{"id":24151,"date":"2014-12-03T08:29:42","date_gmt":"2014-12-03T07:29:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151"},"modified":"2014-12-03T08:29:42","modified_gmt":"2014-12-03T07:29:42","slug":"hinweise-des-tages-2268","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/JW\/RS)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h01\">Norbert H&auml;ring: Wirtschaftsweise weisen Kritik zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h02\">Wolfgang M&uuml;nchau. Wehe, wenn Italien aus dem Euro austritt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h03\">Heiner Flassbeck: Was ist von Junckers Investitionsprogramm zu halten? Kann das funktionieren?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h04\">Mehr Praxis im Studium? Ein Problem f&uuml;r die Forschung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h05\">Abrechnung des Ex-Arbeitsministers: Bl&uuml;m h&auml;lt Rente nicht mehr f&uuml;r sicher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h06\">125 Jahre Altersvorsorge: Altersarmut wird zunehmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h07\">Stefan Dudey: Prof. Hans-Werner Sinn und die Inflation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h08\">OECD-Bericht zur Auslandsbestechung fordert sch&auml;rfere Straf- und Kontrollmechanismen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h09\">Bankermoral vs. Bankerregulierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h10\">Wenn Wohnen unbezahlbar wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h11\">&Uuml;berschuldung: Du unterschreibst einen Pakt mit dem Teufel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h12\">Franz&ouml;sisches Parlament stimmt f&uuml;r Anerkennung Pal&auml;stinas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h13\">Maut und Soli: Die Steuerl&uuml;ge der gro&szlig;en Koalition<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h14\">Ehemaliger britischer Umweltminister zum Klimaschutz: Merkel sollte dem Beispiel Thatchers folgen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h15\">Wenn Indien der Kohle verf&auml;llt, sind wir dem Untergang geweiht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h16\">Kill Zone USAs: Spurensuche in einer waffenverr&uuml;ckten Nation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151#h17\">Alle ins Gef&auml;ngnis stecken ist gef&auml;hrlich<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24151&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Norbert H&auml;ring: Wirtschaftsweise weisen Kritik zur&uuml;ck<\/strong><br>\nDas Handelsblatt berichtet in seiner Montagsausgabe auf Seiten 1 und 13 &uuml;ber die Kontroverse um den Sachverst&auml;ndigenrat und Ungereimtheiten in dessen j&uuml;ngstem Jahresgutachten. Auf handelsblatt.com\/sachverstaendigenrat dokumentiert das Handelsblatt die Anfrage des Redakteurs Norbert H&auml;ring mit der Auflistung der vermeintlichen Ungereimtheiten und die sehr ausf&uuml;hrliche Antwort des Sachverst&auml;ndigenrats. So kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, ob an den &ldquo;etlichen Ungereimtheiten&rdquo; von denen das Handelsblatt schreibt, etwas dran ist, und ob das, was in der Artikelserie des Bloggers Norbert H&auml;ring &bdquo;Wie die Wirtschaftsweisen&nbsp; tricksen und t&auml;uschen&ldquo; auf dieser Website zu lesen ist, wirklich solch ein strenges Label verdient. Bei einigen der dokumentierten Antworten ist aus meiner Sicht besonders interessant auf welche Punkte in den Fragen der Rat nicht oder ausweichend antwortet. Leider muss man daf&uuml;r zwei separate Dokumente &ouml;ffnen. Aber ich glaube, die M&uuml;he lohnt sich. Das Team debatte@handelsblatt.com freut sich immer &uuml;ber Leserbeitr&auml;ge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/index.php\/de\/#1-1-weiterlesen\">Geld und mehr<\/a>\n<p><strong>Dazu: Fragen zum Gutachten 2014\/15 des Sachverst&auml;ndigenrats<\/strong><br>\nIm Kapitel zur Ungleichheit st&uuml;tzt sich der Sachverst&auml;ndigenrat zum Beleg der zentralen These, dass die Bev&ouml;lkerung die Ungleichheit falsch einsch&auml;tzt (&bdquo;Verzerrte Wahrnehmung&ldquo;) ganz &uuml;berwiegend (Ziffer 514) auf das arbeitgeberfinanzierte Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Dies ist f&uuml;r den Leser, der die zitierte Studie (Nihues 2014) nicht im Literaturverzeichnis aufsucht, im Haupttext nicht erkennbar. Und selbst im Literaturverzeichnis erschlie&szlig;t es sich nur aus der Publikationsreihe, in der der Aufsatz erschienen ist, sofern man wei&szlig;, was sich hinter &bdquo;IW&ldquo; in IW-Trends verbirgt. Niehues, J. (2014), Subjektive Ungleichheitswahrnehmung und Umverteilungspr&auml;ferenzen &ndash; Ein internationaler Vergleich, IW-Trends 41, 75-91. Mit der Aussage: &bdquo;Dass in Umfragen regelm&auml;&szlig;ig ein Gro&szlig;teil der deutschen Gesellschaft am unteren Rand der Wohlstandsverteilung verortet wird, widerspricht &hellip; der tats&auml;chlichen Verteilung der Haushaltsnettoeinkommen, die den Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung im mittleren Einkommenssegment ausweist&ldquo;, &uuml;bernimmt der Rat die These der arbeitgebefinanzierten Studie.<br>\nFrage 1: Ist es mit wissenschaftlichen Standards vereinbar, die These einer Studie bei der man aufgrund der Autorenschaft interessengeleitete Ergebnisse nicht ausschlie&szlig;en kann oder gar vermuten muss, ohne kritische W&uuml;rdigung zu &uuml;bernehmen und die Leser &uuml;ber die sensible Autorenschaft nicht ausdr&uuml;cklich aufzukl&auml;ren?<br>\n[&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/downloads\/11054194\/6\/Die%20Fragen%20an%20den%20Sachverst%C3%A4ndigenrat\">handelsblatt.com [PDF &ndash; 332 KB]<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu: Antwortkatalog zu den Anfragen von Herrn Dr. Norbert H&auml;ring (Handelsblatt) 2 zum Jahresgutachten 2014\/15 des Sachverst&auml;ndigenrates zur Begutachtung der 3 gesamtwirtschaftlichen Entwicklung<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/downloads\/11054230\/5\/Die%20Antworten%20der%20Sachverst%C3%A4ndigen\">handelsblatt.com [PDF &ndash; 295 KB]<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wolfgang M&uuml;nchau. Wehe, wenn Italien aus dem Euro austritt<\/strong><br>\nEiner der Gr&uuml;nde, warum wir &uuml;berhaupt den Euro haben, war der breite politische Konsens in allen L&auml;ndern, die sp&auml;ter daran teilnehmen w&uuml;rden. Egal ob Regierung oder Opposition, sie waren alle daf&uuml;r. Gerade die Zustimmung der Oppositionsparteien war wichtig, denn im Verlauf von 15 Jahren haben die alle mal die Regierung &uuml;bernommen &ndash; die SPD in Deutschland, und die Sozialisten in Frankreich und Spanien. Der Euro hat dadurch auch die vielen Regierungswechsel seit seiner Einf&uuml;hrung vor fast 16 Jahren gut &uuml;berstanden.