{"id":2441,"date":"2007-06-27T08:39:25","date_gmt":"2007-06-27T06:39:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2441"},"modified":"2007-06-27T08:39:25","modified_gmt":"2007-06-27T06:39:25","slug":"hinweise-des-tages-422","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2441","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Beck schl&auml;gt &ldquo;Deutschlandfonds&rdquo; vor<\/strong><br>\nDer SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat ein umfassendes Konzept f&uuml;r die Beteiligung der Arbeitnehmer am Kapital der Wirtschaft vorgelegt. &ldquo;Ich schlage einen Deutschlandfonds f&uuml;r Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor, in den die Arbeitnehmer einzahlen und der sich dann an ihren Unternehmen beteiligt.&rdquo; Durch die indirekte Beteiligung &uuml;ber den Fonds sollten &ldquo;die Arbeitnehmer vor dem Risiko von Pleiten gesch&uuml;tzt&rdquo; werden. In dem SPD-Papier wird die Kapitalbeteiligung als Dreiecksgesch&auml;ft beschrieben: Die Mitarbeiter der beteiligten Firmen kaufen Fondsanteile, der Fonds stellt den Betrieben die jeweiligen Einlagen als Kapital zur Verf&uuml;gung und &uuml;ber den Fonds flie&szlig;en Gewinnanteile, Zinsen und Tilgungen an die Arbeitnehmer zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/:Arbeitnehmerbeteiligung-Beck-Deutschlandfonds\/591809.html\">stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Es ist alleine schon interessant, wie heutzutage neue Konzepte vorgeschlagen werden: In Interviews mit einem Magazin. Auf den Seiten der SPD ist dar&uuml;ber kein Wort zu lesen.<br>\nIch kenne also den Beckschen Vorschlag nur aus der Presse. Wenn ich das richtig sehe &auml;hnelt das Konzept doch sehr dem fr&uuml;heren Modell der Verm&ouml;gensbildung in Arbeitnehmerhand, nur dass das Geld nicht mehr in einem festen Guthaben, sondern &ndash; weil es eben modern ist &ndash;  in einem &bdquo;professionell gemanagten&ldquo; Investmentfonds angelegt werden soll.<br>\nIm Unterschied zu den sp&auml;rlich vorhanden direkten Firmenbeteiligungen soll damit das Risiko gestreut werden. Diese Geldanlage in einem Fonds soll dadurch attraktiver werden, dass sie wie bei der Privatisierung der Rente mal wieder staatlich subventioniert wird. (Ist das der neue &bdquo;vorsorgende Sozialstaat&ldquo;?)<br>\nDa ich den Vorschlag im Einzelnen nicht kenne, will ich nicht vorschnell urteilen.<br>\nAber es stellt sich doch die Frage, ob angesichts der Stagnation der Reall&ouml;hne seit mehr als einem Jahrzehnt, ob angesichts eines zunehmenden Lohndumpings (siehe z.B. Telekom), ob angesichts einer Situation, wo die Arbeitnehmer zunehmend in Hungerl&ouml;hne gedr&auml;ngt werden, eine Geldanlagem&ouml;glichkeit f&uuml;r Arbeitnehmer in einem Kapitalfonds die passende Antwort sein kann.<br>\nAls ob es in Deutschland gegenw&auml;rtig das wichtigste Problem w&auml;re, zus&auml;tzliches Kapital anzusammeln und nicht viel eher zus&auml;tzliche Nachfrage &uuml;ber h&ouml;here L&ouml;hne zu stimulieren.<br>\nSoll also k&uuml;nftig das &bdquo;Arbeitnehmerkapital&ldquo; mit am Tisch sitzen, wenn es um die Senkung der betrieblichen Kostenstruktur &ndash; und das hei&szlig;t in der Regel um Entlassungen geht &ndash; damit, das was am Kostenfaktor Arbeit im Betrieb eingespart wird, &uuml;ber Fondsgewinne und Zinsen wieder hereinkommt? Nach dem Motto: Massenentlassungen werden angek&uuml;ndigt und die entlassenen Arbeitnehmer als Anteilseigner am &bdquo;Deutschlandfonds&ldquo; jubeln.