{"id":24468,"date":"2015-01-07T09:07:59","date_gmt":"2015-01-07T08:07:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468"},"modified":"2015-01-07T09:07:59","modified_gmt":"2015-01-07T08:07:59","slug":"hinweise-des-tages-2285","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h01\">Pegida<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h02\">Heiner Flassbeck: Chaos auf den M&auml;rkten &ndash; Fatales Schweigen in der Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h03\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h04\">TTIP<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h05\">Lucas Zeise: Der Sturz des &Ouml;lpreises<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h06\">Der Wirtschaftsfl&uuml;chtling und die, die ihm den Regen stahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h07\">Standardsituationen der &Ouml;konomiekritik: F&uuml;r und Wider den Mainstream<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h08\">Mathew D. Rose: It is Not a Eurozone Crisis, but a European Union Crisis<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h09\">Krieg der Generationen? Es gibt keine Generationen!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h10\">Atompolitik der Ukraine: Der Traum vom Nuklearen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h11\">Schweig, Verr&auml;ter!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h12\">Staatliche &Uuml;berwachung: Befallen vom &Uuml;berwachungsvirus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h13\">Pr&auml;zedenzfall Mercedes-Benz Argentina<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h14\">BAf&ouml;G-Reform: Kontinuierliche Anpassung an Bedarf und Lebenswirklichkeit erforderlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h15\">Die Janusk&ouml;pfigkeit des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h16\">Internet und Gesellschaft: Epoche der Augenzeugen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h17\">Umfrage des US-PEN-Zentrums unter Autoren: &Uuml;berwachung f&uuml;hrt zu Selbstzensur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468#h18\">Nein!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24468&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Pegida<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Massenprotest in Sachsen: F&uuml;nf Gr&uuml;nde f&uuml;r Pegidas Erfolg in Dresden<\/strong><br>\nPegida hat einen neuen Slogan: &ldquo;Dresden zeigt, wie&rsquo;s geht&rdquo;, riefen die Anh&auml;nger an diesem Montagabend bei der elften Kundgebung &ndash; noch etwas holprig, doch ihr Anspruch ist klar: Wir sind das Original, das gro&szlig;e Vorbild f&uuml;r all diese neuen &ldquo;-das&rdquo;.<br>\nSie hei&szlig;en Bogida in Bonn, M&uuml;gida in M&uuml;nchen, B&auml;rgida in Berlin oder seit Neuestem auch K&ouml;gida in K&ouml;ln. Doch sind diese Pegida-Ableger wenig mehr als m&uuml;de Abklatsche. Bisher versammelten sich in den westdeutschen St&auml;dten nur versprengte H&auml;ufchen von vielleicht einigen Hundert Menschen, wie in K&ouml;ln, wo es vor allem Rechtspopulisten und -extremisten sowie Hooligans waren.<br>\nDrei Feindbilder einen die Pegida-Anh&auml;nger: Fremde und Fl&uuml;chtlinge, die Politik und die Medien. &ldquo;L&uuml;genpresse, L&uuml;genpresse!&rdquo; und &ldquo;Volksverr&auml;ter, Volksverr&auml;ter!&rdquo; skandieren sie &ndash; sprechen von &ldquo;Asylindustrie&rdquo; und &ldquo;Wirtschaftsfl&uuml;chtlingen&rdquo;, die wieder zur&uuml;ck in ihre Heimat gebracht werden m&uuml;ssten.<br>\nVon Woche zu Woche klingen die Slogans in Sachsen aggressiver &ndash; warum ist das so? Warum hat Pegida in Sachsen solch einen Erfolg? F&uuml;nf Erkl&auml;rungsversuche: &hellip;.<br>\n&ndash; Ostdeutsche Angst vor Entm&uuml;ndigung: Insgesamt hat sich der politische Konsens in Deutschland in den vergangenen Jahren nach links verschoben, verglichen mit den Stammtischen der Republik. Das verst&auml;rkt an jenen Stammtischen den Eindruck, vom politischen System abgeh&auml;ngt und nicht repr&auml;sentiert zu werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/pegida-fuenf-gruende-fuer-den-erfolg-in-dresden-a-1011490.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das nun gerade der Spiegel sich mit in den &ldquo;Haltet den Dieb&rdquo; Chor einreiht ist der Gipfel der Heuchelei. Es gibt gen&uuml;gend Titelbilder und Artikel des Spiegel mit welchen Angst vor dem Islam gesch&uuml;rt wurde. Und hat nicht der Spiegel mit dem Vorabdruck von Ausz&uuml;gen aus Sarrazins Hetzschrift die ganze Diskussion um den Islam mit angeheizt? Und er scheut sich auch nicht mit Verdrehungen und Meinungsmache weiter zu machen. &ldquo;Insgesamt hat sich der politische Konsens in Deutschland in den vergangenen Jahren nach links verschoben &hellip; &ldquo;. Wo hat sich bitte der politische Konsens nach links verschoben? Sp&auml;testens Seit der Agenda 2010, die der Spiegel wesentlich mit herbei geschrieben hat, wird in Deutschland knallharte neoliberale Politik betrieben. Wird der Sozialstaat weiter abgebaut, &ouml;ffentliche Infrastruktur privatisiert, Arbeitnehmerrechte eingeschr&auml;nkt, werden Erwerbslose ver&auml;chtlich gemacht und ausgegrenzt. Das ist dasselbe Gerede, wie das von der angeblichen Sozialdemokratisierung der CDU. Auch davon kann nicht die Rede sein. Merkels politische Handlungsmaxime ist die der &ldquo;marktkonformen&rdquo; Demokratie. Und es ist nicht eine ostdeutsche Angst vor Entm&uuml;ndigung, sonder es ist die generelle Angst der B&uuml;rger vor Entm&uuml;ndigung durch eine &ldquo;marktkonforme&rdquo; Demokratie in der demokratische Mitbestimmung nur soweit gehen darf wie es den Investoren und Finanzjongleuren gef&auml;llt.<\/em><br>\n<em>Dass gerade der Spiegel als neoliberales Propagandaorgan so auf den Pegida-Zug aufspringt wundert dabei nicht. L&auml;sst sich doch so von den gesellschaftlichen Verw&uuml;stungen ablenken, die der Neoliberalismus angerichtet hat, deren einer Ausdruck gerade auch Pegida ist, und die eigentlich intensiv diskutiert werden m&uuml;ssten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Versagen im Bett mit Pegida<\/strong><br>\nEs ist warm an diesem Augustabend des Jahres 2005, deshalb tragen die meisten Herren auch kurz&auml;rmlige Hemden, als sie sich draussen vor der Gastst&auml;tte des M&uuml;nchner Nockherbergs zum Gruppenphoto versammeln. Die meisten kannten sich vor diesem Treffen nicht, aber nun waren sie zusammen gesessen, hatten die Reden der Prominenten geh&ouml;rt und nichts weniger geplant, als das Wertesystem des Westens zu retten. Hoch waren die Erwartungen im Vorfeld, vielleicht sollte gar eine neue Bewegung, eine neue Partei gegr&uuml;ndet werden. Soweit kam es nicht, aber man hatte sich vernetzt, Strategien besprochen und &uuml;berlegt, wie man im Internet dem damals, in Zeiten des Irakkrieges nicht gerade amerikafreundlichen Mainstream etwas entgegen setzen k&ouml;nnte. Mit dabei bei diesem &bdquo;prowestlichen Heimatabend&ldquo; waren das Autorenduo Maxeiner und Miersch, der Welt-Autor Hannes Stein und der damals f&uuml;r den Spiegel arbeitende Henryk M. Broder. Auf dem Bild sticht er unter all den Recken heraus, denn er ist klein, weissb&auml;rtig und tr&auml;gt eine Kappe. Neben ihm steht ein Mann mit einem blauen Hemd. Auf den Aufklebern steht sein Name; Stefan Herre. Und der Name seines Blogs: Politically Incorrect. Ein kleines, unbedeutendes Blog, das damals seit neun Monaten auf der ansonsten eher von Teenagern frequentierten Plattform Myblog vor sich hin d&uuml;mpelt. [&hellip;]<br>\nF&uuml;r den vor allem westdeutschen Block um PI ist Pegida die Erf&uuml;llung eines Traums, w&ouml;rtlich &bdquo;die Sonne geht im Osten auf&ldquo;. Die &bdquo;Spazierg&auml;nge&ldquo; werden ins Netz gestreamed, Werbung f&uuml;r die Veranstaltungen geschaltet und westdeutsche Ableger organisiert &ndash; wohl auch in der Hoffnung, dass sich die Aufm&auml;rsche in Wahlerfolge umm&uuml;nzen lassen. Ausgeschlossen ist das nicht, PI feiert sich bereits mit den Worten &ldquo;Die Islamisierungsgegner haben das Zeug zur echten Massenbewegung.&rdquo;  Gerade f&uuml;r die AfD kann diese Radikalisierung zum Problem werden, denn allzu viel Platz ist im Spektrum zwischen Union und eindeutigen Neonazis nicht: In Dresden marschiert tats&auml;chlich ihr W&auml;hlerpotenzial, und nach den innerparteilichen Querelen, Konflikten und Austritten ist das Ansehen der AfD besch&auml;digt. Ein Erstarken der Pro-Bewegung oder &bdquo;Die Freiheit&ldquo; w&uuml;rde deshalb vor allem der AfD weh tun, die als Protestpartei ohne grosse Kernw&auml;hlerschaft jederzeit wieder unter die F&uuml;nf-Prozent-H&uuml;rde fallen kann. Sieger sehen anders aus als Herr Gauland, der zwischen den Fl&uuml;geln seiner Partei zerrieben wird.