<br>\nMit der Eurokrise hat sich dieser Konsens relativiert. In Deutschland sind Regierung und Opposition noch weitestgehend f&uuml;r den Euro. In Frankreich ist das formell auch so. Nur der Front National ist dort dagegen. Anders in Italien. Dort sind jetzt alle Oppositionsparteien gegen den Euro. Zun&auml;chst hat das nichts zu bedeuten. Die italienischen Sozialdemokraten unter ihrem Chef Matteo Renzi haben eine gro&szlig;e Mehrheit im Parlament. Und sie genie&szlig;en eine gro&szlig;e, wenn auch nicht mehr &uuml;berw&auml;ltigende Zustimmung in der Bev&ouml;lkerung. Aber in Demokratien kommen Oppositionen irgendwann einmal an die Regierung. Und dann ist es nat&uuml;rlich wichtig zu wissen, ob eine solche Regierung ihre Anti-Euro-Politik umsetzen w&uuml;rde.<br>\nDie F&uuml;nf-Sterne Partei, die gr&ouml;&szlig;te Oppositionspartei, hatte sich vor der Europawahl f&uuml;r ein Referendum zum Euro ausgesprochen. Die Partei war bis dahin eurokritisch, aber die Positionen waren damals noch nicht so hart wie jetzt. Parteichef Beppe Grillo hat vor Kurzem seine ablehnende Haltung offengelegt. Seine Partei wolle die Eurozone so bald wie m&ouml;glich verlassen. Bei den Regionalwahlen in der norditalienischen Provinz Emiglia Romana siegte zwar Renzis Partei knapp, aber die Lega Nord kam auf 30 Prozent, womit niemand gerechnet h&auml;tte. Die Lega ist nicht nur f&uuml;r eine Trennung von Norditalien und S&uuml;ditalien. Sie ist neuerdings auch f&uuml;r eine Trennung vom Euro. Und diese Position wurde vom W&auml;hler belohnt. &ndash; Italiens Austritt w&auml;re das schlimmste aller Szenarien<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/euro-was-passiert-wenn-italien-austritt-a-1005904.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ob dieser breite politische Konsens so gut war, wage ich zu bezweifel. Es hatte leider sehr wenig mit &ouml;konomischen &Uuml;berlegungen zu, dass alle zum Club geh&ouml;ren wollten. Ansonsten hat Wolfgang M&uuml;nchau leider recht: Italiens Austritt w&auml;re das schlimmste aller Szenarien. Und die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Renzis neoliberalen Kurs, der aus dem finsteren Herzen der W&auml;hrungsunion kommt, schwindet.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck: Was ist von Junckers Investitionsprogramm zu halten? Kann das funktionieren?<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=u0bzih2jTKs\">flassbeck-economics<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Mehr Praxis im Studium? Ein Problem f&uuml;r die Forschung<\/strong><br>\nEin typischer Bachelor-Abschluss umfasst 180 Leistungspunkte. Studierende sammeln diese Punkte unter anderem durch das Absolvieren von Seminaren, Hausarbeiten oder Praktika. Das Problem mit einer st&auml;rkeren Fokussierung auf Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit ist: Da die Erh&ouml;hung der Besch&auml;ftigungsf&auml;higkeit innerhalb des Studiums erreicht werden soll, reichen freiwillige Zusatzangebote wie Jobmessen oder freiwillige Vortr&auml;ge au&szlig;erhalb des Studiums nicht aus. Die Forderungen zielen auf eine Ver&auml;nderung der (bepunkteten) Studieninhalte ab. Das bedeutet allerdings, dass jeder Praxiskurs, jede Praktikumswoche, jede Exkursion in einen Betrieb durch das Leistungspunkte-System automatisch zu Lasten von anderen forschungsorientierten Leistungen. Wenn im Studium mehr Leistungspunkte f&uuml;r praxisbezogene Leistungen vorgesehen werden, dann stehen weniger Punkte f&uuml;r forschungsbezogene Leistungen zur Verf&uuml;gung. Mehr Praxisinhalte im Studium bedeuten zwingend weniger Forschungsinhalte. Damit riskiert man dann allerdings den drohenden Qualit&auml;tsverlust in der Wissenschaft nur weiter anzukurbeln.<br>\nVon diesem Problem ausgehend, scheint eine andere Strategie erfolgversprechender. Anstatt die wissenschaftliche Ausbildung fl&auml;chendeckend zu verschlechtern, indem man Uni-Studieng&auml;nge nach wirtschaftlichen Bed&uuml;rfnissen ausrichtet, k&ouml;nnte man auch die Verteilung der Studierenden zwischen Fachhochschulen und Universit&auml;ten ver&auml;ndern. Tats&auml;chlich landen nur die wenigstens Uni-Absolvent_innen in der Wissenschaft &ndash; trotz ihres wissenschaftsorientierten Studiums. Mehr noch zieht nur eine Minderheit der Uni-Studierenden eine T&auml;tigkeit in der Wissenschaft &uuml;berhaupt in Erw&auml;gung. Wenn ein gro&szlig;er Teil der Studierenden aber ohnehin keine wissenschaftliche T&auml;tigkeit anstrebt, scheint es entsprechend sinnvoll, dass mehr von ihnen direkt ein anwendungsbezogenes Studium an einer Fachhochschule aufnehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wasbildetihrunsein.de\/2014\/12\/01\/mehr-praxis-im-studium-ein-problem-fuer-die-forschung\/\">Was bildet ihr uns ein?<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mir scheint, dass in diesem Beitrag das Kind mit dem Bade ausgesch&uuml;ttet wird. Rein praktisch erscheint es mir unm&ouml;glich, dass Fachhochschulen mittelfristig den Anteil von Studenten aufnehmen k&ouml;nnen, die keine wissenschaftliche T&auml;tigkeit anstreben (Sowohl von der Studentenzahl als auch vom Lehrpersonal her). Abgesehen davon vernachl&auml;ssigt diese Argumentation die Rolle eines Universit&auml;tsabschlusses in unserer Gesellschaft. Man sehe doch, wie sehr sich unsere Politikerkaste bem&uuml;ht, einen akademischen Abschluss in Form einer Promotion zu erreichen &ndash; ohne je eine wissenschaftliche T&auml;tigkeit anzustreben.