{"id":24124,"date":"2014-12-01T09:50:01","date_gmt":"2014-12-01T08:50:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24124"},"modified":"2024-09-24T23:13:49","modified_gmt":"2024-09-24T21:13:49","slug":"divide-et-impera","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24124","title":{"rendered":"Divide et impera"},"content":{"rendered":"<p>Die Zahl der Kriege und kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Welt nimmt stetig <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/hoechststand-seit-jahr-der-kriege-1.1291451\">zu<\/a>. Der Friedensforscher Werner Ruf vertritt hierzu die <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/39\/39413\/1.html\">These<\/a>, dass aktuell zu beobachten sei, dass &ldquo;die Verdammten dieser Erde&rdquo;, wie <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frantz_Fanon\">Frantz Fanon<\/a> sie vor sechzig Jahren nannte, sich zunehmend erh&ouml;ben, protestierten und nicht mehr bereit seien, sich mit ihren elenden Lebensbedingungen abzufinden. Oftmals werden derlei &bdquo;Erhebungen&ldquo; jedoch &ndash; um wirklichen sozialen Fortschritt sowie die Emanzipation der Armen zu unterbinden &ndash; umgelenkt und instrumentalisiert, indem den Sozialprotestlern etwa neue und vermeintlich bessere Herrschaft angedient wird. Eine wichtige Rolle hierbei spielen die m&auml;chtigsten Staaten der Welt, die zur Stabilisierung ihrer Macht und Einflussbereiche als konkrete Akteure hinter den Kulissen bereits seit Langem eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung in anderen L&auml;ndern verfolgen. <strong>Jens Wernicke<\/strong> sprach hierzu mit <strong>Wolfang Bittner<\/strong>, dessen aktuelles Buch diese Strategie am Beispiel der Ukraine-Krise deutlich macht.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr Bittner, in <a href=\"http:\/\/www.vat-mainz.de\/buecher\/sachbuch\/bittner-eroberung.php\">Ihrem neuen Buch<\/a> konstatieren Sie eine von den globalen Machtzentren ausgehende &bdquo;Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung&ldquo; in Bezug auf die Ukraine. Auf den NachDenkSeiten erschien hierzu bereits eine <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23838\">Rezension<\/a>. Wird diese Strategie denn auch jenseits der Ukraine verfolgt?<\/strong><\/p><p>Die Strategie der Destabilisierung ist nicht neu, ich erinnere nur an die so genannten Farb- oder auch Blumenrevolutionen, zum Beispiel 2003 die Rosenrevolution in Georgien, 2005 die Tulpenrevolution in Kirgisien oder 2010 die Jasminrevolution in Tunesien. Es gab noch mehr dieser Revolten oder Revolutionen. Dabei handelt es sich jedoch offensichtlich um vom CIA gesteuerte Aufst&auml;nde zur Erzwingung eines Machtwechsels in den betroffenen L&auml;ndern, bei denen progressive, freiheitlich-demokratische Kr&auml;fte einbezogen und instrumentalisiert werden. Zurzeit erleben wir die Folgen eines solchen Vorgehens auch in Syrien.