Staatsdiener zusammenwirken musste, ehe etwas derma&szlig;en schiefgehen konnte. Das ist ein Skandal: Kein Verantwortlicher aus der Spitze der Stuttgarter Polizei und der Polizeif&uuml;hrung des Landes hat seit September 2010 irgendeinen Nachteil erlitten aus seinem (Nicht-)Handeln am Schwarzen Donnerstag. Sie alle sind entweder im wohlbestallten vorzeitigen Ruhestand oder sind am selben Platz oder wurden inzwischen bef&ouml;rdert. Bestraft wurden in vier Jahren und sieben Wochen seither nur kleine Chargen: zwei Bereitschaftspolizisten, einmal in Sachen Pfefferspray, einmal in Sachen Schlagstock, und drei Mitglieder der Wasserwerferstaffel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/191\/ja-aber-2579.html%20\">Kontext:Wochenzeitung<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Auch diese Woche wieder eine Reihe interessanter Artikel in Kontext:Wochenzeitung u.a.:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em><strong>Billiger Deal:<\/strong> Entweder er platzt und muss neu aufgerollt werden oder er geht unverhofft und unbefriedigend zu Ende: Die 18. Gro&szlig;e Strafkammer am Landgericht Stuttgart will den seit Juni laufenden Wasserwerfer-Prozess gegen geringe Geldauflagen f&uuml;r die beiden Angeklagten einstellen. Verhindern kann das nur noch ein Befangenheitsantrag der Nebenkl&auml;ger.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Zur&uuml;ck auf Null in Korntal:<\/strong> Die Aufkl&auml;rung der Missbrauchsvorw&uuml;rfe im Korntaler Hoffmann- und Flattichhaus f&auml;ngt wieder bei Null an. Grund ist die Absage eines Professors an, der als neutraler Gutachter eingesetzt werden sollte. Jetzt machen engagierte B&uuml;rger Druck, begleitet von der Politik, die sich erstmals zu Wort meldet.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Pl&ouml;tzlich B&uuml;rgermeister:<\/strong> Wieviel ist Politik wert? Darum tobte in den vergangenen Wochen in Stuttgart eine hei&szlig;e Debatte. 1500 Euro will sich in der Landeshauptstadt zahlen, wer im Gemeinderat sitzt. Kommunalpolitiker auf dem Land k&ouml;nnen von solchen Betr&auml;gen nur tr&auml;umen.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Die Wagenhalle als sozialer Marktplatz:<\/strong> Ein omin&ouml;ses Brandschutzgutachten will die Stuttgarter K&uuml;nstler w&auml;hrend einer Veranstaltung aus ihren Ateliers vertreiben. Sie haben nun ein Konzept erarbeitet, das als Grundlage f&uuml;r Verhandlungen mit der Stadt und dem Kulturbetrieb dienen kann. <\/em><\/li>\n<li><em><strong>Mensch! Werbung inklusive:<\/strong> Herbert Gr&ouml;nemeyer hat ein neues Album herausgebracht. Teuer bewerben braucht er es nicht. Die &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender promoten den S&auml;nger und seine Songs hemmungs- und kostenlos. <\/em><\/li>\n<li><em><strong>Den Garten der Freiheit pflegen:<\/strong> Die Anstifter haben wieder einmal vorgemacht, wie es auch gehen kann. Ihre Friedensgala und ihr Preistr&auml;ger Edward Snowden waren ein bundesweit beachteter Aufruf, sich gegen Orwell 2014 zur Wehr zu setzen. Den Abend im Stuttgarter Theaterhaus hat Jo E. R&ouml;ttgers fotografisch fest gehalten, die Reden von Snowden (&ldquo;Unsere Werte sind stark&rdquo;) und Grohmann (&ldquo;Den Garten der Freiheit pflegen&rdquo;) k&ouml;nnen Sie bei Kontext nachlesen. <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Kontext:Wochenzeitung erscheint mittwochs online auf kontextwochenzeitung.de und samstags als Beilage zur taz.