{"id":24774,"date":"2015-01-28T09:13:23","date_gmt":"2015-01-28T08:13:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774"},"modified":"2015-01-28T18:39:15","modified_gmt":"2015-01-28T17:39:15","slug":"hinweise-des-tages-2300","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h02\">Yanis Varoufakis &ndash; Kritiker der Sparpolitik wird neuer griechischer Finanzminister<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h03\">SPD-Vize sieht &ldquo;reine Sparpolitik am Ende&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h04\">Auschwitz-Gedenken: Vom Dunkel der Diktatur ins helle Heute<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h05\">Pegida-Demonstration in Dresden: Die n&uuml;tzlichen Idioten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h06\">Philosoph &uuml;ber globale Gerechtigkeit: Wie die Vereinten Nationen den Hunger kleinrechnen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h07\">Das ist die echte Globalisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h08\">Der gro&szlig;e &Ouml;lkrieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h09\">Sparkasse darf Hochzins-Vertr&auml;ge nicht k&uuml;ndigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h10\">Migrationshintergrund erschwert Suche nach Ausbildungsplatz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h11\">Keinen Mindestlohn, &ldquo;der blo&szlig; eine H&uuml;lle darstellt&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h12\">Die Kehrseite des &bdquo;Jobwunders&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h13\">Norbert Bl&uuml;m: Kapitaldeckung als Pensionssackgasse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h14\">Post: Vom Staatsunternehmen zum &ldquo;Modell Amazon&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h15\">Die soziale Frage hinter Gittern aufwerfen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h16\">Der Server der Pandora: Gaston Kirsche &ndash; Eine Razzia gegen Linke in Spanien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774#h17\">Mir ging es um den Kampf der Ideen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24774&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Alle sind wieder Griechenland-Experten &ndash; und sollten doch besser schweigen<\/strong><br>\nJetzt haben wir wie vor ein paar Jahren wieder die wunderbare Situation, dass die deutschen und die internationalen Medien voll sind mit guten Ratschl&auml;gen f&uuml;r Griechenland. Jeder, der schon einmal einen Fu&szlig; auf eine griechische Insel gesetzt hat, wei&szlig; genau, was in dem Land seit Jahren und Jahrzehnten schiefl&auml;uft, und kann nat&uuml;rlich nicht an sich halten, es auch auszuposaunen. Jeder kennt die Korruption und den unf&auml;higen Beamtenapparat, jeder wei&szlig; um das Fehlen von Kataster&auml;mtern und die Steuerhinterziehung und jeder hat eigentlich schon immer gewusst, dass es aus all den Gr&uuml;nden und vielen anderen mehr mit dem Land nichts werden kann. &hellip;<br>\nWie ein ansonsten souver&auml;nes Land seine Produktivit&auml;tssteigerung bewerkstelligt und wie es sie im Einzelnen verwendet, ist seine Sache und geht Au&szlig;enstehende nichts an. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/alle-sind-wieder-griechenland-experten-und-sollten-doch-besser-schweigen\/\">Flassbeck Economics<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Auf was es ankommt und auf was nicht. Zur Bedeutung der Produktivit&auml;t f&uuml;r die L&ouml;sung der Probleme. Zur Relevanz eines Schuldenschnitts. Usw. .. Insgesamt lesenswert, deshalb wird auf die Wiedergabe langer Ausz&uuml;ge verzichtet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>A Break In the Greek Tragedy<\/strong><br>\nBy calling the question on austerity, the Greeks have done the rest of Europe a huge service.<br>\nEurope should count itself lucky that a left-wing anti-austerity party won the Greek elections, swept into office by citizens who&rsquo;ve had enough. Elsewhere in Europe, seven years of stupid, punitive, and self-defeating austerity policies have led to gains by the far right.<br>\nIf a radical left party is now in power in Athens and sending tremors through Europe&rsquo;s financial markets, the E.U.&rsquo;s smug leaders and their banker allies in Frankfurt, Brussels and Berlin have only themselves to blame.<br>\nAlexis Tsipras, leader of the winning Syriza coalition, says he doesn&rsquo;t want Greece to leave the Euro. He just wants Europe&rsquo;s leaders to renegotiate Greece&rsquo;s debt. It&rsquo;s about time.<br>\nIf you turn the clock back to October 2009, that was when the incoming social democratic government led by PASOK&rsquo;s George Papandreou discovered and reported that the former conservative government had faked Greece&rsquo;s budget numbers. The Greek deficit, supposedly 3 percent of GDP, was more like 12 percent.<br>\nFinancial speculators brutally began punishing Greece, abetted by the Merkel government in Berlin and its allies at the International Monetary Fund, the European Commission, and the European Central Bank.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/prospect.org\/article\/break-greek-tragedy\">Prospect<\/a><\/li>\n<li><strong>James K. Galbraith &ndash; The Greek Hope<\/strong><br>\nFifty-four years ago, in his inaugural address, President John F. Kennedy declared, &ldquo;Let us never negotiate out of fear. But let us never fear to negotiate.&rdquo; They were not the most soaring sentences in that short speech, but they were among the most important. For they signaled, deliberately and unmistakably to the Soviet Union, that the Cold War might be ended without turning hot, and that the world need not live forever under bluster, threat, and the shadow of nuclear war.<br>\nToday, Europe faces a negotiation over debt and depression. On one side there will be the young government of Greece. On the other, the financial powers of Europe and the world. Now as then, the question of fear cannot be escaped.<br>\nThe European powers hold three cudgels as negotiations start. First, Greece has debts coming due this year that it cannot pay. Second, Greek banks rely on the Emergency Liquidity Assistance of the European Central Bank, which could be cut off. Third, Quantitative Easing gives the ECB a new way to insulate the rest of Europe from Greece&rsquo;s agonies. Should Europe choose, these cudgels can be used to enforce a policy of threats, so as to maintain austerity, foreclosures and penury in Greece.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.socialeurope.eu\/2015\/01\/greek-hope\">Social Europe<\/a><\/li>\n<li><strong>Syriza will 8000 zus&auml;tzliche &Auml;rzte und Pfleger einstellen<\/strong><br>\nFast ein Drittel der Griechen hat keine Krankenversicherung mehr, in den Kliniken fehlt es an Personal. Hier erkl&auml;rt Andreas Xanthos, gesundheitspolitischer Sprecher der Syriza-Partei, wie er das System reformieren will.<br>\n&ldquo;&hellip; Die solidarischen Praxen bieten wertvolle Dienstleistungen f&uuml;r die Menschen, die vom Gesundheitssystem ausgeschlossen sind. Wir werden mit Sicherheit noch einige Zeit brauchen, um das &ouml;ffentliche Gesundheitswesen wieder herzustellen, hoffentlich aber nicht mehr als ein Jahr. &hellip; Xanthos: Heute betr&auml;gt der tats&auml;chliche Anteil der &ouml;ffentlichen Gesundheitsausgaben nur noch 4,5 Prozent. [Forderung der Troika: sechs Prozent des BIP f&uuml;r Gesundheit; DE: 11,3 % ] Damit kann man keine hochwertige medizinische Versorgung mehr garantieren, sondern nur noch Gesundheitsarmut. Unser Ziel ist es, uns nach und nach dem europ&auml;ischen Durchschnitt zu n&auml;hern, damit wir nicht Dritte-Welt-Gesundheitsstandards haben. &hellip; Wir rechnen damit, dass uns eine vollst&auml;ndige Abdeckung der Unversicherten direkt 350 Millionen Euro kostet. &hellip; Die Gesamtkosten der Bew&auml;ltigung der humanit&auml;ren Krise betragen etwa 1,9 Milliarden Euro. Wir nehmen das Geld aus den angesammelten Schulden der B&uuml;rger an das Finanzamt und an die Pensionskassen. Au&szlig;erdem wollen wir die Steuerhinterziehung von Off-Shore-Unternehmen bek&auml;mpfen und gegen den verbreiteten Kraftstoffschmuggel vorgehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/griechenland-syriza-will-8000-neue-aerzte-und-pfleger-einstellen-a-1015059.