{"id":2476,"date":"2007-07-11T09:11:21","date_gmt":"2007-07-11T07:11:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2476"},"modified":"2007-07-11T09:11:21","modified_gmt":"2007-07-11T07:11:21","slug":"hinweise-des-tages-433","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2476","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>DGB besorgt &uuml;ber Warnstreik-Verbot<\/strong><br>\nArbeitsrechtler halten einstweilige Verf&uuml;gung gegen Arbeitsk&auml;mpfe f&uuml;r bedenklich. Der DGB bef&uuml;rchtet, dass im Zusammenhang mit dem Erlass einstweiliger Verf&uuml;gungen gegen den Warnstreik der in der GDL organisierten Bahn-Mitarbeiter bisherige Regelungen im Streikrecht zu Ungunsten der Arbeitnehmer-Organisationen ins Wanken geraten k&ouml;nnten. Arbeitgeber k&ouml;nnten &ndash; wie nun in der Bahn-Tarifauseinandersetzung gezeigt &ndash; angeregt werden, drohende Arbeitsk&auml;mpfe in Unternehmen oder Branchen mit juristischen Mittel auszuhebeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/wirtschaft\/668852.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Tarifl&ouml;hne und -geh&auml;lter im Aufwind &ndash; aber auch heftige Konflikte um Tarifsteigerungen und Tarifniveaus<\/strong><br>\nDie bislang im Jahr 2007 abgeschlossenen Tarifvertr&auml;ge bringen den Besch&auml;ftigten in diesem Jahr im Durchschnitt Einkommenserh&ouml;hungen von 3,7 Prozent. Rechnet man die Tarifabschl&uuml;sse mit ihren unterschiedlichen Laufzeiten auf das Jahr um und ber&uuml;cksichtigt auch die Branchen mit l&auml;nger laufenden Abschl&uuml;ssen aus dem Vorjahr, dann ergibt sich eine vorl&auml;ufige jahresbezogene Tarifsteigerung f&uuml;r 2007 von 2,3 Prozent (2006: 1,5 Prozent). Der Konflikt bei der Deutschen Telekom AG belege, dass in manchen Bereichen auch in Zeiten des Aufschwungs bestehende Tarifstandards unter starken Druck geraten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/547_87386.html\">WSI-Tarifarchiv<\/a><\/li>\n<li><strong>Der harte Kern und der flexible Rand<\/strong><br>\nTrotz Aufschwungs: Die Belegschaften wachsen vor allem am Rand. Lesen Sie hier, warum es zu diesem Trend kam und wie er sich entwickeln wird. Die deutsche Wirtschaft boomt. Selbst die Glanzzeiten Anfang des Jahrtausends werden mittlerweile &uuml;bertroffen. Die Konsequenz: Die Unternehmen stellen wieder ein. Soweit stimmt noch alles. Durfte man jedoch bei vergangenen konjunkturellen Aufschwungphasen davon ausgehen, dass &uuml;berwiegend unbefristete Vollzeitstellen entstanden, zeichnet sich jetzt ein neuer Trend ab: Die Unternehmen in Deutschland setzen immer mehr auf kleine, feste Kernbelegschaften und leisten sich um diesen Kern einen flexiblen Rand.<br>\nDenn das Bed&uuml;rfnis nach Flexibilit&auml;t ist gr&ouml;&szlig;er denn je. Sei es durch befristete Vertr&auml;ge, Mini-Jobs, Teilzeit oder Leiharbeit &ndash; all diese Erwerbsformen scheinen den Unternehmen in Zeiten von Globalisierung, sich rasant entwickelnden Technologien und zunehmendem Wettbewerb allemal lieber als das herk&ouml;mmliche Normalarbeitsverh&auml;ltnis.<br>\nGesetzgeber beg&uuml;nstigt den Wandel: F&uuml;r Ulrich Walwei, kommissarischer Direktor des IAB, liegt in den gesetzlichen Neuregelungen auch ein Grund f&uuml;r die Zunahme atypischer Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse. &bdquo;Die Erosion des Normal-arbeitsverh&auml;ltnisses wurde durch die Gesetzgebung beg&uuml;nstigt&ldquo;, so Walwei. Die unbefristete Vollzeitstelle sei weiter stark reglementiert, w&auml;hrend die Beschr&auml;nkungen gerade f&uuml;r die Zeitarbeit kontinuierlich abgebaut wurden. 