{"id":24704,"date":"2015-01-23T09:09:45","date_gmt":"2015-01-23T08:09:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24704"},"modified":"2024-09-27T05:00:11","modified_gmt":"2024-09-27T03:00:11","slug":"wohin-steuert-griechenland-wenn-am-wochenende-die-linken-die-wahl-gewinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24704","title":{"rendered":"Wohin steuert Griechenland, wenn am Wochenende die Linken die Wahl gewinnen?"},"content":{"rendered":"<p>Unser Mitarbeiter <strong>Roger Strassburg<\/strong> hatte letzte Woche die Gelegenheit, den amerikanischen &Ouml;konomen <strong>James Galbraith <\/strong>in Paris zu interviewen. Im Interview, das seit heute auch in deutscher &Uuml;bersetzung vorliegt (danke an <strong>Carsten Weikamp<\/strong>), geht es vor allem um das &ouml;konomische Programm der griechischen Syriza. Galbraith ist Wirtschaftsberater des Syriza-Chefs Alexis Tsipras. In den meisten deutschen Medien wird das Wirtschaftsprogramm von Tspiras als &bdquo;eurofeindlich&ldquo; bezeichnet und in den d&uuml;stersten Farben gemalt. Die NachDenkSeiten wollen kurz vor den griechischen Wahlen ein wenig Licht ins Dunkel bringen und  Ihnen dabei helfen, sich ein eigenes Bild zu machen.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Hier PDF finden Sie das <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150123_Galbraith_EN.pdf\">Interview in der englischen Originalversion als PDF<\/a><\/em><\/p><p><strong>Roger Strassburg: K&ouml;nnen Sie uns ein wenig dar&uuml;ber berichten, was Syrizas Pl&auml;ne sind, wenn sie gew&auml;hlt w&uuml;rden, was ist ihr Programm? Beraten Sie aktuell Herrn Tsipras?<\/strong><\/p><p>James Galbraith: Zun&auml;chst mal m&ouml;chte ich meine Rolle klarstellen. Ich sehe mich als Freund der Bewegung f&uuml;r einen Regierungswechsel in Griechenland, und im speziellen als Freund von Alexis Tsipras. Ich bin seit ein paar Jahren Kollege von Yanis Varoufakis, der jetzt f&uuml;r Syriza f&uuml;r ein Mandat im Parlament in Athen kandidiert. Syriza hat ihn nominiert, im gr&ouml;&szlig;ten Wahlbezirk anzutreten, in dem mehrere Abgeordnete gew&auml;hlt werden. An dem Abend vor der Abstimmung im Parlament, in der nach drei Anl&auml;ufen die Wahl des neuen Pr&auml;sidenten scheiterte und die diese Wahl herbeif&uuml;hrte, habe ich Alexis Tsipras eine pers&ouml;nliche Nachricht zur Ermutigung geschickt, die dann in der griechischen Presse ver&ouml;ffentlicht wurde. In Griechenland kennt man meine Position also.<\/p><p>Was das Programm der Syriza-Bewegung ist? Lassen Sie es mich zusammenfassen, ohne ins Detail der verschiedenen Ma&szlig;nahmen zu gehen, die sie vorschlagen. Ich denke der grunds&auml;tzliche Punkt ist, dass Griechenland sich bestimmten Bedingungen unterworfen hat, um eine kontinuierliche Finanzierung zu bekommen, was auch die Umstrukturierung der Schulden 2012 mit einschlie&szlig;t. Das waren die Memoranden, die offenkundig erfolglos sind als Programme zur wirtschaftlichen Erholung. Und dieser Punkt ist den W&auml;hlern inzwischen v&ouml;llig klar, und deshalb liegt die Partei, die diese Bedingungen abgelehnt hat, jetzt vorne. Der Kern des Syriza-B&uuml;ndnisses ist also, dass die griechische Regierung diesen Bedingungen nicht weiter zustimmen wird.<\/p><p><strong>RS: Und das bedeutet?<\/strong><\/p><p>JG: Lassen Sie mich ein bisschen weiter ausf&uuml;hren, wie man sich das am besten vorstellen kann.<\/p><p>Die oberfl&auml;chliche Darstellung, die man in der Presse liest, ist: finanzielle Unterst&uuml;tzung, aber um sich daf&uuml;r zu qualifizieren, muss man bestimmte Reformen machen, und das Ziel dieser Reformen ist, die Wirtschaft wieder wettbewerbsf&auml;hig zu machen und auf den Wachstumspfad zur&uuml;ckzubringen. Das geht jetzt schon sechs Jahre so, und was f&uuml;r ein Ergebnis sehen wir: Anstelle einer wachsenden Wirtschaft sind Wirtschaft und Gesellschaft bis zum Zerrei&szlig;en angespannt, mit massiver Arbeitslosigkeit und besonders der Auswanderung substantieller Teile der Berufst&auml;tigen, und die Schw&auml;chung zentraler sozialer