{"id":24523,"date":"2015-01-12T08:52:23","date_gmt":"2015-01-12T07:52:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523"},"modified":"2015-11-09T11:39:39","modified_gmt":"2015-11-09T10:39:39","slug":"hinweise-des-tages-2288","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h01\">Die Manifestation von Paris und anderswo<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h02\">Der Ruf nach &Uuml;berwachung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h03\">Was nun?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h04\">Aufruf der deutschen Zeitungsverleger: &bdquo;Wehren wir uns&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h05\">Big Data: Aufgeben oder Aufgabe?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h06\">EU finanziert Ukraine-Krieg mit weiteren 1,8 Milliarden Euro<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h07\">Gorbatschow &uuml;ber Ost-West-Beziehungen: &ldquo;Der Vertrauensverlust ist katastrophal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h08\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h09\">Heiner Flassbeck: &Ouml;l-Schwaden vernebeln den Verstand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h10\">Regierung will internationalen Handelsgerichtshof f&uuml;r Freihandelsabkommen mit den USA<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h11\">Arbeitsmarkt USA versus EWU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h12\">Das Tarifeinheitsgesetz der Bundesregierung bedroht die Existenz kleinerer Gewerkschaften<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h13\">Streit um den Mindestlohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h14\">NSU-Morde: Medien haben bei der Aufdeckung der Hintergr&uuml;nde versagt!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h15\">Bilanz nach f&uuml;nf Monaten Luftkrieg im Irak und in Syrien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h16\">Mercedes-Benz Argentina &ndash; Rechtsweg ausgeschlossen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h17\">Paul Krugman: Die Voodoo-Zeitmaschine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523#h18\">Georg Schramm: Humanismousse au chocolat <\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24523&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Manifestation von Paris und anderswo<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Hier ist das Volk<\/strong>\n<ul>\n<li>1,5 Millionen Menschen sollen auf den Stra&szlig;en von Paris gewesen sein: Keiner kann sich erinnern, jemals so viele Demonstranten in der franz&ouml;sischen Hauptstadt gesehen zu haben.<\/li>\n<li>Dem franz&ouml;sischen Innenminister zufolge handelt es sich um die gr&ouml;&szlig;te Kundgebung in der Geschichte Frankreichs. Im ganzen Land sollen ingesamt etwa drei Millionen Menschen demonstriert haben.<\/li>\n<li>Beim Trauermarsch durch Paris ergreift eine Verbr&uuml;derungsfeierlichkeit die Menschen &ndash; doch es zeigen sich auch Risse.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Stimmung ist bewegt, keine Hassges&auml;nge, keine Abrechnungen. Viele Menschen weinen, nach den einsamen Tagen in Schockstarre vor dem Fernseher will man sich hier auch vergewissern, dass es so etwas wie eine Gemeinschaft in dem ohnehin vor sich hin erodierenden Land &uuml;berhaupt noch&nbsp;gibt.<br>\nWenn all diese Salafisten, die da drau&szlig;en noch rumrennen, nicht gerade beim Schie&szlig;en im Wald waren oder sonstigen Schwachsinn gemacht, sondern gesehen haben, wie viele Muslime sich hier gegen ihre destruktiven Taten ausgesprochen haben &ndash; m&ouml;ge Allah ihnen wenigstens ein Quentchen Verstand schenken&hellip;<br>\nAm Morgen hatte Elsa Wolinski, die Tochter des ermordeten Karikaturisten Georges Wolinski, gesagt, sie sei sicher, die vier Zeichner h&auml;tten gro&szlig;en Spa&szlig; da oben im&nbsp;Himmel&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/schweigemarsch-in-paris-hier-ist-das-volk-1.2298807\">SZ<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich habe diese unglaublich m&auml;chtige Manifestation (leider) nur am Fernseher verfolgen k&ouml;nnen. Einmal abgesehen, von dem st&auml;ndigen Sprechzwang der Redakteure und der Reporter und abgesehen von manch ziemlich unreflektierter Bemerkung von Gita Lustiger, habe ich den Eindruck gewonnen, dass hier Trauer und Schock in Kraft und Mut umgeschlagen, in Solidarit&auml;t, ein Bekenntnis zur Multikulturalit&auml;t und Religionsvielfalt und zu Libert&eacute;. <\/em><br>\n<em>Man mag nun lange dar&uuml;ber reflektieren, warum es angesichts vieler anderer Terror-Opfer und Opfer des Kriegs gegen den Terror, nicht ansatzweise vergleichbar viele Menschen emp&ouml;ren. Aber  vielleicht ist der Terror mitten im Herzen der franz&ouml;sischen Hauptstadt auch ein Ansto&szlig;, dar&uuml;ber nachzudenken, wie dieser Terror entstanden ist &ndash; und zwar im Innern wie im &Auml;u&szlig;eren des Landes. Ich Charlie, ich bin Moslem, ich bin Jude, wie die Schilder gestern lauteten, m&uuml;sste auch erweitert werden, ich bin Afghane, Iraker oder Pal&auml;stinenser usw. Leider gibt es noch viele andere Opfer von Terror zu beklagen. Man m&uuml;sste sicherlich auch an die Situation vieler Migranten in den Vorst&auml;dten nicht nur in Paris denken.<\/em><br>\n<em>Ich fand jedenfalls die Reaktion der Menschen und zum Gl&uuml;ck auch der meisten franz&ouml;sischen Politiker erfreulich, wenn ich sie an den der Racherhetorik und den hilflosen Allmachtsphantasien nach 9\/11 vergleiche. <\/em><br>\n<em>Man kann nur hoffen, dass die Demonstranten f&uuml;r die Freiheit genauso wachsam bleiben, wenn nun die Sicherheitsfanatiker die Schlinge des Polizei- und &Uuml;berwachungsstaats noch enger ziehen wollen.<\/em><br>\n<em>Dazu siehe: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/sicherheitspaket-101.html\">EU-Innenminister f&uuml;r mehr Sicherheit<\/a><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Vorbemerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Die beiden folgenden Artikel enthalten eine etwas andere Sicht der Dinge. Ich habe sie mit Gewinn gelesen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Harald Neuber: Das wird man doch wohl noch zeichnen d&uuml;rfen!<\/strong><br>\nDas Satireblatt Charlie Hebdo ist kein Vorbild f&uuml;r Meinungsfreiheit. Und die demonstrativ zur Schau gestellte Solidarit&auml;t mit den toten Journalisten ist heuchlerisch<br>\nDie blutige Attacke auf die Redaktion der franz&ouml;sischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo k&ouml;nnte f&uuml;r Europa ein Fanal im Antiterrorkampf werden wie dies der 11. September 2001 f&uuml;r die USA ist. Darauf deuten sowohl die Brutalit&auml;t des &Uuml;berfalls hin, bei dem die Angreifer zehn Journalisten und zwei Polizisten ermordeten, als auch die Reaktionen in Frankreich und anderen EU-Mitgliedsstaaten. Frankreichs Pr&auml;sident Fran&ccedil;ois Hollande sprach umgehend von einem Terrorangriff, europ&auml;ische Amtskollegen verteidigten in ihren Kondolenzbotschaften &ldquo;westliche Werte&rdquo;. Es ist m&uuml;&szlig;ig, festzustellen, dass keine Zeichnung und kein journalistischer Beitrag Mord rechtfertigt. Allerdings hilft der phrasenartige Sermon, der jetzt von Politik und Medien kommt, nicht weiter, um das Geschehen in allen Dimensionen zu erfassen.<br>\nEs ist derzeit kaum m&ouml;glich, eine notwendige Trennlinie zwischen der Solidarit&auml;t mit den Opfern und ihren Familien auf der einen Seite sowie einer gebotenen kritischen Auseinandersetzung mit ihrer redaktionellen Arbeit andererseits zu ziehen. Hier ein Versuch.<br>\n&ldquo;Die Republik wurde angegriffen&rdquo;<br>\nDie Reaktionen nach dem Anschlag kamen reflexartig. Obwohl erst vage Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund vorlagen, waren die Eckpunkte schnell abgesteckt. Noch vor einer Kabinettssitzung am fr&uuml;hen Nachmittag ordnete Hollande das Geschehen als &ldquo;barbarischen&rdquo; Terroranschlag ein, um bei einer Rede an die Nation am Abend nachzulegen:<br>\nDie gesamte Republik wurde angegriffen.<br>\nDie Vorlage des Sozialisten wurde in anderen EU-Hauptst&auml;dten dankbar aufgegriffen. Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem &ldquo;Angriff auf (&hellip;) ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur&rdquo;. Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) sah die &ldquo;Meinungsfreiheit in unserer offenen Gesellschaft&rdquo; besch&auml;digt. Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich ersch&uuml;ttert &uuml;ber &ldquo;frontalen Angriff auf unsere europ&auml;ischen Werte und die Freiheit unserer Gesellschaften&rdquo;. Die T&auml;ter, hei&szlig;t das, waren nicht Teil unserer Gesellschaft.<br>\nDer Rahmen, soweit die erste Feststellung, war damit vorgegeben: Sie, die Minderheit, gegen uns, die Mehrheit. Dieser aus den USA bekannte Terror- und Antiterrordiskurs beruht im Kern auf einem Konzept der Abgrenzung, das in der Doktrin &ldquo;Wer nicht f&uuml;r uns ist, ist gegen uns&rdquo; auch im Inneren wirkt&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43818\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Selma Mahlknecht: Ich bin nicht Charlie!<\/strong><br>\nIch bin nicht Charlie. W&auml;hrend sich in sozialen Netzwerken die Profile mit Bekenntnissen f&uuml;llen, die genau das behaupten, muss ich klar bekennen: Nein, ich nicht. Weder bin ich so unerschrocken und entschlossen wie die Macher des Satiremagazins, noch habe ich jemals eine Ausgabe der Zeitung in der Hand gehalten. Einerseits ist mein Franz&ouml;sisch daf&uuml;r zu schlecht. Und andererseits sind mir manche Witze und Vignetten, die jetzt ja vermehrt im Internet zirkulieren, zu plump.<br>\nIch wei&szlig;, das mag piet&auml;tlos klingen, zumal im derzeitigen Kontext. Und doch darf man es offen sagen: Nicht alles, was in diesem Magazin ver&ouml;ffentlicht wurde, war h&ouml;chste Kunst und intellektuell verfeinert. Das ist ja auch &uuml;berhaupt nicht der Punkt. Ganz unabh&auml;ngig von inhaltlichen oder formal-stilistischen Vorbehalten muss man festhalten: Satire ist wichtig. Sich &uuml;ber Zust&auml;nde und Ideologien lustig machen zu k&ouml;nnen, geh&ouml;rt zu den &uuml;berlebensnotwendigen menschlichen Kulturtechniken.