1972, bei Inkrafttreten des Arbeitnehmer&uuml;berlassungsgesetzes, das die Grundlage f&uuml;r die Zeitarbeit bildet, war die maximale Verleihdauer eines Mitarbeiters noch auf drei Monate beschr&auml;nkt. Nachdem dann in den folgenden Jahren die Dauer nach und nach verl&auml;ngert wurde, erm&ouml;glichte der damalige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement 2004 den unbeschr&auml;nkten Einsatz von Leiharbeitnehmern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.personal-magazin.de\/SID103.eI1mkUaTV5M\/editionContent?topicItem=Schwerpunktthema\">personalmagazin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Im weiteren Text des Artikels wird auf den niedrigen K&uuml;ndigungsschutz in D&auml;nemark verwiesen. Dabei wird unterschlagen, dass Arbeitslose in D&auml;nemark bis zu vier Jahren Anspruch auf Arbeitslosengeld bei bis zu 85 Prozent ihrer Bez&uuml;ge haben und eine wesentlich bessere Vermittlungschance haben. Und Bundesarbeitsminister a.D. Clement, der den unbeschr&auml;nkten Einsatz von Leiharbeitnehmern erm&ouml;glichte, wurde nach der 2005er Bundestagswahl Vorsitzender des neuen &sbquo;&sbquo;Adecco Institute&rsquo;&rsquo; zur Erforschung der Arbeit. Verbreitet das nicht den Duft der Interessenverflechtung?<\/em><br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-3D0AB75D-A54DF85C\/hbs\/hs.xsl\/320_84474.html\">B&ouml;eckler<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1779\">NachDenkSeiten<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Gerhart Baum: &ldquo;Terror-Angst vergiftet unser Denken&rdquo;<\/strong><br>\nOnline-Durchsuchung? Finaler Todesschuss im Anti-Terror-Kampf? Im stern.de-Interview bezichtigt Ex-Innenminister Gerhart Baum seinen Nachfolger Wolfgang Sch&auml;uble, an den Grundfesten der Verfassung zu r&uuml;tteln. Gleichzeitig r&uuml;gt der FDP-Mann die Strategie von Parteichef Guido Westerwelle.<br>\nWas sind Sch&auml;ubles Motive: &bdquo;Einmal das Motiv, f&uuml;r den Fall, dass etwas passiert, auf der sicheren Seite zu sein. Das ist nat&uuml;rlich eine sehr bequeme Strategie. Er mogelt sich damit aus dem Spannungsverh&auml;ltnis zwischen Freiheit und Sicherheit hinaus. Wenn er ehrlich w&auml;re, w&uuml;rde er sagen: Wir m&uuml;ssen mit einem Risiko leben, das ich vermindern, aber nicht beseitigen kann. Er beschuldigt seine Kritiker der Hysterie und erzeugt zugleich eine hysterische Anti-Terror-Angst im Lande, um den Weg f&uuml;r seine Vorschl&auml;ge frei zu r&auml;umen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/:Gerhart-Baum-Terror-Angst-Denken\/592798.html\">stern.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Wenn es um den Abbau des Sozialstaats und von Arbeitnehmerrechten geht, reden der Bundespr&auml;sident, die CDU\/CSU mit gro&szlig;em Pathos von Freiheit, Westerwelle nennt sich gar die &bdquo;Freiheitsstatue&ldquo;. Bei der Einschr&auml;nkung der B&uuml;rgerrechte f&uuml;r die Sicherheit spielt die Freiheit pl&ouml;tzlich keine Rolle mehr. Der Freiheitsbegriff ist eben einer der am meisten missbrauchten Begriffe. Man sollte immer fragen, Freiheit f&uuml;r wen und wozu.