<br>\nUnd PI? Muss erkennen, dass sich das Internet ver&auml;ndert hat und sich nicht um alte Besitzst&auml;nde schert. Noch immer werden Banner auf Veranstaltungen geschleppt, die f&uuml;r das Blog werben, aber die Organisation von Pegida verl&auml;uft inzwischen vor allem &uuml;ber Facebook. Sollten die vom PI-Umfeld angestossenen Aufm&auml;rsche im Westen so erfolgreich verlaufen, wie man das bisher von PI kannte, wird die Bewegung bald nicht mehr mit neuen Rekordzahlen aufwarten, sondern nur noch mit dem gewohnten Bild rechtsextremer Demonstrationen: Ein paar nicht mehr prowestliche, sondern eher rechtsoffene Fahnenschwenker werden dann erheblich mehr Gegendemonstranten gegen&uuml;ber stehen. Nur ein paar mehr Leute als am Nockherberg werden dabei sein, und wenigstens Herr Broder wird in der Welt, wie man das so kennt, &uuml;ber zehn Jahre stets neu bem&auml;nteltes Fiasko am rechten Rand verst&auml;ndnisvoll schreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blogs.faz.net\/deus\/2014\/12\/24\/versagen-im-bett-mit-pegida-2287\/\">FAZ Deus ex Machina<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Lesenswert! Der Einfluss des rechtspopulisitschen PI-Blogs und seiner prominenter Unterst&uuml;tzer aus dem Umfeld des Springer-Verlags ist ein wichtiges Puzzlest&uuml;ck bei der Entmystifizierung von Pegida.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wie der Herr, so&rsquo;s Gescherr<\/strong><br>\nPegida findet die &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; doof, die &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; findet Pegida doof. Aber es gibt Ausnahmen: Stephan, Weimer, Matussek, Broder, di Lorenzo.Das haben die Pegida-Deppen nun davon, dass sie das schon bei den Nazis so beliebte Wort von der &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; herausgekramt haben: Mag es, Angela Merkel zum Trotz, Politiker geben, die meinen, die &bdquo;Sorgen&ldquo; dieser Leute &bdquo;ernstnehmen&ldquo; zu m&uuml;ssen, genie&szlig;t Pegida zwar die Aufmerksamkeit, nicht aber die Zuneigung der Presse.<br>\nOb Josef Winkler in der taz die &bdquo;Jammer-Ossis&ldquo; daran erinnert, was man ihnen fr&uuml;her zugerufen h&auml;tte, Gero von Randow in der Zeit das Libidin&ouml;se an Pegida herausarbeitet, Sascha Lobo auf Spiegel-Online den &bdquo;gesitteten Code&ldquo; bei Pegida analysiert, Ivo Bozic in der Jungle World auf die &Auml;hnlichkeiten zwischen Pegida und Mahnwachen aufmerksam macht oder, um diese unvollst&auml;ndige Hitlist abzuschlie&szlig;en, Franz-Josef Wagner in der Bild beweist, dass sich gro&szlig;e Kunst in der knappen Form zeigt (&bdquo;Das Volk ist leider oft dumm&ldquo;) &ndash; die &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; ist ganz gut in Form.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!152234\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Ken Jebsen spricht &uuml;ber PEGIDA, Islamisierung, Fl&uuml;chtlinge, Hassprediger und vieles mehr<\/strong><br>\nVideo in voller L&auml;nge (33 Minuten) <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=zZLmISiaUGU&amp;feature=youtu.be\">hier<\/a>.<br>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0J-lJTengYA\">Kurzfassung (4:23 Minuten)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Anschauen lohnt sich. Hier Ausz&uuml;ge aus der &Uuml;bersicht &uuml;ber den Inhalt:<\/em><br>\n<em>&bdquo;KenFM nimmt sich exemplarisch den Kommentar eines PEGIDA-Anh&auml;gers vor und versucht, diesen im Kern zu analysieren. Im Anschluss besch&auml;ftigen wir uns mit dem PEGIDA-Beitrag des NDR-Magazins Panorama vom 18. Dezember 2014. <\/em><br>\n<em>Im Beitrag war ein getarnter RTL-Reporter zu Wort gekommen, ohne dass der NDR das wusste. Der Reporter wurde, nachdem er einen Demonstranten gespielt hatte, von RTL entlassen. Die O-T&ouml;ne des Panorama-Beitrages sind aber auch ohne diesen &ldquo;Schauspieler&rdquo; besorgniserregend. <\/em><br>\n<em>KenFM wagt eine Analyse der Gesamtsituation und stellt die entscheidende Frage nach der Verantwortung f&uuml;r den aktuellen Status quo auf den Stra&szlig;en, z.B. in Dresden.<\/em><br>\n<em>Die Menschen f&uuml;hlen sich extrem verunsichert. Sie haben Angst und verstehen die Politik ihrer Regierung nicht mal mehr in Ans&auml;tzen. <\/em><br>\n<em>Auf Platz zwei der Verursacher dieser gef&auml;hrlichen Stimmung muss man dann aber die Presse nennen. Die Presse hat sich seit dem 11. September zum Hofberichterstatter der Politik verwandelt und damit den n&ouml;tigen Abstand zur Macht nahezu vollkommen aufgegeben. Die Presse sollte das Immunsystem der Demokratie sein. Gibt die Presse wie in den letzen Jahren ihre eigentlichen Aufgabe auf, indem sie in etwa chronisch Islam-Hetzte produziert, auf Anweisung von Alpha-Journalisten und ihrer Think Tanks, wird sie zum Totengr&auml;ber einer freien und offenen Gesellschaft.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzung AM:<\/strong> Ab Minute 19:47 der Langfassung wird eine Pinwand voller Pressetitel dokumentiert, in denen Stimmung gemacht worden ist gegen den Islam. Politik und Medien haben die Vorurteile mit-produziert (nicht allein) und sagen jetzt: Schaut her, wie doof die sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Debatte Pegida: Der zentrale Z&uuml;ndstoff<\/strong><br>\nAufkl&auml;rung? Es ist angesichts von Pegida an der Zeit, &uuml;ber politische Emotionen zu sprechen. Was den Blick des &uuml;berzeugten Demokraten tr&uuml;bt, ist die eigene Vorstellung: dass n&auml;mlich Demokratie eine rationale Gesellschaftsordnung, eine Vernunftsordnung sei. Man tauscht vern&uuml;nftige Argumente aus, w&auml;gt ab und findet schlie&szlig;lich kluge Kompromisse. Das ist keine Karikatur, sondern der &uuml;bliche aufgekl&auml;rte Gemeinplatz. Es ist das Ideal von Politik, das in unseren K&ouml;pfen herumspukt &ndash; vielleicht ohne uns wirklich bewusst zu sein. Deutlich wird dieses Ideal immer dann, wenn Emotionen im Politischen auftauchen und diese als Pathologien behandelt werden. Zu Abweichungen werden diese ja erst, wenn man sie vom Rationalit&auml;tsideal her betrachtet. Erst dann erscheinen Gef&uuml;hle als pathologische St&ouml;rungen, als das Irrationale, das den politischen Prozess st&ouml;rt. Und dann wird sofort nach Aufkl&auml;rung gerufen, dem Allheilmittel gegen irrationale St&ouml;rungen. &hellip;<br>\nJede Partei ist eine Gef&uuml;hlsbank. Genauso wenig sind es nur Wut und Zorn, die dort deponiert werden, sondern auch Angst, Hoffnung und vieles mehr. Zugleich sind diese Emotionen aber nicht einfach da, vorhanden wie Bodensch&auml;tze, die man nur zutage f&ouml;rdern muss &ndash; sie werden auch produziert, reproduziert, erneuert oder ged&auml;mpft. Es gibt also nicht nur eine Deponie und Zirkulation der Gef&uuml;hle, es gibt auch eine Emotionsproduktion. Eine ganze Gef&uuml;hls&ouml;konomie. Und diese ist in die Krise geraten. Es scheint, dass alle diese Banken ihre Depots verspielt haben. Vor allem aber die ehemaligen Volksparteien. &hellip; Ein freigesetztes, ein vagabundierendes Emotionspotenzial &ndash; das ist das, was durch die Stra&szlig;en von Dresden zieht. &hellip;  wir alle wissen, wie gef&auml;hrlich solche Freisetzungen sein k&ouml;nnen. Und genau deshalb d&uuml;rfen wir uns jetzt keinen Erkenntnisirrtum leisten. Denn dieser f&uuml;hrt zu dem strategischen Irrtum, man k&ouml;nne einem populistischen Moment mit rationaler Aufkl&auml;rung kommen. &hellip;<br>\nDie Einbindung in Gro&szlig;gruppen bot einen Entt&auml;uschungsschutz, ein Entt&auml;uschungsnetz, das unerf&uuml;llte Erwartungen auffangen und Kr&auml;nkungen entlasten konnte. Die emotionale Freisetzung im populistischen Moment bedeutet deshalb auch eine Freisetzung von Kr&auml;nkungserfahrungen. Gerade Linke m&uuml;ssen lernen, diese Tiefenschichten zu erreichen. Der rechte Populismus hakt genau da ein, er nimmt dieses Moment der Kr&auml;nkung auf. Er nimmt es dort auf, wo es wehtut &ndash; n&auml;mlich da, wo die eigene Identit&auml;t infrage gestellt wird. Er bietet genau diesem &Uuml;berschuss eine B&uuml;hne, eine Arena, in der diese Kr&auml;nkungen auftreten k&ouml;nnen. Diese Arena k&ouml;nnte man als Emotionsraum