<br>\n&ldquo;Charlie Hebdo&rdquo; kannte keine Tabus und nahm keine R&uuml;cksicht auf etwaige Empfindlichkeiten. Die Macher lie&szlig;en sich von Einsch&uuml;chterungen nicht beeindrucken, und auch jetzt, nach den t&ouml;dlichen Anschl&auml;gen, wird das Magazin weiter erscheinen. Ich bewundere das. Aber ich bin nicht Charlie. Ich bin feige. Ich ziehe den Kopf ein. Vor die Wahl gestellt, mich zu meinen &Uuml;berzeugungen zu bekennen und eventuell daf&uuml;r zu sterben, oder die Klappe zu halten und mit dem Leben davonzukommen, entscheide ich mich f&uuml;rs &Uuml;berleben. Ich bin keine M&auml;rtyrerin. Im Zweifelsfall lass ich mich lieber mundtot als ganz tot machen. Ein Leben auf den Knien erscheint mir immer noch attraktiver als ein Sterben im Stehen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43814\/1.html%20\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Hier noch der Artikel der sich die vorstehenden auseinandersetzt:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Das muss man sogar zeichnen d&uuml;rfen!<\/strong><br>\nKritik am Satireverst&auml;ndnis durch die deutsche Brille? Eine Erwiderung zur Debatte &uuml;ber &ldquo;Je suis Charlie&rdquo;<br>\nIn seinem Meinungsbeitrag Das wird man doch wohl noch zeichnen d&uuml;rfen! greift der Autor Harald Neuber meiner Auffassung nach zu kurz. Er f&auml;hrt Argumente der &ldquo;political correctness&rdquo; auf und ger&auml;t damit sogar in ziemlich gef&auml;hrliches Fahrwasser: &ldquo;Denn gerade die Islam-Karikaturen waren in mehr als einem Fall nichts weiter als rassistischer Schund.&rdquo;<br>\nDas legt aus meiner Sicht die Vermutung nahe, dass er die Zeitschrift nicht wirklich kennt. Was zum Fehler f&uuml;hrt, sie mit einem verk&uuml;rzten Blick aus seinem deutschen Kulturkreis heraus zu verurteilen; auch wird das Wesen von Satire falsch eingesch&auml;tzt. Das Schema wiederholt sich zum Teil auch im Artikel von Selma Mahlknecht Ich bin nicht Charlie!, wo sie bemerkt, dass sie noch nie eine Ausgabe von Charlie Hebdo in der Hand gehalten hat, wof&uuml;r ihr &ldquo;Franz&ouml;sisch zu schlecht&rdquo; sei. Doch auch sie zielt auf eine Qualit&auml;tsdebatte, sie h&auml;lt die &ldquo;Witze und Vignetten&rdquo; f&uuml;r zu plump.<br>\nDoch in Frankreich ist Satire (und Charlie Hebdo legt sich heftig mit allen Religionen an) deutlich bissiger, als es in Deutschland &uuml;blich ist (und das ist meiner Meinung nach auch gut so). Das m&uuml;sste bei der Betrachtung einbezogen werden, was aber nicht geschieht. Damit haben es vor allem mit Betrachtungen durch die deutsche Brille zu tun, leider.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43823\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Krieg kehrt heim <\/strong><br>\nDie westlichen Staaten haben signifikant zum Erstarken des gewaltt&auml;tigen Dschihadismus beigetragen, der in diesenTagen auf Europa zur&uuml;ckschl&auml;gt, und beg&uuml;nstigen dschihadistische Milizen im Nahen Osten noch heute. Das zeigen Analysen des Afghanistan-Krieges der 1980er Jahre und des aktuellen B&uuml;rgerkrieges in Syrien. Demnach verdanken die Dschihadisten ihren internationalen Durchbruch dem Afghanistan-Krieg der 1980er Jahre und damit den westlichen Staaten, die sie damals massiv unterst&uuml;tzten, weil sie f&auml;hig zu sein schienen, der Sowjetunion eine strategische Niederlage zu bereiten. Die Bundesrepublik gew&auml;hrte arabischen &ldquo;Gotteskriegern&rdquo; sogar milit&auml;risches Training. Im B&uuml;rgerkrieg in Syrien unterst&uuml;tzen regionale Verb&uuml;ndete des Westens, auch Deutschlands, dschihadistische Milizen bis heute, um das gemeinsame strategische Ziel &ndash; den Sturz der Regierung Assad &ndash; voranzutreiben.<br>\nAuch im Libyen-Krieg des Jahres 2011 griff der Westen, um Gaddafi aus dem Amt zu jagen, auf tatkr&auml;ftige Hilfe dschihadistischer Milizen zur&uuml;ck. Dabei wurden jeweils nicht nur Morde, sondern sogar die Zerst&ouml;rung ganzer L&auml;nder in Kauf genommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59029\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man muss vorsichtig sein und sollte nicht ein Verbrechen mit dem anderen aufrechnen. Die Kriegseins&auml;tze und die Unterst&uuml;tzung von Gotteskriegern kann man politisch bek&auml;mpfen, indem man auf demokratischen Wege daf&uuml;r arbeitet, solche politische Entscheidungen zu verhindern. Deswegen bleiben Attentate Einzelner dennoch Mordtaten und nicht hinnehmbar.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der Ruf nach &Uuml;berwachung<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>EU-Innenminister beschlie&szlig;en Sicherheitspaket<\/strong><br>\nAls Konsequenz aus den Anschl&auml;gen von Paris wollen die EU-Staaten den Austausch &uuml;ber die Reisebewegungen von Dschihadisten verbessern.<br>\nIm Schengener Informationssystem soll etwa k&uuml;nftig eingetragen werden, wenn ein mutma&szlig;licher islamistischer K&auml;mpfer aus Europa die Au&szlig;engrenzen &uuml;berschreitet und etwa aus Syrien und den Irak zur&uuml;ckkehrt, wie aus einer Erkl&auml;rung der Innenminister nach einem Treffen am Sonntag in Paris hervorgeht. Auch soll die Zusammenarbeit mit Ziel- und Trasitl&auml;ndern verbessert werden. Viele &ldquo;forein fighters&rdquo; nutzen etwa die T&uuml;rkei, um von Europa in den Krieg zu ziehen. Verbesserungen in diesem Bereich sind seit langem ein Anliegen von Innenminister Thomas de Maiziere und vielen seiner Kollegen.<br>\nDie Innenminister dr&auml;ngen in einer Erkl&auml;rung zudem darauf, dass das seit langem geplante Abkommen &uuml;ber den Austausch von Fluggastdaten zwischen den EU-L&auml;ndern rasch umgesetzt wird. Bislang gibt es solche Abkommen nur f&uuml;r Passagiere, die zwischen Europa und etwa den USA oder Kanada reisen. Die Fluggesellschaften sollen k&uuml;nftig die Passagiernamen speichern. Allerdings stellt sich das Europ&auml;ische Parlament bislang quer und hat dazu zun&auml;chst ein Rechtsgutachten angefordert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/worldNews\/idDEKBN0KK0J020150111\">Reuters Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>De Maizi&egrave;re fordert sch&auml;rfere EU-Sicherheitsregeln<\/strong><br>\nDie Attentate von Paris k&ouml;nnten nach SPIEGEL-Informationen EU-weite Folgen f&uuml;r den Umgang mit Daten von Flugg&auml;sten haben: Mit einer neuen Richtlinie k&ouml;nnten bestimmte Passagierlisten mit Terrordaten abgeglichen werden.<br>\nBundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re will nach SPIEGEL-Informationen als Reaktion auf die Pariser Morde einen derzeit gestoppten EU-Richtlinienvorschlag erneut vorantreiben. Darin geht es um die Pflicht, Fluggastdaten zu erheben. Das soll den Beh&ouml;rden erm&ouml;glichen, die Passagiernamen auf Fl&uuml;gen aus bestimmten Regionen nach Europa vorab mit Fahndungslisten abzugleichen. Das Europaparlament hatte das Vorhaben zun&auml;chst gestoppt.<br>\n&ldquo;Wir brauchen diesen Abgleich der Fluggastdaten&rdquo;, sagt de Maizi&egrave;re, der zugleich in der Gro&szlig;en Koalition eine neue Debatte &uuml;ber die umstrittene Vorratsdatenspeicherung heraufziehen sieht. Die CSU wiederum fordert mehr Personal f&uuml;r die &Uuml;berwachung von als gef&auml;hrlich eingestuften Islamisten.<br>\nBayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte dem SPIEGEL: &ldquo;Die &Uuml;berwachung radikalisierter Einzelt&auml;ter ist aufwendig. Da hilft nur gut geschultes Personal mit Erfahrung.&rdquo; Stephan Mayer, der innenpolitische Sprecher der CDU\/CSU-Fraktion, fordert &ldquo;zus&auml;tzliche Stellen f&uuml;r die Observierung von Gef&auml;hrdern und Syrien-R&uuml;ckkehrern&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/fluggastdaten-de-maiziere-strebt-schaerfere-eu-sicherheitsregeln-an-a-1012175.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Der franz&ouml;sische Krieg gegen den Terrorismus<\/strong><br>\nNach dem Terroralbtraum k&uuml;ndigt Premierminister Valls scharfe Reaktionen an&hellip;<br>\nSeine Gro&szlig;bildschirmbotschaft hei&szlig;t: &ldquo;Wir sind nun in Frankreich im Krieg gegen den Terrorismus&rdquo;. Er &auml;u&szlig;erte dies auf die Frage, ob es um einen &ldquo;11. September &agrave; la fran&ccedil;aise&rdquo; gehe. Man m&uuml;sse sich auf weitere Anschl&auml;ge gefasst machen. In einer kleineren Note erkl&auml;rte er, dass 17 Tote &ndash; die Terroristen sind hier nicht mitgez&auml;hlt &ndash; in drei Tagen auf &ldquo;Schwachstellen&rdquo; im Sicherheitssystem deuten. Und in einer noch kleineren, weniger beachteten Bemerkung in den letzten Tagen &auml;u&szlig;erte Valls, dass man sich sicher sein k&ouml;nne, dass Gesetzespakete, die bald vors Parlament kommen, einstimmig angenommen w&uuml;rden.<br>\nDas erinnert etwas an markige George W. Bush-S&auml;tze. Aber anders als 2001 in den USA sind in Frankreich nominelle Sozialisten an der Regierung, den damit einhergehenden alten Pathos abgestrichen sind es Sozialdemokraten. Wie also wird die Reaktion von franz&ouml;sischen Sozialdemokraten auf den ersch&uuml;tternden Terror ausfallen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43817\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Merkel will engere Zusammenarbeit der Geheimdienste<\/strong><br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der Terroranschl&auml;ge in Frankreich eine bessere internationale Zusammenarbeit der Geheimdienste angemahnt. Der Austausch von Informationen m&uuml;sse europa- und weltweit ausgebaut werden, machte Merkel am Samstag in Hamburg deutlich. Dazu geh&ouml;re auch ein erweiterter Austausch der Fluggastdaten&hellip;<br>\nNach den Worten von Innenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) hat Deutschland nach den Anschl&auml;gen Sicherheitsvorkehrungen erh&ouml;ht&hellip;<br>\nEr sprach sich ebenso wie Unions-Politiker f&uuml;r die Wiedereinf&uuml;hrung der Vorratsdatenspeicherung aus. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) ist dagegen, ebenso wie die Oppositionsparteien Gr&uuml;ne und Linke. Linken-Chef Bernd Riexinger sagte der &bdquo;Neuen Osnabr&uuml;cker Zeitung&ldquo; (Samstag): &bdquo;Mehr &Uuml;berwachung bringt nicht mehr Sicherheit.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/nach-paris-merkel-will-informationen-austauschen-13362903.