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&Auml;rzte bieten immer mehr Leistungen privat an<\/strong><br>\nKassenpatienten werden in Arztpraxen immer &ouml;fter Zusatzleistungen angeboten, die nicht von den Krankenkassen bezahlt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Dienstag vorgestellte neue Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (Wido). Im vergangenen Jahr habe ein Viertel der gesetzlich Versicherten, hochgerechnet w&auml;ren das 18 Millionen Patienten, ein solches Angebot erhalten. Hochgerechnet h&auml;tten die &Auml;rzte mit Igel-Angeboten im vergangenen Jahr einen &bdquo;Umsatz von rund einer Milliarde Euro&ldquo; erwirtschaftet. Weil die &auml;rztlichen Honorare budgetiert sind, weichen offenbar immer mehr &Auml;rzte auf privat zu zahlende Zusatzangebote aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub6B15D93102534C72B5CF6E7956148562\/Doc~E06F79191E0CF45CFAA34FA0FA2D69181~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ NET<\/a><\/li>\n<li><strong>Merkel fordert Aufkl&auml;rung der Pannenserie<\/strong><br>\nDie Kanzlerin macht ihrem &Auml;rger &uuml;ber die Unregelm&auml;&szlig;igkeiten im Atomkraftwerk Kr&uuml;mmel Luft. Trotzdem hat sie Bedenken wegen des Atomausstiegs.<br>\nIn deutschen Atomkraftwerken hat es einem Zeitungsbericht zufolge in den Jahren 2000 bis 2006 insgesamt 944 St&ouml;rf&auml;lle gegeben. Seit 1993 seien 1945 meldepflichtige St&ouml;rf&auml;lle festgehalten worden, berichtet die in Essen erscheinende &ldquo;Westdeutsche Allgemeine Zeitung&rdquo; (WAZ) in unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes f&uuml;r Strahlenschutz (BfS). Besonders auff&auml;llig sei die hohe Zahl an St&ouml;rf&auml;llen bei &auml;lteren Kernkraftwerken, Spitzenreiter ist den Angaben zufolge Brunsb&uuml;ttel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/article1014862\/Fast_tausend_Stoerfaelle_in_sechs_Jahren.html%20\">WELT ONLINE<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ein bemerkenswert kritischer Artikel in der kernenergiefreundlichen Welt.<br>\nDennoch sagt Frau Merkel: &bdquo;Ich bin der Meinung, dass bei den sicheren Kernkraftwerken die Laufzeitbeschr&auml;nkung ein Problem ist.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Frankfurter Schul-PPP: Schwarz-gr&uuml;n setzt PPP durch<\/strong><br>\nDie schwarz-gr&uuml;ne Koalition hat mit ihrer Mehrheit das umstrittene PPP-Projekt zur Sanierung von vier Frankfurter Schulen beschlossen. SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling und andere Vertreter der Opposition erkl&auml;rten gestern im Haupt- und Finanzausschuss, eine verantwortliche Entscheidung sei angesichts der &auml;u&szlig;erst kurzfristig vorgelegten, dazu noch widerspr&uuml;chlichen Unterlagen nicht m&ouml;glich.<br>\nDie Z&uuml;blin AG (Konkurrent von Hochtief bei dem Projekt) verzichtet auf eine Klage gegen das Vergabeverfahren beim PPP-Projekt zur Sanierung von vier Frankfurter Schulen. Das Unternehmen erh&auml;lt von der Stadt eine Ausgleichszahlung f&uuml;r die Projektkosten. K&auml;mmerer Uwe Becker (CDU) sprach von einer Regelung &bdquo;in gro&szlig;em Einvernehmen&ldquo;. Damit ist sicher, dass mit Ferienbeginn die Schulsanierungen beginnen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rhein-main.net\/sixcms\/list.php?page=fnp2_news_article&amp;id=3837422\">Frankfurter Neue Presse<\/a><\/li>\n<li><strong>Die