Institutionen, von Bildung, Gesundheit, &ouml;ffentlichen Diensten und allem anderen so weit, dass sie ein Hindernis f&uuml;r Investments und wirtschaftlichen Erfolg darstellen. Und dann kommt die Verarmung gro&szlig;er Teile der Bev&ouml;lkerung, speziell der &Auml;lteren. Es ist ein Misserfolg auf allen Ebenen. Dann muss man sich fragen: Gab es &uuml;berhaupt ein bona fide Programm zur wirtschaftlichen Erholung? Und ich glaube, dass selbst f&uuml;r die, die f&uuml;r dieses Programm waren, weil sie daran geglaubt haben, dass es Erholung und Wachstum schaffen w&uuml;rde, dieses Ziel nur zweitrangig, wenn nicht drittrangig war. Es ist klar, dass die politischen Ma&szlig;nahmen, die als Konditionen formuliert wurden, ihrem Charakter nach im Grunde nicht die Erholung f&ouml;rdernd, sondern abstrafend waren. Abstrafend gegen das ganze griechische Volk, nach dem unanst&auml;ndigen Prinzip der Sippenhaft f&uuml;r das zugegebene Missmanagement der griechischen Staatsf&uuml;hrung durch die vorherigen Regierungen und die griechischen Politiker.<\/p><p><strong>RS: Sch&auml;uble hat das so gesagt.<\/strong><\/p><p>JG: Ja. Wenn Sie Timothy Geithners Memoiren lesen, finden Sie, dass er sehr erstaunt &uuml;ber diese Einstellung war, die eine moralisierende Gleichg&uuml;ltigkeit gegen&uuml;ber der Zukunft Europas widerspiegelt.<\/p><p><strong>RS: Das ist die Haltung des gr&ouml;&szlig;ten Teils der deutschen Regierung und der Presse.<\/strong><\/p><p>JG: Ja, und sie verbergen diese Haltung auch nicht. Ich bin ganz sicher nicht einer der uneingeschr&auml;nkten Bewunderer von Minister Geithner, aber in dieser Sache hat er eine exakte Wahrnehmung und bewundernswerte Reaktion gezeigt auf jene Art, die Dinge anzuschauen.<\/p><p><strong>RS: Europa hat ihn abblitzen lassen.<\/strong><\/p><p>JG: Ja, sicher. So haben wir also einen unabweisbaren Beleg, dass es mehr eine Bestrafungs- als eine Erholungsstrategie war. Ich glaube nicht, dass jemand anders argumentieren kann. Eine Bestrafungsstrategie, die zum Teil da war, um die Interessen der Gl&auml;ubiger zu bedienen, die Verm&ouml;genswerte zu Spottpreisen kaufen wollten. Das ist im Grunde die Haltung eines Geldeintreibers. Und zum Teil wegen der deutschen Innenpolitik zu der Zeit, in der eine moralisierende Art in dem Moment besser ankam als es eine gro&szlig;z&uuml;gigere getan h&auml;tte.<\/p><p><strong>RS: Ich glaube, das hat sich nicht wirklich ge&auml;ndert.<\/strong><\/p><p>JG: Vielleicht nicht, aber es ist eine der Erw&auml;gungen, die vorrangig mit in die Umsetzung dieser Politik eingeflossen sind.<\/p><p><strong>RS: Das k&ouml;nnen sie jetzt nat&uuml;rlich nicht mehr &auml;ndern, weil sie der &Ouml;ffentlichkeit &hellip;<\/strong><\/p><p>JG: Wenden wir uns der Frage zu, ob sich die Dinge &auml;ndern k&ouml;nnen ein bisschen sp&auml;ter. Man verhandelt immer mit Leuten, mit denen man nicht &uuml;bereinstimmt. Wenn man &uuml;bereinstimmt, braucht man nicht zu verhandeln. Lassen Sie uns das als den Startpunkt unseres Gespr&auml;chs nehmen. In dem Fall, wenn Sie das anerkennen, dass wir nicht l&auml;nger das Spiel spielen, dass die amtierende Regierung im Moment spielt, n&auml;mlich vorzugeben, dass die Ma&szlig;nahmen, die man unterschreibt, Wachstums-, Erholungs- und Reformma&szlig;nahmen seien, wo man doch wei&szlig;, dass es schlicht die Bedingungen der Finanzpolitik des &bdquo;verl&auml;ngern und heucheln&ldquo; sind, die schon seit langer Zeit gelten.<\/p><p>Unter dieser Voraussetzung, was w&auml;re der Druck, auf die griechische Regierung ausge&uuml;bt werden w&uuml;rde, wenn die sich entschlie&szlig;t, diese Realit&auml;t anzuerkennen und einen anderen Weg einzuschlagen? Der Druck w&auml;re nicht null, aber er w&auml;re beschr&auml;nkt auf Ma&szlig;nahmen, die unter normalen Umst&auml;nden ziemlich extrem w&auml;ren. Einerseits sollten einige Teile der Schulden einfach ganz normal verl&auml;ngert werden. Da die Schulden jetzt fast komplett  &ndash; alle wichtigen Posten sind in den H&auml;nden &ouml;ffentlicher Stellen &ndash; ist es jetzt eine politische Frage, ob