{"id":24698,"date":"2015-01-22T14:20:53","date_gmt":"2015-01-22T13:20:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24698"},"modified":"2024-09-24T23:06:12","modified_gmt":"2024-09-24T21:06:12","slug":"ja-luegen-die-medien-denn-nun-oder-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24698","title":{"rendered":"Ja, l\u00fcgen die Medien denn nun oder nicht?"},"content":{"rendered":"<p>Dass den Medien in b&uuml;rgerlichen Demokratien auch und vor allem die Aufgabe der &bdquo;Gedankenkontrolle&ldquo; der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zukommt, hat Noam Chomsky, der meistzitierte Intellektuelle der Welt, in etlichen Publikationen herausgearbeitet und belegt. Diese Funktion der Medien wird &ndash; vor allem wohl aufgrund der Zunahme an Kriegen und gesellschaftlicher Segregation &ndash; f&uuml;r immer gr&ouml;&szlig;ere Bev&ouml;lkerungsteile aktuell evident. Sie betiteln die Medien daher als <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24568\">&bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo;<\/a>, legen <a href=\"http:\/\/forum.publikumskonferenz.de\/viewforum.php?f=30\">Programmbeschwerden<\/a> ein und &bdquo;basteln&ldquo; sich ihre Informationen mehr und mehr aus den wenigen unabh&auml;ngigen Medien und im Netz zusammen. Wie aber ist es nun um &bdquo;unsere&ldquo; Medien bestellt? Welche Prozesse und Wirkungen zeichnen sich ab? Und ist das Wort &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; dummrechte Kritik und also Tabu? Zu diesen Fragen sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit dem Journalisten und Medienkritiker <strong>Walter van Rossum<\/strong>, der hierzu einen klaren Standpunkt vertritt.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr van Rossum, Sie sind sozusagen &bdquo;Insider&ldquo; wie Medienkritiker zugleich: Sie haben f&uuml;r den WDR, den Deutschlandfunk, die Zeit, FAZ, FR, den Freitag und andere geschrieben und sind &uuml;berdies seit Langem f&uuml;r Ihre scharfe Kritik an, ich sage es absichtsvoll salopp, der medialen Gehirnw&auml;sche durch Formate wie jenes von <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/?dig=2004\/07\/31\/a0346\">Sabine Christiansen<\/a> sowie der <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/literatur\/kritik-an-der-tagesschau-wo-der-zuschauer-nur-zaungast-ist-a-508647.html\">Tagesschau<\/a> bekannt. Nun hat man diesbez&uuml;glich seit L&auml;ngerem von Ihnen nichts geh&ouml;rt. Interessant ist f&uuml;r daher zuerst einmal Ihre Einsch&auml;tzung zur aktuellen &bdquo;Medienentwicklung&ldquo; im Land. Was nehmen Sie wahr und wie beurteilen Sie das?<\/strong> <\/p><p>Mich fasziniert geradezu, wie der selbsternannte Qualit&auml;tsjournalismus aktuell schier unirritierbar im Rudel und mit gro&szlig;er Geschwindigkeit Richtung Abgrund prescht. Dass den Kapitaleignern der gro&szlig;en Medienholdings immer nur qualitatives Downgraden einf&auml;llt, erstaunt mich hingegen wenig. Es zeigt nur, dass die bestehenden Besitzverh&auml;ltnisse und mediale Qualit&auml;t nicht zusammenpassen. Das ahnte man allerdings auch schon seit einiger Zeit. Die Ironie bei der Sache besteht darin, dass dieser so genannte Qualit&auml;tsjournalismus sich ja fast durchgehend zum Sprachrohr des gro&szlig;en &bdquo;Rucks&ldquo; gemacht, sich den Wonnen des Neoliberalismus also verschrieben und pausenlos jene Flexibilisierung gepredigt hat, der er in absehbar Zeit nun selbst zum weiteren Opfer werden wird. Zu den Herausforderungen der neuen kommunikativen Verh&auml;ltnisse durch das Netz ist den selbst ernannten Qualit&auml;tsjournalisten dabei exakt gar nichts eingefallen. Und die einzigen, die wenigstens theoretisch die M&ouml;glichkeiten gehabt h&auml;tten, neue mediale Parameter zu schaffen &ndash; die &Ouml;ffentlich-Rechtlichen &ndash; haben ihre Chance gewisserma&szlig;en aktiv verschlafen, indem sie alles Personal aus dem Weg ger&auml;umt haben, das anderes im Kopf hatte als gegen RTL in den Quotenkrieg zu ziehen. Tom Buhrow als Intendant des WDR? Warum eigentlich nicht gleich Felix Magath?