<\/em><br>\n<em>Andererseits hat Michael Grothe-Hammer nat&uuml;rlich recht, mehr Leistungspunkten f&uuml;r praxisbezogene Leistungen stehen weniger Punkte f&uuml;r forschungsbezogene Leistungen gegen&uuml;ber. Allerdings w&uuml;rde ich noch viel weitergehen und das gr&ouml;&szlig;te Hindernis f&uuml;r wissenschaftliche Qualit&auml;t im derzeitigen Studienbetrieb selbst suchen. Das beginnt damit, das Universit&auml;ten heute eher wie Unternehmen gef&uuml;hrt werden mit gro&szlig;en Einflussm&ouml;glichkeiten der Wirtschaft. Dem entspricht der Bachelor als erstem eher berufsqualifizierenden Hochschulabschluss. Wie &uuml;berhaupt der Bologna-Prozess, der nicht nur eine europ&auml;ische Vereinheitlichung, sondern auch eine k&uuml;rzere Studiendauer und einen st&auml;rkeren Praxisbezug des Studiums bef&ouml;rdern sollte, damit gewiss nicht wissenschaftsfreundlich ausgestaltet wurde. Hier lie&szlig;e sich eine lange Liste bilden, zentral dabei die Herausbildung eines akademischen Niedriglohnsektor, der in unterfinanzierten Universit&auml;ten f&uuml;r alles M&ouml;gliche herhalten muss und nicht mehr zum Forschen kommt. &ndash; Generell w&uuml;rde ich, das ist allerdings eine subjektive Wahrnehmung, meinen, dass wissenschaftliches Arbeiten in hervorragender Weise auf die allgemeine Berufswelt vorbereitet. Die erweiterte F&auml;higkeit von Beschreiben, Abstrahieren, Systematisieren, Analysieren und daraus seine Schl&uuml;sse ziehen, ist geeignet, sich vielen Situationen erfolgreich zu stellen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Abrechnung des Ex-Arbeitsministers: Bl&uuml;m h&auml;lt Rente nicht mehr f&uuml;r sicher<\/strong><br>\nEr ist der Mann, der die &ldquo;sichere Rente&rdquo; erfunden hat. Jetzt r&auml;umt er indirekt ein, geirrt zu haben. Zum 125-j&auml;hrigen Geburtstag der Rentenversicherung r&uuml;ckt der fr&uuml;here Arbeitsminister Bl&uuml;m von seinem einstigen Versprechen ab. &ldquo;Wenn das Rentenniveau weiter so sinkt wie in den letzten Jahren, dann kommt man in die N&auml;he der Sozialhilfe, was die Rentenversicherung nicht nur um ihren guten Ruf bringt, sondern auch um ihre soziale Sicherungsfunktion&rdquo;, sagte der fr&uuml;here Arbeitsminister der &ldquo;Saarbr&uuml;cker Zeitung&rdquo;. Ein System, aus dem man mit Beitr&auml;gen nicht mehr bekomme als jemand, der keine Beitr&auml;ge gezahlt habe, &ldquo;erledigt sich von selbst&rdquo;. Bl&uuml;m hatte 1986 mit einer Kampagne um Vertrauen f&uuml;r die Rentenversicherung geworben. Auf 15.000 gro&szlig;en Plakaten wurde verk&uuml;ndet: &ldquo;Denn eins ist sicher: Die Rente.&rdquo; Bl&uuml;m wiederholte das Versprechen fortan immer wieder pers&ouml;nlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/norbert-bluem-haelt-rente-nicht-mehr-fuer-sicher-a-1006121.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.F.:<\/strong> Ein wunderbares Beispiel daf&uuml;r, wie SPON versucht, durch &ldquo;lying by omission&rdquo; die Kernaussage von Norbert Bl&uuml;m durch einen aus dem Zusammenhang gerissenen Interviewbeitrag zu verf&auml;lschen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Auch der Focus verdreht Bl&uuml;ms Aussage ins Gegenteil: Jetzt selbst Bl&uuml;m: Die Rente ist nicht mehr sicher<\/strong><br>\nAusgerechnet der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Bl&uuml;m sorgt sich um die Rente. Von ihm stammt der legend&auml;re Satz, dass ebenjene schlichtweg sicher sei. Nun sieht der CDU-Mann die Gefahr, dass sich das System selbst erledigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/system-erledigt-sich-selbst-jetzt-selbst-bluem-die-rente-ist-nicht-mehr-sicher_id_4316255.html\">Focus<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.W.:<\/strong> Der Skandal ist, dass der Focus Bl&uuml;ms Interview mit der Saarbr&uuml;cker Zeitung so verbiegt, dass die eigentliche Aussage Bl&uuml;ms unterschlagen wird: die Rente ist &ldquo;Besser als alle Konkurrenz-Modelle&rdquo;, aber das System verliert an Legitimit&auml;t bei den Jungen, weil das Rentenniveau zugunsten der privaten Versicherungsindustrie so weit abgesenkt wird, dass im Alter die Armut droht. Bl&uuml;m erledigt au&szlig;erdem noch die kapitalgedeckte Rente und den Demografie-Mythos. Dass der Focus Bl&uuml;m dennoch f&uuml;r sich vereinnahmt, ist wohl hohe journalistische Kunst. Man muss das Interview lesen, um festzustellen: Bl&uuml;m ist noch der Alte. Gott sei Dank.<\/em><\/p>\n<p><strong>Hier das Interview mir der Saarbr&uuml;cker Zeitung: Die Rente war oft nicht sicher<\/strong><br>\nEx-Arbeitsminister Norbert Bl&uuml;m warnt vor Entwertung der Rentenversicherung: &ldquo;&hellip; Die H&ouml;he der Rente ist Ausdruck daf&uuml;r, welchen Beitrag wir zu zahlen bereit sind, um nach einer langen Arbeitsbiografie ein ausk&ouml;mmliches Leben im Alter zu sichern. Wenn man aber vier Prozent des Beitrages abzweigt, wie mit der unseligen Riester-Rentenreform geschehen, dann fehlt dieses Geld in der Rentenkasse. Und am Ende zahlen die Beitragszahler sogar mehr als nach der alten Regelung, weil die Riester-Beitr&auml;ge nicht vom Arbeitgeber mitfinanziert werden. &hellip;&nbsp; Wenn das Rentenniveau weiter so sinkt wie in den letzen Jahren, dann kommt man in die N&auml;he der Sozialhilfe, was die Rentenversicherung nicht nur um ihren guten Ruf bringt, sondern auch um ihre soziale Sicherungsfunktion. Ein System, aus dem man mit Beitr&auml;gen nicht mehr bekommt als jemand, der ohne Arbeit war und auch keine Beitr&auml;ge gezahlt hat, erledigt sich von selbst. &hellip; wir waren uns damals einig, dass das Rentenniveau nicht unter 64 Prozent sinken darf. Allein schon deshalb, um einen deutlichen Abstand zur Sozialhilfe zu garantieren. Bei den Reformen, die nach meiner Amtszeit kamen, wurde allerdings der Beitragssatz zur festen Gr&ouml;&szlig;e. Er darf langfristig nicht &uuml;ber 22 Prozent liegen. Damit wurde jedoch das Rentenniveau zu Variablen. Das ist ein prinzipieller Unterschied. &hellip;&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.saarbruecker-zeitung.de\/nachrichten\/themen\/Berlin-Altersarmut-Arbeitsminister-Beitragssaetze-Bergarbeiter-Gesetze-und-Rechtsnormen-Gesetzliche-Rentenversicherung-Inflation-Kanzler-Not-Elend-und-Leid-Pflichtversicherungen;art2825,5535470\">Saarbr&uuml;cker Zeitung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>125 Jahre Altersvorsorge: Altersarmut wird zunehmen<\/strong><br>\n125 Jahre nach ihrem Beschluss ist die gesetzliche Rentenversicherung in einem desolaten Zustand, beklagt der Rentenexperte und Wirtschaftswissenschaftler Winfried Schm&auml;hl. Das allgemeine Leistungsniveau der Rentenversicherung werde immer weiter reduziert, sagte Schm&auml;hl im Deutschlandradio Kultur. Gleichzeitig h&auml;tten die Menschen immer weniger M&ouml;glichkeiten, durch ihre Erwerbst&auml;tigkeit Anspr&uuml;che zu erwerben &ndash; &ldquo;so dass insgesamt hier ein Entkoppeln der Renten und der Rentenentwicklung von der Lohnentwicklung stattfindet. Man k&ouml;nnte ein bisschen &uuml;berspitzt formulieren: Wir haben seit jetzt gut zehn Jahren eine systematische Demontage der gesetzlichen Rentenversicherung eingeleitet.