{"id":24673,"date":"2015-01-21T08:46:35","date_gmt":"2015-01-21T07:46:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673"},"modified":"2015-01-21T08:46:35","modified_gmt":"2015-01-21T07:46:35","slug":"hinweise-des-tages-2295","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h01\">Elitenvernetzung wird als solche kaum beachtet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h02\">Pegida<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h03\">IZA &amp; Deutsche Post-Stifung: Zumwinkels forsche Forscher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h04\">Kai Ehlers &ndash; Poroschenkos blutige M&auml;rchenstunde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h05\">Werner R&uuml;gemer &ndash; Das j&uuml;ngste Weltgericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h06\">Merkel besucht die B&ouml;rse &ndash; Die Kanzlerin mahnt die EZB zur Zur&uuml;ckhaltung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h07\">Lebensversicherer stoppen Auszahlungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h08\">Deine Rechte sind in diesen Freihandelsabkommen nicht verf&uuml;gbar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h09\">Die EU-Kommission verh&ouml;hnt die Demokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h10\">Ulrike Herrmann &ndash; Der &ldquo;Markt&rdquo; soll&rsquo;s richten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h11\">ILO: Schlechte globale Arbeitsmarktaussichten, steigende Einkommensunterschiede<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h12\">Statistisches Bundesamt verschleiert R&uuml;stungsdaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h13\">Perioden des &ldquo;Anti-Terror-Kriegs&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h14\">Uruguays Pr&auml;sident spendete 550.000 Dollar seines Gehaltes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h15\">In den Medien muss sich fast alles &auml;ndern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673#h16\">NSA-Story: Bild kritisiert Spiegel-Autoren als &ldquo;Aktivisten&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24673&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Elitenvernetzung wird als solche kaum beachtet<\/strong><br>\nDer Politikwissenschaftler Dieter Plehwe sieht die Sozial-, aber auch die Kommunikationswissenschaften in der Pflicht, bessere Voraussetzungen f&uuml;r die Einzelanalysen im Hinblick auf die Vielzahl der existierenden Think Tank und Lobby-Gruppen zu schaffen. Plehwe, der am Wissenschaftszentrum Berlin f&uuml;r Sozialforschung (WZB) arbeitet, erkl&auml;rt im Telepolis-Interview, dass die Forschung in Sachen Denkfabriken in den vergangenen Jahrzehnten schwieriger geworden sei, weil &ldquo;die Zahl von relevanten elit&auml;ren Organisationen gewachsen ist und ausl&auml;ndische ebenso wie inl&auml;ndische Einfl&uuml;sse untersucht werden m&uuml;ssen&rdquo;.<br>\nDem Vorwurf der Verschw&ouml;rungstheorie, dem man als Forscher immer wieder ausgesetzt sei, wenn sich man sich mit Macht- und Einflusszusammenh&auml;ngen besch&auml;ftige, nimmt Plehwe gelassen auf. Der Politikwissenschaftler sagt, die Vorw&uuml;rfe lenkten m&ouml;glicherweise nur von der Erkenntnis ab, dass &ldquo;ein Vorstandsvorsitzender eines Gro&szlig;konzerns oder der Pr&auml;sident einer Universit&auml;t wohl doch erheblich einflussreicher ist als eine B&uuml;roschreibkraft, ein Lagerarbeiter, oder ein tempor&auml;r besch&auml;ftigter Mitarbeiter in einem Forschungsprojekt.&rdquo; Plehwe hat am WZB eine Webseite aufgebaut, auf sich eine auch eine Liste von &ldquo;Austerit&auml;ts-Think Tanks&rdquo; befindet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43910\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Pegida<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wie viel Dialog sollte es geben? Ein Rassist namens Bachmann<\/strong><br>\nEs ist richtig, dass Politiker nun mit Pegida-Demonstranten ins Gespr&auml;ch kommen wollen. Aber Rassisten m&uuml;ssen weiter Rassisten genannt werden. So wie Lutz Bachmann.<br>\nGelumpe, Dreckspack, Viehzeug. Das sind die Ausdr&uuml;cke aus nur einem Facebook-Kommentar des Pegida-Vorsitzenden Lutz Bachmann. Gemeint sind offenbar Ausl&auml;nder, die in Deutschland Sozialleistungen beziehen. Die Hacker-Gruppe Anonymous hat den Kommentar aus einem internen Forum ausgegraben und gestern ver&ouml;ffentlicht, er stammt aus dem September 2014.<br>\nMan muss etwas zur&uuml;ckgehen, um das wahre Wesen der Pegida-Organisatoren zu erkennen. So, wie sie sich jetzt zu G&uuml;nther Jauch oder vor die Presse setzen, wirken sie wie verst&ouml;rte kleine L&auml;mmer. Gerade auf die politische Welt geworfen und noch immer etwas orientierungslos, aber durchweg harmlos. Lutz Bachmann und Kathrin Oertel tapsen durch die Politik, fordern mal dieses, mal jenes. Wenn jemand ihre Thesen widerlegt, verweisen sie pauschal auf ihr Gef&uuml;hl, auf Sorgen, &Auml;ngste, Unverst&auml;ndnis.<br>\nDoch Bachmann und Oertel ging es zumindest am Anfang nicht darum, einen Dialog mit der Politik zu f&uuml;hren und das Asylrecht zu justieren. Sie wollten es denen da oben mal zeigen, ihren Hass entladen auf alles, was sie nicht verstehen und kennen. Als erstes Opfer w&auml;hlten sie sich die Muslime. Als eine Gruppe von Kurden in Dresden forderte, dass man ihren Familien in Syrien hilft, sich gegen Islamisten zu verteidigen, war es Bachmann, Oertel und einigen anderen genug. Sie gingen gegen das &ldquo;Gelumpe&rdquo;, das &ldquo;Dreckspack&rdquo;, das &ldquo;Viehzeug&rdquo; auf die Stra&szlig;e und nannten sich fortan &ldquo;Patriotische Europ&auml;er gegen die Islamisierung des Abendlandes&rdquo;. Der Begriff &ldquo;Islamisierung&rdquo; ist dabei nur eine d&uuml;nne Decke &uuml;ber dem Rassismus, den Pegida verbreitet, aber er funktionierte und zog Tausende Demonstranten an. Auf der Pegida-B&uuml;hne durften Rassisten &uuml;belste Hetze verbreiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/politik_kommentare\/Ein-Rassist-namens-Bachmann-article14354976.html\">n-tv<\/a><\/li>\n<li><strong>Verst&auml;ndnis &ndash; wof&uuml;r und f&uuml;r wen?