private Rente ist sicher: Neues von der G&ouml;ttinger Gruppe<\/strong><br>\nOffenbar sind noch weitaus mehr Anleger von den Drahtziehern der G&ouml;ttinger Gruppe um ihre Ersparnisse gebracht worden als bisher bekannt. Die Anleger der G&ouml;ttinger Gruppe hatten alle geglaubt, f&uuml;r eine sichere private Rente zu sparen. Stattdessen stehen sie nun vor einem Scherbenhaufen. Bis zur Insolvenz vor wenigen Wochen sammelte die G&ouml;ttinger Gruppe unerm&uuml;dlich Geld von ihren Anlegern ein. Am Ende angeblich immer noch rund eine Million Euro pro Monat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/plusminus\/beitrag_dyn~uid,q42fjjqyljbnairo~cm.asp\">DasErste.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Patent auf Sonnenblumen geplant<\/strong><br>\nOb Sonnenblume oder Brokkoli &ndash; Konzerne wollen sich normale Pflanzen patentieren lassen. Die Folge w&auml;re: Die Grundlage des zum Backen, Braten oder Frittieren gern genutzte Sonnenblumen&ouml;ls aus dem Supermarkt w&uuml;rde dann einer Firma geh&ouml;ren. Landwirte m&uuml;ssten Linzenzgeb&uuml;hren zahlen. &bdquo;Das Europ&auml;ische Patentamt hat in der Vergangenheit fast alle Grenzen der Patentierbarkeit systematisch ausgehebelt&ldquo;, sagte der Patentexperte von Greenpeace Christoph Then. &bdquo;Es ist ein alarmierendes Signal, dass das Amt, das sich ausschlie&szlig;lich aus Geldern der Industrie finanziert, hier in eigener Sache in Grundsatzfragen entscheidet.&ldquo; Eine andere Instanz sei aber nicht vorgesehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wissenschaft\/article1014759\/Patent_auf_Sonnenblumen_geplant.html\">WELT ONLINE<\/a><\/li>\n<li><strong>Kleine Kredite, gro&szlig;er Mythos<\/strong><br>\nMikrodarlehen an Frauen gelten als Wundermittel der Entwicklungshilfe. Dass aus der guten Idee ein neoliberales Instrument geworden ist, wird geflissentlich &uuml;bersehen<br>\nInzwischen belegen unz&auml;hlige Forschungen eine in etwa dreigeteilte Wirkung: Ein Drittel der Kreditnehmerinnen schafft den Aufstieg, ein Drittel kann die ein oder andere Not lindern, aber krebst in einem st&auml;ndigen Auf und Ab um die Armutsgrenze herum, ein Drittel ger&auml;t in eine neue Verschuldungsspirale und bleibt arm. Je &auml;rmer die Frauen, desto weniger verbessert der Kleinkredit ihre wirtschaftliche Situation. Die Aller&auml;rmsten werden nicht erreicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/index.php?id=archiv&amp;dig=2007\/07\/10\/a0001&amp;type=98\">taz.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Karlsruhe weist Klage gegen Haushalt 2004 zur&uuml;ck, fordert aber eine wirksamere Schuldenbremse in der Verfassung<\/strong><br>\n&bdquo;Das Regelungskonzept des Art. 115 Abs. 1 Satz 2 GG hat sich als<br>\nverfassungsrechtliches Instrument rationaler Steuerung und Begrenzung staatlicher Schuldenpolitik in der Realit&auml;t nicht als wirksam erwiesen. Notwendig ist die Entwicklung von Mechanismen, die f&uuml;r gegebene Verschuldungsspielr&auml;ume den erforderlichen Ausgleich &uuml;ber mehrere Haushaltsjahre sicherstellen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/pressemitteilungen\/bvg07-077.html\">Bundesverfassungsgericht<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Nun urteilt Karlsruhe auch noch &uuml;ber die Wirtschaftspolitik. Zur Einf&uuml;hrung einer &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; verweisen wir auf die Argumentation des Wirtschaftsweisen Bofinger in seinem Minderheitengutachten f&uuml;r den Sachverst&auml;ndigenrat:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Auf der Einnahmenseite der &ouml;ffentlichen Haushalte ist &hellip; eine wesentliche Ursache f&uuml;r die seit dem Jahr 1996 noch weiter steigende Schuldenstandsquote in Deutschland zu sehen. Sie ist vor allem auf die umfangreichen Steuersenkungen seit dem Jahr 1999 zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, die zu einer erheblichen Erosion der Einnahmebasis gef&uuml;hrt haben&hellip;<br>\nDie Entwicklung der Jahre 2006 und 2007 verdeutlicht, dass es auch ohne eine Regelbindung zu einer deutlichen Konsolidierung der &ouml;ffentlichen Haushalte kommen kann, wenn die konjunkturelle Entwicklung wieder dynamisch verl&auml;uft und<br>\nauf Steuersenkungen verzichtet wird, beziehungsweise den &ouml;ffentlichen Haushalten &uuml;ber h&ouml;here Steuern zus&auml;tzliche Mittel zuflie&szlig;en.<br>\nEin erheblicher Teil des Anstiegs der Verschuldung ist durch die deutsche Einheit bedingt und w&auml;re auch bei einer anderen Finanzverfassung kaum vermeidbar gewesen.<br>\nIn den letzten zehn Jahren ist f&uuml;r alle Ebenen der Fiskalpolitik eindeutig zu erkennen, dass die politischen Entscheidungstr&auml;ger entschlossen gewesen waren, einen aktiven Beitrag zur Konsolidierung der Haushalte zu leisten. Dies zeigt sich nicht nur an einer sehr verhaltenen Entwicklung der tats&auml;chlichen Ausgaben, sondern auch daran, dass die geplanten Ausgabenzuw&auml;chse durchg&auml;ngig geringer waren als die prognostizierte Entwicklung der Einnahmen. Es gibt deshalb keine eindeutige Rechtfertigung daf&uuml;r, grunds&auml;tzlich auf fiskalische Handlungsspielr&auml;ume zu verzichten und die Politik den Mechanismen einer starren Regel zu unterwerfen.<br>\nGerade die Entwicklung im Jahr 2007 zeigt, dass sich die Finanzpolitik auch bei den gegebenen diskretion&auml;ren Handlungsm&ouml;glichkeiten aktiv und erfolgreich um eine Konsolidierung der Haushalte bem&uuml;ht.<br>\nWenn die Schuldenschranke (einschlie&szlig;lich der vorgesehenen einschr&auml;nkenden Neudefinition &ouml;ffentlicher Investitionen) bereits im Jahr 2000 eingef&uuml;hrt worden w&auml;re, h&auml;tte dies wegen des sehr engen Spielraums f&uuml;r konjunkturbedingte Defizite ab dem Jahr 2002 eine prozyklische Finanzpolitik erfordert. Die ohnehin sehr schwache konjunkturelle Situation w&auml;re dadurch erheblich belastet worden. Dies h&auml;tte aller Voraussicht nach noch gr&ouml;&szlig;ere Einnahmeausf&auml;lle zur Folge gehabt.<br>\nDie Schuldenschranke beschr&auml;nkt daher ohne Not den konjunkturpolitischen Handlungsspielraum der deutschen Fiskalpolitik, die unter den Verh&auml;ltnissen der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion den einzigen nationalen Aktionsparameter in der makro&ouml;konomischen Politik darstellt.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em><strong>Zugespitzt gesagt:<\/strong> W&uuml;rden die Vorschl&auml;ge des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt, w&uuml;rde im wirtschaftspolitisch neutralen Grundgesetz eine neoliberale Wirtschaftspolitik festgeschrieben. Dem Staat w&uuml;rde seine letztverbliebene aktive konjunkturpolitische Steuerungsm&ouml;glichkeit &ndash; die Fiskalpolitik &ndash; genommen, ihm bliebe unter dem (politischen) Druck des internationalen Steuersenkungswettlaufs fast ausschlie&szlig;lich nur noch eine Sparpolitik zu Lasten des Sozialstaats.