{"id":24404,"date":"2014-12-23T10:12:16","date_gmt":"2014-12-23T09:12:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24404"},"modified":"2019-07-31T12:31:16","modified_gmt":"2019-07-31T10:31:16","slug":"die-neuen-wachstumszahlen-der-euro-krisenlaender-ein-grund-zum-feiern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24404","title":{"rendered":"Die neuen Wachstumszahlen der Euro-Krisenl\u00e4nder \u2013 ein Grund zum Feiern?"},"content":{"rendered":"<p>Die k&uuml;rzliche Bekanntgabe der Wachstumsraten des BIP im Euroraum und in der <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/cache\/ITY_PUBLIC\/2-05122014-AP\/DE\/2-05122014-AP-DE.PDF\">EU28 durch die europ&auml;ische Statistikbeh&ouml;rde Eurostat (5.12.2014)<\/a> best&auml;tigt weitgehend die Schnellsch&auml;tzung des Statistikamtes von Mitte November.[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24404#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Danach stieg das saisonbereinigte BIP im dritten Quartal 2014 gegen&uuml;ber dem Vorquartal im Euroraum um 0,2 Prozent und in der EU28 um 0,3 Prozent. In den deutschen Medien hatten die vorl&auml;ufigen Berechnungen drei Wochen zuvor &uuml;berwiegend positive Reaktionen ausgel&ouml;st: So kommentierte etwa &bdquo;Die Welt&ldquo;, dass die Wirtschaftsleistung im Euroraum &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.welt.de\/newsticker\/bloomberg\/article134334718\/Euroraum-Wachstum-uebertrifft-Erwartungen-dank-Frankreich-Dland.html\">unerwartet stark gewachsen<\/a>&ldquo; sei. Von <strong>G&uuml;nther Grunert<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24404#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>]<br>\n<!--more--><br>\nBesondere Anerkennung wurde diesmal den Krisenl&auml;ndern Portugal, Spanien und vor allem Griechenland zuteil, das mit einem Wachstum des BIP von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal den h&ouml;chsten Wert aller Eurol&auml;nder (zusammen mit Slowenien) erreichte. &bdquo;Griechenland k&auml;mpft sich aus der Rezession&ldquo;, <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/wirtschaftswachstum-griechenland-kaempft-sich-aus-der-rezession-1.2220996\">so bewertete die &bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo; das griechische Wachstum<\/a>, w&auml;hrend der Deutschlandfunk vom &bdquo;&Uuml;berraschungssieger&ldquo; Griechenland sprach und dazu <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/bip-in-der-eurozone-ueberraschungssieger-und.769.de.html?dram:article_id=303252\">Andreas Scheuerle von der Dekabank mit den Worten zitierte<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n<em>&bdquo;Es ist zun&auml;chst mal irgendwo ein Grund zu feiern, weil man sieht: Es ist nicht umsonst, was man getan hat. Das sehen &uuml;brigens auch andere L&auml;nder wie Spanien, Irland oder Portugal. Die L&auml;nder, die in Europa Reformen vorangebracht haben, die zeichnen sich jetzt durch hohe Wachstumsraten aus. Und das ist schon einmal eine ganz gute Botschaft.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Ob die neuen Wachstumszahlen f&uuml;r Griechenland und die anderen Euro-Krisenl&auml;nder wirklich eine so gute Botschaft sind, soll in Abschnitt 1 dieses Beitrages n&auml;her analysiert werden. In Abschnitt 2 wird der Frage nachgegangen, wie die langfristigen Aussichten der Krisenl&auml;nder nach mehreren Jahren Austerit&auml;tspolitik einzusch&auml;tzen sind. Abschnitt 3 beendet mit einem kurzen Fazit die Untersuchung.