<\/p><p>Ich f&uuml;rchte, die Zentralorgane jenes Journalismus haben ihre beste Zeit inzwischen lange hinter sich. Die eine oder andere Marke mag noch eine Weile bestehen bleiben, aber sie wird nichts mehr zu tun haben mit dem, wof&uuml;r der Name einmal stand. Insofern l&auml;uft auch meine Zeit als Mitarbeiter dieser Medien allm&auml;hlich ab &ndash; ebenso wie die als Kritiker derselben. Bei den B&uuml;chern, die Sie erw&auml;hnt haben, habe ich allen Ernstes noch geglaubt, daraus k&ouml;nnten interessante Debatten in den Medien, in den Redaktionen, &uuml;ber die ich geschrieben habe, entstehen. Das finde ich heute fast schon putzig. Die Aufkl&auml;rung funktioniert nicht mehr. Sie ist sozusagen mangels geeigneten Personals ausgeschlossen.<\/p><p>Ich bin ja durch und durch von diesen klassischen Medien gepr&auml;gt. Aber wenn ich heute den Spiegel lese oder die Tagesthemen anschaue, dann bin ich kein Konsument erster Ordnung mehr, der einfach wissen will, was in der Welt geschieht und glaubt, das in diesen Medien finden zu k&ouml;nnen, sondern ein Beobachter zweiter Ordnung, den nur noch interessiert, was wollen die uns denn heute zu sehen geben, was sollen wir wie verstehen und was gar nicht erst wissen. Kurzum, mich interessieren diese klassischen Organe einer wahrscheinlich immer schon fiktiven &Ouml;ffentlichkeit nur noch als Produzenten und Vermittler des Weltbildes der b&uuml;rgerlichen Mitte, die, wie man wei&szlig;, inzwischen etwa 95 Prozent der politischen Lufthoheit beansprucht w&auml;hrend der verbleibende Rest bereits der freundlichen Beobachtung durch den Verfassungsschutz unterliegt. Und aus dem qualligen Brei jener politischen Mitte so etwas wie Weltbilder in st&auml;ndiger, irrer Neuformation zu destillieren und dabei noch den Schein einer lebendigen Demokratie zur Auff&uuml;hrung zu bringen, in der programmatische Differenzen ausgefochten werden, das gelingt den Qualit&auml;tsjournalisten tats&auml;chlich mit einiger Pr&auml;zision. Und das ist in meinen Augen auch der einzige Grund, warum diese Presse noch interessant ist: Sie gibt den verunsicherten Menschen die Illusion von Halt und ideologischer &bdquo;Selbstgerechtigkeit&ldquo;, wie es ist, ist es richtig, und die Medien erkl&auml;ren, warum.<\/p><p><strong>Und was genau hat sich ver&auml;ndert seit der Zeit, in der Sie, wie Sie es beschreiben, &uuml;ber die Zust&auml;nde im Land sozusagen noch Illusionen hegten?<\/strong><\/p><p>Nun, neu ist, dass ein nicht genau bezifferbarer, aber meiner Einsch&auml;tzung nach erheblicher Teil des Publikums inzwischen gegen &bdquo;seine&ldquo; Medien rebelliert. Diese Tatsache ist dabei ebenso &uuml;berraschend wie der Anlass selbst: n&auml;mlich die Berichterstattung &uuml;ber die Ukraine. Es ist ja nicht so, dass diese Kritiker alle Ukraine-Experten w&auml;ren, und gewiss sind sie auch keine Putin-Fans. Aber jeder halbwegs aufmerksame Zuschauer oder Leser scheint unweigerlich zu verstehen, dass diese Berichterstattung bis ins Detail alle Merkmale der Propaganda erf&uuml;llt. Tats&auml;chlich