{"id":24548,"date":"2015-01-13T09:56:13","date_gmt":"2015-01-13T08:56:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24548"},"modified":"2015-01-21T09:12:22","modified_gmt":"2015-01-21T08:12:22","slug":"kann-man-aus-der-manifestation-von-paris-nicht-auch-zuversicht-schoepfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24548","title":{"rendered":"Kann man aus der Manifestation von Paris nicht auch Zuversicht sch\u00f6pfen?"},"content":{"rendered":"<p>Albrecht M&uuml;ller hat bei aller Bewunderung &bdquo;das Geschehen und die mediale Behandlung&ldquo; der Manifestationen in Paris und an vielen anderen Orten nicht nur Europas, sondern in der ganzen Welt &bdquo;mit Sorgen&ldquo; verfolgt. Er sieht in dem &bdquo;Geschehen&ldquo; auf nahezu allen Feldern, die er selbst kritisch betrachtet und die ihn bek&uuml;mmern, eher negative Auswirkungen und Verschlechterungen. Geradezu wie Kassandra aus der griechischen Mythologie, sieht er in den von ihm angesprochenen Politikbereichen nach diesen Tagen gr&ouml;&szlig;eres Unheil voraus.<br>\nDie meisten der Sorgen, die Albrecht M&uuml;ller umtreiben, &uuml;ber das, was aus den Attentaten folgen k&ouml;nnte, teile ich.<br>\nAber die Tatsache, dass am Sonntag Millionen von Menschen ihre Trauer &uuml;ber abscheuliche Mordtaten in ein Bekenntnis an erster Stelle im Sinne eines Mitgef&uuml;hls f&uuml;r die Opfer und ihre Freunde, dann aber auch (am deutlichsten an den Bleistiften sichtbar) als Appell  f&uuml;r die Pressefreiheit (&bdquo;Je suis Charlie&ldquo;), schlie&szlig;lich auch f&uuml;r gesellschaftlichen Zusammenhalt jenseits religi&ouml;ser, ethnischer und sozialer Herkunft, f&uuml;r Solidarit&auml;t, f&uuml;r die Republik, f&uuml;r fraternit&eacute; und libert&eacute; umgesetzt haben, sehe ich als einen Hoffnungsschimmer. Wenn derartige Bekenntnisse einer breiten &Ouml;ffentlichkeit politisch nichts mehr verbessern k&ouml;nnten, dann m&uuml;sste man alle Bem&uuml;hungen um Aufkl&auml;rung  und um eine demokratische Gegen&ouml;ffentlichkeit aufgeben. Von <strong>Wolfgang Lieb<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nIch frage mich, was sich an den sicherlich beklagenswerten Zust&auml;nden der Welt ver&auml;ndert oder gar verbessert h&auml;tte, wenn die Menschen <strong>nicht<\/strong> auf die Stra&szlig;e gegangen w&auml;ren. Oder: Was h&auml;tte man sich erst f&uuml;r Sorgen machen m&uuml;ssen, wenn die Demonstrierenden &ndash; wie auf den &bdquo;Pegida&ldquo;-Demonstrationen &ndash; Hassparolen auf Muslime oder gegen die &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; skandiert h&auml;tten oder &ndash; wie es nach dem Anschlag 9\/11 in den USA geschehen ist &ndash; Rache geschworen und eine Versch&auml;rfung des &bdquo;Krieges gegen den Terror&ldquo; verlangt h&auml;tten? Ist Vers&ouml;hnung nicht ein erfreulicheres Signal als Vergeltung?<\/p><p>F&uuml;r eine politische Bewertung halte ich es f&uuml;r wichtig unterschiedliche Ebenen des Geschehens der letzten Tage auseinanderzuhalten. N&auml;mlich mindestens folgende:<\/p><ol>\n<li>Die Terroranschl&auml;ge (und &bdquo;Terror&ldquo; muss man auch &bdquo;Terror&ldquo; nennen)<\/li>\n<li>Die Konsequenzen, die die Politik aus den Attentaten und den Demonstrationen zieht (den &bdquo;schamlosen Missbrauch der Morde&ldquo;)<\/li>\n<li>Die Symbolik der untergehakten Staatsm&auml;nner und &ndash;frauen<\/li>\n<li>Den Honig, den die Medien aus diesen Ereignissen ziehen<\/li>\n<li>Was man aus den Manifestationen f&uuml;r Schl&uuml;sse ziehen kann<\/li>\n<\/ol><ol>\n<li><strong>Die Terroranschl&auml;ge<\/strong>\n<p>Da sind zun&auml;chst die Terroranschl&auml;ge vom Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche bei denen 17 unbeteiligte Menschen starben und 3 T&auml;ter erschossen wurden.