<\/p><ol>\n<li><strong>Zur wirtschaftlichen Entwicklung in den Euro-Krisenl&auml;ndern<\/strong>\n<p>Es mutet schon etwas seltsam an, wenn Andreas Scheuerle (Dekabank) die B&uuml;rger Griechenlands, eines Landes mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 25,9 Prozent und einer Jugendarbeitslosenquote von 49,3 Prozent (dies sind die neuesten verf&uuml;gbaren Daten f&uuml;r August 2014), zum Feiern auffordert. Erst recht d&uuml;rfte den Griechen die Feierlaune vergehen, wenn man die Besch&auml;ftigungssituation in l&auml;ngerfristiger Perspektive betrachtet.<\/p>\n<p>Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der Gesamtbesch&auml;ftigung in Griechenland vom ersten Quartal 2001 bis zum zweiten Quartal 2014 (durchgezogene blaue Linie). Im dritten Quartal 2008 erreichte Griechenland mit 4,64 Millionen Besch&auml;ftigten einen Spitzenwert, der mit der aufgezwungenen Austerit&auml;tspolitik auf den Tiefpunkt von nur noch 3,48 Millionen Besch&auml;ftigten im vierten Quartal 2013 fiel (<a href=\"http:\/\/www.statistics.gr\/portal\/page\/portal\/ESYE\/PAGE-leases_content\/%CE%A4%CE%A1%CE%99%CE%9C%CE%97%CE%9D%CE%99%CE%91%CE%99%CE%91_%CE%91%CE%A0%CE%9F%CE%A4%CE%95%CE%9B%CE%95%CE%A3%CE%9C%CE%91%CE%A4%CE%91_%CE%95%CE%95%CE%94_en.xls\">Daten nach El.Stat<\/a>); dies entspricht einem R&uuml;ckgang von 25 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die Arbeitslosenquote von 7,3 auf 27,8 Prozent.<\/p>\n<p><em>Abbildung 1: Besch&auml;ftigungsentwicklung in Griechenland<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/141223_abbildung1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><em>Quelle: Mitchell (2014a)<\/em><\/p>\n<p>Mitchell (2014a) unterstellt in Abbildung 1 in einem theoretischen Szenario, dass es Griechenland vom zweiten Quartal 2014 an (zu dem die neuesten Daten verf&uuml;gbar sind) gelingt, die gleiche durchschnittliche Wachstumsrate der Besch&auml;ftigung pro Quartal  zu erzielen wie in der Vorkrisenperiode vom ersten Quartal 2001 bis zum dritten Quartal 2008, dem Quartal mit dem Spitzenwert. Selbst unter dieser sehr optimistischen Annahme w&uuml;rde es &ndash; wie in Abbildung 1 an der gestrichelten blauen Linie zu erkennen &ndash; bis zum zweiten Quartal 2034 dauern (d.h. 20 Jahre von jetzt an gerechnet), bis die Gesamtbesch&auml;ftigung wieder das Niveau vom dritten Quartal 2008 erreicht h&auml;tte.<\/p>\n<p>Wie schlecht die Wirtschaftsentwicklung nicht nur in Griechenland, sondern auch in Spanien und Portugal (also den drei am st&auml;rksten von der Eurokrise betroffenen L&auml;ndern in S&uuml;deuropa, auf die wir uns in diesem Beitrag beschr&auml;nken) immer noch aussieht, l&auml;sst sich an den einigerma&szlig;en verl&auml;sslichen Zahlen f&uuml;r die Industrieproduktion ablesen. So zeigt Abbildung 2, dass der Abw&auml;rtstrend der Industrie in Griechenland noch nicht gestoppt ist. Offenbar ist es prim&auml;r die gestiegene Tourismusnachfrage (der Tourismusboom bescherte dem Land 17 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr), die zu den positiven BIP-Zahlen gef&uuml;hrt hat. Es ist aber sehr zweifelhaft, ob die gesteigerten Tourismusaktivit&auml;ten einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Besch&auml;ftigungssituation in Griechenland leisten k&ouml;nnen (Papadimitriou et al. 2014).<\/p>\n<p><em>Abbildung 2:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/141223_abbildung2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/141223_abbildung2_small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: Flassbeck\/Spiecker 2014<\/em><\/p>\n<p>Spaniens Industrie stagniert seit zwei Jahren mehr oder minder auf einem Niveau, das immer noch beinahe 10 Prozentpunkte unter dem liegt, das sich mit dem Kriseneinbruch 2009 herausgebildet hatte. Auch die Industrie in Portugal kommt nicht recht von der Stelle und befindet sich weiterhin unter dem Level von 2010.