haben wir es ja mit einer Orgie von Enten, Fehleinsch&auml;tzungen und grotesken Einseitigkeiten zu tun, die selbst mich noch verbl&uuml;fft hat. Aber ich habe auch das Gef&uuml;hl, das Publikum oder wenigstens ein Teil desselben sucht jetzt den Bruch, versteht, dass diese Medien Teil des Problems und keineswegs L&ouml;sung sind. Die einzigen, die in ihrer unvorstellbareren Grandezza von diesem Bruch komplett &uuml;berrascht worden sind, das sind die Medienarbeitenden selbst. Was wiederum viel &uuml;ber deren Art, die Welt zu sehen, sagt. Und das ist sozusagen neu: Dass auf der einen Seite das Ausma&szlig; der Propaganda so immens zugenommen hat &ndash; und dass das inzwischen dem Volk auch nicht mehr entgeht und es sich hiergegen zu wehren begonnen hat.<\/p><p>Ich zitiere einfach mal, was Peter Scholl-Latour kurz vor seinem Tod in einem Interview gesagt hat: &bdquo;Wenn Sie sich einmal anschauen, wie einseitig die hiesigen Medien, von TAZ bis Welt, &uuml;ber die Ereignisse in der Ukraine berichten, dann kann man wirklich von einer Desinformation im gro&szlig;en Stil berichten. &Auml;hnliches fand und findet ja bez&uuml;glich Syrien und anderen Krisenherden statt.&ldquo; Und wenn Sie Scholl-Latours letztes Buch &bdquo;Der Fluch der b&ouml;sen Tat&ldquo; lesen, dann werden Sie Dutzende Stellen finden, wo der Mann seine eigene Branche der Propaganda und Hirnw&auml;sche bezichtigt und &uuml;berf&uuml;hrt. Nur l&auml;sst er offen, ob die mediale Propaganda eigenen &Uuml;berzeugungen entstammt oder ob die Journalisten selbst Opfer organisierter Gehirnw&auml;sche geworden sind. Das ist in der Tat die Frage. Und &uuml;berdies eine, die ist gar nicht so leicht zu beantworten. <\/p><p><strong>Wie fiele Ihre Antwort denn aus?<\/strong><\/p><p>Also, ich wage einmal eine stark verk&uuml;rzende Skizze. Und ich w&uuml;rde dabei gar nicht mit der Frage nach der Ideologie anfangen, sondern mit der Suche nach den journalistischen Standards. Im Journalismus gibt es ja auch eine handwerkliche Seite, es gibt bestimmte Regeln, die ziemlich einfach sind. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wenn am 7. Januar in Paris zwei vermummte Typen mit MP aus dem Auto springen, &bdquo;Allah Akbar!&ldquo; oder &Auml;hnliches br&uuml;llen und anschlie&szlig;end eine ganze Zeitungsredaktion niedermetzeln, dann m&uuml;sste <em>jeder<\/em> Qualit&auml;tsjournalismus mit der Feststellung beginnen, dass die T&auml;ter ganz offenbar Islamisten <em>darstellen<\/em> wollten &ndash; was zugleich hei&szlig;t, dass es auch T&auml;ter gewesen sein k&ouml;nnten, die genau diesen Eindruck erwecken wollten ohne deswegen zwingend auch Islamisten zu sein. Denn selbst wenig reflektierte Kollegen sollten allm&auml;hlich verstanden haben, dass gewisse Sachen nur geschehen, um einen bestimmten <em>Anschein<\/em> zu erwecken: Ob das verkleidete deutsche Soldaten am 1. September 1939 in Polen waren oder ob es sich um kuwaitische Babys handelt, die von der irakischen Soldateska angeblich aus den Brutk&auml;sten gerissenen und dann get&ouml;tet worden sind. Oder ob es eine vietnamesische Dschunke betrifft, die eine amerikanische Fregatte im Golf von Tonkin angegriffen hat. Dass journalistische Qualit&auml;t die Instrumentalisierung der &Ouml;ffentlichkeit verhindern und nicht erst erm&ouml;glichen sollte, das ist eigentlich so trivial, dass man es kaum auszusprechen wagt. Leider muss man es aber. <\/p><p><strong>Und woran liegt es, dass derlei &bdquo;handwerkliche Standards&ldquo; offenbar immer wieder vernachl&auml;ssigt werden?