man die Kredite verl&auml;ngern will. In gewissem Sinne h&auml;tten sie die M&ouml;glichkeit, wenn sie es wollten, die Griechen in Zahlungsverzug zu setzen, aber man muss sich fragen, was unter diesen Umst&auml;nden passiert, und ich glaube, es wird nicht viel passieren. Wenn ich Ihnen einen Wechsel schulde und meine F&auml;higkeit, ihn zu bezahlen davon abh&auml;ngt, ob Sie ihn mir verl&auml;ngern, was w&auml;re dann, angenommen, sie w&uuml;rden ihn nicht verl&auml;ngern und ich zahle nicht. Nun, Sie h&auml;tten noch immer den Wechsel, und es laufen noch immer Zinsen auf, und es ist noch immer ein Verm&ouml;genswert. Es ist kein wirtschaftliches Problem zwischen uns, au&szlig;er, dass Sie das Bargeld nicht bekommen haben. Aber die Europ&auml;ische Zentralbank und andere europ&auml;ische Beh&ouml;rden brauchen kein Bargeld. Es ist nicht wie ein Privatkredit. Deswegen ist das ein bisschen eine k&uuml;nstliche Frage.<\/p><p>Der andere Punkt der Einflussnahme ist die Beh&ouml;rde f&uuml;r Notfall-Liquidit&auml;tshilfe (ELA), der Schutzwall des griechischen Bankensystems. Die Notfall-Liquidit&auml;tshilfe zu k&uuml;rzen w&uuml;rde dem griechischen Bankensystem den Hahn zudrehen und damit eine Krise in der Eurozone erzwingen. Wenn die Haltung der Gl&auml;ubiger &bdquo;Friss oder stirb&ldquo; ist, dass man zwar Wahlen abhalten, die Politik aber nicht &auml;ndern kann, nun, dann wird die Last der historischen Verantwortung auf ihnen liegen. Wir werden sehen. Ich sehe aber im Grunde, dass Deutschland, eines der zentralen Gr&uuml;ndungsmitglieder der Europ&auml;ischen Union und Gr&uuml;ndungsmitglied der Eurozone, vern&uuml;nftigerweise nicht so weit gehen wird, die Europ&auml;ische Union und die Eurozone wegen eines Streits &uuml;ber die Bedingtheiten fr&uuml;herer Finanzgesch&auml;fte scheitern zu lassen.<\/p><p><strong>RS: Das h&auml;ngt davon ab, wie die das Risiko einsch&auml;tzen, dass das passieren w&uuml;rde. Ich bin mir nicht sicher, wie die das einsch&auml;tzen.<\/strong><\/p><p>JG: Das ist nat&uuml;rlich die Frage, aber wenn Sie in ein Pokerspiel einsteigen, tun Sie das nicht mit offenen Karten. Die deutsche Regierung m&ouml;chte offensichtlich, dass die potentiell n&auml;chste griechische Regierung beim Poker gleich passt. Ich denke, sie k&ouml;nnen aber vern&uuml;nftigerweise davon ausgehen, dass die neu gew&auml;hlte Regierung das im Gegensatz zu ihren Vorg&auml;ngern nicht tun wird. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass die vorherigen griechischen Regierungen gro&szlig;e interne Fraktionen hatten, die fundamental auf Linie waren mit den Ma&szlig;nahmen des Memorandums und der Troika. George Papandreou war umgeben von neoliberalen Mitreisenden. Und das wird bei der neuen Regierung nicht der Fall sein, vorausgesetzt nat&uuml;rlich, Syriza gewinnt die Wahl. Die europ&auml;ischen Partner k&ouml;nnen also vern&uuml;nftigerweise davon ausgehen, das das Pokerspiel eine Weile andauern wird. Wir werden sehen, ob es irgendwie zu einer vern&uuml;nftigen Vereinbarung kommt. Da sind zwei souver&auml;ne L&auml;nder, die unterschiedliche Sichtweisen haben, und das eine Land hat gute Karten, jetzt einen anderen Weg einzuschlagen, nachdem es sechs Jahre lang guten Glaubens versucht hat, auf dem anderen Weg voranzukommen, obwohl es offenkundig kein gangbarer Weg war.<\/p><p><strong>RS: Ich wei&szlig;, dass Yanis Varoufakis das sehr deutlich so gesagt hat, als wir vor etwas &uuml;ber einem Jahr mit ihm dar&uuml;ber sprachen. Er sagte, er w&uuml;rde einfach nicht zahlen, solange die Konditionen nicht stimmten.<\/strong><\/p><p>JG: Wenn Sie sich das Anwachsen der griechischen Staatsschulden periodengerecht anschauen, wenn Sie es nach den IPSAS, den internationalen Rechnungslegungsstandards f&uuml;r &ouml;ffentliche Verwaltungen, anschauen, dann war die Umstrukturierung 2012 schon fundamental. Das sind Schulden, die sehr langfristig und zu einem sehr niedrigen Zinssatz bestehen, aber das wichtigste ist, dass sie in den H&auml;nden &ouml;ffentlicher Gl&auml;ubiger sind. Das, was in der Hand privater Gl&auml;ubiger ist, kann ohne Schwierigkeiten bezahlt werden, es gibt also kein Risiko eines allgemeinen Debakels auf dem privaten Kreditmarkt. Der Teil in &ouml;ffentlichen H&auml;nden ist eine Buchhaltungssache, was mit den Regeln der Eurozone zu tun hat, dass man die Schulden nicht einfach wertberichtigen kann, denn das w&uuml;rde es zu einfach machen, den Bedingtheiten zu entgehen.