&rdquo;<br>\nDer ber&uuml;hmte Satz &ldquo;Die Rente ist sicher&rdquo; gelte nur dann, wenn die Beitragszahler das Gef&uuml;hl h&auml;tten, dass sie einmal einen angemessenen Gegenwert erwarten k&ouml;nnten. &ldquo;Dieses ist nat&uuml;rlich jetzt durch die Reform aus dem Jahr 2000 grundlegend in Frage gestellt worden.&rdquo; Von der Politik werde die Frage, wie es mit der Rentenversicherung weitergehen soll, &ldquo;&uuml;berhaupt nicht diskutiert&rdquo;, beklagte Schm&auml;hl. Stattdessen hoffe sie noch immer darauf, &ldquo;dass die private Vorsorge und die betriebliche Alterssicherung &ndash; im Grunde also kapitalmarktabh&auml;ngige Alterssicherung &ndash; die L&uuml;cke, die man durch politische Entscheidungen aufrei&szlig;t, dass diese L&uuml;cke geschlossen wird.&rdquo; Dies habe sich allerdings bereits als Fehlkalkulation erwiesen: &ldquo;Die private und die betriebliche Alterssicherung als solche leisten nicht den fl&auml;chendeckenden Ersatz und k&ouml;nnen ihn auch gar nicht leisten.&rdquo;<br>\nSollte es der Politik nicht gelingen umzusteuern, werde die Altersarmut und damit auch der soziale Konfliktstoff zunehmen. Winfried Schm&auml;hl habe da &ldquo;leider nicht so gro&szlig;e Hoffnung&rdquo;. Erinnere man sich heute daran, dass der damalige Minister bei der Einf&uuml;hrung der Reform im Jahr 2000 verk&uuml;ndet habe, jeder Rentner werde in Zukunft mehr Rente erhalten &ndash; &ldquo;das st&ouml;&szlig;t einem schon sauer auf, wenn man sich das noch einmal vergegenw&auml;rtigt&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/125-jahre-altersvorsorge-altersarmut-wird-zunehmen.1008.de.html?dram:article_id=304939\">Deutschlandradio<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &ldquo;Wir haben seit jetzt gut zehn Jahren eine systematische Demontage der gesetzlichen Rentenversicherung eingeleitet.&rdquo; An diesem Satz ist nichts &uuml;berspitzt formuliert, er schildert die Situation wie sie ist. Die umlagenfinanzierte Rentenversicherung wird seit zehn Jahren gezielt zerst&ouml;rt. Die Profiteure sind bekannt. Die politischen Verantwortlichen und der gezahlte Judaslohn ebenso! Wie die Meinungsmache dazu funktioniert l&auml;sst sich sehr sch&ouml;n an den Fragen oder besser Phrasen der Journalistin des Deutschlandradios erkennen, die das Gespr&auml;ch best&auml;ndig in die &uuml;bliche propagandistische Richtung dr&auml;ngen will.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Stefan Dudey: Prof. Hans-Werner Sinn und die Inflation<\/strong><br>\nHeiner Flassbecks Artikel Professor Sinn kennt das europ&auml;ische Inflationsziel nicht kommentierte ein Leser auf unserer Facebook-Seite und wies uns auf einen Vortrag hin, den Hans-Werner Sinn am 15.9.2014 in Washington gehalten hat. Dort sagt er ab Minute 25:16 &ldquo;Germany would have to increase its price level by 30 percent to rebalance the whole Eurozone, while others would have to go down by 30 percent&rdquo; (&ldquo;Deutschland m&uuml;sste sein Preisniveau um 30% erh&ouml;hen, um die ganze Eurozone wieder in Balance zu bringen, w&auml;hrend andere um 30% senken m&uuml;ssten&rdquo;).<br>\n[&hellip;]<br>\nGer&auml;t eine Volkswirtschaft mit der Entwicklung ihres Preisniveaus in die N&auml;he der Null, kann sich ein deflation&auml;rer Sog entwickeln. Er zerst&ouml;rt ein positives Sachinvestitionsklima und damit jegliche Aussichten auf eine positive Entwicklung des Arbeitsmarktes. Japan ist seit vielen Jahren das traurige Beispiel daf&uuml;r. Und deshalb ist es so wichtig, dass sich die Wirtschaftspolitik ein Inflationsziel deutlich oberhalb der Null setzt. Hans-Werner Sinns Forderung nach einer Zielinflation von 0% ist aus diesem Grund alles andere als gesamtwirtschaftlich w&uuml;nschenswert. Es hat auch seit 1998 (dem Jahr des Beschlusses der EZB, eine Inflationsrate von unter 2% anzustreben) nie jemand behauptet, dass dieser 2%-Wert &ldquo;falsch&rdquo; sei oder viel zu hoch verglichen mit den Zielwerten, die sich verschiedene Zentralbanken in der Eurozone vor 1999 gegeben haben.<br>\nEs bleibt bei unserem ceterum censeo, dass wir bei allen Wirtschaftspolitikern in Deutschland, bei allen Wirtschaftsredakteuren und bei allen Wirtschaftswissenschaftlern &ndash; auch bei Hans-Werner Sinn &ndash; daf&uuml;r werben, offensiv &uuml;ber die richtige Lohnpolitik in Deutschland zu sprechen. Wir brauchen, soll die historische Einigung Europas seit 1945 nicht gef&auml;hrdet werden, f&uuml;r Jahre oder eher Jahrzehnte in Deutschland Lohnst&uuml;ckkostensteigerungen von mehr als 2%. Und das geht nur &uuml;ber eine im wahrsten Sinne des Wortes &ldquo;verantwortungsvolle&rdquo; Lohnpolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/prof-hans-werner-sinn-und-die-inflation\/\">flassbeck-economics<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>OECD-Bericht zur Auslandsbestechung fordert sch&auml;rfere Straf- und Kontrollmechanismen<\/strong><br>\nAuf internationaler Ebene werden die meisten Bestechungsgelder von gro&szlig;en Unternehmen gezahlt &ndash; in der Regel mit dem Wissen der Gesch&auml;ftsleitung. Das geht aus dem ersten OECD-Bericht zur Auslandsbestechung, dem &ldquo;Foreign Bribery Report&rdquo;, hervor. Der Bericht wertet mehr als 400 F&auml;lle aus, in denen seit Inkrafttreten des OECD &Uuml;bereinkommens gegen die Bestechung ausl&auml;ndischer Amtstr&auml;ger 1999 ermittelt wurde. In diesen F&auml;llen machen Bestechungsgelder rund elf Prozent der gesamten Transaktionskosten aus. Im Durchschnitt flossen knapp 14 Millionen US-Dollar pro Bestechungsvorgang. Der Bericht kommt allerdings zu dem Schluss, dass selbst diese Zahlen nur die Spitze des Eisberges darstellen. Das reale Ausma&szlig; internationaler Korruption sei wegen der komplexen Strukturen korrupter Gesch&auml;fte schwer zu erfassen.