{"id":24825,"date":"2015-02-02T10:07:42","date_gmt":"2015-02-02T09:07:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24825"},"modified":"2015-02-02T10:56:15","modified_gmt":"2015-02-02T09:56:15","slug":"sigmar-gabriels-schreiben-an-die-spd-mitglieder-mit-halbwahrheiten-zum-freihandelsabkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24825","title":{"rendered":"Sigmar Gabriels Schreiben an die SPD-Mitglieder: Mit Halbwahrheiten zum Freihandelsabkommen?"},"content":{"rendered":"<p>Der SPD-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat sich j&uuml;ngst per E-Mail an die Mitglieder seiner Partei gewandt. Thema seines Schreibens: Das derzeit verhandelte Freihandelsabkommen &ldquo;TTIP&rdquo; zwischen der Europ&auml;ischen Union und den USA sowie das &ldquo;CETA&rdquo;-Abkommen mit Kanada. Ziel seines Schreibens: Die SPD-Mitglieder zu beruhigen und auf Linie bringen. &Uuml;berzeugend sind Gabriels Argumente nicht. Auch, weil er so manches verschweigt und anderes herunterspielt. Eine Analyse von <strong>Thorsten Wolff<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer Mitgliederbrief wurde am 28. Januar per E-Mail versandt. Wir kommentieren im Nachstehenden zun&auml;chst einzelne Passagen des Schreibens (in kursiv) und dokumentieren dieses anschlie&szlig;end nochmals komplett. <\/p><ol>\n<li><strong>Analyse zentraler Passagen des Mitgliederbriefs:<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n<em>Viele B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, auch uns nahestehende Verb&auml;nde und Organisationen, &auml;u&szlig;ern teils heftige Kritik an diesen geplanten Freihandelsabkommen, sind ver&auml;rgert &uuml;ber die mangelnde Transparenz der Verhandlungen und haben die Bef&uuml;rchtung, dass durch die Freihandelsabkommen bew&auml;hrte europ&auml;ische Standards etwa im Verbraucher- und Umweltschutz, bei den Arbeitnehmerrechten, in der Daseinsvorsorge und der Kultur ausgeh&ouml;hlt werden k&ouml;nnten. Insbesondere auch die Frage des Investorenschutzes weckt gro&szlig;es Misstrauen.<\/em><\/p>\n<p><em>Freihandelsabkommen ja, aber nicht um jeden Preis.<\/em><\/p>\n<p><em>In den Gespr&auml;chen, die ich in unserer Partei f&uuml;hre, nehme ich Unbehagen und Unsicherheit wahr. Manchmal gibt es auch die Sorge, dass sich die SPD auf Bundesebene oder in der Bundesregierung bereits auf eine bedingungslose Zustimmung zu diesen geplanten Freihandelsabkommen festgelegt habe. Weil gerade das nicht stimmt, m&ouml;chte ich Dich zu Beginn des neuen Jahres &uuml;ber den Stand der Verhandlungen auf europ&auml;ischer Ebene, &uuml;ber meine Haltung als Vorsitzender der SPD und als Bundeswirtschaftsminister informieren.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>In den hier zitierten Abs&auml;tzen macht Gabriel deutlich, worum es ihm geht: Die Menschen glauben zu machen, dass Freihandelsabkommen (TTIP, CETA) gar nicht so schlimm seien, wie alle denken, und dass die SPD nicht um jeden Preis zustimmen werde. Hierzu beginnt er mit einer sachlichen, inhaltlich zutreffenden Hinf&uuml;hrung zum Thema. Diese Passage ist taktisch durchaus klug formuliert: Gabriel schreibt von &ldquo;heftige[r] Kritik&rdquo;, er schreibt, die &ldquo;B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger&rdquo; seien &ldquo;ver&auml;rgert&rdquo; und h&auml;tten eine &ldquo;Bef&uuml;rchtung&rdquo;. Damit weckt er die Erwartung, dass Kritik, Ver&auml;rgerung und Bef&uuml;rchtung im Nachfolgenden widerlegt werden. Was er dann ja auch versucht.<\/p>\n<p>Fr&uuml;h und recht direkt spricht Gabriel auch das Hauptproblem der SPD im Allgemeinen und seiner Person im Besonderen an, n&auml;mlich mangelnde Glaubw&uuml;rdigkeit. Zweifel an der Glaubw&uuml;rdigkeit dieser Partei (mindestens) in der Haltung zu internationalen Abkommen sind berechtigt. Man erinnere sich etwa an den europ&auml;ischen &ldquo;Fiskalpakt&rdquo; 2011\/2012, den die damals oppositionelle SPD h&auml;tte verhindern k&ouml;nnen, den sie aber nicht verhindert hat. Und das, obwohl sie monatelang so tat, als sei eine Ablehnung eine ernsthaft ins Auge gefasste Option. Am Ende aber siegte die Staatsr&auml;son, wollte sich die Partei nicht als einziger Akteur in Europa gegen diesen ausverhandelten internationalen Vertrag wenden. <\/p>\n<p>Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass sich Gabriel und die SPD bei internationalen Freihandelsabkommen wie CETA oder TTIP anders verhalten. Denn genau das eben am Beispiel des &ldquo;Fiskalpakts&rdquo; geschilderte Verhalten hat Gabriel am <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btp\/18\/18070.pdf\">27. November 2014 im Bundestag<\/a>, bezogen auf CETA, sogar schon angek&uuml;ndigt: &ldquo;Es ist &uuml;berhaupt kein Problem f&uuml;r mich, zu wiederholen, dass wir im Hinblick auf CETA am Ende vor der Frage stehen, ob unser Unwohlsein und die Kritik an dem &lsquo;Schweizer K&auml;se&rsquo; des Investitionsschutzes &ndash; der Gutachter hat es so bezeichnet; so schwach findet er es &ndash; daf&uuml;r ausreichen, dass Deutschland als alleiniges Land in Europa den gesamten Prozess anhalten kann. Sie werden sich als gr&uuml;ne Fraktion fragen m&uuml;ssen, wie Sie als europ&auml;isch-orientierte Partei, die Sie ja sind, mit Ihrer Position umgehen, wenn der Rest Europas dieses Abkommen will. Ich sage Ihnen: Deutschland wird dem dann auch zustimmen. Das geht gar nicht anders.&rdquo;<\/p>\n<p>Wenn Gabriel im Mitgliederbrief also behauptet, die SPD h&auml;tte sich noch nicht auf eine &ldquo;bedingungslose Zustimmung&rdquo; festgelegt, so sind an dieser &Auml;u&szlig;erung mindestens Zweifel angebracht.<\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Der Abbau von Z&ouml;llen und anderen Handelsbarrieren liegt im nat&uuml;rlichen Interesse einer Exportnation wie der deutschen. Millionen Arbeitspl&auml;tze h&auml;ngen in unserem Land vom Export und von m&ouml;glichst freien Handelswegen ab. Deshalb hat sich die SPD mit CDU und CSU im Koalitionsvertrag auch darauf verst&auml;ndigt, das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) zu unterst&uuml;tzen und den Freihandel zu st&auml;rken. Dies gilt auch f&uuml;r das Abkommen mit Kanada (CETA).<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Der transatlantische Handel ist heute schon in hohem Ma&szlig;e &ldquo;frei&rdquo;. Z&ouml;lle spielen kaum noch eine Rolle. Eine demgegen&uuml;ber gr&ouml;&szlig;ere Rolle spielen die so genannten &ldquo;nichttarif&auml;ren Handelshemmnisse&rdquo;, von Gabriel hier als &ldquo;andere Handelsbarrieren&rdquo; bezeichnet: Gemeint sind damit staatlich-&ouml;ffentlichen Regularien und Verfahren, die von Unternehmen als &ldquo;Hindernisse&rdquo; im transatlantischen Handel empfunden werden k&ouml;nnen. Bef&uuml;rworterInnen von Freihandelsabkommen nennen als Beispiele gerne etwa (doppelte und unterschiedliche) Zulassungsverfahren und technische Vorschriften. Sie leiten daraus die Forderung ab, Verfahren und Vorschriften einander anzugleichen oder wechselseitig anzuerkennen. Sofern beide Seiten das gleiche Schutzniveau haben, ist dies halbwegs unproblematisch. Wenn das Schutzniveau allerdings unterschiedlich ist, besteht durchaus die Gefahr, dass Standards nach unten angeglichen (und damit abgesenkt) werden. Dass dies nicht passieren werde, wie Gabriel oben schreibt und wie auch andere immer wieder behaupten, kann man glauben oder auch nicht.<\/p>\n<p>Dar&uuml;ber hinaus werden oft sogar Sozial-, Verbraucherschutz- und Umweltstandards schlechthin als Handelshemmnisse angesehen &ndash; meist mit der Begr&uuml;ndung, diese seien unn&ouml;tig und dienten alleine dem Zweck, ausl&auml;ndischen Unternehmen den Zugang zum Markt zu verwehren. Tats&auml;chlich k&ouml;nnen sie den grenz&uuml;berschreitenden Handel von Waren und Dienstleistungen erschweren, weshalb die Forderung nach Absenkung dieser Standards zu einer Hauptforderung der Unternehmenslobby in Sachen TTIP geworden ist. Die Spielzeugproduzenten beider Kontinente etwa fordern, die h&ouml;heren europ&auml;ischen Standards bei Spielzeugen einer kritischen Pr&uuml;fung anhand wissenschaftlich-objektiver Kriterien zu unterwerfen; umgekehrt w&uuml;nschen die europ&auml;ischen Rohmilchk&auml;se-Produzenten einen Zugang zum US-Markt, der ihnen heute aus hygienischen Gr&uuml;nden versagt ist.<\/p>\n<p>&Auml;hnliches bei Sozialstandards: So ist es in der Freihandelszone &ldquo;Europ&auml;ischer Binnenmarkt&rdquo; heute beispielsweise nicht mehr m&ouml;glich, bei der Vergabe &ouml;ffentlicher Auftr&auml;ge Tarifbindung vorzuschreiben, wenn die Tarifvertr&auml;ge nicht Gesetzescharakter haben (also allgemeinverbindlich sind). Der Grund: Die Einhaltung von Tarifvertr&auml;gen ist f&uuml;r ausl&auml;ndische Unternehmen schwieriger umzusetzen als f&uuml;r inl&auml;ndische, insofern w&uuml;rden ausl&auml;ndische Unternehmen benachteiligt, wenn Tarifbindung bei der Vergabe &ouml;ffentlicher Auftr&auml;ge vorgeschrieben wird. So legen es jedenfalls die Freihandelslogiken nahe, die dem Europ&auml;ischen Binnenmarkt wie auch klassischen Freihandelsabkommen (TTIP, CETA) zu Grunde liegen.