<br>\nIch spreche bewusst von &bdquo;Terror&ldquo;, denn Angst und Schrecken hat diese Gewalttat in jedem Falle ausgel&ouml;st. <\/p>\n<p>Die gr&ouml;&szlig;te Demonstration in der Nachkriegsgeschichte Frankreichs hat zumindest auch das &ouml;ffentliche Interesse und den Druck manifestiert, dass alle investigativen Anstrengungen unternommen werden, um alle Sachverhalte, alle Hintergr&uuml;nde und Motive, Mitt&auml;terschaften und Unterst&uuml;tzer oder Vermittlerstrukturen aufzukl&auml;ren. Viel mehr &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit geht eigentlich kaum.<\/p>\n<p>(&Uuml;ber die Notwendigkeit und die Art des Zweifels an dem was bisher berichtet worden oder bekannt ist, haben <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?paged=2\">Albrecht M&uuml;ller<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24510\">ich<\/a> schon nachzudenken versucht. Dazu will ich an dieser Stelle nicht mehr sagen, weil es ja hier vor allem um die Auswirkungen der Tat gehen soll.)<\/p>\n<p>Es darf aber nicht nur um die kriminalistische Aufkl&auml;rung  und Aufarbeitung gehen. Die sicherheitstechnische Debatte, darf die Suche nach den sozialen, den psychosozialen, den wirtschaftlichen, den gesellschaftlichen und nat&uuml;rlich insgesamt den politischen Ursachen f&uuml;r derartige Terrorakte nicht &uuml;berlagern. Das schon deshalb nicht, weil es keine absolute Sicherheit geben kann und die Ursachenanalyse ohnehin unumg&auml;nglich ist. Bisher f&uuml;hrt die Politik &uuml;berwiegend eine Sicherheitsdebatte, aber der Schock hat auf gesellschaftlicher Ebene auch eine Ursachendebatte angesto&szlig;en oder macht sie eher m&ouml;glich.<\/p><\/li>\n<li><strong>Welche Konsequenzen zieht die Politik aus dem Attentat und aus der Demonstration<\/strong>\n<p>Es w&auml;re ja geradezu erstaunlich, wenn nicht die Regierungen, die Politiker, aber auch alle Kr&auml;fte, die am bestehenden politischen Kr&auml;fteverh&auml;ltnis interessiert sind,  nicht eine so aufw&uuml;hlende Situation nutzen w&uuml;rden, die bestehenden Machtverh&auml;ltnisse mit allen ihren Mitteln der Einflussnahme und der Meinungsmache zu stabilisieren. <\/p>\n<p>Insofern gebe ich Albrecht M&uuml;ller in den meisten seiner Kritikpunkte an den politischen Reaktionen Recht: Es gibt die Versuche der ideologischen Aufr&uuml;stung, es wird eine hohl gewordene Wertegemeinschaft beschworen, es wird von der sozialen K&auml;lte und von bestehenden Ungerechtigkeiten und von selbst begangenen Menschenrechtsverletzungen abgelenkt. Es wird versucht die eigene Politik als gut und andere als b&ouml;se abzustempeln. Vor allem soll auch das &bdquo;B&uuml;ndnis der Willigen&ldquo; im &bdquo;Krieg gegen den Terror&ldquo; mit den USA gefestigt werden. <\/p>\n<p>Welches S&uuml;ppchen die Sicherheits- und &Uuml;berwachungsfetischisten auf den Attentaten kochen, haben wir auf den Hinweisen des Tages schon hinreichend dokumentiert. Dass einschl&auml;gige Medien &ndash; wie etwa die Bildzeitung &ndash; dabei, wie &uuml;blich ihren Resonanzboden liefern, ist nichts Neues.<\/p>\n<p>Und nat&uuml;rlich besteht die Gefahr, dass all die vielen kaum mehr z&auml;hlbaren Skandale die Albrecht M&uuml;ller aufz&auml;hlt, durch ein solches historisches Ereignis aus der Agenda der &ouml;ffentlichen Debatte fallen k&ouml;nnten.<\/p>\n<p>Ja, diese Gefahr besteht und sie ist sehr gro&szlig;.