<br>\nDie Adressaten von Auslandsbestechung sind in der Regel eher entwickelte Volkswirtschaften als Entwicklungsl&auml;nder. Das Ziel der Bestechung ist es, Vertr&auml;ge mit staatseigenen oder staatlich gelenkten Unternehmen zu schlie&szlig;en. Die meisten Zahler und Empf&auml;nger von Bestechungsgeldern stammen aus wohlhabenden Staaten. In fast zwei Dritteln der F&auml;lle konzentriert sich die Bestechung auf nur vier Sektoren: die Rohstoffindustrie (19%), das Baugewerbe (15%), Verkehr und Lagerung (15%) und Kommunikation (10%). Angestellte staatseigener Betriebe f&uuml;hren die Liste derer an, denen Bestechungsgelder versprochen oder gezahlt wurden (27%). Daneben stehen Zollbeamte sowie Mitarbeiter von Gesundheits- und Verteidigungsbeh&ouml;rden h&auml;ufig auf Bestechungslisten. In f&uuml;nf Prozent der F&auml;lle waren aber auch Staats- und Regierungschefs, beziehungsweise Minister das Ziel der Bestechung &ndash; sie bezogen sogar elf Prozent aller illegalen Zahlungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/berlin\/presse\/oecd-bericht-zur-auslandsbestechung-fordert-schaerfere-straf-und-kontrollmechanismen.htm\">OECD<\/a>\n<p><strong>Der Bericht in Wortlaut: OECD Foreign Bribery Report: An Analysis of the Crime of Bribery of Foreign Public Officials<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.keepeek.com\/Digital-Asset-Management\/oecd\/governance\/oecd-foreign-bribery-report_9789264226616-en#page1\">OECD Publishing<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Bankermoral vs. Bankerregulierung<\/strong><br>\nDass Banken ein Problem mit ihrer Kultur haben, zeigt nun auch eine Studie. Setzt eine strengere Regulierung etwa durch Kapitalvorschriften am falschen Ende an? Im Gegenteil. Storys von Bankern, die keine Skrupel beim Brechen von Regeln zeigen, reissen nicht ab. Banker waren es bereits, die durch ihr Verhalten einen wesentlichen Anteil an der Finanzkrise hatten. Seither werden alle paar Monate neue Skandale bekannt, die zu weltweiten Untersuchungen f&uuml;hren und die Institute Milliardensummen an Bussen kosten. Jetzt scheint die verbreitete Unmoral unter Bankern selbst eine wissenschaftliche Erhebung zu best&auml;tigen. Gemeint ist ein bereits viel zitierter Artikel in der neusten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins &laquo;Nature&raquo;, verfasst von den an der Uni Z&uuml;rich t&auml;tigen &Ouml;konomen Alain Cohn, Ernst Fehr und Andr&eacute; Mar&eacute;chal. Was die &Ouml;konomen mit ihrem Experiment zeigen, ist allerdings nicht, dass Banker als Menschen besonders unmoralisch handeln. Gem&auml;ss der Studie ist es gerade umgekehrt: Menschen, die sich gew&ouml;hnlich moralisch verhalten, handeln deutlich unmoralischer, wenn sie dies als Banker tun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.fuw.ch\/nevermindthemarkets\/index.php\/36158\/bankermoral-vs-bankerregulierung\/\">Never Mind the Markets<\/a>\n<p><strong>Zusammenfassung der Studie: Business culture and dishonesty in the banking industry.<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mediadesk.uzh.ch\/articles\/2014\/unternehmenskultur-in-der-bankenindustrie-beguenstigt-unehrliches-verhalten.html\">Universit&auml;t Z&uuml;rich<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Studie zeigt, dass jeder moralische Appell an die Banker verhallen muss, da nicht die Banker als Menschen generell unehrlicher sind, sondern in ihrem Umfeld entsprechend agieren, gepr&auml;gt durch die Unternehmenskultur der Banken. Umso erstaunlicher, dass die Autoren vorschlagen, dass Bankangestellte einen professionellen Eid, &auml;hnlich dem Hippokratischen Eid f&uuml;r &Auml;rzte, ablegen sollten. Markus Diem Meier schreibt denn auch: &ldquo;Die Gefahr der Kulturanalyse ist aber, dass sie zu einer Verwedelung der Zusammenh&auml;nge f&uuml;hrt. Die Feststellung, dass eine andere w&uuml;nschbare Bankkultur alles viel besser machen w&uuml;rde, ist theoretisch schwer zu bestreiten, aber f&uuml;r sich gesehen so nutzlos wie die Beschw&ouml;rung einer neuen inneren Ausrichtung der Menschen mit dem Zweck, den internationalen Frieden f&uuml;r immer zu sichern. Die Forderung ans Management, f&uuml;r eine bessere Kultur zu sorgen, oder jene der Autoren der oben erw&auml;hnten Studie, von den Bankern einen Eid zu besserem Verhalten zu verlangen, wirkt ziemlich hilflos.&rdquo; Und weiter: &ldquo;Die Anreize, mit unredlichem Verhalten besonders viel verdienen zu k&ouml;nnen &ndash; wie sie jetzt Aufsichtsbeh&ouml;rden kritisieren &ndash;, waren kein unerw&uuml;nschter Nebeneffekt der Entwicklung: Die Vorstellung, sich an allgemeine Massst&auml;be halten zu m&uuml;ssen, hatte einen sehr geringen Stellenwert. Nur das Gewinnstreben z&auml;hlte. Mit ihm n&uuml;tze man dem Gemeinwohl letztlich am meisten, so der Leitspruch. Wie kann man &uuml;ber die Kultur bei den Banken &uuml;berrascht sein?&rdquo; Er fordert deshalb: &ldquo;Wichtiger als ein Appell an eine bessere Kultur der Banker sind gescheite Regulierungen und Anreize, die ein Verhalten (das f&uuml;r die gesamte Volkswirtschaft sch&auml;dlich ist) bestrafen und nicht mehr wie bisher belohnen.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wenn Wohnen unbezahlbar wird<\/strong><br>\nImmer mehr Menschen konkurrieren um immer weniger g&uuml;nstige Wohnungen. Jedes Jahr verschwinden 100.000 Sozialunterk&uuml;nfte. Nicht nur die unteren Einkommenschichten sind betroffen.<br>\nDeutschland war einst Vorreiter im sozialen Wohnungsbau; die Idee, vielen Menschen g&uuml;nstigen Wohnraum zu verschaffen gab es schon im 19. Jahrhundert. In die Praxis umgesetzt wurde sie seit den 1920er-Jahren bis weit in die Nachkriegszeit der Bundesrepublik, in deren Gesetzgebung sie auch verankert wurde. Von dem Ansatz, breiten Schichten g&uuml;nstiges Wohnen zu erm&ouml;glichen, hat sich die Politik seitdem immer weiter verabschiedet. Seit den 1980er-Jahren verlieren immer mehr der urspr&uuml;nglich gef&ouml;rderten Wohnungen ihre Sozialbindung. Hatte es zu Hochzeiten noch vier Millionen Sozialwohnungen gegeben, waren es 2001 noch 1,8 Millionen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/deutsche-staedte-wenn-wohnen-unbezahlbar-wird-1.2246659\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>&Uuml;berschuldung: Du unterschreibst einen Pakt mit dem Teufel<\/strong><br>\nAls es kalt wurde, merkte Anja Schneider, dass es so nicht weitergehen kann. &ldquo;Zwei Paar Winterschuhe f&uuml;r Kinder kosten 100 Euro. Da dachte ich: Das bringt mich um.