<\/p>\n<p>Zieht man als einen weiteren Indikator den (realen) Einzelhandelsumsatz heran (Abbildung 3), der zu einem wesentlichen Teil den privaten Verbrauch &ndash; als wichtigsten Stabilisator der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage &ndash; widerspiegelt, so ergibt sich ebenfalls ein d&uuml;steres Bild.<\/p>\n<p><em>Abbildung 3:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/141223_abbildung3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/141223_abbildung3_small.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: Flassbeck\/Spiecker 2014<\/em><\/p>\n<p>Der Einzelhandel Griechenlands liegt preisbereinigt rund 50 Prozentpunkte unter dem H&ouml;chststand des Jahres 2008, derjenige Spaniens etwa 30 Prozentpunkte unterhalb des Spitzenwertes von 2007. Auch Portugals Einzelhandelsumsatz, der bereits vor der Krise 2008\/2009 jahrelang stagniert hatte, ist gesunken, wobei der R&uuml;ckgang um etwa 15 Prozentpunkte gegen&uuml;ber 2010 im Vergleich mit den beiden anderen S&uuml;dl&auml;ndern schon fast als moderat zu bezeichnen ist.<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Situation in den Euro-Krisenl&auml;ndern bleibt also trostlos. Der &ouml;konomische Mainstream r&auml;umt zwar ein, dass der Austerit&auml;tskurs mit H&auml;rten verbunden sei, h&auml;lt diese jedoch f&uuml;r notwendig, um eine durchgreifende (strukturelle) Verbesserung der wirtschaftlichen Verfassung der Krisenl&auml;nder zu erreichen. Vor allem f&uuml;hrt er die schlechte Lage auf Fehler in der Vergangenheit (von vor der Finanzkrise; insbesondere auf schuldenfinanziertes Wachstum bei &bdquo;zu niedrigen&ldquo; Zinsen) zur&uuml;ck, f&uuml;r die man jetzt &bdquo;b&uuml;&szlig;en&ldquo; m&uuml;sse. Dabei untersch&auml;tzt er ma&szlig;los die negativen Langzeitfolgen der Austerit&auml;tspolitik, wie im folgenden Abschnitt gezeigt werden soll.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die langfristigen Folgen der Austerit&auml;tspolitik<\/strong>\n<p>Schaut man sich die Berichterstattung der Medien zur wirtschaftlichen Entwicklung in den Euro-Krisenl&auml;ndern an, so verwundert schon, wie bereits die kleinsten Steigerungen des BIP in einem Quartal bejubelt werden; ganz so, als sei nun alles wieder gut und der Erfolg der Austerit&auml;tspolitik endg&uuml;ltig bewiesen. Dies ist mehr als naiv: Da Schrumpfungsprozesse nicht ewig dauern, fangen auch &ouml;konomisch zugrunde gerichtete L&auml;nder irgendwann wieder zu wachsen an. Das geschieht dann von einer sehr niedrigen Basis aus und nicht wegen, sondern trotz der Austerit&auml;tspolitik. Kein seri&ouml;ser Austerit&auml;tskritiker hat jemals behauptet, dass sich der &ouml;konomische Abw&auml;rtstrend f&uuml;r alle Zeiten fortsetzen w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Was die Bef&uuml;rworter des Austerit&auml;tskurses zumeist &uuml;bersehen, ist, dass die Kosten dieser Politik weit mehr umfassen als einen vor&uuml;bergehenden Anstieg der Arbeitslosigkeit und tempor&auml;re Einkommenseinbu&szlig;en. Sicherlich sind die kurzfristigen Kosten einer Rezession erheblich und erfordern schnelle Eingriffe des Staates, um ein hohes Besch&auml;ftigungsniveau wiederherzustellen, aber es gibt weitere Gr&uuml;nde, warum der Staat sofort reagieren und dabei versuchen sollte, die entstandene Output-L&uuml;cke (die Abweichung des BIP von einem bei Vollauslastung aller Produktionskapazit&auml;ten m&ouml;glichen Output, der auch als Produktionspotenzial bezeichnet wird) so schnell wie m&ouml;glich zu schlie&szlig;en. Je l&auml;nger n&auml;mlich ein Konjunkturr&uuml;ckgang andauert, desto gr&ouml;&szlig;er ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein langfristiger Schaden f&uuml;r die Volkswirtschaft entsteht (vgl. zu Folgendem auch Mitchell 2014b).