{"id":24561,"date":"2015-01-14T09:17:42","date_gmt":"2015-01-14T08:17:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24561"},"modified":"2015-01-14T10:53:22","modified_gmt":"2015-01-14T09:53:22","slug":"hartz-von-unten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24561","title":{"rendered":"Hartz von unten"},"content":{"rendered":"<p>Seit 10 Jahren besteht die sog. Hartz-Gesetzgebung. Verbunden damit sind u.a. neue Strukturen und Prozesse &ndash; sie betreffen sowohl die Erwerbslosen als auch das Personal in den ehemaligen Arbeits&auml;mtern, die zu Agenturen f&uuml;r Arbeit umgewandelt worden sind.<br>\nDer folgende Text schildert den Umgang mit diesen neuen Strukturen und Prozessen aus Perspektive einer erwerbslosen Person. Erfahrungsbericht eines Betroffenen.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Kurze Zusammenstellung von Erfahrungen mit einem Jobcenter<\/strong><\/p><p>Jobcenter sind in zwei Bereiche geteilt:<\/p><ol class=\"abc\">\n<li>Geldleistung bzw. Leistungsgew&auml;hrung<\/li>\n<li>Arbeitsvermittlung bzw. Markt &amp; Integration.<\/li>\n<\/ol><p>So pr&auml;sentieren sich beispielsweise die Jobcenter in Dortmund1, Flensburg2 und Oldenburg3.<\/p><p>Wer z.B. nach Verlust des Arbeitsplatzes auf Arbeitslosengeld II (das sog. Hartz IV-Geld) angewiesen ist, muss zun&auml;chst einen Antrag stellen, um in den &bdquo;Genuss&ldquo; dieser Geldleistung zu gelangen. Daf&uuml;r ist das Ausf&uuml;llen umfangreicher Formulare4, die je nach individueller oder &bdquo;bedarfsgemeinschaftlicher&ldquo; Situation variieren k&ouml;nnen, notwendig. Ferner ist das pers&ouml;nliche Erscheinen f&uuml;r unabdingbar erkl&auml;rt worden.<\/p><p>Nach einigen Tagen bzw. wenigen Wochen erfolgt meist eine Einladung zu einem pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch &uuml;ber die berufliche Situation im zweiten Bereich (Arbeitsvermittlung).<br>\nEs wird &uuml;ber die letzte berufliche Situation gesprochen und hinterfragt, weshalb sie zu einem bisherigen Ende gekommen ist. Weiter wird &uuml;ber die erworbene oder erzielte Qualifikation, die bisherige berufliche Situation im Allgemeine und zuk&uuml;nftige Berufsperspektive und -w&uuml;nsche gesprochen.<\/p><p>Ich pers&ouml;nlich habe dabei unterschiedliche Erfahrungen mit der jeweiligen Fall- bzw. Sachbearbeiterschaft gemacht:<\/p><p>Eine Sachbearbeiterin hat beabsichtigt, mich mit dem ersten Gespr&auml;ch in die Zeitarbeit zu dr&auml;ngen. Obwohl sie mich erst mit dem Gespr&auml;chsbeginn kennengelernt und durch Mitbringen aktueller Bewerbungsunterlagen meine Qualifikation gekannt hat, &uuml;bergab sie mir die Telefonnummer eines ihr offenbar bekannten Personalsachbearbeiters einer Zeitarbeitsfirma f&uuml;r eine, keine Qualifikation bed&uuml;rftige, Helfert&auml;tigkeit.<\/p><p>Sofort zu Beginn meiner Erwerbslosigkeit habe ich also den Eindruck gewinnen d&uuml;rfen, dass es der Jobcenter-Mitarbeiterschaft insbesondere um eine gute Bilanz gehen k&ouml;nnte und ein Geflecht von &ouml;ffentlichen und privaten Strukturen existieren k&ouml;nnte, das nicht selten als &bdquo;Sozialindustrie&ldquo; bezeichnet wird.