<\/strong><br>\nDa sitzt sie am Sonntagabend in erlauchter Runde &ndash; Kathrin Oertel, &bdquo;eine aus dem Volk&ldquo;. Ihr gegen&uuml;ber und an der Seite: M&auml;nner. Mit bedeutungsvoller Miene und nachdenklichem Kopfnicken folgen sie ihren kruden Einlassungen. Nat&uuml;rlich: Das eine oder andere Mal wird die Dame sanft belehrt &ndash; aber ansonsten soll doch niemandem wehgetan werden: Verst&auml;ndnis f&uuml;r die Sorgen und &Auml;ngste sind angesagt. Das Ganze wird verkauft als mediale Sensation &ndash; so als ob nun erstmals und endlich und nur dank der Pegida-Sprecherin Oertel &uuml;ber die &bdquo;Tabuthemen&ldquo; Asyl und Einwanderung geredet werden durfte. Aber diese abendliche Kuschelrunde war nur das Vorspiel f&uuml;r den eigentlichen roten Teppich, der ihr dann am Montag in Dresden ausgerollt wurde. Der Chefversteher Sachsens, Frank Richter, hatte zur Pegida-Pressekonferenz geladen &ndash; in die Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung, sozusagen zu sich nach Hause: Obdach f&uuml;r zwei verlorene Schafe. Und da sa&szlig;en sie dann: Lutz Bachmann und Kathrin Oertel vor den Vertreter\/innen der &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo;. Kein Wunder, dass Herr Bachmann die Gelegenheit nutzt und zur Teilnahme an der beabsichtigten Legida-Demonstration am Mittwoch in Leipzig auffordert &ndash; Legida, diese demaskierte Pegida: Sammelbecken von Neonazis, Hooligans und frustrierten &auml;lteren Herren. Sie fordern Schluss mit Multikulti, R&uuml;ckkehr zur &bdquo;nationalen Kultur&ldquo;, Schluss mit dem &bdquo;Kriegsschuldkult&ldquo; und Wahl von Richtern und Staatsanw&auml;lten durch das Volk &ndash; aber, da sie ja das Volk sind, nur durch dieses. Herr Freisler l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en. Nur zur Erinnerung: Die Landeszentrale f&uuml;r politische Bildung bietet das Podium daf&uuml;r, dass f&uuml;r diese demokratiefeindlichen Ziele, f&uuml;r diese Menschenverfeindung geworben wird. Wo sind wir gelandet, das wir uns zum B&uuml;ttel eines Halbkriminellen machen lassen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/wolff-christian.de\/verstaendnis-wofuer-und-fuer-wen\/\">Christian Wolff<\/a><\/li>\n<li><strong>Pegida ma&szlig;t sich das Erbe des 20. Juli an<\/strong><br>\nBei Pegida-Demonstrationen tauchen immer &ouml;fter Flaggen auf, die Deutschlands Farben ungewohnt pr&auml;sentieren. Damit vereinnahmen die selbst ernannten &ldquo;Patrioten&rdquo; die Idee eines linken Christdemokraten. [&hellip;]<br>\nInzwischen ist die Fahne unter der Bezeichnung &ldquo;Flagge Deutscher Widerstand 20. Juli&rdquo; sogar beim Onlinekaufhaus Amazon im Angebot, in verschiedenen Varianten zwischen zehn und 56 Euro. Zahlreiche Flaggenshops im Internet bieten Versionen in fast jeder Gr&ouml;&szlig;e, mit Tragestange oder &Ouml;sen zum Hissen an gew&ouml;hnlichen Masten, als Tischfahne oder Anstecker aus Metall.<br>\nWenn rechte Populisten oder Pegida-Demonstranten diesen Entwurf benutzten, machen sie sich damit keineswegs ein Symbol des &ldquo;Vierten Reiches&rdquo; zu eigen, wie manche linke Blogger behaupten. So ein Fehlurteil beruht auf fundamentaler historischer Unkenntnis.<br>\nIn Wirklichkeit vereinnahmt die fremdenfeindliche Bewegung den Entwurf eines im Sinne des Wortes christlichen Demokraten. Denn genau das war Josef Wirmer. Gepr&auml;gt von der katholischen Soziallehre schimpften ihn seine konservativeren Parteifreunde im Zentrum gern den &ldquo;roten Wirmer&rdquo;, der f&uuml;r ein B&uuml;ndnis mit der SPD eintrat. Man kann es nicht mit Bestimmtheit sagen, aber wahrscheinlich h&auml;tte er sich in der nach links ger&uuml;ckten Merkel-CDU von heute ganz wohl gef&uuml;hlt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article136523616\/Pegida-masst-sich-das-Erbe-des-20-Juli-an.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Leider geht der Autor nicht darauf ein, wie die Rechtspopulisten den Gebrauch der &bdquo;Wirmer-Flagge&ldquo;, die von ihnen &uuml;brigens als &bdquo;Stauffenberg-Fahne&ldquo; bezeichnet wird, begr&uuml;ndet wird. Rechtspopulistische Blogs und Foren fordern ihre Gesinnungsgenossen schon seit Jahren auf, die &bdquo;Widerstandsflagge&ldquo; zu verwenden. Dort wird sie folgenderma&szlig;en beworben:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Die Fahne des Deutschen Widerstands ist nicht nur ein Schrei nach Freiheit, sie ist ein lauter, zorniger Aufschrei gegen Unrechtsstaatlichkeit jeglicher Art, gegen Totalitarismus und Dogmatismus, gegen Menschenquoten, Maulkorbpolitik, Propagandastaat, Zweirassenrecht, Rechtsbruch und Rechtsbeugung zur Durchsetzung politischer Ziele.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>IZA &amp; Deutsche Post-Stifung: Zumwinkels forsche Forscher<\/strong><br>\nDer einstige Post-Chef leitet eine h&ouml;chst intransparente Stiftung, die &Ouml;konomen mit einer klaren Agenda finanziert.<br>\nGemeinnutz ist nicht der erste Gedanke, der einem beim Namen Klaus Zumwinkel in den Sinn kommt, seit der ehemalige Post-Chef wegen Steuerhinterziehung aus dem Amt gedr&auml;ngt und verurteilt wurde. Und doch leitet der gefallene Ex-Manager aus dem selbst gew&auml;hlten Exil in Italien und London eine millionenschwere gemeinn&uuml;tzige Stiftung und sitzt als Pr&auml;sident einem einflussreichen Wirtschaftsforschungsinstitut vor, das ebenfalls gemeinn&uuml;tzig ist.<br>\nSchon als aktiver Post-Chef hatte Zumwinkel, in ungew&ouml;hnlicher Personalunion, die von ihm 1998 geschaffene Post-Stiftung geleitet. Offiziell gibt es nicht viel mehr &uuml;ber diese herauszufinden als eine Postadresse. Und dann gibt es noch ein &bdquo;Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit&ldquo; (IZA), das auf seiner Website mitteilt, dass es ein &bdquo;privates, unabh&auml;ngiges Wirtschaftsforschungsinstitut&ldquo; sei, das von der Post-Stiftung gef&ouml;rdert werde und Zumwinkel zum Pr&auml;sidenten habe.