{"id":2480,"date":"2007-07-12T09:35:54","date_gmt":"2007-07-12T07:35:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2480"},"modified":"2016-01-01T12:13:06","modified_gmt":"2016-01-01T11:13:06","slug":"zur-reform-des-dualen-bildungssystems","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2480","title":{"rendered":"Zur Reform des dualen Bildungssystems"},"content":{"rendered":"<p>Nahezu alle internationale Untersuchungen, zuletzt der UN-Sonderberichterstatter Vernor Mu&ntilde;oz stellen fest, dass das deutsche Schulsystem zu den sozial ungerechtesten vergleichbarer Staaten geh&ouml;re, weil es viel zu fr&uuml;h selektiere und Kinder aus sozial schwachen Familien benachteilige. Da die Abschaffung des dreigegliederten Schulsystems zugunsten einer integrierten Schule als ein Tabuthema gilt, wird nunmehr vermehrt &uuml;ber die Zukunft der Hauptschulen und ihrer Reform debattiert. Der bayerische St&auml;dtetag befasste sich aktuell mit einer Zusammenlegung von Real- und Hauptschule als zehnj&auml;hriges Schulmodell, wie das etwa auch von Wolf-Michael Catenhusen, Staatssekret&auml;r a.D. vorgeschlagen wird. Eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung in Kombination mit einer Zugangsberechtigung zu Hochschulen ist ein weiterer Vorschlag. Von Christine Wicht.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Die Anst&ouml;&szlig;e zur Schulreform gehen zunehmend von den Kommunen aus<\/strong><br>\nDer bayerische St&auml;dtetag berichtet in der aktuellen Juli-Ausgabe 3\/2007 &uuml;ber den Hauptschulkongress, auf dem Ziele f&uuml;r eine Hauptschulreform in Bayern vorgestellt wurden. Der bayerische Kultusminister Siegfried Schneider beabsichtigt, die Zahl der Schulabg&auml;nger ohne Schulabschluss kurzfristig zu halbieren, indem alle Jugendlichen f&uuml;r eine Berufsausbildung qualifiziert werden. Dar&uuml;ber hinaus soll Hauptsch&uuml;lern der mittlere Bildungsabschluss erm&ouml;glicht werden. Mit diesen Reformen soll eine st&auml;rkere berufspraktische Orientierung in Kooperation mit Berufsschulen, Betrieben und Ma&szlig;nahmetr&auml;gern angestrebt werden. Der Schulminister m&ouml;chte die P&auml;dagogik der Hauptschule von Grund auf &auml;ndern, indem Unterrichtspl&auml;ne st&auml;rker auf die einzelnen Sch&uuml;ler eingehen und diese besser f&ouml;rdern sollen. Den Rahmen f&uuml;r die neue P&auml;dagogik soll ein fl&auml;chendeckender, bedarfsorientierter Ausbau der Ganztagsschule bieten. Diesbez&uuml;gliche Gesetzes&auml;nderungen sind zum 1. August 2008 vorgesehen. Die Frage, ob der Freistaat Bayern auch bereit ist, das vom St&auml;dtetag geforderte Sonderinvestitionsprogramm f&uuml;r die Hauptschulen aufzulegen, ist noch offen. Von Seiten des Staates werden Mehrkosten von ca. 175 Millionen Euro kalkuliert, aus kommunaler Sicht sind die Kosten eher bei 600 Millionen Euro anzusetzen. Der Vorsitzende der Bayerischen St&auml;dtetages Hans Schaidinger sagte: &bdquo;Wer bessere Bildungschancen will, muss konsequenter Weise auch viel Geld in die Hand nehmen. Aber Bildungsinvestitionen zahlen sich mit Zins und Zinseszins aus, weil in einer globalisierten Welt gut ausgebildete Menschen der wichtigste &bdquo;Rohstoff&ldquo; sind&ldquo;. Seiner Ansicht nach ist das Ziel des Kultusministers gut, die Umsetzung sei aber mangelhaft. <\/p><p>Eine Regelschulzeit von 10 Jahren, und die Anerkennung von Ausbildungsberufen als Eingangsvoraussetzungen zu einem Studium, w&auml;ren