<\/p><p>Mit einer anderen Sachbearbeiterin habe ich andere, bessere Erfahrungen gemacht. Im Gegensatz zu offensichtlich vielen anderen Erwerbslosen habe ich sie &uuml;ber einen relativ langen Zeitraum als Ansprechpartnerin gehabt. W&auml;hrend andere Betroffene sich bei mir &uuml;ber mehrere Personalwechsel in kurzer Zeit beklagt haben, ist diese Sachbearbeiterin f&uuml;r meinen Fall f&uuml;r viele Monate zust&auml;ndig gewesen.<\/p><p>Zu jeder &bdquo;Einladung&ldquo; zu einem pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch &uuml;ber meine &bdquo;aktuelle berufliche Situation&ldquo; hat es von allen Sachbearbeitern eine Rechtsfolgebelehrung gegeben. Verk&uuml;rzt formuliert: Wer &bdquo;ohne wichtigen Grund dieser Einladung nicht Folge leistet&ldquo;, dem werde das Arbeitslosengeld II bzw. Sozialgeld &bdquo;um 10 Prozent des f&uuml;r Sie nach &sect; 20 Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) ma&szlig;gebenden Regelbedarfs f&uuml;r die Dauer von drei Monaten gemindert&ldquo;. Das mag auf den ersten Blick als nicht viel erscheinen, aber bei einem Regelbedarf von 391 &euro; (20145) ist das nicht wenig, was gek&uuml;rzt werden k&ouml;nnte.<\/p><p>Bedeutsam ist hier insbesondere &sect; 309 SGB III6, in dem die &bdquo;Allgemeine Meldepflicht&ldquo; geregelt ist.<\/p><p>Derartige Gespr&auml;che sind oftmals mit einhergehenden Vermittlungsvorschl&auml;gen verbunden. Diese sehen jedoch meist Vermittlungen zu Zeitarbeitsfirmen, Callcentern oder anderen ungelernten Helfert&auml;tigkeiten vor. Offenbar bestehen zu diesen Branchen strukturell gute Kontakte (&bdquo;Sozialindustrie&ldquo;) &#8210; Kontakte zu Arbeitgebern mit (hoch) qualifizierten Stellen bestehen offenbar nicht oder zu selten. Man soll sich dann jeweils umgehend &ndash; d.h. in wenigen Werktagen &ndash; um diese Stellen bewerben.<\/p><p>Diese Vorschl&auml;ge sind in der Regel ebenfalls mit Rechtsfolgebelehrungen verbunden. Daraus zitiert: &bdquo;Wenn Sie sich weigern, die Ihnen mit diesem Vermittlungsvorschlag angebotene Arbeit aufzunehmen oder fortzuf&uuml;hren, wird das Ihnen zustehende Arbeitslosengeld II um einen Betrag in H&ouml;he von 30 Prozent (&hellip;) gemindert&ldquo;. In diesem Zusammenhang wird auf die &sect;&sect; 31 bis 31b SGB II7 verwiesen, in denen Pflichtverletzungen seitens erwerbsloser Personen geregelt sind. Nicht selten wird dieser Paragraph daher auch als &bdquo;Sanktionsparagraph&ldquo; bezeichnet.<\/p><p>Generell sollte bzw. muss an dieser Stelle erw&auml;hnt werden, dass sog. Fallmanager, also die Sachbearbeiterschaft f&uuml;r die berufliche Integration sich weniger an der bisherigen beruflichen Ausbildung und Qualifikation orientieren, sondern &ndash; entsprechend dem Gesetz &ndash; jede Arbeit bzw. T&auml;tigkeit f&uuml;r ihre &bdquo;Kundschaft&ldquo; als zumutbar begreifen.<\/p><p>Und hier liegt meiner Ansicht nach auch &bdquo;der Hund begraben&ldquo;: Die unter der rot-gr&uuml;nen Regierungszeit ge&auml;nderten Zumutbarkeitsregeln haben jede Arbeit f&uuml;r sog. Langzeitarbeitslose (dazu z&auml;hlen alle Personen, die l&auml;nger als 12 Monate erwerbslos sind) f&uuml;r zumutbar erkl&auml;rt, sofern sie nicht sittenwidrig bezahlt wird. Ungeachtet bleibt dabei auch die vorherige Qualifikation (Kenntnisse und Erfahrungen) der Betroffenen.<\/p><p>Nach verschiedenen T&auml;tigkeiten &ndash; insbesondere f&uuml;r das Jugendamt einer Kommune &ndash; ist mir der Gang in die Selbst&auml;ndigkeit f&uuml;r den Bereich Politische Beratung mit den Schwerpunkten politische Bildung junger Menschen und Sozialpolitik empfohlen worden. Auch seitens des Jobcenters bin ich dahingehend unterst&uuml;tzt worden. Angeregt worden bin ich zur Teilnahme an einem Kurs mit dem Ziel einer Existenzgr&uuml;ndung.