<\/p><p>An den Ereignissen des letzten Jahres in der Ukraine l&auml;sst sich diese Strategie nun aber deutlich ablesen. Die Destabilisierung dieses Landes begann bereits lange vor der so genannten &bdquo;Orangenen Revolution&ldquo; und erreichte ihren H&ouml;hepunkt bei der Maidan-Revolte. Die EU-Beauftragte der US-Regierung, Victoria Nuland, hat ja bereits im Dezember 2013 erkl&auml;rt, die USA h&auml;tten mehr als f&uuml;nf Milliarden Dollar in den &bdquo;Regime Change&ldquo; in der Ukraine investiert. Als dann etwa hundert Demonstranten und Polizisten zum Teil hinterr&uuml;cks erschossen wurden, eskalierte die Situation und f&uuml;hrte zur Bildung der Kiewer Putschregierung, die inzwischen Krieg gegen die eigene Bev&ouml;lkerung in der Ostukraine f&uuml;hrt. <\/p><p>H&auml;tte sich der NATO-Generalsekret&auml;r Rasmussen durchgesetzt, w&auml;re es dort zu einem Zusammensto&szlig; der von den USA angef&uuml;hrten NATO mit Russland gekommen &ndash; mit unabsehbaren Folgen. Hierzu kam es zwar bisher nicht, daf&uuml;r aber sind jetzt die NATO-Staaten aufgefordert, gegen Russland aufzur&uuml;sten.<br>\nNicht nur nach meiner Auffassung h&auml;tte die von den USA dominierte NATO stattdessen schon lange zugunsten eines gesamteurop&auml;ischen Sicherheitsb&uuml;ndnisses unter Einschluss Russlands aufgel&ouml;st werden m&uuml;ssen, nachdem es den Warschauer Pakt nicht mehr gab. Diskussionen hier&uuml;ber gibt es aber nicht.<\/p><p><strong>Und &hellip; wer genau verfolgt sie Ihrer Meinung nach diese &bdquo;Destabilisierungsstrategie&ldquo; weltweit und warum? Welche Interessen manifestieren sich hier?<\/strong><\/p><p>Das sind wohl haupts&auml;chlich die Wirtschaftseliten mit ihren Kapitalinteressen und ihren zum Teil rechtsextremen Vertretern in den Parlamenten, insbesondere in den USA. Man spricht da vom milit&auml;risch-industriellen oder auch wirtschaftlich-milit&auml;rischen Komplex.<\/p><p><strong>Und das ist auch in der Ukraine der Fall?<\/strong><\/p><p>Ja, die Ukraine mit ihrer langen Grenze zu Russland ist ein Br&uuml;ckenland von gro&szlig;er geostrategischer Bedeutung, und au&szlig;erdem ein Wirtschaftsraum, der Begehrlichkeiten der EU auf sich zieht. Zudem ist die Ukraine nat&uuml;rlich das Tor zu den Ressourcen Russlands. <\/p><p>Die Maidan-Revolte, eine lange vorbereitete Inszenierung, die ins heutige Chaos f&uuml;hrte, orientierte hintergr&uuml;ndig auf eben all das. Dabei haben die Regierungen der USA und der europ&auml;ischen Staaten eine milit&auml;rische Konfrontation mit Russland billigend in Kauf genommen. Es herrschte monatelang akute Kriegsgefahr in Europa, und diese Gefahr ist auch noch nicht vorbei, nur weil Pr&auml;sident Obama im August 2014 erkl&auml;rt hat, die USA w&uuml;rden nicht milit&auml;risch eingreifen, weil die Ukraine kein NATO-Mitglied ist. <\/p><p>Der ukrainische Pr&auml;sident Poroschenko hat k&uuml;rzlich erst erkl&auml;rt, er habe &bdquo;keine Angst vor einem Krieg mit russischen Truppen&ldquo; und man habe sich &bdquo;auf das Szenario f&uuml;r einen totalen Krieg vorbereitet&ldquo;. Meines Erachtens ist das in Kiew eine Verbrecherregierung, die mit dem Feuer spielt. Der niederl&auml;ndische Politologe van Wolferen hat das sehr deutlich <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/20140814_van%20Wolferen_TheUkraine_de.pdf\">formuliert [PDF &ndash; 122 KB]<\/a>: Es sei, so sagt er, nur zu verst&auml;ndlich, dass sich die &uuml;berwiegend russischsprechenden Ostukrainer nicht &bdquo;von einer Sammlung von Verbrechern, Abk&ouml;mmlingen ukrainischer Nazis und in den IWF und die EU verliebten Oligarchen&ldquo; regieren lassen wollen.