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ottmar Schreiner: &ldquo;Lafontaine wird ein &uuml;berproportionales Ergebnis bekommen&rdquo;<\/strong><br>\nDie Gesellschaft spaltet sich immer mehr in Arm und Reich, in diejenigen, die gro&szlig;e Chancen haben und diejenigen, die &uuml;berhaupt keine Chancen haben. In diejenigen, die im Keller von Hartz IV eingemauert sind und andere, die in Saus und Braus leben. In diejenigen, die beste Bildungschancen haben und diejenigen, die trotz Talent wegen ihrer falschen Herkunft keine Bildungschancen haben. In diejenigen, die im Alter reich sind und diejenigen, die ihr Alter in Armut verbringen. Wenn die SPD dies nicht als ihr zentrales Anliegen begreift, werden die Verluste anhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/deutschland\/artikel\/708\/122541\/\">sueddeutsche<\/a><\/li>\n<li><strong>Erst die Pension, dann die Moral<\/strong><br>\nDass Schmitt genau am vergangenen Sonntag das SPD-Parteibuch hinwarf, hat, so darf man vermuten, nicht nur den unertr&auml;glichen Frust &uuml;ber angeblich verkopfte Kollegen und die angeblich grundfalsche Politik der SPD als Ausl&ouml;ser. Am Sonntag wurde Schmitt 55 Jahre alt, was ihm eine Abgeordnetenpension von rund 3000 Euro monatlich beschert, wie die Saarbr&uuml;cker Zeitung herausfand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/_inc\/_globals\/print.php?em_cnt=1170587&amp;em_ref=\/in_und_ausland\/politik\/aktuell&amp;em_ivw=fr_polstart&amp;em_client=fr&amp;em_site_color=1&amp;em_site_style=1&amp;em_site_template=1&amp;em_site_text=1\">FR-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Selbst wenn diese Darstellung richtig w&auml;re: 55 w&auml;re Schmitt so oder so geworden und sein Pensionsanspruch aus dem Saarland  w&auml;re ihm &ndash; wie jedem anderen Abgeordneten mit entsprechender Parlamentst&auml;tigkeit &ndash; gleichfalls zugestanden. Weil man halt jemand Dreck an den Stecken werfen will, werden halt jetzt auch schon der Verlust des Gehalts und erworbene Pensionsanspr&uuml;che zum moralischen Vorwurf gemacht. Dass andere neben ihrer Abgeordnetendi&auml;t ein Vielfaches dazu &bdquo;verdienen&ldquo;, ist dagegen wohl keiner Kritik wert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gr&uuml;ne wollen Sonderparteitag zu Afghanistan<\/strong><br>\nEin Delegiertentreffen zum Thema Afghanistan wird immer wahrscheinlicher: Nur noch ein Kreisverband muss sich dem Antrag anschlie&szlig;en, dann ist das n&ouml;tige Quorum erf&uuml;llt. Der Unmut an der Gr&uuml;nen-Basis &uuml;ber das Thema Afghanistan w&auml;chst weiter: 43 Kreisverb&auml;nde haben sich bereits der Forderung angeschlossen, noch vor dem Herbst au&szlig;erplanm&auml;&szlig;ig einen Sonderparteitag einzuberufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/index.php?id=archiv&amp;dig=2007\/07\/10\/a0097&amp;type=98\">taz.