<\/p>\n<p>In der Literatur des Mainstream dominiert immer noch die Auffassung &ndash; so z.B. bei der Messung der Kosten einer Disinflation[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] unter Verwendung des sog. &bdquo;sacrifice ratio&ldquo; (dazu ausf&uuml;hrlicher Ball 1993, Neely\/Waller 1997, Zhang 2005, Mitchell 2013) &ndash; , dass die Angebotsseite der Volkswirtschaft unabh&auml;ngig von der Nachfrageseite ist. Danach folgt die Angebotsseite einem langfristigen Pfad, der unabh&auml;ngig davon ist, wo sich die Wirtschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt hinsichtlich der tats&auml;chlichen Nachfrage und Produktionsaktivit&auml;t gerade befindet. Anders ausgedr&uuml;ckt: Der Entwicklungspfad, dem die Wirtschaft folgt, h&auml;ngt in dieser Sicht letztendlich ab vom Wachstum des Kapitalstocks und der Bev&ouml;lkerung; die Ausgabenseite der Volkswirtschaft passe sich &uuml;blicherweise &uuml;ber Preisflexibilit&auml;t an. Fielen beispielsweise zu irgendeinem Zeitpunkt die Ausgaben unter das Niveau, das erforderlich sei, um die Produktionskapazit&auml;ten voll auszulasten, so sei dies im Grunde unproblematisch. Es komme zwar zu vor&uuml;bergehenden Abweichungen vom potenziellen Wachstumspfad, aber schon bald f&uuml;hrten Marktanpassungen (in Form von Preis- und Einkommens&auml;nderungen) dazu, dass das ad&auml;quate Ausgabenniveau wiederhergestellt werde (indem z. B. die Preise s&auml;nken, die Konsumenten daraufhin mehr ausg&auml;ben, was dann wiederum die privaten Investitionsausgaben anrege etc.). In jedem Fall halte die angebotsseitige Dynamik an und sie bestimme den Wachstumspfad der Volkswirtschaft.<\/p>\n<p>Diese Vorstellung trifft in der Realit&auml;t nicht zu. Tats&auml;chlich ist die langfristige Position einer Volkswirtschaft niemals unabh&auml;ngig von der Situation der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage in der kurzen Frist. Es gibt es keinen unver&auml;nderlichen langfristigen Zustand, der allein angebotsbestimmt ist. Die Geschichte ist immer eine Reihe miteinander verkn&uuml;pfter und voneinander abh&auml;ngiger kurzer Fristen.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Wenn der Staat in der Gegenwart das Produktionswachstum f&ouml;rdert, verringert er damit nicht nur unmittelbar die Arbeitslosigkeit und eintretende Einkommensverluste, sondern verbessert auch &ndash; vor allem durch die Anregung von Investitionen &ndash; die l&auml;ngerfristigen Wachstumsm&ouml;glichkeiten. Je l&auml;nger andererseits eine Rezession und die damit verbundene Output-L&uuml;cke fortdauert, desto st&auml;rker sind die negativen &ouml;konomischen Effekte, bis an einem bestimmten Punkt das Produktionspotenzial (das aggregierte Ma&szlig; f&uuml;r die Angebotsseite einer Volkswirtschaft) als Folge r&uuml;ckl&auml;ufiger Investitionen in Richtung der schwachen Nachfrageseite der Volkswirtschaft zu sinken beginnt und sich die Output-L&uuml;cke auf einem deutlich niedrigeren Niveau der wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten schlie&szlig;t.