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.F.:<\/strong> Das klingt alles plausibel und realistisch durchgerechnet, und der Mann ist sogar vom Fach. 350 Millionen Euro, um die Versorgung der Unversicherten abzudecken, sind l&auml;cherlich; es ist ein b&ouml;ser Witz, das dieser Minibetrag bisher nicht aufgebracht wurde. Und trotzdem wird die Syriza-Regierung als &ldquo;populistisch&rdquo; und ihre Politik als &ldquo;unrealistisch&rdquo; diskreditiert. Daf&uuml;r erf&auml;hrt man dann, da&szlig; die Troika micromanagt, einen Deckel f&uuml;r das Gesundheitsbudget vorgibt und die Einf&uuml;hrung von DRGs diktiert &ndash; das hat beim besten Willen nichts mit einer angeblichen finanziellen Zielvorgabe zu tun, die man rechtfertigen k&ouml;nnte (nat&uuml;rlich sollen keine Hilfsgelder vergeudet werden), sondern damit wird explizit eine neoliberale Umwandlung des Gesundheitswesens verfolgt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die Herkunft des Geldes f&uuml;r Abdeckung der Unversicherten ist ein wenig spekulativ. Wie soll der Staat an das &ldquo;Geld aus den angesammelten Schulden der B&uuml;rger an das Finanzamt und an die Pensionskassen&rdquo;, wenn die B&uuml;rger zum Beispiel dieses Geld gar nicht verf&uuml;gen? Und wie schnell kommt Griechenland zu einer effektiven Steuerfahndung? Leider hat der Spiegel die Frage nach den Kranken, die Arzneimittels nicht bezahlen k&ouml;nnen, nicht gestellt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Yanis Varoufakis &ndash; Kritiker der Sparpolitik wird neuer griechischer Finanzminister<\/strong><br>\nYanis Varoufakis, ein gro&szlig;er Gegner der Euro-Rettungspakete, wird Griechenlands neuer Finanzminister. Er soll im Laufe des Tages vereidigt werden.<br>\nEin scharfer Kritiker der EU-Rettungspakete soll neuer Finanzminister in Griechenland werden: Der 53-j&auml;hrige Yanis Varoufakis erkl&auml;rte am Dienstag, er werde im Laufe des Tages vereidigt. Auch das Staatsfernsehen meldete, dass seine Ernennung best&auml;tigt sei. [&hellip;] Varoufakis hatte sich immer wieder mit Kritik an den Bedingungen der Rettungspakete f&uuml;r Griechenland zu Wort gemeldet. Er argumentiert, die R&uuml;ckzahlung der Milliardenkredite solle sich am Wachstum der Wirtschaft orientieren. Bei dieser Meinung bleibe er auch als Minister, schrieb er in einem privaten Blog.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik\/europa\/yanis-varoufakis-kritiker-der-sparpolitik-wird-neuer-griechischer-finanzminister\/11287436.html\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Das ist eine gro&szlig;artige Nachricht! Die NachDenkSeiten gratulieren Yanis Varoufakis. Vor nicht einmal einem Jahr hatten Roger Strassburg und ich die Gelegenheit, Yanis Varoufakis ausf&uuml;hrlich zum Thema Eurokrise zu interviewen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21256\">Gespr&auml;ch mit Yanis Varoufakis zur Eurokrise &ndash; Teil 1<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=21258\">Gespr&auml;ch mit Yanis Varoufakis zur Eurokrise &ndash; Teil 2<\/a><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Machen Sie sich bitte selbst ein Bild &uuml;ber seine Ideen. Nat&uuml;rlich werden wir auch in Zukunft unseren guten Draht zu Yanis Varoufakis nutzen und werden uns auch bem&uuml;hen, mit ihm k&uuml;nftig Exklusivinterviews f&uuml;r die NachDenkSeiten zu f&uuml;hren.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: Im Club der linken Dandys<\/strong><br>\nYanis Varoufakis, neuer Finanzminister Griechenlands, will ganz anders &uuml;ber Schulden verhandeln als sein Vorg&auml;nger. Er verk&ouml;rpert einen neuen Typus des Linkspolitikers.<br>\nSeit einigen Jahren schon ist er das Gesicht des anderen Griechenlands. Etliche Interviews zur Krise hat Yanis Varoufakis den gro&szlig;en internationalen Sendern und Agenturen gegeben: CNN, BBC, Bloomberg, Reuters &ndash; alles in elegantestem, ja witzigem Englisch. Seine Gastbeitr&auml;ge erscheinen in den wichtigsten Publikationen: Economist, New York Times &ndash; auch f&uuml;r ZEIT ONLINE hat Varoufakis geschrieben. Der 53-j&auml;hrige &Ouml;konomie-Professor mit griechisch-australischem Doppelpass stieg durch die Krise zum inoffiziellen Star der Finanzszene auf. Jetzt kommt ein offizieller Titel hinzu: griechischer Finanzminister. [&hellip;]<br>\nWas aber wird Varoufakis jetzt vorschlagen? Am Montag hat er der BBC mehrere Punkte genannt. Statt weiteres Geld auch &ldquo;der deutschen Steuerzahler&rdquo; in einem &ldquo;schwarzen Loch&rdquo; zu versenken, sollten die EU-Staaten lieber &uuml;ber eine Neuordnung der alten Schulden verhandeln. Bedeutet das etwa einen Schuldenerlass &uuml;ber 50 Prozent? Darauf antwortet Varoufakis: In jeden Verhandlungen m&uuml;sse man mehr verlangen, als man am Ende bekommen wird. Fest stehe aber auch: &ldquo;Wir wollen nicht weniger Schulden zur&uuml;ckzahlen, als wir k&ouml;nnen.&rdquo; Deshalb m&uuml;sse die H&ouml;he der R&uuml;ckzahlungen an das Wirtschaftswachstum gekoppelt werden. Damit w&uuml;rden Kreditgeber wie Deutschland zu Partnern des Wachstums in Griechenland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2015-01\/yanis-varoufakis-griechenland-finanzminister-syriza-alexis-tsipras\">ZEIT<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Die unterschwellige Kritik an den &bdquo;linken Dandys&ldquo; ist typisch deutsch. Hierzulande hat ein Politiker graue Anz&uuml;ge mit Krawatte und einen Haarschnitt &bdquo;von Muttern&ldquo; zu tragen &ndash; ansonsten gilt er als dandyhaft und unseri&ouml;s. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>SPD-Vize sieht &ldquo;reine Sparpolitik am Ende&rdquo;<\/strong><br>\nDer stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Thorsten Sch&auml;fer-G&uuml;mbel sieht die Wahl in Athen als Beginn einer neuen &Auml;ra: Der Sparkurs sei gescheitert. Schwarz-Rot trage eine Mitschuld am Wahlausgang.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article136815782\/SPD-Vize-sieht-reine-Sparpolitik-am-Ende.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Offenbar ist die Sprache schon so verschludert, dass auch relativ aufmerksame Leute wie der stellvertretende SPD-Vorsitzende in die Irre f&uuml;hrende Begriffe gebrauchen. So Sch&auml;fer-G&uuml;mbel in diesem Interview: &ldquo;Der radikale Sparkurs ging auf die Knochen der einfachen Leute.&rdquo; &ndash; Was in Griechenland und anderswo versucht wird, ist doch kein &ldquo;Sparkurs&rdquo;. Es ist vielleicht ein &ldquo;Spar-Absichts-Kurs&rdquo;. Wo sind denn im Falle Griechenlands die Erfolge beim Sparen geblieben? Die Staatsschulden sind gestiegen, seit die Troika und vor allem die Bundesrepublik den Griechen den sogenannten Sparkurs verordnet hat. Die falsche Politik beginnt mit dem falschen Sprachgebrauch. &ndash; Aber offenbar ist in diesem Fall wie auch beim Begriff Reformen Hopfen und Malz verloren.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Auschwitz-Gedenken: Vom Dunkel der Diktatur ins helle Heute<\/strong><br>\nErinnerungspolitisch hat sich in der Bundesrepublik ein vern&uuml;nftiger Konsens herausgebildet. Auch in offiziellen Gedenkreden wird mitunter in ged&auml;mpften Worten erw&auml;hnt, dass Nazifunktion&auml;re in Westdeutschland nichts zu f&uuml;rchten hatten. Die NS-Geschichte ist historisiert und kein Kampfgebiet mehr. Die Rede von Joachim Gauck f&uuml;gt sich in dieses Bild. Auschwitz ist offiziell als negativer Kern der Bundesrepublik anerkannt, ohne den es &ldquo;keine deutsche Identit&auml;t gibt&rdquo;. Das bundesdeutsche Erinnerungswesen neigt allerdings zu einer allzu bequemen Erz&auml;hlung &ndash; bei Gauck f&uuml;hrt der Weg am Ende recht pastoral aus dem Dunkel der Diktatur zur taghellen Empathie mit den Opfern. Doch diese Strecke war mehr als nur kurvenreich. Zwangsarbeiter wurden knapp und sp&auml;t entsch&auml;digt, andere, wie der griechische Staat, bis heute nicht. Es gibt keinen Grund f&uuml;r Selbstzufriedenheit, auch nicht f&uuml;r leise.<br>\nGeschichtspolitik ist hierzulande eingefriedet. In Warschau, Kiew und Moskau ist sie jedoch hart und r&uuml;de umk&auml;mpft. Polens Au&szlig;enminister verk&uuml;ndete k&uuml;rzlich f&auml;lschlicherweise, dass ukrainische, nicht russische Soldaten Auschwitz befreiten. Der Moralbonus des Sieges &uuml;ber Hitler sollte so Putin entwendet werden. Die russische Propaganda hingegen &uuml;berzeichnet die Regierung in Kiew grotesk zu Wiederg&auml;ngern der Nazis. Hat das etwas mit uns zu tun? Allerdings. Gauck hat am 1. September in Polen kaum ein Wort &uuml;ber den NS-Vernichtungskrieg in der Sowjetunion verloren. Im Bundestag hat er nun den Rotarmisten gedankt, die Auschwitz befreiten. In knappen, sehr knappen Worten.