{"id":24265,"date":"2014-12-12T13:23:35","date_gmt":"2014-12-12T12:23:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24265"},"modified":"2014-12-12T14:24:01","modified_gmt":"2014-12-12T13:24:01","slug":"klinikkonzern-asklepios-ueber-nimmt-nobelhotel-atlantic-ein-schlag-ins-gesicht-der-mitarbeiter-und-der-patienten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24265","title":{"rendered":"Klinikkonzern Asklepios \u00fcbernimmt Nobelhotel \u201eAtlantic\u201c \u2013 ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter und der Patienten"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin:0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/141212_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Manchmal glaubt man selbst als hartgesottener Kommentator des t&auml;glichen Geschehens nicht, was da &uuml;ber den Ticker hereinkommt. Die <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/Klinik-Konzern-kauft-Atlantic-Hotel,atlantic114.html\">Meldung<\/a>, dass der Klinikkonzern Asklepios das noble und traditionsreiche Hamburger Atlantic-Hotel &uuml;bernommen hat, geh&ouml;rt dazu. W&auml;hrend Asklepios-Besitzer Broermann &ouml;ffentlichkeitswirksam &uuml;ber die Finanznot der Krankenh&auml;user lamentiert und seine Mitarbeiter an der Arbeitsverdichtung kaputt gehen, erwirtschaftet der Konzern offenbar so viel Geld, dass er gar nicht wei&szlig;, wohin damit. Und bevor man Negativzinsen zahlt, kauft man sich halt ein 5-Sterne-Hotel. Besonders pikant in diesem Zusammenhang ist, dass die Bundesregierung gerade eben an einer Krankenhausreform arbeitet, bei der Teile der Geh&auml;lter f&uuml;r Pflegekr&auml;fte vom Steuerzahler &uuml;bernommen werden sollen. Auf dass die Broerm&auml;nner dieser Welt noch mehr Nobelhotels kaufen k&ouml;nnen. Im Anhang finden Sie einen exklusiven Auszug aus dem Buch <a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/wem-gehoert-deutschland-jens-berger.html\">&bdquo;Wem geh&ouml;rt Deutschland?&ldquo;<\/a>, in dem Asklepios-Besitzer Broermann portraitiert wird. Von <strong>Jens Berger<\/strong><br>\n<!--more--><br>\nDie Ungeheuerlichkeit des Hotelkaufs durch Asklepios l&auml;sst sich erst dann in G&auml;nze verstehen, wenn man folgende Meldungen in den Kontext setzt: Am 28. November war Asklepios-Besitzer Bernard gro&szlig;e Broermann zu Gast bei der <a href=\"http:\/\/www.zeit-konferenzen.de\/gesundheit\">&bdquo;ZEIT Konferenz&ldquo;<\/a> zum Thema &bdquo;Gesundheitsstandort Deutschland&ldquo;. Die dazugeh&ouml;rige <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/pm\/9377\/2893202\/bernard-gr-broermann-gewaltige-arbeitsverdichtung-in-deutschen-kliniken\">Pressemeldung<\/a> sagt folgendes:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Bei der ZEIT KONFERENZ Gesundheitsstandort Deutschland hat der Gr&uuml;nder und Gesellschafter der Asklepios Kliniken, Dr. Bernard gr. Broermann, auf die &ldquo;gewaltige Arbeitsverdichtung&rdquo; in den deutschen Kliniken hingewiesen. Auf einen Krankenhausmitarbeiter k&auml;men in Deutschland 20 Patienten, in der Schweiz seien es nur neun, so gr. Broermann bei der Veranstaltung der Wochenzeitung DIE ZEIT in Hamburg. Die Kostend&auml;mpfungspolitik hierzulande f&uuml;hre dazu, dass Deutschland viele &Auml;rzte an die Schweiz, aber auch Gro&szlig;britannien verliere. In diesen L&auml;ndern sei zudem die Verg&uuml;tung der Mitarbeiter deutlich besser. [&hellip;] Das Wissen, keine Steuergelder zu erhalten, &uuml;be einerseits einen gro&szlig;en Druck aus, andererseits mache Not erfinderisch.