bezeichnen. Genau das passiert in Dresden. Deshalb funktionieren populistische Kopien nicht. Wenn etwa konservative Parteien Rechtspopulismus nachahmen wollen (zum Beispiel mit der Forderung, Migranten sollen zu Hause deutsch sprechen), &uuml;bernehmen sie zwar die Inhalte, bieten aber keine Arena, keine Emotionsr&auml;ume an. Deshalb scheitern sie. &hellip;<br>\nWas kann man dagegenhalten? Wenn in populistischen Momenten &bdquo;die Aufladung der Politik mit Identit&auml;tsanliegen&ldquo; zentral ist, wie Claudia Ritter anmerkt, muss der Umgang damit dem Rechnung tragen. Er muss etwas anderes bieten als einen Vernunftaufruf. Populismus kann man nicht mit Aufkl&auml;rung begegnen, weil diese anderswo andockt, weil sie die Gef&uuml;hle nicht erreicht. Populismus kann man aber auch nicht mit anderen Populismen begegnen, weil die Kopie nicht &uuml;berzeugt. Populismus kann man nur mit symbolischer Politik begegnen. Mit einem anderen politischen Identit&auml;tsangebot. Einer Politik also, die die Emotionen ber&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!151870\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ein lesenswerter Text von Isolde Charim, gerade auch weil er zum Widerspruch einl&auml;dt. Die Parteien als Gef&uuml;hlsbank, interessant. Aber Parteien m&uuml;ssen auch die Interessen ihrer Anh&auml;nger bedienen, die sich sehr wohl rational erfassen lassen. Wenn die SPD einen Niedriglohnsektor bef&ouml;rdert und fast ein Viertel der arbeitenden Bev&ouml;lkerung dort sitzen l&auml;sst, &ndash; ohne die geringsten Bem&uuml;hungen erkennen zu lassen, diesen Zustand zu &auml;ndern &ndash; dann braucht Mann oder Frau nur auf das &uuml;berzogene Konto am Ende des Monats zu schauen, um zu wissen, wo die Politik versagt hat. Der Punkt ist nur, dass der Niedrigl&ouml;hner, der Hartz-IV-Bezieher zur G&auml;nze in einer Weise dem neoliberalen Zeitgeist unterworfen ist, dass er ihm sozusagen aus den Ohren tropft. Und der besagt, dass er seine Situation selbst zu verantworten hat. Es gibt nicht mehr das Bild des Kapitalisten, der das Gemeinwohl seinem Profit opfert. Da ist kein Raum f&uuml;r die Anfrage an Politiker: Was habt ihr im Sinn? Eure Karrieren oder das Wohl der Allgemeinheit? Nein, dem es heute schlecht geht, ist selbst schuld. Allerdings ist dieser Zustand nicht lange auszuhalten, ohne daran zu zerbrechen. Und so macht sich das Unterbewusstsein auf die Suche nach dem &ldquo;wahren&rdquo; Schuldigen.<\/em><br>\n<em>Diese Mechanik kann Ratio durchaus lenken. Gut, dass Frau Merkel vor Fremdenfeindlichkeit warnt, unsere Aufgabe ist es, aufzuzeigen, dass ihre Regierung und die Vorg&auml;ngerregierungen, dazu beigetragen haben, sinkende Masseneinkommen, zunehmende Armut und Ungleichheit, eine allgemeine Unsicherheit bis tief in die Mitte der Gesellschaft zu produzieren. Ich denke, dass diese Kl&auml;rung im pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch durchaus m&ouml;glich ist. Aber es d&uuml;rfte in der Tat schwierig sein, einer gro&szlig;en Zuh&ouml;rerschaft in Dresden zu vermitteln, dass der Verantwortliche f&uuml;r die gro&szlig;e pers&ouml;nliche Unsicherheit nicht von Ausl&auml;ndern, sondern vom &ldquo;Mutti&rdquo; verursacht wurde. Zumal sich keine echte Alternative anbietet, welche sich f&uuml;r substanzielle Ver&auml;nderungen einsetzt. Dann kippt die allgemeine Stimmungslage sehr schnell in eine prinzipielle Ablehnung von Politik. Und der Populist kann die Emotionen der Erniedrigten und Beleidigten aufgreifen. Allerdings wirkt Frau Charims Text gerade an diesem Punkt nicht &uuml;berzeugend. Was hei&szlig;t das denn konkret: &ldquo;Populismus kann man nur mit symbolischer Politik begegnen. Mit einem anderen politischen Identit&auml;tsangebot. Einer Politik also, die die Emotionen ber&uuml;hrt.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck: Chaos auf den M&auml;rkten &ndash; Fatales Schweigen in der Politik<\/strong><br>\nDie internationalen M&auml;rkte sind zu Beginn des Jahres in heller Aufregung, und viele Kommentatoren verlieren den &Uuml;berblick und manche sogar den Kopf. In der Tat, es ist au&szlig;ergew&ouml;hnlich, was derzeit passiert. Die Preise f&uuml;r global gehandelte Rohstoffe sinken zum Teil in unglaublichem Tempo. Insbesondere f&uuml;r &Ouml;l und &Ouml;lprodukte geht es steil bergab (dazu kommt noch einmal ein gesondertes St&uuml;ck diese Woche). Aber auch andere Rohstoffpreise sind unter Druck. An den Aktienm&auml;rkten vollzieht sich ein wildes Auf und Ab und die Preise f&uuml;r festverzinsliche Wertpapiere verzeichnen historische H&ouml;chstst&auml;nde (das sind die Preise vorwiegend f&uuml;r Staatsschuldpapiere, was auch bedeutet, dass deren Zinsen historisch niedrig sind). Der deutsche Staat kann inzwischen Geld f&uuml;r einige Jahre aufnehmen und bekommt von den Anlegern daf&uuml;r eine Pr&auml;mie, statt selbst Zinsen zahlen zu m&uuml;ssen. Die Notenbanken drucken dar&uuml;ber hinaus &ndash; anscheinend ohne jede Kontrolle &ndash; Geld und die Preise beginnen auf breiter Front zu fallen. Auch die Wechselkurse der wichtigsten W&auml;hrungen fahren Achterbahn, wobei vor allem der Euro massiv zur Schw&auml;che neigt; er ist seit dem Fr&uuml;hjahr 2014 von 1,40 (US-Dollar f&uuml;r einen Euro) auf unter 1,20 gefallen.<br>\nDas alles verunsichert die B&uuml;rger, und so schie&szlig;en Konspirationstheorien und wilde Spekulationen dar&uuml;ber ins Kraut, wer sich das wohl alles ausgedacht haben k&ouml;nnte, um die Weltherrschaft an sich zu rei&szlig;en oder wenigstens seinen Reichtum zu mehren und f&uuml;r immer zu sichern. Die meisten dieser Mutma&szlig;ungen schie&szlig;en allerdings weit &uuml;ber&lsquo;s Ziel hinaus. Die Weltkonspiration gibt es so wenig wie die Allmacht eines Landes, das im Hintergrund die F&auml;den bei all dem zieht.<br>\nWas wir erleben, ist in der Tat eine neue Epoche der wirtschaftlichen Entwicklung, und wir erleben ein nur historisch zu nennendes Versagen der Wirtschaftspolitik. Aber dennoch bleiben die meisten Ph&auml;nomene gut erkl&auml;r- und verstehbar, wenn man eine angemessene &ouml;konomische Theorie zu Grunde legt. Das Problem ist nur, dass diese Theorie nicht weit verbreitet ist und deswegen ein allgemeines Herumr&auml;tseln auch der sogenannten Fachleute die Regel ist. Das aber verwirrt den B&uuml;rger und alle kritischen Beobachter &uuml;ber alle Ma&szlig;en, denn wenn die schon nicht mehr wissen, was Sache ist, dann kann es ja nur noch die Erkl&auml;rung geben, dass irgendwo die F&auml;den in diesem Spiel gezogen werden, das keiner au&szlig;er den Verschw&ouml;rern verstehen kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/chaos-auf-den-maerkten-fatales-schweigen-in-der-politik\/\">Flassbeck economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Stephan Hebel: Die griechische Alternative<\/strong><br>\nDie Linkspartei des von Schulden und Sozialabbau geplagten Landes wird in Berlin und Br&uuml;ssel weitgehend verteufelt. Das k&ouml;nnte einen Grund haben: Sie steht f&uuml;r eine andere Politik.<br>\nWer das f&uuml;r richtig h&auml;lt, was Europa unter deutscher F&uuml;hrung seit Jahren unter dem Titel &bdquo;Euro-Rettung&ldquo; auff&uuml;hrt, f&uuml;rchtet Tsipras und Syriza vielleicht sogar zu Recht. Die griechische Linkspartei steht, manchem populistischen Ausrutscher zum Trotz, f&uuml;r bedenkenswerte Alternativen zur einseitigen Sparpolitik. W&uuml;rde Alexis Tsipras Ministerpr&auml;sident, dann st&uuml;nde endlich ein Modell auf dem Pr&uuml;fstand, das folgenderma&szlig;en funktioniert: Ein Krisenstaat erh&auml;lt Kredite, die man besch&ouml;nigend &bdquo;Hilfen&ldquo; nennt. Als Gegenleistung wird er gezwungen, sich so arm zu sparen, dass die Bilanz (die des Staates, nicht die der von K&uuml;rzungen betroffenen B&uuml;rger) wieder positiv ausf&auml;llt &ndash; wenn man die durch Kredit-&bdquo;Hilfen&ldquo; angeh&auml;uften Schulden au&szlig;en vor l&auml;sst. Dass viele Reiche sich ihrer Steuerpflicht entziehen, auch in Griechenland, scheint kaum jemanden zu st&ouml;ren.<br>\nDass damit der Ausweg aus der Krise gefunden sei, geh&ouml;rt zu den M&auml;rchen, die wir Deutschen allzu gern glauben. In Wahrheit stimmt, was Syriza sagt und viele Experten best&auml;tigen: Griechenland wird seine Schulden niemals zur&uuml;ckzahlen k&ouml;nnen. Auch nicht die bis zu 65 Milliarden Euro, mit denen Deutschland an den &bdquo;Hilfen&ldquo; beteiligt ist (und f&uuml;r die es Zinsen kassiert). Wir haben die Wahl, jetzt auf einen Teil dieses Geldes zu verzichten &ndash; oder unter Absingen h&auml;sslicher Lieder &uuml;ber b&ouml;se Griechen auf den n&auml;chsten, viel teureren Ausbruch der Krankheit zu warten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/griechenland-die-griechische-alternative,1472602,29485972.