<br>\nDie Wehrmacht hat drei Millionen Rotarmisten grausam verhungern lassen. Das ist seit Langem bekannt, aber nicht Teil des viel gelobten bundesdeutschen Erinnerungskonsenses. Stalins Soldaten eignen sich nicht so richtig als Opfer. Gauck wird sich daran messen lassen m&uuml;ssen, ob er daf&uuml;r Worte findet. So laut, dass sie in Moskau geh&ouml;rt werden. Seine Rede im Bundestag hat das Bundespr&auml;sidialamt ins Polnische, Hebr&auml;ische und Englische &uuml;bersetzt. Nicht ins Russische. Das ist das falsche Zeichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2015%2F01%2F28%2Fa0042&amp;cHash=0fd2592ee78ddc8d0e01e103fbffafc7\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Pegida-Demonstration in Dresden: Die n&uuml;tzlichen Idioten<\/strong><br>\nF&uuml;r die regierenden Parteien sind die Anh&auml;nger von Pegida eine bequeme Opposition &ndash; denn die eigentlichen Fragen werden von ihnen nicht gestellt. Selbst Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel spricht nur von einem Schlagers&auml;nger.<br>\n&ldquo;&hellip; Und ich denke, jetzt ziehen sie alle los und haben gar keine Forderungen, die wirklich etwas mit ihrem Leben und ihrer Unzufriedenheit zu tun haben. Gibt es denn in der Gedanken- und Gef&uuml;hlswelt dieser Demonstranten keine Worte daf&uuml;r? Offenbar fehlen die geeigneten Begriffe: An die Stelle von Gesellschaft tritt Volk, statt von sozialer Ungerechtigkeit zu sprechen, prangert man jene an, die angeblich arbeitsscheu sind, der permanente Kniefall der Politik vor den Forderungen der Wirtschaftslobby wird auf die Fremdbestimmung von Br&uuml;ssel reduziert. F&uuml;r konservative und regierende Parteien sind Pegida-Demonstranten eine bequeme Opposition, denn die eigentlichen Fragen werden nicht gestellt. Pegida sind die n&uuml;tzlichen Idioten. Mit dem Hinweis auf sie k&ouml;nnen Gesetze versch&auml;rft und kann grunds&auml;tzliche Opposition diskreditiert werden. Aber die Gegendemonstranten sind auch keine Hilfe, zumindest keine, die unsere Probleme besser formulierte.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/pegida-demonstration-in-dresden-die-nuetzlichen-idioten-1.2321605\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Philosoph &uuml;ber globale Gerechtigkeit: Wie die Vereinten Nationen den Hunger kleinrechnen<\/strong><br>\nThomas Pogge ist Professor f&uuml;r Philosophie und Internationale Angelegenheiten an der Universit&auml;t Yale. Er hat mehrere B&uuml;cher zum Thema globale Gerechtigkeit ver&ouml;ffentlicht: &ldquo;Die UN-Entwicklungsziele sind in Wirklichkeit ein moralischer Skandal. Die reichen L&auml;nder machen den Armen damit vor, sie w&uuml;rden sich um sie k&uuml;mmern &ndash; dabei wurde mit den Zahlen so lange getrickst, bis die Ziele so einigerma&szlig;en erreicht waren. &hellip; Die partiellen Erfolge, die sich beim Blick auf den weltweiten Hunger zeigen, sind das Ergebnis von kosmetischen Versch&ouml;nerungen an der Methodologie und der Definition von Hunger. Beim Ern&auml;hrungsgipfel 1996 in Rom war noch propagiert worden, die Anzahl der chronisch Unterern&auml;hrten &ndash; damals 788 Millionen Menschen &ndash; zu halbieren. In der Milleniumserkl&auml;rung im Jahr 2000 versprach man nur noch, ihren Anteil an der Weltbev&ouml;lkerung zu halbieren. Weil die Bev&ouml;lkerung aber w&auml;chst, d&uuml;rfen nun pl&ouml;tzlich mehr Menschen Hunger leiden. Und selbst dieses Ziel wurde verw&auml;ssert, als die Millenniums-Entwicklungsziele den Anfang der Messperiode auf 1990 zur&uuml;ckverlegten und vorsahen, den Anteil der Unterern&auml;hrten an der schneller wachsenden Bev&ouml;lkerung der Entwicklungsl&auml;nder zu halbieren. &hellip; In Zahlen ausgedr&uuml;ckt hei&szlig;t das, dass die UN noch 1996 das Ziel hatten, die Anzahl hungernder Menschen bis 2015 auf 394 Millionen zu senken. Nach mehrmaliger Korrektur der Berechnungsweise sind jetzt stattdessen 724 Millionen Hungernde zul&auml;ssig. Dieses Ziel wird nun tats&auml;chlich ann&auml;hernd erreicht werden &ndash; zur Zeit hungern offiziell 805 Millionen. &hellip; Heute gilt als chronisch unterern&auml;hrt ein Erwachsener, der &uuml;ber ein Jahr lang weniger als 1800 Kilokalorien pro Tag zu sich nimmt. Der Mangel an Eiwei&szlig; oder Vitaminen z&auml;hlt also nicht &ndash; und auch nicht der Hunger derer, die k&ouml;rperlich arbeiten m&uuml;ssen und deshalb mehr als 1800 Kilokalorien verbrauchen. &hellip; Die Menschen in Entwicklungsl&auml;ndern arbeiten meist k&ouml;rperlich hart, Waschmaschinen oder &Auml;hnliches gibt es nicht. Ein hungernder Rikschafahrer ist nach dieser Definition unm&ouml;glich &ndash; er w&uuml;rde verhungern, bevor das Jahr um ist. &hellip;<br>\nDass B&uuml;rger sich innerhalb von Parteien und als W&auml;hler daf&uuml;r einsetzen, dass unsere Regierungen daf&uuml;r sorgen, dass die Spielregeln auf der Welt zumindest minimal gerecht sind. Wir m&uuml;ssen den Politikern zeigen, dass uns dieses Thema wichtig ist und sie auch danach befragen, was sie gegen die Armut in der Welt unternehmen wollen, wenn sie die Wahlen gewinnen. &hellip; Ein Beispiel sind Subventionen f&uuml;r Landwirtschaft: Die reichen L&auml;nder unterst&uuml;tzen ihre Landwirte mit insgesamt 300 Milliarden Dollar pro Jahr, damit sie Produkte erzeugen, die ohne die Subventionen gar nicht marktf&auml;hig w&auml;ren und die Landwirtschaft in armen L&auml;ndern unrentabel machen und zerst&ouml;ren. Wenn wir schon den Anbau von Baumwolle oder Mais in unseren L&auml;ndern subventionieren wollen, sollten wir den armen L&auml;ndern wenigstens eine Kompensation daf&uuml;r zahlen, dass wir sie damit aus dem Markt dr&auml;ngen. &hellip;. Der eigentliche Skandal ist ja, dass Hunger heute leicht vermeidbar w&auml;re. Es gibt also durchaus eine realistische L&ouml;sung: Wir m&uuml;ssen die Weltwirtschaftsregeln so umstellen, dass die &auml;rmere H&auml;lfte der Weltbev&ouml;lkerung etwa 60 Prozent mehr Einkommen h&auml;tte. Die reichsten 20 Prozent h&auml;tten dann etwa 2,5 Prozent weniger. Also auch jeder von uns. &hellip;. Der Egoismus ist nicht Teil der menschlichen Natur, sondern nur Teil unserer Gesellschaftsordnung, die einen Konkurrenzkampf auf Kosten der anderen propagiert und die belohnt, die sich durchsetzen. Nat&uuml;rlich sind F&uuml;hrungspositionen in Ordnung, aber das System sollte auch den &Auml;rmsten nutzen. Dazu k&ouml;nnte man die Menschheit verpflichten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/philosoph-ueber-globale-gerechtigkeit-wie-die-vereinten-nationen-den-hunger-kleinrechnen-1.2315642#\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Thomas Pogge best&auml;tigt wieder einmal, dass Aufkl&auml;rung in vielen F&auml;llen damit beginnt, dass Statistiken oder lebensfremde Definitionen von Grundversorgung  hinterfragt werden. 1800 Kilokalorien pro Tag, das kann nur einem reichen Vertreter der 1. Welt  einfallen, der einen &ldquo;bewegungsarmen Lebensstil&rdquo; pflegt. An anderer Stelle hat sich Pogge mit der Festlegung der Armut bei einer Einkommensschwelle von einem Dollar pro Tag besch&auml;ftigt (inzwischen wurde diese Grenze von der Weltbank auf 1,25 Dollar angehoben). Er kritisiert, dass die Weltbank Kaufkraftparit&auml;ten verwende, die auf der Annahme beruhen, dass man in Entwicklungsl&auml;ndern um dasselbe Geld drei bis sieben Mal mehr kaufen kann als in den USA. Sie w&uuml;rde die falschen Waren beachten: &ldquo;Bei der Bewertung der Kaufkraft der verschiedenen W&auml;hrungen werden alle m&ouml;glichen Waren und Dienstleistungen ber&uuml;cksichtigt, von denen die Mehrheit f&uuml;r die Armen nat&uuml;rlich v&ouml;llig irrelevant ist. Es ist f&uuml;r die Armen irrelevant, wie viele Dienstleistungen, Flugtickets und Handys sie sich kaufen k&ouml;nnen. All das kaufen sie nicht. Die einzigen G&uuml;ter, die f&uuml;r die Armen relevant sind, sind Grundnahrungsmittel und die medizinische Grundversorgung.&rdquo; Auf die Preise dieser wenigen Bedarfsg&uuml;ter k&auml;me es an und diese seien gestiegen. Unter diesem Aspekt w&auml;re es auch einmal interessant zu untersuchen, ob der Warenkorb der Bed&uuml;rftigen in Griechenland auch einer deflation&auml;ren Preisentwicklung unterliegt &ndash; oder wie es mit der Preisentwicklung des Warenkorbs eines Hartz-Beziehers bei uns aussieht.