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a><\/li>\n<li><strong>Alte Rezepte f&uuml;r neue Herausforderungen<\/strong><br>\nDas Attentat auf Charlie Hebdo in Frankreich befeuert alte &Uuml;berwachungspl&auml;ne in der Union. Auf der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth sprach sich Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) am Freitag f&uuml;r eine m&ouml;glichst rasche Wiedereinf&uuml;hrung der Vorratsdatenspeicherung aus. &ldquo;Wir halten eine verfassungsgem&auml;&szlig;e und europarechtskonforme Regelung f&uuml;r n&ouml;tig und geboten&rdquo;, unterst&uuml;tzte er einen Vorsto&szlig; der CSU. &ldquo;Der Anschlag von Paris unterstreicht die Dringlichkeit&rdquo;, sagte de Maizi&egrave;re.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a2&amp;dig=2015%2F01%2F10%2Fa0199&amp;cHash=089a5302f5d68ad7a5dd361ea9f473d0\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man darf gespannt sein, wie sich die deutsche Diskussion zwischen den Polen Sicherheit und Freiheit entwickelt. Hilfreich k&ouml;nnte vielleicht ein Blick auf die Effizienz des derzeit fortschrittlichsten und teuersten US-&Uuml;berwachungsapparates sein. <a href=\"http:\/\/www.newamerica.net\/sites\/newamerica.net\/files\/policydocs\/Bergen_NAF_NSA%20Surveillance_1_0_0.pdf\">Eine Analyse der New America Foundation<\/a> zeigt, dass die Mehrheit der 229 identifizierten Terrorverd&auml;chtigen seit 9\/11 durch traditionelle Ermittlungsmethoden &uuml;ber routinem&auml;&szlig;ige Polizeiarbeit und Informanten&nbsp; identifiziert wurden (60 Prozent). Nur 18 (7,8 Prozent) wurden auf Basis der erweiterten NSA-Massen&uuml;berwachungsbefugnisse entdeckt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Terrorpr&auml;vention: Gefahrenabwehr im Kindergarten<\/strong><br>\nIn Gro&szlig;britannien sollen Schulen und Universit&auml;ten die Beh&ouml;rden &uuml;ber Sch&uuml;ler und Studenten informieren, die dem Terrorismus zuneigen. Selbst Kindergartenkinder sollen erfasst werden &ndash; nun wird Kritik laut&hellip;<br>\nGro&szlig;britanniens Innenministerin Theresa May von der Konservativen Partei will die entsprechenden Anti-Terror-Gesetze bereits im Januar durch das Parlament bringen. Ein Zusatzpapier mit dem Titel &ldquo;Prevent&rdquo; (Vorbeugung), das den Anti-Terror-Gesetzen anh&auml;ngig ist, sieht vor, dass Schulen, Universit&auml;ten und andere Bildungseinrichtungen dazu verpflichtet werden, &ldquo;Menschen davor zu sch&uuml;tzen, in den Terrorismus hineingezogen zu werden&rdquo;.<br>\nIn dem entsprechenden Regierungspapier hei&szlig;t es, man erwarte, dass die britischen Bildungseinrichtungen gef&auml;hrdete Kinder identifizierten und entsprechend eingriffen. Die Kinder sollten an Jugend&auml;mter und soziale Dienste verwiesen werden. Das Ministerium zieht sich jedoch darauf zur&uuml;ck, dass es nur in Ausnahmef&auml;llen Zwang aus&uuml;ben werde.<br>\nDa sich das Gesetz auf alle &ouml;ffentlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen bezieht, erfasst das Gesetz auch Vorschulen und Kinderg&auml;rten. Prinzipiell m&uuml;ssten somit auch Vorschullehrer und Kindergartenerzieher melden, wenn Kinder Anzeichen zeigen, f&uuml;r Terror empf&auml;nglich zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/grossbritannien-plant-terrorgesetze-fuer-schulen-unis-und-kindergaerten-a-1011330.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Was nun?<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Wer profitiert?<\/strong><br>\nNach dem Terrorangriff auf das linke Satiremagazin Charlie Hebdo in Paris: Mit klarem Kopf analysieren, was hinter dem Verbrechen steht<br>\nGeorges Gastaud ist Sprecher der nationalen politischen Leitung der Initiative &raquo;P&ocirc;le de Renaissance Communiste en France&laquo; (Pol der Kommunistischen Wiedergeburt in Frankreich &ndash; PRCF), in deren Namen der Text am 7. Januar verbreitet wurde&hellip;.<br>\nAlle Opfer verdienen unseren Respekt, aber uns sei ein besonderes Gedenken an Charb (St&eacute;phane Charbonnier) erlaubt, der die Gedenkversammlung des PRCF zum 70. Jahrestag von Stalingrad unterst&uuml;tzt hatte, an Georges Wolinski, einen der wenigen Zeichner, der &uuml;ber Jahrzehnte hinweg Antikommunismus und Antisowjetismus bek&auml;mpfte, der mutig das sozialistische Kuba verteidigte, oder an Bernard Maris, der die aktuellen Erkl&auml;rungen des PRCF gegen die europ&auml;ische Einheitsw&auml;hrung nachhaltig unterst&uuml;tzte. Der PRCF verurteilt aufs sch&auml;rfste diese schreckliche Tat, die in keiner Weise entschuldigt werden kann, ebenso wie die T&auml;ter und Urheber.<br>\nUnabh&auml;ngig vom Abscheu haben wir uns mit klarem Kopf diesen Taten zu stellen und zu analysieren, was hinter diesem Verbrechen steht. Nichts deutet bis jetzt klar auf die Hinterm&auml;nner. Marine Le Pen hat ein Attentat &raquo;fundamentalistischer Islamisten&laquo; angeprangert. Diese Hypothese ist selbstverst&auml;ndlich plausibel, aber es ist nur eine Hypothese und eine beabsichtigte Provokation des Front National, der hofft, aus den Ereignissen Profit zu schlagen, um f&uuml;r seine fremdenfeindlichen Unternehmungen zu mobilisieren. Vergessen wir nicht die 77 von dem Nazi Anders Breivik in Norwegen Ermordeten oder die 40 von Nazis bei lebendigem Leib Verbrannten in Odessa. Die religi&ouml;sen Fundamentalisten haben kein Monopol auf den Terror, ganz und gar nicht!<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/01-10\/047.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Gegen jeden Terror<\/strong><br>\nWie wir aus leidvoller Erfahrung wissen, werden Massaker dieser Art umgehend benutzt, um weitere Kontrollmechanismen einzuf&uuml;hren, die vor allem die rechtschaffenen und gesetzestreuen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zum Ziel haben. Seit den Terroranschl&auml;gen von New York wissen wir, in welchem Ma&szlig;e die b&uuml;rgerlichen Freiheiten Opfer dieser Anschl&auml;ge geworden sind, weil die &Uuml;berwachungseinrichtungen unserer Staaten sich diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen wollten. Das ging und geht soweit, dass weitere Bestandteile dessen, was uns von staatlicher Souver&auml;nit&auml;t noch &uuml;briggeblieben war, zu Hoheitsaufgaben fremder Staaten auf unserem eigenen Territorium verkommen sind. Wenn unsere Regierungen den seit Jahrzehnten eingeschlagenen Weg der Bekriegung weiter Teile des Globus fortsetzen, wird die von unseren Staaten losgetretene Verelendung anderer Staaten und der dort lebenden Menschen vor unseren St&auml;dten und D&ouml;rfern nicht haltmachen. In dem Ma&szlig;e, wie wir die Opfer in Paris beklagen und die T&auml;ter vor Gericht sehen wollen, d&uuml;rfen wir nicht verkennen, in welchem erschreckenden Umfang wir zu Massenmorden rund um den Globus beitragen. Wir gehen m&uuml;helos &uuml;ber die Opfer afghanischer Hochzeitsgesellschaften hinweg, die Ziel unserer Raketen geworden sind.<br>\nWarum haben wir zugelassen, der NATO eine Entwicklung zu erlauben, die keinesfalls und in keinem einzelnen Punkt mit dem NATO-Vertrag &uuml;bereinstimmt, dem ein Deutscher Bundestag einmal zugestimmt hat?&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/m\/2015\/01-09\/008.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Gottesl&auml;sterungsparagraph 166 StGB abschaffen!<\/strong><br>\nDer Staat sollte die Kunstfreiheit sch&uuml;tzen &ndash; nicht die Gef&uuml;hle religi&ouml;ser Fanatiker<br>\n&bdquo;Der &ouml;ffentliche Friede wird nicht durch K&uuml;nstler gest&ouml;rt, die Religionen satirisch aufs Korn nehmen, sondern durch Fanatiker, die auf Kritik nicht angemessen reagieren k&ouml;nnen&ldquo;, erkl&auml;rte gbs-Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon nach dem Anschlag auf das franz&ouml;sische Satiremagazin &bdquo;Charlie Hebdo&ldquo;. Die weltweiten Solidarit&auml;tsbekundungen nach dem Attentat seien ermutigend, aber keineswegs ausreichend. So m&uuml;sse in Deutschland der sogenannte &bdquo;Gottesl&auml;sterungsparagraph&ldquo; (&sect; 166 StGB) gestrichen werden, der den verh&auml;ngnisvollen Eindruck erwecke, &bdquo;religi&ouml;se Gef&uuml;hle&ldquo; seien bedeutsamer als die Freiheit der Kunst.<br>\n&bdquo;Mit Jean Cabut (&sbquo;Cabu&lsquo;), Georges Wolinski, St&eacute;phane Charbonnier (&sbquo;Charb&lsquo;) und Bernard Verlhac &nbsp;(&sbquo;Tignous&lsquo;) sind vier der wichtigsten Karikaturisten Frankreichs bei dem Anschlag ums Leben gekommen. Sie hinterlassen eine L&uuml;cke, die kaum zu schlie&szlig;en ist&ldquo;, sagte Schmidt-Salomon. Kaum jemand habe solchen Mut gezeigt, den Einsch&uuml;chterungsversuchen muslimischer wie christlicher Fundamentalisten zu trotzen. Es sei zu hoffen, &bdquo;dass Cabu, Wolinski, Charb und Tignous weltweit Nachfolger finden, die sich durch das schreckliche Blutbad von Paris nicht abschrecken lassen&ldquo;.<br>\nSchmidt-Salomon bezeichnete es als &bdquo;ermutigend&ldquo;, dass die Politik und die Medien auf den Anschlag in Paris deutlich anders &ndash; n&auml;mlich im Sinne einer St&auml;rkung der Kunst- und Meinungsfreiheit &ndash; reagierten, als sie es noch 2006 beim sogenannten &bdquo;Karikaturenstreit&ldquo; getan haben&hellip;<br>\nDie Giordano-Bruno-Stiftung hatte darauf postwendend mit einer vielbeachteten &ouml;ffentlichen Petition geantwortet, die klarstellte, dass die Freiheit der Kunst niemals aus R&uuml;cksicht auf religi&ouml;se Borniertheit eingeschr&auml;nkt werden d&uuml;rfe.<br>\nSchon damals hatte die gbs die ersatzlose Streichung des &sect;166 StGB gefordert, der K&uuml;nstlerinnen und K&uuml;nstler mit Gef&auml;ngnis bis zu drei Jahren bedroht, sofern sie Religionen oder Weltanschauungen in einer Weise &bdquo;ver&auml;chtlich&ldquo; machten, die den &bdquo;&ouml;ffentlichen Frieden&ldquo; gef&auml;hrde. &bdquo;In der Praxis hat dieser Paragraph zu einer v&ouml;lligen Verkehrung des T&auml;ter-Opfer-Verh&auml;ltnisses gef&uuml;hrt&ldquo;, f&uuml;hrte Schmidt-Salomon aus&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.giordano-bruno-stiftung.de\/meldung\/charlie-hebdo-paragraph166-abschaffen\">giordano bruno stiftung<\/a><\/li>\n<li><strong>Warum Blasphemie dazugeh&ouml;rt<\/strong><br>\nDer Anschlag auf &ldquo;Charlie Hebdo&rdquo; zeigt, wie gef&auml;hrlich es ist, sich &uuml;ber Religion lustig zu machen &ndash; selbst in Europa. Umso skandal&ouml;ser, dass Gottesl&auml;sterung in Deutschland noch immer unter Strafe steht.