<\/p><p><strong>Eine gef&auml;hrliche Situation. K&ouml;nnte sich der B&uuml;rgerkrieg in der Ukraine denn tats&auml;chlich zu einer Art Drittem Weltkrieg ausweiten?<\/strong><\/p><p>Also, ich setze da nach wie vor auf einen Rest von Vernunft in den USA und der EU. Poroschenko kann letztlich sagen was er will, in der Konsequenz stehen sich da zwei Atomm&auml;chte gegen&uuml;ber, und was das bedeutet, ist jedem klar. <\/p><p>Nach meiner Einsch&auml;tzung ist die inszenierte Krise in der Ukraine aber eben vor allem ein Mittel zum Zweck: Die US-Regierung zieht einen neuen Eisernen Vorhang durch Europa und versucht Russland zu isolieren und als machtpolitischen Faktor in der internationalen Politik auszuschalten. Da wird gelogen, provoziert, gehetzt und gedroht. Dabei hat Putin mehrmals vergeblich f&uuml;r gutnachbarliche Beziehungen zu Westeuropa und vermehrten wirtschaftlichen Austausch geworben. Es war von einem gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok die Rede. Wirklich tragisch ist, dass sich Russland nun inzwischen nach China orientiert und seine Beziehungen zu den BRICS-Staaten ausbaut, dass es also nicht zu einer Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen mit Westeuropa gekommen ist, wie von Putin urspr&uuml;nglich gewollt, sondern zu einem neuen Kalten Krieg. <\/p><p>Da sich der russische Pr&auml;sident bisher trotz allem sehr geschickt und defensiv verhalten hat, versucht man Russland jetzt durch Wirtschaftssanktionen, Beeinflussung der Kapitalm&auml;rkte und die aufgezwungenen enormen Aufwendungen f&uuml;r die Nachr&uuml;stung in die Knie zu zwingen und durch diese Subversion und Aggression nun ebenfalls einen Regimewechsel zu erreichen. Dar&uuml;ber wurde in Washingtoner Politikerkreisen auch bereits ganz offen gesprochen: Kiew sozusagen als Blaupause f&uuml;r Moskau.<\/p><p><strong>Und wie sch&auml;tzen Sie das ein? K&ouml;nnte das gelingen?<\/strong><\/p><p>Wie sich im Zweiten Weltkrieg gezeigt hat, sind die Russen ein &uuml;beraus leidensf&auml;higes Volk. Aber aufgrund der Sanktionen und der Hetze der westlichen Politiker und ihrer Medien hat der Nationalismus im Land inzwischen stark zugenommen. Auch dort wird, ebenso wie in Moldawien oder Wei&szlig;russland, seit Jahren subversiv daran gearbeitet, einen Regimewechsel herbeizuf&uuml;hren. Insofern mag ich keine Prognose abgeben. <\/p><p>Allerdings meine ich, dass Russland &uuml;ber seine Gas- und &Ouml;lvorkommen und &uuml;ber seine sonstigen immensen Ressourcen selber zu bestimmen hat. Die &Ouml;ffnung des Landes f&uuml;r westliche Kapitalinteressen, wie man es zu Zeiten Jelzins schon einmal mit dem Energiekonzern Yukos versucht hat, w&uuml;rde zwar die Taschen der westlichen Interessenten f&uuml;llen, jedoch klar zu Lasten der russischen Bev&ouml;lkerung gehen, so wie auch der Regimewechsel in der Ukraine massiv zu Lasten der Bev&ouml;lkerung geht.