<\/em><br>\n<em>Grunds&auml;tzlich ist Forderung Pogges nach anderen Weltwirtschaftsregeln zwingend. Die Verhandlungen um TTIP zeigen in aller Deutlichkeit, dass die reichen Staaten und deren Unternehmen zu ihrem Vorteil diese Regeln bestimmen. Zwingend ist allerdings nicht, dass die Politik diese Frage aufgreift. Und warum sollte sie auch? Wir B&uuml;rger m&ouml;gen mehrheitlich gegen den Krieg in Afghanistan sein, f&uuml;r eine Verbesserung der Lebensverh&auml;ltnisse in der 3. Welt &ndash; alle Umfragen best&auml;tigen dies -, aber letztlich ist uns das Hemd n&auml;her als die Jacke. Und wir setzen das Kreuz bei den Wahlen bei der Partei, deren Wirtschaftskompetenz wir bez&uuml;glich Besch&auml;ftigung und Einkommen am h&ouml;chsten vermuten &ndash; und das sind leider immer noch neoliberale Parteien, ob nun schwarz, rot oder gr&uuml;n gewandet. Damit k&ouml;nnen wir aber Hunger und Armut in Europa und der Welt vergessen: Der Markt regelt schlie&szlig;lich alles. &ndash; Wer sich mit den Untersuchungen Pogges n&auml;her besch&auml;ftigen m&ouml;chte, sei auf das Buch &ldquo;Weltarmut und Menschenrechte. Kosmopolitische Verantwortung und Reformen&rdquo; verweisen. Pers&ouml;nlich halte ich es f&uuml;r einen Skandal, dass eines der international meistbeachteten politikphilosophischen B&uuml;cher eines Deutschen erst zehn Jahre nach seinem Erscheinen ins Deutsche &uuml;bersetzt wurde. Hinzuweisen ist auch auf eine Sendung des Philosophischen Radios auf WDR5 mit Thomas Pogge: &ldquo;<a href=\"http:\/\/podcast-ww.wdr.de\/medstdp\/fsk0\/47\/473410\/wdr5dasphilosophischeradio_2014-07-11_20-05.mp3\">Wie gerecht ist die Weltordnung, in der wir leben?<\/a>&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Das ist die echte Globalisierung<\/strong><br>\nDie Globalisierungsgegner des letzten Jahrzehnts blickten oft mit einer gewissen Herablassung auf den vermeintlich schn&ouml;den Internationalismus der Siebziger. Ihre Welt nach dem Ende der Blockkonfrontation sei ungleich komplexer, dynamischer als die Zeit des Kalten Kriegs mit seinen blo&szlig;en Stellvertreterkonflikten im S&uuml;den der Erde, hie&szlig; es gern. Bei der Anamnese der Weltlage aber gab es wenig Neues: Nordamerika und die EU als Architekt und Profiteur eines im Kolonialismus gr&uuml;ndenden Ausbeutungsregimes, der Rest der Welt als dessen Leidtragender. Auf diesen Gegner konnten sich die sozialen Bewegungen praktisch weltweit einigen, wenn auch mit regionalen Unterschieden: W&auml;hrend in Lateinamerika die Erinnerung an die spanische Conquista angesichts der vielen US-Interventionen gegen die Befreiungsbewegungen in den Hintergrund r&uuml;ckte, spielten in Afrika und Teilen Asiens die Auseinandersetzungen mit den fr&uuml;heren Kolonialm&auml;chten in Europa eine wichtige Rolle. Aber gilt das heute noch?<br>\nUnter den Top Ten der weltweiten Ackerlandk&auml;ufer listet die International Land Coalition nur zwei EU-Staaten, n&auml;mlich Gro&szlig;britannien und die Niederlande auf. Mehr als die H&auml;lfte der schlimmsten Landgrabber sind Schwellenstaaten. Z&auml;hlt man die erfassten Ackerfl&auml;chengesch&auml;fte zusammen, liegt China mit Hongkong weit vor Gro&szlig;britannien, auf Platz drei dann Indien. Die neue Welt ist multipolar. Handels- und Investitionsstr&ouml;me verlaufen zunehmend quer zu alten Achsen. Es gebe kaum Kataster oder Besitztitel, die die Kleinbauern im Kongo sch&uuml;tzen, sagt Nzuzi. Das sei an sich nichts Neues, &ldquo;doch die Gesetze, die einst zur Vertreibung genutzt wurden, kamen aus der Kolonialzeit&rdquo;, sagt er. Jetzt gr&uuml;nde die Vertreibung auf dem Versprechen von Teilhabe am Wohlstand, ausgesprochen auch von rohstoffhungrigen Boom&ouml;konomien Asiens oder &Ouml;lstaaten auf der Suche nach lohnenden Investments. &ldquo;Heute sind wir Kongolesen es selbst, die darauf eingehen und die entsprechenden Gesetze erlassen.&rdquo; Doch das Wohlstandsversprechen, glaubt Nzuzi, werde sich f&uuml;r viele Kongolesen so nicht erf&uuml;llen. Er k&auml;mpft deshalb vor allem gegen die eigene Regierung. &ldquo;Die sagt, der Landverkauf sei eine Chance. Doch sie irrt sich. F&uuml;r uns Bauern ist er eine existenzielle Gefahr.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2014%2F12%2F31%2Fa0059&amp;cHash=40b315353b69058a1607850129922904\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es nervt ein wenig, wenn beim Niedergang einzelner Volkswirtschaften der EU immer wieder mit einer gewissen Ausschlie&szlig;lichkeit auf die Sparpolitik verwiesen wird. Gerade im Zuge der Globalisierung &ndash; und man sollte den Europ&auml;ischen Binnenmarkt als Globalisierungsprojekt betrachten &ndash; d&uuml;rfte klar sein, dass etliche Produktionen, die im Produktionszyklus die Reifephase erreicht haben und\/oder relativ arbeitsintensiv waren, relativ leicht in das Ausland zu verlagern waren. Am augenf&auml;lligsten war dieser Trend in der Textil- und Bekleidungsindustrie zu beobachten. Produktionsverlagerungen in das kosteng&uuml;nstigere Ausland &ndash; zun&auml;chst nach S&uuml;deuropa, sp&auml;ter auch nach S&uuml;d- und Ostasien &ndash; haben Deutschland ab den 1970er-Jahren Hunderttausende von Arbeitspl&auml;tzen gekostet und einen Strukturwandel eingeleitet, der die Branche bis heute pr&auml;gt. Dies gilt nicht nur f&uuml;r Deutschland, sondern auch f&uuml;r andere Volkswirtschaften in Europa. In den letzten 20 Jahren haben die Textil- und Bekleidungsindustrie Frankreichs &uuml;ber die H&auml;lfte der Unternehmen und rund 60% der Besch&auml;ftigten verloren.<\/em><br>\n<em>Oder schauen wir uns Italien und eine andere Branche an. Wussten sie, dass Italien hinter China und den USA im Jahr 2007 der weltweit drittgr&ouml;&szlig;te Hersteller von schweren Haushaltsger&auml;ten war? Im Jahr 2007 war die italienische Haushaltger&auml;te-Branche der zweitgr&ouml;&szlig;te private, industrielle Arbeitgeber des Landes, hinter der Automobilproduktion. Zwischen 2007 und 2012 verlor Italien die H&auml;lfte seiner Produktion &ndash; innerhalb Europas vor allem durch Produktionsverlagerungen nach Polen und in die T&uuml;rkei, welche etwa im gleichen Umfang zulegten. &ldquo;Major Italian manufacturers have relocated their operations to Eastern Europe, Turkey and China as producing in high-cost Italy in a context of prolonged domestic market decline makes little sense. Indeed, the key beneficiary of this relocation has been Poland. Polish production in 2012 was twice that of 2007, with output increasing by over 10 million units&rdquo; schreibt Euromonitor (<a href=\"http:\/\/blog.euromonitor.com\/2013\/05\/italy-inexorably-losing-its-industrial-backbone.html#more\">siehe die Grafiken<\/a>).<\/em><br>\n<em>Was nun? Die betr&uuml;bliche Antwort lautet, und damit schlie&szlig;t sich der Kreis zu obigem Artikel: Wir m&uuml;ssen uns darauf einstellen, dass Menschen in Europa mit &auml;hnlichen Problemen konfrontiert werden, wie sie in den letzten Jahrzehnten f&uuml;r die Entwicklungsl&auml;nder galten. Die Studie &ldquo;<a href=\"http:\/\/lohnzumleben.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Italy_LivingWage_EN_2014_Web.pdf\">Can you earn a living wage in fashion in Italy?<\/a>&rdquo; zeigt auf, dass in der Bekleidungsindustrie gro&szlig;e Marken wie Louis Vuitton, Armani, Prada und Dior alte Fabriken zur&uuml;ckkaufen, die aufgrund der Verlagerung in das billigere Osteuropa und in die T&uuml;rkei verlagert wurden. Nur konkurrieren die ArbeiterInnen in diesen Fabriken jetzt mit den L&ouml;hnen und schlechten Arbeitsbedingungen der weltweiten Konkurrenz. Dabei wird zunehmend illegal, im informellen Bereich gearbeitet. &bdquo;Der globale Wettbewerb um immer schlechtere Bedingungen (&bdquo;race to the bottom&ldquo;) kehrt nach Italien zur&uuml;ck als zunehmend prek&auml;re, ungesch&uuml;tzte und flexibilisierte Arbeitsverh&auml;ltnisse. &bdquo;Dass gro&szlig;e Marken zur&uuml;ck nach Italien kommen, ist sicher gut f&uuml;r die Jobs, aber es ist eine Katastrophe, wenn auch Armutsl&ouml;hne, fehlende Gewerkschaften, Jobunsicherheit und schlechter Arbeitsschutz, wie sie typischerweise in bangladeschischen oder moldawischen Fabriken vorzufinden sind, auch nach Italien kommen.&rdquo;, so Francesco Gesualdi, Autor der Studie, in einem <a href=\"http:\/\/lohnzumleben.de\/erbaermliche-loehne-auch-bella-italia\/\">deutschen Bericht<\/a> von &ldquo;Clean Clothes Campaign&rdquo; &uuml;ber die Studie.