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;e Depression und die Schuld des Gl&auml;ubigers<\/strong><br>\nAm 25. Januar w&auml;hlt Griechenland ein neues Parlament. Die Griechen haben die Wahl zwischen Europas Vasallen Antonis Samaras und dem Rebellen Alexis Tsipras, zwischen einer Fortsetzung der Sparpolitik und dem Wagnis eines Bruchs mit Br&uuml;ssel. Das Ergebnis des Kr&auml;ftemessens zeichnet sich bereits ab: Wie einst Samaras muss auch Tsipras einsehen, dass die Gl&auml;ubiger am l&auml;ngeren Hebel sitzen und eine Fortsetzung der Austerit&auml;t mit der Drohung eines Staatsbankrotts erzwingen k&ouml;nnen.<br>\nDabei ist das internationale Konkursverfahren gegen Griechenland bereits jetzt das gr&ouml;sste wirtschaftspolitische Desaster der letzten hundert Jahre. Im nunmehr siebten Jahr hat die Krise ihren Tiefpunkt erreicht. In diesen sieben mageren Jahren hat Griechenland bisher kumuliert mehr als ein ganzes Bruttosozialprodukt (116% des Jahres 2007) eingeb&uuml;sst. Zum Vergleich: Die Grosse Depression in den USA war nach vier Jahren am Tiefpunkt angelangt und im siebten Jahr beendet &ndash; mit einem kumulierten Verlust von 104 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).<br>\nDas damalige Krisenmanagement in den USA gilt als grandiose wirtschaftspolitische Fehlleistung und besch&auml;ftigt viele &Ouml;konomen bis heute. Im Gegensatz dazu gibt Griechenlands Trag&ouml;die bisher kaum Anlass zur Nachdenklichkeit oder gar Selbstkritik in gro&szlig;en Teilen der &Ouml;konomenzunft. &bdquo;Wir haben in den letzten Jahren gute Erfolge erzielt. Es war ein anstrengender Weg f&uuml;r das griechische Volk, aber es zahlt sich aus&ldquo;, meinte vor wenigen Wochen selbstzufrieden Deutschlands Finanzminister gegen&uuml;ber der FAZ.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/griechenland-grosse-depression-und-die-schuld-des-glaeubigers\/\">Flassbeck Economics<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Deutlich weniger radikal&ldquo;<\/strong><br>\nChristos Katsioulis in Athen &uuml;ber das Schreckensgespenst SYRIZA und den Tiefpunkt der PASOK.<br>\nF&uuml;r Griechenland h&auml;tte das historische Bedeutung, weil erstmals eine Partei der kommunistischen Linken an der Macht w&auml;re. Zudem w&uuml;rde erstmals seit der Diktatur eine andere Partei an die Macht kommen, als die konservative Nea Dimokratia und die sozialistische PASOK. Das w&auml;re f&uuml;r einen Bruch mit vielen klientelistischen Praktiken sicherlich hilfreich. Was die Forderungen der Partei betrifft, so muss man jedoch ein wenig Wasser in den Wein gie&szlig;en. Denn SYRIZA fordert zwar einen Schuldenschnitt, das hat die aktuelle Regierung bis vor kurzem aber auch getan. Die Partei ist sicherlich nicht monolithisch, aber erst am Wochenende betonte der Parteichef, dass jegliche Diskussion der Schulden innerhalb des europ&auml;ischen Rahmens stattfinden muss. Das ist schon deutlich weniger radikal, als das, was &uuml;berall publiziert wird. Und das &bdquo;Ende des Sparkurses&ldquo; ist ebenfalls eine dehnbare Formulierung. SYRIZA wendet sich vor allem gegen die Austerit&auml;tspolitik, betont jedoch gleichzeitig, dass ein ausgeglichener Haushalt das Ziel bleibt&hellip;<br>\nDie W&auml;hlerinnen und W&auml;hler sind der Schreckensszenarien m&uuml;de und von der Regierung frustriert. Nach drei Jahren Sparpolitik, massiver Schrumpfung der Wirtschaft und einer Arbeitslosigkeit von 26 Prozent ist die Bereitschaft hoch, es mal mit einer Variante zu versuchen, die zwar riskanter wirkt, daf&uuml;r jedoch Hoffnung verspricht. Und Hoffnung war in den letzten Jahren in Griechenland ein rares Gut&hellip;<br>\nDenn wenn sich abzeichnet, dass Europa und der IWF den gestalterischen Korridor f&uuml;r eine europafreundliche, aber austerit&auml;tskritische Regierung so eng gestalten, dass sie faktisch scheitern muss, dann wird dies den Antieurop&auml;ern in der EU Auftrieb geben. Es ist sicherlich kein Zufall, dass eine der ersten Stimmen aus dem Ausland, die die Wahlen in Griechenland begr&uuml;&szlig;te, Marine le Pen war&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/kurzinterview\/artikel\/deutlich-weniger-radikal-728\/\">Internationale Politik und Gesellschaft IPG<\/a>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150101_01.png\" alt=\"\" title=\"\">\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Mitgliedschaft im Euro ist unwiderrufbar<\/strong><br>\nDie Debatte um einen &ldquo;Austritt&rdquo; Griechenlands aus der Eurozone ist in Deutschland neu losgetreten worden. Ein nicht dementierter Beitrag im Spiegel (Ausstieg bei SYRIZA-Wahlsieg &ldquo;nahezu unausweichlich&rdquo;) bekr&auml;ftigte dabei aber nur, was Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) seit Jahren vertritt. Denn schon im Mai 2012 hatte er erkl&auml;rt, ein Euro-Austritt Griechenland (Grexit) sei verkraftbar (Griechenlands Euro-Austritt r&uuml;ckt n&auml;her). Das wurde nun wiederholt. Ob es richtig ist, muss &ndash; auch angesichts der Reaktionen an Kapitalm&auml;rkten &ndash; bezweifelt werden. Gemeint ist ohnehin ein Rauswurf, der in den Vertr&auml;gen nicht vorgesehen ist. Die EU-Kommission meint sogar, es g&auml;be gar keine M&ouml;glichkeit, den Euro wieder loszuwerden. Das hat die linke Syriza auch nach einem Wahlsieg nicht vor. Die Partei setzt auf einen effektiven Schuldenschnitt nach Vorbild Deutschlands, der dem Land einen Neustart erm&ouml;glicht. Sie hofft, dass in Griechenland der Wandel beginnt, den die Linke in Spanien und Irland fortsetzen w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43780\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Auch wenn man die Motive eines so bunten Vogels wie Horst Seehofer hinterfragen kann, hat er in der Sache recht, wenn er kritisiert, dass es &ldquo;in Deutschland manchmal eine besondere Neigung gibt, die Rolle eines Vormundes gegen&uuml;ber anderen L&auml;ndern zu spielen&rdquo;. Es sei f&uuml;r die Beziehungen nicht gut, als &ldquo;Oberlehrer im griechischen Wahlkampf&rdquo; aufzutreten. Viel gewichtiger ist allerdings die Auffassung von Barry Eichengreen, der sich nun wirklich mit Krisen der Finanzsysteme auskennt: Ein Austritt sei wie die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers nur &ldquo;im Quadrat&rdquo;, erkl&auml;rt der Wirtschaftshistoriker aus Kalifornien auf der Jahrestagung der American Economic Association. &ldquo;Auch wenn es teuer, schwierig und schmerzhaft wird, die Eurozone zusammenzuhalten, w&auml;re es noch teurer und schwieriger sie aufzuspalten&rdquo;. In der Diskussion Eichengreens mit anderen &Ouml;konomen meinte Martin Feldstein, alter Kritiker des Euros, dass Ma&szlig;nahmen die EZB nicht dazu beitragen w&uuml;rden, die Eurozone wiederzubeleben, und empfahl, dass jedes Land versuchen sollte, mit seiner Steuerpolitik, einschlie&szlig;lich einer Senkung der Mehrwertsteuer, den Konsum zu beleben.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>TTIP<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Brandbrief an Wirtschaftsminister: Gabriels TTIP-Berater f&uuml;hlen sich &uuml;bergangen<\/strong><br>\nAn den geplanten Handelsabkommen mit den USA und Kanada scheiden sich die Geister. Dass Wirtschaftsminister Gabriel fast nur die Vorz&uuml;ge von TTIP und Ceta betont, sorgt f&uuml;r &Auml;rger bei Experten, die er selbst berufen hat. In dem von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) einberufenen TTIP-Beirat regt sich Unmut &uuml;ber die Haltung des Ministers zu den transatlantischen Freihandelsabkommen Ceta und TTIP. In einem Brief an Gabriel &auml;u&szlig;ern sich mehrere dem Gremium angeh&ouml;rende Verbandschefs irritiert dar&uuml;ber, dass der Minister den Eindruck erwecke, dass, wenn die anderen europ&auml;ischen Mitgliedstaaten die Abkommen wollten, auch Deutschland zustimmen m&uuml;sse. &bdquo;Eine solch apodiktische Haltung l&ouml;st bei uns die Frage aus, welche Funktion ein TTIP-Beirat hat, wenn die Bundesregierung entweder sich den Entscheidungen der anderen Mitgliedstaaten anschlie&szlig;t oder aber in ihrer Haltung bereits festgelegt ist&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Schreiben, das dem Handelsblatt (Online-Ausgabe) vorliegt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/brandbrief-an-wirtschaftsminister-gabriels-ttip-berater-fuehlen-sich-uebergangen\/11191014.