<br>\nDie &ldquo;Charlie Hebdo&rdquo;-Karikaturisten Cabu, Tignous, Charb und Wolinski haben f&uuml;r ihre satirischen Zeichnungen jahrelang ernst zu nehmende Todesdrohungen erhalten &ndash; und trotzdem weitergemacht. Sie haben im Namen der Meinungsfreiheit ihr Leben riskiert. Jetzt wurden sie von religi&ouml;sen Fanatikern umgebracht, gemeinsam mit acht weiteren Menschen.<br>\nWenn diese Trag&ouml;die eines zeigt, dann dieses: Eine freiheitliche Demokratie braucht Blasphemie. Denn Blasphemie stellt Dogmen infrage. Und Dogmen &ndash; seien es religi&ouml;se oder politische &ndash; sind mit ihrem absoluten Wahrheitsanspruch der nat&uuml;rliche Feind des kritischen Denkens.<br>\nZur Erinnerung: Wenn von westlichen Werten die Rede ist, spielen sich die christlichen Kirchen gern als deren Geburtshelfer auf. Doch das Gegenteil ist der Fall. Jene Werte der Aufkl&auml;rung, auf die sich auch Deutsche heute gern berufen &ndash; Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung &ndash; wurden nicht von den Kirchen, sondern meist gegen sie durchgesetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/kommentar-zu-charlie-hebdo-mehr-blasphemie-bitte-a-1011941.html%20\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Aufruf der deutschen Zeitungsverleger: &bdquo;Wehren wir uns&ldquo;<\/strong><br>\nIn herausragender Solidarit&auml;t berichten freie Medien weltweit seit Tagen &uuml;ber dieses unmenschliche Verbrechen und die verquere Ideologie, die junge Muslime erst zu religi&ouml;sen Fanatikern und dann zu M&ouml;rdern macht. Der einhellige Appell: Presse- und Meinungsfreiheit sind unteilbar. Unsere Werkzeuge sind Worte und Bilder.<br>\nSatire, Tabubruch, auch Blasphemie muss unsere Gesellschaft aushalten. Sie geh&ouml;ren zum Dialog &uuml;ber streitige Themen, selbst wenn dies dem Einzelnen nicht gef&auml;llt. Die Medien und gerade auch die Zeitungen tragen durch Kommentare und Hintergrundberichte zur Reflexion &uuml;ber unsere zivilen Standards bei&hellip;<br>\n&bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; &ndash; das ist ein Kampfbegriff aus Deutschlands dunkelster Vergangenheit. Perfide Propaganda der Pegida-Anf&uuml;hrer, Ignoranz und unklare &Auml;ngste drohen hier eine &uuml;ble Allianz einzugehen. Sie versprechen einfache Antworten auf komplexe Fragen. In unserer globalisierten Welt gibt es diese einfachen Antworten nicht.<br>\nWehren wir uns. Beharren wir, Zeitungen und Leser gemeinsam, auch weiterhin selbstbewusst auf der Pluralit&auml;t der Meinungen und der Freiheit, sie zu &auml;u&szlig;ern. Bieten wir so allen Eiferern die Stirn, die im Namen von Religionen oder Ideologien p&ouml;beln, Angst verbreiten und am Ende sogar morden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/aufruf-der-zeitungsverleger-wehren-wir-uns-13361546.html%20\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ach w&uuml;rde diese &bdquo;herausragende Solidarit&auml;t&ldquo; in den Berichten &uuml;ber unmenschliche Verbrechen nicht in Paris halt machen, sondern sich bei den Kriegen und deren unmenschliche Grausamkeiten fortsetzen. Wo finden wir eine vergleichbare Empathie f&uuml;r die Anschl&auml;ge von Terroristen rund um den Globus und f&uuml;r die Bombardements und Drohnenangriffe bei denen gleichfalls unschuldige Menschen ermordet werden.<\/em><br>\n<em>Aus dem Terroranschlag in Paris eine Freisprechung der deutschen Medien zu machen und jegliche Kritik in die Ecke der Pegida-Anf&uuml;hrer zu stecken, ist schon ziemlich heuchlerisch.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu passt: Ziemlich dick aufgetragen<\/strong><br>\nDie Morde von Paris seien ein Angriff auf die ganze freie Welt, hei&szlig;t es. Doch so frei, wie die freie Welt tut, ist sie schon lange nicht mehr.<br>\nDie Reaktionen auf den Anschlag in Paris sind aus meiner Sicht &uuml;bertrieben. In der FAZ spricht Berthold Kohler zum Beispiel von einer Kriegserkl&auml;rung an die ganze freie Welt und Klaus-Dieter Frankenberger meint beipflichtend, der Mord an Journalisten der Zeitschrift &ldquo;Charlie Hebdo&rdquo; ziele auf das Herz der Demokratie &ndash; die freie Presse. Das ist ziemlich dick aufgetragen.<br>\nDas Herz der Demokratie, schl&auml;gt es denn &uuml;berhaupt noch? In Sachen Pressefreiheit rangiert Frankreich in der Rangliste von Reporter ohne Grenzen auf Platz 39 und Deutschland auf Platz 14. Diese Ergebnisse zeigen, so Reporter ohne Grenzen, &ldquo;wie stark die Dominanz der Sicherheitsbeh&ouml;rden die Arbeit von Journalisten in vielen L&auml;ndern erschwert. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Entwicklung sogar traditionelle Demokratien erfasst hat.&rdquo;<br>\nWhistleblower wie Edward Snowden stammen aus diesen Demokratien. Deren politische F&uuml;hrer halten ihn aber f&uuml;r einen Verr&auml;ter, dem im Namen des Volkes der Prozess gemacht und die Freiheit genommen werden m&uuml;sse. Der Journalist Glenn Greenwald, dem Snowden sein brisantes Material anvertraute, sah sich ebenfalls Repressionen ausgesetzt. Sein Lebenspartner wurde zudem am Londoner Flughafen Heathrow stundenlang festgehalten und verh&ouml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/tautenhahn.blog.de\/2015\/01\/08\/ziemlich-dick-aufgetragen-19944054\/\">Tautenhahn Blog<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Big Data: Aufgeben oder Aufgabe?<\/strong><br>\nSeit Jahren werden Daten gesammelt und in einem mittlerweile unvorstellbaren Umfang verarbeitet. Ist es mit der Privatsph&auml;re daher l&auml;ngst vorbei? Oder darf der B&uuml;rger sich noch auf den Schutz durch den Staat verlassen?<br>\nDer erste Treffer, den Google &uuml;ber die betreffende Person auswirft, verweist auf einen hochnotpeinlichen, aber lange zur&uuml;ckliegenden Bericht. Kann sie sich von diesem Makel ihrer digitalen Identit&auml;t jemals wieder befreien? Ein anderer m&ouml;chte einen Automobilkauf finanzieren, wird aber als kreditunw&uuml;rdig qualifiziert. Den Ausschlag gibt die Verkn&uuml;pfung verschiedener Daten &ndash; ein sogenanntes Scoring. Der Unw&uuml;rdige m&ouml;chte nun gerne mehr &uuml;ber das Zustandekommen des Ergebnisses wissen, insbesondere dar&uuml;ber, wie bestimmte Faktoren gewichtet werden. Diese Informationen werden von der Schufa als Betriebs- und Gesch&auml;ftsgeheimnis wie ein Augapfel geh&uuml;tet. Ist das richtig? Zeitungen berichten &uuml;ber Prominente, die freiz&uuml;gige Bilder der Apple-Daten-Wolke anvertraut haben. Nun fallen sie aus allen Wolken, weil Bilder aus der Wolke ins Netz gepurzelt sind. Kann das auch mit meinen Fotos passieren?<br>\nIn allen drei F&auml;llen gilt das Vertrauen kaum den jeweils beteiligten Unternehmen. Die B&uuml;rger vertrauen auf das Recht. Es soll sie sch&uuml;tzen. Aber kann das Datenschutzrecht das heute noch leisten?<br>\nSchon vor 15 Jahren hat der damalige Chef des amerikanischen Unternehmens Sun Microsystems den Datenschutz und das Recht auf Privatsph&auml;re zu einer Sache von gestern erkl&auml;rt: &bdquo;You have zero privacy anyway. Get over it.&ldquo; B&uuml;cher wie &bdquo;Post-Privacy &ndash; Prima leben ohne Privatsph&auml;re&ldquo; wollen diesen Verlust sogar schmackhaft machen. Beiden Ans&auml;tzen gemein ist das Misstrauen gegen&uuml;ber der Macht rechtlicher Regeln im Kampf um die Privatheit. Mit Blick auf die &bdquo;Prism-Tempora&ldquo;-Aff&auml;re scheint diese Skepsis berechtigt. Denn die Geheimdienste der Vereinigten Staaten und des Vereinigten K&ouml;nigreichs k&ouml;nnen mit ihren &Uuml;berwachungsprogrammen &bdquo;Prism&ldquo; und &bdquo;Tempora&ldquo; in gro&szlig;em Stil digitale Daten bei Facebook, Google, Apple &amp; Co. abgreifen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/die-gegenwart\/datenschutz-big-data-aufgeben-oder-aufgabe-13335705.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2%20\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe zu Orwell 2.O weitere Quellen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Auch die Gefahren von Seiten privater Firmen sind kaum mehr einsch&auml;tzbar.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=B3poKCLfrvk\">Panorama (NDR)<\/a> informiert &uuml;ber die sch&ouml;ne neue Welt des Teilens, neue Arbeitsformen, die bei 24 Stunden-auf Abruf-Dienstleistern die Freizeit verschwinden lassen, UBERs One-Night-Stand Datenbank betreffend seine Fahrg&auml;ste und dar&uuml;ber, was uns die Kommerzialisierung des Gemeinschaftsgef&uuml;hls kosten wird. U.a. mit Lanier (Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2014), Rifkin, Sascha Lobo und Sigmar Gabriel.<\/em><\/li>\n<li><em>Das aktuelle Das einen &Uuml;berblick gebende Vorwort im Heft:Anwaltsblatt 12-2014 setzt seinen Schwerpunkt auf die &ldquo;Total&uuml;berwachung&rdquo; und bietet umfangreiche kompetente Informationen zu dem Thema<\/em><br>\n<em>Das einen &Uuml;berblick gebende <a href=\"http:\/\/www.juris.de\/jportal\/portal\/page\/bsabprod.psml?doc.id=jzs-AnwBl2014120001-000_M365&amp;st=zs&amp;showdoccase=1&amp;paramfromHL=true#focuspoint\">Vorwort im Heft<\/a>.<\/em>\n<\/li>\n<li><em>Die Beitr&auml;ge:<\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.juris.de\/jportal\/portal\/page\/bsabprod.psml?doc.id=jzs-AnwBl2014120020-000_979&amp;st=zs&amp;showdoccase=1&amp;paramfromHL=true#focuspoint\">E-Mail-&Uuml;berwachung von Anw&auml;lten durch den BND<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.juris.de\/jportal\/portal\/page\/bsabprod.psml?doc.id=jzs-AnwBl2014120062-000_1048&amp;st=zs&amp;showdoccase=1&amp;paramfromHL=true#focuspoint\">Wie das eigene Auto zur Datenkrake wird<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.juris.de\/jportal\/portal\/page\/bsabprod.psml?doc.id=jzs-AnwBl2014120019-000_966&amp;st=zs&amp;showdoccase=1&amp;paramfromHL=true#focuspoint\">Aufsatz: &bdquo;Total&uuml;berwachung &ndash; Kapitulation vor der Macht der Fakten?