gute Ans&auml;tze, um k&uuml;nftigen Generationen neue und gerechtere Chancen bieten zu k&ouml;nnen. Dieses Modell kann aber nur erfolgreich sein, wenn die Bereitschaft der Betriebe zur Ausbildung wieder steigt und wenn die Strukturen zwischen einer klassischen Berufsausbildung und der akademischen Ausbildung durchl&auml;ssiger werden. <\/p><p><strong>Die Zukunftsf&auml;higkeit des Deutschen Bildungssystems sichern<\/strong><br>\nCatenhusen hat f&uuml;r das Netzwerk Bildung der Friedrich Ebert Stiftung eine politische Stellungnahme zum Thema <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/stabsabteilung\/04258\/stellungnahme.pdf\">&bdquo;Die Zukunftsf&auml;higkeit des Deutschen Bildungssystems sichern&ldquo; [PDF &ndash; 140 KB]<\/a> verfasst.  F&uuml;r  Catenhusen ist die berufliche Bildung ein zentraler Teil unseres Bildungssystems und eine zentrales Handlungsfeld der Arbeitsmarktpolitik. Das duale Bildungssystem galt und gelte auch heute noch als St&auml;rke des deutschen Bildungs- und Qualifizierungssystems. Ein entscheidender Vorteil dieses Systems sei die hohe &Uuml;bergangsquote junger Menschen aus der Berufsausbildung in den Arbeitsmarkt, was im internationalen Vergleich mit einer geringeren Jugendarbeitslosigkeit verbunden sei. Ebenso leiste das duale Bildungssystem einen entscheidenden Beitrag zur Qualifikation der Besch&auml;ftigten, die ma&szlig;geblich f&uuml;r die Exporterfolge der deutschen Wirtschaft seien. Catenhusen hat aufgezeigt, dass das duale Bildungssystem sich in einer kritischen Entwicklung befinde, die eine Reform der Strukturen notwendig mache:<\/p><ul>\n<li>Anhaltende Probleme bei der Bereitstellung eines ausreichenden Ausbildungsplatzangebotes im Dualen System<\/li>\n<li>weniger als die H&auml;lfte der Schulabg&auml;nger eines Jahrgangs wechseln direkt in die duale Berufsausbildung<\/li>\n<li>ein anhaltender Strukturwandel der deutschen Wirtschaft hin zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft<\/li>\n<li>die wachsende Internationalisierung des Arbeitsmarktes und die EU-Perspektive eines europ&auml;ischen Bildungsraumes<\/li>\n<\/ul><p>Catenhusen empfiehlt Reformanstrengungen zur Verbesserung der Berufsausbildung, die auf einer grundlegenden Reform der schulischen Ausbildung bis Klasse 10 aufbauen. Damit soll die St&auml;rkung der Berufsausbildungsreife und die Halbierung der Schulabbrecherquote erreicht werden. Sch&uuml;lern mit Migrationshintergrund soll eine besondere vorschulische und schulische F&ouml;rderung zukommen. Da der Realschulabschluss de facto zum &bdquo;Durchschnittsbildungsniveau&ldquo; geworden ist, soll er zum Regelabschluss f&uuml;r alle Jugendlichen nach der Klasse 10 werden, eine Aufl&ouml;sung von Real- und Hauptschule als eigenst&auml;ndige Schulform w&auml;re seiner Ansicht nach sinnvoll. Der geplante Europ&auml;ische Qualifikationsrahmen (EQR) sollte als eine gemeinsame Bezugsebenen definiert werden, die eine grenz&uuml;bergreifende Einordnung von Qualifikationen aller Bildungsbereiche erm&ouml;glichte. Mit dem europ&auml;ischen Leistungspunktesystem in der beruflichen Bildung (ECVET) soll die Mobilit&auml;t und Flexibilit&auml;t von Lernenden auf ihrem Berufsbildungs- und Karriereweg innerhalb der europ&auml;ischen Bildungssysteme erleichtert und die Vergleichbarkeit, Transferierbarkeit und wechselseitige Anerkennung von Qualifikationen verbessert werden. Es sei nach Meinung von Catenhusen