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was sollte die SPD-Basis tun, wenn ein Parteivorsitzender die eigenen Gremien ignoriert, wenn der Politstratege mal diese oder mal jene Meinung vertritt, wenn ein gewiss nicht linkslastiger Beirat den SPD-Minister in Sachen Demokratie belehren muss? Was sollte der deutsche W&auml;hler tun, wenn ein SPD-Minister die Interessen Deutschlands nicht vertritt?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das Chlorhuhn als Ablenkungsman&ouml;ver<\/strong><br>\nW&auml;hrend es am Freihandelsabkommen zahlreiche kritikw&uuml;rdige Aspekte gibt &ndash; z.B. die umstrittenen Schiedsgerichte, die mangelnde Transparenz (nicht nur) bei den Verhandlungen und die Gefahr eines &uuml;berzogenen Investitionsschutzes f&uuml;r Unternehmen &ndash; wurde das Chlorhuhn mit Hilfe tatkr&auml;ftiger Medien zu einem gigantischen Popanz aufgeblasen. Das Chlorh&uuml;hnchen versinnbildlichte die Gefahr, die dem Verbraucher einfach zu vermitteln war: demn&auml;chst haben wir alle nur noch genverseuchte Lebensmittel und Chlorh&uuml;hnchen auf dem Teller.  Tiersch&uuml;tzer und Politiker arbeiteten sich an dem Thema ab, w&auml;hrend in &Ouml;sterreich die Kronenzeitung gro&szlig;e Kampagnen gegen das Chlorhuhn lancierte und so das ihre tat, um den Fokus weiter auf die Herabsenkung von Lebensmittelstandards zu lenken, die als die Gefahr des Freihandelsabkommens gesehen wird.<br>\nMit dem Streit um die &ldquo;N&uuml;rnberger W&uuml;rstchen&rdquo;, die nicht aus Kenntucky kommen sollen, wurde nun die n&auml;chste Nebelkerze gez&uuml;ndet, wobei nicht nur von den den teilweise nichtssagenden Herkunftsbezeichnungen abgelenkt wird, sondern zeitgleich auch noch publikumswirksam angek&uuml;ndigt werden kann, dass ggf. die USA bereit seien, bei dem Freihandelsabkommen Zugest&auml;ndnisse zu machen. Und wo w&auml;re dies f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung beruhigender, wenn nicht dadurch, dass signalisiert wird, im Abkommen werde man eine Kennzeichnung f&uuml;r gentechnisch ver&auml;nderte Lebensmittel festschreiben und auf die Importm&ouml;glichkeit von Chlorh&uuml;hnchen verzichten? Sollten die USA tats&auml;chlich auf diese beiden Klauseln verzichten, k&ouml;nnte das Chlorhuhn dazu f&uuml;hren, dass TTIP als nicht mehr so schlimm wahrgenommen wird, der Protest insofern erlahmt. &ndash; Die n&auml;chsten Ablenkungsman&ouml;ver d&uuml;rften nicht mehr lange auf sich warten lassen und es sieht aus, als w&uuml;rden letztendlich der Bev&ouml;lkerung nur Teilaspekte mitgeteilt werden, an der sie sich abarbeiten kann und bei denen sie letztendlich sogar das Gef&uuml;hl haben kann, dass ihr Protest geh&ouml;rt und dementsprechend ein Sieg errungen wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Das-Chlorhuhn-als-Ablenkungsmanoever-2508413.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Lucas Zeise: Der Sturz des &Ouml;lpreises<\/strong><br>\nDer &Ouml;lpreis ist spektakul&auml;r gefallen. Im Sp&auml;tsommer kostete ein Fass von etwa 159 Liter Roh&ouml;l (der an der Londoner &Ouml;lb&ouml;rse gehandelten Sorte Brent) noch 115 Dollar. Am Weihnachtstag waren es nur noch 60. Ein Preissturz um fast die H&auml;lfte binnen f&uuml;nf Monaten. Das ist keine Kleinigkeit. Roh&ouml;l ist die wichtigste Ware in der kapitalistischen Weltwirtschaft, wichtiger als Weizen, Reis, Mais, Rindfleisch oder Speicherchips. Der Preis dieser Ware bestimmt das Schicksal von Volkswirtschaften und V&ouml;lkern. Wie kann es zu einem solchen Preissturz kommen? Heiner Flassbeck vertritt (auf flassbeck-economics.de vom 14.10.) die These, Angebot und Nachfrage seien auf dem &Ouml;lmarkt wie auch auf anderen Rohstoffm&auml;rkten als Bestimmungsfaktoren f&uuml;r den Preis au&szlig;er Kraft gesetzt, weil das gro&szlig;e Geld sich auch dieser Waren als Spekulationsobjekt bem&auml;chtigt habe. Das ist sicher eine falsche Position. Das Spielgeld auf den Warenm&auml;rkten verzerrt die Preisbewegungen, sorgt f&uuml;r &Uuml;bertreibungen und Verz&ouml;gerungen beim Auf und Ab der Preise &ndash; aber es hebt die wesentlichen Bestimmungsfaktoren von Angebot und Nachfrage nicht auf.<br>\n2008, als die gro&szlig;e Finanzkrise weltweit die Realwirtschaft erfasste, gab es &uuml;brigens einen noch tieferen Absturz des Roh&ouml;lpreises binnen weniger Monate: von 140 auf nur noch 40 Dollar, also um mehr als zwei Drittel. Weil der Preis sich damals relativ schnell auf etwa 60 Dollar erholte, 2011 sogar bis auf 120 Dollar stieg und sich bis Sommer dieses Jahres bei &uuml;ber 100 Dollar hielt, hoffen viele &Ouml;lproduzenten heute, dass der Einbruch nur von kurzer Dauer ist. Vermutlich haben sie unrecht.  Wie klassische &Ouml;konomen, also auch Marxisten, wissen, schwanken Warenpreise um die Kosten der zu ihrer Produktion (F&ouml;rderung) gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit. Das entspricht etwa den marginalen Betriebskosten, also den Kosten f&uuml;r denjenigen Produzenten, f&uuml;r den sich der Betrieb seiner &Ouml;lquellen gerade noch lohnt. In Saudi-Arabien betragen diese gerade mal zwei bis f&uuml;nf Dollar. In der Nordsee sind es 50 bis 80 Dollar. F&uuml;r die in der Nordsee aktiven Firmen ist es aber sehr teuer, ihre &Ouml;lquellen &raquo;abzuschalten&laquo;, auch weil die Investitionen zu deren Erschlie&szlig;ung sehr hoch sind. So hat in der Vergangenheit sehr oft bei &Uuml;berangebot die Produzentin mit den geringsten F&ouml;rderkosten, n&auml;mlich die der Herrscherfamilie Saud geh&ouml;rende Firma Aramco die Gewinnung reduziert und so den &Ouml;lpreis stabilisiert. Seit in den USA das Fracking in gro&szlig;em Stil betrieben wird, hat sich nicht nur das Angebot auf dem Erd&ouml;lmarkt dramatisch erh&ouml;ht. F&uuml;r die Frackingfirmen ist die F&ouml;rderung auch relativ teuer. Anders als die Unternehmen, die die Quellen in der Nordsee und andere schwer zu erschlie&szlig;ende Lager ausbeuten, k&ouml;nnen sie aber relativ problemlos ihre F&ouml;rderung drosseln, einstellen oder wieder hochfahren. Ihre Betriebskosten betragen 35 bis 50 Dollar, liegen also noch etwas unter dem aktuellen Roh&ouml;lpreis. Der k&ouml;nnte sich auf eben diesem Niveau einpendeln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/12-27\/033.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Allerdings ist bereits jetzt zu beobachten, dass die Zahl der aktiven &Ouml;l- und Gasf&ouml;rderanlagen in den USA nach einem rasanten Wachstum zur&uuml;ckgeht. Waren Mitte November noch 157 mehr im Betrieb als zum selben Zeitpunkt im vorigen Jahr, so stellten innerhalb eines Monats bis Mitte Dezember 50 Anlagen ihre Aktivit&auml;ten ein. Neue Projekte werden kaum mehr realisiert. Es wird interessant sein, ab wann der zunehmende R&uuml;ckgang der F&ouml;rdermenge eine Auswirkung auf dem Knappheitspreis haben wird. &ndash; Generell w&uuml;rde sich ein l&auml;nger anhaltender niedriger &Ouml;lpreis verheerend auswirken. Die Volkswirtschaften Venezuelas und anderer F&ouml;rderl&auml;nder sind vom Bankrott bedroht. Auch in Russland wirken sich nicht nur die sinkenden Einnahmen, sondern auch der weiter absinkende Rubel negativ aus. (Eigentlich m&uuml;ssten wir allein schon deswegen die Sanktionen stoppen). Aber auch die Knappheit der Ressource &Ouml;l wird verschleiert. Der Umbau weg vom &Ouml;l wird gestoppt. Der Beitrag des &Ouml;lverbrauchs zur Klimaver&auml;nderung steigt wieder. (Tr&ouml;stlich allein, dass sich Tiefseebohrungen oder &Ouml;lsandprojekte zurzeit nicht rentieren.)<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: Forscher sicher: Fracking verursachte Erdbeben in Ohio<\/strong><br>\nDas Fracking, bei dem &Ouml;l und Gas mit Hilfe von Fl&uuml;ssigkeiten aus dem Boden gepresst werden, ist vor allem wegen m&ouml;glicher Umweltsch&auml;den umstritten. Forscher haben jetzt ein noch gr&ouml;&szlig;eres Risiko der Technologie ausgemacht: Fracking soll sogar Erdbeben hervorrufen k&ouml;nnen.  