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Ban Ki-moon: &ldquo;Amerika hat gro&szlig;en Anteil an der Stabilisierung des Iraks&rdquo;<\/strong><br>\n&ldquo;Die Vereinigten Staaten spielen in den Koalitionstruppen im Irak die Hauptrolle. Das hat Amerika viele Opfer abverlangt. Niemand kann bestreiten, dass Amerika erheblichen Anteil an der Stabilisierung des Iraks hat. Wir m&uuml;ssen diesen Beitrag der Vereinigten Staaten und die damit verbundenen Opfer zu sch&auml;tzen wissen&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub8ABC7442D5A84B929018132D629E21A7\/Doc~E2015FE4289F942ADBE8236E2B95A2E37~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ Net<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Dass der Generalsekret&auml;r der UNO eher amerikafreundlich ausgerichtet ist, war schon vor der Amtseinf&uuml;hrung bekannt. Dass aber der h&ouml;chste Repr&auml;sentant der Vereinten Nationen missachtet, dass sich die USA und ihre Verb&uuml;ndeten &uuml;ber die Beschlusslage der Vereinten Nationen hinwegsetzte und mit ihrem Angriff einen bis heute anhaltenden Destabilisierungsprozess in Gang setzte, und damit seine eigene Organisation desavouiert, ist ein Skandal.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&Ouml;konomische Analyse der Standortkonkurrenz<\/strong><br>\nDer Standortwettbewerb l&auml;sst sich rein &ouml;konomisch weder beschreiben noch erkl&auml;ren. Es handelt sich vielmehr um ein wesentliches Element einer neoliberalen Gesamtstrategie, die ihrerseits ein umfassendes Projekt wirtschaftlicher, sozialer und politischer Gegenreform ist. Diese These m&ouml;chte vertritt J&ouml;rg Hufschmid in einem Vortrag zur Er&ouml;ffnung der Sommerakademie von attac&Ouml;sterreich in Ebensee, 13. Juli 2005.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.unesco-phil.uni-bremen.de\/Texte%20zur%20Vorlesung\/Huffschmid%20-%20%D6konomische%20Analyse.pdf\">uni-bremen [PDF &ndash; 48 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>W&auml;hrungsfonds &ndash; Weltbank &ndash; Welthandelsorganisation &ndash; Entfesselte Finanzm&auml;rkte und die globale Armutsbek&auml;mpfung <\/strong><br>\nEine Politik der gleichgewichtigen internationalen Arbeitsteilung setzt voraus, dass die Binnenwirtschaft stark und im Gleichgewicht ist. Dies ist nicht durch den Selbstlauf der M&auml;rkte zu erreichen, die immer zu &ndash; gr&ouml;&szlig;er werdenden &ndash; Ungleichgewichten tendieren. Die Herstellung starker Binnenm&auml;rkte ist keine technokratische Angelegenheit. Sie erfordert vielmehr eine Neuverteilung von Einkommen und Verm&ouml;gen und wird nur in harten Konflikten mit denen zu erreichen sein, die von den aktuellen Verh&auml;ltnissen profitieren. Die politische Kraft, um solche Konflikte durchzustehen, kann nur von starken und demokratischen sozialen Bewegungen kommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.unesco-phil.uni-bremen.de\/Texte%20zur%20Vorlesung\/Huffschmid%20-%20W%E4hrungsfonds,%20Weltbank,%20Welthandelsorganisation.pdf%20\">Vortrag von J&ouml;rg Hufschmid auf der 22. Internationalen Sommerakademie des &Ouml;sterreichischen Zentrums f&uuml;r Frieden und Konflikt-l&ouml;sung, 12. Juli 2005, Burg Schlaining [PDF &ndash; 44 KB]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2476","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2476","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2476"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2476\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2476"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2476"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2476"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}