im deutschen Interesse, die Gleichwertigkeit der verschiedenen Bildungsg&auml;nge des deutschen Bildungssystems angemessen wiederzugeben. Der Vorschlag der EU-Kommission zur Einf&uuml;hrung eines europ&auml;ischen Qualifikationsrahmens stelle keinen Anschlag auf das duale Bildungssystem in Deutschland dar, seiner Meinung nach er&ouml;ffnet dieser vielmehr Chancen f&uuml;r Reformen auf nationaler Ebene. Die EU w&uuml;rde auf dem Feld der beruflichen Bildung keine Harmonisierungskompetenz besitzen, sie ginge von der Perspektive einer &bdquo;alternierenden Berufsausbildung&ldquo; aus, also einem l&auml;ngerfristigen Nebeneinander von vorrangig besch&auml;ftigungsbezogener oder vorrangig schulischer Berufsbildung in Europa aus. <\/p><p>Aufgrund der fortschreitenden Internationalisierung der Wirtschaftsbeziehungen und des Arbeitsmarktes fordert Catenhusen eine international ausgerichtete Bildung. Aus diesem Grunde m&uuml;sse Deutschland eine konstruktive Haltung im Umgang mit dem geplanten europ&auml;ischen Bildungsrahmen (EQF\/EQR) und dem geplanten europ&auml;ischen bildungsbereichs&uuml;bergreifenden Punktesystem ECVET (European Credit System for Vocational Education and Training ) einnehmen. In die Bewertungskritierien des ECVET gehen ein:<\/p><ul>\n<li>Dauer der Ausbildung<\/li>\n<li>Art der Ausbildung<\/li>\n<li>Ziele und\/oder Ergebnisse der Ausbildung<\/li>\n<li>erforderliche Kompetenzen, um bestimmte T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben zu k&ouml;nnen<\/li>\n<li>Position einer Qualifikation in der Berufshierarchie<\/li>\n<li>Einordnung von bestehenden Niveaus aufgrund von Entsprechungsnachweisen<\/li>\n<\/ul><p>F&uuml;r Catenhusen zielt die Initiative der EU-Kommission zur F&ouml;rderung von Mobilit&auml;t, von lebenslangem Lernen und verst&auml;rkter Kooperation in der beruflichen Bildung auf die Schaffung eines europ&auml;ischen Bildungsraums ab. Darin best&uuml;nde auch eine Chance die weitgehende Trennung von h&ouml;herer Allgemeinbildung und Berufsbildung aufzubrechen, die jeweils erworbenen Qualifikationen k&ouml;nnen transparent und vergleichbar gemacht werden, was die &Uuml;berg&auml;nge zwischen beiden Bildungsbereichen erleichtere. Die Berufsausbildung k&ouml;nnte auch Ausgangspunkt f&uuml;r den Erwerb der Fachhochschulreife werden, orientiert an der &ouml;sterreichischen Berufsmatura mit dem Ziel der Erlangung der allgemeinen Hochschulreife. Daf&uuml;r w&uuml;rde eine bundesweite Strategie der Anerkennung von Ausbildungsleistungen in der beruflichen Bildung als Module in Hochschulstudieng&auml;ngen notwendig sein. Durch die Einf&uuml;hrung des Bachelor-Studiengangs w&uuml;rde sich an Fachhochschulen die Chance bieten, ein System integrierter dualer BA-Studieng&auml;nge zu schaffen, die auch duale Berufsausbilder- und Weiterbildungsg&auml;nge und schulische Berufsausbildung ersetzen k&ouml;nnten, die derzeitig nur Abiturienten vorbehalten sind. F&uuml;r ihn geht es um ein modulares Ausbildungskonzept, einerseits im &Uuml;bergangssystem erworbene Qualifikationen in der Berufsausbildung anerkennungsf&auml;hig zu machen, und dass andererseits die Kompetenzen, die in der Berufsausbildung erworben wurden, wiederum an Hochschulen akzeptiert werden. <\/p><p><strong>Bemessungsgrundlagen werden kritisch gesehen<\/strong><br>\nEine Studie, die im Auftrag der IG Metall und Ver.di von Ingrid Drexel erstellt wurde, sieht die geplanten Bemessungsgrundlagen ECVET und EQF f&uuml;r die europ&auml;ische Union allerdings viel kritischer: &bdquo;Die Europ&auml;ische Bildungspolitik, verfolge das Ziel, ein &bdquo;neues System&ldquo; der Berufsbildung zu schaffen, dessen Grundlage ECVET und der EQF sei.