<\/p><p>Die Bedingtheiten werden auf jeden Fall im Prinzip totes Recht sein, wenn die neue Regierung ihre Ma&szlig;nahmen einmal eingesetzt hat. Nur ein Beispiel, mit dem ich mich ein bisschen auskenne. Wenn Sie auf die griechischen Inseln fahren, dann hat jede ihr eigenes Elektrizit&auml;tswerk, das liegt in der Natur der Inseln. Sie sind alle Monopolisten. L&auml;sst man es zu, dass ausl&auml;ndische Investoren diese Monopole aufkaufen, um die Schulden zu bedienen, wodurch man die Bewohner jeder dieser kleinen Inseln einem winzig kleinen Strom-Monopolisten ausliefert? Das ist aus &ouml;ffentlich-politischer Sicht keine gute Idee. Es hat nichts mit Wirtschaftswachstum zu tun. Es hat etwas zu tun mit der M&ouml;glichkeit dessen, was einem lokalen Vermieter entspricht, der eine unbegrenzt hohe Miete verlangen kann. Das ist so, wie wenn die Stadt Chicago ihre Parkuhren an ein Privatunternehmen verkauft. Das bedeutet, dass es keine Stra&szlig;enfeste mehr gibt, weil man der Firma die entgangenen Parkgeb&uuml;hren erstatten muss. Das ist keine Wachstumsstrategie.<\/p><p><strong>RS: Das ist aber eine typische Vereinbarung, die es in Deutschland auch gegeben hat: Public Private Partnership.<\/strong><\/p><p>JG: Ja, aber es hat materielle Konsequenzen, die nichts mit Wirtschaftswachstum zu tun haben, daf&uuml;r aber mit der Funktionsf&auml;higkeit des &ouml;ffentlichen Lebens.<\/p><p>Und wir reden auch &uuml;ber Fragen von Regulierungen, die den Arbeitsmarkt betreffen. Da k&ouml;nnte es Verhandlungsspielraum geben. Im griechischen Gesetz gibt es zum Beispiel eine Regelung aus der Amtszeit von Andreas Papandreou, die den Anteil der Arbeitnehmerschaft, den man jederzeit entlassen kann, limitiert. Diese Regelung wird nur schwer aufrecht zu erhalten sein, wenn ein gro&szlig;er Teil der Firmen bankrott gehen. Es gibt also etwas Verhandlungsspielraum &uuml;ber Arbeitsmarktregeln. Wenn man die Dinge durchgeht, kann man sich fragen, ob die Regelungen irgendeinen substantiellen Wert haben, und wenn nicht, welche Regelung w&auml;re besser?<\/p><p>Teile des Syriza-Programms wollen etwas von dem Druck von dem am meisten verwundbaren Teil der griechischen Bev&ouml;lkerung nehmen, den Leuten, die keinen Zugang zur Stromversorgung haben, Leuten, die Lebensmittel in den Schulen brauchen. In Griechenland sind heute bedeutende Anteile der Bev&ouml;lkerung in ernster Notlage. Das anzugehen ist Teil des Programms. Es w&auml;re sch&ouml;n f&uuml;r Griechenland, finanziellen Spielraum zu haben, um &Auml;nderungen umzusetzen, aber es wird signifikante &Auml;nderungen geben, selbst wenn es effektiv keinen oder nur wenig neuen finanziellen Spielraum geben wird. Griechenland hat sein Handelsdefizit bereits reduziert, es erzielt tats&auml;chlich bereits einen prim&auml;ren &Uuml;berschuss.<\/p><p><strong>RS: Die Handelsdefizite sind wegen geringerer Importe gesunken, oder?<\/strong><\/p><p>JG: Ja, das liegt in erster Linie an verringerten Importen. Der Punkt ist dabei, dass es beim aktuellen Aktivit&auml;tsniveau keinen unmittelbaren Bedarf f&uuml;r finanziellen Ressourcen gibt, nur um einfach weiterzumachen. Und dementsprechend wird eine Einflussnahme auf einen Politikwechsel in dieser Hinsicht nicht entscheidend sein.<\/p><p>So sieht die Szenerie im wesentlichen aus. Dann ist da die Frage, was die Europ&auml;ische Union tun k&ouml;nnte, wenn sie wirklich motiviert und guten Willens w&auml;re, nicht nur einem Partnerstaat im speziellen zu helfen, sondern grundlegender, von einer Politik des Schuldeneintreibens und Bestrafens zu einer Politik der Stabilisierung und Expansion &uuml;berzugehen. Das k&auml;me, denke ich, auch auf die Tagesordnung.