<\/p>\n<p>Mitchell (2014b) zeigt anhand eines einfachen Schaubilds, wie die Nachfrage- und die Angebotsseite einer Volkswirtschaft im Gefolge einer l&auml;nger anhaltenden Rezession interagieren. Anders als im makro&ouml;konomischen Ansatz des Mainstream, in dem die lange Frist angebotsbestimmt und unabh&auml;ngig von den Nachfragebedingungen zu einem bestimmten Zeitpunkt ist, reagiert in der Abbildung die Angebotsseite der Volkswirtschaft auf die speziellen Nachfragebedingungen. Der potenzielle Outputpfad (das potenzielle reale BIP) ist durch die durchgezogene gr&uuml;ne Linie gekennzeichnet (der gestrichelte gr&uuml;ne Abschnitt kommt sp&auml;ter ins Spiel). Dies ist die H&ouml;he des realen Outputs oder BIP, die sich ergibt, wenn alle verf&uuml;gbaren Kapazit&auml;ten (Kapitalstock und Arbeitskr&auml;fte) voll genutzt werden, d.h. eine Vollauslastung aller Produktionsfaktoren erreicht wird.<\/p>\n<p><em>Abbildung 4: Die Interaktion der Angebots- und Nachfrageseite einer Volkswirtschaft<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/141223_abbildung4.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n<p><em>Quelle: Mitchell 2014b<\/em><\/p>\n<p>Beim potenziellen realen BIP wird aus Vereinfachungsgr&uuml;nden ein konstantes Wachstum der Produktionskapazit&auml;t angenommen, das von einem gleichm&auml;&szlig;igen, st&ouml;rungsfreien Investitionspfad getrieben wird &ndash; bis hin zu dem Punkt, wo es langsam abflacht.<\/p>\n<p>In der grafischen Darstellung wird davon ausgegangen, dass die Volkswirtschaft am H&ouml;chststand (Peak) mit Vollauslastung arbeitet, d.h. dass an diesem Punkt keine Output-L&uuml;cke existiert. Angenommen wird ferner, dass in der Folgezeit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage einbricht und damit eine Output-L&uuml;cke entsteht: Im Schaubild weicht das reale BIP (gekennzeichnet durch die blaue Linie) vom potenziellen realen BIP (durchgezogene gr&uuml;ne Linie) ab. Die Fl&auml;che A misst die reale Output-L&uuml;cke f&uuml;r eine (unbestimmte) Reihe von Quartalen unmittelbar nach dem Tiefpunkt. F&auml;ngt die Wirtschaft schlie&szlig;lich wieder an zu wachsen, da sich die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach der Talsohle langsam erholt (z.B. aufgrund eines fiskalischen Impulses oder einer Erh&ouml;hung der Nettoexporte), beginnt sich die reale Output-L&uuml;cke zu schlie&szlig;en.<\/p>\n<p>Jedoch hat die anhaltende Output-L&uuml;cke dazu gef&uuml;hrt, dass die Unternehmen bei geschrumpften Ums&auml;tzen pessimistisch hinsichtlich der zuk&uuml;nftigen Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage geworden sind und deshalb angefangen haben, ihre Investitionspl&auml;ne nach unten zu revidieren. An einem bestimmten Punkt gehen die Investitionen folglich zur&uuml;ck und zu beobachten ist, dass zum einen die Erholung des realen Outputs sich wegen der eingeschr&auml;nkten privaten Nachfrage nicht beschleunigt[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] und zum anderen die Angebotsseite der Volkswirtschaft (das Produktionspotenzial) auf die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage im Zeitverlauf zu reagieren beginnt.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p>\n<p>Der Pessimismus, der sich bei den Unternehmen ausbreitet, l&auml;sst den potenziellen realen Output der Volkswirtschaft sinken (im Schaubild zu erkennen an dem Auseinandergehen der durchgezogenen gr&uuml;nen und der gestrichelten gr&uuml;nen Linie). Die Fl&auml;che B zeigt eine abnehmende Output-L&uuml;cke an, die sich aus diesen nachfrage- und angebotsseitigen Effekten ergibt. An einem bestimmten Punkt erreicht der tats&auml;chliche reale Output den potenziellen realen Output. Damit schlie&szlig;t sich zwar die Output-L&uuml;cke wieder, aber die Wachstumsrate insgesamt ist deutlich niedriger, als es der Fall gewesen w&auml;re, wenn die Volkswirtschaft ihren anf&auml;nglichen Pfad des potenziellen realen Outputs fortgesetzt h&auml;tte.