<\/p><p>Die Teilnehmerschaft ist h&auml;ufig heterogen (jemand m&ouml;chte einen Imbiss gr&uuml;nden, eine andere Bestattungsreden halten), aber sich ihres generell identischen Schicksals bewusst gewesen.<\/p><p>Aber auch hier sind die Strukturen der &bdquo;Sozialindustrie&ldquo; sichtbar geworden:<br>\nDie Kursteilnahme besch&ouml;nigt die Statistik der Arbeitslosigkeit: Die Kursteilnehmerschaft ist w&auml;hrend einer Fortbildungsma&szlig;nahme offiziell nicht mehr arbeitslos.<br>\nDer Tr&auml;ger der sog. Fortbildung erh&auml;lt vom Jobcenter Geld-Leistungen und kann so u.a. die nicht selten selbst&auml;ndig t&auml;tigen Dozenten von Kursen bezahlen. Diese Dozenten kennen jedoch oftmals nicht die konkrete, angestrebte Berufssituation der Kursteilnehmerschaft. Ziel eines solchen Kurses ist jedoch die Erstellung eines konkreten Unternehmensplans f&uuml;r die jeweils angestrebte Existenzgr&uuml;ndung. Aber wie soll das realistisch funktionieren, wenn die Dozentenschaft offenbar lediglich an der Gewinnung von eigenen Einnahmen, aber kaum Kenntnis vom Berufsfeld der jeweiligen Teilnehmerschaft hat?<\/p><p>Es sind also vermutlich nicht selten v&ouml;llig unrealistische Businesspl&auml;ne erstellt worden. Und daf&uuml;r sind Steuergelder verwendet worden.<\/p><p>Aus der Selbst&auml;ndigkeit ist also nichts geworden:<\/p><ol class=\"abc\">\n<li>Das hat u.a. an der kreativen Erstellung der Unternehmenspl&auml;ne gelegen.<\/li>\n<li>Zum selben Zeitpunkt klagten sehr viele Kommunen &uuml;ber Geldsorgen. Zahlreiche Ma&szlig;nahmen insbesondere im Bereich Jugendbildung sind offenbar gestrichen worden.<\/li>\n<\/ol><p>Nach einer weiteren Weile der Erwerbslosigkeit ergab sich die M&ouml;glichkeit eines Ein-Euro-Jobs in einem Altenpflegeheim. An dieser Stelle soll nicht unerw&auml;hnt bleiben, dass dieses Heim f&uuml;r den Tr&auml;ger den Status eines &bdquo;Vorzeige-Heims&ldquo; hat, denn &ndash; so hat mir die Mitarbeiterschaft des Heims mitgeteilt &ndash; die Bewohnerschaft stammt aus der sogenannten b&uuml;rgerlichen Mitte unserer Gesellschaft.<\/p><p>Dieser &bdquo;Job&ldquo; ist mit viel Verantwortung verbunden: Ich habe u.a. nach kurzer Einarbeitung, wenigen Tagen selbst&auml;ndig (ohne erkennbare Kontrolle) neu erhaltene Medikamente in die Bewohner\/Patienten-F&auml;cher gestellt sowie neue Rezepte und den Erhalt der Medikamente in die entprechenden Ordner f&uuml;r die jeweiligen Mitbewohner-\/Patientenschaft einsortiert.<\/p><p>Ich m&ouml;chte an dieser Stelle betonen, dass ich mit dem Gesundheitssektor nicht mehr zu tun gehabt habe als vermutlich der allgemeine Durchschnitt der Bev&ouml;lkerung. Mit anderen Worten: Ich bin nie zuvor beruflich in diesem Bereich t&auml;tig gewesen &ndash; und: Ich habe niemals entsprechende Berufsw&uuml;nsche zu erkennen gegeben.<\/p><p>Wer w&uuml;rde wohl die Verantwortung daf&uuml;r &uuml;bernehmen, wenn beispielsweise die Dokumentation &uuml;ber bestellte und erhaltene Medikamente fehlerhaft gewesen w&auml;re oder die Heimbewohnerschaft ihre jeweiligen Medikamente nicht erhalten k&ouml;nnte, weil sie in falsche Bewohner-F&auml;cher einsortiert worden w&auml;re &ndash; das Altenpflegeheim, die Ein-Euro-Kraft oder das Jobcenter?