<\/p><p>Dann kommen wir zum &bdquo;Modest Proposal&ldquo;. Der &bdquo;Modest Proposal&ldquo; ist ein Vorschlag f&uuml;r die gesamte Eurozone, w&uuml;rde aber sicher auch auf den griechischen Fall Anwendung finden. Der Charakter des Vorschlags hat sich seit der Ver&ouml;ffentlichung der letzten Version des &bdquo;Modest Proposal&ldquo; dank Herrn Draghi und seiner Schritte zum Quantitative Easing etwas weiterentwickelt. Ein vern&uuml;nftiger Schritt nach vorn, f&uuml;r den es einiges Interesse in anderen europ&auml;ischen Regierungen gibt, w&auml;re es, wenn die Europ&auml;ische Investment Bank (EIB) ein gr&ouml;&szlig;eres Investitionsprogramm auflegte und wenn die EZB den Preis der EIB Anleihen garantieren w&uuml;rde. Man sieht, dass sich die Meinung in Europa sehr in Richtung eines Investitionsprogramms bewegt hat, und das von Juncker propagierte Volumen von 315 Milliarden Euro beweist, dass es sich um einen legitime, ja wichtigen Bedarf handelt. Aber Junckers Vorschlag ist keine wirksame Ma&szlig;nahme.<\/p><p><strong>RS: Ist das wieder ein Zuschuss-Problem?<\/strong><\/p><p>JG: Es ist ein Problem des Hebels. Im Falle des Juncker-Programms ist es nur eine kleine Summe &ouml;ffentliches Geld, und der Gedanke ist, dass das ein Anreiz ist f&uuml;r eine gro&szlig;e Summe privater Investitionen. Es ist wirklich nicht besonders plausibel, aber nehmen wir die Tatsache, dass er den Bedarf f&uuml;r ein Programm erkannt hat, und auch wenigstens einen kleinen Teil des Ma&szlig;stabs, der in Wirklichkeit erforderlich ist. Deswegen wurden gro&szlig; scheinende Zahlen auf den Tisch gelegt. Das sind Schritte in die richtige Richtung. Jetzt k&ouml;nnen wir dar&uuml;ber feilschen, was getan werden muss, um das zum Laufen zu bringen. Es ist ein bisschen wie George Bernard Shaw und Lady Astor. Die Geschichte kennen Sie, nicht wahr?<\/p><p><strong>RS: Nein, kenne ich nicht.<\/strong><\/p><p>JG: Das ist eine der alten Geschichten. Shaw wandte sich bei einer Dinner Party zu Lady Astor und sagte: &bdquo;Madame, w&uuml;rden Sie f&uuml;r eine Million Pfund mit mir ins Bett gehen?&ldquo;, und sie antwortete: &bdquo;Dar&uuml;ber lie&szlig;e sich reden.&ldquo; Dann sagte er: &bdquo;Und f&uuml;r zehn Pfund&ldquo;, worauf sie: &bdquo;Was glauben Sie, was ich bin?&ldquo; Darauf er wieder: &bdquo;Nun, das hatten wir ja bereits gekl&auml;rt, wir feilschen nur noch &uuml;ber den Preis.&ldquo; Nachdem wir also festgestellt haben, dass wir ein Investitionsprogramm brauchen, k&ouml;nnen wir uns jetzt dar&uuml;ber unterhalten, wie wir es erreichen.<\/p><p>Die andere Sache, bei der es extrem n&uuml;tzlich w&auml;re, wenn die Europ&auml;ische Union schnell handeln w&uuml;rde, w&auml;ren Ma&szlig;nahmen zur Einkommensstabilisierung und humanit&auml;re Hilfen f&uuml;r gef&auml;hrdete B&uuml;rger.<\/p><p><strong>RS: Transferprogramme.<\/strong><\/p><p>JG: Ich w&uuml;rde sie nicht Transferprogramme nennen. Ich w&uuml;rde sie soziale Sicherungsprogramme nennen. Transfer beinhaltet, dass jemand reiches f&uuml;r jemand armes zahlt. Aber wenn man eine Ressource, die im Moment stillliegt, wieder in Betrieb nimmt, ist das nicht dasselbe. Man stabilisiert die soziale und wirtschaftliche Situation im Empf&auml;ngerland ohne echte Kosten f&uuml;r den Rest der europ&auml;ischen Wirtschaft.<\/p><p><strong>RS: Sie setzen die Versicherungsprogramme wieder ein.<\/strong><\/p><p>JG: Ja, genau. Und zwar auf einer nachhaltigen Basis. Die Arbeitslosenversicherung wird als potentielle europaweite Initiative diskutiert, aber man k&ouml;nnte genauso gut &uuml;ber Ern&auml;hrungsunterst&uuml;tzung reden. Ich habe mit den Jahren einige andere Dinge vorgeschlagen, aber diese beiden w&auml;ren sofort durchf&uuml;hrbar, und die Diskussion, wie die finanziert werden, ist im &bdquo;Modest Proposal&ldquo; zu finden.<\/p><p>Ich denke also, womit wir rechnen k&ouml;nnen, und ich spreche hier in keiner Weise f&uuml;r Syriza, das m&ouml;chte ich klarstellen, aber ich denke, dass wir mit einer konstruktiven Verhandlungsposition rechnen k&ouml;nnen, die die neue griechische Regierung ausarbeiten wird. Eine konstruktive und realistische, eine, die auf Prinzipien basiert, die auf jeder Stufe des Baus des europ&auml;ischen Hauses angewandt wurden.