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bildung und Wissenschaft<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Mehr als 243&nbsp;000 Euro an Drittmitteln je Universit&auml;tsprofessor\/-in im Jahr 2012<\/strong><br>\nIm Jahr 2012 warb eine Professorin beziehungsweise ein Professor an deutschen Universit&auml;ten (ohne medizinische Einrichtungen\/Gesundheitswissenschaften) im Durchschnitt Drittmittel in H&ouml;he von 243&nbsp;700&nbsp;Euro ein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 4,9&nbsp;% mehr als im Vorjahr.&nbsp;<br>\nIn anderen Hochschularten waren die durchschnittlichen Drittmitteleinnahmen einer Professorin\/eines Professors niedriger: An den Fachhochschulen (ohne Verwaltungsfachhochschulen) betrugen sie 27&nbsp;100&nbsp;Euro (+&nbsp;6,5&nbsp;% gegen&uuml;ber 2011), an den Kunsthochschulen 15&nbsp;100&nbsp;Euro (+&nbsp;6,7&nbsp;%). Im Durchschnitt aller Hochschulen (ohne Verwaltungsfachhochschulen) lagen die Drittmitteleinnahmen einer Professorin\/eines Professors im Jahr 2012 bei 167&nbsp;500&nbsp;Euro (+&nbsp;4,1&nbsp;%).&nbsp;<br>\nVon den fast 6,3&nbsp;Milliarden Euro, die von den Universit&auml;ten (einschlie&szlig;lich medizinische Einrichtungen) eingeworben wurden, entfielen 26,2&nbsp;% auf die medizinischen Einrichtungen. Nach F&auml;chergruppen betrachtet bezogen Universit&auml;tsprofessorinnen und -professoren der Ingenieurwissenschaften die h&ouml;chsten Drittmitteleinnahmen: Im Jahr 2012 erzielten sie jeweils durchschnittlich 604&nbsp;100&nbsp;Euro (+&nbsp;5,6&nbsp;% gegen&uuml;ber 2011). An zweiter Stelle folgten die Universit&auml;tsprofessorinnen und -professoren der Humanmedizin\/Gesundheitswissenschaften mit Einnahmen in H&ouml;he von 555&nbsp;000&nbsp;Euro (+&nbsp;4,6&nbsp;% zum Vorjahr). Mit 113&nbsp;100&nbsp;Euro (+&nbsp;2,0&nbsp;%) waren die Drittmitteleinnahmen je Universit&auml;tsprofessorin\/-professor in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften deutlich niedriger. In den Sprach- und Kulturwissenschaften warben die Professorinnen und Professoren durchschnittlich 109&nbsp;100&nbsp;Euro ein (+&nbsp;3,5&nbsp;% gegen&uuml;ber 2011).&nbsp;<br>\nDie meisten Drittmittel warben unter den Universit&auml;ten (ohne medizinische Einrichtungen) im Jahr 2012 die Technische Hochschule Aachen (rund 258&nbsp;Millionen Euro), die Technische Universit&auml;t M&uuml;nchen (rund 257&nbsp;Millionen Euro) und die Technische Universit&auml;t Dresden (rund 180&nbsp;Millionen Euro) ein. Die h&ouml;chsten Drittmitteleinnahmen je Professor\/-in erzielten die Technische Hochschule Aachen (790&nbsp;800&nbsp;Euro) und die Technische Universit&auml;t M&uuml;nchen (695&nbsp;800&nbsp;Euro). Aber auch kleinere Hochschulen, wie die Technische Universit&auml;t Bergakademie Freiberg (643&nbsp;300&nbsp;Euro), belegten vordere R&auml;nge.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressemitteilungen\/2014\/11\/PD14_422_213.html;jsessionid=F027787AAD5917B3334FC7058A28AC4D.cae1%20\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das Statistische Besch&ouml;nigungsamt scheint richtig stolz auf diese Entwicklung der Steigerung der Drittmittel zu sein, dabei ist das angesichts stagnierender Mittel bei der Hochschulgrundfinanzierung eher ein Alarmzeichen f&uuml;r die Freiheit der Forschung. Drittmittel sorgten einstmals daf&uuml;r, dass Hochschulforscher zus&auml;tzliches Geld f&uuml;r ihre aus Grundmitteln finanzierte (und damit selbstgew&auml;hlte) Forschung ausgeben konnten. Mehr und Mehr werden Drittmittel zur Grundbedingung f&uuml;r die Forschung an den Hochschulen &uuml;berhaupt. Das hei&szlig;t die Forscher k&ouml;nnen ihre Forschungsthemen nicht mehr frei w&auml;hlen, sondern sind davon abh&auml;ngig, welche Forschungsfragestellungen sei es von &ouml;ffentlichen F&ouml;rderern (z.B. Deutsche Forschungsgemeinschaft) oder von Geldgebern aus der gewerblichen Wirtschaft f&uuml;r relevant gehalten werden. Die grundgesetzlich garantierte Forschungsfreiheit wird mehr und mehr eine Frage des Wettbewerbs um Drittmittel. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>2,7 Millionen Studis und kein Ende in Sicht<\/strong><br>\nDeutschlands Hochschulen sind besser besucht denn je. Mit knapp 2,7 Millionen Menschen studieren im laufenden Wintersemester noch einmal 80.000 mehr als vor einem Jahr. Obwohl es ein paar weniger Erstsemester gibt als 2013, ist der Druck auf dem Kessel so hoch wie nie. Und echte Entspannung verspricht auch die n&auml;here Zukunft nicht. Immerhin will die Politik Abhilfe schaffen und mehr Geld ins System pumpen. Fraglich nur, ob das reicht? (&hellip;)<br>\nWas nach viel klingt, ist indes nur darauf angelegt, die &auml;rgsten N&ouml;te zu bew&auml;ltigen. An der mangelnden Grundfinanzierung der Hochschulen &auml;ndert sich damit wenig bis gar nichts. Ohne das im Rahmen des ersten und zweiten Hochschulpakts mobilisierte Geld w&auml;re der Unibetrieb l&auml;ngst zum Erliegen gekommen. Aufschluss &uuml;ber die seit Jahren mit immer neuen Sonderprogrammen betriebene Flickschusterei liefert ein Blick auf die Entwicklung bei den Kosten pro Studienplatz: Die per Hochschulpakt neugeschaffenen Pl&auml;tze werden mit lediglich 26.000 Euro f&uuml;r vier Jahre und damit 6.500 Euro pro Jahr finanziert. Einen Normalstudienplatz, der nach Expertenmeinung auch als nicht ausk&ouml;mmlich ausgestattet gilt, lie&szlig; sich der Staat 2011 noch im Schnitt 8.700 Euro kosten. Im Jahr 2000 waren es nach Berechnungen des Bildungsforschers Dieter Dohmen 9600 Euro. (&hellip;)<br>\nDas Deutsche Studentenwerk (DSW) erneuerte am Mittwoch seine Forderung nach einem Bund-L&auml;nder-Programm f&uuml;r &bdquo;mindestens 25.000 zus&auml;tzliche, bezahlbare Wohnheimpl&auml;tze&ldquo;. Verbandspr&auml;sident Dieter Timmermann erkl&auml;rte: &bdquo;Wir eilen bald in jedem Wintersemester von Rekordhoch zu Rekordhoch&ldquo;, mit dem Ausbau der Studienpl&auml;tze m&uuml;sse &bdquo;nun endlich auch die Soziale Infrastruktur mitwachsen&ldquo;. Sein Appell: &bdquo;Die Soziale Infrastruktur geh&ouml;rt mit in die Hochschulpakt-Finanzierung.&ldquo; Das freilich haben die politischen Entscheider nicht im Sinn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.studis-online.de\/Studieren\/art-1695-studentenzahlen2014.php\">Studis Online<\/a>\n<p><strong>Dazu: Studierendenberg entpuppt sich als Plateau<\/strong><br>\nDer freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) e.V. fordert anl&auml;sslich der vom Statistischen Bundesamt (Destatis) ver&ouml;ffentlichten Studierendenzahlen die vollst&auml;ndige Aufhebung des Kooperationsverbots und die Anhebung der Grundfinanzierung. Der Kurs von Bundesbildungsministerin Wanka gef&auml;hrdet die Vielfalt unter den Hochschulen.