<\/p>\n<p>Die Schlussfolgerung lautet demnach: Eine langanhaltende Rezession verursacht nicht nur in der Zeit, in der eine Output-L&uuml;cke besteht, erhebliche Verluste beim Volkseinkommen. Sie f&uuml;hrt auch dazu, dass in der Folgezeit das m&ouml;gliche Wachstum des Volkseinkommens deutlich niedriger und das betroffene Land folglich &ndash; in materieller Hinsicht &ndash; &auml;rmer ist. Das im Diagramm veranschaulichte Faktum, dass die Angebotsseite der Volkswirtschaft (das Produktionspotenzial) durch die Entwicklung des Nachfragepfades beeinflusst wird, hei&szlig;t im Ergebnis, dass die Kosten der schweren Rezession resp. der fiskalischen Austerit&auml;t in den Euro-Krisenl&auml;ndern weit h&ouml;her sind als vom Mainstream angenommen. Dies betrifft selbstverst&auml;ndlich nicht nur den Kapitalstock, sondern auch die Arbeitskr&auml;fte, deren Qualifikationen negativ betroffen werden.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Der Verlust an Qualifikationen und der Mangel an Investitionen in neue Kapazit&auml;ten bedeuten, dass das zuk&uuml;nftige Produktivit&auml;tswachstum geringer ist, als es bei Aufrechterhaltung eines h&ouml;heren Aktivit&auml;tsniveaus der Volkswirtschaft der Fall gewesen w&auml;re.<\/p><\/li>\n<li><strong>Fazit<\/strong>\n<p>Was die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage im Euroraum betrifft, hat Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble im September 2013 in der <a href=\"http:\/\/www.ft.com\/intl\/cms\/s\/0\/e88c842a-1c67-11e3-a8a3-00144feab7de.html#axzz3LD7dwe1E\">&bdquo;Financial Times&ldquo;<\/a> die Richtung vorgegeben, indem er aus den vorl&auml;ufigen Berechnungen der BIP-Wachstumraten f&uuml;r nur ein einziges Quartal das Ende der Eurokrise ableitete: &bdquo;Die fiskalische und strukturelle Reparaturarbeit zahlt sich aus und legt den Grundstein f&uuml;r ein nachhaltiges Wachstum. [&hellip;] Im zweiten Quartal ging die Rezession in der Eurozone zu Ende&ldquo; (&Uuml;bersetzung G.G.).<\/p>\n<p>Leider kann von einer durchgreifenden Wende zum Positiven im Euroraum und speziell in den Euro-Krisenl&auml;ndern immer noch keine Rede sein, aber das ist hier eher nebens&auml;chlich. Weit bemerkenswerter ist am Beitrag Sch&auml;ubles das Prinzip, schon kleinste Anzeichen einer Besserung als endg&uuml;ltigen Beweis f&uuml;r die Richtigkeit der Austerit&auml;tspolitik zu interpretieren &ndash; und zwar ohne Ber&uuml;cksichtigung des niedrigen Levels, von dem aus die Aufw&auml;rtsentwicklungen beginnen und ohne Beachtung ihres Schneckentempos. Dieses Vorgehen ist &ndash; wie bereits erw&auml;hnt &ndash; inzwischen sehr verbreitet und d&uuml;rfte zuk&uuml;nftig noch an Bedeutung gewinnen (in den Medien, aber auch in Politik und Wissenschaft).<\/p>\n<p>In Wirklichkeit w&auml;re es selbst dann unsinnig, von einem Erfolg des Austerit&auml;tskurses zu sprechen, wenn es tats&auml;chlich in n&auml;chster Zeit zu einer fundamentalen Wende in der &ouml;konomischen Entwicklung des Euroraums k&auml;me. Denn der wirtschaftliche Schaden, der nach &uuml;ber vier Jahren Austerit&auml;tspolitik vor allem in den Krisenl&auml;ndern angerichtet wurde, ist weit gr&ouml;&szlig;er, als vom Mainstream angenommen, und seine Folgen werden noch Jahrzehnte sp&uuml;rbar sein. Zum Feiern besteht wahrlich kein Anlass.