Die Gas- und &Ouml;lf&ouml;rderung durch Fracking kann nach Forscherangaben bei bestimmten Bodenstrukturen zu relativ starken Erdbeben f&uuml;hren. Ein US-Team hatte die Ursachen f&uuml;r ein Erdbeben im M&auml;rz 2014 in Poland im US-Bundesstaat Ohio untersucht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/wissen\/technik\/umstrittene-foerdertechnologie-forscher-sicher-fracking-verursachte-erdbeben-in-ohio_id_4383045.html\">Focus<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Wirtschaftsfl&uuml;chtling und die, die ihm den Regen stahlen<\/strong><br>\nWirtschaftsfl&uuml;chtlinge. Man mag sie hierzulande nicht. Christliche Parteien haben was gegen Wirtschaftsflucht. Wenn einer abhaut, weil er in seinem Land von H&auml;schern verfolgt wird, dann ist man zwar nicht entz&uuml;ckt, doch man wahrt noch die Contenance. Aber Wirtschaftsfl&uuml;chtlinge? Entfliehen, weil man die Wirtschaft nicht in Schwung kriegt? Ein besser Leben sucht? Faules Pack &ndash; oder etwa nicht?<br>\nEin bequemes Urteil f&uuml;r Leute, die im vom Klima beg&uuml;nstigten Europa leben. Wenn Albert Hammond ziept, dass es in Southern California nie regnet, dann kriegen wir gute Laune. In Wahrheit ist Trockenheit allerdings eine Katastrophe. Viele der Fl&uuml;chtlinge, die im Mittelmeer ertrinken oder auf Lampedusa und vor den Z&auml;unen Ceutas und Melillas warten, stammen aus den Zonen an den R&auml;ndern der Sahara. Vor allem aus Westafrika. Einer Weltregion, die nie durch besonders ausgiebigen Regenfall ausgezeichnet war. Die Niederschlagsrate sinkt seit Jahren (siehe Karte). Die allgemeine Klimaerw&auml;rmung trocknet die Subregion aus. It never rains in Western Africa. Und die Folge sind verdorrte Ernten und Hungersn&ouml;te. Ohne Wasser lassen sich keine Felder bestellen; ohne Nahrung keine noch so rudiment&auml;ren Wirtschaftsstrukturen halten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2015\/01\/der-wirtschaftsfluchtling-und-die-die.html\">ad sinistram<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Standardsituationen der &Ouml;konomiekritik: F&uuml;r und Wider den Mainstream<\/strong><br>\nTrotz einer seit Jahren wachsenden Bewegung f&uuml;r mehr Pluralismus in der &Ouml;konomie ist die &ouml;konomische Forschung und Lehre weiterhin von theoretischer und methodischer Einseitigkeit gekennzeichnet. Zur Verteidigung dieser Forschungsausrichtung gegen&uuml;ber internen und externen KritikerInnen folgt die etablierte &ouml;konomische Forschung einem standardisierten Muster der Kritikabwehr. Dieser Blogeintrag widmet sich deshalb einer Auswahl der h&auml;ufigsten Standardsituationen der &Ouml;konomiekritik.<br>\nDie wachsende Kritik am herrschenden &ouml;konomischen Diskurs in Forschung und Lehre ist, unter anderem, auch eine Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise. Im Zentrum der Kritik steht dabei theoretische und methodische Engf&uuml;hrung der &ouml;konomischen Disziplin, die sowohl zu einer verk&uuml;rzten Analyse der Krisenursachen als auch zu einem eingeschr&auml;nkten Blick auf m&ouml;gliche L&ouml;sungswege f&uuml;hrt&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/standardsituationen-der-oekonomiekritik\/%20\">Blog arbeit &amp; wirtschaft<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Mathew D. Rose: It is Not a Eurozone Crisis, but a European Union Crisis<\/strong><br>\nThe austerity policy dictated to the Eurozone by Germany has failed to generate a recovery. The news goes from bad to worse &ndash; and even worse. Nowhere is that more tangible than in Greece. Just to repeat the otherwise well known facts for the German readers of Naked Capitalism, who are withheld such facts in their own media: 1 million people have lost their jobs (approximately 25 percent of the working population); youth unemployment is well over 50 percent despite massive immigration; a third of business have closed, salaries have sunk almost 40 percent; pensions have been reduced almost by half; the economy has contracted by a quarter; there has been a 43 percent increase in child mortality and the health system has broken down; the Greek economy is in deflation; and, since the imposition of the austerity programme in 2010 the public debt has increased from 130 percent of GDP to 175 percent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nakedcapitalism.com\/2015\/01\/mathew-d-rose-not-eurozone-crisis-european-union-crisis.html\">Naked Capitalism<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Krieg der Generationen? Es gibt keine Generationen!<\/strong><br>\nWarum fehlende soziale Gerechtigkeit kein Konflikt zwischen Jung und Alt ist. &ndash; In den letzten Jahren hat eine Debatte in Deutschland Hochkonjunktur, die einen brisanten Verteilungskonflikt zwischen Jung und Alt unterstellt.<br>\nSchon im Jahr 2003 war in der Onlineausgabe der Welt zu lesen: &ldquo;Nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik hat sich die Lebenswirklichkeit von Jung und Alt so weit voneinander entfernt. W&auml;hrend die meisten Rentner finanziell abgesichert sind, m&uuml;ssen vor allem Familien mit Kindern jeden Monat k&auml;mpfen, um &uuml;ber die Runden zu kommen&rdquo; (Lachmann 2003).<br>\nDie damalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt warnte in diesem Zusammenhang bereits vor einem &ldquo;Krieg der Generationen&rdquo; (ebd.) &ndash; ein gefl&uuml;geltes Wort, das in den letzten gut 10 Jahren immer wieder in der &ouml;ffentlichen Diskussion in sozialpolitischen, insbesondere rentenpolitischen Zusammenh&auml;ngen zirkuliert. Zuletzt nutzten Jungpolitiker der FDP und der Piratenpartei dieses Schlagwort, um gegen die Pl&auml;ne der Bundesregierung zur abschlagsfreien Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren auszuteilen (Neuerer 2014).<br>\nImmer mitgedacht und -kommuniziert wird dabei die Alterung der Gesellschaft als Ursache f&uuml;r die vermeintlichen Generationenkonflikte. Aufgrund des demografischen Wandels und der Geburtenschw&auml;che der nachr&uuml;ckenden Jahrg&auml;nge wird eine zunehmend ungerechte Verteilung der Lasten zwischen den Generationen ausgemacht. Beispielhaft konstatieren Reiner Klingholz und andere in einem Discussion Paper des Berlin-Instituts: &ldquo;Die politische Frage ist, wie sich die daraus entstehende Belastung innerhalb der Generationen gerecht aufteilen l&auml;sst&rdquo; (Klingholz u.a. 2014).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1441\">annotazioni.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Atompolitik der Ukraine: Der Traum vom Nuklearen<\/strong><br>\nDas Land ist heute noch vom Erbe der Sowjetunion gepr&auml;gt. Die Begeisterung f&uuml;r Atomkraft hat die politischen Umbr&uuml;che bruchlos &uuml;berdauert. Alle politischen Richtungen der Ukraine unterst&uuml;tzen die Modernisierung und den Ausbau der Atomanlagen. Der GAU von Tschernobyl im Jahre 1986 l&ouml;ste keine wahrnehmbaren Gegenstr&ouml;mungen aus. Heute erscheint er sogar als Vorteil: Die fast menschenleere Sperrzone um die seit 2002 abgeschalteten Reste der Anlage soll nun f&uuml;r Wiederaufbereitungsanlagen und die Zwischenlagerung von strahlendem M&uuml;ll genutzt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!152131\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Volker Bahl:<\/strong> Die Ukraine &ndash; und die Energiewende in Deutschland: einfach &ldquo;perdu&rdquo;? Erhard St&ouml;lting gie&szlig;t &ndash; beabsichtigt oder unbeabsichtigt &ndash; einen &ldquo;Wermutstropfen&rdquo; in die Begeisterung der bundesdeutschen Gr&uuml;nen f&uuml;r die Freiheit der Ukraine &ndash; und ihrem raschen Beitritt zur Europ&auml;ischen Union:  Die Ukraine ist auch heute noch von dem nuklearen Erbe der Sowjetunion &ldquo;nachhaltig&rdquo; gepr&auml;gt &ndash; und Russland ist weltweit der &ldquo;Gr&ouml;&szlig;te&rdquo; beim Ausbau von Atomanlagen (die Zahl der AKW&acute;s in Russland soll von 31 auf 59 erh&ouml;ht werden) Und der Widerstand gegen die Energiewende in Deutschland (ein politisches &ldquo;Herzensanliegen&rdquo; der Gr&uuml;nen) wird die Ukraine nach ihrem Beitritt zur EU erheblich verst&auml;rken.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Schweig, Verr&auml;ter!<\/strong><br>\nWhistleblower packen aus. Nicht &uuml;ber die brisanten Geheimdienstinformationen, die sie &ouml;ffentlich machten, sondern &uuml;ber ihr Schicksal als &ldquo;Verr&auml;ter&rdquo; und angeklagte Straft&auml;ter. Weil sie die Wahrheit sagten, stehen sie nun am Pranger. In ihrer Geschichte spiegelt sich das Bild einer panischen politischen Praxis der USA im Kampf gegen den internationalen Terror. Edward Snowden, prominenter Whistleblower, ist bei weitem kein Einzelfall. Er ist in Gesellschaft einer Vielzahl von ehemaligen Geheimdienstfunktion&auml;ren, die &bdquo;Top Secret&ldquo;-Informationen &ouml;ffentlich machten. In den USA stehen diese Menschen am Pranger. &bdquo;Schweig Verr&auml;ter &ndash; Whistleblower im Visier&ldquo; begleitet einige von ihnen. Ihre &Uuml;berzeugung und ihr Mut hat sie zu Helden der Menschlichkeit gemacht &ndash; und zugleich ins soziale Abseits gestellt. Im Alltag Morddrohungen, Hetze und Schikane ausgesetzt, wird ihnen vor Gericht der Prozess gemacht. Weil sie ihrem Gewissen folgten und nicht wegsehen konnten, als Folter salonf&auml;hig wurde, weil sie glauben &bdquo;America is better than that&ldquo;, gelten sie heute als Straft&auml;ter.