<br>\nDazu Daniel Gaittet, Mitglied im Vorstand des fzs: &ldquo;Die steigenden Studierendenzahlen stellen die Hochschulen und Universit&auml;ten vor Herausforderungen, die nur durch gemeinsame Anstrengungen von Bund und L&auml;ndern bew&auml;ltigt werden k&ouml;nnen. Die geplante &Auml;nderung beim Kooperationsverbot schafft zwar eine neue M&ouml;glichkeit zur Finanzierung, die Breite der Hochschulen und Universit&auml;ten kann davon aber nicht profitieren. Die immer mehr auf Wettbewerb ausgerichtete Mittelvergabe gef&auml;hrdet die Vielfalt unter den Hochschulen und Universit&auml;ten zus&auml;tzlich. Um diese Entwicklung abzufangen, brauchen wir auch eine vollst&auml;ndige Aufhebung des Kooperationsverbotes. Wenn Frau Wanka ihren Kurs nicht &auml;ndert, k&ouml;nnen wir die Vielfalt unter den Hochschulen und Universit&auml;ten bald begraben.&rdquo;<br>\nIsabella Albert, ebenfalls Mitglied des Vorstandes, erg&auml;nzt: &ldquo;Die steigenden Studierendenzahlen waren bisher der einzig erfolgreiche Ansatz, um eine soziale Durchmischung der Studierendenschaft zu erreichen. Um gute Bildung nicht nur den Kindern reicher Eltern vor zu behalten, muss die Grundfinanzierung der Hochschulen steigen. Wir freuen uns, dass sich das M&auml;rchen vom Studierendenberg zum dauerhaften Plateau der Studierendenzahlen entwickelt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fzs.de\/presse\/330591.html\">fzs e.V.<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Traumjob Wissenschaft?<\/strong><br>\nZum gro&szlig;en Teil befristet&ldquo;, &bdquo;vielf&auml;ltige Abh&auml;ngigkeiten&ldquo; und &bdquo;Sackgassen&ldquo; &ndash; was sich wie eine gewerkschaftliche Kritik der Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse in der Wissenschaft liest, stammt tats&auml;chlich aus den j&uuml;ngsten &bdquo;Empfehlungen zu Karrierezielen und -wegen an Universit&auml;ten&ldquo; des Wissenschaftsrates.[1] Mit dem Papier, das dieser im Juli vorlegte, ist die Reform der Personalstruktur in Hochschulen und der Forschung endlich auf der Agenda des offiziellen Beratungsgremiums von Bund und L&auml;ndern angekommen.<br>\nDaf&uuml;r ist es auch h&ouml;chste Zeit: Denn mittlerweile sind 90 Prozent der knapp 170&thinsp;000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Hochschulen befristet besch&auml;ftigt, &uuml;ber die H&auml;lfte dieser Zeitvertr&auml;ge hat eine Laufzeit von unter einem Jahr. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler k&ouml;nnen promoviert und habilitiert sein, umfassende Erfahrungen in Forschung und Lehre nachgewiesen und &uuml;ber Jahre erfolgreich Drittmittel eingeworben haben: In Deutschland gelten sie, solange sie nicht den Sprung auf eine Professur geschafft haben, als &bdquo;wissenschaftlicher Nachwuchs&ldquo;. Ganz anders handhaben das vergleichbare Industriel&auml;nder wie Gro&szlig;britannien, Frankreich oder die USA: Dort gibt es auch neben der Professur die Perspektive, auf Dauer Wissenschaft als Beruf auszu&uuml;ben.<br>\nDie Gr&uuml;nde f&uuml;r die Misere sind vielf&auml;ltig. Lange, steinige und vielfach in Sackgassen endende Karrierewege des &bdquo;wissenschaftlichen Nachwuchses&ldquo; sind bereits in der Tradition der deutschen Ordinarienuniversit&auml;t angelegt, der eine steile Hierarchie zwischen Lehrstuhlinhabern und allen anderen Wissenschaftlern zugrunde lag. Zus&auml;tzlich hat der allgemeine Trend zur Flexibilisierung und Deregulierung der Arbeits- und Besch&auml;ftigungsbedingungen auch in der Wissenschaft Spuren hinterlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/november\/traumjob-wissenschaft\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Freihandelsabkommen<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Gabriel wirbt massiv f&uuml;r Freihandelsabkommen<\/strong><br>\nOhne die Freihandelsabkommen k&ouml;nnte Deutschland erheblich abrutschen &ndash; so sieht es Wirtschaftsminister Gabriel: Er wirbt trotz des umstrittenen Investorenschutzes f&uuml;r CETA und TTIP und stellt sich gegen Parteikollegen.