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Arme Kliniken, reicher Konzern<\/strong><\/p><p>Not mache erfinderisch? Erst einmal &ndash; von welcher &bdquo;Not&ldquo; spricht Broermann eigentlich? Die H&auml;user des Asklepios-Konzerns sind unter dem Strich hoch profitabel. Dabei gelingt Asklepios jedoch ein Kunstst&uuml;ck, das der Quadratur des Kreises gleicht &ndash; durch geschickte Buchungen und Bilanztricks schafft es der Konzern, dass die einzelnen H&auml;user allesamt ertragsschwach bis defizit&auml;r dastehen, w&auml;hrend die Holding als au&szlig;erordentlich ertragsstark gilt. Nicht die &bdquo;Kostend&auml;mpfungspolitik&ldquo;, sondern die Renditeinteressen von Broermann selbst, der Alleineigent&uuml;mer des Asklepios-Konzerns ist, sind ma&szlig;geblich verantwortlich f&uuml;r die mit Krokodiltr&auml;nen zynisch beweinte &bdquo;Arbeitsverdichtung&ldquo;. Oder leicht polemisch zugespitzt: Warum kann sich ein Konzern, dem es angeblich so schlecht geht, dass er seine Mitarbeiter bluten lassen &bdquo;muss&ldquo;, sich nebenbei ein Luxushotel leisten?<\/p><p><strong>Der Hotelsammler<\/strong><\/p><p>Dabei ist das Atlantic in Hamburg noch nicht einmal das einzige Luxushotel im Portfolio Broermanns. Auch das noble Kempinski Hotel Falkenstein und das Villa Rothschild Kempinski &ndash; beide in Broemanns Wohnort K&ouml;nigstein im Taunus &ndash; geh&ouml;rten dem Asklepios-Besitzer, w&auml;hrend das 5-Sterne-Hotel &bdquo;St. Wolfgang&ldquo; im bayerischen Bad Griesbach sogar direkt in den Asklepios-Konzern eingegliedert ist. Da wissen die Mitarbeiter von Asklepios wenigstens, wof&uuml;r sie die unz&auml;hligen &Uuml;berstunden leisten und wof&uuml;r sie sich physisch wie psychisch kaputtmachen lassen. Anstatt die Gewinne dazu zu nutzen, die Qualit&auml;t der Krankenh&auml;user zu steigern, indem er daf&uuml;r sorgt, dass zumindest im Ansatz gen&uuml;gend Personal vorhanden ist, kauft Bernard gr. Broermann sich lieber ein Luxushotel nach dem anderen. Das ist nicht nur eine schallende Ohrfeige f&uuml;r die Mitarbeiter, denen alles abverlangt wird, um die Kosten zu dr&uuml;cken, sondern auch f&uuml;r die Patienten der Asklepios-Krankenh&auml;user. Abenteuerlich liest sich in diesem Kontext die <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/hamburg-mitte\/article135255762\/Asklepios-aeussert-sich-zum-Wirbel-um-Kauf-des-Hotels-Atlantic.html\">Begr&uuml;ndung<\/a> f&uuml;r das Investment in das Hotel Atlantic:<\/p><blockquote><p>&ldquo;Im Atlantic soll demn&auml;chst auch das im Falkenstein Grand Kempinski im Taunus erfolgreiche Modell zur Gewinnung von Auslandspatienten umgesetzt werden. Vorbild ist M&uuml;nchen, wo sich viele Patienten und ihre Angeh&ouml;rigen vor allem aus dem arabischen Raum lange einquartieren.