<\/p>\n<p>Die Gefahr der Absenkung von Standards durch Freihandelsabkommen ist also real. &Uuml;ber all das verliert Gabriel in seinem Mitgliederbrief allerdings kein Wort &ndash; von oberfl&auml;chlichen Bekundungen abgesehen, dass er Standards nicht absenken wolle. Der Begriff der &ldquo;anderen Handelsbarrieren&rdquo; h&auml;tte da durchaus einige Anmerkungen verdient gehabt. <\/p>\n<p>Stattdessen bringt Gabriel das standortnationalistische Argument der Exportabh&auml;ngigkeit der deutschen Wirtschaft ins Spiel. Eine Erkl&auml;rung, weshalb eine weitere Liberalisierung des transatlantischen Handels notwendig und n&uuml;tzlich sein soll, bleibt er dabei allerdings ebenso schuldig wie eine &ouml;konomische Erkl&auml;rung f&uuml;r den behaupteten Zusammenhang zwischen Handelsliberalisierung und Arbeitspl&auml;tzen. Mehr als unbegr&uuml;ndete Allgemeinpl&auml;tze (&ldquo;nat&uuml;rliche[s] Interesse&rdquo;, &ldquo;Millionen Arbeitspl&auml;tze h&auml;ngen&hellip;&rdquo;) hat er nicht zu bieten. Nicht zuletzt die <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/40\/40780\/1.html\">zweifelhaften &ouml;konomischen Studien<\/a> &uuml;ber angebliche positive Effekte eines TTIP-Abkommens lassen Skepsis gegen&uuml;ber seinen Ausf&uuml;hrungen berechtigt erscheinen. Von der Fragw&uuml;rdigkeit des von Gabriel gefeierten <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2813\">deutschen Exportwahns<\/a> ganz abgesehen.<\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Danach haben wir auf der Grundlage einer Vereinbarung mit dem DGB auf unserem Parteikonvent beschlossen, dass wir grunds&auml;tzlich die geplanten Freihandelsabkommen begr&uuml;&szlig;en &ndash; allerdings nicht um jeden Preis. Vor allem ist f&uuml;r SPD und DGB wichtig:<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Verweis auf das <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/DE\/Themen\/aussenwirtschaft,did=655140.html\">gemeinsame Papier<\/a> seines Ministeriums (und indirekt der SPD) mit dem DGB soll den Eindruck erwecken, dass SPD und DGB in der Frage der Freihandelsabkommen gemeinsame Positionen vertreten. Allerdings bleibt Gabriels Bezug auf das Papier oberfl&auml;chlich, selektiv und unvollst&auml;ndig, wie im Folgenden aufgezeigt werden soll. Nur durch diese selektive und unvollst&auml;ndige Wiedergabe gelingt es Gabriel, den Eindruck gemeinsamer Positionen beider Organisationen zu wecken.<\/p>\n<ul>\n<li><em>dass die Verhandlungen endlich transparent und f&uuml;r alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger Europas nachvollziehbar gef&uuml;hrt werden,<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Thema der Transparenz ist in der Tat Bestandteil des Papiers, allerdings nur einer von vielen und gewiss nicht der wichtigste. Dass Gabriel gleich zu Beginn seiner Aufz&auml;hlung von Inhalten des SPD-DGB-Papiers hier&uuml;ber spricht, kann getrost als Ablenkungsman&ouml;ver gelten.<\/p>\n<ul>\n<li><em>dass die geplanten Freihandelsabkommen keine sozialen, &ouml;kologischen oder kulturellen Standards gef&auml;hrden d&uuml;rfen, dass weitere Verbesserungen dieser Normen m&ouml;glich sein m&uuml;ssen und dass die Entscheidungsfreiheit regionaler K&ouml;rperschaften &uuml;ber die &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge unber&uuml;hrt bleibt,<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn Gabriel schreibt, er wolle, dass &ldquo;weitere Verbesserungen dieser Normen m&ouml;glich sein m&uuml;ssen&rdquo;, dann wirft er eine Nebelkerze. Denn in den allerwenigsten F&auml;llen wird ein Freihandelsabkommen explizit vorschreiben, dass &ldquo;Normen&rdquo; nicht weiter &ldquo;verbessert&rdquo; werden d&uuml;rfen. (Wobei sich im Einzelfall ohnehin die Frage stellt, was mit &ldquo;Verbesserungen&rdquo; gemeint ist.) Die realen Gefahren sehen anders aus: <\/p>\n<ul>\n<li>Erstens besteht die Gefahr, dass Freihandelsabkommen M&ouml;glichkeiten der Regulierung einschr&auml;nken, etwa der Regulierung von Finanzm&auml;rkten oder von Produktm&auml;rkten. Dies muss nicht explizit mit einem Verbot einhergehen, &ldquo;Normen&rdquo; zu &ldquo;verbessern&rdquo;.