<br>\nDie Deutsche Post verweigert zun&auml;chst jede Auskunft &uuml;ber die &bdquo;eigenst&auml;ndige gemeinn&uuml;tzige Stiftung&ldquo; und die H&ouml;he ihres finanziellen Engagements. Nach Hinweis auf eine im Gesch&auml;ftsbericht 2010 zu findende Angabe best&auml;tigt ein Sprecher, dass die Stiftung im Rahmen einer bis 2022 laufenden Schenkungsvereinbarung ein viertel Promille der Umsatzerl&ouml;se oder ein drittel Promille des Personalaufwands des Post-Konzerns erh&auml;lt. Bemessen werde die Schenkung nach dem Umsatz, was den deutlich h&ouml;heren Wert ergibt. Der Umsatz von Deutscher Post DHL betrug 2013 rund 55 Milliarden Euro. Es ginge danach um eine j&auml;hrlichen Stiftungsfinanzierung von derzeit gut 13 Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/bezahlschranke.wordpress.com\/2015\/01\/20\/iza-deutsche-post-stifung-zumwinkels-forsche-forscher\/\">Handelsblatt via Bezahlschranke<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Sehr lesenswert.<\/em><\/p>\n<p><em>Lesen Sie dazu bitte auch folgenden Artikel: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21447\">Wolfgang Lieb &ndash; Zensur durch das Privatrecht &ndash; Wie das &bdquo;Gro&szlig;e Geld&ldquo; seine Kritiker vor Gericht zum Schweigen bringen will<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Was Norbert H&auml;ring im Handelsblatt schreibt, gibt Werner R&uuml;gemer in nahezu allen Punkten Recht. Will Klaus Zimmermann jetzt auch das Handelsblatt verklagen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Kai Ehlers &ndash; Poroschenkos blutige M&auml;rchenstunde<\/strong><br>\nZeitgleich mit der Wiederaufnahme des Artilleriebeschusses der St&auml;dte Donezk und Lugansk, das hei&szlig;t der faktischen K&uuml;ndigung des Minsker Abkommens durch eine erneute Offensive Kiews gegen die Volksrepubliken Donezk und Lugansk, ver&ouml;ffentlichte der ukrainische Pr&auml;sident Petro Poroschenko in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19.01.2015 einen Aufruf an Europa.<br>\nUnter der harmlos klingenden &Uuml;berschrift &bdquo;Europas Werte stehen nicht zum Verkauf&ldquo; fordert Poroschenko Europa auf, sich mit dem Slogan &bdquo;Ich bin ein Ukrainer&ldquo; mit der Ukraine zur Verteidigung der europ&auml;ischen Werte gegen den Terror zusammenzuschlie&szlig;en. Mit der Versicherung &bdquo;Wir sind Europa, und zusammen sind wie unbesiegbar&ldquo; schlie&szlig;t er seinen Aufruf.<br>\nDieser Text ist so unglaublich echt und erhellend, dass es unverantwortlich w&auml;re, wenn er nur die FAZ-Leserschaft erreichte. Er soll hier deshalb in weiten Strecken vorgestellt und kommentiert werden.<br>\n&bdquo;Vor einigen Wochen&ldquo;, so beginnt Poroschenko, &bdquo;habe ich auf dem Kiewer Flughafen 146 ukrainische Kriegsgefangene begr&uuml;&szlig;t, die wir im ostukrainischen Industriegebiet Donbass befreien konnten &ndash; Menschen, die Folter und Dem&uuml;tigung erlebt hatten, aber deren Kampfgeist ungebrochen war; Gefangene eines russischen Hybridkriegs gegen die Ukraine, der mit der Annexion der Krim begonnen hat, und sp&auml;ter auch in unsere Gebiete Donezk und Luhansk getragen wurde. Heute stehen 7,6 Prozent unseres Territoriums unter der Kontrolle regul&auml;rer russischer Truppen sowie von Russland bezahlter und ausgebildeter S&ouml;ldner.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201501203389\/politik\/welt\/poroschenkos-blutige-maerchenstunde.html\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Werner R&uuml;gemer &ndash; Das j&uuml;ngste Weltgericht<\/strong><br>\nDie private internationale Schiedsgerichtsbarkeit ist seit den 1950er Jahren wesentlich in der Hand eines US-dominierten Exklusivclubs. Mit TTIP w&uuml;rde das korrupte System noch weiter ausgebaut werden &ndash;<br>\nEmannuel Gaillard Emmanuel Gaillard ist &bdquo;der einflussreichste Franzose der Welt&ldquo;, textete das Wirtschaftsmagazin Vanity Fair France. Gaillard wurde k&uuml;rzlich mit Foto in der ZEIT vorgestellt: Er hatte f&uuml;r das Br&uuml;derpaar Joan und Viorel Micula durch die Klage vor einem privaten Schiedsgericht 250 Millionen Dollar herausgeholt. Die &bdquo;postsozialistischen Goldgr&auml;ber&ldquo; hatten in Rum&auml;nien eine Anlage f&uuml;r Getr&auml;nkeabf&uuml;llung hochgezogen, sahen ihren Gewinn aber durch den Staat geschm&auml;lert: Der hatte beim Eintritt in die EU den beiden Oligarchen die bisher vollst&auml;ndige Befreiung von Gewinn- und Mehrwertsteuer gestrichen, weil das in der EU als unzul&auml;ssige Subvention gilt. Die ZEIT erw&auml;hnte, dass es Gaillard war, der f&uuml;r die Nachfolger von Mikail Chodorkowskis insolventem &Ouml;lkonzern Yukos k&uuml;rzlich vor einem Schiedsgericht in Den Haag 50 Mrd. Dollar gegen Russland erstritten hat. Das US-begeisterte Intellektuellenblatt warnte, dass solche Schiedsgerichte die EU-Staaten k&uuml;nftig viele Millionen kosten k&ouml;nnten, wenn sie auch im TTIP enthalten w&auml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201501143384\/wirtschaft\/wirtschaft-welt\/das-juengste-weltgericht.html\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Merkel besucht die B&ouml;rse &ndash; Die Kanzlerin mahnt die EZB zur Zur&uuml;ckhaltung<\/strong><br>\nAm Donnerstag k&ouml;nnte die EZB ihr riesiges Kaufprogramm f&uuml;r Anleihen beschlie&szlig;en. Auf einer Feier der Deutschen B&ouml;rse geht die Kanzlerin am Abend auf sanfte Distanz.<br>\nBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) zur Zur&uuml;ckhaltung aufgefordert. Auf der Jahreser&ouml;ffnung der Deutschen B&ouml;rse in Eschborn bei Frankfurt sagte sie vor eintausend Zuschauern aus der Finanzbranche, darunter EZB-Pr&auml;sident Mario Draghi und Bundesbankpr&auml;sident Jens Weidmann: &bdquo;Es muss verhindert werden, dass durch das Handeln der EZB der Druck auf die Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit nachl&auml;sst.