<\/p><p>Die Europ&auml;ische Union und die deutsche Wiedervereinigung sind beide mit den Prinzipien sozialer Solidarit&auml;t und gemeinsamen Fortschritts zustande gekommen; zuerst die Bundesrepublik, dann die deutsche Wiedervereinigung und die Europ&auml;ische Union sind alle in der Sprache der Prinzipien der Einbindung, Solidarit&auml;t und gegenseitigen Unterst&uuml;tzung erbaut worden.<\/p><p><strong>RS: Die Wiedervereinigung betraf nur Deutschland.<\/strong><\/p><p>JG: Ja, nur Deutschland. Aber es ist in Ordnung, es ist ein Prinzip, das in Deutschland zum Ausdruck gekommen ist, das man in der politischen Gemeinde in Deutschland versteht, und es ist, denke ich, das Prinzip, von dem der Fortschritt f&uuml;r Europa, und damit die Stabilit&auml;t Europas abh&auml;ngt.<\/p><p><strong>RS: Das w&uuml;rde eine Menge &Uuml;berzeugungsarbeit kosten. Die Wiedervereinigung war das eine &hellip;<\/strong><\/p><p>JG: Wir wollen kein Referendum, keine Volksabstimmung in der deutschen Bev&ouml;lkerung. Das muss zwischen den Regierungen beschlossen werden. Wir m&uuml;ssen die Leute nicht von den Prinzipien &uuml;berzeugen, man braucht einfach nur ein Abkommen &uuml;ber einen akzeptablen Weg, weiterzumachen.<\/p><p><strong>RS: Das ist in Deutschland nicht so einfach &ndash; genauso wie &uuml;berall anders auch, &uuml;brigens.<\/strong><\/p><p>JG: Niemand sagt, es sei ein Kinderspiel. Wenn ich jetzt hier, wie immer schon, f&uuml;r mich spreche, dann habe ich immer als Grundregel angenommen, dass man mit Leuten verhandelt, mit denen man nicht &uuml;bereinstimmt, und man verhandelt in Treu und Glauben. Das ist eine Pflicht f&uuml;r beide Seiten, in Treu und Glauben zu verhandeln, sonst macht die Verhandlung keinen Sinn. Und ich w&uuml;rde als Verhandlungspartner eine politische Autorit&auml;t w&auml;hlen, die auch echte Autorit&auml;t hat. Die deutsche Regierungschefin hat als Person diese Position, ich w&uuml;rde sagen die erfolgreichste und politisch dominierende Pers&ouml;nlichkeit im modernen Europa. Wenn man verhandelt, dann verhandelt man mit der h&ouml;chsten Amtsperson. Das macht es wahrscheinlicher, ein g&uuml;nstiges Ergebnis zu erzielen, als wenn man mit jemandem verhandelt, der in einer sehr schwachen internen Position ist und nicht in der Lage, &Auml;nderungen durchzusetzen.<\/p><p><strong>RS: Eine Frage, die seit einiger Zeit immer wieder auftaucht, ist, ob es so etwas wie die Vereinigten Staaten von Europa geben w&uuml;rde, aber dazu wird es nicht kommen.<\/strong><\/p><p>JG: Das ist sicher nicht Teil des Syriza-Programms. Das Syriza-Programm ist ein pro-europ&auml;isches Programm. Das ist es, und ich glaube Europa und die Europ&auml;er &ndash; Leute die sich dem europ&auml;ischen Projekt verpflichtet f&uuml;hlen &ndash; k&ouml;nnen es f&uuml;r einen gro&szlig;en Gl&uuml;cksfall ansehen, dass in Griechenland und in der Folge, zum Teil folgerichtig, zum Teil nachfolgend, in Spanien und auch in der aktuellen italienischen Regierung eine Anzahl pro-europ&auml;ischer Parteien aufgekommen sind, deren Ziel &Auml;nderungen, konstruktive &Auml;nderungen sind, die das europ&auml;ische Projekt &uuml;berlebensf&auml;hig machen. Das k&ouml;nnte in vielerlei Hinsicht die letzte Chance sein. Wenn diese Bewegungen keinen Erfolg haben, dann bleibt in Italien das &bdquo;Movimiento 5 Sterne&ldquo;, und in Griechenland vermutlich die &bdquo;goldene Morgenr&ouml;te&ldquo;. Na, viel Gl&uuml;ck, wenn wir von dort, wo wir jetzt stehen, dazu &uuml;bergehen. Ich sage nicht, dass das &bdquo;Movimiento 5 Stelle&ldquo; und die &bdquo;goldene Morgenr&ouml;te&ldquo; sich entsprechen, das tun sie nicht, aber sie sind anti-europ&auml;isch.<\/p><p><strong>RS: Ein bisschen wie die AfD in Deutschland.