&ldquo;<\/a><\/em><\/li>\n<li><em>Bundesverwaltungsgericht: Kein Rechtschutz gegen &Uuml;berwachung von Anw&auml;lten durch BND. &ndash; <a href=\"http:\/\/www.juris.de\/jportal\/portal\/page\/bsabprod.psml?doc.id=jzs-AnwBl2014120066-000_1055&amp;st=zs&amp;showdoccase=1&amp;paramfromHL=true#focuspoint\">Urteil<\/a> &ndash; <a href=\"http:\/\/www.juris.de\/jportal\/portal\/page\/bsabprod.psml?doc.id=jzs-AnwBl2014120020-000_979&amp;st=zs&amp;showdoccase=1&amp;paramfromHL=true#focuspoint\">Besprechung des Urteils<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/EU-will-2015-die-elektronische-Grenzkontrolle-testen-2506469.html\">1,35 Milliarden Euro hat der EU-Haushalt f&uuml;r die IT-Infrastruktur des Projektes &bdquo;Gesichtserkennung&ldquo; bei elektronischen Grenzkontrollen vorgesehen<\/a>. &bdquo;EU-LISA&ldquo; wird u.a. von einer Estl&auml;ndischen Firma ins Werk gesetzt. Bereits vorhandene Biometriedaten wie Fingerabdr&uuml;cke, Gesichter etc. aus Passdokumenten und sozialen Netzwerken werden in die Abgleichsverfahren mit einbezogen. Wie sich aus wikileaks-Dokumenten ergibt, haben nun CIA-Agenten echte Sorgen! Sie haben k&uuml;nftig ganz besonders auf die Plausibilit&auml;t ihrer Zweit- und Drittidendit&auml;ten zu achten, d.h. bei den verschiedenen Netzwerken wie Facebook etc. m&uuml;ssen sie entsprechend &uuml;berzeugenden Email-Verkehr, Urlaubsfotos etc. hochgeladen haben; das ist wichtig um beim 1,35 Milliarden teuren &bdquo;EU-LISA&ldquo; Abgleich nicht aufzufallen.<\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/EU-Datenschutzreform-EU-Ratspraesident-will-Direktmarketing-zulasssen-2506358.html\">Der Datenschutz bez&uuml;glich pers&ouml;nlicher Daten soll bei &bdquo;EU-LISA&ldquo; nat&uuml;rlich vollumf&auml;nglich eingehalten werden, wird ausdr&uuml;cklich (!) versichert<\/a>. Nur &ndash; was da wie eingehalten werden muss, wei&szlig; noch niemand so genau, weil an den Vorschriften noch gearbeitet wird. Nach ersten Erkenntnissen sollen bei der EU-Datenschutzreform die pers&ouml;nlichen Daten aber vor allem im Hinblick auf ihre legitime Verwendbarkeit zu Gunsten von Wirtschaftsunternehmen &bdquo;gesch&uuml;tzt&ldquo; werden. So sollen sie insbesondere auch ohne Zustimmung des Betroffenen z.B. im Direktmarketing eingesetzt werden d&uuml;rfen. Google wird sich freuen.<\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Datenschutz-im-Auto-2505971.html\">Eine analoge Problemstruktur findet sich auch bei den vom Verband der Autoindustrie f&uuml;r vernetzte Fahrzeuge vorgeschlagenen Datenschutzprinzipien (betrifft jetzt schon praktisch alle Fahrzeuge der gro&szlig;en Marken wie BMW, Daimler, VW). Die &bdquo;Prinzipien&ldquo; sind n&auml;mlich keine, da sie so allgemein gehalten wurden, dass jede Interessengruppe die &bdquo;Regeln&ldquo; in ihrem Sinne interpretieren kann<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/31C3-CCC-Tueftler-hackt-Merkels-Iris-und-von-der-Leyens-Fingerabdruck-2506929.html\">Sind Biometriesysteme (Fingerabdr&uuml;cke, Iris, Gesichtserkennung) auch nur halbwegs sicher? Bei der heutigen Qualit&auml;t von Handyfotos kann sogar mit dem Handy ohne Probleme aus mehreren Metern Entfernung eine f&uuml;r eine F&auml;lschung ausreichende Fingerabdruck- oder eine Irisabbildung erstellt werden.<\/a><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>EU finanziert Ukraine-Krieg mit weiteren 1,8 Milliarden Euro<\/strong><br>\nNur damit kann das Pleite-Land die beschlossene Verdoppelung der Milit&auml;rausgaben schultern<br>\nEs ist sicher kein Zufall, dass gerade jetzt die Nachricht kam, dass die EU der Ukraine mit weiteren 1,8 Milliarden Euro unter die Arme greifen will. Damit, so k&ouml;nnte man meinen, solle der bevorstehende Zahlungsausfall verhindert werden. Doch das ist nicht der Fall, denn es ist l&auml;ngst bekannt, dass die Ukraine in Zukunft mindestens weitere 15 Milliarden Euro braucht. Deshalb darum geht es darum nur bedingt&hellip;.<br>\nDas Kollegium der Kommissare hat heute zus&auml;tzliche Makrofinanzhilfe (MFA) f&uuml;r die Ukraine in H&ouml;he von bis zu 1,8 Milliarden Euro an mittelfristigen Darlehen vorgeschlagen.<br>\nDie Entscheidung sei im Rahmen des traditionellen Kommissionsbesuchs zu Beginn der neuen EU-Ratspr&auml;sidentschaft getroffen worden. Zwischen den Zeilen wird einger&auml;umt, dass die Hilfe etwas mit dem &ldquo;Konflikt im Osten des Landes&rdquo; zu tun hat, der die &ldquo;Wirtschaft schwer in Mitleidenschaft&rdquo; gezogen habe, hei&szlig;t es in der Presseerkl&auml;rung. Mit dem Geld soll angeblich die neue, &ldquo;reformorientierte Regierung bei der Konsolidierung des Landes und der Bew&auml;ltigung der wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen unterst&uuml;tzt werden&rdquo;. (&hellip;)<br>\nAngesichts der Tatsache, dass man den Krieg im Osten als ein zentrales Problem f&uuml;r die Wirtschaft festgestellt hat, ist es eher erstaunlich, wenn die Kommission bei der Haushaltssanierung nicht zur Auflage macht, eine Friedensl&ouml;sung zu suchen, um die Milit&auml;rausgaben zu senken statt zu verdoppeln. Da das nicht geschieht ist klar, dass sich die EU-Kommission voll hinter den Kurs der Ukraine stellt und diesen Konflikt mitfinanziert. Das passt gut zu Juncker und seinen Umgangsformen:<br>\nWir beschlie&szlig;en etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein gro&szlig;es Geschrei gibt und keine Aufst&auml;nde, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter &ndash; Schritt f&uuml;r Schritt, bis es kein Zur&uuml;ck mehr gibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/EU-finanziert-Ukraine-Krieg-mit-weiteren-1-8-Milliarden-Euro-2515351.html%20\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Gorbatschow &uuml;ber Ost-West-Beziehungen: &ldquo;Der Vertrauensverlust ist katastrophal<\/strong><br>\nMichail Gorbatschow warnt vor einem gro&szlig;en Krieg in Europa wegen der Ukraine. &ldquo;Ein solcher Krieg w&uuml;rde heute wohl unweigerlich in einen Atomkrieg m&uuml;nden. Wenn angesichts dieser angeheizten Stimmung einer die Nerven verliert, werden wir die n&auml;chsten Jahre nicht &uuml;berleben&rdquo;, erkl&auml;rte der Friedensnobelpreistr&auml;ger dem SPIEGEL. &ldquo;Ich sage so etwas nicht leichtfertig. Ich mache mir wirklich allergr&ouml;&szlig;te Sorgen.&rdquo; (&hellip;)<br>\nAngesichts eines &ldquo;katastrophalen Vertrauensverlustes&rdquo; zwischen Russland und dem Westen forderte er dazu auf, die Beziehungen zu &ldquo;enteisen&rdquo;. Zudem wandte sich Gorbatschow gegen Versuche, Russland zu isolieren sowie gegen westliche Wirtschaftssanktionen. &ldquo;Es war auch falsch, Russland aus der G8 auszuschlie&szlig;en. Das erinnert an Blutrache und f&uuml;hrt ins Nichts&rdquo;, sagte Gorbatschow.<br>\nMit scharfen Worten kritisierte er die deutsche Ukraine-Politik. &ldquo;Das neue Deutschland will sich &uuml;berall einmischen. In Deutschland m&ouml;chten anscheinend viele bei der neuen Teilung Europas mitmachen&rdquo;, sagte er. &ldquo;Deutschland hat im Zweiten Weltkrieg schon einmal versucht, seinen Machtbereich nach Osten zu erweitern. Welche Lektion braucht es noch?&rdquo;<br>\nAls &ldquo;saudumm und h&ouml;chst gef&auml;hrlich&rdquo; bezeichnete der letzte Staatschef der Sowjetunion Gedankenspiele im Westen, Putin zu st&uuml;rzen.<br>\nAmerika und der Nato warf Gorbatschow vor, die europ&auml;ische Sicherheitsstruktur durch die Erweiterung des westlichen Verteidigungsb&uuml;ndnisses zerst&ouml;rt zu haben. &ldquo;Kein Kreml-Chef kann so etwas ignorieren&rdquo;, sagte er, Amerika habe leider angefangen, ein Mega-Imperium zu errichten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/gorbatschow-warnt-vor-grossem-krieg-in-europa-a-1012201.html%20\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>EU diskutiert Schuldenschnitt f&uuml;r Athen<\/strong><br>\nIn der EU-Kommission w&auml;chst Presseberichten zufolge die Unterst&uuml;tzung f&uuml;r einen Schuldenerlass f&uuml;r Griechenland. &ldquo;Ein Schuldenschnitt ist unausweichlich, zitiert die Zeitung &ldquo;Die Welt&rdquo; hochrangige EU-Kreise.<br>\nGriechenland werde sonst mit seiner Schuldenlast nicht fertig, hie&szlig; es zur Begr&uuml;ndung. Die Auffassungen &uuml;ber den Zeitpunkt des Schuldenschnitts gingen allerdings in Br&uuml;ssel auseinander. Teilweise werde dieser schon in diesem Jahr als notwendig erachtet.<br>\nZugleich gebe es aber auch die Einsch&auml;tzung, dass dieser Schritt &ldquo;erst in ein paar Jahren kommen wird, wenn keine Gefahr mehr besteht, dass andere Krisenl&auml;nder ebenfalls auf einen Schuldenerlass spekulieren&rdquo;. Die Gr&ouml;&szlig;enordnung f&uuml;r den Schuldenschnitt sei auf &ldquo;ein Drittel bis die H&auml;lfte der Staatsschulden&rdquo; beziffert worden.<br>\nZehn-Milliarden-Euro-Kredit macht keinen Sinn<br>\nDem Bericht zufolge gehen die mit den Beratungen vertrauten EU-Kreise davon aus, dass &ldquo;Griechenland in absehbarer Zeit wohl nicht an den Kapitalmarkt zur&uuml;ckkehren kann und eine vorsorgliche Kreditlinie in H&ouml;he von zehn Milliarden Euro darum keinen Sinn macht&rdquo;. Daher werde das laufende Hilfsprogramm voraussichtlich zun&auml;chst &uuml;ber Ende Februar 2015 hinaus verl&auml;ngert, dann werde sich wahrscheinlich ein drittes Hilfspaket anschlie&szlig;en. Der Finanzbedarf Athens liege mittelfristig bei rund 20 Milliarden Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dw.de\/eu-diskutiert-schuldenschnitt-f%C3%BCr-athen\/a-18183116\">DW<\/a><\/li>\n<li><strong>Griechenland: Austerit&auml;t oder Reform<\/strong><br>\nGut 14 Tage vor dem Wahltermin in Griechenland liegt nach j&uuml;ngsten Umfragen das Linksb&uuml;ndnis SYRIZA unter Alexis Tsipras mit gut 3% vor der konservativen Nea Dimokratia (ND) von Regierungschef Antonis Samaras. Bei einem Wert um die 30% w&auml;re das linke Parteienb&uuml;ndnis auf Koalitionspartner angewiesen, da im Parlament nicht die absolute Mehrheit der Sitze erreicht w&uuml;rde.<br>\nDie Sozialisten der bislang mitregierenden PASOK unter Evangelos Venizelos kommen demnach weit abgeschlagen auf 3,9%. Als drittst&auml;rkste Kraft&nbsp; erscheint in der Umfrage mit 4,5% eine neue Partei der politischen Mitte, To Potami (Der Fluss). Dichtauf folgen die Neonazis der Goldenen Morgenr&ouml;te und die Kommunisten mit 4,4 und 4,1%.<br>\nDie neugegr&uuml;ndete Bewegung der Demokraten und Sozialisten des fr&uuml;heren Regierungschefs Giorgos Papandreou scheitert der Umfrage zufolge an der Drei-Prozent-H&uuml;rde. Der Ausgang der Wahlen entscheidet dar&uuml;ber, ob es bei der Fortsetzung der f&uuml;r die griechische Gesellschaft zerst&ouml;rerischen Austerit&auml;tspolitik bleibt, oder der Weg f&uuml;r einen anderen Entwicklungsprozess ge&ouml;ffnet wird.