&ldquo;<br>\nDas Damoklesschwert der M&auml;rkte in Form hoher Risikoaufschl&auml;ge auf die Staatsanleihen einiger Peripheriel&auml;nder sei schon verschwunden. Doch die Wettbewerbsf&auml;higkeit in Europa bed&uuml;rfe weiter einer Verbesserung. &bdquo;90 Prozent des Wachstums der Weltwirtschaft findet au&szlig;erhalb Europas statt&ldquo;, sagte die Bundeskanzlerin. &bdquo;Die Benchmark ist weltweit. Letztlich wird Wachstum aber nur durch eine Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit erreicht&ldquo;, sagte sie. [&hellip;]<br>\nSie bezeichnete das Haftungsprinzip als wesentliches Element der Marktwirtschaft. Deswegen sei die Regulierung der M&auml;rkte dringend n&ouml;tig gewesen. &bdquo;Als Politikerin muss ich den Menschen &uuml;berzeugend sagen k&ouml;nnen, was da an den M&auml;rkten passiert, geschieht nach Recht und Gesetz. Nie wieder soll das Geld der Steuerzahler zur Rettung von Banken verwendet werden m&uuml;ssen, das steht die Politik nicht beliebig oft durch.&ldquo; [&hellip;]<br>\nDer Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen B&ouml;rse, Joachim Faber, kritisierte auf dem Neujahrsempfang indes das Verhalten vieler Investoren. Die lie&szlig;en sich systematisch die Chance entgehen, an der St&auml;rke der heimischen Wirtschaft zu partizipieren. &bdquo;In seinem Kapitalmarkt bleibt Deutschland hinter seinen M&ouml;glichkeiten zur&uuml;ck&ldquo;, sagte er. In den Vereinigten Staaten betrage die Summe der B&ouml;rsenwerte aller b&ouml;rsennotierten Unternehmen 110 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In Deutschland seien es dagegen nur 40 Prozent. Selbst im Euroraum seien es 50 Prozent. 64 Prozent der Anteile an deutschen Unternehmen seien in ausl&auml;ndischer Hand. In den Vereinigten Staaten seien es nur 15 Prozent, im EU-Durchschnitt 40 Prozent. &bdquo;Deutsche Investoren beteiligen sich damit nur unzureichend an der gro&szlig;en Aufgabe, unsere Volkswirtschaft zu finanzieren&ldquo;, kritisierte Faber.<br>\nEr schl&auml;gt zwei Wege aus dieser nach seinen Worten &bdquo;unbefriedigenden Situation&ldquo; vor. Zum einen solle die Versicherungsindustrie wieder f&uuml;r einen gr&ouml;&szlig;eren Aktienbestand ge&ouml;ffnet werden. Zum anderen m&uuml;sse die Altersvorsorge in Deutschland st&auml;rker als bisher kapitalgedeckt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/merkel-besucht-die-boerse-die-kanzlerin-mahnt-die-ezb-zur-zurueckhaltung-13379831.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> In den wenigen ersten Zeilen gleich dreimal das Wort &ldquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo;, zweimal in der Wortkombination &ldquo;Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo;. Whow. Und wenn sowohl Merkel als auch Weidmann behaupten, da&szlig; nur die &ldquo;Verbesserung der Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo; Wachstum bringt, dann mu&szlig; es wohl stimmen, oder? Oder ist das alles merkantilistischer (merkelantistischer) Quatsch, der ausschlie&szlig;lich auf den Export setzt und die Binnenkonjunktur f&uuml;r irrelevant erkl&auml;rt und unterpfl&uuml;gt, der direkt in Beggar-thy-neighbour-Politik, Liquidit&auml;tsfalle und Deflation f&uuml;hrt, wie wir jetzt beobachten d&uuml;rfen???<\/em><\/p>\n<p><em>Und was bedeutet bei Merkel der Satz, &ldquo;Nie wieder soll das Geld der Steuerzahler zur Rettung von Banken verwendet werden m&uuml;ssen&rdquo;? Wieso &ldquo;mu&szlig;&rdquo; Steuerzahlergeld verwendet werden? Und hat sie nicht letztens behauptet, es *wird* nie wieder Steuerzahlergeld f&uuml;r Banken verwendet &ndash; also wozu dieser verschwurbelte Nachsatz? Warum gibt es keinen Hinweis darauf, da&szlig; die Banken das Steuerzahlergeld mal zur&uuml;ckzahlen &ldquo;m&uuml;ssen&rdquo;, von wegen &ldquo;Haftungsprinzip&rdquo;? D&uuml;rfen die Banken &ndash; im Gegensatz zu den Griechen &ndash; einfach Steuerzahlergeld schuldig bleiben? Warum stellt eigentlich kein Journalist diese einfachen Fragen?<\/em><\/p>\n<p><em>Tats&auml;chlich noch etwas dummdreister &ndash; sofern das &uuml;berhaupt geht &ndash; der Herr von der B&ouml;rse. Kritisiert das &ldquo;Verhalten vieler Investoren&rdquo;, als w&auml;re nicht die Weisheit &ndash; und die Freiheit &ndash; des Marktes unantastbar. &bdquo;Deutsche Investoren beteiligen sich damit nur unzureichend an der gro&szlig;en Aufgabe, unsere Volkswirtschaft zu finanzieren&ldquo;: was f&uuml;r ein Unsinn. Als w&uuml;rde durch die Spekulation mit Aktien den AGs irgendwie zus&auml;tzliches Geld zukommen, und als w&auml;re es nicht vollkommen egal, ob der Geldgeber in Deutschland, Russland oder den USA sitzt. Als &ldquo;L&ouml;sung&rdquo; f&uuml;r ein nicht existierendes Problem wird dann vorgeschlagen, die Blase am Aktienmarkt mit noch mehr Geld aus der Finanzwirtschaft aufzuf&uuml;llen und &ndash; ohne jede Begr&uuml;ndung &ndash; weitere Gelder f&uuml;r die deutsche Altersvorsorge in die Finanzm&auml;rkte umzuleiten&hellip; Immerhin wird in dankenswerter Klarheit beschrieben, wem die angeblich kapitalgedeckte Altersvorsorge n&uuml;tzt &ndash; die Arbeitnehmer sind es nicht.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Die v&ouml;llige &ouml;konomische Borniertheit, die sich in Merkels Statements manifestiert ist einfach nur noch ersch&uuml;tternd. Die Beitr&auml;ge auf den NDS, die sich kritisch mit dem deutschen Lohn- und Sozialdumping und dem deutschen Exportwahn als wesentliche Ursache f&uuml;r die Eurokrise auseinandersetzen, lassen sich inzwischen nicht mehr z&auml;hlen. Aber der Merkantilismus und der Sparwahn (Wettbewerbsf&auml;higkeit) leben weiter bis, ja bis, Merkel die Eurozone endg&uuml;ltig um die Ohren fliegt.