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>IMK: Arbeitsmarktreformen zeigen im Aufschwung bisher kaum Wirkung<\/strong><br>\nDie Ergebnisse eines Zyklenvergleiches zeigen eine allenfalls begrenzte und teilweise &uuml;berraschende Wirkung der Reformen. Zwar ist die Besch&auml;ftigung (in Stunden) seit j&uuml;ngstem sichtbar kr&auml;ftiger gestiegen als im vorigen Aufschwung, jedoch hat die Zahl der Besch&auml;ftigten wegen der Flexibilisierung und Verl&auml;ngerung der Arbeitszeiten<br>\nweitaus weniger stark zugenommen als fr&uuml;her. Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich allerdings etwas st&auml;rker gefallen; dies l&auml;sst sich teilweise durch ein verringertes Arbeitsangebot erkl&auml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_20_2007.pdf\">IMK Report 20\/2007 [PDF &ndash; 276 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Steuerlast bleibt am Konsumenten h&auml;ngen<\/strong><br>\nDie Verbraucher m&uuml;ssen mit h&ouml;herer Umsatzsteuer f&uuml;r niedrigere Unternehmenssteuern &ldquo;b&uuml;&szlig;en&rdquo;. Zu diesem Schluss kommt der neue weltweite Vergleich des Wirtschaftspr&uuml;fers KPMG f&uuml;r die EU und &Ouml;sterreich. W&auml;hrend die Unternehmenssteuern sinken, ist die Umsatzsteuer wenn nicht gestiegen, so zumindest gleich geblieben. Die Konsumenten stopfen quasi die dadurch entstandenen L&ouml;cher. Die EU hat mittlerweile die geringste Steuerlast f&uuml;r Unternehmen weltweit &ndash; und die Tendenz geht weiter in diese Richtung.<br>\nDie durchschnittlichen Steuers&auml;tze f&uuml;r Unternehmen sanken laut KPMG-Erhebung in den EU-Mitgliedsstaaten von 1993 bis heute von 38 Prozent auf 24,2 Prozent. Verglichen mit 27,8 Prozent im OECD-Durchschnitt, 28 Prozent in Lateinamerika, 30,1 Prozent im asiatischen Raum, 40 Prozent in den USA und knapp 41 Prozent in Japan hat die EU damit die niedrigste Unternehmenssteuerbelastung aller Industriestaaten.<br>\nIm EU-Durchschnitt liegt der Umsatzsteuersatz &ndash; nach der Anhebung in Deutschland von 16 auf 19 Prozent mit Jahreswechsel &ndash; jetzt bei 19,5 Prozent im Vergleich zu 17,7 Prozent im OECD-Mittel, 14,2 Prozent in Lateinamerika und nur 10,8 Prozent im asiatisch-pazifischen Raum. In den USA liegen die &ldquo;Sales Taxes&rdquo; je nach Bundesstaat zwischen null und zehn Prozent, in Japan bei f&uuml;nf Prozent.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.orf.at\/070626-13786\/index.html\">ORF<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.kpmg.at\/de\/topics\/4456_DEU_HTML.php\">KPMG<\/a><\/li>\n<li><strong>Breiter Mix aus Finanzierungs-Komponenten kann Pflegeversicherung langfristig sichern &ndash; Eine Expertise der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/strong><br>\nVorhandene Reformvorschl&auml;ge k&ouml;nnen in zwei Kategorien eingeteilt werden: solche, die auf einen Systemwechsel abstellen und solche, die das vorhandene System erhalten und ausbauen wollen. Auf einen Systemwechsel zielt insbesondere\n<ul>\n<li>die Zusammenlegung von Kranken- und Pflegeversicherung,<\/li>\n<li>die Abschaffung der umlagefinanzierten Pflegeversicherung zugunsten einer kapitalfundierten obligatorischen Privatversicherung und<\/li>\n<li>die B&uuml;rgerpauschale.