&rdquo; Sie hatte zwei T&ouml;chter, ihr Studium unterbrochen, sich von ihrem Mann getrennt &ndash; und stand allein mit ihrem Studentenkredit da. Besser gesagt: mit jenem Mutanten in H&ouml;he von fast 17 000 Euro mit 15,89 Prozent Zinsen, zu dem ihr Studentenkredit mit Hilfe der Deutschen Bank zwischenzeitlich angewachsen war. Das Leben von Schneider, die eigentlich anders hei&szlig;t, war einigerma&szlig;en geplant. Schulden lie&szlig;en es kippen. Nur mit Hilfe von au&szlig;en kam sie wieder aus der Falle. Die Geschichte der 36-J&auml;hrigen spielt in Wuppertal, einer Stadt, in der Schulden zum Leben dazugeh&ouml;ren wie an wenigen anderen Orten in Deutschland. Wer etwas &uuml;ber Schulden lernen will, f&auml;ngt am besten hier an.<br>\nSchulden dominieren in Wuppertal nicht nur die privaten Finanzen vieler Menschen. Die Stadt selbst hat fast zwei Milliarden Euro Miese, mehr als 5000 Euro pro Einwohner. J&auml;hrlich kommt ein hoher zweistelliger Millionenbetrag dazu. Nur wenige deutsche St&auml;dte stehen finanziell so schlecht da. Bis 2012 galt Nothaushaltsrecht, die Stadt musste sich Investitionen und Personalentscheidungen von der Bezirksregierung in D&uuml;sseldorf genehmigen lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/ueberschuldung-du-unterschreibst-einen-pakt-mit-dem-teufel-1.2238968\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Franz&ouml;sisches Parlament stimmt f&uuml;r Anerkennung Pal&auml;stinas<\/strong><br>\nSchweden, Gro&szlig;britannien, Irland und Spanien sind vorangegangen &ndash; nun hat sich auch das franz&ouml;sische Parlament daf&uuml;r ausgesprochen, Pal&auml;stina als Staat anzuerkennen. Das franz&ouml;sische Parlament hat sich f&uuml;r die Anerkennung Pal&auml;stinas als eigenst&auml;ndiger Staat ausgesprochen. Die Abgeordneten in der Nationalversammlung stimmten mehrheitlich f&uuml;r eine entsprechende Resolution. Der Entscheid ist f&uuml;r die franz&ouml;sische Regierung allerdings nicht bindend. Der symbolische Schritt soll den Druck erh&ouml;hen, damit der Friedensprozesses zwischen Israel und den Pal&auml;stinensern wieder aufgenommen wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/frankreich-parlament-stimmt-fuer-anerkennung-palaestinas-a-1006251.html\">Spiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Maut und Soli: Die Steuerl&uuml;ge der gro&szlig;en Koalition<\/strong><br>\nDer Soli kostet die Deutschen 18 Milliarden Euro pro Jahr, in die neuen L&auml;nder flie&szlig;t jedoch nur ein Bruchteil davon. Er ist l&auml;ngst, was er nie sein sollte: eine versteckte Steuererh&ouml;hung. Mit der Maut k&ouml;nnte es &auml;hnlich enden. Und pl&ouml;tzlich ist da ein neues Wort in der Debatte um die Ausl&auml;nder-Maut der CSU: Einf&uuml;hrung hei&szlig;t es. Das Versprechen n&auml;mlich, die Maut werde Deutsche nicht belasten, das gelte ja nur &ldquo;mit der Einf&uuml;hrung&rdquo; der Maut. So sagte es an diesem Morgen die durchaus m&auml;chtige CSU-Landesgruppenchefin im Bundestag, Gerda Hasselfeldt. &ndash; Ach so? Nur mit der Einf&uuml;hrung? Nie vorher geh&ouml;rt. Bisher hatte es immer gehei&szlig;en, die Maut werde zu keiner Mehrbelastung f&uuml;r deutsche Autofahrer f&uuml;hren. Egal wann. Das war das Versprechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/maut-und-soli-die-steuerluege-der-grossen-koalition-1.2248681\">SZ<\/a>\n<p><strong>Dazu: Klaus Ernst: Pkw-Maut f&uuml;r alle kommt durch die Hintert&uuml;r<\/strong><br>\nPkw-Maut f&uuml;r Ausl&auml;nder &ndash; das war die Schnapsidee, mit der die CSU im Wahlkampf in den Niederungen des bayrischen Stammtischs punkten wollte. Pkw-Maut f&uuml;r Ausl&auml;nder &ndash; das Versprechen dieser Wahlkampfrhetorik aus dem Hause Seehofer und Dobrindt lautete, deutsche Autofahrerinnen und Autofahrer kostet die Maut keinen Pfennig. Nun kommt es, wie es kommen musste. Das gro&szlig;e Versprechen, das auch die gro&szlig;e Koalition gegeben hat, f&auml;llt: Die Maut in Deutschland werden eben nicht nur europ&auml;ische Nutzer deutscher Autobahnen zahlen &ndash; auch jene, die bereits in Deutschland KfZ-Steuer zahlen, werden &uuml;ber kurz oder lang durch die Maut belastet.<br>\nDie Wahrheit kommt wie so oft h&auml;ppchenweise ans Licht. Erst war klar, dass die mit der Pkw-Maut vermeintlich zu erzielenden Einnahmen um L&auml;ngen hinter den Versprechungen von Verkehrsminister Dobrindt (CSU) zur&uuml;ckbleiben werden, dass durch die Ausgestaltung sogar ein Minusgesch&auml;ft und jeglicher Schindluder durch elektronische &Uuml;berwachung droht. Und nun das T&uuml;pfelchen auf dem I: Das Bundesfinanzministerium von Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) will bei kommenden Anhebungen der Mauts&auml;tze bei der Kfz-Steuer nicht in gleichem Ma&szlig; entlasten. Das soll nur f&uuml;r die Einf&uuml;hrungszeit so sein. Ein Schelm, wer B&ouml;ses dabei denkt. Die Pkw-Maut f&uuml;r alle wird so durch die Hintert&uuml;r eingef&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linksfraktion.de\/im-wortlaut\/pkw-maut-alle-kommt-hintertuer\/\">linksfraktion.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu: Gegen die Wand<\/strong><br>\nRegierungsentwurf zur &Auml;nderung des Datenschutzgesetzes von den Sachverst&auml;ndigen im Innenausschuss sauber zerpfl&uuml;ckt<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/im-wortlaut\/gegen-wand\/\">Linksfraktion<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ehemaliger britischer Umweltminister zum Klimaschutz: Merkel sollte dem Beispiel Thatchers folgen<\/strong><br>\nAngela Merkel und Margaret Thatcher verbindet viel. Das meint John Gummer, Thatchers fr&uuml;herer Umweltminister. Denn beide h&auml;tten sich fr&uuml;hzeitig f&uuml;r den Klimaschutz eingesetzt. Und wie Thatcher sollte auch Merkel jetzt das Ende des Kohlebergbaus einleiten.<br>\nDie Bedeutung des anhaltenden Engagements Deutschlands im Kampf gegen den Klimawandel l&auml;sst sich kaum &uuml;berbewerten. Als Europas bev&ouml;lkerungsreichster Staat, gr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft und wichtigster Geldgeber f&uuml;r saubere Energie gibt Deutschland im gr&ouml;&szlig;eren europ&auml;ischen und somit auch im weltweiten Kontext den Ton an. H&auml;tte China vor kurzem die wegweisende Ank&uuml;ndigung gemacht, seine Treibhausgasemissionen ab 2030 zu senken, wenn Europa seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen w&auml;re? Nein. K&ouml;nnte Europa seine weltweite F&uuml;hrungsrolle beibehalten, wenn Deutschland ins Schwanken geriete? Wieder ist die Antwort Nein. Der Gedanke einer europ&auml;ischen und weltweiten F&uuml;hrungsrolle findet bei den Deutschen aus nachvollziehbaren Gr&uuml;nden nur begrenzten Anklang.