<\/p><p>Derlei wiederkehrende und zum Teil erfolgreiche Versuche, andere L&auml;nder zu entstaatlichen und wirtschaftlich auszubeuten, sind wirklich eine Niedertracht sondergleichen. Das wird ja von den USA zum Beispiel auch in Venezuela und Brasilien versucht. <\/p><p>Deswegen w&auml;re es hier wirklich an der Zeit, dass sich Deutschland heraushielte, insbesondere jetzt in der Ukraine und gegen&uuml;ber Russland. Und die US-Regierung sollte ihren Blick einmal nach innen und auf die eigenen gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse richten, anstatt &uuml;berall in der Welt Chaos und Ungl&uuml;ck zu verbreiten. Ich habe in meinem Buch geschrieben, dass ich den USA Politiker w&uuml;nsche, die endlich einmal das eigene Land als Interventionsfall erkennen. Denn dort sieht es f&uuml;r die &uuml;bergro&szlig;e Mehrheit der Bev&ouml;lkerung ziemlich traurig aus&hellip;<\/p><p><strong>Ist das nicht Antiamerikanismus, was Sie da in Worte fassen? Die USA sind sozusagen schuld am Elend der Welt&hellip;?<\/strong><\/p><p>&Uuml;berhaupt nicht. Das ist vielmehr eine realistische Einsch&auml;tzung der US-Au&szlig;enpolitik und der gesellschaftlichen Situation in diesem Land. Ich habe Freunde in den USA, die der gleichen Meinung sind wie ich. Und meine im Buch ge&auml;u&szlig;erten Ansichten und analytischen &Uuml;berlegungen werden ja auch von namhaften Wissenschaftlern geteilt. Ich zitiere unter anderem Norman Birnbaum, John Mearsheimer, Jack Matlock, Karel van Wolferen und Daniele Ganser; und auch seri&ouml;se Journalisten und Politiker. Aber sobald man sich kritisch zur Politik der USA &auml;u&szlig;ert, insbesondere jetzt hinsichtlich der Konfrontation mit Russland, ist man gleich &bdquo;antiamerikanisch&ldquo; oder ein &bdquo;Putinversteher&ldquo;. <\/p><p>Was hierbei rasch &uuml;bersehen wird, ist, welche Funktion diese &bdquo;Label&ldquo; im &ouml;ffentlichen Diskurs haben. In Summe geht es n&auml;mlich wohl darum, Wichtiges und Richtiges weder denken noch sagen zu d&uuml;rfen, weil man sonst &bdquo;falsch&ldquo; oder &bdquo;rechts&ldquo; oder &bdquo;nationalistisch&ldquo; oder sonstetwas sei. In der Realit&auml;t, in der ich lebe, gibt es hingegen viel zu viele Washingtonversteher, und damit meine ich Leute, die oftmals blind und kritiklos menschenverachtende Positionen als human umdeuten und zudem als unhinterfragbar tradieren..<\/p><p><strong>Ihre Kritik richtet sich also gegen die herrschende Elite und deren Auftreten &ndash; und nicht gegen ein Volk oder dessen legitime Interessenartikulation?<\/strong><\/p><p>Ja, so k&ouml;nnte man das zusammenfassen. Die USA sind ja ein gro&szlig;es Land mit vielen sehr unterschiedlichen politischen Str&ouml;mungen. Aber sie sind f&uuml;r viele Menschen, auch im eigenen Land, kein Vorbild mehr f&uuml;r Freiheit, Frieden und Demokratie. <\/p><p>Die US-amerikanische Gesellschaft ist zerr&uuml;ttet, das ist ein Pulverfass. Meines Erachtens richtet sich beispielsweise der Patriot Act nicht nur gegen den Terrorismus, sondern auch gegen die eigenen B&uuml;rger, die ausgesp&auml;ht und &uuml;berwacht werden, damit etwaiger <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/39\/39413\/1.html\">regimekritischer Aufruhr<\/a> im Keim erstickt werden kann. <\/p><p>Und schauen wir uns doch an, wie jetzt wieder gew&auml;hlt wurde &ndash; wenn man das bei dem dortigen Wahlsystem &uuml;berhaupt demokratische Wahlen nennen kann: Obama hat in beiden Kammern des Parlaments keine Mehrheiten mehr hinter sich, die Politik wird also im Sinne der Konservativen und Rechtsextremisten noch rigoroser und aggressiver werden. Andauernd werden dabei aus den unterschiedlichen Gr&uuml;nden Kriege und Krisen angezettelt und die europ&auml;ischen Staaten als willf&auml;hrige Vasallen benutzt. Victoria Nuland hat die Einstellung der US-Regierung zu Europa mit ihrem &bdquo;Fuck the EU&ldquo; wohl ziel- wie inhaltssicher auf den Punkt gebracht.