{"id":24194,"date":"2014-12-05T15:32:01","date_gmt":"2014-12-05T14:32:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24194"},"modified":"2014-12-05T16:39:50","modified_gmt":"2014-12-05T15:39:50","slug":"leserbriefe-zu-der-weit-ueberschaetzte-welthandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24194","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDer weit \u00fcbersch\u00e4tzte Welthandel \u2026\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Zu diesem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24160\">Beitrag vom 3. Dezember<\/a> erreichten uns einige Mails, die hiermit wiedergegeben werden. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Mail von E.S., lange Zeit in Br&uuml;ssel t&auml;tig:<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht,<\/p><p>auf diesem Felde habe ich mich viele Jahre im Rahmen der Verkehrs- und Energiepolitik der EU &ldquo;tummeln&rdquo; d&uuml;rfen.<\/p><p>Ich kann Dir nur zustimmen, was Subventionierung und fehlende Anlastung der externen Kosten des Verkehrs angeht. Ich kann im R&uuml;ckblick die Strategiepapiere in Bezug auf Letzteres nicht mehr z&auml;hlen: Im Gestr&uuml;pp der Arbeit einflussreicher Lobbies ist bis heute jeder Durchbruch verhindert worden. Es gab sogar &lsquo;mal einen Verkehrskommissar (Neil Kinnock) , der dies  zum Leitmotiv seiner Arbeit zu machen versuchte. Aber leider war das geduldige Bohren dicker Bretter nicht Neil&rsquo;s Ding&hellip;..und ohne Durchhalteverm&ouml;gen vis-&agrave;-vis einflussreicher Partikularinteressen ist man chancenlos.<\/p><p>In Bezug auf die Subventionierung von Exporten muss die Agrar- und Fischereipolitik an vorderster Stelle erw&auml;hnt werden: Europ&auml;er und Amerikaner werfen ihre &Uuml;bersch&uuml;sse oft zu Dumpingpreisen auf Dritte M&auml;rkte, und der gegenw&auml;rtige Migrationsdruck hat hier, neben kriegerischen Konflikten, eine wesentliche Ursache.<\/p><p>In einem kann ich Dir allerdings auch diesmal nicht zustimmen: Die Mehrwertsteuer ist ihrem Wesen nach eine Steuer auf inl&auml;ndischen Konsum, und mir ist kein Land dieser Welt bekannt, das  auf Exporte Umsatzsteuer erhebt, weshalb sich auch die Handelseffekte neutralisieren&hellip;.<\/p><p>Gruss aus Br&uuml;ssel<br>\nES<\/p><p><em><strong>AM Anmerkung zum letzten Absatz:<\/strong> Dass die Mehrwertsteuer eine Steuer auf inl&auml;ndischen Konsum ist und dies all &uuml;berall in der Welt so gehandhabt wird, &auml;ndert nichts daran, dass diese Regel im konkreten Fall &ndash; nehmen wir das Beispiel von BMW in M&uuml;nchen &ndash; den Export dieses Unternehmens (wie anderer vergleichbarer auch) f&ouml;rdert und in diesem Ma&szlig;e auch nicht an der Finanzierung &ouml;ffentlicher Aufgaben beteiligt wird. Ist das ein Denkfehler?<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Lesermail von Martin Sutor:<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r obigen Beitrag, einen weiteren Glanzpunkt innerhalb Ihrer so wichtigen und bewundernswerten Arbeit auf den NDS.<\/p><p>Gerade die von Ihnen thematisierte Problematik der externalisierten Kosten, die durch die Transporte und die Steuerbefreiung der Exporte entstehen, kommt in der &ouml;ffentlichen Debatte viel zu kurz.<\/p><p>Ich f&uuml;hre ein kleineres Handelsunternehmen in M&uuml;nchen f&uuml;r Obst und Gem&uuml;se. Wir importieren viele Produkte &uuml;ber die von Ihnen genannten H&auml;fen. Dies macht meiner Meinung nach nur Sinn f&uuml;r Waren, die in unseren Breiten entweder gar nicht, oder nicht zur aktuellen Jahreszeit verf&uuml;gbar sind. Denken Sie etwa an exotische Fr&uuml;chte oder, jetzt im Winter, auch an Tomaten etc.<\/p><p>Da wir uns einer nachhaltigen Wirtschaft verpflichtet f&uuml;hlen, versuchen wir dies auch konsequent einzuhalten. Leider erleben wir aber h&auml;ufig, dass wir angesichts billiger Importe auch einheimischer Produkte, durch billigere Konkurrenz ausgestochen werden. Dies ist nur dadurch m&ouml;glich, dass die Transporte eben nicht mit den tats&auml;chlichen Kosten in die Bewertung eingehen.<\/p><p>Folge ist, dass Sozial- und Umweltdumping sogar innerhalb der EU herrschen. So konkurrieren etwa M&uuml;nchner G&auml;rtner mit spanischen oder italienischen Unternehmen, die sich rigoros des dortigen &bdquo;Arbeiterstrichs&ldquo; aus meist illegalen Einwanderern bedienen und diese &Auml;rmsten der Armen mit Tagesl&ouml;hnen (!) von 10-20 &euro; gnadenlos ausbeuten. Wir erleben bei uns dieselben Entwicklungen wie Nordamerika nach der Einf&uuml;hrung von NAFTA.<\/p><p>Dass Sie diese himmelschreiende Praxis, die sicher auch in anderen Branchen herrscht, &ouml;ffentlich machen, zeigt einmal mehr, wie wichtig die Gegen&ouml;ffentlichkeit ist. Insbesondere in Zeiten von TTIP und Konsortien.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nMartin Sutor, Taufkirchen b. M&uuml;nchen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Lesermail von D.W.:<\/strong><\/p><p>Ich m&ouml;chte den freien Welthandel nicht sch&ouml;n reden und stimme Ihnen grunds&auml;tzlich zu. Aber in Ihrem Artikel &ldquo;Der weit &uuml;bersch&auml;tzte Welthandel und die daraus folgende weltweite Verschwendung von Ressourcen statt st&auml;rkerer Regionalisierung und Verkehrsvermeidung&rdquo; scheinen sie den deutschen Exportwahn mit Freihandel gleichzusetzen. Die deutsche Export-Politik ist jedoch auch aus liberaler Sicht Unsinn. <\/p><p>Dieser fanatische Fokus auf Export&uuml;bersch&uuml;sse hat nichts mit freiem G&uuml;teraustausch zu tun. Die Idee der guten Exporte und schlechten Importe ist das Prinzip des Merkantilismus. Jener Handelspolitik, die der Freihandel erst abgel&ouml;st hat. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r die gegenseitige Abh&auml;ngigkeit Europas und Russlands: Sie ist friedenssichernd und somit positiv zu sehen. Die Sanktionen gegen Russland versuchen aber diese Abh&auml;ngigkeit als Waffe zu nutzen, w&auml;hrend man sich bem&uuml;ht, die eigene Abh&auml;ngigkeit von russischen Brennstoffen zu &uuml;berwinden.  Es ist absurd, wie deutsche Politiker bei diesen Themen pl&ouml;tzlich ihre liberalen &Uuml;berzeugungen vergessen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nD. W.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu diesem <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24160\">Beitrag vom 3. 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