<br>\nDeutschland wird trotz umstrittener Schutzklauseln f&uuml;r Konzerne nach Ansicht von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) das Handelsabkommen CETA zwischen der EU und Kanada am Ende mittragen. &bdquo;Wenn der Rest Europas dieses Abkommen will, (&hellip;) dann wird Deutschland dem auch zustimmen. Das geht gar nicht anders&ldquo;, sagte der SPD-Chef am Donnerstag im Bundestag. Gabriel riskiert damit einen heftigen Konflikt mit der SPD-Linken. Die Sozialdemokraten hatten auf einem Parteitag beschlossen, dass der Investorenschutz mit Schiedsgerichten, vor denen Konzerne Schadenersatz von Staaten einklagen k&ouml;nnten, in dem Abkommen &uuml;berfl&uuml;ssig sei.<br>\nSollten die Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) und Kanada (CETA) scheitern, so droht in Gabriels Augen ein massiver Stellenabbau in Deutschland. &bdquo;Wenn wir uns abkoppeln von den Weltm&auml;rkten, wird das viele hunderttausend Menschen in Deutschland am Ende ihren Job kosten&ldquo;, sagte Gabriel. Dies treffe nicht den &ouml;ffentlichen Dienst oder Parlamentarier, sondern Facharbeiter und Angestellte &ndash; &bdquo;die werden das am Ende bezahlen m&uuml;ssen&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/ttip-und-ceta-gabriel-wirbt-massiv-fuer-freihandelsabkommen\/11041740.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin M.G.:<\/strong> Ja, wer ist denn &ldquo;der Rest Europas&rdquo;, Sigmar Gabriel? Geh&ouml;ren zum Rest Europas auch die B&uuml;rger?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gabriel macht Merkels schmutzige Arbeit<\/strong><br>\n&ldquo;Sigmar Gabriel versch&auml;rft das Lohndumping in Europa, indem er die franz&ouml;sischen Sozialdemokraten zur Agenda 2010 dr&auml;ngt. Dazu hatte Merkel die zweitgr&ouml;&szlig;te &Ouml;konomie der Eurozone bislang nicht bewegen k&ouml;nnen. Gabriel ist offenbar Gerhard Schr&ouml;ders gelehriger Sch&uuml;ler: Wenn konservative Politiker beim Sozialabbau nicht weiterkommen, dann erledigen Sozialdemokraten die schmutzige Arbeit&rdquo;, kommentiert Sahra Wagenknecht die Vorstellung der Reformvorschl&auml;ge von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und seinem franz&ouml;sischen Amtskollegen Emmanuel Macron in Paris. Die Erste Stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:<br>\n&ldquo;Mit einem sch&auml;bigen Kuhhandel wollen Gabriel und Macron den franz&ouml;sischen Arbeitnehmern Gehaltsk&uuml;rzungen und Arbeitszeitverl&auml;ngerungen aufzwingen. Die Achse der sozialdemokratischen Wirtschaftsminister sieht f&uuml;r Deutschland lediglich eine Erh&ouml;hung der &ouml;ffentlichen Investitionen in H&ouml;he von 14 Milliarden Euro vor. Diese hom&ouml;opathische Dosis ist in der Wirtschaftspolitik reine Quacksalberei. Unter dem Strich wird durch die Reformvorschl&auml;ge von Gabriel und Macron damit lediglich eine neue Runde der Lohndr&uuml;ckerei in Europa eingeleitet. Die deutschen Arbeitnehmer werden davon auch betroffen sein.<br>\nDIE LINKE fordert die R&uuml;cknahme der K&uuml;rzungsdiktate in Europa sowie in einem festgelegten Rahmen direkte Kredite der EZB an Euro-Staaten, um Investitionen und nicht neue Blasen auf den Finanzm&auml;rkten zu finanzieren. Durch EU-weit koordinierte Million&auml;rssteuern sind eine gerechtere Verteilung, Zukunftsinvestitionen, h&ouml;here Massenkaufkraft und Binnennachfrage anzustreben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linksfraktion.de\/pressemitteilungen\/gabriel-macht-merkels-schmutzige-arbeit\/\">Linksfraktion<\/a><\/li>\n<li><strong>TTIP: &ldquo;Mindeststandards k&ouml;nnen bestehende Standards nicht sch&uuml;tzen&rdquo;<\/strong><br>\nEin Interview mit Markus Krajewski &uuml;ber das EU-US-Abkommen TTIP und andere Freihandelsabkommen. Prof. Markus Krajewski lehrt &Ouml;ffentliches Recht und V&ouml;lkerrecht an der Universit&auml;t Erlangen-N&uuml;rnberg.