<\/p><p><strong>Den USA w&uuml;nschen Sie also Politiker, die das eigne Land als Interventionsfall erkennen&hellip; Was w&uuml;nschen Sie denn den Staaten Europas?<\/strong><\/p><p>Den Staaten Europas w&uuml;nsche ich vor allem f&auml;higere Politiker, Pers&ouml;nlichkeiten n&auml;mlich, die sich nicht in die verh&auml;ngnisvolle Politik der US-Eliten einbinden lassen, sondern sich stattdessen auf die Souver&auml;nit&auml;t ihrer Staaten besinnen und die Interessen der Bev&ouml;lkerung in den Blick nehmen. <\/p><p>Zurzeit ist die ganze Welt in Aufruhr, die Menschen in Europa sind verunsichert und verarmen zunehmend. Und andernorts herrschen Kriege und gibt es Millionen Fl&uuml;chtlinge. Bei uns wird dann zwar heftig diskutiert, ob wir als Land mehr Fl&uuml;chtlinge aufnehmen sollten, einer wirklichen Problem- und Ursachenanalyse geht man jedoch aus dem Weg. Wer aber will in einem Land bleiben, wo man st&auml;ndig um sein Leben f&uuml;rchten muss? Man muss hier die Ursachen f&uuml;r derlei Verh&auml;ltnisse beseitigen, ohne das wird eine bessere Zukunft nicht zu haben sein; nicht hier und nicht andernorts auf der Welt.<\/p><p><strong>Und diese Ursachen &ndash; das sind&hellip;?<\/strong><\/p><p>Die USA und einzelne NATO-Staaten m&uuml;ssen aufh&ouml;ren, f&uuml;r ihre machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen andere L&auml;nder zu unterminieren und politisch aufzumischen. Es ist doch absurd, die Aufnahme von noch mehr Fl&uuml;chtlingen zur politischen Kernfrage zu erheben, w&auml;hrend man gleichzeitig die Zerst&ouml;rung der Herkunftsl&auml;nder der Fl&uuml;chtlinge betreibt. Aber das wird nat&uuml;rlich in den so genannten Leitmedien nicht thematisiert, das ist tabu.<\/p><p><strong>Und wie erkl&auml;ren Sie sich das?<\/strong><\/p><p>Wir wissen doch inzwischen, was los ist mit den Medien. Diese so genannten Qualit&auml;tsmedien sind doch schon lange von Vertretern m&auml;chtiger Einzelinteressen unterwandert. Das h&ouml;rt sich zwar f&uuml;r den naiven B&uuml;rger wie eine Verschw&ouml;rungstheorie an, und man mag es auch nicht glauben. Aber die Wissenschaftler <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=17471\">Uwe Kr&uuml;ger<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=23352\">Daniele Ganser<\/a> haben das eingehend untersucht und sind zu &uuml;berzeugenden Ergebnissen gelangt, die unter anderem auch auf den NachDenkSeiten nachzulesen sind. <\/p><p>Wir k&ouml;nnen also davon ausgehen, dass offenbar nicht nur f&uuml;hrende Politiker, sondern auch viele der ma&szlig;geblichen Journalisten &bdquo;korrumpiert&ldquo; sind. Da gibt es de facto-Netzwerke, die von tausenden von Mitarbeitern von furchtbaren hochkriminellen Spionage- und Subversionsinstitutionen unterhalten werden und die bestimmenden Einfluss auf Politik und Medien nehmen.<\/p><p><strong>Das klingt grauenvoll und entmutigend. Sehen Sie denn einen Ausweg aus dieser Situation?