<\/em><\/p>\n<p><em>Nur als Beispiel dazu: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24655#h13\">Der schwache Euro, ein W&auml;hrungskrieg und die Zuwanderung<\/a><br>\noder: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=19396\">Sprechen wir doch mal &uuml;ber unsere Export&uuml;bersch&uuml;sse<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Lebensversicherer stoppen Auszahlungen<\/strong><br>\nDurch ein neues Gesetz d&uuml;rfen Lebensversicherer bestimmte Reserven nicht auszahlen. Nach Informationen unserer Redaktion sind davon entgegen erster Erwartungen auch gro&szlig;e Versicherer betroffen.<br>\nZahlreiche Lebensversicherer m&uuml;ssen ihre Auszahlungen teilweise stoppen. Durch ein neues Gesetz sind die Unternehmen gezwungen, bestimmte Reserven nicht an ausscheidende Kunden auszuzahlen, wenn dadurch Zinsgarantien f&uuml;r die &uuml;brigen Kunden gef&auml;hrdet w&uuml;rden.<br>\nIm Vorfeld hatten Experten erwartet, dass nur einige finanzschw&auml;chere Versicherer unter diese Schutzregel fallen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche greift die Regel nun aber branchenweit und betrifft auch gro&szlig;e Versicherer. So d&uuml;rfen die Lebensversicherer R+V, AachenM&uuml;nchener, Generali, Debeka, Cosmos, Ergo, Axa und Bayern-Versicherung keine von der Neuregelung betroffenen Reserven mehr aussch&uuml;tten. Nur im Voraus zugesagte Beteiligungen flie&szlig;en in Einzelf&auml;llen weiter an die Kunden. Allein diese Anbieter stehen f&uuml;r knapp ein Drittel der in Deutschland versicherten Summe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/dienstleister\/niedrigzinsen-lebensversicherer-stoppen-auszahlungen\/11239154.html\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Wieder einmal zeigt sich, dass kapitalgedeckte Altersvorsorgesysteme bereits bei kleineren systemischen Krisen am Finanzmarkt ihren gro&szlig;en Versprechungen nicht mehr nachkommen k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Deine Rechte sind in diesen Freihandelsabkommen nicht verf&uuml;gbar<\/strong><br>\nDer Protest gegen TTIP und CETA<br>\nDie Kritik am Freihandelsabkommen TTIP und CETA auf die Chlorh&uuml;hnchen zu beschr&auml;nken, greift viel zu kurz. Denn bei den beiden Abkommen zwischen der EU und den USA und der EU und Kanada steht noch viel mehr auf dem Spiel. Egal ob Datenschutz, Demokratie oder Urheberrecht &ndash; Abkommen, an denen Konzerne unter Ausschluss der &Ouml;ffentlichkeit mitschreiben k&ouml;nnen, sind selten eine gute Idee. Sitzungsdokumente mit &ldquo;unverbindlichen&rdquo; Lobby-Vorschl&auml;gen und Leaks der Vertragstexte lassen wenig Gutes erwarten. Datenschutzstandards laufen Gefahr zu Handelshemmnissen erkl&auml;rt zu werden. Konzerne pochen darauf, Staaten vor au&szlig;erstaatlichen Schiedsgerichten auf Schadensersatz verklagen zu k&ouml;nnen. Was die B&uuml;rger wollen, wurde im ganzen Verhandlungsprozess der beiden Freihandelsabkommen nicht einmal gefragt. Doch &ldquo;Klicktivismus&rdquo; war gestern &ndash; neue Strategien und Tools halfen dabei, eine Welle des dezentralen Protests loszutreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/media.ccc.de\/browse\/congress\/2014\/31c3_-_6342_-_de_-_saal_1_-_201412291600_-_deine_rechte_sind_in_diesen_freihandelsabkommen_nicht_verfugbar_-_katharina_nocun.html#video\">CCC<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Gutachten &ndash; Private Schiedsgerichte in TTIP sind grundgesetzwidrig<\/strong><br>\nDer ehemalige Verfassungsrichter Siegfried Bro&szlig; schl&auml;gt staatliche Schiedsstellen als L&ouml;sung vor<br>\nDer Rechts- und Verwaltungswissenschaftler Siegfried Bro&szlig; war Vorsitzender des Pr&auml;sidiums der Deutschen Sektion der Internationalen Juristen-Kommission und auf Vorschlag der CSU Richter am Bundesverfassungsgericht. Nun hat er im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-B&ouml;ckler-Stiftung ein Gutachten zur Privatisierung staatlicher Infrastrukturbereiche angefertigt. In einem gestern vorab ver&ouml;ffentlichten Teil dieses Gutachtens kommt er zum Ergebnis, dass die den geplanten Freihandelsabkommen CETA und TTIP vorgesehenen privaten Schiedsgerichte grundgesetzwidrig sind.<br>\nDas ergibt sich Bro&szlig; zufolge unter anderem daraus, dass die Einr&auml;umung eines Konzernklagerechts vor solchen Schiedsgerichten &ldquo;in der Sache bedeutet [&hellip;.], dass der jeweils betroffene Vertragsstaat insoweit seine Souver&auml;nit&auml;t und Gestaltungsmacht im V&ouml;lkerrechtsverkehr aufgibt&rdquo; &ndash; und weil es sich bei solchen Abkommen nicht um die &ldquo;Eingliederung in eine supranationale Verbindung&rdquo; (wie die EU oder die UN) handelt, gibt es daf&uuml;r keine Legitimation im Grundgesetz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43903\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die EU-Kommission verh&ouml;hnt die Demokratie<\/strong><br>\nDer Investorenschutz in TTIP wird wohl kommen, sagt die Lobbykritikerin Pia Eberhardt &ndash; obwohl eine Mehrheit der B&uuml;rger und selbst Wirtschaftsverb&auml;nde klar dagegen sind.<br>\nZEIT ONLINE: Frau Eberhardt, die EU-Kommission will in den Freihandelsgespr&auml;chen mit den USA nicht mehr &uuml;ber den umstrittenen Investitionsschutz reden &ndash; zumindest vorerst. Haben die TTIP-Kritiker gesiegt?<br>\nPia Eberhardt: Kaum. Es ist schon richtig: Der Investitionsschutz steht nicht auf der Agenda, wenn sich Kommission und US-Emiss&auml;re im Februar zur n&auml;chsten Verhandlungsrunde treffen. Der Druck wird wahrgenommen &ndash; aber die Kommission scheint ihn nicht besonders ernst zu nehmen. Ihre Pl&auml;ne sind eindeutig, ihre Position genau die gleiche wie vor dem Konsultationsprozess. Trotz aller Kritik will sie den Investitionsschutz weiter im Abkommen haben.<br>\nZEIT ONLINE: Immerhin will Handelskommissarin Cecilia Malmstr&ouml;m jetzt mit dem EU-Parlament, nationalen Regierungen, Gewerkschaften, Verbrauchersch&uuml;tzern und Unternehmern dar&uuml;ber beraten, welche Lehre aus der Kritik der B&uuml;rger zu ziehen sei. Ist das nur eine Alibi-Aktion?