<br>\nWie sch&auml;tzen Sie pers&ouml;nlich als Jurist die Verhandlungen zu TTIP und TISA ein?<br>\nKrajewski: Die Verhandlungen zu TTIP und TISA verlaufen nach wie vor sehr intransparent. Auch wenn die Europ&auml;ische Kommission deutlich mehr Dokumente und Positionspapiere als in der Vergangenheit ver&ouml;ffentlicht, k&ouml;nnen interessierte Fachleute und Wissenschaftler_innen die Verhandlungen nicht genau verfolgen und sind daher auf Spekulationen und Mutma&szlig;ungen angewiesen. Auch die Parlamente, die am Ende das Ergebnis ratifizieren m&uuml;ssen, erhalten nur eingeschr&auml;nkten Einblick. Das sch&uuml;rt Misstrauen und bereitet vielen Beobachter_innen berechtigte Sorgen.<br>\nReicht die Festschreibung von Mindeststandards aus, um die erreichten \/ bestehenden Standards zu sch&uuml;tzen?<br>\nKrajewski: Mindeststandards k&ouml;nnen bestehende Standards nicht sch&uuml;tzen, da sie nur Mindestanforderungen festlegen. Um h&ouml;here Standards zu sch&uuml;tzen, m&uuml;ssen &Ouml;ffnungsklauseln vorgesehen werden, die es den Staaten erm&ouml;glichen, h&ouml;here Standards zu setzen, wenn sie ihre Ziele und Interessen mit Mindeststandards nicht erreichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1444\">annotazioni.de<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Flucht und Migration<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Afghanistan-Fl&uuml;chtlinge: Abschiebung oder Bleiberecht?<\/strong><br>\nDie Sicherheits- und Versorgungslage in Afghanistan ist weiterhin katastrophal. Trotzdem m&uuml;ssen mehr als 4000 afghanische Fl&uuml;chtlinge in Deutschland in Angst vor der Abschiebung leben. Nun wollen die Innenminister &uuml;ber ihr Schicksal beraten.<br>\n&bdquo;Ich hatte einen Ausbildungsvertrag von einer Fliesenlege-Firma, aber die Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde hat nicht erlaubt, dass ich die Ausbildung mache, weil ich eine Duldung habe.&ldquo;, erz&auml;hlt Zarbi. Er ist einer von mehr als 4.000 Fl&uuml;chtlingen aus Afghanistan, die nur geduldet in Deutschland leben. Es ist ein Leben in Unsicherheit: Die Duldung gilt meist nur f&uuml;r bis zu drei Monaten, wie es danach weitergeht &ndash; Abschiebung oder erneuter Aufschub &ndash; wissen die Betroffenen nicht. Dabei lebt ein Drittel aller Geduldeten bereits seit &uuml;ber sechs Jahren in Deutschland. Die Arbeitssuche und die Ausbildungsaufnahme ist f&uuml;r sie erheblich erschwert oder wird wie in Zarbis Fall ganz verboten, einen Sprachkursanspruch gibt es nicht.<br>\nBei der Innenministerkonferenz (IMK), die am 11. Und 12. Dezember in K&ouml;ln stattfindet, soll eine Neubewertung der &bdquo;abschiebungsrelevanten Sicherheitslage&ldquo; vorgenommen werden. F&uuml;r geduldete Fl&uuml;chtlinge aus Afghanistan k&ouml;nnte dies im besten Fall einen Abschiebungsstopp und ein Leben in Sicherheit mit einer Integrationsperspektive bedeuten, im schlechtesten Fall Kettenduldungen und vermehrte Abschiebungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.proasyl.de\/de\/news\/detail\/news\/afghanistan_fluechtlinge_abschiebung_oder_bleiberecht\/\">Pro Asyl<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Ich war ein Kind. Ein Kind, verdammt!