<\/strong><\/p><p>Die belogene Bev&ouml;lkerung in der aktuellen Europ&auml;ischen Union der US- und Konzerninteressen h&auml;lt in ihrer Mehrheit leider still. Sie &bdquo;d&ouml;st auf einem Vulkan&ldquo;, wie es Habermas im vergangenen Jahr einmal formulierte. Allerdings gibt es in j&uuml;ngster Zeit bei einigen Politikern &ndash; jedenfalls in Deutschland &ndash; Anzeichen einer Ern&uuml;chterung und eines Bewusstseinswandels. <\/p><p>Wirtschaftsminister Gabriel etwa hat k&uuml;rzlich vor einem &bdquo;S&auml;belrasseln an den Au&szlig;engrenzen der NATO&ldquo; gewarnt. Wenn ich das richtig verstanden habe, lehnt er weitere Sanktionen gegen Russland ab und tritt f&uuml;r eine Besinnung auf die seinerzeit von Willy Brandt eingeleitete Entspannungspolitik ein. Das klingt doch schon mal gut. <\/p><p>Und der ehemalige Ministerpr&auml;sident Brandenburgs, Matthias Platzeck, hat sogar um Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Politik Putins geworben. Er hat die wichtige, berechtigte Frage gestellt, was denn in Russland wohl nach Putin kommen w&uuml;rde. Mit ziemlicher Sicherheit n&auml;mlich kein pro-europ&auml;ischer Nachfolger. Platzeck warnt vor den Folgen, wenn Russland als zweitgr&ouml;&szlig;te Nuklearmacht der Welt politisch instabil w&uuml;rde. Das g&auml;be eine brandgef&auml;hrliche weltpolitische Situation, meint er, und darin stimme ich ihm zu. <\/p><p>Es gibt also Politiker, die diesen Durchblick haben. Das erzeugt bei mir eine gewisse Hoffnung, dass zumindest eine weitere Konfrontation zwischen der US-dominierten westlichen Allianz und Russland verhindert werden kann.<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Wolfgang Bittner<\/strong> wurde am 29. Juli 1941 in Gleiwitz\/Oberschlesien (jetzt Gliwice\/Polen) geboren, wuchs in Ostfriesland auf und lebt als freier Schriftsteller in G&ouml;ttingen. Nach dem Abitur (auf dem zweiten Bildungsweg 1966) studierte er Rechtswissenschaft, Soziologie und Philosophie in G&ouml;ttingen und M&uuml;nchen. 1970 erstes juristisches Staatsexamen, 1972 Promotion &uuml;ber ein strafrechtliches Thema, 1973 zweites juristisches Staatsexamen. Bis 1974 ging er verschiedenen Berufs- und Erwerbst&auml;tigkeiten nach, u.a. als F&uuml;rsorgeangestellter, Verwaltungsbeamter und Rechtsanwalt. Ausgedehnte Reisen f&uuml;hrten ihn nach Vorderasien, Mexiko, Kanada und Neuseeland. Wolfgang Bittner schreibt f&uuml;r Erwachsene, Jugendliche und Kinder, wurde in zahlreiche Sprachen &uuml;bersetzt und erhielt mehrere Literaturpreise. Sein letztes Buch tr&auml;gt den Titel &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.vat-mainz.de\/buecher\/sachbuch\/bittner-eroberung.php\">Die Eroberung Europas durch die USA. Eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung am Beispiel der Ereignisse in der Ukraine<\/a>&ldquo;.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/9a1fb7c68610454098d3e6602aa8f977\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zahl der Kriege und kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Welt nimmt stetig <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/hoechststand-seit-jahr-der-kriege-1.1291451\">zu<\/a>. 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