<\/strong><\/p><p>JG: Das w&uuml;rde ich nicht mal sagen. Ich denke, dass die drei wirklich ziemlich unterschiedlich sind, aber man wird sich hin zu einer viel unangenehmeren, viel b&ouml;sartigeren und vom Charakter anti-europ&auml;ischeren Politik bewegen anstelle einer konstruktiven und pro-europ&auml;isch gepr&auml;gten.<\/p><p><strong>RS: Im Vereinigten K&ouml;nigreich gibt es diesen Trend auch.<\/strong><\/p><p>JG: Nat&uuml;rlich. Das im Hinterkopf, haben wir hier &ndash; jedenfalls im Prinzip &ndash; die Chance, ein Fenster einer, sagen wir, konstruktiven Hoffnung f&uuml;r die europ&auml;ische Sache zu schaffen.<\/p><p><strong>RS: Glauben Sie, dass Syriza eine Siegeschance hat? Bem&uuml;hen Sie bitte Ihre prophetischen Kr&auml;fte &hellip;<\/strong><\/p><p>JG: Man braucht nicht zu hoffen, um weiterzumachen. Das sei das Motto Wilhelms von Oranien gewesen, habe ich vor einigen Jahren von meinem Freund Bill Black gelernt. Daran halte ich mich. Verfolgen wir die Linie, solange es noch Aussicht auf Erfolg gibt.<\/p><p><strong>RS: Sie haben die besten Chancen seit &ndash; die es jemals gab.<\/strong><\/p><p>JG: Ja. Als Demokrat mit kleinem &bdquo;d&ldquo; finde ich die Situation in Griechenland ziemlich inspirierend, denn hier gibt es etwas, das in den letzten Jahren in allen L&auml;ndern sehr rar geworden ist, n&auml;mlich eine Wahl, bei der die Bev&ouml;lkerung eine Wahl trifft, die einen Unterschied machen kann. Das Wahlergebnis ist nicht eine Frage einer kleinen Verschiebung innerhalb bestehender politischer Klassen oder die Evolution eines zuvor bereits existierenden Parteisystems, wie es in Italien war. Es gibt eine eindeutige Wahl, und die W&auml;hler werden sie treffen. Darum sollte es in einer Demokratie doch gehen. Oft genug ist es bestenfalls eine sehr verschwommene Version davon.<\/p><p><strong>RS: Es scheint im Moment, dass Syriza nicht ohne einen Koalitionspartner regieren k&ouml;nne.<\/strong><\/p><p>JG: Ja, da stimme ich mit Ihnen &uuml;berein. Wenn man sich nur die Wahlarithmetik anschaut, sch&auml;tze ich, dass sie ungef&auml;hr bis zu zwanzig Sitze brauchen.<\/p><p><strong>RS: Den Bonus von f&uuml;nfzig bereits eingerechnet.<\/strong><\/p><p>JG: Ja. Sie werden eine Basis von achtzig Sitzen haben, dann den Bonus von f&uuml;nfzig, und brauchen dann dann noch bis zu zwanzig weitere, das h&auml;ngt davon ab, wie hoch der Sieg ausf&auml;llt. Und was dann tats&auml;chlich passiert, h&auml;ngt davon ab, was mit der Vertretung der kleineren Mitspieler im griechischen System passiert angesichts der 3%-H&uuml;rde f&uuml;r den Einzug ins Parlament. Man wei&szlig; also nicht, welche der verschiedenen anderen Player in welcher St&auml;rke repr&auml;sentiert sein werden. Das ist alles im Fluss, wir werden sehen.<\/p><p><strong>RS: Es bleibt interessant.<\/strong><\/p><p>JG: Oh ja, es bleibt interessant, aber es braucht die Duldung von sagen wir zwanzig Mitgliedern, aber wenn es die nicht gibt, wird wieder neu gew&auml;hlt. Und das typische Muster einer zweiten Wahl ist, dass es die erste best&auml;tigt, und die W&auml;hler k&ouml;nnen entweder vorw&auml;rts gehen oder zur&uuml;ck. Im allgemeinen ist es wahrscheinlich, dass es im zweiten Fall dann einen Zusammenschluss von Leuten gibt, die sagen, Schluss mit dem Unsinn, und sich auf die Seite von Syriza schlagen.<\/p><p><strong>RS: Die Leute werden den w&auml;hlen, dessen Sieg sie f&uuml;r wahrscheinlicher halten.<\/strong><\/p><p>JG: Ja, genau. Au&szlig;erdem ist es so, dass wenn nach einer Wahl das Ergebnis so ist, dass die Partei, die noch vor ein paar Jahren auf einem sehr niedrigen Stand war, jetzt in den hohen Zwanzigern gelandet und zur st&auml;rksten politischen Kraft im Land geworden ist, dann &auml;ndert sich die &ouml;ffentliche Wahrnehmung der Partei und von deren F&uuml;hrern. Noch vor wenigen Jahren wollte niemand mit Alexis Tsipras reden. Er wurde als eine Art gef&auml;hrliche Figur angesehen, die man au&szlig;en vor lassen sollte. Dann wurde er offizieller griechischer Oppositionsf&uuml;hrer, wodurch er zumindest in der lokalen Szene eine gewisse Pr&auml;senz bekam. Und dann bei der Wahl zum Europaparlament wurde er st&auml;rkste Partei, was Mutma&szlig;ungen ausl&ouml;ste, dass er, dass Syriza die Wahl gewinnen w&uuml;rde. Und dann kam die Frage, ob es eine Wahl geben w&uuml;rde, und dann wurde klar, dass die Regierung nicht die 180 Stimmen zusammenbringen w&uuml;rde, um einen Pr&auml;sidentschaftskandidaten zu w&auml;hlen, und da sind wir jetzt. Das ist ein sich steigernder, fortlaufender Prozess.