&ldquo;<\/strong><br>\nMinire Neziri ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Dann kam ein Montag im Juni 2005. Minire wurde abgeschoben. F&uuml;r die damals 14-J&auml;hrige brach eine Welt zusammen. Heute ist Minire Neziri 23 Jahre alt. Sie hat einen Text &uuml;ber diesen schrecklichen Tag im Juni verfasst und uns gebeten ihn zu ver&ouml;ffentlichen. Das tun wir hier in voller L&auml;nge.<br>\nVon Minire Neziri<br>\nJuni 2005. Ein sch&ouml;ner, warmer Monat. Ein Monat, wie jeder andere auch. Aber f&uuml;r uns auch ein Monat voller Angst. Angst, dass es passiert. Dass wir zur&uuml;ckm&uuml;ssen. Zur&uuml;ck in ein Land, das ich nur vom H&ouml;rensagen kannte, denn das Licht der Welt hatte ich in Deutschland erblickt. Es war ein Montag. Ich hatte mich nach der Schule mit meiner besten Freundin zu einer Fahrradtour verabredet. Wir fuhren den langen Weg bis zum gro&szlig;en Einkaufszentrum, schlenderten eine Weile durch die Klamottenabteilung und besuchten anschlie&szlig;end eine andere gute Freundin. Wir sprachen &uuml;ber M&auml;dchenkram, a&szlig;en Eis und am&uuml;sierten uns. Dann sagte meine beste Freundin pl&ouml;tzlich: &bdquo;Ich glaub ich sterbe, wenn du irgendwann abgeschoben wirst.&ldquo;<br>\nAlso schliefen wir zu Hause. Zum letzten Mal.<br>\nWitzig, dass es nur ein paar Stunden sp&auml;ter tats&auml;chlich passierte. Ironie des Schicksals. Ich lache heute noch dr&uuml;ber. Am Abend sa&szlig; ich zu Hause mit meiner Familie und sah fern. Schon seit einer Weile &uuml;bernachteten wir Dienstags immer bei einem Onkel, da man h&ouml;rte, dass die Abschiebungen immer Mittwochs und Freitags, in den fr&uuml;hen Morgenstunden stattfanden. Aber es war Montag. Also schliefen wir zu Hause. Zum letzten Mal.<br>\nMeine gro&szlig;e Schwester lebte seit einer Weile mit ihrem sieben Monate alten Sohn bei uns, besa&szlig; aber zwei Stra&szlig;e weiter eine eigene Wohnung. Und in genau dieser Wohnung schlief mein Vater seit einigen Wochen. Paranoid? Nein, eher nicht. Man ist nicht paranoid, wenn jede Nacht das passieren kann, vor dem man so gro&szlig;e Angst hat.<br>\nMitten in der Nacht wurde ich aus dem Schlaf gerissen.<br>\nMitten in der Nacht wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Meine Mama r&uuml;ttelte an meinem Arm. &Uuml;berall war das Licht an und sie weinte. Ich verstand nichts. &lsquo;Steh auf, wir m&uuml;ssen gehen&rsquo;, sagte sie. Verwirrt stand ich auf und sah im Flur vier Polizisten stehen. Meine Schwestern weinten. Mein Bruder weinte. Meine Mutter weinte. Auch mein Neffe kreischte herum. Ein hektisches Durcheinander. Ein &auml;hnlicher Wirrwarr fand in meinem Kopf statt. Wo mein Vater sei, fragten sie meine Mutter. Bei seinen Br&uuml;dern, log sie. Wir sollten zwei Koffer packen und mitkommen. Sie w&uuml;rden uns auch ohne Papa mitnehmen. Ich hatte mich angezogen und sa&szlig; mit meinem Neffen auf dem Bett. Die Beamten folgten uns auf Schritt und Tritt. Geschrei, Weinen, Geschrei. Die Nachbarsfamilie, ebenfalls aus dem Kosovo, st&uuml;rmte herein. Noch mehr Tr&auml;nen. Und dann folgten schlie&szlig;lich auch meine.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.proasyl.de\/de\/news\/detail\/news\/ich_war_ein_kind_ein_kind_verdammt\/\">Pro Asyl<\/a><\/li>\n<li><strong>24. Abschiebung erfolgreich verhindert!