<\/p><p>Dieser Ein-Euro-Job ist von kurzer Dauer gewesen, denn ein Bereichsleiter hat von meiner Qualifikation erfahren und in einem pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch eine erneute Weiterbildung angeregt. Ein Tr&auml;ger hat eine Kursteilnehmerschaft gesucht &ndash; f&uuml;r einen Kurs &bdquo;Quereinstieg in die Wirtschaft f&uuml;r Akademiker&ldquo;. Teilgenommen haben nicht lediglich Akademiker, sondern auch Studienabbrecher.<\/p><p>Die unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Inhalte sollten in einer oder wenigen Wochen vermittelt werden und in der Regel mit einer Klausur enden. Mit anderen Worten: Wof&uuml;r Hochschulen ein oder mehrere Semester ben&ouml;tigen, soll das Wissen in derartigen Ma&szlig;nahmen in viel k&uuml;rzerer Zeit erlernt werden.<\/p><p>Als problematisch haben sich bei diesem Fortbildungskurs zudem einige Dozenten herausgestellt. Ein Dozent sollte allgemeine Betriebswirtschaft unterrichten, zeigte jedoch gerne Filme und Fotos von erfolgreichen, angeblich vorbildlichen Unternehmerpers&ouml;nlichkeiten. Au&szlig;erdem ist sehr oft die Rede von Wein gewesen.<\/p><p>Ein anderer Dozent sollte &bdquo;Moderation und Rhetorik&ldquo; lehren, stellte sich pers&ouml;nlich jedoch wie einen &bdquo;Halb-Gott&ldquo; dar. Er hat sich zu seinen sonstigen T&auml;tigkeiten ge&auml;u&szlig;ert und u.a. erw&auml;hnt, dass er an einer Fachhochschule unterrichte. Das hat mich pers&ouml;nlich neugierig gemacht. Eine kurze Recherche auf der Homepage der genannten Hochschule ergab jedoch nichts: Der Name des Dozenten war unauffindbar. Ich habe mich daher direkt an die Fachhochschule gewandt. Das Ergebnis: Dieser Dozent hat nicht zum Lehrpersonal der Hochschule geh&ouml;rt; er hat &ndash; Jahre zuvor &ndash; offenbar lediglich f&uuml;r einige Wochen Kurse gegeben.<\/p><p>Das habe ich dem Jobcenter und speziell dem Bereichsleiter mitgeteilt. Die Folge war ein Gespr&auml;ch in den R&auml;umen des Weiterbildungstr&auml;gers. Anwesend waren Personen des Tr&auml;gers, der Jobcenter-Bereichsleiter sowie mein Beistand und ich. Anstatt jedoch dem offensichtlich kreativen Lebenslauf des Dozenten nachzugehen, ist folgendes geschehen (verk&uuml;rzt):<\/p><ol class=\"abc\">\n<li>Mir ist vorgehalten worden, dass ich &ndash; auch wenn es w&auml;hrend meiner Freizeit geschehen ist &ndash; derartige Recherchen vornehme;<\/li>\n<li>Ich solle mir ein Beispiel an dem Lebenslauf des Dozenten nehmen. Das hat ausgerechnet der Bereichsleiter gesagt und sinngem&auml;&szlig; betont, dass er froh sei, wenn ich dann nicht mehr &bdquo;seine&ldquo; Gelder in Anspruch nehmen m&uuml;sste.<\/li>\n<li>Der Inhalt des Gespr&auml;ches soll die R&auml;umlichkeiten nicht verlassen.<\/li>\n<\/ol><p>Meiner Einsch&auml;tzung nach entspricht b) einer Aufforderung zum Betrug, denn was w&auml;re eine derart gesch&ouml;nte Biographie sonst? Sollen Erwerbslose tats&auml;chlich auf diese Art ihre jeweiligen Lebensl&auml;ufe kreativ gestalten &ndash; auch wenn die Angaben nachweislich unwahr sind, was sich bei pers&ouml;nlichen Vorstellungsgespr&auml;chen bei potentiellen Arbeitgebern herausstellen k&ouml;nnte?