<\/p><p><strong>RS: Sie scheinen jetzt &uuml;berlebensf&auml;hig zu sein.<\/strong><\/p><p>JG: Sie sind, als politische Kraft in Griechenland, &uuml;berlebensf&auml;hig.<\/p><p><strong>RS: Wie behandelt ihn die Presse? Behandeln sie ihn fair?<\/strong><\/p><p>JG: Das sind Pr&uuml;fungen. Ich nehme den Kr&auml;ften des Status Quo ihre Kriegslist nicht &uuml;bel. Ich glaube, in der Politik gibt es so etwas wie Auss&auml;tzige. Es ist nicht unversch&auml;mt, Unterschiede zwischen dem Mainstream und den R&auml;ndern herauszustellen und es schwierig zu machen, die H&uuml;rde zu &uuml;berwinden, um eine politische Kraft des Mainstream zu werden. Das hei&szlig;t, wenn man eine Bewegung hat, die das schafft, dann muss man das ernst nehmen. Es ist kein au&szlig;ergew&ouml;hnliches Ph&auml;nomen, es ist aber auch nicht so leicht zu erreichen. Es ist ein Prozess von Jahren. Und das haben wir in Griechenland beobachten k&ouml;nnen: Etwas, das mal ein kleiner regimekritischer Player war in einem Land, das von Nea Dimokratia und PASOK dominiert wurde, zwei sehr lang etablierten politischen Parteien mit hohen dynastischen Traditionen, die bis zum Ende des B&uuml;rgerkriegs zur&uuml;ckreichen, und im besonderen zum Ende der Milit&auml;rjunta 1974. Und diese politische Rangordnung ist zusammengebrochen, erst PASOK, und jetzt sieht man den relativen Niedergang der Nea Dimokratia. Jetzt ist also etwas neues aufgekommen.<\/p><p><strong>RS: Ist PASOK inzwischen nicht so klein, dass sie es vielleicht gar nicht ins Parlament schaffen?<\/strong><\/p><p>JG: Was da in der PASOK passiert ist, ist dass George Papandreou ausgetreten ist und seine eigene Mannschaft aufgestellt hat, und wir werden jetzt sehen, was da passiert. Ich bin nicht nah genug dran, um es beurteilen zu k&ouml;nnen, aber es k&ouml;nnte der eine oder der andere werden, Venizelos oder Papandreou. Oder die anderen beiden M&ouml;glichkeiten, dass es beide schaffen oder keiner. Wir werden sehen.<\/p><p><strong>RS: Tsipras scheint charismatisch zu sein.<\/strong><\/p><p>JG: Ich habe ihn ein paar Mal aus der N&auml;he beobachten k&ouml;nnen in wichtigen Momenten, als die Augen des Landes auf ihn gerichtet waren. Ich habe mit ihm ein paar Mal gesprochen, er war vor ein paar Jahren in Austin auf einer Konferenz, und ich empfinde seine Erscheinung im Privaten als bed&auml;chtig und in der &Ouml;ffentlichkeit als ziemlich beeindruckend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Mitarbeiter <strong>Roger Strassburg<\/strong> hatte letzte Woche die Gelegenheit, den amerikanischen &Ouml;konomen <strong>James Galbraith <\/strong>in Paris zu interviewen. Im Interview, das seit heute auch in deutscher &Uuml;bersetzung vorliegt (danke an <strong>Carsten Weikamp<\/strong>), geht es vor allem um das &ouml;konomische Programm der griechischen Syriza. Galbraith ist Wirtschaftsberater des Syriza-Chefs Alexis Tsipras. In den meisten deutschen Medien<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24704\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[173,209,190,30],"tags":[423,475,499,299,325,1224,1230],"class_list":["post-24704","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-griechenland","category-interviews","category-wahlen","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-austeritaetspolitik","tag-galbraith-james","tag-handelsbilanz","tag-konjunkturprogramme","tag-staatsschulden","tag-syriza","tag-tsipras-alexis"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24704"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24704\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":122040,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24704\/revisions\/122040"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}