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie die Analyse zeigt, sind diese systemsprengenden Vorschl&auml;ge nicht zielf&uuml;hrend. Zielf&uuml;hrend ist dagegen die Kombination verschiedener Instrumente und Ma&szlig;nahmen zur Weiterentwicklung der bestehenden sozialen Pflegeversicherung. Besonders geeignet erscheint der Mix aus:<\/p>\n<ul>\n<li>einer moderaten Beitragssatzsteigerung,<\/li>\n<li>einer m&ouml;glichst gro&szlig;en Zahl von B&uuml;rgerversicherungselementen,<\/li>\n<li>steuerfinanzierten Beitr&auml;gen f&uuml;r mitversicherte Kinder oder eine erg&auml;nzende kollektive Kapitalfundierung, die durch kinderzahlabh&auml;ngige Beitr&auml;ge gespeist wird und<\/li>\n<li>eine erg&auml;nzende individualisierte Kapitalbildung f&uuml;r Besch&auml;ftigte in Kombination mit einem Zusatzbeitrag f&uuml;r Rentner, solange dies mit der Weiterentwicklung des Alterssicherungssystem abgestimmt ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf_fof\/S-2005-782-4-2.pdf\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung [PDF &ndash; 596 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Wie Arbeitnehmer erpresst werden<\/strong><br>\nDie Zeitarbeitbranche boomt. Gut f&uuml;r die Arbeitslosenzahlen, die gehen runter. Aber auch gut f&uuml;r die Arbeitnehmer? Wir haben herausgefunden, dass Unternehmen vermehrt feste Mitarbeiter zu Leiharbeitern machen. Die Folgen: Lohndumping und eine Zweiklassenbesch&auml;ftigung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/-\/id=233454\/nid=233454\/did=2171132\/1367eaw\/index.html\">Report Mainz SWR<\/a> (mit interessanten Links)<\/li>\n<li><strong>Bundesrat: Gerichtsvollzieherwesen privatisieren<\/strong><br>\nDer Bundesrat m&ouml;chte das Gerichtsvollzieherwesen privatisieren. Private w&uuml;rden unter staatlicher Aufsicht und Verantwortung die Aufgabe effizienter erledigen. Sie w&uuml;rden im Wettbewerb untereinander auf eigene Rechnung t&auml;tig sein. An Stelle des Systems der B&uuml;rokostenentsch&auml;digung st&uuml;nde eine Personal- und Sachmitteleinsatz aufgrund der unternehmerischen Entscheidung des Gerichtsvollziehers, so der Bundesrat. Die Bundesregierung lehnt es ab, dass Gerichtsvollzieherwesen zu privatisieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/hib\/2007\/2007_177\/03.html\">heute im Bundestag Nr. 177<\/a> &ndash; Pressedienst des Deutschen Bundestages, Di, 26. Juni 2007 (<a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/aktuell\/mailing\/hib_newsletter\/emailverteiler.asp\">kostenloses Abonnement m&ouml;glich<\/a>)<\/li>\n<li><strong>Neues aus dem Casino:<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Union und SPD verst&auml;ndigten sich auf einen Kompromiss, Private-Equity-Gesellschaften mit j&auml;hrlich 500 Millionen Euro steuerlich zu f&ouml;rdern.<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_inc\/_globals\/print.php?em_cnt=1161532&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell&amp;em_ivw=fr_wirstart&amp;em_client=fr&amp;em_site_color=1&amp;em_site_style=1&amp;em_site_template=1&amp;em_site_text=1\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Bundesregierung f&uuml;ttert die Heuschrecken.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland f&uuml;rchtet die Super-Investoren<\/strong><br>\nIn der Bundesregierung wird &uuml;ber die Gr&uuml;ndung einer Kontrollagentur nachgedacht, die Auslandsinvestoren abwehren soll. Hintergrund ist, dass Staatsfonds aus China, Russland oder arabischen &Ouml;lstaaten &uuml;ber immense Mittel verf&uuml;gen und strategisch wichtige deutsche Firmen aufkaufen k&ouml;nnten. Das soll verhindert werden.