<\/strong><\/p><p>Also, ich will einmal so sagen: Es gibt einen ganz einfachen Grund, warum es heute <em>besonders<\/em> leicht ist, Enten in Umlauf zu bringen: Bis vor etwa 20 Jahren gab es in der medialen &Ouml;ffentlichkeit n&auml;mlich noch einen bemerkenswerten Pluralismus. Der ist aber gemeinsamen mit dem parlamentarischen Pluralismus mehr und mehr verschwunden. Und das f&uuml;hrt uns zu der Kardinals&uuml;nde des real existierenden Journalismus: Seine Anlehnung an die herrschenden politischen Interessen und Programme. Im Zuge dieser Entwicklung sollte man sich zun&auml;chst einmal von der Vorstellung verabschieden, dass die meisten Journalisten &uuml;berhaupt noch &uuml;ber so etwas wie eine <em>eigenst&auml;ndige<\/em> Auffassung vom Lauf der Dinge verf&uuml;gen &ndash; von <em>eigensinnig<\/em> mal ganz zu schweigen. Ich wage jedenfalls die Behauptung, dass der journalistische Mainstream <em>weder<\/em> &uuml;ber spezielle Kenntnisse verf&uuml;gt, <em>noch<\/em> vom Willen zu vertiefter Erkenntnis beseelt ist. Zum Beispiel k&ouml;nnen die meisten Russland-Korrespondenten nicht einmal Russisch und schreiben jeden Bl&ouml;dsinn von- und untereinander ab, wie ich das mal an ein paar Beispielen in einem Radio-Feature belegt habe. Und keiner brauchte sich dabei Sorgen zu machen, dass in einem anderen Blatt wom&ouml;glich eine Gegendarstellung erschiene. Der Grund zur Sorge kam jetzt aus einer Richtung, die keiner dieser selbstherrlichen Typen &uuml;berhaupt auf dem Schirm gehabt hat. N&auml;mlich vom eigenen Publikum, das festgestellt hat, dass da vor allem Behauptungen verbreitet werden, und zwar in aller Regel falsche und gef&auml;hrliche.<\/p><p>Kurzum, in aller Regel sind Journalisten keine Menschen, die sich dem Tumult des Realen sowie Wagnis einer eigenen Analyse aussetzen. Nach meiner Erfahrung sind Journalisten eher Menschen, die geradezu Angst vor der dunklen Unruhe des Realen haben und sich lieber an gerade irgendwie geltende Sprachregelungen, Normen und Konventionen halten und dabei geradezu verzweifelt in schlichten und bin&auml;ren Erkl&auml;rungsmustern Rettung suchen, also einem Denken etwa in Gut vs. B&ouml;se, Freund vs. Feind usw. usf.<\/p><p>Die allseits beliebte Darstellung der Lage in der Ukraine als einem Land, in dem sich Demokraten und prorussische Separatisten gegen&uuml;berst&uuml;nden, l&auml;sst sich also nicht nur durch pure Ahnungslosigkeit erkl&auml;ren, sondern auch mit der Sehnsucht nach einfachen Geschichten. Komplexere Geschichten taugen n&auml;mlich nicht als Aufreger und insofern Karriereturbo&hellip; So sto&szlig;en wir in der Berichterstattung &uuml;ber die Ukraine dann auch auf eine Rhetorik, die seit 200 Jahren die Russlandkorrespondenz beherrscht, kurz gesagt, die Paraphrase auf den slawischen Untermenschen. Und Vladimir Putin gibt jetzt sozusagen den Superuntermensch &ndash; Diktator, Imperialist, Welteneroberer und -bedroher zugleich. <\/p><p>Ich will nur noch ein Beispiel nennen: Am 17. Dezember 2010 verbrennt sich ein kleiner Gem&uuml;seh&auml;ndler namens Mohamed Bouazizi aus Protest gegen die Willk&uuml;r der Polizei in einem tunesischen St&auml;dtchen auf offener Stra&szlig;e selbst. Binnen weniger Tage steht das gesamte Land in Flammen. Der arabische Sender Al Dschezira berichtet dar&uuml;ber umgehend mehrere Stunden t&auml;glich. Und was denken Sie, wie lange es dauert, bevor <em>deutsche<\/em> Zentralmedien hier&uuml;ber berichten? Mehr als <em>drei Wochen<\/em> dauerte es. Am 8. Januar 2011 &ndash; wenige Tage, bevor der Diktator Ben Ali das