<br>\nEin Paradox? Mit Sicherheit. Doch es passt zur politischen Praxis der Vereinigten Staaten seit dem Trauma von 9\/11. Die Angst vor dem Terrorismus hat sich derart tief in das kollektive Bewusstsein eingeschrieben, dass nationale Sicherheitsbeh&ouml;rden wie die NSA oder CIA seitdem mit unermesslichen Vollm&auml;chten ausgestattet sind. Moralische, ethische und demokratische Grundwerte scheinen dem Kampf gegen den Terror nur im Weg zu stehen. Sie werden politisch und juristisch ausgehebelt und in ihr Gegenteil verkehrt: In der &Uuml;berzeugung, Gutes zu tun, werden einzelne Menschenleben wertlos. Und jene, die weiter bedingungslos an die W&uuml;rde eines jeden Einzelnen glauben, werden kaltgestellt. Utilitarismus- gone wrong! Die Reaktionen der USA im Angesicht des globalen Terrorismus sind panisch &ndash; Gegenwehr um jeden Preis. Wer die Wahrheit kennt und ausspricht, begibt sich in gro&szlig;e Gefahr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ujrx7hqSPmg\">arte via YouTube<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Lang ist es her, da haben die USA japanische Kriegsverbrecher vor Gericht gebracht und aufgeh&auml;ngt, weil sie Amerikaner dem Scheinertr&auml;nken ausgesetzt hatten. Heute wird das Leben der Amerikaner, die dasselbe bei den US-Geheimdiensten &ouml;ffentlich machten, systematisch ruiniert. Am Montag hat die US-Senatorin Dianne Feinstein einen Katalog mit Ma&szlig;nahmen gegen Folterverh&ouml;re der CIA vorgestellt. Leider ist davon auszugehen, dass die Vorschl&auml;ge der demokratischen Senatorin im Senat und Repr&auml;sentantenhaus nicht als Gesetz umgesetzt werden, da in beiden Kammern die Republikaner die Mehrheit haben. Die Folterer und ihr Vorgesetzten, dies w&uuml;rde Herrn Bush miteinschlie&szlig;en, werden wohl nie bestraft werden. Es w&auml;re allerdings folgerichtig, wenn wenigsten diese Whistleblower rehabilitiert w&uuml;rden. Deutlicher als die Ver&ouml;ffentlichung des Folterberichts, dessen Inhalt die Welt im Wesentliche schon vorher kannte, w&uuml;rde dieser Schritt den Bewusstseinswandel, von dem Barack Obama sprach, dokumentieren.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Staatliche &Uuml;berwachung: Befallen vom &Uuml;berwachungsvirus<\/strong><br>\nStellen wir uns f&uuml;r einen Moment vor, &Uuml;berwachung w&auml;re ein Virus. Eine gef&auml;hrliche Krankheit, von einer Regierung gegen fremde oder gar ihre eigenen B&uuml;rger eingesetzt, mit furchtbaren Auswirkungen. Was w&auml;re die Folge? Statt einer tr&auml;gen Gleichg&uuml;ltigkeit befiele uns kollektives Entsetzen. Auf den Stra&szlig;en marschierten Demonstranten, die B&ouml;rsen st&uuml;rzten ab, der Notstand w&auml;re nah. Zum Gl&uuml;ck ist &Uuml;berwachung kein Virus. Zum Gl&uuml;ck ist es nicht so schlimm. &ndash; Oder nein: Es ist viel schlimmer. Wir merken es nur noch nicht.<br>\nDenn anlasslose Massen&uuml;berwachung, wie sie Geheimdienste heute aus&uuml;ben, wirkt auf uns und unsere Demokratien genau wie eine Krankheit. Sie macht uns schwach. Wie ein Virus steckt sie einen nach dem anderen an. Die Analogie stimmt bis ins Detail: Entfesselte Geheimdienste, eigentlich dazu da, uns und unsere Werte zu verteidigen, sind wie eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen den Organismus wendet, den es sch&uuml;tzen soll. H&ouml;chste Zeit, das Virus unters Mikroskop zu legen. Und mit den Mitteln des missbrauchten Netzes einen ebenso viralen Impfstoff zu entwickeln: neue, m&auml;chtige Argumente, Metaphern und Geschichten gegen &Uuml;berwachung. Bevor es zu sp&auml;t ist.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/staatliche-ueberwachung-befallen-vom-ueberwachungsvirus.1184.de.html?dram:article_id=307639\">Deutschlandradio<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2015\/01\/04\/dlf_20150104_0931_7d9d6f9c.mp3\">Audio<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Pr&auml;zedenzfall Mercedes-Benz Argentina<\/strong><br>\nW&auml;hrend der argentinischen Milit&auml;rdiktatur 1976&ndash;1983 hatten sich viele Betriebe ihrer kritischen Gewerkschafter entledigt, indem sie sie als &ldquo;Terroristen&rdquo; denunzierten. Der Fall Mercedes-Benz ging um die Welt. 17 Betriebsaktivisten soll die F&uuml;hrung von Mercedes-Benz Argentina den Folterern ans Messer geliefert haben, 14 der Verschleppten fanden den Tod.<br>\n1999, vor 16 Jahren, hat die Autorin zum ersten Mal &uuml;ber die Verwicklung des Konzerns in die Verbrechen der Milit&auml;rdiktatur berichtet und den Opfern Geh&ouml;r verschafft. Sie hat geholfen, die Angeh&ouml;rigen der Ermordeten und die &Uuml;berlebenden zu &uuml;berzeugen, vor Gerichten in Deutschland, Argentinien und den USA gegen die Verantwortlichen zu klagen. Ohne Erfolg. Im Januar 2014 verweigerte der US Supreme Court den Rechtsweg im Fall der verschwundenen Betriebsr&auml;te von Mercedes-Benz.<br>\nDie Autorin zieht eine Bilanz ihrer jahrelangen Recherchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/praezedenzfall-mercedes-benz-argentina.1247.de.html?dram:article_id=303932\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>BAf&ouml;G-Reform: Kontinuierliche Anpassung an Bedarf und Lebenswirklichkeit erforderlich<\/strong><br>\nMit seiner heutigen Zustimmung zum 25. Gesetz zur &Auml;nderung des Bundesausbildungs-f&ouml;rderungsgesetzes (BAf&ouml;G) hat der Bundesrat einer Verbesserung der Studienfinanzierung zugestimmt. Dazu Prof. Dr. Horst Hippler, Pr&auml;sident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), heute in Bonn:<br>\n&bdquo;Der jetzt verabschiedete Gesetzentwurf der Bundesregierung passt das BAf&ouml;G der Lebenswirklichkeit der Studierenden besser an. Nicht nur die Erh&ouml;hung der Bedarfss&auml;tze und Einkommensfreibetr&auml;ge, sondern auch die Schlie&szlig;ung von F&ouml;rderl&uuml;cken zwischen Bachelor und Master und die Verbesserung der F&ouml;rderung von Auslandsaufenthalten sind wichtige Schritte. Ein solcher Anpassungsprozess darf allerdings nicht nur alle sechs oder sieben Jahre erfolgen, wie es derzeit der Fall ist. Das BAf&ouml;G ist ein wichtiges Instrument zur Herstellung gr&ouml;&szlig;erer Chancengerechtigkeit. Damit es diese Wirkung voll entfalten kann, ist eine kontinuierliche Anpassung der Bedarfss&auml;tze und Freibetr&auml;ge an die Preis- und Einkommensentwicklung erforderlich. Ein knappes Drittel der Studierenden bezieht heute BAf&ouml;G. Neben der Elternleistung und dem eigenen Verdienst ist es die wichtigste Finanzierungsquelle der Studierenden.<br>\nVor diesem Hintergrund w&uuml;nschen wir uns auch eine Weiterentwicklung des BAf&ouml;G im Sinne des Lebenslangen Lernens. Die Heraufsetzung der Altersgrenze f&uuml;r Masterstudierende in der letzten BAf&ouml;G-Novelle war ein erster richtiger Schritt dahin. Dieser Weg der Anpassung und &Ouml;ffnung muss k&uuml;nftig kontinuierlich weiter beschritten werden, um das BAf&ouml;G an die ver&auml;nderten Erwerbs- und Studienbiographien anzupassen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/de\/news619044\">idw<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die Janusk&ouml;pfigkeit des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks<\/strong><br>\nHin und wieder zeigt sich die Janusk&ouml;pfigkeit des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks unmittelbar in zwei direkt aufeinander folgenden Sendungen. Etwa dann, wenn von Wagner, Uthoff und ihre Mitstreiter in einer Ausgabe der &ldquo;Anstalt&rdquo; die einseitige Propaganda hinterfragen, die gerade zuvor erst im heute-journal eines Claus Kleber unters Volk gebracht wurde. Der b&ouml;se Witz ist, dass aufkl&auml;rerische Formate wie die &ldquo;Anstalt&rdquo; unter Politsatire firmieren, w&auml;hrend transatlantische Agitation und Desinformation im &ldquo;heute-journal&rdquo; als seri&ouml;se Nachrichten verkauft werden.