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Symbolik der untergehakten Staatsm&auml;nner und &ndash;frauen<\/strong>\n<p>Die Bilder der untergehakten Staatsm&auml;nner  und &ndash;frauen  waren nat&uuml;rlich als perfekte Inszenierung geplant und gedacht. Das Bild wie  Angela Merkel mit geschlossenen Augen in einer Umarmung ihre Anteilnahme gegen&uuml;ber Staatspr&auml;sident Fran&ccedil;ois Hollande ausdr&uuml;ckt, soll nat&uuml;rlich Emotionen wecken und alles was sonst zwischen diesen Politikern steht vergessen machen. <\/p>\n<p>Es war nicht leicht zu ertragen, wie dort etwa ein Viktor Orban, der die Pressefreiheit in Ungarn unterdr&uuml;ckt, nun auch noch gerade f&uuml;r &bdquo;Charlie&ldquo; demonstrierte. Es gingen einem kalte Schauer &uuml;ber den R&uuml;cken, den <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/gedenkveranstaltungen-in-paris-netanjahu-lud-sich-selbst-ein-frankreich-fragte-abbas-an-1.2300031\">nicht einmal eingeladenen<\/a> israelischen Ministerpr&auml;sidenten Benjamin Netanjahu wenige Meter neben Pal&auml;stinenserpr&auml;sident Mahmud Abbas in der Demonstrationskette f&uuml;r friedliches Zusammenleben zu sehen. Was hatte Nato-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg bei einer solchen Demonstration verloren, was der ukrainische Pr&auml;sident Petro Poroschenko, der einen B&uuml;rgerkrieg f&uuml;hrt? <\/p>\n<p>Ich war schockiert als der franz&ouml;sische Premierminister Manuel Valls davon sprach, dass sich Frankreich im &bdquo;Krieg&ldquo; befinde. Und es ist erschreckend wie zur reinen Machtdemonstration 10.000 Soldaten so ohne weiteres f&uuml;r die innere Sicherheit eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Ich habe Verst&auml;ndnis daf&uuml;r, dass dieses Schauspiel in seiner Widerspr&uuml;chlichkeit und Falschheit Depressionen ausl&ouml;sen kann.<\/p><\/li>\n<li><strong>Die Medien saugen bitteren Honig aus dem Attentat<\/strong><br>\nDie von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung &uuml;bernommene Tuschzeichnung in Albrecht M&uuml;llers Beitrag mit dem Terroristen mit dem Gewehr in den H&auml;nden und der Sprechblase &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; kommt der Hetze nahe, mit der dieses Schimpfwort historisch verbunden ist. Seit Goebbels ist diese Beleidigung in einem etablierten Medium wohl nicht mehr derart missbraucht worden. Man kann sich &uuml;ber diese Parole bei &bdquo;Pegida&ldquo;-M&auml;rschen emp&ouml;ren, aber es ist infam, sie in Anspielung an die Attentate in Paris einem Terroristen in den Mund zu legen. \n<p>Dass die Verleger und Medienbosse nun eine Chance sehen, die Medienverdrossenheit und den Vertrauensverlust ihrer Medienprodukte aufzuhellen,<br>\nist nicht weiter erstaunlich. Wie doppelb&ouml;dig  und heuchlerisch solche Versuche sind, k&ouml;nnen Sie in einem weiteren Beitrag heute auf den NachDenkSeiten nachlesen.<br>\nDeshalb verzichte ich hier auf weitere Kritik.<\/p><\/li>\n<li><strong>Aber ist die Manifestation der Massen nicht ein alles &uuml;berw&ouml;lbendes Zeichen der Zuversicht?<\/strong>\n<p>Ich sehe das so.<\/p>\n<p>Zun&auml;chst muss man ja erleichtert sein, dass angesichts der Ansammlung solcher Menschenmassen kein weiterer Anschlag passiert ist. Das Attentat beim Marathonlauf in Boston hat ja in erschreckender Weise gezeigt, wie leicht bei einer &ouml;ffentlichen Veranstaltungen Sprengs&auml;tze gelegt werden k&ouml;nnen. Ich bewundere den Mut der Menschen, dass sie sich in dieser angstausl&ouml;senden und aufgeheizten Atmosph&auml;re massenhaft &ouml;ffentlich versammelt haben. (&bdquo;M&ecirc;me-pas-peur&rdquo;) Ich meine, dass nicht &uuml;berall in der Welt die Bev&ouml;lkerung so selbstbewusst ihre &Auml;ngste &uuml;berwunden h&auml;tten. <\/p>\n<p>Bemerkenswert ist dar&uuml;ber hinaus auch, dass die Aufrufe von Marine Le Pen und des Front National zu Gegendemonstrationen in ganz Frankreich keinerlei R&uuml;ckhalt in der Bev&ouml;lkerung gefunden haben. <\/p>\n<p>Ich war nicht in