Land verlassen muss &ndash; bringt, wenn ich mich recht erinnere, <em>Spiegel Online<\/em> schlie&szlig;lich eine erste Meldung. Dann erst brechen die D&auml;mme, dann ziehen alle nach. Wie kann man das erkl&auml;ren? Wohlgemerkt: Einen F&uuml;hrerbefehl darf man getrost ausschlie&szlig;en &ndash; denn solcher Anstiftung bed&uuml;rfen unsere Medien nicht mehr. Nein, derlei versteht man nur, wenn man kapiert, dass ein solcher Aufstand in unsrer journalistischen Weltwahrnehmung gar nicht vorgesehen ist &ndash; und von den ideologischen Kontexten &ndash; damit meine ich politische Setzungen, Interessen und &bdquo;Frames&ldquo; &ndash; auch gar nicht erw&uuml;nscht ist. Man hat ja schlie&szlig;lich lange genug tapfer &uuml;ber die maghrebinischen Diktatoren geschwiegen. Und heute ist man heilfroh, den sogenannten Arabischen Fr&uuml;hling als gescheitert verbuchen zu d&uuml;rfen. So muss man auch nicht mehr &uuml;ber die bestialischen Taten des neuen &auml;gyptischen Regimes berichten. Journalisten wie Politiker haben kein Problem mit der Teilbarkeit der Menschenrechte &ndash; es sind eben irgendwie doch nicht alles &bdquo;Menschen&ldquo; gleicher Gattung und Art. Und so ergehen sich unsere gedankenschweren Leitartikler in einer au&szlig;erordentlich rigiden Auslegung des V&ouml;lkerrechts, wenn es um die russische Politik gegen&uuml;ber der Ukraine geht, bei den amerikanischen Angriffskriegen mit ihren aberwitzigen Verheerungen verschwindet das V&ouml;lkerrecht hingegen vollkommen in der Versenkung. <\/p><p><strong>Mon Dieu, da produzieren Medien also tonnenweise und ziemlich pr&auml;zise Ideologie und Sie entpolitisieren das jetzt als Werk eines tr&uuml;ben Konformismus&hellip;?<\/strong><\/p><p>Ja, so ist es &ndash; allerdings ist dieser Konformismus alles andere als tr&uuml;be, sondern geradezu pedantisch. Im &Uuml;brigen beruht auch das Betriebssystem unserer Gesellschaft auf einem nahezu geschlossenen Konformismus &ndash; die meisten Menschen tun den lieben langen Tag Dinge, die sie eigentlich gar nicht tun wollen, und &bdquo;begr&uuml;nden&ldquo; und rechtfertigen sich und anderen das dann tagein, tagaus. Sie arbeiten in d&auml;mlichen Betrieben, drehen anderen Leuten irgendeinen Quatsch an, und alles flie&szlig;t nur, wenn alle genau die Codes und Regeln befolgen, die man gerne als &bdquo;Kultur&ldquo; oder &bdquo;Konventionen&ldquo; beschreibt, die aber nichts andere als die Manifestationen von Herrschaft sind&hellip; Und, ja, vielleicht ist auch das irgendwie &bdquo;neu&ldquo;: Dass der moderne Mensch inzwischen gelernt hat, dass man &bdquo;ja&ldquo; sagen muss zu all diesen Zw&auml;ngen, dass man sich an ihre Spitze setzen muss, um sie &bdquo;mit &Uuml;berzeugung&ldquo; ausf&uuml;hren zu k&ouml;nnen und so selbst weiterzukommen. Im Gegensatz zu fr&uuml;heren Herrschaftssystemen ist der b&uuml;rgerliche Mensch inzwischen mit seiner eigenen Unterdr&uuml;ckung regelrecht &hellip; identifiziert.<br>\nUnd dass der Journalismus dabei die letzte Bastion unkontrollierter Freiheit sein soll, nur weil das im Gesetz steht, mutet doch einfach ein bisschen phantastisch an. Sie selbst haben derlei ja in einem Ihrer <a href=\"http:\/\/hessenkongress.files.wordpress.com\/2010\/01\/hochschule-im-historischen-prozess.pdf\">B&uuml;cher [PDF]<\/a> zum Bildungsbereich analysiert und sind dabei zu &auml;hnlichen Schl&uuml;ssen gelangt wie ich&hellip; <\/p><p><strong>Das stimmt. Dennoch &ndash; und zu unserem Kontext &ndash; die Frage an Sie, die sich analytisch hier einfach stellt: Wie kommt es, dass Journalisten dann derlei Bl&ouml;dsinn reden und tun, der eigentlich auch ihren eigenen Interesse widerspricht?