<\/li>\n<li>Zweitens f&uuml;hren Freihandelsabkommen zu <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=20871\">verst&auml;rkter Konkurrenz<\/a> zwischen den Unternehmen der beteiligten L&auml;nder. Hier besteht die Gefahr, dass h&ouml;here Standards in einem Land zu Nachteilen gegen&uuml;ber anderen L&auml;ndern f&uuml;hren. Um &ldquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo; wiederzuerlangen, werden Staaten dann von sich aus Normen absenken oder zumindest nicht weiter erh&ouml;hen. Dies geschieht bei arbeits- und sozialrechtlichen Normen derzeit etwa in S&uuml;deuropa (in Griechenland jetzt nicht mehr), und es geschah vor 10-15 Jahren unter Rot-Gr&uuml;n in Deutschland. Das SPD-DGB-Papier spricht die Gefahr eines Dumping-Wettbewerbs in Punkt 3 durchaus offen an, Gabriel aber schweigt sich in seinem Mitgliederbrief dar&uuml;ber aus. Mehr noch: Im SPD-DGB-Papier wird sogar gefordert, dass Freihandelsabkommen dazu beitragen sollen, &ldquo;Mitbestimmungsrechte, Arbeits-, Gesundheits- und Verbraucherschutz- sowie Sozial- und Umweltstandards zu verbessern&rdquo;. Gabriel aber stellt es so dar, als m&uuml;sse es laut SPD und DGB lediglich m&ouml;glich bleiben, Normen weiter zu verbessern. Er bleibt damit weit hinter dem zur&uuml;ck, was tats&auml;chlich in dem Papier steht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was Gabriel dar&uuml;ber hinaus auch h&auml;tte schreiben k&ouml;nnen und vielleicht m&uuml;ssen: Im <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/magmb_201406_ttip.pdf\">DGB-Kongress-Beschluss zu TTIP<\/a> wird gefordert, dass Arbeits- und Sozialstandards international auf h&ouml;chstem Niveau einander angeglichen werden m&uuml;ssen. Diese Positionierung geht sogar noch einen Schritt &uuml;ber die Formulierung im SPD-DGB-Papier hinaus. Sp&auml;testens hier wird deutlich: In der Frage der Erhaltung\/Setzung von Standards gibt es zwischen Gabriel und Gewerkschaften deutliche Differenzen, deren Darstellung Gabriel nur umschiffen kann, indem er entscheidende Sachverhalte schlicht verschweigt.<\/p>\n<p>Eine weitere kurze Bemerkung: Wenig beruhigend klingt es auch, wenn Gabriel schreibt, dass die &ldquo;Entscheidungsfreiheit regionaler K&ouml;rperschaften &uuml;ber die &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge unber&uuml;hrt&rdquo; bleiben m&uuml;sse. Denn erstens ist diese Formulierung schwammig. Zweitens und vor allem aber findet &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge nicht nur auf regionaler Ebene statt, sondern auch auf Bundesebene. Gabriels Formulierung schlie&szlig;t damit insbesondere eine unwiderrufliche Liberalisierung des Bahnverkehrs durch Freihandelsabkommen nicht aus.<\/p>\n<ul>\n<li><em>dass beide Vertragspartner sich verpflichten sollen, internationale &Uuml;bereink&uuml;nfte und Normen in den Bereichen Umwelt, Arbeit und Verbraucherschutz zu beachten und umzusetzen &ndash; insbesondere die ILO-Kernarbeitsnormen, auf deren Einhaltung im Rahmen von EU-Handelsabkommen auch der Koalitionsvertrag verweist,<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier gilt, was eben schon angesprochen wurde: Zwar gibt es Passagen im SPD-DGB-Papier, die diese Formulierungen Gabriels rechtfertigen. Es gibt aber eben auch Passagen, in denen weitergehende Forderungen erhoben werden &ndash; und die bleibt Gabriel schuldig.<\/p>\n<ul>\n<li><em>dass die europ&auml;ischen oder nationalen demokratischen Willensbildungsprozesse und Entscheidungen in Parlamenten und Regierungen durch die Freihandelsabkommen weder direkt noch indirekt eingeschr&auml;nkt werden d&uuml;rfen,<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Das SPD-DGB-Positionspapier ist auch hier konkreter und weitergehender, als Gabriel es wiedergibt. Unter Punkt 8 hei&szlig;t es dort: &ldquo;Die F&auml;higkeit von Parlamenten und Regierungen, Gesetze und Regeln zum Schutz und im Sinne der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zu erlassen, darf auch nicht durch die Schaffung eines &lsquo;Regulierungsrates&rsquo; im Kontext regulatorischer Kooperation oder durch weitgehende Investitionsschutzvorschriften erschwert werden.&rdquo;<\/p>\n<ul>\n<li>Das SPD-DGB-Papier nennt explizit einen &ldquo;Regulierungsrat&rdquo; sowie &ldquo;Investitionsschutzvorschriften&rdquo; als Mechanismen, durch die die genannten demokratischen Entscheidungen erschwert werden. Gabriel verschweigt dies &ndash; denn wenn er sie nennen w&uuml;rde, m&uuml;sste er sie ablehnen. Dann h&auml;tte er sie als rote Linien ebenso benannt, wie sie im SPD-DGB-Papier als rote Linien benannt sind. Das m&ouml;chte er offenbar nicht.