<br>\nVier Jahre eines brutalen Konsolidierungskurses unter strikter Kontrolle der Troika von EU-Kommission, Europ&auml;ischer Zentralbank (EZB) und Internationalem W&auml;hrungsfonds (IWF) sowie sechs Jahre Rezession liegen hinter Griechenland. Nach einer Schrumpfung der Wirtschaftsleistung von ca. 25% rechnet die Regierung mit 0,6% Wachstum f&uuml;r 2014. In den Verhandlungen zum Jahresende 2014 wollte die Koalitionsregierung aus ND und PASOK neben der Auszahlung einer weiteren Kredittranche von 1,8 Mrd. Euro auch eine Zusage f&uuml;r ein &Uuml;berbr&uuml;ckungsprogramm ab 2015 erreichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/griechenland-austeritaet-oder-reform\/\">Sozialismus aktuell<\/a><\/li>\n<li><strong>&raquo;Austerit&auml;tspolitik ruiniert Wirtschaft und Gesellschaft&laquo;<\/strong><br>\nIm Gespr&auml;ch: John Milios, Chef-&Ouml;konom von SYRIZA, und Axel Troost<br>\nGesetzt den Fall, die Regierungsbildung gelingt und SYRIZA f&uuml;hrt die Regierung an, kommt es dann zum gro&szlig;en Showdown in puncto Schuldenschnitt f&uuml;r Griechenland?<br>\nEs wird eine komplizierte Situation, wobei es in Stufe eins, zumindest aus meiner Sicht, nicht um die Frage Schuldenschnitt geht, sondern um Anschlussfinanzierungen. Griechenland hat in diesem Jahr einen Umschuldungsbedarf in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von circa 22 Milliarden Euro. Die wird Griechenland nicht auf dem Kapitalmarkt erhalten, au&szlig;er zu horrenden Zinsen. Deswegen muss verhandelt werden. Die Frage Schuldenschnitt wird sicherlich angesprochen und dazu wird man dann in diesem oder im n&auml;chsten Jahr eine europ&auml;ische Schuldenkonferenz vorschlagen, wo dann ein Schuldenschnitt nicht nur f&uuml;r Griechenland, sondern auch f&uuml;r andere s&uuml;deurop&auml;ische L&auml;nder diskutiert wird. Was aber wirklich gebraucht wird, ist die Anschlussfinanzierung, damit SYRIZA ihren &ldquo;Nationalen Plan f&uuml;r den Wiederaufbau&rdquo;, und das ist der Schwerpunkt ihrer angestrebten Alternativen, auch umsetzen kann.<br>\nGeld gegen Reformen &ndash; das ist die geltende Losung der Troika. Sie haben in Athen vor allem Wirtschafts- und Finanzpolitiker von SYRIZA getroffen. Unstrittig scheint zu sein, dass es in Griechenland Missst&auml;nde gab und gibt. Welche Art von Reform braucht das Land und wie unterscheidet sich das Reformprogramm der Troika von den Vorstellungen von SYRIZA?<br>\nDas ist ganz zentral und dies muss man in Deutschland und Europa wissen: SYRIZA will nicht zur&uuml;ck zum Jahr 2010 oder 2008. 40 Jahre Regierung von Pasok und Nea Dimokratia haben das Land heruntergewirtschaftet und zu einem System aus Korruption und Vetternwirtschaft, riesigen Steuerhinterziehungen, Schwarzarbeit und Schmuggel verkommen lassen. Die Schwarzarbeitsquote liegt bei &uuml;ber 40 Prozent. Alleine der Bereich &Ouml;l-, Benzin- und Tabakschmuggel f&uuml;hrt zu Steuerhinterziehungen von fast 20 Milliarden Euro j&auml;hrlich. Diese Punkte m&uuml;ssen angegangen werden. Und die sind in den vergangenen vier Jahren unter der Troika schlicht ignoriert worden. Die gegenw&auml;rtige Regierung hat in Absprache mit der Troika nur mit Rasenm&auml;hermethoden Personal abgebaut und Sozialausgaben gek&uuml;rzt, aber f&uuml;r keinerlei Effizienzsteigerung im &ouml;ffentlichen Dienst oder in der Steuerverwaltung gesorgt. Das will SYRIZA &auml;ndern und damit k&ouml;nnen dann die Finanzmittel f&uuml;r eine andere Politik als regul&auml;re Steuereinnahmen vereinnahmt werden&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.axel-troost.de\/article\/8242.austeritaetspolitik-ruiniert-wirtschaft-und-gesellschaft.html\">Axel Troost<\/a><\/li>\n<li><strong>Ulrike Herrmann: Das griechische Paradox<\/strong><br>\n&ldquo;Grexit&rdquo; wird als Strafaktion imaginiert: Wenn die Griechen nicht brav ihre Schulden zahlen, werden sie aus dem Euro entfernt. Schon juristisch ist diese Fantasie schwierig, da die EU-Vertr&auml;ge keinen Rausschmiss vorsehen. Vor allem aber w&auml;re ein &ldquo;Grexit&rdquo; &ouml;konomisch unsinnig. Die Griechen bedienen ihre Schulden sowieso nicht. Egal, ob sie im Euro bleiben oder Drachmen haben. Die griechischen Staatsschulden belaufen sich momentan auf 322 Milliarden Euro und machen 175 Prozent der j&auml;hrlichen Wirtschaftsleistung aus. Diese Summen kann Griechenland unm&ouml;glich tilgen, was allerdings noch keine Nachricht ist. Staatsschulden werden nie zur&uuml;ckgezahlt. Auch Deutschland wird seine Kredite von rund 2 Billionen Euro nicht tilgen, sondern neue Darlehen aufnehmen, um alte abzul&ouml;sen. Das st&ouml;rt niemanden, solange die Zinsen flie&szlig;en.<br>\nAuf den ersten Blick scheinen die Griechen bei den Zinsen jedoch kein Problem zu haben. Sie belaufen sich auf etwa 2,4 Prozent, was im Jahr 6 Milliarden Euro macht &ndash; oder 3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Davon kann doch niemand pleitegehen? Die Frankfurter Allgemeine Zeitung findet die griechischen Zinsen sogar &ldquo;billig&rdquo;, weil selbst Deutschland 2,7 Prozent zahlen muss. . Aber der Zinsvergleich hinkt: Die deutsche Regierung ist im Inland, bei ihren B&uuml;rgern, verschuldet. Die staatlichen Zinszahlungen kreisen in der eigenen Volkswirtschaft und bleiben als potenzielle Nachfrage erhalten. Die Griechen hingegen haben ihre Kredite im Ausland aufgenommen. Die Zinsen flie&szlig;en ab und k&ouml;nnten nur erwirtschaftet werden, wenn die Griechen Export&uuml;bersch&uuml;sse h&auml;tten.<br>\nDoch wie der Konjunktiv schon andeutet: Die Griechen haben nur minimale Export&uuml;bersch&uuml;sse &ndash; die auch kaum steigen d&uuml;rften. Denn die beiden Exportbranchen, Tourismus und Schifffahrt, machen nur ein Viertel der Wirtschaftsleistung aus, und bei den Importen l&auml;sst sich kaum sparen, weil sie schon auf ein Minimum geschrumpft sind. Viele Griechen sind inzwischen so arm, dass sie sogar auf lebensnotwendige Medikamente aus dem Ausland verzichten m&uuml;ssen. Es kommt zu einem sinnlosen Kreisverkehr: Die Griechen zahlen die Zinsen auf ihre Auslandsschulden, indem sie neue Kredite aufnehmen &ndash; nat&uuml;rlich im Ausland. Die Gl&auml;ubiger finanzieren ihre eigenen Zinsen. Also k&ouml;nnte man die griechischen Schulden auch gleich streichen, denn sie sind wertlose Zahlen in einem Computer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2015%2F01%2F10%2Fa0211&amp;cHash=2657db5403f1f8178a3ded0b524b7375\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Syriza k&ouml;nnte ganz Europa ver&auml;ndern<\/strong><br>\nEin Wahlsieg der linksoppositionellen Syriza-Partei unter Alexis Tsipras in Griechenland w&auml;re ein Ansto&szlig; zu einer gerechteren, demokratischeren und &ouml;kologischeren Wirtschaftspolitik in ganz Europa&hellip;<br>\nUnter Syriza wird Griechenland zum Experimentierfeld, um anders mit der Krise umzugehen. Staat und Wirtschaft werden erfolgreich restrukturiert, den Menschen werden stabile Arbeits- und Lebensverh&auml;ltnisse erm&ouml;glicht, das Steuersystem wird reformiert, sodass die Verm&ouml;genden einen angemessenen Teil der Gemeinlasten tragen. Es g&auml;be effiziente &ouml;ffentliche Investitionsprogramme &ndash; horribile dictu f&uuml;r neoliberales Denken -, mittels deren die humanit&auml;re Krise in den Bereichen Ern&auml;hrung und Wohnen, Gesundheit und Bildung &uuml;berwunden wird.<br>\nKriterium erfolgreicher Krisenpolitik w&auml;re dann nicht, wenn die Finanzm&auml;rkte &ldquo;beruhigt&rdquo; sind und die Austerit&auml;tspolitik aufrechterhalten wird &ndash; so Joschka Fischer im Standard, f&uuml;r den ein Wahlsieg Syrizas zu einer politischen Krise Europas f&uuml;hren wird.<br>\nDas wird alles nicht einfach. Wir sollten uns die Strukturprobleme nicht sch&ouml;nreden, und es wird Stimmen in Europa geben, die f&uuml;r ein &ldquo;kompromissloses Vorgehen&rdquo; gegen eine neue griechische Regierung pl&auml;dieren werden. Dennoch gibt es Handlungsspielraum.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000010249632\/Syriza-koennte-ganz-Europa-veraendern\">Ulrich Brand in der standard.at<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>&Ouml;l-Schwaden vernebeln den Verstand<\/strong><br>\nWenn&rsquo;s um &Ouml;l geht, dann stellt sich bei vielen Leuten irgendwie automatisch ganz schnell das Hirn ab. So sagt der Verband der Mineral&ouml;lwirtschaft laut Handelsblatt: Mit dem &Ouml;lpreisverfall seien &bdquo;die Prognosen widerlegt, wonach der Rohstoff &Ouml;l immer knapper und teurer werden muss&ldquo;. Die best&auml;tigten &Ouml;lreserven seien seit dem Jahr 2000 um 70 Prozent auf 240 Milliarden Tonnen gestiegen. Grund sei der technische Fortschritt sowohl beim Auffinden als auch bei der F&ouml;rderung aus zuvor schwer erschlie&szlig;baren &Ouml;lfeldern. &bdquo;&Ouml;l ist reichlich vorhanden. Das hohe Angebot hat dazu gef&uuml;hrt, dass &Ouml;l inflationsbereinigt nicht mehr kostet als vor drei Jahrzehnten&ldquo;.<br>\nDa fragt man sich, warum das alles genau seit Juni 2014 gilt, weil doch bis dahin der Preis immer noch extrem hoch war. In der Tat stimmt es wohl, dass &Ouml;l seit vielen Jahren reichlich vorhanden ist, und es stimmt auch, dass es seit einigen Jahren ein hohes Angebot an &Ouml;l gibt und sogar eines, das tendenziell gr&ouml;sser war als die Nachfrage. Die L&auml;ger waren meist voll und Saudi-Arabien, der gr&ouml;&szlig;te und flexibelste Anbieter, hat nach der Finanzkrise jahrelang versucht, den &Ouml;lpreis mit einem hohen Angebot zu dr&uuml;cken, aber ohne Erfolg. Wieso hat das alles bis Juni 2014 keine Auswirkungen auf den Preis gehabt? (&hellip;)<br>\nIn der Tat sind, ich habe es im April 2014 schon empirisch gezeigt, die finanziellen Akteure an den Rohstoffm&auml;rkten systematisch auf dem R&uuml;ckzug. Das bedeutet, dass das gro&szlig;e &Ouml;langebot jetzt voll zum Zuge kommt und die Preise sich normalisieren. Das bedeutet aber auch, und dar&uuml;ber m&uuml;ssten jetzt alle schreiben, denen der Markt und die Marktwirtschaft ein Anliegen ist, dass wir eine jahrelange Verzerrung eines der wichtigsten Preise auf dieser Welt gesehen haben, eindeutig verursacht von den Finanzm&auml;rkten. Das war unglaublich teuer und hat unglaublich gro&szlig;en Schaden f&uuml;r die Weltwirtschaft verursacht. Und es verursacht jetzt erneut einen gewaltigen Schaden, weil all die Investitionen, die auf der Erwartung eines dauerhaft hohen &Ouml;lpreises aufgebaut waren, quasi &uuml;ber Nacht massiv an Wert verlieren&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/oel-schwaden-vernebeln-den-verstand\/\">flassbeck-economics<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Regierung will internationalen Handelsgerichtshof f&uuml;r Freihandelsabkommen mit den USA<\/strong><br>\nDie Bundesregierung will mit einer Reihe von Initiativen der Kritik in der &Ouml;ffentlichkeit am umstrittenen Freihandelsabkommen zwischen EU und USA (TTIP) begegnen. So k&ouml;nnte laut Pl&auml;nen der Regierung ein internationaler Handelsgerichtshof gegr&uuml;ndet werden, der &ouml;ffentlich tagt und mit staatlichen Richtern besetzt ist. Das Ziel m&uuml;sse, so ein hochrangiger Ministerieller gegen&uuml;ber dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Transparenz sein. &ldquo;Den Leuten muss der Eindruck genommen werden, da stopften sich gro&szlig;e Anwaltskanzleien oder multinationale Konzerne die Taschen voller Geld.