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Der gro&szlig;e &Ouml;lkrieg<\/strong><br>\nTrotz Preisverfall scheint die globale &Ouml;lindustrie buchst&auml;blich am Limit zu produzieren. Die OPEC-Prognose f&uuml;r das kommende Jahr geht von einem globalen &Uuml;berangebot an Roh&ouml;l von 1,0 mbpd aus. Die globale Nachfrage nach dem Energietr&auml;ger werde zwar &ndash; langsamer zun&auml;chst als erwartet &ndash; auf 92.3 mbpd steigen, doch w&uuml;rde diese steigende Nachfrage durch den Anstieg der &Ouml;lf&ouml;rderung in L&auml;ndern au&szlig;erhalb der OPEC kompensiert, die auf 1,28 mbpd gesch&auml;tzt wurden. Ein Gro&szlig;teil dieser zus&auml;tzlichen F&ouml;rdermenge ist auf den Anstieg der unkonventionellen &ndash; und besonders umweltsch&auml;dlichen &ndash; &Ouml;lproduktion (Fracking, &Ouml;lsand) in den Vereinigten Staaten und Kanada zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, sodass die USA mit einer F&ouml;rdermenge von 11 mbpd Mitte 2014 Saudi-Arabien als den gr&ouml;&szlig;ten &Ouml;lproduzenten &uuml;berfl&uuml;gelten. Bis 2019 sollen die USA laut einer Prognose der Internationalen Energieagentur IEA ihre &Ouml;lf&ouml;rderung sogar auf 13,1 mbpd ausweiten. Diesen Anstieg des globalen Angebots korrespondiert eine langsamer wachsende globale Nachfrage. Neben Europa, das in konjunktureller Stagnation und Deflation versinkt, ist dieses langsamere Nachfragewachstum vor allem auf China zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Die Weigerung der OPEC, angesichts dieser Tendenzen die F&ouml;rdermenge zu begrenzen, ist vor allem auf die unnachgiebige Haltung Saudi-Arabiens und der arabischen Golfstaaten zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Mitte Januar betonte Suhail al-Mazrouei, Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate, dass die OPEC k&uuml;nftig nicht dazu &uuml;bergehen werde, durch F&ouml;rderk&uuml;rzungen die globalen Roh&ouml;lpreise zu stabilisieren. Stattdessen m&uuml;ssten die Vereinigten Staaten die Produktion von Energietr&auml;gern aus unkonventionellen Quellen einschr&auml;nken: &ldquo;Wir sehen ein &Uuml;berangebot, prim&auml;r aus Schiefer&ouml;l, und das muss korrigiert werden.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/43\/43969\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Interessant sind nat&uuml;rlich die &ldquo;Theorien&rdquo;, welche hinter der Preisentwicklung politische Strategien beinhalten. Allerdings wirkt keine sonderlich &uuml;berzeugend. Dass Saudi-Arabien  und die USA einen geheimen Plan verfolgten die Wirtschaft Russlands u.a. zum Zusammenbruch zu bringen, &uuml;berzeugt wenig. Da hat man mit allen Mitteln &ldquo;Fracking&rdquo; gef&ouml;rdert und w&uuml;rgt es jetzt ab, um Russland zu ruinieren? Da hat Barack Obama noch vor kurzem von einer  &bdquo;Re-Industrialisierung&ldquo; des Landes getr&auml;umt, von der Ansiedlung auch europ&auml;ischer Unternehmen aus energieintensiven Branchen. Ob die Saudis die Frackingindustrie in den USA schw&auml;chen wollen? Soviel ich wei&szlig;, kann man die Fracking-Anlagen relativ leicht abstellen und wieder anstellen. Allerdings ist die Frackingindustrie in den USA hoch verschuldet, was sie zwingt, weiter zu produzieren. Zu lesen war auch schon, dass die Saudis die Regierung in Teheran samt deren Atomprogramm in die Knie zwingen wollen. &ndash; Faszinierend auch ein Hinweis, dass der &Ouml;lpreis das letzte Mal abst&uuml;rzte, als es zur gro&szlig;en Finanzkrise kam. Der Witz dabei ist, dass der Absturz vor der dem Sturz von Lehman Brothers erfolgte. Der &Ouml;lpreisverfall als Indiz f&uuml;r die n&auml;chste Weltwirtschaftskrise?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Sparkasse darf Hochzins-Vertr&auml;ge nicht k&uuml;ndigen<\/strong><br>\nDas historische Zinstief trifft Sparer hart. Die Sparkasse Ulm wollte alte Hochzins-Vertr&auml;ge loswerden. Kunden klagten dagegen. Heute ist ein richtungsweisendes Urteil gefallen.<br>\nDie Sparkasse Ulm muss hohe Zinsversprechen an ihre Kunden einhalten. Das Institut d&uuml;rfe hochverzinste Sparvertr&auml;ge, die es zwischen 1993 und 2005 vertrieben hat, nicht k&uuml;ndigen, entschied das Ulmer Landgericht am Montag. Die Sparvertr&auml;ge haben eine Laufzeit von 25 Jahren und gew&auml;hren den Kunden Bonuszinsen von bis zu 3,5 Prozent. F&uuml;r Sparer ist das im aktuellen Niedrigzinsumfeld sehr attraktiv, f&uuml;r die Sparkasse ein schmerzhaftes Verlustgesch&auml;ft.<br>\nDer Vertrag d&uuml;rfe wegen des mittlerweile deutlich niedrigeren Zinsniveaus nicht gek&uuml;ndigt werden, stellte das Gericht klar. Auch nach den gesetzlichen Vorschriften zum Darlehensvertrag gebe es kein K&uuml;ndigungsrecht. Das Landgericht verbot der Sparkasse Ulm zudem, die monatliche Sparrate der Scala-Vertr&auml;ge auf dem aktuellen Niveau einzufrieren. Der Kunde habe &ndash; wie einst im Werbeflyer dargestellt &ndash; das Recht, die monatliche Sparrate jederzeit auf bis zu 2.500 Euro zu erh&ouml;hen oder auf bis zu 25 Euro abzusenken, erkl&auml;rte das Gericht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/recht-steuern\/anleger-und-verbraucherrecht\/scala-papiere-aus-ulm-sparkasse-darf-hochzins-vertraege-nicht-kuendigen-seite-all\/11280410-all.html\">Handelsblatt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Migrationshintergrund erschwert Suche nach Ausbildungsplatz<\/strong><br>\nEin Migrationshintergrund erschwert Schulabg&auml;ngern die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Zu diesem Ergebnis kommt eine repr&auml;sentative Unternehmensbefragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Derzeit bilden knapp 70.000 Unternehmen einen oder mehrere Jugendliche mit Migrationshintergrund aus. Das sind rund 15 Prozent aller Ausbildungsbetriebe in Deutschland. F&uuml;r diese Betriebe sind Auszubildende mit ausl&auml;ndischen Wurzeln l&auml;ngst selbstverst&auml;ndlich. 60 Prozent der Betriebe hingegen haben noch nie einem Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine Ausbildungsstelle gegeben. Als Grund, bislang niemanden mit Migrationshintergrund auszubilden, geben die Unternehmen am h&auml;ufigsten an, keine Bewerbungen von diesen Jugendlichen zu erhalten (74,8 Prozent). Die Studienautoren Prof. Ruth Enggruber und Prof. Josef R&uuml;tzel halten diese Begr&uuml;ndung f&uuml;r wenig plausibel, da andere Befragungen ergeben, dass gerade diese Jugendlichen sich bei besonders vielen Betrieben bewerben.<br>\nOffensichtlich seien auf Seiten etlicher Betriebe Vorbehalte vorhanden, die Jugendlichen mit Migrationshintergrund die Suche nach einem Ausbildungsplatz erschwerten. So finden selbst 71 Prozent der Bewerber mit Migrationshintergrund, die einen mittleren Bildungsabschluss haben, keinen Ausbildungsplatz. &ldquo;Mehr als ein Viertel der Jugendlichen hat heute ausl&auml;ndische Wurzeln. Ihnen den Zugang zu Ausbildung zu vereinfachen, ist wesentlich f&uuml;r gelingende Integration und Fachkr&auml;ftesicherung&rdquo;, sagte Frank Frick, Bildungsexperte der Bertelsmann Stiftung. Gegen die Einstellung von Azubis mit ausl&auml;ndischen Wurzeln sprechen nach Angaben der Unternehmen die Sorge vor Sprachbarrieren (38 Prozent) und kulturellen Unterschieden (14,7 Prozent). Nur ein geringer Teil der Betriebe bef&uuml;rchtet schlechtere Leistungen bei diesen Jugendlichen (9,1 Prozent). Zwei Drittel (66,8 Prozent) der Unternehmen w&uuml;nschen sich mehr Transparenz dar&uuml;ber, wo Unterst&uuml;tzungsleistungen wie etwa Sprachkurse beantragt werden k&ouml;nnen. Die Befragung zeigt auch: Der Gro&szlig;teil (75,3 Prozent) der Betriebe, die bereits Jugendliche mit Migrationshintergrund ausbilden, betrachtet das als selbstverst&auml;ndlich und bildet erfolgreich aus. Eine ausl&auml;ndische Herkunft ist f&uuml;r diese Betriebe offensichtlich kein Kriterium bei der Auswahl eines Bewerbers. Vor allem zuverl&auml;ssig sollen die Auszubildenden sein und eine hohe Leistungsbereitschaft mitbringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/presse-startpunkt\/presse\/pressemitteilungen\/pressemitteilung\/pid\/migrationshintergrund-erschwert-suche-nach-ausbildungsplatz\/\">Bertelsmann Stiftung<\/a>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/fileadmin\/files\/BSt\/Publikationen\/GrauePublikationen\/LL_GB_Integration_UnternBefr_Links_2015.pdf\">Berufsausbildung junger Menschen mit Migrationshintergrund [PDF &ndash; 3.2 MB]<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Mindestlohn<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Keinen Mindestlohn, &ldquo;der blo&szlig; eine H&uuml;lle darstellt&rdquo;<\/strong><br>\nDie IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde 5,5 Prozent mehr Gehalt. Dadurch k&ouml;nne der private Konsum stabilisiert werden &ndash; und damit auch das Wirtschaftswachstum, sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, J&ouml;rg Hofmann, im DLF. Unions-Forderungen nach raschen &Auml;nderungen beim gesetzlichen Mindestlohn lehnte er kategorisch ab.