<br>\nEberhardt: Ich finde das interessant. Fast 150.000 Einzelpersonen und Organisationen haben sich an den Konsultationen der Kommission beteiligt, und mehr als 97 Prozent davon lehnen den Investitionsschutz mit seinen undemokratischen Schiedsgerichten ab. N&auml;hme Frau Malmstr&ouml;m das ernst, w&uuml;rde sie den Investitionsschutz sofort und komplett aus den Verhandlungen streichen. Stattdessen beginnt sie weitere Konsultationen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2015-01\/ttip-konsultationen-undemokratisch-pia-eberhard\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Ulrike Herrmann &ndash; Der &ldquo;Markt&rdquo; soll&rsquo;s richten<\/strong><br>\nZTIP &ndash; Das Freihandelsabkommen mit den USA liegt in Tr&uuml;mmern. Die Proteste k&ouml;nnten trotzdem zu schwach sein, um den Vertrag mit Kanada zu kippen<br>\nEuropa ist eine Zumutung, jedenfalls f&uuml;r US-Amerikaner. Da will man ein Freihandelsabkommen namens TTIP abschlie&szlig;en und dachte auch, man h&auml;tte einen Ansprechpartner &ndash; die EU-Kommission. Doch je l&auml;nger die Verhandlungen dauern, desto deutlicher wird Washington, dass die Kommission wenig zu sagen hat, obwohl sie offiziell zust&auml;ndig ist. Stattdessen reden st&auml;ndig ungefragte Zaung&auml;ste dazwischen: einzelne EU-Staaten, EU-Parlamentarier, l&auml;stige Nichtregierungsorganisationen. In Hintergrundgespr&auml;chen geben kundige Amerikaner zu, dass sie nicht mehr hoffen, ein umfangreiches Freihandelsabkommen mit Europa abzuschlie&szlig;en. Bei dem Chaos!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2015%2F01%2F19%2Fa0058&amp;cHash=aac5e238c278884f5b63bd4541663ada\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>ILO: Schlechte globale Arbeitsmarktaussichten, steigende Einkommensunterschiede<\/strong><br>\nDas Risiko sozialer Unzufriedenheiten w&auml;chst weltweit, so der Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation<br>\nGestern war es der Oxfam-Bericht, der die weltweiten, krassen Unterschiede zwischen Arm und Reich auf die Bildschirme brachte: Die reichsten 1% werden bald mehr besitzen als der Rest der Weltbev&ouml;lkerung, fasste BBC den Inhalt zusammen und erinnert damit an die Occupy-Bewegung. Auf den Plakaten der Demonstranten in Paris, Grosny oder in Dresden stehen gegenw&auml;rtig andere Slogans. Heute r&uuml;ckt der n&auml;chste panoramische Global&uuml;berblick weitere Ungleichheiten ins Blickfeld: der aktuelle Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zur weltweiten Besch&auml;ftigungslage.<br>\nWie in den vorangegangenen Jahren findet sich daran wenig Optimistisches, dagegen vieles, was mit der Aussicht auf wachsende &ldquo;soziale Unzufriedenheit&rdquo; und dem gesteigerten Risiko f&uuml;r &ldquo;sozialen Unruhen&rdquo; verbunden wird. Die weltweite Besch&auml;ftigungslage wird sich in den n&auml;chsten f&uuml;nf Jahren weiter verschlechtern, so die grunds&auml;tzliche Vorhersage des Berichts: &ldquo;World Employment and Social Outlook &ndash; Trends 2015&rdquo; (Langfassung und Kurzfassung).<br>\nWeltweit z&auml;hlt ILO im Jahr 2014 201 Millionen Arbeitslose, 31 Millionen mehr als vor der globalen Wirtschaftskrise, deren Beginn man auf das Jahr 2008 datiert. Erwartet wird, dass die weltweite Arbeitslosigkeit in diesem Jahr um 3 Millionen zunimmt und in den n&auml;chsten vier Jahren um 8 Millionen. Seit Anfang der Krise seien 61 Millionen Arbeitspl&auml;tze verschwunden. Angesichts der Neueinsteiger auf dem Arbeitsmarkt m&uuml;ssten global 280 Millionen zus&auml;tzliche Jobs geschaffen werden, um sie aufzunehmen und um bis 2019 die globale Besch&auml;ftigungskluft zu schlie&szlig;en. Soweit die Zahlen mit beschr&auml;nkter Aussagekraft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43908\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Statistisches Bundesamt verschleiert R&uuml;stungsdaten<\/strong><br>\nDas Amt wollte eigentlich eine Revolution starten und geheime R&uuml;stungsdaten ver&ouml;ffentlichen. Doch jetzt wird wohl das meiste geschw&auml;rzt &ndash; auf Wunsch der Waffenexporteure.<br>\ns h&auml;tte eine Entscheidung mit gro&szlig;er Tragweite sein k&ouml;nnen: Mitte Dezember hatte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden verk&uuml;ndet, k&uuml;nftig jeden Monat die Ausfuhren deutscher R&uuml;stungsg&uuml;ter zu ver&ouml;ffentlichen. Kein anderes Statistikamt innerhalb der Europ&auml;ischen Union gew&auml;hrt bisher eine solche Transparenz. Jede Waffe und jeder Panzer, die Deutschland verlassen, sollte nicht nur im R&uuml;stungsexportbericht der Bundesregierung erscheinen, sondern auch in den Tabellen der Statistiker. R&uuml;stungskritiker begr&uuml;&szlig;ten die Entscheidung und hofften auf ein &ldquo;weit detaillierteres Bild&rdquo; der deutschen Waffenlieferungen. [&hellip;]<br>\nDas Amt will zum Beispiel alle Eintr&auml;ge sperren, bei denen weniger als drei Unternehmen beteiligt sind &ndash; angeblich, weil sonst erkennbar w&auml;re, welche Firma sich hinter dem Export verbirgt. Zugleich will sie alle Eintr&auml;ge in einer Exportgruppe schw&auml;rzen, in der ein Unternehmen besonders &ldquo;dominant&rdquo; ist. Was die Statistiker aber genau unter Dominanz verstehen, unterliegt der Geheimhaltung. Nachpr&uuml;fen l&auml;sst sich das Vorgehen der Beh&ouml;rde nicht.<br>\nAm Ende k&ouml;nnte es wie so oft kommen, wenn die Politik mehr Transparenz bei R&uuml;stungsexporten verspricht: Das Versprechen bleibt ein leeres.