<\/p><p>Neben vielen Anderen habe auch ich das &bdquo;F&ouml;rdern und Fordern&ldquo; lediglich einseitig &ndash; zulasten der erwerbslosen Personen &ndash; kennengelernt. Die oben genannten Rechtsfolgebelehrungen sind beispielhaft. Viele andere erwerbslose Personen k&ouml;nnen sicherlich auf weitere &bdquo;Belehrungen&ldquo; verweisen.<\/p><p>In all der Zeit der Arbeits- bzw. (korrekter!) Erwerbslosigkeit ist mir nicht eine Vorschrift begegnet, die die Sachbearbeiterschaft von Jobcentern in Haftung nimmt bzw. fordert, falls sie einen Fehler begehen sollte: Das k&ouml;nnte z.B. dann der Fall sein, wenn die H&ouml;he der Geldleistung fehlerhaft berechnet sein sollte.<\/p><p>Meinem Eindruck nach hat die Hartz-Gesetzgebung viele Schw&auml;chen:<\/p><ol class=\"abc\">\n<li>Sie fordert einseitig und unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig die erwerbslosen Personen (Stichwort Sanktionen).<\/li>\n<li>Zuvor erworbene Kenntnisse und Erfahrungen seitens der erwerbslosen Personen spielen  &ndash; im Gegensatz zu fr&uuml;herer Arbeitslosigkeit &ndash; keine Rolle mehr.<\/li>\n<li>Formale F&ouml;rderung dient im Wesentlichen lediglich der Sachbearbeiterschaft bzw. deren oder\/und der generellen Statistik.<\/li>\n<li>Die &bdquo;normale&ldquo; Arbeitnehmerschaft bef&uuml;rchtet, auf das Hartz-Niveau herabzufallen.<\/li>\n<li>Strukturell hat sich offenbar eine &bdquo;Sozialindustrie&ldquo; herausgebildet, die die Situationen auszunutzen wei&szlig;.<\/li>\n<\/ol><p>Insbesondere die strukturellen Kopplungen seit der Hartz-Gesetzgebung sollten dem politischen System von Interesse sein.<\/p><p>Es ist davon auszugehen, dass Arbeitgeber bzw. Personalsachbearbeiter der Branchen Callcentern, Leih- und Zeitarbeit und anderer vor allem ungelernter Helfert&auml;tigkeiten den (pers&ouml;nlichen) Kontakt zu Entscheidungstr&auml;gern (Fallmanager oder auch auf h&ouml;herer Ebene) in Jobcentern suchen. Das k&ouml;nnte an und f&uuml;r sich als relativ normal angesehen werden. Kritisch wird es vor allem dann, wenn diese Entscheidungstr&auml;ger empf&auml;nglich f&uuml;r derartige Botschaften werden &ndash; sich also (auf welchem genauen Wege auch immer) beeinflussen lassen.<\/p><p>Es besteht also dringender Bedarf einer Reform des der Arbeitsverwaltung und insbesondere seiner Strukturen.<\/p><p>Wohlgemerkt: Der Begriff &bdquo;Reform&ldquo; steht &ndash; zumindest urspr&uuml;nglich &ndash; f&uuml;r eine Verbesserung der Situation der Gesellschaft. Insbesondere seit den Kohl- und Schr&ouml;der-Regierungen ist der Reformbegriff aber geradezu pervertiert und es sind Ma&szlig;nahmen beschlossen worden, von denen lediglich eine kleine Minderheit profitiert hat. Dazu z&auml;hlen leider auch die Ver&auml;nderungen auf dem &bdquo;Arbeitsmarkt&ldquo;.<br>\nNotwendig sind jedoch Ma&szlig;nahmen, von denen &#8210; erstens &ndash; die Betroffenen wirklich profitieren und vor denen &ndash; zweitens &ndash; die Gesellschaft keine Furcht haben muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 10 Jahren besteht die sog. Hartz-Gesetzgebung. Verbunden damit sind u.a. neue Strukturen und Prozesse &ndash; sie betreffen sowohl die Erwerbslosen als auch das Personal in den ehemaligen Arbeits&auml;mtern, die zu Agenturen f&uuml;r Arbeit umgewandelt worden sind.<br \/> Der folgende Text schildert den Umgang mit diesen neuen Strukturen und Prozessen aus Perspektive einer erwerbslosen Person. 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