&rdquo; Auch wolle sich die Regierung in Berlin einsetzen, dass bei den am 2. Februar wieder beginnenden Verhandlungen mit den USA erstmals konkrete Ergebnisse erzielt werden, etwa eine Verst&auml;ndigung dar&uuml;ber, dass die Importz&ouml;lle gestrichen werden. Das k&ouml;nnte die Gewerkschaften von TTIP &uuml;berzeugen, weil ihre Arbeiterschaft von einer Freihandelszone profitiert. In den n&auml;chsten Monaten plant die Regierung ein halbes Dutzend Veranstaltungen, um die B&uuml;rger von den Vorz&uuml;gen eines Handelsabkommens zu &uuml;berzeugen. Die Bundes-SPD l&auml;dt ihre Mitglieder zudem am 23. Februar zu einer Debatte &uuml;ber &ldquo;Chancen und Risiken&rdquo; von TTIP ein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/vorab\/ttip-regierung-will-internationalen-handelsgerichtshof-a-1012247.html%20\">Der Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn ein solcher Handelsgerichtshof nicht nur wieder ein Ablenkungsman&ouml;ver ist. W&auml;ren damit die (privaten) Schiedsgerichte aus dem Vertrag?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Arbeitsmarkt USA versus EWU: Die entscheidende Ursache f&uuml;r die unterschiedliche Entwicklung und Schlussfolgerungen daraus<\/strong><br>\nHeute meldete das Arbeitsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika neue Erfolgszahlen vom Arbeitsmarkt: 252.000 neue Arbeitspl&auml;tze wurden im Dezember geschaffen, die Arbeitslosenquote ist auf 5,6 Prozent gesunken. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit hat sich 2014 gegen&uuml;ber 2013 um 1,2 Prozentpunkte verringert. Der st&auml;rkste R&uuml;ckgang seit 1984. Der Dezember 2014 war der 58. Monat in Folge, in dem die Besch&auml;ftigung in der Privatwirtschaft gestiegen ist. Insgesamt stieg sie um 11,2 Millionen Arbeitspl&auml;tze. Anders als das deutsche Arbeitsministerium unter Andrea Nahles oder die Europ&auml;ische Kommission, die eine vergleichbare Erfolgsbilanz nicht vorlegen k&ouml;nnen, gibt sich das amerikanische Arbeitsministerium dennoch n&uuml;chtern und bescheiden:<br>\nEs gebe noch viel zu tun, so Arbeitsminister Thomas E. Perez. Und er nennt als erstes:<br>\n&ldquo;Wir m&uuml;ssen mehr tun, um sp&uuml;rbare Lohnerh&ouml;hungen zu erreichen, weil zu viele Familien der Mittelklasse immer noch mehr arbeiten und weiter zur&uuml;ckfallen. Wir m&uuml;ssen mehr tun, um sicherzustellen, dass die Wirtschaft f&uuml;r alle arbeitet, um einen Wohlstand auf breiter Basis zu schaffen.&rdquo;&hellip;<br>\n2009, nach Ausbruch der Krise, standen jeder offenen Stelle sieben Bewerber gegen&uuml;ber. Heute seien es zwei Bewerber. Laut der zuletzt in der Statistik f&uuml;r den Monat Oktober ausgewiesenen Zahl der offenen Stellen, entfielen in den USA 1,9 Arbeitslose auf eine offene Stelle. &ndash; In Deutschland waren es laut Berechnungen auf Basis der Zahlen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit im Oktober und November 5,3 und im zuletzt ausgewiesenen Dezember 5,6 Arbeitslose, die auf eine offene Stelle entfielen. Also rund dreimal so viele.<br>\nGewiss, trotz dieser Erfolge liegt auch beim amerikanischen Arbeitsmarkt immer noch viel im Argen. Was musste dagegen aber das statistische Amt der EU-Kommission erst vor zwei Tagen melden: &ldquo;Arbeitslosenquote des Euroraums bei 11,5 Prozent&rdquo;. Nicht nur, dass die Arbeitslosenquote in der EWU seit dem Fr&uuml;hjahr 2011 &ndash; mit Beginn der so genannten Austerit&auml;ts- oder &ldquo;Rettungs&rdquo;-Politik (staatliche Ausgabenk&uuml;rzungen, Lohnsenkungen und Abbau von Arbeitnehmerrechten) &ndash; noch einmal kr&auml;ftig gestiegen ist, nachdem sie nach dem gewaltigen Anstieg mit Ausbruch der Finanz- und Eurokrise, wie die in den USA, schon begonnen hatte wieder zu sinken. Sie hat sich von jenem H&ouml;henflug auch bis heute nicht nennenswert erholt, w&auml;hrend die in den USA best&auml;ndig weiter gesunken ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/2015\/01\/arbeitsmarkt-usa-versus-ewu-die-entscheidende-ursache-fur-die-unterschiedliche-entwicklung-und-schlussfolgerungen-daraus\/%20\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>DIE LINKE: Das Tarifeinheitsgesetz der Bundesregierung bedroht die Existenz kleinerer Gewerkschaften<\/strong><br>\nDurch einen Aufnahmefehler fehlen die ersten zwei Minuten der Pressekonferenz. Wir bitten um Verst&auml;ndnis. &ndash; Klaus Ernst und Professor Wolfgang D&auml;ubler stellen das Gutachten zum Gesetz der Bundesregierung zur Tarifeinheit vor. Ist das Gesetz verfassungswidrig? Das ist Gesetz nicht geeignet, seine proklamierten Ziele zu erreichen. Es schafft im Gegenteil zus&auml;tzliche Rechtsunsicherheit und differenziert ohne ausreichenden Grund zwischen einzelnen Formen von Gewerkschaften. Wer den Streik &uuml;ber gesetzliche Regelungen f&uuml;r bestimmte Gewerkschaften per se ausschlie&szlig;t, bedroht die existentielle Grundlage der betreffenden Gewerkschaft. Die gesetzliche Vorgabe der Tarifeinheit ist der elegante Versuch, Gewerkschaften auszuschalten, ohne sie explizit zu verbieten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bundesjustizportal.de\/international\/item\/1587-die-linke-das-tarifeinheitsgesetz-der-bundesregierung-bedroht-die-existenz-kleinerer-gewerkschaften.html\">Bundesjustizportal<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Streit um den Mindestlohn<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>CSU-Chef Horst Seehofer dringt auf rasche Korrekturen beim Mindestlohn<\/strong><br>\nIm Gespr&auml;ch mit der Zeitung &ldquo;Welt am Sonntag&rdquo; pochte er auf eine Entschlackung der B&uuml;rokratievorschriften. &ldquo;Die Nachbesserungen m&uuml;ssen wir in den n&auml;chsten Wochen auf den Weg bringen&rdquo;, sagte Bayerns Ministerpr&auml;sident laut Vorabbericht. Er sei zwar ein Anh&auml;nger des Mindestlohns. &ldquo;Aber was da im Gesetz als Begleitwerk gebracht wurde, ist kolossal. Die Aufzeichnungspflichten und Kontrollm&ouml;glichkeiten treffen vor allem die kleineren Betriebe&rdquo;, erg&auml;nzte Seehofer&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/idDEKBN0KK0D520150111\">Reuters<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Einmal mehr erweist sich die CSU als der verl&auml;ngerte politische Arm der Wirtschaft. Ein Mindestlohn der nicht kontrolliert wird, ist das Gesetz nicht wert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Rudolf Hickel: Mindestl&ouml;hne durchsetzen<\/strong><br>\nPrognosen f&uuml;r Entwicklung der Wirtschaft in diesem Jahr sind schwierig. Eines aber ist sicher: Die Konjunktur muss gest&auml;rkt werden&hellip;<br>\nDie Ursachen der immer noch viel zu schwachen Bereitschaft der Unternehmen in den Kauf von Maschinen und Ausr&uuml;stungen sowie in den Bau zu investieren, gibt f&uuml;r eine taugliche Vorhersage zu 2015 wichtige Hinweise. Es sind die schw&auml;chelnden Gewinnerwartungen, die den eigentlich wegen des billigen Geldes zu erwartenden Investitionsboom verhindern. Zentrale Ursache sind die pessimistische Bewertung der Nachfrage zur Auslastung der neu geschaffenen Produktionskapazit&auml;ten: Die Binnennachfrage gilt als zu schwach&hellip;<br>\nAuf der Agenda 2015 stehen auch Ma&szlig;nahmen zum Ausbau der wettbewerbsf&auml;higen Produktionskapazit&auml;ten f&uuml;r qualitatives Wachstum durch die St&auml;rkung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Die eine S&auml;ule ist die Konsumnachfrage der privaten Haushalte. Hier ist eine tarifliche Lohnpolitik, die zumindest den realen Verteilungsspielraum aussch&ouml;pft, erforderlich. Auch konsequent durchgesetzte Mindestl&ouml;hne gegen Besch&auml;ftigungsarmut st&auml;rken die Binnennachfrage.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Debatte-Agenda-2015\/!152473\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>NSU-Morde: Medien haben bei der Aufdeckung der Hintergr&uuml;nde versagt!<\/strong><br>\nIm Herbst 2011 wurde bekannt, dass die Mordserie an Menschen mit Migrationshintergrund und weitere Gewaltverbrechen vom &bdquo;Nationalsozialistischen Untergrund&ldquo; (NSU) ver&uuml;bt worden waren. Staatliche Beh&ouml;rden hatten ein Jahrzehnt lang in die falsche Richtung ermittelt. Untersuchungsaussch&uuml;sse auf Bundes- und Landesebene lassen keinen Zweifel: Der &bdquo;NSU-Komplex&ldquo; steht f&uuml;r ein eklatantes Staatsversagen. In einer aktuellen Studie der Otto Brenner Stiftung wird jetzt der Frage nachgegangen, ob auch Medien bei der Aufdeckung der Hintergr&uuml;nde der NSU-Mordserie versagt haben.<br>\nDer bittere Befund des Autorenteams Fabian Virchow, Tanja Thomas und Elke Grittmann lautet: Bis auf wenige Ausnahmen folgten sehr gro&szlig;e Teile der medialen Berichterstattung der Logik und den Deutungsmustern der Ermittlungsbeh&ouml;rden. Medien haben mit zur Ausgrenzung der Opfer beigetragen, Angeh&ouml;rige stigmatisiert und sich teilweise selbst mit &bdquo;umfangreichen Spekulationen&ldquo; an der T&auml;tersuche beteiligt. Die Studie kommt laut OBS-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Legrand zu dem Ergebnis, &bdquo;dass nicht nur die staatlichen Beh&ouml;rden 10 Jahre lang in die falsche Richtung ermittelt haben, sondern auch Medien ein Jahrzehnt lang diese Deutungsmuster und Mutma&szlig;ungen nicht konsequent hinterfragt und unkritisch &uuml;bernommen haben&ldquo;.