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2015-01\/ruestungsindustrie-waffen-statistisches-bundesamt-export\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Perioden des &ldquo;Anti-Terror-Kriegs&rdquo;<\/strong><br>\nDas gestern in rund 20 L&auml;ndern weltweit ver&ouml;ffentlichte &ldquo;Guantanamo-Tagebuch&rdquo; des Folterh&auml;ftlings Mohamedou Ould Slahi wirft zu Beginn einer neuen Periode des &ldquo;Anti-Terror-Kriegs&rdquo; ein Schlaglicht auf die Verbrechen des Westens in dessen erster Phase. Ould Slahi beschreibt in dem Werk, das er schon 2005 verfasste, das aber erst jetzt und nur in erheblich zensierter Form publiziert werden darf, wie er im US-Lager Guantanamo misshandelt und gefoltert wurde. Obwohl er lange in Deutschland gelebt hat, bestand die einzige Aufmerksamkeit, die Berlin ihm gew&auml;hrte, in einem Verh&ouml;r durch den Bundesnachrichtendienst (BND) &ndash; in Guantanamo, ungeachtet der dort begangenen Folter. Dort hat Berlin im Jahr 2002 auch den in Bremen geborenen und ans&auml;ssigen Murat Kurnaz vernehmen lassen, ihn jedoch abgewiesen, als Washington ihn 2002 freilassen und nach Deutschland &uuml;berstellen wollte. Die Entscheidung, die Kurnaz vier weitere Jahre Folterhaft einbrachte, verantworten der heutige Pr&auml;sident des deutschen Inlandsgeheimdienstes und der heutige deutsche Au&szlig;enminister. Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat mehrmals bekr&auml;ftigt, er halte es auch im R&uuml;ckblick f&uuml;r richtig, Kurnaz nicht aus der Folterhaft in seine deutsche Heimat aufgenommen zu haben. Steinmeier ist einer der ma&szlig;geblichen deutschen Politiker in der neuen Phase des &ldquo;Anti-Terror-Kriegs&rdquo;.<br>\nAm gestrigen Dienstag ist das &ldquo;Guantanamo-Tagebuch&rdquo; von Mohamedou Ould Slahi in mehreren Sprachen in rund 20 L&auml;ndern weltweit ver&ouml;ffentlicht worden.[1] Ould Slahi beschreibt darin, wie er in das US-Folterlager Guantanamo verschleppt und dort misshandelt und gefoltert wurde &ndash; als einer von insgesamt 779 Gefangenen, die unter Bruch s&auml;mtlicher v&ouml;lkerrechtlicher Konventionen festgehalten wurden und zum Teil noch werden. Die Foltermethoden umfassten unter anderem Schl&auml;ge, Unterk&uuml;hlung, Licht- und L&auml;rmfolter und zahlreiche weitere Formen der Misshandlung. Ould Slahi zitiert einen Gefangenenw&auml;chter: &ldquo;Zeigt ihm keine Gnade. Erh&ouml;ht den Druck. Treibt ihn zum Wahnsinn&rdquo;. Bei Passagen wie dieser handelt es sich um solche, die Washingtons Zensoren f&uuml;r publizierbar hielten; das galt bei weitem nicht f&uuml;r alle: Insgesamt sind in dem gut 400 Seiten starken Band rund 2.500 Schw&auml;rzungen vorgenommen worden, eine davon mit einer L&auml;nge von elf Seiten. Ould Slahi hat das Buch bereits 2005 verfasst; erst jetzt ist es von den staatlichen Stellen zur Ver&ouml;ffentlichung im &ldquo;freien Westen&rdquo; freigegeben worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59036\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Uruguays Pr&auml;sident spendete 550.000 Dollar seines Gehaltes<\/strong><br>\nIn seiner w&ouml;chentlichen Radioansprache hat Uruguays Pr&auml;sident Jos&eacute; Mujica er&ouml;ffnet, dass er 550.000 US-Dollar seines Pr&auml;sidentengehaltes gespendet hat. Davon flossen 400.000 Dollar in das Wohnungsbeschaffungsprogramm &ldquo;Plan Juntos&rdquo;, das im Jahr  2010 initiiert wurde und mit dem 50.000 &ouml;konomisch benachteiligten Familien in Uruguay geholfen werden soll. Der Rest ging als Zuwendung an sein Parteienb&uuml;ndnis Frente Amplio.<br>\nEr wisse, dass mit diesen Spenden die Welt nicht ver&auml;ndert werde, aber &ldquo;wir f&uuml;hlen und multiplizieren unser Engagement in der Gesellschaft&rdquo;. F&uuml;r die Regierung sei es relativ einfach, Steuern zu erheben, die dann andere zahlen, aber es gebe auch eine ethische Pflicht, so Mujica weiter. Er wies auch darauf hin, dass die Pr&auml;sidentin der Frente Amplio, M&oacute;nica Xavier, 150.000 Dollar ihres Gehaltes zu dem Projekt beigesteuert habe.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2015\/01\/110613\/mujica-spendet-gehalt\">Amerika21<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Chapeau!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>In den Medien muss sich fast alles &auml;ndern<\/strong><br>\nDer Soziologe Hauke Brunkhorst &uuml;ber die &ldquo;publikative Gewalt&rdquo; (&hellip;)<br>\nAuch die Auswahlkriterien bei der Rekrutierung des Nachwuchses, wie sie vonseiten der gro&szlig;en Medienh&auml;user veranschlagt werden, sieht Brunkhorst kritisch. Die hohe Qualifikation, die Redakteure heutzutage mitbringen, sei zwar begr&uuml;&szlig;enswert, aber zugleich w&uuml;rde der &ldquo;universellen Wettbewerbsorientierung&rdquo; zu viel Tribut gezollt, so dass eine &ldquo;etwas zu einseitige Vorauswahl&rdquo; festzustellen sei. (&hellip;)<br>\nSie haben sich in Ihrer sozialwissenschaftlichen Arbeit auch mit dem Neoliberalismus auseinandergesetzt. K&ouml;nnen Sie skizzieren, welche Rolle Medien und Journalisten bei der Durchsetzung der neoliberalen Idee gespielt haben?<br>\nHauke Brunkhorst: Sie waren die willigen Vollstrecker der globalen Ideologie des Neoliberalismus und haben die kritischen Stimmen an die Peripherie gedr&auml;ngt und zum Schweigen gebracht. Der Satz, der 2002 in einem Leitartikel der FAZ stand, ist kein Zufallstreffer, sondern Ausdruck einer globalen Medienhegemonie: &ldquo;Wenn Eltern Ihrem S&auml;ugling die Anstrengung des Saugens dadurch erleichtern, da&szlig; sie die &Ouml;ffnung der Babyflasche vergr&ouml;&szlig;ern, legen sie den ersten Grundstein f&uuml;r mangelnde Leistungsbereitschaft.&rdquo;[1]<br>\nWas muss sich in der Medienlandschaft &auml;ndern?<br>\nHauke Brunkhorst:  Fast alles. Schauen Sie sich doch an, wie weit die ver&ouml;ffentliche &ouml;ffentliche Meinung von der nichtver&ouml;ffentlichten &ouml;ffentlichen Meinung entfernt ist.<br>\nK&ouml;nnen Sie daf&uuml;r mal ein Beispiel nennen?<br>\nHauke Brunkhorst: Nehmen Sie doch nur mal das sinkenden Vertrauen der EU-B&uuml;rger in ihre nationalen und transnationalen Institutionen im Vergleich zu der stark gewachsenen Solidarit&auml;tsbereitschaft der EU-B&uuml;rger untereinander &ndash; gerade auch zwischen ihren verschiedenen Kulturen in Nord und S&uuml;d, Ost und West. W&auml;hrend das Vertrauen in die Institutionen, wie die Eurobarometer zeigen und jeder Fernsehzuschauer, Stammtischbesucher und Internetnutzer wei&szlig;, im Keller ist, hat die b&uuml;rgerschaftliche und soziale Solidarit&auml;t der Europ&auml;er nach Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 2008 Ausma&szlig;e erreicht, wie nie zuvor in der Geschichte der Europ&auml;ischen Union.