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Literatur:<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>Ball, L.<\/strong> (1993): <a href=\"http:\/\/www.nber.org\/papers\/w4306.pdf\">What Determines the Sacrifice Ratio, in: NBER Working Paper No. 4306 [PDF &ndash; 1.2 MB]<\/a>, National Bureau of Economic Research, Cambridge, letzter Zugriff: 5.12.2014<\/li>\n<li><strong>Flassbeck, H.\/Spiecker, F.<\/strong> (2014): <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/abo-preview-konjunktur-in-europa-kein-ende-der-rezession-kein-ende-der-falschen-wirtschaftspolitik\/\">Konjunktur in Europa: Kein Ende der Rezession, kein Ende der falschen Wirtschaftspolitik<\/a>, letzter Zugriff: 16.12.2014<\/li>\n<li><strong>Minsky, H. P.<\/strong> (1985): <a href=\"http:\/\/digitalcommons.bard.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1412&amp;context=hm_archive\">America Is Eating Its Seed Corn, in: Hyman P. Minsky Archive, Paper 413<\/a>, letzter Zugriff: 5.12.2014<\/li>\n<li><strong>Mitchell, B.<\/strong> (2013): <a href=\"http:\/\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/?p=23875\">Buffer stocks and price stability &ndash; Part 2<\/a>, letzter Zugriff: 5.12.2014<\/li>\n<li><strong>Mitchell, B.<\/strong> (2014a): <a href=\"http:\/\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/?p=29517\">Greece &ndash; return to growth demonstrates the role of substantial fiscal deficits<\/a>, letzter Zugriff: 5.12.2014<\/li>\n<li><strong>Mitchell, B.<\/strong> (2014b): <a href=\"http:\/\/bilbo.economicoutlook.net\/blog\/?p=29180\">The myopia of neo-liberalism and the IMF is now evident to all<\/a>, letzter Zugriff: 5.12.2014<\/li>\n<li><strong>Neely, C. J.\/Waller, C. J.<\/strong> (1997): A Benefit-Cost Analysis of Disinflation, in: Contemporary Economic Policy, Vol. 15, Issue 1, S. 50-64<\/li>\n<li><strong>Papadimitriou, D. B.\/Nikiforos, M.\/Zezza, G.<\/strong> (2014): <a href=\"http:\/\/www.levyinstitute.org\/pubs\/sa_gr_8_14.pdf\">Will Tourism Save Greece?, in: Levy Economics Institute of Bard College [PDF &ndash; 2.1 MB]<\/a>, Strategic Analysis, August, letzter Zugriff: 5.12.2014<\/li>\n<li><strong>Zhang, L. H.<\/strong> (2005): Sacrifice Ratios with Long-Lived Effects, in: International Finance, Vol. 8, Issue 2, S. 231-262<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] <strong>Grunert, G&uuml;nther<\/strong>, Dr., geb. 1955, ist an den Berufsbildenden Schulen der Stadt Osnabr&uuml;ck am Pottgraben vor allem im Bereich Berufs- und Fachoberschule Wirtschaft t&auml;tig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Makro&ouml;konomie, internationale Wirtschaftsbeziehungen, Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] F&uuml;r wertvolle Hinweise zu diesem Beitrag m&ouml;chte ich mich sehr herzlich bei Friederike Spiecker bedanken.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Unter einer &bdquo;Disinflation&ldquo; ist die Abnahme der Inflationsrate zu verstehen. Sie darf nicht mit einer &bdquo;Deflation&ldquo;, also einem R&uuml;ckgang des allgemeinen Preisniveaus, verwechselt werden.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Die Konsumenten reduzieren, weil sie eine weiter steigende Arbeitslosigkeit bef&uuml;rchten, mit Beginn einer Rezession ihre Konsumausgaben und die Unternehmen reagieren auf die verschlechterten Absatzbedingungen mit einer Einschr&auml;nkung ihrer Investitionsvorhaben. Dieser Pessimismus weicht nur langsam einer positiveren Einsch&auml;tzung der wirtschaftlichen Lage. Hier ist die Doppelrolle der Investitionen zu beachten: Investitionen tragen zur Nachfrage (den Ausgaben) in der gegenw&auml;rtigen Zeitperiode bei und erh&ouml;hen die Produktionskapazit&auml;t in zuk&uuml;nftigen Zeitperioden. Sie beeinflussen mithin die gesamtwirtschaftliche Nachfrage (heute) und das gesamtwirtschaftliche Angebot (morgen).