&nbsp;<br>\nDie Studie zeigt, dass polizeiliche Quellen Autorit&auml;t genossen und als glaubw&uuml;rdig popularisiert wurden. Die enge Anbindung der Berichterstattung an die polizeilichen Erkenntnisse bzw. Vermutungen, so ein weiteres Ergebnis der innovativen Studie, &bdquo;habe zu einer einseitigen Gewichtung und Wahrnehmung der Quellen&ldquo; gef&uuml;hrt. Polizeiliche Quellen in Wort und Bild dominierten, Hinweise zu den Tathintergr&uuml;nden aus dem Umfeld der Betroffenen wurden nicht ber&uuml;cksichtigt. Mit dem von Journalisten gepr&auml;gten Begriff &bdquo;D&ouml;ner-Morde&ldquo;, der &uuml;ber Jahre die mediale Berichterstattung zuspitzte, wurden die Angeh&ouml;rigen der Opfer nicht als Betroffene kommuniziert, sondern als Teil der &bdquo;Anderen&ldquo; stigmatisiert, ausgegrenzt und teilweise kriminalisiert. Aus vermuteten Verbindungen zur &bdquo;Organisierten Kriminalit&auml;t&ldquo; wurden vielfach Tatsachenbehauptungen gemacht und die Berichterstattung wurde aufgeladen mit Spekulationen &uuml;ber &bdquo;angebliche Milieus&ldquo; und &bdquo;Parallelwelten&ldquo;. Es wurde, so ein weiterer Befund, eine &bdquo;Mauer des Schweigens&ldquo; identifiziert, die nicht nur die polizeiliche Arbeit erschwere, &bdquo;sondern auch Ausdruck unzureichender Integration in die Mehrheitsgesellschaft sei&ldquo;.<br>\nDie Ergebnisse der Studie, so OBS-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Legrand, lesen sich als Beleg f&uuml;r die These, &bdquo;dass bei der Aufdeckung der Hintergr&uuml;nde und wahren Zusammenh&auml;nge der NSU-Morde nicht nur staatliche Ermittlungsbeh&ouml;rden versagt haben, sondern auch Teile der Medien ihrer Aufgabe, gesellschaftliche Prozesse professionell zu beobachten und kritische &Ouml;ffentlichkeit herzustellen, nicht nachgekommen und gerecht worden sind&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.otto-brenner-stiftung.de\/presse\/pressearchiv\/pressedetail\/\/1\/\/nsu-morde-medien-haben-bei-der-aufdeckung-der-hintergruende-versagt.html\">Otto Brenner Stiftung<\/a>\n<p><strong>Passend dazu: Das R&auml;tsel um den V-Mann &ldquo;Tarif&rdquo;<\/strong><br>\nEx-V-Mann &ldquo;Tarif&rdquo; sagt, der Verfassungsschutz h&auml;tte nach seinem Hinweis 1998 den NSU stoppen k&ouml;nnen. &Uuml;berpr&uuml;fen l&auml;sst sich das nicht: Die Akten zu &ldquo;Tarif&rdquo; wurden vernichtet. Sp&auml;ter wurden Teile davon rekonstruiert, doch wurden sie dem NSU-Ausschuss auch vorgelegt?<br>\nH&auml;tten Uwe B&ouml;hnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zsch&auml;pe bereits vor ihrem ersten Mord gestoppt werden k&ouml;nnen? Im Jahr 1998 tauchten die drei ab; Neonazis aus Jena wollten den drei Kameraden helfen, einen Unterschlupf zu finden. Ein Rechtsextremist aus dem Umfeld der Fl&uuml;chtigen rief angeblich bei einem Weggef&auml;hrten an, um sich zu erkunden, ob dieser ein Versteck f&uuml;r B&ouml;hnhardt, Mundlos und Zsch&auml;pe w&uuml;sste.<br>\nDieser Weggef&auml;hrte soll Michael von Dolsperg gewesen sein. Er war damals aber nicht nur ein bekannter Neonazi, er kooperierte auch mit dem Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz. Sein Deckname: &ldquo;Tarif&rdquo;. Er habe seinen Kontaktmann beim Geheimdienst umgehend &uuml;ber den Anruf informiert, sagte von Dolsperg bei einer Vernehmung der Bundesanwaltschaft. Gegen&uuml;ber tagesschau.de best&auml;tigt er diese Darstellung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/nsu-tarif-101.html\">tagesschau.de<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bilanz nach f&uuml;nf Monaten Luftkrieg im Irak und in Syrien<\/strong><br>\nUS-Waffen werden von der irakischen Regierung an vom Iran unterst&uuml;tzte schiitische Milizen weitergereicht, die US-Drohnenflotte ist mit akutem Personalmangel konfrontiert<br>\nVor 5 Monaten, am 8. August. hat das Pentagon mit den Luftangriffen auf Stellungen des &ldquo;Islamischen Staats&rdquo; zun&auml;chst im Irak uns sp&auml;ter auch in Syrien begonnen. Die US-Kampflugzeuge und bewaffneten Drohnen werden von Kampfflugzeugen anderer Staaten unterst&uuml;tzt, allerdings in Syrien nur von einer kleinen Koalition aus Jordanien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain, da hier der Krieg v&ouml;lkerrechtswidrig ist und gleichzeitig mit der Duldung der Angriffe durch das syrische Assad-Regime dieses gest&auml;rkt wird. US-Pr&auml;sident Obama hat weiterhin keine Kriegserm&auml;chtigung f&uuml;r den Einsatz durch den Kongress, sondern beruft sich weiterhin auf die Kriegserm&auml;chtigungen (AUMF) aus den Jahren 2001 und 2002. Der Senat hatte zwar einer AUMF zugestimmt (US-Senatsausschuss genehmigt Kriegserm&auml;chtigung gegen IS), inzwischen stellen aber die Republikaner eine Mehrheit im Senat und Repr&auml;sentantenhaus.<br>\nFast 1700 Luftangriffe wurden auf 3200 &ldquo;Ziele&rdquo; des IS in dieser Zeit im Rahmen der Operation ausgef&uuml;hrt, die man Inherent Resolve getauft hat. Bislang hat die Operation den USA t&auml;glich 8,1 Millionen USA-Dollar gekostet, also insgesamt etwa 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Koalition ist allerdings d&uuml;nn. In Syrien hat die US-Luftwaffe 90 Prozent der Angriffe ausgef&uuml;hrt, im Irak 75 Prozent.<br>\nAusgef&uuml;hrt wurden die Schl&auml;ge vorwiegend gegen Geb&auml;ude, Stellungen und Fahrzeuge, aber auch gegen die Erd&ouml;lanlagen. Mittlerweile sind fast 2200 US-Soldaten wieder im Irak, Obama hat die Entsendung von 3100 genehmigt. Sie sollen das irakische Milit&auml;r beraten und bei Angriffen gegen den IS unterst&uuml;tzen. Im Irak werden die schiitischen Milizen, die von der irakischen Regierung aufgerufen wurden, im Kampf gegen den IS vom Iran mit Soldaten und Kampfflugzeugen unterst&uuml;tzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43812\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Mercedes-Benz Argentina &ndash; Rechtsweg ausgeschlossen?<\/strong><br>\nW&auml;hrend der argentinischen Milit&auml;rdiktatur 1976&ndash;1983 hatten sich viele Betriebe ihrer kritischen Gewerkschafter entledigt, indem sie sie als &ldquo;Terroristen&rdquo; denunzierten. Der Fall Mercedes-Benz ging um die Welt. 17 Betriebsaktivisten soll die F&uuml;hrung von Mercedes-Benz Argentina den Folterern ans Messer geliefert haben, 14 der Verschleppten fanden den Tod.&#8232;1999, vor 16 Jahren, hat die Autorin zum ersten Mal &uuml;ber die Verwicklung des Konzerns in die Verbrechen der Milit&auml;rdiktatur berichtet und den Opfern Geh&ouml;r verschafft. Sie hat geholfen, die Angeh&ouml;rigen der Ermordeten und die &Uuml;berlebenden zu &uuml;berzeugen, vor Gerichten in Deutschland, Argentinien und den USA gegen die Verantwortlichen zu klagen. Ohne Erfolg. Im Januar 2014 verweigerte der US Supreme Court den Rechtsweg im Fall der verschwundenen Betriebsr&auml;te von Mercedes-Benz. &ndash; Die Autorin zieht eine Bilanz ihrer jahrelangen Recherchen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2015\/01\/06\/dlf_20150106_1915_ca34b96e.mp3\">Deutschlandradio<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Festzuhalten ist, dass sich die US-Justiz f&uuml;r den Fall als nicht zust&auml;ndig erkl&auml;rte. Dennoch bleibt unbestritten, dass die Firma Mitarbeiter beim milit&auml;rischen Geheimdienst als &ldquo;Agitatoren&rdquo; denunziert hat. Mag sein, dass dies im engeren Sinne nicht als Mordauftrag zu bewerten ist. Dennoch ist es v&ouml;llig unglaubw&uuml;rdig, dass sich die Verantwortlichen nicht &uuml;ber m&ouml;glichen Konsequenzen im Klaren waren.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Paul Krugman: Die Voodoo-Zeitmaschine<\/strong><br>\nViele von uns im Wirtschaftsgesch&auml;ft haben sich gefragt, wie die neue Fu&#776;hrung im Kongresswohl auf den starken Anstieg des amerikanischen Wirtschaftswachstums reagieren wu&#776;rde, der ja, wie wir jetzt wissen, im letzten Fru&#776;hjahr begann. Nachdem man jahrelang behauptet hatte, Pr&auml;sident Obama sei fu&#776;r die schwache Wirtschaft verantwortlich, konnte man jetzt schlecht die Wahrheit sagen &ndash; dass n&auml;mlich die Wirtschaftsleistung kurzfristig nur geringfu&#776;gig davon abh&auml;ngt, wer gerade das Wei&szlig;e Haus h&auml;lt. Was also wu&#776;rden sie sagen?<br>\nUnd damit h&auml;tte ich nun nicht gerechnet: Sie behaupten, das sei ihr Verdienst. Das, obwohl sich all die positiven Daten auf eine Zeit vor den Midterm-Wahlen beziehen.<br>\nDer neue Mehrheitsfu&#776;hrer im Senat Mitch McConnell sagt, ihm komme das Verdienst zu, das Wachstum sei Zeichen der &ldquo;Erwartungen an einen neuen, republikanischen Kongress&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2015\/01\/09\/opinion\/paul-krugman-voodoo-time-machine.html?_r=0%20\">New York Times<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Georg Schramm: Humanismousse au chocolat<\/strong><br>\nAls 14-j&auml;hriger bekam ich f&uuml;r meine ehrenamtliche Arbeit in der Schulb&uuml;cherei als Geschenk zwei B&auml;nde &bdquo;Tucholsky Ausgew&auml;hlte Werke&ldquo;. Ich las sie mit zunehmender Begeisterung und in meiner Phantasie dachte ich mir kleine Texte aus, in denen ich Tucholsky nacheiferte; ich habe mich aber nicht getraut einen aufzuschreiben.<br>\nAber seine Texte haben meine politische Haltung und sp&auml;ter meinen Stil nachhaltig gepr&auml;gt.<br>\nIn meinem ersten Kabarett-Programm sang ich ihm zu Ehren a capella das Lied &bdquo;Anna-Luise&ldquo;. Und einer meiner &ndash; wie ich finde &ndash; sch&ouml;nsten Texte &bdquo;B&uuml;rgerliche Wohlt&auml;tigkeit&ldquo; ist Kurt Tucholsky gewidmet und nach seinem wunderbaren gleichnamigen Lied benannt. Der Text war nicht Teil eines Kabarettprogramms, sondern wurde von mir als Festrede bei einer Wohlt&auml;tigkeits-Gala vorgetragen.<br>\nB&uuml;rgerliche Wohlt&auml;tigkeit<br>\n(Rede im Steigenberger Insel-Hotel Konstanz)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/das-blaettchen.de\/2015\/01\/humanismousse-au-chocolat-31436.html\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-24523","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24523"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28414,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24523\/revisions\/28414"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}