<br>\nDas zeigen glasklar die gr&uuml;ndlichen empirischen Studien von Gerhards und Lengfeld, die aber im Fernsehen, am Stammtisch und im Internet (wo sie jeder abrufen k&ouml;nnte) unbekannt bleibend und in der verwalteten &Ouml;ffentlichkeit kein Ohr finden. So ist, um nur diesen einen, hochsignifikanten Indikator europ&auml;ischer Solidarit&auml;t zu erw&auml;hnen, eine &uuml;berw&auml;ltigender Mehrheit der Europ&auml;er f&uuml;r einen einheitlichen europ&auml;ischen Mindestlohn, und die Deutschen, von denen immer wieder das Gegenteil behauptet wird, sind auch dann noch zu 58,1% daf&uuml;r, wenn sie daf&uuml;r erhebliche Lohneinbu&szlig;en in Kauf nehmen m&uuml;ssten.<br>\nDiese Zahl, die wachsendes kollektives Selbstvertrauen der europ&auml;ischen B&uuml;rgerschaft im ganzen erkennen l&auml;sst, bleibt aber Geheimwissen der empirischen Soziologie, w&auml;hrend gleichzeitig die ver&ouml;ffentlichte Meinung aus dem gesunkenen Institutionenvertrauen auf sinkende Solidarit&auml;tsbereitschaften und sinkendes kollektives Selbstvertrauen schlie&szlig;t, um dann lauthals dem Volk die &uuml;blichen rechtsnationalen Vorurteile zuzuschreiben. Kein Wunder, dass dann jeder glaubt, er w&auml;re von Nachbarn umringt, deren transnationale Solidarit&auml;tsbereitschaft sehr viel geringer ist als seine\/ ihre eigene. Der Effekt ist, dass dann nur noch die Minderheit rassistischer Abendl&auml;ndler f&uuml;r ein ganz anderes Europa demonstriert und die ganz anders eingestellten Mehrheiten resigniert zuhause bleiben, denken sie doch, sie w&auml;ren in der Minderzahl und h&auml;tten dann auch noch die Institutionen gegen sich. Da wird politische Apathie zur einzig verbliebenen Option, keine mehr zu haben.<br>\nDer Teufelskreis wird in den heutigen Medien in derselben Weise stabilisiert wie in der fr&uuml;hen Kulturindustrie, deren Selektions- und Silencing-Mechanismus John Ford in dem Hollywoodwestern Liberty Valence auf den schon klassischen Satz gebracht hat: &ldquo;If legend becomes fact, print the legend.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43837\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>NSA-Story: Bild kritisiert Spiegel-Autoren als &ldquo;Aktivisten&rdquo;<\/strong><br>\nLange war es ruhig im ehedem schwelenden Zwist von Bild und Spiegel. Doch nun schaltet das Boulevard-Blatt in den Angriffsmodus: Unter der &Uuml;berschrift &ldquo;Zweifel an Unabh&auml;ngigkeit der NSA-Autoren&rdquo; nimmt sich das Boulevard-Blatt die Macher hinter dem aktuellen Spiegel-St&uuml;ck &ldquo;Kontrollierte Eskalation&rdquo; vor. Dabei moniert die Bild, dass von den neun Autoren &ldquo;nur drei unabh&auml;ngige Spiegel-Journalisten&rdquo; seien, es sich bei sechs weiteren jedoch um &ldquo;Aktivisten&rdquo; handele.<br>\n&Uuml;ber die &ldquo;Aktivisten&rdquo; schreibt die Bild, dass diese &ouml;ffentlich erkl&auml;rt h&auml;tten, &ldquo;wie sehr sie die US-Geheimdienste hassen und teilweise mit Datensicherheit ihr Geld verdienen, also von der Angst vor der NSA profitieren.&rdquo; Konkret geht es um Jacob Appelbaum, Aaron Gibson, Glenn Greenwald, Claudio Guarnieri, Andy M&uuml;ller-Maguhn, Laura Poitras und Leif Ryge. Aus dem neun-k&ouml;pfigen Autorenteam geh&ouml;ren lediglich Marcel Rosenbach, Hilmar Schmundt und Michael Sontheimer fest zum Spiegel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2015\/01\/20\/nsa-story-bild-kritisiert-spiegel-autoren-als-aktivisten\/\">Meedia<\/a>\n<p>dazu: <strong>Warum sich &ldquo;Bild&rdquo; &uuml;ber eine SPIEGEL-Enth&uuml;llung aufregt<\/strong><br>\n&ldquo;Bild&rdquo; kritisiert heute den SPIEGEL, ziemlich gro&szlig; auf Seite zwei, unter der &Uuml;berschrift: &ldquo;Nachrichtenmagazin &lsquo;Der SPIEGEL&rsquo; &ndash; Zweifel an Unabh&auml;ngigkeit der NSA-Autoren&rdquo;.<br>\nDie Kollegen von &ldquo;Bild&rdquo; meinen nicht wirklich die NSA-Autoren, wie sie es geschrieben haben, sondern Mitarbeiter des SPIEGEL, die &uuml;ber die NSA berichten. [&hellip;]<br>\n&ldquo;Bild&rdquo; kann uns denn auch keine Fehler vorhalten, sondern kritisiert, dass Appelbaum und Gibson f&uuml;r das Tor-Projekt zum abh&ouml;rsicheren Datenverkehr im Internet arbeiten. Genau das haben wir bereits in unserer Ausgabe vom 29. Dezember 2014 geschrieben, in einem Artikel, in dem es um die NSA und Tor ging.<br>\nUnd dann wirft &ldquo;Bild&rdquo; dem SPIEGEL noch vor, dass der SPIEGEL-Mitarbeiter M&uuml;ller-Maguhn ein &ldquo;einstiger Frontmann des CCC (Chaos Computer Clubs)&rdquo; sei. Das ist richtig und nat&uuml;rlich ebenfalls kein Geheimnis. Wann ist ein Vorleben verwerflich? Die heutigen Sprecher des Clubs, Frank Rieger und Constanze Kurz, schreiben beispielsweise regelm&auml;&szlig;ig in der &ldquo;FAS&rdquo; und der &ldquo;FAZ&rdquo;. Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass &ldquo;Bild&rdquo; die NSA-Enth&uuml;llungen des SPIEGEL attackiert. Zuletzt versuchte Bild.de sogar, Snowden und seinen Enth&uuml;llungen eine Mitschuld an den Pariser Anschl&auml;gen zuzuschreiben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/spiegelblog\/spiegelblog-warum-sich-bild-ueber-eine-spiegel-enthuellung-aufregt-a-1014040.html\">SPIEGELblog<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> W&uuml;rde die BILD doch nur bei anderen Themen derart auf den Hintergrund der Autoren schauen. Mir ist nicht bekannt, dass BILD jemals darauf hingewiesen h&auml;tte, dass zahlreiche Journalisten aus dem Au&szlig;en- und Sicherheitsressort in die transatlantischen Netzwerke eingebunden sind. Kein Wunder, schlie&szlig;lich ist BILD-Chef Kai Diekmann selbst Mitglied der Atlantik-Br&uuml;cke und z&auml;hlte dort bis 2010 sogar zum Vorstand.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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