<\/strong> <\/p><p>Viele Leute sprechen heute wieder von einer Gleichschaltung der Medien. Das kann ich in gewisser Weise verstehen &ndash; so sieht es ja auch aus. So einfach ist es aber leider nicht. Wie funktioniert diese Gleichschaltung denn? Und wer schaltet da? <\/p><p>Am konkreten Beispiel: Warum fuschen Journalisten bei der Berichterstattung &uuml;ber die Ukraine so, dass der einfache Zuschauer aus dem Fernsehsessel kippt? Zun&auml;chst haben wir die bereits erw&auml;hnte Tradition der Verachtung gegen&uuml;ber russischen Interessen und Realit&auml;ten. Dazu kommt: In den letzten 15 Jahren haben bestimmte Medien einen neuen Kalten Krieg geradezu herbeigeschrieben &ndash; da haben sich die Boys vom Spiegel und ein paar &ouml;ffentlich-rechtliche Korrespondenten bleibende Verdienste erworben, und dann haben sie eben diese unwiderstehliche Erz&auml;hlstruktur: Hier die purlautere demokratische Weltgemeinschaft und dort der asiatische Despot &ndash; k&ouml;nnen Sie alles genauestens im Spiegel nachlesen. In Wahrheit sind die Verh&auml;ltnisse in der Ukraine allerdings au&szlig;erordentlich verwickelt und schwer vermittelbar. Ein bisschen so wie in Russland, da hat man kurzerhand eine oppositionelle Avantgarde namens Pussy Riot erfunden &ndash; sexy M&auml;dchen und tolle Action, w&auml;hrend die wirkliche Opposition gegen Putin vor allem aus sehr viel weniger telegenen Menschen und Programmen besteht. Und was spielt es da schon f&uuml;r eine Rolle, dass kein Russe Pussy Riot kennt und die gro&szlig;e Mehrheit der russischen Opposition mit dieser Sorte Spektakel &uuml;berhaupt nichts zu tun haben will? Auf der anderen Seite hat sich aber auch gezeigt, dass es f&uuml;r eine gewisse Kritik an der westlichen Ukraine-Politik nicht nur ein ziemlich gro&szlig;es Publikum, sondern sogar prominente politische Deckung gibt. Ich glaube insofern nicht, dass man da irgendwo Leute wirklich rausgeschmissen h&auml;tte, die sich eine etwas andere Wahrnehmung und Darstellung der Dinge erlaubt h&auml;tten. Sehr wohl aber gibt es keine Strukturen, die derlei belohnt h&auml;tten. Und es gibt kaum mehr Personal, das eine eigene Sicht und Zeit f&uuml;r eine solche hat. Der typische Medienmensch heute glaubt, den Auftrag der Objektivit&auml;t erf&uuml;llt er dadurch am besten, wenn er sich an die Vorgaben der b&uuml;rgerlichen Mitte h&auml;lt. Was wir hier konstatieren m&uuml;ssen, ist also mehr eine Selbst-Gleichschaltung und &ndash;Unterwerfung der Journalisten denn so etwas wie eine konstatierte Aktion.<\/p><p><strong>Und wenn das Volk nun aufwacht und sich zu &auml;rgern und zu wehren beginnt: Was meinen Sie, w&auml;re die beste Strategie?<\/strong><\/p><p>Es gibt schon deutlich Wirkung. Bl&auml;tter von Bild bis FAZ haben teilweise &uuml;ber zehn Prozent Auflagenverluste. Aber ich glaube alles in allem nicht, dass das System der alten &Ouml;ffentlichkeit rehabilitierbar ist, ich halte es nicht einmal f&uuml;r w&uuml;nschenswert. <\/p><p>Irgendwie durchlebt die Gesellschaft gerade einen medienkritischen Crashkurs &ndash; was nach Jahren der medienkritischen &Ouml;de auch dringend n&ouml;tig war. Dabei haben wir schon eines gelernt, was ich f&uuml;r gro&szlig;artig halte, n&auml;mlich das mediale Improvisieren. Wir basteln uns gerade &ndash; jeder auf seine Art &ndash; die Informationen zusammen, die wir brauchen. Und darin steckt in meinen Augen schon so etwas wie eine Skizze der medialen Zukunft. Ich finde die Chancen aufregender als die Klage &uuml;ber die Verluste. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p style=\"text-align:center\"><em>&ldquo;Seitdem Pegida ihren Schm&auml;hruf &sbquo;L&uuml;genpresse&lsquo; ausst&ouml;&szlig;t, best&auml;tigen sich alle gro&szlig;en Medien gegenseitig ihrer Seriosit&auml;t, umso mehr, seit &sbquo;L&uuml;genpresse&lsquo; zum Unwort des Jahres wurde, weil, so die Jury, die &sbquo;pauschale Verurteilung&lsquo; fundierte Medienkritik verhindere und somit &sbquo;einen Beitrag zur Gef&auml;hrdung der f&uuml;r die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit&lsquo; leiste. Presse- und Medienkritik, eine ur-linke Tugend, ger&auml;t in eine bedr&auml;ngte Lage. &sbquo;L&uuml;genpresse&lsquo; geh&ouml;rt nicht zu unserer Denkungsart und unserem Wortschatz, aber wir haben 1968 Springer blockiert unter dem Motto &sbquo;BILD l&uuml;gt&lsquo;. Das gilt heute noch und nicht nur f&uuml;r BILD.&ldquo;<\/em><\/p><p style=\"text-align:center\"><em>Wolfgang Gehrcke und Christiane Reymann: <a href=\"http:\/\/www.waehlt-gehrcke.de\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=1283%3Awider-denunziatorische-kommunikation-volksfront-statt-querfront&amp;catid=108%3Ahintergrundmaterialien&amp;Itemid=168\">&bdquo;Wider denunziatorische Kommunikation: Volksfront statt Querfront&ldquo;<\/a><\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Eine letzte Frag noch, die mir unter den N&auml;geln brennt: Was halten Sie denn vom neuen &bdquo;Unwort des Jahres&ldquo;? Sind auch Sie der Meinung, der Frieden im Land sei aktuell vor allem durch den kleinen Mann auf der Stra&szlig;e mit seiner so genannten undifferenzierten Medienkritik, die sich &uuml;berdies vermeintlicher NS-Vokabeln bedient, bedroht?<\/strong> <\/p><p>Ehrlich gesagt, macht der kleine Mann mir erheblich Angst. Wir leben auf einem historischen Staatsgrundst&uuml;ck, auf dem vor ein paar Jahrzehnten etwa 500.000 Juden, die als solche meistens nur m&uuml;hsam zu erkennen waren, zu gemeingef&auml;hrlichen Subjekten erkl&auml;rt werden konnten und in der Folge deshalb umgebracht wurden. Hier leben heute &uuml;ber 7 Millionen leicht identifizierbare &bdquo;Fremde&ldquo; &ndash; und mir wird angst und bange, wenn ich so manche Parole h&ouml;re. Mir wird allerdings auch schlecht, wenn ich lese, wie unsere Leitartikler, die seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, bei jeder Gelegenheit ihren d&auml;mlichen Antiislamismus als aufgekl&auml;rten Tiefsinn verkauft haben, jetzt so tun als h&auml;tten sie mit dem Rassismus der Stra&szlig;e nix zu tun. Das erb&auml;rmlich rassistische Buch des SPD-Politikers und Bankers Sarrazin war eines der erfolgreichsten Sachb&uuml;cher dieser Republik. Und so ein tief rassistischer Truppenentertainer wie Henryk i. M. Broder hatte eine eigene Fernsehsendung in der ARD. Und wenn man in dieser Situation &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; zum Unwort des Jahres erhebt, dann kl&auml;rt man nichts, sondern tr&auml;gt weiter zur Verunkl&auml;rung der Lage bei. Aber vielleicht ging es darum ja. <\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Walter van Rossum<\/strong> ist Autor, Medienkritiker und Investigativjournalist. Er studierte Romanistik, Philosophie und Geschichte in K&ouml;ln und Paris. Mit einer Arbeit &uuml;ber Jean-Paul Sartre wurde er 1989 an der K&ouml;lner Universit&auml;t promoviert. Seit 1981 arbeitet er als freier Autor f&uuml;r WDR, Deutschlandfunk, Zeit, Merkur, FAZ, FR und Freitag. F&uuml;r den WDR moderierte er unter anderem die &bdquo;Funkhausgespr&auml;che&ldquo;. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><p>Buch: Walter van Rossum: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/gabriele-gillen-walter-van-rossum\/schwarzbuch-deutschland.html\">Schwarzbuch Deutschland. Das Handbuch der vermissten Informationen<\/a>&ldquo;<\/p><p>Video: Noam Chomsky: &ldquo;Thought Control in Democratic Societies&rdquo;<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/wLfMvDCRGT0\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p>Artikel: &ldquo;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Propagandamodell\">Das Propagandamodell der Medien nach Noam Chomsky und Edward S. Herman<\/a>&ldquo;<\/p><p>Artikel: Noam Chomsky: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.chomsky.info\/articles\/199710--.htm\">What Makes Mainstream Media Mainstream<\/a>&rdquo;<\/p><p>Artikel: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/14\/14958\/1.html\">Herstellung von Konsens: Noam Chomskys Theorie der kapitalistisch gleichgeschalteten Massenmedien<\/a>&ldquo;<\/p><p>Ausarbeitung: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.theopenunderground.de\/@pdf\/udog\/chomskymedienanalyse.pdf\">Die Medienanalyse von Edward S. Herman und Noam Chomsky und ihre Anwendbarkeit auf die deutsche Medienlandschaft<\/a>&ldquo; [PDF]<\/p><p>Buch: Noam Chomsky: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.amazon.com\/Necessary-Illusions-Thought-Democratic-Societies\/dp\/0887845746\">Necessary Illusions: Thought Control in Democratic Societies<\/a>&rdquo;<\/p><p>Buch: Noam Chomsky: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/noam-chomsky\/media-control.html\">Media Control: Wie Medien uns manipulieren<\/a>&ldquo;<\/p><p>Buch: Noam Chomsky: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.amazon.com\/Manufacturing-Consent-Political-Economy-Media\/dp\/0375714499\">Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media<\/a>&rdquo;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Eine automatische E-Mail-Benachrichtigung &uuml;ber <strong>neue Texte von Jens Wernicke<\/strong> k&ouml;nnen Sie <a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">hier bestellen<\/a>.<br>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/61ab4590cfce479797db6db7fbf589f0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass den Medien in b&uuml;rgerlichen Demokratien auch und vor allem die Aufgabe der &bdquo;Gedankenkontrolle&ldquo; der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zukommt, hat Noam Chomsky, der meistzitierte Intellektuelle der Welt, in etlichen Publikationen herausgearbeitet und belegt. Diese Funktion der Medien wird &ndash; vor allem wohl aufgrund der Zunahme an Kriegen und gesellschaftlicher Segregation &ndash; f&uuml;r immer gr&ouml;&szlig;ere Bev&ouml;lkerungsteile<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24698\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[209,41,183,11],"tags":[947,313,1544,259,260],"class_list":["post-24698","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews","category-medienanalyse","category-medienkritik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-arabellion","tag-oerr","tag-kampagnenjournalismus","tag-russland","tag-ukraine"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24698"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24698\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121673,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24698\/revisions\/121673"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}