<br>\n&rdquo; &hellip; Und da sind wir gerade in einer Situation, wo eher Deflation droht. Und auch dazu muss Lohnpolitik Beitr&auml;ge leisten. Ich meine, mit der Orientierung an der Zielinflationsrate &ndash; die wir &uuml;brigens auch eingehalten hatten, als 2007 die Inflationsrate ja einmal &uuml;ber den zwei Prozent lag &ndash; haben wir Verl&auml;sslichkeit in der Lohnpolitik genauso, wie wir uns nicht an den kurzfristigen Ausschl&auml;gen des Produktivit&auml;tswachstums orientieren, sondern an der langfristigen Trendproduktivit&auml;t der Gesamtwirtschaft. Das gibt Verl&auml;sslichkeit. Und ich denke, Lohnpolitik tut gut daran, sich als verl&auml;sslicher Faktor in einer ohnehin volatilen Umwelt zu beweisen. Und wir sind beide, glaube ich, damit ganz gut gefahren. &hellip; Ich meine, die EZB hat wirklich bewundernswert in den letzten Monaten alles dazu beigetragen, dass wir eine Beruhigung auf den Finanzm&auml;rkten bekommen haben. Sie ist aber jetzt irgendwann mal auch am Ende mit den Instrumenten, die ihr zur Verf&uuml;gung stehen. Und sie braucht Unterst&uuml;tzung einerseits durch staatliche Investition. Die staatliche Investitionst&auml;tigkeit liegt darnieder; wir brauchen mehr Impulse, weil die Hebelwirkung jeder &ouml;ffentlichen Investition enorm ist. Und sie braucht Unterst&uuml;tzung auch durch die Lohnpolitik, ohne Zweifel. Hier kann Lohnpolitik jetzt gerade in der Situation auch etwas dazu beitragen, dass wir wieder eine Balance von Preis, Nachfrage, Angebot auf der einen Seite und Besch&auml;ftigung und Wachstum auf der andern Seite bekommen werden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/ig-metall-keinen-mindestlohn-der-bloss-eine-huelle-darstellt.868.de.html?dram:article_id=309648\">Deutschlandradio<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2015\/01\/25\/dlf_20150125_1105_3d9dc683.mp3\">Audio<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Das Interview ber&uuml;hrt viele Themen und ist insofern auch informativ. St&ouml;rend wirken eine gewisse Selbstgef&auml;lligkeit und die Liebdienerei gegen&uuml;ber der EZB des Tarifexperten der IG Metall. Wenn denn J&ouml;rg Hofmann einsieht, dass die Lohnpolitik in der jetzigen Situation auch etwas dazu beitragen kann, &ldquo;dass wir wieder eine Balance von Preis, Nachfrage, Angebot auf der einen Seite und Besch&auml;ftigung und Wachstum auf der andern Seite bekommen werden&rdquo;, so kommt diese Einsicht etwas sp&auml;t. Wo bleibt das Streben nach einem Gleichgewicht in den Zeiten davor? Es ist mitnichten so, dass die Tarifpartner als verl&auml;ssliche Faktoren in einer  volatilen Umwelt &ldquo;ganz gut gefahren&rdquo; seien. Die Lohnpolitik der Gewerkschaften hat mit seiner Jahrzehnte langen Lohnzur&uuml;ckhaltung u.a. mit dazu beigetragen, dass die Masseneinkommen sanken. In Westdeutschland sind laut IAQ von 1995 bis 2012 die Reall&ouml;hne in allen Einkommensgruppen gesunken. Einen dramatischen R&uuml;ckgang erlebten Geringverdiener: Ihre realen Stundenl&ouml;hne st&uuml;rzten um 20 Prozent ab. Das Kuschen vor der Kapitalseite jetzt als verl&auml;ssliche Politik zu bezeichnen, ist armselig. Aber es ging nicht nur das Verh&auml;ltnis zum Kapital, sondern auch gegen&uuml;ber einem im Liberalisierungstaumel befindlichen Staat. Die Gewerkschaften haben es vers&auml;umt in den privatisierten Sektoren wie Post, Verkehr und Telekommunikation allgemeinverbindliche Branchentarifvertr&auml;ge durchzusetzen, die einen Wettbewerb &uuml;ber Niedrigl&ouml;hne begrenzt h&auml;tten. Usw.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: Brief an Abgeordnete: DGB f&uuml;rchtet Verw&auml;sserung des Mindestlohns<\/strong><br>\nIn der schwarz-roten Koalition ist ein Streit um den Mindestlohn entbrannt. Teile der Union wollen die Dokumentationspflichten bei Minijobbern abschaffen &ndash; und finden Geh&ouml;r bei der Kanzlerin. Nun schickt der Gewerkschaftsbund einen Warnbrief.<br>\n&ldquo;Mit Sorge betrachten wir den geplanten Vorsto&szlig; der CDU-Wirtschaftspolitiker, das Mindestlohngesetz weiter verw&auml;ssern zu wollen und es damit wirkungsloser f&uuml;r Minijobberinnen und Minijobber zu machen&rdquo;, schreibt K&ouml;rzell in dem in dieser Woche verschickten Brief, der SPIEGEL ONLINE vorliegt. &ldquo;Diesen Forderungen darf auf keinen Fall nachgegeben werden, denn sonst liefen Kontrollen des Gesetzes fast ins Leere und das Gesetz w&uuml;rde wirkungsloser.&rdquo; (&hellip;)<br>\nKrach gibt es bei der Frage, ob die Dokumentationspflichten der Arbeitszeiten f&uuml;r die 6,8 Millionen Minijobber abgeschafft werden, so wie es der Parlamentskreis Mittelstand der Union vergangene Woche beantragt hat. Streit gibt es auch dar&uuml;ber, ob die Schwelle f&uuml;r die Aufzeichnungspflicht anderer Besch&auml;ftigter von derzeit 2958 Euro Bruttoverdienst im Monat auf 1900 Euro gesenkt wird, wie es ebenfalls der Wirtschaftsfl&uuml;gel von CDU und CSU verlangt. Kanzlerin Angela Merkel lie&szlig; bereits durchklingen, dass sie sich vorstellen k&ouml;nnte, den Firmen entgegenzukommen.<br>\nDas will der DGB nun verhindern. &ldquo;Wir bitten Sie dringend, die Dokumentationspflichten als Kernst&uuml;ck einer wirksamen Kontrolle nicht weiter einzuschr&auml;nken&rdquo;, schreibt Stefan K&ouml;rzell. 450-Euro-Jobber seien einer Studie zufolge besonders h&auml;ufig von Arbeitsvertragsverletzungen betroffen, berichtet der Gewerkschafter. Dazu geh&ouml;re es, dass sie bei Krankheit und Urlaub oft nicht entlohnt w&uuml;rden &ndash; anders als gesetzlich vorgeschrieben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/mindestlohn-und-dokumentationspflicht-dgb-schickt-brief-an-politiker-a-1014401.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung CR:<\/strong> Es klingt unglaubw&uuml;rdig, wenn Arbeitgeber und deren Lobbyverb&auml;nde nun beispielsweise &uuml;ber die angeblich b&uuml;rokratische H&uuml;rde der Dokumentation klagen. Wie haben sie denn in der Vergangenheit u.a. die Arbeitszeiten der jeweiligen Arbeitnehmerschaft erfasst?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Nahles: Keine sofortigen &Auml;nderungen am Mindestlohn<\/strong><br>\nGerade erst drei Wochen gilt der Mindestlohn von 8,50 Euro, schon dr&auml;ngen Union und Arbeitgeber auf Korrekturen. Arbeitsministerin Nahles erteilt sofortigen &Auml;nderungen nun eine Absage. Und widerspricht auch Kanzlerin Merkel.<br>\nNach heftiger Kritik an Details des Mindestlohngesetzes schlie&szlig;t Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) mittelfristig &Auml;nderungen an den Regeln nicht aus. &bdquo;Es ist klar, dass wir die Wirkungen einer der gr&ouml;&szlig;ten Sozialreformen in der Geschichte dieser Republik laufend beobachten und schauen, ob und welchen Handlungsbedarf es gegebenenfalls gibt&ldquo;, sagte Nahles der &bdquo;Leipziger Volkszeitung&ldquo; (Samstagsausgabe). Schlie&szlig;lich sei es das gemeinsame Interesse, dass der Mindestlohn in Deutschland eine Erfolgsgeschichte werde. (&hellip;)<br>\nNahles widersprach auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich Anfang der Woche gegen zu viele b&uuml;rokratische Hemmnisse f&uuml;r Unternehmen gewandt und eine &Uuml;berpr&uuml;fung der Mindestlohnbestimmungen nach einem Vierteljahr in Aussicht gestellt hatte. &bdquo;Ich habe keine Fristen vereinbart und es gibt auch keinen aktuellen Handlungsbedarf&ldquo;, sagte Nahles dazu. Mit ihr und den Sozialdemokraten werde es keinen &bdquo;Mindestlohn light&ldquo; geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/andrea-nahles-zum-mindestlohn-keine-sofortigen-aenderungen-13388540.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a><\/li>\n<li><strong>Mindestlohn verunsichert die Betriebe<\/strong><br>\nDercks: B&uuml;rokratiezuwachs passt nicht zum Regierungswillen<br>\nDer zu Jahresbeginn eingef&uuml;hrte Mindestlohn beschert der Wirtschaft viel &Auml;rger und einen erheblichen b&uuml;rokratischen Aufwand. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert dringend, die Lasten f&uuml;r die Betriebe zu senken.<br>\nDie Industrie- und Handelskammern (IHKs) verzeichneten zahlreichen Anfragen von verunsicherten Unternehmen, berichtete der stellvertretende DIHK-Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer Achim Dercks dem &ldquo;Handelsblatt&rdquo;. IHK-Veranstaltungen zu dem Thema seien vielfach &uuml;berlaufen.