&nbsp; Doch in Bezug auf den Klimawandel ist diese F&uuml;hrungsrolle Wirklichkeit. Ein neues weltweites Klimaabkommen, das die Tendenz der steigenden Emissionen ein f&uuml;r allemal umkehrt, ist zweifelsohne die schwierigste Aufgabe, die Regierungen weltweit bevorsteht.&nbsp; Uns wird jedoch eine gro&szlig;e Gelegenheit geboten: In rund einem Jahr werden sich die Minister in Paris versammeln, um ein entsprechendes Abkommen zu besiegeln. Diese Chance d&uuml;rfen wir nicht verpassen. Es ist daher absolut notwendig, dass Deutschland seinen Zielen jetzt treu bleibt und sein Engagement zum Abbau der eigenen Emissionen bis 2020 und dar&uuml;ber hinaus beibeh&auml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/ehemaliger-britischer-umweltminister-zum-klimaschutz-merkel-sollte-dem-beispiel-thatchers-folgen\/11064310.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K:<\/strong> Thatcher hat die englischen Kohlegruben aus Umweltschutzgr&uuml;nden schlie&szlig;en lassen? Noch bl&ouml;der geht es nicht!<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Wenn Indien der Kohle verf&auml;llt, sind wir dem Untergang geweiht<\/strong><br>\nBeim UNO-Klimagipfel Ende 2015 in Paris soll endlich ein neues bindendes Klimaabkommen vereinbart werden. Die Hoffnungen, dass nach den mehr oder weniger gescheiterten Gipfeln von Kopenhagen (2009), Canc&uacute;n (2010), Durban (2011) und Doha (2012) endlich ein Nachfolger des Kyoto-Protokolls zur Reduktion der Treibhausgasemissionen ausgehandelt wird, sind zurzeit so hoch wie schon lange nicht mehr. Am G-20-Gipfel in Brisbane verk&uuml;ndeten die USA und China &uuml;berraschend, sich auf gemeinsame Emissionsziele verst&auml;ndigt zu haben. &laquo;Kein Land ist immun, jedes Land hat die Verantwortung, seinen Teil beizutragen&raquo;, sagte US-Pr&auml;sident Barack Obama in Brisbane. Die Frage ist aber, welche Verpflichtungen die einzelnen L&auml;nder einzugehen gewillt sind. Die USA versprechen, ihre Emissionen bis 2025 um 26 bis 27 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken. China verspricht, die Emissionen ab dem Jahr 2030 nicht mehr ansteigen zu lassen. Die EU verspricht gar eine Reduktion um 40 Prozent.<br>\nEntscheidend wird aber sein, welches Angebot Indien als drittgr&ouml;sster Produzent von Treibhausgasen macht. Bislang hat die indische Regierung nichts versprochen &ndash; und ihre j&uuml;ngsten Beschl&uuml;sse lassen wenig Raum f&uuml;r Zuversicht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, plant das Kabinett von Indiens Premier Narendra Modi, den Kohleabbau f&uuml;r internationale Konzerne zu &ouml;ffnen. Zudem soll die von den Gewerkschaften protegierte, auf viel Handarbeit beruhende Produktion modernisiert werden. Den Kohleabbau f&ouml;rdern will die Regierung Modi dem Bericht zufolge zudem mit der Investition einer Milliarde Dollar in Bahnwagen und Infrastruktur zwecks Abtransport des Rohstoffs. Die Massnahmen machen den Kohleabbau interessant f&uuml;r internationale Konzerne wie die Giganten Rio Tinto und BHP Billiton. Umgekehrt versorgt er die indischen Kohlekraftwerke mit viel billiger Kohle. &ndash; Deutlich &auml;usserte sich auch Indiens Energieminister Piyush Goyal. &laquo;Das f&uuml;r Indiens notwendige Wachstum darf nicht auf dem Altar in einigen Jahren allenfalls drohender Klimaver&auml;nderungen geopfert werden&raquo;, sagte er laut der &laquo;New York Times&raquo; k&uuml;rzlich an einer Konferenz in Delhi. &laquo;Der Westen wird anerkennen m&uuml;ssen, dass die Armen Bed&uuml;rfnisse haben.&raquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wissen\/technik\/Wenn-Indien-der-Kohle-verfaellt-sind-wir-dem-Untergang-geweiht-\/story\/10287266\">Tages-Anzeiger<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Indien ist einfach etwas deutlicher als China, die Emissionen ab dem Jahr 2030 nicht mehr ansteigen zu lassen. In der Tat, wenn China bis 2030 seine Emissionen steigert und &ldquo;Indien mehr und mehr der Kohle verf&auml;llt, sind wir dem Untergang geweiht&rdquo;. Aber k&ouml;nnen wir den Entwicklungsl&auml;ndern ihre auf Energiezugang beruhende Modernisierung verwehren? Die Phantasie und die finanzielle Unterst&uuml;tzung der hochentwickelten Industriestaaten sind gefragt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Kill Zone USAs: Spurensuche in einer waffenverr&uuml;ckten Nation<\/strong><br>\nAusgehend vom Massaker an der Sandy Hook Elementary School fragt der Dokumentarfilm: Warum kann der Waffenwahnsinn nicht gestoppt werden?<br>\nEs war ein Blutbad, das die Welt ersch&uuml;tterte: Am 14. Dezember 2012 st&uuml;rmte ein psychisch gest&ouml;rter junger Mann die Sandy Hook Elementary School in Newtown, Connecticut. Er erschoss 20 Kinder und sechs Lehrer. Adam Lanza t&ouml;tete seine Opfer mit der in den USA frei verk&auml;uflichen Zivilversion eines milit&auml;rischen Sturmgewehrs. Der Amoklauf von Newtown ist ein Fanal. F&uuml;r den Pr&auml;sidenten Barak Obama, f&uuml;r viele B&uuml;rger im Land. Auch f&uuml;r die Waffenlobby: das Signal zum Gegenangriff &ndash; die Vereinigten Staaten sind so gespalten wie noch nie in ihrer &uuml;ber 200-j&auml;hrigen Geschichte: Waffengegner fordern mit lautstarken Protesten Gesetzesversch&auml;rfungen. Waffenlobbyisten setzen in den Hinterzimmern der Parlamente diskret weitere Lockerungen der ohnehin schon unvergleichlich laxen Regeln durch. Die Ums&auml;tze der Waffenindustrie explodierten in den Wochen nach Newtown f&ouml;rmlich. Obama wird zum &bdquo;Salesman of the Year&ldquo; ernannt.<br>\nUnd das T&ouml;ten geht unvermindert weiter: Bei 66 Schulschie&szlig;ereien, die sich nach Newtown ereigneten, wurden weitere 45 Menschen get&ouml;tet und 73 verletzt. 30.000 Menschen sterben in den USA j&auml;hrlich durch Schusswaffen. Kollateralsch&auml;den eines unerkl&auml;rten B&uuml;rgerkrieges, mit dem die Waffenindustrie &ndash; unter deutscher und europ&auml;ischer Beteiligung &ndash; seit Jahrzehnten die USA &uuml;berzieht. &bdquo;Kill Zone&ldquo; nennen amerikanische Soldaten einen Kampfabschnitt, den sie derart unter Sperrfeuer nehmen, dass dort kein &Uuml;berleben m&ouml;glich ist. Ausgehend vom Massaker an der Sandy Hook Elementary School folgt die Dokumentation der Spur der Tatwaffe: zum Hersteller und dessen Eigent&uuml;mern, einem Investmentfonds und zu dessen Lobbyisten, angef&uuml;hrt von der National Rifle Association (NRA). Wieso kann der Waffenwahnsinn in den USA nicht gestoppt werden? Was steckt hinter dem T&auml;terprofil der zumeist jungen wei&szlig;en M&auml;nner, frustriert und voller Hass, die in ihrem selbstempfundenen Untergang alles um sich herum zerst&ouml;ren?