&ldquo;  Es wird kritisiert, dass damit nur die Branche der Bildungsanbieter und Zertifizierungsunternehmen verdeckt gef&ouml;rdert werden soll und dass eine Angleichung der Bildungssysteme angestrebt werde.  Nach Ansicht von Drexel h&auml;tten die Strukturprinzipien des EQR\/ECVET-Systems vielfache Deregulierungswirkungen, so berge die Ausrichtung auf eine Kompetenz-Orientierung die Gefahr einer Einengung beruflichen Lernens auf einzelne Arbeitspl&auml;tze statt auf Berufsfelder (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.gew-hamburg.de\/Binaries\/Binary1021\/Drexel%202.pdf\">gew-hamburg [PDF &ndash; 76 KB]<\/a>).<\/p><p>Es sei ein schwieriges Unterfangen, in einem praktisch grenzenlosen Wirtschaftsraum wie der EU, eine einheitliche Bewertung unterschiedlicher beruflicher Qualifikationen herzustellen. <\/p><p><strong>ECVET und der Europ&auml;ische Qualifikationsrahmen EQF<\/strong><br>\nDie Bildungsminister der EU, der EFTA-Staaten (Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein) sowie die europ&auml;ischen Sozialpartner beabsichtigen die europ&auml;ische Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung zu verst&auml;rken. Dazu definierten sie mit der am 30.11.2002 verabschiedeten Kopenhagener Erkl&auml;rung konkrete Themenfelder und Umsetzungsschritte. Am 14.12.2004 fand in Maastricht die vereinbarte Folgekonferenz mit 32 Bildungsministern, Sozialpartnern und der Europ&auml;ischen Kommission statt, um die bislang im Kopenhagen-Prozess erreichten Fortschritte zu diskutieren und zuk&uuml;nftige Priorit&auml;ten festzulegen. Auf europ&auml;ischer B&uuml;hne erteilte das Kommuniqu&eacute; der Fortsetzung der Entwicklungsarbeiten an einem europ&auml;ischen Leistungspunktesystem f&uuml;r die berufliche Bildung (ECVET) und einem Europ&auml;ischen Qualifikationsrahmen (EQF) ein klares Mandat (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/de\/3322.php\">BMBF<\/a>).<\/p><p>Der European Round Table (ERT) will in die Bildungspolitik eingebunden werden 1989 ver&ouml;ffentlichte die Unternehmerlobby European Round Table (ERT), der die Interessen der 47 gr&ouml;&szlig;ten europ&auml;ischen Unternehmen in Br&uuml;ssel vertritt, einen Bericht. Der Bericht &ldquo;Bildung und europ&auml;ische  Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo; befasste sich mit der Erneuerung der Unterrichtsinhalte und forderte eine Anpassung an die Entwicklung der Unternehmen. Der ERT monierte den schwachen Einfluss der Industrie auf die Lehrpl&auml;ne und forderte die verantwortlichen Politiker auf, Unternehmen k&uuml;nftig st&auml;rker in die Bildungspolitik einzubinden. 1991 ver&ouml;ffentlichte die EU ein Hochschulmemorandum, das zum gleichen Ergebnis gelangt, wie der ERT. Im  M&auml;rz 2000 verfasste die Europ&auml;ische Kommission ein Memorandum &uuml;ber &ldquo;lebenslanges Lernen&rdquo;, im gleichen Jahr einigte sich der Europ&auml;ische Rat von Lissabon auf das neue strategische Ziel, die EU &bdquo;zum wettbewerbsf&auml;higsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt&ldquo; werden zu lassen, der f&auml;hig ist, dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitspl&auml;tzen und einem