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Das liest sich gerade so, als ob es in Hamburg ansonsten keine Luxushotels g&auml;be und als ob die &bdquo;Angeh&ouml;rigen aus dem arabischen Raum&ldquo; nicht im Atlantic n&auml;chtigen d&uuml;rften, wenn das Hotel nicht Herrn Broermann geh&ouml;ren w&uuml;rde. Broermann und der Asklepios-Konzern beleidigen mit solchen &Auml;u&szlig;erungen den Intellekt ihrer Mitarbeiter. Dass das zum Springer-Konzern geh&ouml;rende Hamburger Abendblatt diese Erkl&auml;rung eben so wenig hinterfragt wie das zur SPIEGEL-Gruppe geh&ouml;rende <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/immobilien\/artikel\/asklepios-eigentuemer-kauft-hotel-atlantic-a-1007553.html\">Manager Magazin<\/a> ist symptomatisch f&uuml;r den Zustand der selbsternannten Qualit&auml;tsmedien. Wenigstens das Boulevardblatt Hamburger Morgenpost schafft es, einen halbwegs <a href=\"http:\/\/www.mopo.de\/nachrichten\/asklepios-kauft--atlantic--hotel-wut-ueber-profit-interesse-des-klinik-konzerns,5067140,29293818.html\">kritischen Artikel zum Thema<\/a> zu verfassen.<\/p><p>W&auml;hrend die gro&szlig;e Masse der Patienten in den Krankenh&auml;usern des Asklepios-Konzerns zum Teil lebensgef&auml;hrliche Risiken wegen der chronischen Personalknappheit hinnehmen muss, investiert der Konzern Millionenbeitr&auml;ge daf&uuml;r, dass die Angeh&ouml;rigen von reichen Patienten aus dem arabischen Raum in luxuri&ouml;sen Ambiente n&auml;chtigen k&ouml;nnen. Bedarf es eigentlich noch einem Beispiel, um zu verstehen, wohin die Privatisierung unseres Gesundheitssystems f&uuml;hrt?<\/p><p><strong>Millionensubventionen f&uuml;r Ausbeuter?<\/strong><\/p><p>F&uuml;r die Bundesregierung stellt sich das Problem erwartungsgem&auml;&szlig; ganz anders dar und in Berlin plant man bereits das n&auml;chste Millionengeschenk f&uuml;r die Broerm&auml;nner der Republik. Wie das &Auml;rzteblatt am letzten Wochenende <a href=\"http:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/165586\/Krankenhausreform-Einstieg-in-den-Strukturwandel\">meldete<\/a>, arbeitet die Bundesregierung mit Hochdruck an einer Krankenhausreform. Ein Eckpunkt dieser Reform soll dabei ein sogenanntes &bdquo;Pflegef&ouml;rderprogramm&ldquo; sein, bei dem 6.000 bis 7.000 Pflegekr&auml;fte in den n&auml;chsten drei Jahren mit 660 Millionen Euro aus Bundesmitteln finanziert werden sollen. Sie erinnern Sich? &bdquo;Not macht erfinderisch&ldquo; &ndash; erst sorgen Konzerne wie Asklepios f&uuml;r eine nicht mehr hinzunehmende Arbeitsverdichtung beim Pflegepersonal und dann besitzen sie auch noch die Dreistigkeit, einen Teil der Personalkosten an den Steuerzahler auszulagern. Auf dass die Renditen weiterhin sprudeln und sich Herr Broermann noch viele weitere 5-Sterne-Hotels kaufen kann.<\/p><p>Zum Hintergrund und zur Person Bernard gro&szlig;e Broermann hier ein exklusiver Auszug aus meinem Buch <a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/wem-gehoert-deutschland-jens-berger.html\">&bdquo;Wem geh&ouml;rt Deutschland&ldquo;<\/a>, dass nun auch als H&ouml;rbuch (12,06 Euro im Download und 17,95 Euro als Audio-CD-Sammlung) verf&uuml;gbar ist und &ndash; gestatten Sie mir den Wink mit dem Zaunpfahl &ndash; sich auch ganz hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignet.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Die Heiler<\/strong><\/p><p>Asklepios, so lautet der Name des griechischen Gottes der Heilkunst. Er wurde vom G&ouml;ttervater Zeus mit einem Blitz erschlagen, da dieser bef&uuml;rchtete, dass dank Asklepios&rsquo; Heilkunst kein Mensch mehr sterben m&uuml;sse. Asklepios ist aber auch der Name eines gro&szlig;en deutschen Klinikbetreibers, doch der macht weniger durch seine Heilkunst von sich reden. Das Gesch&auml;ftsmodell des Klinikbetreibers ist es vielmehr, &ouml;ffentliche Krankenh&auml;user zu Dumpingpreisen zu &uuml;bernehmen und durch Sparma&szlig;nahmen auf dem R&uuml;cken von Personal und Patienten rentabel zu machen. H&auml;tte es der Asklepios-Gr&uuml;nder Bernd gro&szlig;e Broermann (Verm&ouml;gen 2,4 Milliarden Euro) also mit der griechischen Mythologie ernst genommen, h&auml;tte er dem Konzern den Namen Hermes geben m&uuml;ssen, des Gottes der H&auml;ndler, der sich in einer Nebent&auml;tigkeit auch um die Diebe k&uuml;mmert.<\/p><p>Broermann ist wohl das, was die Amerikaner ein &raquo;Wunderkind&laquo; nennen. Nach dem Abitur studierte der Sohn einer Bauernfamilie aus dem Oldenburger M&uuml;nsterland zun&auml;chst Medizin und Chemie, da er &raquo;Medikamente entwickeln wollte, die die Ursachen und nicht nur die Symptome von Krankheiten bek&auml;mpfen&laquo;, wie er es Jahre sp&auml;ter in einem Interview formulierte. Doch schon nach dem Vordiplom beziehungsweise Physikum sattelte der junge Student auf Jura und Betriebswirtschaft um. Er machte sein Diplom in BWL und erwarb in Jura sogar einen Doktortitel &ndash; was dem Wunderkind noch nicht genug war: Er ging nach Paris machte dort den MBA an der Elite-Managementschule INSEAD und setzte ein Jahr sp&auml;ter einen weiteren MBAAbschluss an der US-Eliteuniversit&auml;t Harvard drauf. Da ihn die Universit&auml;ten offenbar nicht voll auslasten konnten, baute er neben seinem Studium ein Vertriebsnetzwerk f&uuml;r Finanzprodukte auf, das er bei seinem Umzug in die USA gewinnbringend verkaufte. Als frisch gebackener Doppel-MBA ging Broermann als Wirtschaftspr&uuml;fer zu Ernst &amp; Young. Bald bekam er, nun in der Beraterbranche selbstst&auml;ndig, von einem Mandanten den Auftrag, in den USA eine Klinikkette aufzubauen. Und da Broermann offenbar ein H&auml;ndchen daf&uuml;r hatte, Krankenh&auml;user auf Rendite zu trimmen, gab ihm die Bank of America eine hundertprozentige Fremdfinanzierung zum Aufbau einer eigenen Klinikkette in den USA. 1984 kehrte Broermann nach Deutschland zur&uuml;ck und gr&uuml;ndete den Asklepios-Konzern, der heute 150 Kliniken betreibt mit etwa 25 600 Betten und 45 000 Mitarbeitern. Und all dies geh&ouml;rt Bernard gro&szlig;e Broermann.<\/p><p> Wie hoch Broermanns heutiges Nettoverm&ouml;gen ist, l&auml;sst sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Greifbare Gesch&auml;ftszahlen des Asklepios-Konzerns verlieren sich in einem feingliedrigen Netz aus kleinen, nicht publizit&auml;tspflichtigen Gesellschaften.<\/p><p>Das Gesch&auml;ftsmodell von Asklepios ist denkbar einfach: Da viele Kommunen durch die Steuergesetzgebung des Bundes mittlerweile finanziell ausgeblutet sind, versuchen sie durch den Verkauf ihres Tafelsilbers ihr Budget ein wenig zu sanieren. Kommunale Krankenh&auml;user standen zumindest in der j&uuml;ngeren Vergangenheit ganz oben auf den kommunalen Verkaufslisten. Doch bevor es zu einer Privatisierung kommt, schl&auml;gt erst einmal die Stunde der Berater: Professionelle, international bekannte und t&auml;tige Beraterfirmen testieren den Kommunen, dass ihr Tafelsilber in Wirklichkeit eine tickende Kostenbombe ist, die schnellstm&ouml;glich verkauft werden sollte. Wie es der Zufall will, tauchen dann am Horizont bereits die wei&szlig;en Ritter in Gestalt von Asklepios, Helios oder Rh&ouml;n-Kliniken auf und helfen den Gemeinden aus der Patsche &ndash; meist zu einem Preis, der weit unter den Vorstellungen der Kommunen liegt.