<br>\nLaut &bdquo;Financial Times Deutschland&ldquo; verf&uuml;gen ausl&auml;ndische Staatsfonds weltweit &uuml;ber sch&auml;tzungsweise 2500 Milliarden Euro. Dies w&auml;re fast doppelt so viel wie der Wert aller an der Deutschen B&ouml;rse gelisteten Firmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article976297\/Deutschland_fuerchtet_die_Super-Investoren.html\">Die Welt Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Immobilien frustrieren Investoren<\/strong><br>\nNur eineinhalb Jahre nach dem Kauf will der US-Finanzinvestor Cerberus 20.000 Gewerkschaftswohnungen schon wieder loswerden. Nach FTD-Informationen verhandelt Cerberus derzeit mit Interessenten &uuml;ber einen Verkauf der Hannoveraner Wohnungsfirma Baubecon.<br>\nInvestoren im deutschen Wohnungsmarkt haben das Problem, dass Mieterh&ouml;hungen jenseits der gro&szlig;en Ballungsr&auml;ume kaum durchzusetzen sind. Der Verkauf von Wohnungen an die Mieter l&auml;uft schlechter als erhofft. Zudem steigen die Kreditzinsen, was die Finanzierung verteuert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ftd.de\/boersen_maerkte\/geldanlage\/:Immobilien%20Investoren\/217787.html\">FTD<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Charles Wyplosz: Es liegt auch an den Fehlern der deutschen Finanzpolitik, dass der zur&uuml;ckliegende Abschwung so au&szlig;ergew&ouml;hnlich lang und hartn&auml;ckig war<\/strong><br>\nM&ouml;glicherweise h&auml;ngt die schwache Wirtschaftsleistung Deutschlands in den vergangenen sechs Jahren mit der hier politisch vorherrschenden Zur&uuml;ckhaltung gegen&uuml;ber der Nachfragesteuerung zusammen. Wie die Daten zeigen, betrieb Deutschland in dem langen Abschwung, der 2001 einsetzte und erst Anfang 2006 zu einem Ende kam, eine kontraktive Finanzpolitik.<br>\nDer Einsatz einer prozyklischen, diskretion&auml;ren Fiskalpolitik seit 1999 hat demnach zumindest teilweise zu der ungew&ouml;hnlichen L&auml;nge des Abschwungs in der Zeit von 2001 bis 2006 und der anhaltend hohen Arbeitslosenquote beigetragen.<br>\nIn Deutschland stehen sich noch immer oft &bdquo;Monetaristen&ldquo; und &bdquo;Keynesianer&ldquo; gegen&uuml;ber, wobei Erstere gro&szlig;en Einfluss haben, w&auml;hrend Letztere manchmal veraltete Auffassungen entwickeln. Das moderne makro&ouml;konomische Denken hat diese ideologische Spaltung weitgehend hinter sich gelassen. Die L&auml;nder, in denen heute eine gute Politik betrieben wird, haben an den Schaltstellen pragmatische &Ouml;konomen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=571&amp;blogId=16\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wyplosz, ist nun alles andere als ein Keynesianer und schon gar kein linker &Ouml;konom, er hat immerhin mit dem durchaus marktliberalen Michael Burda ein derzeitig &uuml;bliches Standardlehrbuch zur Volkswirtschaftslehre verfasst.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Hans-Joachim Schabedoth: Freibier f&uuml;r alle hilft den Durstigen nicht<\/strong><br>\nEin vom Staat gezahltes garantiertes Grundeinkommen f&uuml;r jeden scheint der Stein der Weisen zu sein. Damit k&ouml;nnten Armut und Ausbeutung beseitigt werden, sagen die Bef&uuml;rworter. Die Gewerkschaften sind anderer Ansicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_inc\/_globals\/print.php?em_cnt=1161437&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/dokumentation&amp;em_ivw=fr_doku&amp;em_client=fr&amp;em_site_color=1&amp;em_site_style=1&amp;em_site_template=1&amp;em_site_text=1\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>WSI-Mitteilungen: Arbeitsmarktpolitik nach Hartz &ndash; Probleme und Perspektiven<\/strong><br>\nSchwerpunktheft 06\/07<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/119.html\">WSI<\/a><\/li>\n<li><strong>Daten &uuml;ber Verh&ouml;re in US-Geheimgef&auml;ngnissen verschwunden<\/strong><br>\nNeue Details im Bundeswehr-Skandal: Nach einem