<br>\nDiese Janusk&ouml;pfigkeit zeigt sich aber auch regelm&auml;&szlig;ig im WDR, wenn dort am Sonntag Morgen exzellent recherchierte Reportagen und Features gesendet und direkt im Anschluss in &ldquo;Fr&uuml;hschoppen&rdquo; oder &ldquo;Presseclub&rdquo; staatliche Propaganda der primitivsten Sorte verbreitet wird. Genau das war auch heute (Sonntag) wieder zu beobachten. Nach einem journalistisch und handwerklich exzellentem Feature von Peter Kreysler &uuml;ber das derzeit hinter verschlossenen T&uuml;ren geplante TTIP-Abkommen zwischen US- und EU-Wirtschaftseliten, folgte eine knappe Stunde einseitige Meinungsmache im sogenannten &ldquo;Internationalen Fr&uuml;hschoppen&rdquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/propagandaschau.wordpress.com\/2015\/01\/04\/die-januskopfigkeit-des-offentlich-rechtlichen-rundfunks\/\">Die Propagandaschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Internet und Gesellschaft: Epoche der Augenzeugen<\/strong><br>\nWas immer heute irgendwo auf der Welt mit Menschen geschieht &ndash; wenn es sich nicht gerade mitten im Amazonas-Urwald oder nachts in der Rub-al-Chali, der saudischen W&uuml;ste, abspielt &ndash; wird wahrgenommen, jedenfalls wenn es von einiger Bedeutung ist. Es wird jemand in der N&auml;he sein, der mit einem Telefon fotografiert, der mit einem Tablet-Computer das Ereignis ins Netz stellt, der es twittert oder seine Whatsapp-Gruppe wissen l&auml;sst. Nicht-Wissen scheint es in dieser Zeit der Total-Kommunikation nicht mehr zu geben &ndash; jedenfalls nicht jenes Nichtwissen, das Menschen daran zweifeln l&auml;sst, ob ein Epochenereignis wirklich geschehen ist. Wenn das 20. Jahrhundert das Zeitalter der Ideologien war, die &Auml;ra des politischen Wunderglaubens, dann ist das 21. Jahrhundert die Epoche der Augenzeugen. &ldquo;Massenkommunikation&rdquo; bedeutet heute nicht mehr, dass wenige sehr vielen anderen etwas zeigen oder erkl&auml;ren, sondern dass potenziell jeder jedem anderen, der mit ihm vernetzt ist, etwas sagen oder vorweisen kann. Es wird nicht mehr von den wenigen zur Masse hin kommuniziert, sondern das, was man in der Sozialwissenschaft fr&uuml;her einmal das &ldquo;Gespr&auml;ch der Gesellschaft&rdquo; genannt hat, ist letztlich ein Gesumme der Masse geworden. Jeder, der will, brummt mit. Im Matth&auml;us-Evangelium hei&szlig;t es, wo zwei oder drei in Jesu Namen versammelt seien, sei er unter ihnen. Wenn heute drei versammelt sind, glotzen zwei ins Smartphone und einer tippt eine SMS.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/internet-und-gesellschaft-epoche-der-augenzeugen-1.2274559\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Schade, dass Kurt Kister da aufh&ouml;rt, wo es interessant wird. Denn was ist die Augenzeugenschaft wert, wenn sie nicht eingeordnet, interpretiert wird. Eine Bombe explodiert. Wann, wer, wo betroffen ist, muss, hinzugef&uuml;gt wird. Womit z.B. in den bestehenden blutigen Konflikten viel Schindluder betrieben werden kann. Bilder k&ouml;nnen sicherlich auch informieren, k&ouml;nnen Emotionen ausl&ouml;sen, aber die Erz&auml;hlung geh&ouml;rt notwendig dazu. Und hier beginnt eigentlich das Ph&auml;nomen der vielen hermetischen Inseln im Ozean des Internets. Die Gleichgesinnten, die an die eine Erz&auml;hlung glauben und alles tun, um sie zu untermauern. Die M&auml;chtigen und die Reichen, Staaten und Personen, die das Bild der Gesellschaft in ihrem Sinne erz&auml;hlen (lassen), die mit Informationen einen meist geheimen Krieg f&uuml;hren gegen echte und vermeintliche Gegner. Und die Wenigen auf der Suche nach der Wahrheit, einer besseren Welt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Umfrage des US-PEN-Zentrums unter Autoren: &Uuml;berwachung f&uuml;hrt zu Selbstzensur<\/strong><br>\nAn dem Report &bdquo;Global Chilling: The Impact of Mass Surveillance on International Writers&ldquo; (Link unter dieser Meldung) haben sich 722 Schriftsteller aus 50 L&auml;ndern beteiligt, die von der NGO Freedom House nach liberalen und demokratischen Gesichtspunkten in freie, teilweise freie und unfreie L&auml;nder eingestuft wurden. Generell beunruhigt die staatliche &Uuml;berwachung der breiten Masse Autoren in allen L&auml;ndern; in den als frei eingestuften L&auml;ndern zeigten sich 75% der befragten Autoren sehr oder zumindest einigerma&szlig;en besorgt, in den teilweise freien L&auml;ndern waren es 84% und in nicht-freien L&auml;ndern 80%. Zudem konstatiert das amerikanische PEN-Zentrum, dass aus Angst vor negativen Konsequenzen (Verletzung der Privatsph&auml;re durch Geheimdienste oder Einschr&auml;nkung der Meinungsfreiheit) Autoren weltweit Selbstzensur &uuml;ben.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boersenblatt.net\/855360\/?t=newsletter\">boersenblatt.net<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.pen.org\/sites\/default\/files\/Global%20Chilling_01-05-15_FINAL.pdf\">Global Chilling: The Impact of Mass Surveillance on International Writers [PDF &ndash; 882 KB]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Nein!<\/strong><br>\nIst eine neue kleine Rubrik auf den Nachdenkseiten, nach dem Motto:\n<blockquote><p>\n<em>&bdquo;Geht einmal euren Phrasen nach, bis zu dem Punkt, wo sie verk&ouml;rpert werden.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Georg B&uuml;chner, 1835<\/p>\n<p>Folge 2 <\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Wie oft ist es inzwischen zu h&ouml;ren, wie inflation&auml;r in fast jeder Nachrichtensendung gedankenlos eingesetzt &ndash; egal, ob zwitschernd im Kommerz-TV oder &ouml;ffentlich rechtlich &ndash; dieses an sich so wohl klingende Verb &bdquo;SORGEN&ldquo;: &bdquo;die Kandidatur von XY   s o r g t  f&uuml;r Wirbel.&ldquo;  Oder: &bdquo;Ein Hoch &uuml;ber den Azoren  s o r g t   f&uuml;r kr&auml;ftige B&ouml;en.&ldquo;  Oder : Das Attentat auf XY s o r g t  f&uuml;r Unruhe.&ldquo;  Was soll das?  <\/em><br>\n<em>Es gibt so keinen, der sich dergestalt s o r g en  kann, kein Schicksal, auch kein lieber Gott. Sorge, sich um jemanden sorgen, das ist ein humanes Mitf&uuml;hlen, oder ein beunruhigt sein. Was hier in unseren Mainstream-Medien &ndash; v&ouml;llig unironisch, und lediglich einen Kausalzusammenhang einfach mal so postulierend &ndash; gemeint ist:  etwas, eine Handlung, ein Wetterph&auml;nomen, etc., f &uuml; h r t  zu etwas, b e w i r k t  etwas, es hat Folgen, sehr konkrete, absichtsvolle, wenn jemand etwas tut, z.B. Geb&uuml;hren erh&ouml;hen, und auch kein Blitzschlag  s o r g t  f&uuml;r den Brand eines Hauses. Oder wenn es zu viel regnet, kann das zu &Uuml;berschwemmungen f&uuml;hren, aber das Klima an sich s o r g t  f&uuml;r gar nichts, erst recht nicht sein so genannter Wandel&hellip; Werden die kalkuliert bildungsfern gehaltenen Globalisierungsverlierer also in der Tat erbarmungslos dem auf die Quote fixierten Blick mit jeder Menge Vereinfachung zynisch geopfert, nach dem Motto &bdquo;Ist ja alles so sch&ouml;n bunt hier&ldquo;?  Und klingt das f&uuml;r uns, die vielleicht Wissenderen  &ndash;  das mit jeder Menge Infotainment dauerbespa&szlig;te  Publikum schon zu neutral, wenn ordentliche Journalisten recherchierte Fakten aufeinander beziehen? Nein, wir &ndash; die eigentlich interessierten B&uuml;rgerInnen wollen Zusammenh&auml;nge begreifen, immer noch, vor allem jene komplexen zwischen Politik und Wirtschaft. Als w&auml;ren die Machtsph&auml;ren nicht schon un&uuml;bersichtlich genug!  Dieses T&auml;tigkeitswort &bdquo;s o r g e n&ldquo;, es wirkt in solchen Kontexten so ungeheuer redselig, so fatal umg&auml;nglich, evoziert so ein leutseliges &bdquo;Wir &ndash; Gef&uuml;hl&ldquo;. Die meisten Zuh&ouml;rerInnen und ZuschauerInnen sitzen aber nicht im selben Boot wie die ach so munteren Medienmacher! Nein, bitte Ihr professionellen SchreiberInnen: bitte h&ouml;rt auf, Wesentliches zu verunklaren,  gebt euch gef&auml;lligst mehr M&uuml;he beim Formulieren. Ihr werdet daf&uuml;r doch gut bezahlt, oder?                        <\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Marianne B&auml;umler  1.Januar 2015\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-24468","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24468","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24468"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24468\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24471,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24468\/revisions\/24471"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}