<\/p><p>Private Krankenh&auml;user sind zweifelsohne renditest&auml;rker als kommunale oder kirchliche H&auml;user. Aber woran liegt das? Pro Pflegedienst- Vollkraft zahlen die privaten Tr&auml;ger ganze 10 Prozent weniger, der Personalschl&uuml;ssel ist bei den Privaten geringer, und die Mitarbeiter profitieren nicht von der vorbildlichen, aber teuren betrieblichen Altersvorsorge kommunaler Tr&auml;ger. Daf&uuml;r haben die privaten Klinikbetreiber h&ouml;here Zinskosten, die sich nicht zuletzt aus dem teilweise horrenden Fremdkapitalanteil ergeben. Krankenhauskonzerne wachsen nicht aus der eigenen Substanz heraus, sondern auf Pump &ndash; und die Zinsen wollen bedient werden.<\/p><p>Was die kommunalen H&auml;user an ihre Mitarbeiter auszahlen, zahlen die Privaten den kreditgebenden Banken und den Aktion&auml;ren. Daher ist es auch nicht m&ouml;glich, im Einzelfall zu entscheiden, ob ein kommunales oder ein privates Krankenhaus betriebswirtschaftlich besser arbeitet, zumal die privaten Klinikketten die Kostenfaktoren weitestgehend nach eigenem Gutd&uuml;nken in ihrem Unternehmensnetzwerk verschieben k&ouml;nnen. So kommt es dann, dass die meisten H&auml;user f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit und die eigenen Mitarbeiter als defizit&auml;r dargestellt werden, die Gesamtbilanz aber stets erstaunlich positiv ausf&auml;llt. So r&uuml;hmt sich Asklepios in Investorenprospekten seiner &raquo;im Vergleich zur Gesamtwirtschaft &uuml;berdurchschnittlichen operativen Ertragskraft&laquo;, w&auml;hrend den Mitarbeitern das M&auml;rchen von den st&auml;ndigen Verlusten aufgetischt wird, mit denen weitere harte Sparma&szlig;nahmen begr&uuml;ndet werden. Anhand der verf&uuml;gbaren Gesch&auml;ftszahlen kann man jedoch davon ausgehen, dass die gro&szlig;en Klinikketten eine Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent und eine Umsatzrendite in gleicher H&ouml;he erwirtschaften.<\/p><p>Diese Rendite wird &ndash; da kann es keinen Zweifel geben &ndash; auf dem R&uuml;cken der Mitarbeiter und auf dem R&uuml;cken der Patienten erwirtschaftet. Seit dem Beginn der gro&szlig;en Privatisierungswelle im Jahre 1995 wurden alleine in der Krankenpflege rund 50 000 Vollzeitstellen abgebaut. Heute versorgt eine Pflegekraft rund 25 Prozent mehr F&auml;lle<br>\nals vor 15 Jahren. Alleine die jeden Monat geleisteten &Uuml;berstunden entsprechen 15 000 Vollzeitstellen. Gespart wird vor allem bei den Geh&auml;ltern im Pflegebereich: 20 Prozent aller vollzeitbesch&auml;ftigten Krankenpfleger beziehen ein Bruttoeinkommen von unter 1 500 Euro und weitere 20 Prozent zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Nur 13 Prozent beziehen mehr als 3.000 Euro brutto pro Monat. Sogar die Unternehmensberatung McKinsey, die ansonsten unverd&auml;chtig ist, Arbeitnehmerinteressen zu vertreten, brandmarkt diese offensichtliche Diskrepanz:<\/p><blockquote><p>&raquo;Wenngleich die Besch&auml;ftigten in deutschen Krankenh&auml;usern sehr viel leisten, verdienen sie keinesfalls mehr als ihre Kollegen im Ausland. Im Gegenteil: Die h&ouml;chste Produktivit&auml;t geht einher mit dem niedrigsten Gehaltsniveau.