<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/guide\/de\/050776-000\/kill-zone-usa\">arte<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/info.arte.tv\/de\/usa-spurensuche-einer-waffenverrueckten-nation\">Dossier<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Das Video stand kurz nach der Sendung noch nicht zur Verf&uuml;gung. Sie wird am Montag, 15.12. um 8:55 Uhr wiederholt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Alle ins Gef&auml;ngnis stecken ist gef&auml;hrlich<\/strong><br>\nKann man in den Westen zur&uuml;ckgekehrte IS-K&auml;mpfer wieder in die Gesellschaft integrieren, Peter Neumann? Einige schon, sagt der Terrorismusforscher vom King&rsquo;s College in London: &rdquo; Wir unterscheiden zwischen zwei Ausreisewellen. Die erste war 2012\/2013. Da sind die eher humanit&auml;r Orientierten ausgereist, die wollten gegen Assad k&auml;mpfen. Das waren Islamisten, aber nicht alle waren ideologisch fundierte Salafisten, die h&auml;tten nicht alle eine riesengro&szlig;e Gefahr darstellen m&uuml;ssen. 2014 mit der Deklaration des Kalifats hat sich das ver&auml;ndert. Die Leute, die jetzt gehen, sind extremistischer. Wer das Kalifat mit aufbauen will, kann nicht sagen, er w&uuml;sste nicht, um was es beim &ldquo;Islamischen Staat&rdquo; geht. &hellip; Einige erz&auml;hlen, dass sie zur&uuml;ckwollen, aber nicht k&ouml;nnen. Denn das Einzige, was man von hier h&ouml;rt, ist, dass sie ins Gef&auml;ngnis geh&ouml;ren. Das ist nat&uuml;rlich keine attraktive Option. &hellip; Sie geh&ouml;ren zur ersten Ausreisewelle und haben sich damals Gruppen angeschlossen, die noch nicht Teil des &ldquo;Islamischen Staats&rdquo; waren, es jetzt durch diese ganzen Fusionen aber sind. Sie befinden sie sich in einer Situation, in die sie nicht wollten. Sie sagen: Ich wollte gegen Assad k&auml;mpfen, aber ich wollte kein Terrorist sein. Ich bin jetzt Teil des &ldquo;Islamischen Staats&rdquo;, aber ich stimme mit seinen Taten nicht &uuml;berein. Ich will nicht mehr k&auml;mpfen, aber ich kann nicht zur&uuml;ck. Was soll ich tun? &hellip; Nach meiner Einsch&auml;tzung gibt es, grob gesagt, drei Gruppen, die wir im Englischen mit drei &ldquo;d&rdquo; beschreiben: dangerous, disturbed, desillusioned. Die ersten, die Gef&auml;hrlichen, sind Vollblutdschihadisten, die eine Sicherheitsgefahr darstellen, wenn sie zur&uuml;ckkommen. Mit denen muss man strafrechtlich umgehen. Leute wie Denis Cuspert. &hellip; Die zweiten, die Gest&ouml;rten, sind nicht besonders ideologisch motiviert. Aber sie sind durch den Konflikt traumatisiert, durch das, was sie gesehen und erlebt haben. Ein Beispiel ist sicher Mustafa K. aus Dinslaken, der sich mit enthaupteten K&ouml;pfen abbilden l&auml;sst. Dessen Facebook-Eintr&auml;ge aus Syrien sind dramatisch. Da muss man kein Psychologe sein, um zu erkennen, dass der eine Gefahr f&uuml;r die Gesellschaft ist. Nicht als Terrorist, sondern weil er das Erlebte nicht verarbeitet hat. Der braucht kein Gef&auml;ngnis, sondern psychologische Hilfe. Die Gesellschaft muss man trotzdem vor ihm sch&uuml;tzen. &hellip; Die Desillusionierten sind h&auml;ufig von den K&auml;mpfen der Oppositionsgruppen untereinander frustriert. Die glauben zum Teil noch an den Dschihad, aber diese Art von Dschihad wollen sie nicht. Ich sch&auml;tze diese Gruppe auf 20 Prozent. F&uuml;r sie muss es Reintegrationsprogramme geben. Man kann nat&uuml;rlich nicht einfach sagen: Wunderbar, ihr habt abgeschworen, und wir glauben euch das. Wir brauchen strenge Programme mit &Uuml;berpr&uuml;fungen. Man muss sich jeden Einzelfall anschauen. In England gibt es mit diesen Programmen seit 10 bis 15 Jahren Erfahrungen. &hellip; Channel ist ein Programm, das sich mit individuellen Interventionen an Leute richtet, die kurz davorstehen, einer gewaltt&auml;tigen Organisation beizutreten. Es wird von der Polizei zusammen mit lokalen Beh&ouml;rden und NGOs durchgef&uuml;hrt. Wir haben Leute, die machen das seit 10 Jahren erfolgreich. Sie haben Hunderte F&auml;lle behandelt. Die Herausforderung ist, dieses Programm f&uuml;r Syrienr&uuml;ckkehrer anzupassen. &hellip; Die Sicherheitsbeh&ouml;rden kennen ja einen Teil der R&uuml;ckkehrer, die hier sind, aber nicht alle. Das Angebot der Reintegration w&auml;re ein Anreiz, sich bei den Beh&ouml;rden zu melden. Man k&ouml;nnte dieses Problem also besser in den Griff kriegen. Au&szlig;erdem ist die Strategie, alle ins Gef&auml;ngnis zu stecken, langfristig gef&auml;hrlich. In Gef&auml;ngnissen findet weitere Radikalisierung statt. &hellip; vor zwei Monaten hie&szlig; es noch, jeder, der zur&uuml;ckkehrt, komme ins Gef&auml;ngnis, bek&auml;me die Staatsb&uuml;rgerschaft entzogen und so weiter. Nun sagte die Innenministerin, man m&uuml;sse das von Fall zu Fall betrachten. &hellip; In Deutschland wird viel &uuml;ber Pr&auml;vention gesprochen, es flie&szlig;t Geld, aber dahinter steht keine wirkliche Strategie. Hier gibt es eine Hotline, da ein Modellprojekt. Aber die klare Ansage, das funktioniert unter den und den Bedingungen und das machen wir jetzt bundesweit, die fehlt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=hi&amp;dig=2014%2F11%2F29%2Fa0099&amp;cHash=8518e55044389e9453e2e35af51022b2\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Gro&szlig;britannien scheint uns nicht nur einen Schritt voraus zu sein. Ich w&uuml;sste nicht, dass wir ein Programm haben, das sich mit individuellen Interventionen an Leute richtet, die kurz davorstehen, einer gewaltt&auml;tigen Organisation beizutreten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/JW\/RS)<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-24151","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24151","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24151"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24151\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24155,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24151\/revisions\/24155"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24151"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24151"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24151"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}