Paris und habe meine Eindr&uuml;cke nur &uuml;ber das Fernsehen und &uuml;ber die Bilder und die Berichterstattung der Printmedien. Bei aller Vorsicht gegen&uuml;ber Bildern hatte ich die Wahrnehmung, dass die allermeisten Demonstranten ihre Trauer und ihren Schock &uuml;ber die Mordtaten in ein mutiges und selbstbewusstes Signal umgesetzt haben, etwa: &bdquo;wir lassen uns nicht unterkriegen&ldquo; oder &bdquo;wir lassen  uns nicht spalten&ldquo; oder  &bdquo;wir verteidigen die Werte unserer Republik&ldquo; und &bdquo;wir stehen f&uuml;r Pressefreiheit&ldquo; usw. <\/p>\n<p>Was soll besorgt machen, wenn sich eine Zusammenkunft von Hundertausenden von B&uuml;rgern auf diese Werte r&uuml;ckbesinnt und beruft? <\/p>\n<p>Ich sehe das gerade umgekehrt wie Albrecht M&uuml;ller: wenn diese Ideale in Erinnerung gerufen werden, wen f&uuml;r sie massenhaft demonstriert wird, dann liegt darin eine gro&szlig;e oder  zumindest eine gr&ouml;&szlig;ere Chance, dass die Demonstranten die Realit&auml;t (auch bei den im Artikel von Albrecht M&uuml;ller genannten negativen Beispielen) an diesen Idealen misst. Man m&uuml;sste also doch eher den Schwung, der sich da andeutete, mitnehmen und gerade jetzt f&uuml;r eine Politik mit mehr Menschlichkeit und Br&uuml;derlichkeit werben. <\/p>\n<p>K&ouml;nnte man diese Versammlung der Massen nicht als ein Signal nehmen, dass soziale Bewegungen, die Basis von Parteien und andere gesellschaftliche Institutionen bei B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger auf eine gro&szlig;e Zustimmung sto&szlig;en w&uuml;rden, wenn sie diese Ideale von der Politik einfordern? (Ob in Griechenland, in den vom Westen destabilisierten Staaten oder auch in Guantanamo.)<\/p>\n<p>Ich habe es nicht so erlebt, dass mit dem Bekenntnis, wir ziehen uns nicht &auml;ngstlich zur&uuml;ck, sondern wir gehen gemeinsam auf die Stra&szlig;e, wir stehen bei allem, was uns trennt zusammen, eine &bdquo;Sauce des Einvernehmens&ldquo; gekocht wurde. <\/p>\n<p>W&auml;re es f&uuml;r die von Albrecht M&uuml;ller reklamierten Ziele f&ouml;rderlicher gewesen, wenn es keine Demonstration gegeben h&auml;tte, wenn nur wenige Menschen auf die Stra&szlig;e gegangen w&auml;ren oder wenn gar islamfeindliche oder fremdenfeindliche Parolen skandiert worden w&auml;ren &ndash; wie etwa gestern Abend wieder bei &bdquo;Pegida&ldquo;.<\/p>\n<p>Die durch die Pariser Stra&szlig;en ziehenden Menschen waren &ndash; soweit ich das &uuml;berblicken konnte &ndash; in keinerlei Hinsicht aggressiv, im Gegenteil konnte man viele &ndash;geradezu r&uuml;hrende Szenen &ndash; der Verbr&uuml;derung (Verschwesterung) und der Toleranz sehen (You can say, i`m a dreamer&hellip;). Warum soll es deshalb der Widerstand gegen Kriege schwerer haben, warum soll die Kritik  an der Kriegsbeteiligung auch Frankreichs schwerer fallen? <\/p>\n<p>Warum also in eine friedliche Demonstration d&uuml;stere Prophezeiungen hineinprojizieren? <\/p>\n<p>Wenn man Schilder f&uuml;r Libert&eacute;, f&uuml;r Religionsfreiheit, f&uuml;r Laizismus mit sich tr&auml;gt, warum sollen dann &bdquo;Folterberichte&ldquo;, Drohnenkriege, der sogenannte Krieg gegen den Terror weniger ernst genommen werden? Wenn man die  Pressefreiheit hochh&auml;lt, warum sollte man dann seine Sensibilit&auml;t gegen &Uuml;berwachung schw&auml;chen und warum sollten damit nicht sogar im Gegenteil Sympathien f&uuml;r Whistle-Blower und speziell auch f&uuml;r Edward Snowden geweckt werden?