&laquo;<\/p><\/blockquote><p>Auch Bernard gro&szlig;e Broermann w&auml;re vermutlich nie so schnell zu seinem sagenhaften Verm&ouml;gen gekommen, wenn er seine Mitarbeiter anst&auml;ndig bezahlt h&auml;tte und ihnen gute Arbeitsbedingungen gew&auml;hrleisten w&uuml;rde. Den Vorwurf der Bereicherung auf Kosten seiner Mitarbeiter weist Broermann jedenfalls kategorisch von sich: Er habe noch nie auch nur einen einzigen Cent aus dem Unternehmen entnommen. Das ist schwer nachzupr&uuml;fen und eigentlich auch eher eine Nebelkerze, denn die Gesch&auml;ftsstrategie von Asklepios hei&szlig;t Wachstum. Und ob Asklepios nun Herrn Broermann eine Dividende auszahlt oder die Renditen in den Kauf neuer Kliniken investiert, die das Verm&ouml;gen der Broermanns weiter wachsen lassen, ist ziemlich irrelevant. Die gesellschaftliche Bilanz von Broermanns unternehmerischen T&auml;tigkeiten f&auml;llt indessen verheerend aus: Die Mitarbeiter der &uuml;bernommenen Kliniken sind die Verlierer, die nicht nur schlechter bezahlt werden, sondern auch unter dem Stress und der &Uuml;berbelastung physisch wie psychisch leiden. Die Patienten sind ebenfalls die Verlierer, da sie von Pflegekr&auml;ften und &Auml;rzten, die chronisch &uuml;berarbeitet sind, nicht bestm&ouml;glich versorgt werden k&ouml;nnen. Die Kommunen sind ebenfalls die Verlierer, da sie sich ihr Tafelsilber unter Wert haben abnehmen lassen. Die einzigen Gewinner dieses Spiels sind Bernd gro&szlig;e Broermann, der mittlerweile Milliard&auml;r ist und sich zwei Luxushotels im noblen Taunus angeschafft hat, und seine Geldgeber. Was h&auml;tte nur aus einem Mann wie Bernd gro&szlig;e Broermann werden k&ouml;nnen, wenn er sein Talent nicht an die BWL und die Vermehrung des eigenen Verm&ouml;gens verschwendet h&auml;tte?<br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/40715ecc7936495db13c088366dc3ebf\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin:0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/141212_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Manchmal glaubt man selbst als hartgesottener Kommentator des t&auml;glichen Geschehens nicht, was da &uuml;ber den Ticker hereinkommt. Die <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/Klinik-Konzern-kauft-Atlantic-Hotel,atlantic114.html\">Meldung<\/a>, dass der Klinikkonzern Asklepios das noble und traditionsreiche Hamburger Atlantic-Hotel &uuml;bernommen hat, geh&ouml;rt dazu. W&auml;hrend Asklepios-Besitzer Broermann &ouml;ffentlichkeitswirksam &uuml;ber die Finanznot der Krankenh&auml;user lamentiert und seine Mitarbeiter<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24265\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[141,149,148,143],"tags":[1258,288,394],"class_list":["post-24265","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-gesundheitspolitik","category-pflegeversicherung","category-privatisierung-oeffentlicher-leistungen","tag-asklepios","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-subventionen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24265"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24265\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24268,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24265\/revisions\/24268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}