<br>\n&ldquo;Dabei geht es beispielsweise darum, ob ausl&auml;ndische LKW-Fahrer, die durch Deutschland fahren, f&uuml;r diese Strecke den Mindestlohn erhalten und deutsche Unternehmen als Generalunternehmer daf&uuml;r haften m&uuml;ssen&rdquo;, erl&auml;uterte Dercks.<br>\nDer Mindestlohn bringe zudem &ldquo;erhebliche b&uuml;rokratische Belastungen mit sich &ndash; selbst dann, wenn die gezahlten L&ouml;hne weit &uuml;ber 8,50 Euro liegen&rdquo;. Dies betreffe vor allem die Unklarheiten bei Aufzeichnungspflichten, Haftungsfragen und Regelungen bei Praktika.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dihk.de\/themenfelder\/standortpolitik\/news?m=2015-01-21-dercks-mindestlohn\">DIHK<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die Kehrseite des &bdquo;Jobwunders&ldquo;<\/strong><br>\nDie Arbeitslosenquote ist in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, die Zahl der Besch&auml;ftigten gestiegen. Manche sprechen schon vom deutschen &bdquo;Jobwunder&ldquo;. Doch es gibt noch eine andere Seite: Die Zahl der Erwerbst&auml;tigen f&auml;llt auch deshalb so hoch aus, weil viele Deutsche in Teilzeit- oder Minijobs arbeiten, zeigt Sven Schreiber vom IMK in einer Analyse. In seiner Analyse hat Schreiber eine korrigierte Erwerbst&auml;tigenquote errechnet, die nicht allein die Zahl der Erwerbst&auml;tigen, sondern auch deren Arbeitszeit ber&uuml;cksichtigt. Dazu hat der Wissenschaftler auf Daten aus der europ&auml;ischen Arbeitskr&auml;fteerhebung (AKE) zur&uuml;ckgegriffen. In der AKE werden die tats&auml;chlich geleisteten Arbeitsstunden in verschiedenen europ&auml;ischen L&auml;ndern abgefragt &ndash; sowohl f&uuml;r die Hauptt&auml;tigkeit als auch f&uuml;r Nebent&auml;tigkeiten.<br>\nUm die Erwerbst&auml;tigenquote zu bereinigen, hat Schreiber alle Arbeitsstunden auf Vollzeitstellen umgerechnet. Ergebnis: Bei der korrigierten Erwerbst&auml;tigenquote steht Deutschland mit rund 66 Prozent deutlich schlechter da, im europ&auml;ischen Vergleich nur noch auf Platz elf. Zwei Faktoren tragen dazu bei, dass die Korrektur f&uuml;r Deutschland besonders stark ausf&auml;llt: Erstens gibt es einen hohen Anteil an Teilzeitarbeit, zweitens arbeiten die Teilzeitbesch&auml;ftigten vergleichsweise kurz. Hierzulande hat etwa ein Viertel der Besch&auml;ftigten keine volle Stelle. &bdquo;In Deutschland gehen der hohe Anteil der Teilzeitt&auml;tigkeiten sowie das geringe Teilzeitstundenniveau einher mit der Verbreitung von Minijobs&ldquo;, erkl&auml;rt Schreiber. &bdquo;Minijobber machten etwa die H&auml;lfte der gesamten Teilzeitbesch&auml;ftigten in Deutschland aus.&ldquo; &ndash; In vielen F&auml;llen d&uuml;rfte die reduzierte Stundenzahl nicht freiwillig gew&auml;hlt sein: Drei Viertel der Teilzeitbesch&auml;ftigten gaben in der Arbeitskr&auml;fteerhebung an, dass sie entweder keine Vollzeitstelle finden konnten oder aus famili&auml;ren Gr&uuml;nden &ndash; etwa der Betreuung von Kindern und Angeh&ouml;rigen &ndash; in Teilzeit arbeiten. Schreiber sieht hier Handlungsbedarf: Damit alle die gleichen Chancen h&auml;tten, am Arbeitsleben teilzunehmen, m&uuml;sse die Politik die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verbessern.<br>\nQuelle. <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/52744_52759.htm\">B&ouml;ckler Impuls<\/a>\n<p><a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_103_2015.pdf\">Erwerbst&auml;tigkeit in Deutschland im europ&auml;ischen Vergleich. IMK Report 103, Januar 2015 [PDF &ndash; 1.1 MB]<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Norbert Bl&uuml;m: Kapitaldeckung als Pensionssackgasse<\/strong><br>\nAuch in der Politik gibt es die Gefahr, dass man vor lauter B&auml;umen den Wald nicht mehr sieht. Der Lobbyismus f&uuml;r ein kapitalgedecktes Pensionssystem, das in Deutschland zur Einf&uuml;hrung der sogenannten &bdquo;Riester-Rente&ldquo; gef&uuml;hrt hat, ist nun auch in &Ouml;sterreich verst&auml;rkt aktiv. Fehler sollte man nicht wiederholen, sondern aus ihnen lernen: Das Umlagesystem erm&ouml;glicht zwar weniger Gewinne f&uuml;r private Pensionsversicherer, aber h&ouml;here Pensionen\/Renten und\/oder niedrigere Beitr&auml;ge f&uuml;r die Versicherten.<br>\nEs ist die besondere Kunst des ausgebufften Lobbyismus, seine Interessen unter einem Wust von Sach- und Fachbegriffen zu verstecken. Wenn dann noch die Bewunderung der Unkundigen f&uuml;r vermeintliche Intelligenz der angeblich Sachverst&auml;ndigen hinzutritt, haben die Geldprofiteure schon gewonnen. Sie verstecken &bdquo;Geld&ldquo; hinter &bdquo;Geist&ldquo; jedenfalls dem, was die &bdquo;Sachverst&auml;ndigen&ldquo; daf&uuml;r angeben.<br>\nDem gegen&uuml;ber gibt es die Kraft des gesunden Menschenverstandes zu mobilisieren, die seine Ziele gem&auml;&szlig; der aufkl&auml;rerischen Maxime formuliert: &bdquo;Habe Mut, dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen!&ldquo;<br>\nDas Ziel einer Alterssicherung f&uuml;r alle basiert auf der einfachen Wahrheit. &bdquo;Immer versorgen die Jungen die Alten.&ldquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/kapitaldeckung-als-pensionssackgasse\/#more-8144\">blog.arbeit &amp; wirtschaft.at<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Post: Vom Staatsunternehmen zum &ldquo;Modell Amazon&rdquo;<\/strong><br>\nDie Deutsche Post hat seit dem B&ouml;rsengang stetig steigende Gewinne verzeichnet und sch&uuml;ttet ihren Aktion&auml;ren regelm&auml;&szlig;ig ansehnliche Dividenden aus. Daf&uuml;r hat die Post stetig die Portogeb&uuml;hren erh&ouml;ht, ihr Gesch&auml;ft insbesondere mit Paketen boomt. Jutta Krellmann hat f&uuml;r die Fraktion bei der Bundesregierung nachgefragt, inwieweit auch die Besch&auml;ftigten vom H&ouml;henflug des Unternehmens profitieren. Die ANTWORT best&auml;tigt, was allerorten sichtbar ist: Die Gewinne werden auf Kosten der Besch&auml;ftigten gemacht. F&uuml;r gute Arbeitsbedingungen bleibt kein Geld mehr &uuml;brig. Personalabbau, steigender Krankenstand, Arbeitsverdichtung, Missbrauch von Befristungen &ndash; all das ist die Realit&auml;t der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Von 2004 bis 2013 sind in Vollzeitkr&auml;ften gerechnet knapp 20.000 Stellen bei der Deutschen Post AG abgebaut worden, der Krankenstand steigt kontinuierlich und jeder zehnte Besch&auml;ftigte hat nur einen befristeten Arbeitsvertrag.<br>\nInsgesamt ist der Wirtschaftszweig der Post-, Kurier- und Expressdienste durch zunehmend prek&auml;re Arbeitsbedingungen gepr&auml;gt. So ist die Zahl der Befristungen innerhalb von 10 Jahren um 28 Prozent angestiegen. Der Anteil der Niedriglohnbesch&auml;ftigten hat sich ebenfalls erh&ouml;ht und liegt in diesem Wirtschaftszweig &uuml;ber dem Durchschnitt: mittlerweile arbeitet jede und jeder vierte Besch&auml;ftigte zu einem niedrigen Lohn. Auch die Zahl der Minijobbenden ist von 2007 bis 2013 um 8,5 Prozent gestiegen. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen sind im Bereich von Postdienstleistungen die M&auml;nner st&auml;rker von prek&auml;ren Arbeitsbedingungen betroffen. Sie arbeiten h&auml;ufiger befristet und niedrig entlohnt als Frauen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linksfraktion.de\/nachrichten\/post-staatsunternehmen-modell-amazon\/\">DIE LiNKE<\/a>\n<p><a href=\"http:\/\/dokumente.linksfraktion.de\/inhalt\/kleine-anfrage-18-3531-antwort-nebst-tabellenanhang.pdf\">Antwort auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten  Jutta Krellmann u. a. und der Fraktion DIE LINKE betreffend &ldquo;Kenntnis der Bundesregierung  &uuml;ber die Arbeitsbedingungen  bei der Deutschen Post AG&rdquo; [PDF &ndash; 5.9 MB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es &uuml;berrascht nicht, dass der privatisierungswahnsinnige Staat, der bis Ende 2012 &uuml;ber die KfW mit 25,5 Prozent der Aktien noch eine Sperrminorit&auml;t besa&szlig; und heute 21 Prozent der Aktien der Deutschen Post AG h&auml;lt, sich als ordin&auml;rer Kapitalist nach der neuesten Mode erweist.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Die soziale Frage hinter Gittern aufwerfen<\/strong><br>\nIm Mai 2014 wurde in der JVA Tegel in Berlin die Gefangenengewerkschaft\/Bundesweite Organisation (GG\/BO) gegr&uuml;ndet. Oliver Rast ist einer der Gr&uuml;nder und seit dem Ende seiner Haftzeit Sprecher der Gewerkschaft. Er ist seit Jahren in der radikalen Linken aktiv. 