<\/p>\n<p>Warum sollte die Medienkritik schwieriger werden, wenn sich Millionen von Menschen mit den Opfern einer Zeitung solidarisieren, die sie vermutlich nie gelesen haben, die sie &ndash; sofern sie das Blatt gekannt haben &ndash;  vielleicht in ihrer politischen Ausrichtung f&uuml;r falsch, ja sogar mancherlei Artikel und Karikaturen f&uuml;r geschmacklos hielten? &bdquo;Je suis Charlie&ldquo; ist doch eher eine Ermutigung f&uuml;r Meinungsvielfalt, ja f&uuml;r provozierende und anst&ouml;&szlig;ige Meinungen?<\/p>\n<p>Ich habe nicht erkennen k&ouml;nnen, dass sich die Demonstranten nun gerade f&uuml;r einen Schulterschluss mit den USA eingesetzt h&auml;tten. Auf dem Monument &agrave; la R&eacute;publique und unter den Demonstrierenden habe ich Flaggen ganz vieler Staaten gesehen, &bdquo;Stars and Stripes&ldquo; waren jedenfalls nicht vorherrschend. Selbst die Prominenz der teilnehmenden US-Staatsm&auml;nner hielt sich mit dem ziemlich unbekannten Justizminister in Grenzen. Wenn sich Paris als die &bdquo;Hauptstadt der Welt&ldquo; verstanden haben sollte, so kann man darin doch eher ein Zeichen europ&auml;ischen Selbstbewusstseins als einen Kotau gegen&uuml;ber einem Weltpolizisten jenseits des Atlantiks sehen.<\/p>\n<p>Zentral in der Bewertung Albrecht M&uuml;llers ist die Konzentration darauf, wie die Politik und die Medien mit der terroristischen Attacke umgehen werden. Mir kommt dabei die Manifestation des Willens einer gro&szlig;en Bev&ouml;lkerungszahl  zu kurz. Wenn es nicht mehr m&ouml;glich w&auml;re, dass solche Signale aufgenommen werden, dann w&auml;re in der Tat der normale B&uuml;rger entm&uuml;ndigt und nur noch Spielball von Politik und Medien.<br>\nMan w&auml;re dieser &Uuml;bermacht hilflos ausgeliefert. Alles was die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger unternehmen, w&uuml;rde gegen sie gerichtet.<\/p><\/li>\n<\/ol><p>Ich finde kritisch zu sein, kann nicht hei&szlig;en bei jedem Ereignis, das die Bev&ouml;lkerung aufw&uuml;hlt  und in Bewegung setzt, nur danach zu schauen, was sich als Reaktion von Politik  und Medien verschlechtern k&ouml;nnte. Warum machen wir denn dann &uuml;berhaupt noch die NachDenkSeiten, wenn wir nicht die Hoffnung h&auml;tten, dass es eine demokratische Gegen&ouml;ffentlichkeit geben k&ouml;nnte. Gerade darin besteht doch unsere Aufgabe, den Schwung aus den demokratischen Manifestationen dieser Tage aufzugreifen und das Feld nicht den etablierten Politikern und dem Mainstreammedien zu &uuml;berlassen. Das hie&szlig;e doch, dass man sich von vorneherein deren Deutungshoheit unterwirft. Uns m&uuml;sste es doch darum gehen, den Geist der Manifestationen in Frankreich aufzugreifen und diese Deutungshoheit streitig zu machen.<br>\nDeshalb m&uuml;ssen wir weitermachen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Albrecht M&uuml;ller hat bei aller Bewunderung &bdquo;das Geschehen und die mediale Behandlung&ldquo; der Manifestationen in Paris und an vielen anderen Orten nicht nur Europas, sondern in der ganzen Welt &bdquo;mit Sorgen&ldquo; verfolgt. Er sieht in dem &bdquo;Geschehen&ldquo; auf nahezu allen Feldern, die er selbst kritisch betrachtet und die ihn bek&uuml;mmern, eher negative Auswirkungen und Verschlechterungen.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24548\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,35,166,161],"tags":[1276,282],"class_list":["post-24548","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-terrorismus","category-wertedebatte","tag-attentat","tag-buergerproteste"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24548"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24548\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24549,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24548\/revisions\/24549"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24548"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24548"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}