Zeitungsbericht sind Berichte &uuml;ber die Aktivit&auml;ten deutscher Geheimdienstler verschwunden. Offiziere des Milit&auml;rischen Abschirmdienstes sollen 2001 bei illegalen Verh&ouml;ren in einem US-Geheimgef&auml;ngnis in Bosnien beteiligt gewesen sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/deutschland\/artikel\/485\/120334\/\">SZ<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>IT-Fachleute: Ein kompletter Datenverlust ist nur &bdquo;mit einer bewussten, professionellen Datenl&ouml;schung&ldquo; oder mit &bdquo;physikalischer Vernichtung der Datentr&auml;ger&ldquo; zu erzielen<\/strong><br>\nGlaubt man offiziellen Stellungnahmen, dann sind gigantische und brisante Datenbest&auml;nde der Bundeswehr quasi zuf&auml;llig auf immer und ewig unrettbar verschwunden. Schade aber auch. Die Datenretter von Kroll Ontrack sehen das anders. Wenn wirklich alle Daten unwiederbringlich weg sind, dann ging das nur mit voller Absicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/webwatcher.blogg.de\/eintrag.php?id=201\">Handelsblatt Webblog<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>INSM-Test: Wie neoliberal sind Sie?<\/strong><br>\nIn j&uuml;ngster Zeit ist der Begriff &ldquo;neoliberal&rdquo; immer mehr zum politischen Schlagwort verkommen, das einen Generalverdacht gegen Marktwirtschaft und Globalisierung zum Ausdruck bringt. Tats&auml;chlich ist der Neoliberalismus jedoch eine differenzierte sozialwissenschaftliche Theorie und die wichtigste programmatische Quelle f&uuml;r Ludwig Erhards Politik der Sozialen Marktwirtschaft. Wie neoliberal sind Sie? Machen Sie den Test.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.insm.de\/INSM_Interaktiv\/Inhalte\/Machen_Sie_den_Test__Wie_neoliberal_sind_Sie_.html;jsessionid=79DBEEBB646CE539E7770CE3D66438F2\">INSM<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Nachdem &bdquo;die Neoliberalen&ldquo; allm&auml;hlich merken, dass ihr wirtschaftspolitisches Credo zunehmend an der Realit&auml;t scheitert und in die Kritik von immer mehr Menschen ger&auml;t, nachdem der Begriff &bdquo;neoliberal&ldquo; tats&auml;chlich mehr und mehr negativ besetzt ist, versuchen sie das Schlagwort offensiv zu wenden. Wie der Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft oder der Chefredakteur oder eben auch das INSM &bdquo;outen&ldquo; sie sich jetzt ganz offen als &bdquo;Neoliberale&ldquo; und versuchen nach der Methode des alten Heiner Gei&szlig;lers den Begriff positiv umzudeuten und ihm so seine kritische Schlagkraft zu nehmen. Man bezieht sich bei dieser Umdefinition auf die Klassiker des Ordoliberalismus der drei&szlig;iger Jahre oder auf Ludwig Ehrhard um dabei von der neoliberalen Praxis und ihren realen Folgen heute abzulenken. Daran kann man aber t&auml;glich ablesen, was neoliberale Politik bewirkt.<br>\nMachen Sie doch einfach mal den Test und pr&uuml;fen Sie ob Sie ein Neoliberaler sind. Pr&uuml;fen Sie aber bitte genau, ob der jeweilige (neoliberale) Vorschlag irgendetwas mit den daraus abgeleiteten Versprechen oder Schlussfolgerungen zu tun hat, z.B. ob die Senkung der Unternehmenssteuern (schon unter Schr&ouml;der in dreistelliger Milliardenh&ouml;he) &ndash; wie Steinbr&uuml;ck immer noch behauptet &ndash; mehr Investitionen gebracht hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gleichsetzung rechts &ndash; links<\/strong><br>\nEs ist &uuml;blich geworden die neue Linkspartei mit rechten Parolen in Verbindung zu bringen. So jetzt auch der &bdquo;stern&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/591743.html?nv=ct_mt\">stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Es