<\/li>\n<li>Das SPD-DGB-Papier spricht davon, dass demokratische Entscheidungen nicht &ldquo;erschwert&rdquo; werden d&uuml;rfen, Gabriel aber will sie lediglich nicht &ldquo;einschr&auml;nken&rdquo;. Etwas zu &ldquo;erschweren&rdquo;, bedeutet nicht, etwas ganz oder teilweise unm&ouml;glich zu machen. Etwas &ldquo;einzuschr&auml;nken&rdquo; aber bedeutet genau das. Man kann Handlungen &ldquo;erschweren&rdquo;, ohne sie im Wortsinne &ldquo;einzuschr&auml;nken&rdquo;. Damit schw&auml;cht Gabriel einmal mehr die Aussage des SPD-DGB-Papiers ab. Dies ist keineswegs zu vernachl&auml;ssigen. Ein Beispiel: Ein Regulierungsrat oder Investitionsschutzvorschriften k&ouml;nnen sehr wohl das Handeln von Parlamenten und Regierungen erschweren, etwa, wenn bestimmte Gesetze oder Vorhaben zun&auml;chst auf ihre Notwendigkeit und Angemessenheit gepr&uuml;ft werden m&uuml;ssen. Das bedeutet noch nicht, dass das Handeln auch tats&auml;chlich eingeschr&auml;nkt w&uuml;rde.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><em>dass die Gleichbehandlung von inl&auml;ndischen und ausl&auml;ndischen Investitionen und Investoren durch die ganz normalen verfassungsm&auml;&szlig;ig verbrieften Rechte und den demokratischen Rechtsstaat gesichert werden und wir im Rahmen der Vertr&auml;ge keine Investor-Staat-Schiedsverfahren einf&uuml;hren wollen. Wir entwickeln rechtsstaatliche Alternativen zu den bislang geplanten Schiedsgerichten. z.B. die Berufung oberer Bundesrichter oder die Einrichtung eines echten zwischenstaatlichen Handelsgerichtshofs zur Entscheidung &uuml;ber Handelsstreitigkeiten.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier widerspricht sich Gabriel wohl selbst. Im ersten Satz schreibt er, er wolle &ldquo;im Rahmen der Vertr&auml;ge keine Investor-Staat-Schiedsverfahren&rdquo; einf&uuml;hren. Im zweiten Satz aber m&ouml;chte er &ldquo;Alternativen zu den bislang geplanten Schiedsgerichten&rdquo; entwickeln. Gabriel w&uuml;rde sich nur dann nicht widersprechen, wenn solche &ldquo;Alternativen&rdquo; au&szlig;erhalb der Freihandelsvertr&auml;ge verankert w&uuml;rden. Von entsprechenden Verhandlungen und Pl&auml;nen aber ist bislang nichts bekannt. Im Gegenteil: In CETA, das schon ausverhandelt ist, soll es Schiedsverfahren geben, die direkt in den Vertr&auml;gen geregelt sind. Zumindest bezogen auf CETA spricht Gabriel damit die Unwahrheit. Und da TTIP sich an CETA orientieren d&uuml;rfte, wohl auch f&uuml;r TTIP.<\/p>\n<p>M&ouml;glicherweise versucht Gabriel hier lediglich, so zu argumentieren, wie es auch die Europ&auml;ische Kommission tut: Man kritisiert &ldquo;alte&rdquo; Investor-Staat-Schiedsverfahren und gibt als Ziel aus, in j&uuml;ngeren Freihandelsabkommen &ldquo;neue&rdquo; und &ldquo;bessere&rdquo; Verfahren zu etablieren. (Sollte Gabriel so argumentieren wollen, so w&uuml;rden sich sein Satz 1 und sein Satz 2 allerdings nach wie vor widersprechen.) Diese &ldquo;neuen&rdquo; Verfahren sollen beispielsweise Berufungsm&ouml;glichkeiten und Transparenz vorsehen, auf klareren Formulierungen beruhen und bisherige Interessenkonflikte der handelnden Akteure beenden. Sie beheben also ein paar Schw&auml;chen der bisherigen Verfahren &ndash; ein paar jener Schw&auml;chen, deretwegen die Investor-Staat-Schiedsverfahren zu Recht immer wieder in der Kritik stehen. Allerdings wird auch mit diesen &ldquo;besseren&rdquo; Verfahren eine Gerichtsbarkeit au&szlig;erhalb des Rechtsstaats etabliert, die undemokratisch und rechtsstaatlich fragw&uuml;rdig ist. <\/p>\n<p>In jedem Fall tut Gabriel so, als sei diese Positionierung Bestandteil des SPD-DGB-Papiers. Dies ist sie aber nicht, denn dort hei&szlig;t es unmissverst&auml;ndlich: &ldquo;Investitionsschutzvorschriften sind in einem Abkommen zwischen den USA und der EU grunds&auml;tzlich nicht erforderlich und sollten nicht mit TTIP eingef&uuml;hrt werden. In jedem Fall sind Investor-Staat-Schiedsverfahren [&hellip;] abzulehnen.&rdquo; Einmal mehr gibt Gabriel Inhalte des Papiers unzutreffend, abgeschw&auml;cht und im eigenen Sinne wieder.<\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Exakt auf dieser Linie versuchen die sozialdemokratischen Mitglieder der Bundesregierung und das SPD-gef&uuml;hrte Bundeswirtschaftsministerium auf die Verhandlungen der Europ&auml;ischen Kommission Einfluss zu nehmen. Au&szlig;erdem haben wir einen nationalen Beirat zu den Verhandlungen auf europ&auml;ischer Ebene eingerichtet, bei dem die Verb&auml;nde und Organisationen von Wirtschaft, Gewerkschaften, Kultur, dem Umwelt- und Sozialbereich und dem Verbraucherschutz vertreten sind und regelm&auml;&szlig;ig informiert werden.