<\/strong><br>\nTrotz Regen und fr&uuml;her Stunde trafen sich heute Morgen gegen 6 Uhr wieder rund 80 Menschen vor den Toren der alten Landwehr-kaserne in Osnabr&uuml;ck, um eine Abschiebung zu verhindern. Sie solidarisierten sich mit einem aus dem Sudan gefl&uuml;chteten Menschen, der nach der Dublin-II-Verordnung in die Niederlande abgeschoben werden sollte.<br>\nDer Termin f&uuml;r die Abschiebung war f&uuml;r 7 Uhr angesetzt und schon um kurz nach 7 rollte der wohlbekannte Wagen der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde an. Die Beamt*innen der Beh&ouml;rde wurden von den Protestierenden mit einem friedlichen Sprechchor empfangen und schon nach wenigen Minuten fuhren sie unverrichteter Dinge wieder davon, begleitet von dem Applaus der Menge.<br>\nWir hoffen, dass die Beamten sich mit ihrer Berichterstattung dieses Mal an die Wahrheit halten und es nicht wieder hei&szlig;t &bdquo;[&hellip;]die betroffene Person sei nicht an befohlenem Ort zum Zwecke der Abholung anwesend gewesen.&ldquo; (&hellip;), denn die gefl&uuml;chtete Person stand an Ort und Stelle und hat sich zu erkennen gegeben.<br>\nNach einigen herzlichen Dankesworten des betroffenen Sudanesen verabschiedeten sich die Menschen und starteten in einen mittlerweile sonnigen Montag.<br>\nSomit haben wir die mittlerweile 24. Abschiebung in Osnabr&uuml;ck verhindert!<br>\nWir danken allen Unterst&uuml;tzern, die bereit sind f&uuml;r Gerechtigkeit fr&uuml;h aufzustehen!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/nolageros.blogsport.eu\/2014\/11\/24\/24-abschiebung-erfolgreich-verhindert\/\">No Lager Osnabr&uuml;ck<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Geehrte Kollaborateure<\/strong><br>\nDie Bundesrepublik verweigert einer UN-Resolution gegen die Verherrlichung von Nationalsozialismus und NS-Kollaboration ihre Zustimmung. In der vergangenen Woche hat das Dritte Komitee der Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution verabschiedet, in der etwa die Errichtung von Denkm&auml;lern f&uuml;r NS-Funktion&auml;re und die Stilisierung von NS-Kollaborateuren zu &ldquo;Freiheitsk&auml;mpfern&rdquo; massiv kritisiert werden. Deutschland und die &uuml;brigen EU-Staaten enthielten sich; die USA, Kanada und die Ukraine stimmten sogar gegen das Dokument, dessen Inhalt von 115 L&auml;ndern unterst&uuml;tzt wurde. In Berlin und Br&uuml;ssel hei&szlig;t es, man habe nur deshalb nicht zustimmen wollen, weil Russland die Resolution initiiert habe. Tats&auml;chlich m&uuml;sste eine Unterzeichnung des Dokuments zu heftigen Auseinandersetzungen sowohl innerhalb der EU als auch im Verh&auml;ltnis zu wichtigen internationalen Verb&uuml;ndeten f&uuml;hren: In EU-Staaten wie Ungarn oder den baltischen L&auml;ndern, aber auch in der Ukraine werden ber&uuml;chtigte NS-Kollaborateure in zunehmendem Ma&szlig;e &ouml;ffentlich verehrt &ndash; teils von Kr&auml;ften, die an der jeweiligen nationalen Regierung beteiligt sind&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59004%20\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/WL\/RS)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-24105","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24105","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24105"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24105\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24113,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24105\/revisions\/24113"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24105"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24105"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24105"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}