ist seit Gr&uuml;ndung der Bundesrepublik eine g&auml;ngige Masche der Konservativen die Rechte mit der Linken gleichzusetzen. Das hat angefangen mit der Totalitarismustheorie, bei der Nationalsozialismus und Kommunismus gleichgesetzt wurde mit dem Ziel, Hitler zu verharmlosen und das mit dem Argument, Stalin war genauso schlimm. Das ging weiter &uuml;ber den &bdquo;Historikerstreit&ldquo; mit dem Ziel der Konservativen die Singularit&auml;t des Holocausts zu leugnen und Deutschland als &bdquo;normale&ldquo; Nation aus seiner historischen Verantwortung gegen&uuml;ber dem Nationalsozialismus und seiner Schreckenstaten zu entlassen. Und das geht jetzt, wo die Linke das m&uuml;hsam aufgebaute Dogma &uuml;ber die Alternativlosigkeit der neoliberalen Reformen (ein wenig) ins Wanken bringt, auch wieder so.<br>\nEs kann ja niemand bestreiten, dass die NPD mit ihren Parolen etwa im Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern z.B. die linke (auch gewerkschaftliche) Kritik an Hartz aufgegriffen hat. Auch die Nazis haben doch Elemente der linken, sogar der sozialdemokratischen Kapitalismuskritik usurpiert, sie haben diese Kritik nur pervertiert und statt gegen die Ausbeutung durch das Kapital gegen Minderheiten, gegen Juden und gegen &auml;u&szlig;ere Feinde gelenkt.<br>\nDie Methoden solcher Gleichsetzungen sind immer dieselben: Man rei&szlig;t eine Kritik aus ihrem Sinnzusammenhang und setzt punktuelle Forderungen gleich.<br>\nNehmen wir den Begriff &bdquo;Fremdarbeiter&ldquo; &ndash; das spielte ja schon im letzten Wahlkampf eine Rolle, um Lafontaine zu verunglimpfen: Wenn Otto Schily von &bdquo;Fremdarbeitern&ldquo; spricht, dann gilt das als eine Frage der Abwehr von Ein- und Zuwanderung von ausl&auml;ndischen Arbeitnehmern, ist also liberal und demokratisch. Wenn Oskar Lafontaine dasselbe Wort im Zusammenhang von Lohndumping durch ausl&auml;ndische Arbeitnehmer benutzt, dann wird das benutzt, <a href=\"?p=625\">um ihn in die rechtsradikale Ecke zu stellen<\/a>.<br>\nOder: Soll die Linke nicht mehr die Abschaffung von Hartz IV fordern d&uuml;rfen, nur weil die NPD das gleiche fordert?<br>\nAn diesem Beispiel kann man erkennen, worum es bei dieser Kampagne gegen die Linke geht: Es soll eine argumentative Auseinandersetzung etwa &uuml;ber die Hartz-Gesetzgebug und ihre Folgen f&uuml;r Millionen Menschen und f&uuml;r die Arbeitnehmerschaft insgesamt abgeblockt werden, indem man Kritik an dieser Arbeitsmarkt-&bdquo;Reform&ldquo; in die rechtsradikale Ecke stellt und damit versucht eine Denkblockade aufzubauen.<br>\nMit der Gleichsetzung von links und rechts, wird einerseits die zutiefst inhumane und menschenverachtende Ideologie der Neonazis verharmlost und andererseits die emanzipatorische Frage, nach einem Kurswechsel der derzeitigen Politik verweigert.<br>\nDie Frage, welches Menschbild, welches Weltbild steckt hinter den politischen Forderungen der neuen Linkspartei, das w&auml;re die Ebene auf der eine vern&uuml;nftige und aufkl&auml;rerische Auseinandersetzung mit der Linken zu f&uuml;hren w&auml;re. Aber einem solchen Diskurs weicht man lieber durch denunziatorische Gleichsetzung von links und rechts aus &ndash; vermutlich weil man den g&auml;ngigen und nachgeplapperten Argumenten bei einer solchen Debatte nicht traut.