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Die K&uuml;rzungen bei den Investitionen verlangsamen das Wachstum der Produktionskapazit&auml;t. H&auml;lt eine Rezession sehr lange an, stagniert der Kapitalstock eines Landes oder schrumpft im Extremfall (wie z. B. gegenw&auml;rtig in Griechenland) sogar.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Ausbildungs- und Qualifikationsm&ouml;glichkeiten werden in Einstiegsstellen geboten und somit sinkt das (durchschnittliche) Qualifikationsniveau der Erwerbspersonen, wenn die Zahl der offenen Stellen abnimmt. Berufseinsteigern, die keinen Job finden, bleiben erforderliche Qualifikationen verwehrt und entlassene Arbeitskr&auml;fte erleiden mit der Zeit Qualifikationsverluste. Beide Gruppen brauchen Arbeitspl&auml;tze, um notwendige Qualifikationen zu erwerben oder zu erhalten und zu &bdquo;aktualisieren&ldquo;. Bedenkt man, dass die &bdquo;Qualit&auml;t&ldquo; des zuk&uuml;nftigen Besch&auml;ftigtenbestandes ganz entscheidend den sp&auml;teren Wohlstand eines Landes bestimmt, m&uuml;sste es oberste Priorit&auml;t haben, alle Jugendlichen in Europa bestm&ouml;glich auszubilden, ihnen Besch&auml;ftigung zu geben und so das zuk&uuml;nftige Produktivit&auml;tsniveau zu erh&ouml;hen: &bdquo;A rich society which does not invest in human resources &ndash; especially in its youth &ndash; is not reproducing that which enables it to be rich&ldquo; (Minsky 1985). Stattdessen akzeptiert die Politik mit stoischer Gleichg&uuml;ltigkeit (von Sonntagsreden und einigen vollkommen unzureichenden Ma&szlig;nahmen einmal abgesehen) Jugendarbeitslosenquoten (Oktober 2014) von 33,3 Prozent (Portugal), 49,3 Prozent (Griechenland, August 2014) und gar 53,8 Prozent (Spanien).<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die k&uuml;rzliche Bekanntgabe der Wachstumsraten des BIP im Euroraum und in der <a href=\"http:\/\/epp.eurostat.ec.europa.eu\/cache\/ITY_PUBLIC\/2-05122014-AP\/DE\/2-05122014-AP-DE.PDF\">EU28 durch die europ&auml;ische Statistikbeh&ouml;rde Eurostat (5.12.2014)<\/a> best&auml;tigt weitgehend die Schnellsch&auml;tzung des Statistikamtes von Mitte November.[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24404#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] Danach stieg das saisonbereinigte BIP im dritten Quartal 2014 gegen&uuml;ber dem Vorquartal im Euroraum um 0,2 Prozent und in der EU28 um 0,3 Prozent.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24404\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[147,13,156,30],"tags":[423,290,1555,1267,564,402],"class_list":["post-24404","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitslosgigkeit","category-denkfehler-wirtschaftsdebatte","category-schulden-sparen","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-austeritaetspolitik","tag-binnennachfrage","tag-griechenland","tag-portugal","tag-spanien","tag-wachstum"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24404"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24404\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53861,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24404\/revisions\/53861"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}