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Fragt sich, weshalb Gabriel hier einerseits die Europ&auml;ische Kommission, andererseits die Zivilgesellschaft (&uuml;ber den genannten Beirat) als Zielobjekt sozialdemokratischer Einflussnahme\/Information nennt. Offenbar beansprucht er f&uuml;r die Sozialdemokratie, eine dritte Position zu vertreten &ndash; einerseits etwas reflektierter als die Kommission, aber andererseits auch weniger freihandelskritisch als viele Akteure der Zivilgesellschaft. Immerhin macht er damit deutlich, dass die SPD nicht jene vertritt, die Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA ablehnen. Dies gilt umso mehr, als Gabriel die Akteure der Zivilgesellschaft in seinem Beirat lediglich &ldquo;informieren&rdquo; m&ouml;chte, was umgekehrt bedeutet, dass er sich nicht auf deren Argumente einzulassen beabsichtigt. Genau dies haben einige Mitglieder des Beirats j&uuml;ngst in einem <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/wirtschaftsticker\/konjunktur-scharfe-kritik-an-gabriel-von-ttip-beirat_id_4385594.html\">Brandbrief<\/a> kritisiert.<\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Vor diesem Hintergrund habe ich bereits deutlich gemacht: Auch wenn der Teil zum Investorenschutz in CETA gegen&uuml;ber vorherigen Abkommen erhebliche Fortschritte an Transparenz enth&auml;lt, halte ich die Zeit noch nicht f&uuml;r reif, CETA nach jetzigem Stand zuzustimmen. <\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Gabriel schreibt hier explizit nicht, dass er CETA nicht zustimmen wird. Denn wenn &ldquo;die Zeit noch nicht [&hellip;] reif&rdquo; ist, um &ldquo;CETA nach jetzigem Stand zuzustimmen&rdquo;, so bedeutet dies, dass die Zeit irgendwann durchaus reif sein kann oder wird, um &ldquo;CETA nach jetzigem Stand zuzustimmen&rdquo;. Dies entspricht auch der Position, die Gabriel Ende November 2014 im Bundestag ge&auml;u&szlig;ert hat und die von Medien und Verb&auml;nden zu Recht als Umfallen gewertet wurde (die Rede ist oben schon zitiert).<\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Unser Ziel ist, weitere Verbesserungen zu erreichen. <\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Man mag Gabriel glauben, dass er sich bem&uuml;ht, &ldquo;Verbesserungen&rdquo; zu erreichen. Wird die SPD aber gegen das Abkommen stimmen, wenn diese Verbesserungen nicht erreicht werden? Und gen&uuml;gen die Verbesserungen, die Gabriel anstrebt, damit das Abkommen akzeptabel wird? Die voranstehenden Ausf&uuml;hrungen legen die Vermutung nahe, dass beide Fragen mit &ldquo;Nein&rdquo; zu beantworten sind. Auch, weil Gabriel an keiner Stelle gewillt ist, rote Linien zu formulieren und auch, weil er die im SPD-DGB-Papier benannten roten Linien verschweigt oder abschw&auml;cht.<\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Was wir nicht f&uuml;r richtig halten, ist der von manchen &ouml;ffentlichen Kritikern der Freihandelsabkommen geforderte Abbruch der Verhandlungen.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Gabriel scheint es wichtig zu sein, eine N&auml;he seiner eigenen Person und seiner Partei zu den Gewerkschaften zu suggerieren. Dies wird an mehreren Stellen des Mitgliederbriefs deutlich. Vermutlich deshalb verschweigt er, dass der von ihm abgelehnte, &ldquo;von manchen &ouml;ffentlichen Kritikern der Freihandelsabkommen geforderte Abbruch der Verhandlungen&rdquo; auch von den Gewerkschaften gefordert wird. Der DGB-Kongress-Beschluss aus 2014 ist da schon im Titel eindeutig: &ldquo;Freihandelsverhandlungen mit den USA aussetzen&rdquo;.<\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Denn letztlich geht es bei den Freihandelsabkommen um die Regeln der Globalisierung. Nach dem Scheitern weltweiter Handelsstandards in der Welthandelsorganisation (WTO) versuchen jetzt die gro&szlig;en Wirtschaftsr&auml;ume die politischen, sozialen, kulturellen und &ouml;kologischen Standards im Welthandel zu beeinflussen. Die Verlagerung der Zentren der Weltwirtschaft nach Asien und China setzen Europa unter Druck. W&auml;hrend bei uns die Bev&ouml;lkerung und das Wirtschaftswachstum abnehmen und die sozialen und &ouml;kologischen Standards hoch sind, ist es im Asien-Pazifik-Raum eher umgekehrt. Noch sind die USA und Europa die gr&ouml;&szlig;ten Handelsr&auml;ume, aber man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass wir diese Stellung nicht auf Dauer haben werden. Die Standards des Welthandels &ndash; auch die &ouml;kologischen und sozialen &ndash; werden in Zukunft weit mehr durch die Asien-Pazifik-Region bestimmt werden als durch Europa oder Deutschland. Im Grunde stehen wir vor der Alternative: Schaffen wir Europ&auml;er es, die politischen, sozialen, kulturellen und &ouml;kologischen Standards im Welthandel mit zu bestimmen, oder werden wir uns in absehbarer Zeit an die Standards anderer anpassen m&uuml;ssen?