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>,,goethe09&lsquo;&lsquo;: McKinsey reformiert das Goethe-Institut<\/strong><br>\nWenig mehr als das &uuml;bliche, scheinbar marktwirtschaftliche Gequassel von ,,Handlungsf&auml;higkeit&lsquo;&lsquo;, ,,Zukunftssicherung&lsquo;&lsquo; und ,,Aufgabenprofilen&lsquo;&lsquo;, mit dem ansonsten auch Hersteller von Schaltschr&auml;nken oder B&auml;ckereiketten traktiert werden. Wobei im Fall des Goethe-Instituts allerdings die Konsequenzen ungleich radikaler ausfallen, weil es sich bei diesem Unternehmen eben nicht um einen Wirtschaftsbetrieb handelt. Denn der Vorsatz, die Zentrale von rund dreihundert auf zweihundertunddrei&szlig;ig Mitarbeiter zu reduzieren und bei den heute 289 Entsandten mindestens f&uuml;nfzig einzusparen, zielt nicht nur auf mehr Effizienz &ndash; dagegen w&auml;re ja nichts einzuwenden. Sondern er wird auch einen anderen, oberfl&auml;chlich ergebnisorientierten Begriff von Kultur zur Folge haben.<br>\nWas sich die Firma McKinsey und ihre Auftraggeber zur ,,Zukunftssicherung&lsquo;&lsquo; des Goethe-Instituts ausgedacht haben, von der ,,operativen Autonomie&lsquo;&lsquo; bis zur ,,Kundenorientierung&lsquo;&lsquo; l&auml;uft auf eine Art Mimikry mit dem Schmock der allgemeinen Antragsprosa, wenn nicht gleich auf die &Uuml;bergabe der ausw&auml;rtigen Kulturarbeit an die Herrschaft des Narren hinaus &ndash; und man m&uuml;sste wahrlich selber einer sein, um sich von ihm die Salvierung einer Kulturinstitution zu erwarten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/,ra4m5\/kultur\/artikel\/626\/120474\/\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Lobbys d&uuml;rfen in hei&szlig;e Phase des US-Wahlkampfs eingreifen<\/strong><br>\nIn den letzten 30 Tagen des US-Wahlkampfes war politische Werbung von Lobbys und Konzernen bisher verboten. Jetzt hat der oberste Gerichtshof der USA dieses Verbot gelockert. Die Begr&uuml;ndung: Redefreiheit. Die Folge: Die Beeinflussung der Wahl mit Millionenbetr&auml;gen wird einfacher.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/0,1518,490695,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Toleranz hilft nur den R&uuml;cksichtslosen&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Bin ich verr&uuml;ckt, oder sind es die anderen?&rdquo;, fragte der streitbare Autor Henryk M. Broder in seiner Dankesrede f&uuml;r den Ludwig-B&ouml;rne-Preis. Seine These: Die westlichen Werte sind nur mit Intoleranz zu retten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,490497,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em>Siehe dazu eine Kritik von Thomas Rothschild:<\/em><\/p>\n<p><strong>Provokation als Aufkl&auml;rung?<\/strong><br>\nNehmen wir Henryk M. Broder zu wichtig? Ich glaube nicht. In ihm verk&ouml;rpert sich wie in keinem zweiten deutschen Publizisten unserer Tage ein eng verflochtenes B&uuml;ndel von Haltungen: die Diffamierung der 68er, die Denunziation der Kritik an der Politik der USA und Israels, die Verteufelung all dessen, was diesen gegen&uuml;berzustehen scheint, besonders des Islam. Broder repr&auml;sentiert den Kulturkampf der Rechten gegen die Aufkl&auml;rung. Ludwig B&ouml;rne muss daf&uuml;r seinen guten Namen geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2007\/25\/07250901.php\">Freitag<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2441","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2441","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2441"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2441\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2441"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2441"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2441"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}