2011 wurde Rast wegen angeblicher Mitgliedschaft in der &raquo;militanten gruppe&laquo; zu eine dreieinhalbj&auml;hrigen Haftstrafe verurteilt. Mit ihm sprach die Jungle World &uuml;ber die Arbeit der Gefangenengewerkschaft und M&ouml;glichkeiten der Organisation von H&auml;ftlingen.<br>\n&ldquo;Als ich im Mai 2013 vom sogenannten offenen in den geschlossenen Vollzug verfrachtet wurde, wurde ich erstmal mit der Situation konfrontiert, dass vom pulsierenden Klassenkampf hinter Gittern nichts wahrzunehmen war. Als jemand, der in den achtziger Jahren politisch sozialisiert wurde, musste ich nun kapieren, dass die Zeiten der Knastkollektive politischer Gefangener und breit getragener Kampagnen f&uuml;r deren Forderungen vorbei sind. Ich musste die Bilder, die sich in meiner Vorstellungswelt festgesetzt hatten, wegr&auml;umen, um einen klareren Blick auf die Verh&auml;ltnisse vor Ort zu entwickeln. Der Klassenkampf l&auml;sst sich in der Parallelwelt des Knastes weder inszenieren noch von au&szlig;en hineintragen. F&uuml;r mich stellte sich also die Frage, wie ich als politisches Subjekt im Knast auftreten will. Gefangenenhilfs- und Solidarit&auml;tsorganisationen versuchen im Rahmen ihrer M&ouml;glichkeiten, Haftbedingungen zu thematisieren und das Knastsystem in Frage zu stellen. Aber eine wirkliche Zugkraft f&uuml;r die Mehrheit der Gefangenen stellen sie nach meinen Erfahrungen nicht dar. Es brauchte einen inhaltlichen Aufh&auml;nger und einen praktischen Anlass, damit Gefangene unabh&auml;ngig von ihrer Herkunft und ihrem Hintergrund zusammenfinden konnten. &hellip; Wir befinden uns im &Uuml;bergang von der Aufbau- in die Stabilsierungsphase. Vieles an Struktur der GG\/BO ist weiterhin fragil, da wir mit der gewerkschaftspolitischen Selbstorganisation hinter Gittern bei null angefangen haben. Hinzu kommt, dass wir am Rande unserer Kapazit&auml;ten arbeiten. Sowohl personell, infrastrukturell als auch finanziell muss sp&auml;testens im Fr&uuml;hjahr einiges neu strukturiert werden. Wir sind l&auml;ngst &uuml;ber das Stadium eines kleinen Projektversuchs hinaus. Wir sind ein Verbund von mehreren Hundert Menschen in &uuml;ber 30 Kn&auml;sten, der in Bewegung bleiben will. Und das setzt einen bestimmten Grad an Professionalisierung voraus. &ndash; Ohne mich der Idealisierung verd&auml;chtig machen zu wollen, behaupte ich, dass die GG\/BO bereits zu einem kleinen Faktor vor und hinter den dicken Gitterst&auml;ben geworden ist. Eine Entwicklung, die ermutigen sollte, die volle Gewerkschaftsfreiheit hinter Gittern Etappe f&uuml;r Etappe durchzusetzen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2015\/02\/51219.html\">Jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine Welt und deren Probleme meist verdr&auml;ngt werden.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Der Server der Pandora: Gaston Kirsche &ndash; Eine Razzia gegen Linke in Spanien<\/strong><br>\n&raquo;Die Regierung wendet das neue Knebelgesetz an, bevor es &uuml;berhaupt in Kraft tritt&laquo;, kritisierten Aktivisten der Bewegung der &raquo;Emp&ouml;rten&laquo; die &raquo;Operaci&oacute;n Pandora&laquo; genannte Polizeirazzia vom 16.&thinsp;Dezember in Barcelona, bei der besetzte H&auml;user, libert&auml;re Zentren und Wohnungen durchsucht wurden. Ohne Beweise wurden 14 Linke verhaftet, ihnen wurde &raquo;anarchistischer Terrorismus&laquo; vorgeworfen. F&uuml;nf Tage zuvor hatte die rechtskonservative Regierungspartei Partido Popular (PP) mit ihrer Abgeordnetenmehrheit das &raquo;Gesetz zur Sicherheit der B&uuml;rger&laquo; verabschiedet, wodurch unerlaubte Protestformen, Verst&ouml;&szlig;e gegen polizeiliche Anordnungen und das Fotografieren von und das Berichten &uuml;ber Polizeigewalt deutlich sch&auml;rfer bestraft werden. Dass radikale Linke unter Terrorverdacht gestellt werden, ist zwar nicht neu, wohl aber, dass gegen ganze soziale Bewegungen repressiv vorgegangen wird. Dem neuen Gesetz folgend, das am 1.&thinsp;Februar in Kraft treten soll, h&auml;tte sich die gesamte Massenbewegung der &raquo;Emp&ouml;rten&laquo; durch als kriminell geltende Aktionen konstituiert, entstand sie doch durch &ouml;ffentliche Versammlungen in &uuml;ber 60 St&auml;dten Spaniens unmittelbar vor den Regionalwahlen vom Mai 2011. Nach dem neuen Gesetz sind Versammlungen am Vorabend von Wahlen illegal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2015\/03\/51254.html\">jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Guten Morgen in der sch&ouml;nen neuen Welt. Man muss sich das langsam auf der Zunge zergehen lasse: Man macht sich verd&auml;chtig, weil man seine E-Mail-Kommunikation verschl&uuml;sselt. Ich h&auml;nge mich einmal verschw&ouml;rungstheoretisch aus dem Fenster: Da kommt Einiges auf Podemos zu. Die Syriza wesensverwandte Partei Podemos f&uuml;hrt derzeit mit 28,7% die Umfragen an. Viermal mehr als bei den Europawahlen im Mai 2014. Damit hat Podemos (wir k&ouml;nnen) die regierende konservative Volkspartei PP (26,3%) &uuml;berrundet. Kein Wunder, dass der Vorwurf gegen Podemos aufkommt, die Parteif&uuml;hrung vertusche nur ihre wahre Radikalit&auml;t. Ob sich da mit dem &ldquo;Gesetz zur Sicherheit der B&uuml;rger&rdquo; nicht etwas drehen l&auml;sst?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Mir ging es um den Kampf der Ideen<\/strong><br>\nDer einstige Linke Norman Podhoretz, 1930 in New York City geboren, gilt als einer der wichtigsten Vordenker der neocons der USA. Er war mit Ronald Reagan befreundet, hatte enge Kontakte zu George W. Bush und war au&szlig;enpolitischer Berater f&uuml;r die Pr&auml;sidentschaftskampagne des ehemaligen New Yorker B&uuml;rgermeisters Rudolph Giuliani 2008. In seinen B&uuml;chern und sonstigen Publikationen fordert Podhoretz vor allem eine offensive Au&szlig;enpolitik, insbesondere ein milit&auml;risches Eingreifen gegen den Iran. Mit der Jungle World sprach er &uuml;ber seinen politischen Werdegang und die derzeitigen au&szlig;enpolitischen Herausforderungen der USA: &rdquo; &hellip; Sp&auml;ter war es der Antiamerikanismus und der Hass auf die USA in der sogenannten Neuen Linken, der mich meine linken Positionen &uuml;berdenken lie&szlig;. Am Ende dieses Prozesses fand ich mich rechts der Mitte wieder, was dann Neokonservatismus genannt wurde. &hellip; Mit der Zeit bin ich zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass die USA nicht nur exzeptionell, sondern ein H&ouml;hepunkt der Zivilisation sind, &auml;hnlich wie Perikles&rsquo; Athen oder das Elisabethanische England. Nicht etwa, weil wir in den K&uuml;nsten so bedeutend w&auml;ren, sondern weil sich die USA zu einem Land entwickelt haben, in dem es mehr Freiheit und mehr Wohlstand gibt, als man es sich jemals erhofft hat. Das sehe ich als eine riesige Leistung, trotz mancher Defizite. &hellip; Was man heutzutage sieht, ist eine sch&auml;rfere Polarisierung zwischen links und rechts als fr&uuml;her. Der Begriff liberal steht heute in den USA ausschlie&szlig;lich f&uuml;r linke Positionen. Die Demokraten sind eine linke Partei, was nicht immer so war, es gab auch einmal moderate, konservative Demokraten. Die gibt es nicht mehr. Etwas &Auml;hnliches trifft auf die Republikaner zu. Verglichen mit Positionen von vor 40, 50 Jahren haben sie sich nach rechts bewegt. Damit haben wir eine politische Landschaft, die eher dem europ&auml;ischen Bild entspricht als der traditionellen amerikanischen Politik: Also eine scharfe Trennung zwischen den beiden gr&ouml;&szlig;ten Parteien, die zu einem bitteren Zerw&uuml;rfnis gef&uuml;hrt hat. Es geht nicht nur um Meinungsverschiedenheiten, sondern es ist Hass, insbesondere von der Linken, obwohl auch die Rechte nicht gerade in die Linke verliebt ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2015\/03\/51264.html\">Jungle World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man hat nicht oft die Gelegenheit einen echten Neocon in einem Interview auf Deutsch zu lesen. Das soll also einer von denjenigen sein, die die Weltherrschaft der USA intellektuell vorantreiben. Armes Amerika. Ich hatte keinen Machiavelli erwartet, aber die Gedankeng&auml;nge dieses Neocon-Intellektuellen sind atemberaubend schlicht. Bemerkenswert fand ich sein Bedauern dar&uuml;ber, dass sich die politischen Debatten heutzutage leider um Detailfragen einzelner Politikfelder drehten. Es fehle heute das Bewusstsein f&uuml;r die zugrundeliegenden Haltungen, Ideen und Prinzipien. So kann nur ein Ideologe sprechen. Zuerst kommen die Ideen, dann die Realit&auml;t.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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