<\/em><\/p>\n<p><em>Wir setzen darauf, dass auch in den rasant wachsenden Schwellenl&auml;ndern und den neuen globalen Wirtschaftsm&auml;chten das Bed&uuml;rfnis zunimmt, soziale Ungleichheit und Umweltzerst&ouml;rung zu bek&auml;mpfen. Europa hat mit seinen eigenen Standards dabei etwas anzubieten. Doch der Erfolg h&auml;ngt davon ab, ob wir unseren politischen Einfluss aktiv zur Geltung bringen.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>In den eben zitierten Passagen erweckt Gabriel den Eindruck, dass Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP dazu dienten, soziale und &ouml;kologische Standards zu sichern und weltweit zu verbreiten. Dies ist eine oft vorgetragene Behauptung der Freihandelsbef&uuml;rworterInnen, die aber nicht dadurch richtiger wird, dass man sie immer wieder wiederholt. Da in Freihandelsabkommen allenfalls Mindeststandards festgeschrieben werden, und auch die nur unzureichend und unverbindlich, k&ouml;nnen Freihandelsabkommen keine Standards systematisch sichern oder gar ausbauen. Im Gegenteil, sie gef&auml;hrden sie aus den <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=22297\">bekannten Gr&uuml;nden<\/a>. Standards zu sichern, ist letztlich auch gar nicht die Aufgabe und gar nicht das Ziel solcher Abkommen. Das wei&szlig; Gabriel auch, weshalb er seine Ausf&uuml;hrungen im Anschluss sogleich wieder relativiert:<\/p>\n<blockquote><p>\n<em>Als Sozialdemokraten wissen wir: Die Globalisierung und der Welthandel werden nicht von heute auf morgen Spielregeln entwickeln, die aus unserer Sicht wirklich sozial gerecht und &ouml;kologisch verantwortungsbewusst sind. So wie der soziale Fortschritt in Deutschland jahrzehntelang Schritt f&uuml;r Schritt und &uuml;ber viele Reformen hinweg erk&auml;mpft werden musste, wird es auch bei der demokratischen, sozialen und &ouml;kologischen Gestaltung der Globalisierung eines langen Atems bed&uuml;rfen. Aber die Geschichte der SPD zeigt: Mut, Selbstbewusstsein und Optimismus lohnen sich. Und wegducken hat das Leben noch nie besser gemacht. Darum geht es auch jetzt wieder.<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Gabriel tut hier so, als seien soziale Errungenschaften auf nationaler Ebene und auf globaler Ebene unabh&auml;ngig voneinander, als existierten sie in Parallelwelten &ndash; denn w&auml;hrend Globalisierung und Welthandel bei sozialen Standards hinterherhinkten, wie er schreibt, habe und behalte Deutschland seine Standards. Damit suggeriert Gabriel, dass Freihandelsabkommen und Globalisierung die sozialen Errungenschaften auf nationaler Ebene nicht gef&auml;hrdeten. Diese Annahme ist falsch: Erstens k&ouml;nnen Freihandelsabkommen direkten Druck auf soziale Standards aus&uuml;ben. Zweitens setzen niedrigere Standards in manchen L&auml;ndern diejenigen L&auml;nder unter Druck, die h&ouml;here Standards haben &ndash; denn Arbeitsrechte, Sozialleistungen und &auml;hnliches kosten die Unternehmen Geld und sind damit Wettbewerbsnachteile. Es braucht vor diesem Hintergrund soziale Errungenschaften auf globaler Ebene gerade deshalb, weil andernfalls soziale Errungenschaften auf nationaler Ebene unter Druck geraten. Damit aber muss die Reihenfolge umgekehrt werden: Nicht zuerst klassische Freihandelsabkommen und Globalisierung einf&uuml;hren in der Hoffnung, globale soziale Standards w&uuml;rden sp&auml;ter folgen, sondern H&ouml;chststandards f&uuml;r alle beteiligten L&auml;nder vom Beginn an. Freihandelsabkommen, die dies nicht gew&auml;hrleisten, sind abzulehnen. <\/p>\n<p>Davon abgesehen, sei auch auf die Geschichtsvergessenheit dieser Gabrielschen Formulierungen hingewiesen. Denn nicht nur durch &ldquo;Reformen&rdquo;, wie er schreibt, sondern auch und vor allem durch Revolutionen, Proteste und Streiks wurde der &ldquo;soziale Fortschritt&rdquo; in Deutschland erreicht. Er wurde erk&auml;mpft. Und zwar gegen die herrschenden Eliten. Proteste und Streiks aber scheinen f&uuml;r Gabriel im Zeitalter der Globalisierung nicht mehr stattzufinden oder nicht mehr notwendig zu sein. Gabriel suggeriert, dass die in Nationalstaaten hart erk&auml;mpften sozialen Errungenschaften durch die Sozialdemokratie auf globaler Ebene in Freihandelsvertr&auml;gen erreicht werden k&ouml;nnen und sollen. Das ist an Selbst&uuml;bersch&auml;tzung kaum mehr zu &uuml;berbieten. Das Gegenteil ist wohl eher wahr: Die SPD ist l&auml;ngst Teil der Eliten, und gegen diese SPD m&uuml;ssen soziale Errungenschaften &ndash; auch durch Proteste und Streiks &ndash; auf globaler Ebene erk&auml;mpft sowie auf nationaler Ebene verteidigt werden.