gr&ouml;&szlig;eren sozialen Zusammenhalt zu erzielen. Er nannte Vollbesch&auml;ftigung als allgemeines Ziel der Besch&auml;ftigungs- und Sozialpolitik und legte konkrete Zielvorgaben bis, die bis 2010 zu erreichen sein sollen, <a href=\"http:\/\/www.europarl.europa.eu\/facts\/4_8_3_de.htm\">beispielsweise die F&ouml;rderung des  lebenslangen Lernens<\/a>. <\/p><p><strong>Die Lissabon-Strategie<\/strong><br>\nDer im Jahr 2003 durch private Initiative gegr&uuml;ndete Br&uuml;sseler Think-Tank &ldquo;Lisbon Council for Economic Competitiveness&rdquo; strebte die Umsetzung der am 23. und 24. M&auml;rz 2000 vom Europ&auml;ischen Rat verabschiedeten Lissabon-Strategie an. Gr&uuml;nder des Lisbon Council ist Paul Hofheinz, ehemaliger Journalist des Wall Street Journal. Leitende Direktorin ist Ann Mettler, die ehemalige Europadirektorin des World Economic Forum, einer privaten Stiftung von &uuml;ber 1000 weltweit f&uuml;hrenden Wirtschaftsunternehmen, deren Mitglieder einen Jahresumsatz von einer Milliarde US-Dollar aufweisen m&uuml;ssen. Die Stiftung arbeitet mit dem Internationalen W&auml;hrungsfonds, der Weltbank und der Welthandelsorganisation WTO zusammen. <\/p><p>Es ist nachvollziehbar, dass Vertreter der Wirtschaft eine Bildung fordern, die auf dem neuesten Stand ist. Diese Forderung ist jedoch f&uuml;r alle Entscheidungstr&auml;ger der Bildungseinrichtungen eine Gradwanderung zwischen wirtschaftlichen Interessen einerseits und der Wahrung unabh&auml;ngiger allgemeiner (humaner) Bildung andererseits. Eine Anwendung der geplanten Bemessungsgrundlagen birgt das Risiko die Schulbildung auf ihre instrumentelle Verwertbarkeit zu reduzieren. Die gesellschaftlichen und kulturellen Auswirkungen einer solchen vor allem auf den &ouml;konomischen Nutzen ausgerichteten Bildung w&auml;ren fatal. Der Sozialwissenschaftler G&ouml;tz Eisenberg, Autor des Buches &ldquo;Amok &ndash; Kinder der K&auml;lte&rdquo; vertritt die Ansicht: &ldquo;Schulen m&uuml;ssten gegen den Zugriff der Industrie gesch&uuml;tzt sein, damit ein Kind lernen kann, ohne immerzu an seine Tauglichkeit, Verwertbarkeit zu denken.&rdquo; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nahezu alle internationale Untersuchungen, zuletzt der UN-Sonderberichterstatter Vernor Mu&ntilde;oz stellen fest, dass das deutsche Schulsystem zu den sozial ungerechtesten vergleichbarer Staaten geh&ouml;re, weil es viel zu fr&uuml;h selektiere und Kinder aus sozial schwachen Familien benachteilige. Da die Abschaffung des dreigegliederten Schulsystems zugunsten einer integrierten Schule als ein Tabuthema gilt, wird nunmehr vermehrt &uuml;ber die Zukunft<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2480\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[153,34,129,152],"tags":[373,409,1103,408],"class_list":["post-2480","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-berufliche-bildung","category-bildung","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","category-schulsystem","tag-oekonomisierung","tag-bildungschancen","tag-ganztagsschule","tag-soziale-herkunft"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2480","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2480"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2480\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29825,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2480\/revisions\/29825"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}