\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Fazit<\/strong>\n<p>Gabriel schreibt seinen SPD-Mitgliedern eine E-Mail, die von taktischer Wortwahl und unverbindlichen Inhalten gepr&auml;gt ist. Sein Ziel ist es, Zustimmung zu Freihandelsabkommen &ndash; TTIP, CETA &ndash; zu gewinnen. Um dies zu erreichen und um sich an einigen Punkten zugleich nicht zu sehr festzulegen, l&auml;sst Gabriel manches weg, was er der Ehrlichkeit und Vollst&auml;ndigkeit halber h&auml;tte erw&auml;hnen m&uuml;ssen. Er arbeitet mit Halbwahrheiten, Allgemeinpl&auml;tzen und Auslassungen. Im Ergebnis<\/p>\n<ul>\n<li>spielt Gabriel die Gefahren herunter, die von Freihandelsabkommen ausgehen, und<\/li>\n<li>suggeriert er eine N&auml;he zwischen sich, der SPD und den Gewerkschaften, die in dieser Frage bei Weitem nicht existiert.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Der vollst&auml;ndige Mitgliederbrief der SPD im Wortlaut<\/strong><br>\n<blockquote><p>\n<em>(Anrede),<\/em><\/p>\n<p><em>ein Thema hat im letzten Jahr viele Menschen besorgt und wird uns auch in diesem Jahr intensiv besch&auml;ftigen: die Freihandelsabkommen der Europ&auml;ischen Union (EU) mit den USA (TTIP) und mit Kanada (CETA).<\/em><\/p>\n<p><em>Viele B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger, auch uns nahestehende Verb&auml;nde und Organisationen, &auml;u&szlig;ern teils heftige Kritik an diesen geplanten Freihandelsabkommen, sind ver&auml;rgert &uuml;ber die mangelnde Transparenz der Verhandlungen und haben die Bef&uuml;rchtung, dass durch die Freihandelsabkommen bew&auml;hrte europ&auml;ische Standards etwa im Verbraucher- und Umweltschutz, bei den Arbeitnehmerrechten, in der Daseinsvorsorge und der Kultur ausgeh&ouml;hlt werden k&ouml;nnten. Insbesondere auch die Frage des Investorenschutzes weckt gro&szlig;es Misstrauen.<\/em><\/p>\n<p><em>Freihandelsabkommen ja, aber nicht um jeden Preis.<\/em><\/p>\n<p><em>In den Gespr&auml;chen, die ich in unserer Partei f&uuml;hre, nehme ich Unbehagen und Unsicherheit wahr. Manchmal gibt es auch die Sorge, dass sich die SPD auf Bundesebene oder in der Bundesregierung bereits auf eine bedingungslose Zustimmung zu diesen geplanten Freihandelsabkommen festgelegt habe. Weil gerade das nicht stimmt, m&ouml;chte ich Dich zu Beginn des neuen Jahres &uuml;ber den Stand der Verhandlungen auf europ&auml;ischer Ebene, &uuml;ber meine Haltung als Vorsitzender der SPD und als Bundeswirtschaftsminister informieren und Dich herzlich dazu einladen, Dich in die laufenden Diskussionen in unserer Partei &uuml;ber die Chancen und Risiken der Abkommen einzubringen. Deine Meinung zu diesem Thema ist mir wichtig &ndash; hier kannst Du uns Deine Frage zu TTIP und CETA stellen.<\/em><\/p>\n<p><em>Das erste Mal haben wir uns mit den geplanten Freihandelsabkommen im Rahmen der Abstimmung der SPD-Mitglieder &uuml;ber den Koalitionsvertrag besch&auml;ftigt. Die Bundesrepublik hat in der Vergangenheit eine gro&szlig;e Zahl von Freihandelsabkommen und 130 bilaterale Investitionsschutzabkommen abgeschlossen. Heute hat die Europ&auml;ische Union die Aufgabe &uuml;bernommen, f&uuml;r alle Mitgliedsstaaten der EU die Verhandlungen &uuml;ber Freihandelsabkommen zu f&uuml;hren. Am Ende m&uuml;ssen allerdings bei sogenannten &bdquo;gemischten Abkommen&ldquo;, die auch Kompetenzen der Mitgliedstaaten ber&uuml;hren, alle nationalen Parlamente &uuml;ber Zustimmung oder Ablehnung entscheiden. Der Abbau von Z&ouml;llen und anderen Handelsbarrieren liegt im nat&uuml;rlichen Interesse einer Exportnation wie der deutschen. Millionen Arbeitspl&auml;tze h&auml;ngen in unserem Land vom Export und von m&ouml;glichst freien Handelswegen ab. Deshalb hat sich die SPD mit CDU und CSU im Koalitionsvertrag auch darauf verst&auml;ndigt, das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) zu unterst&uuml;tzen und den Freihandel zu st&auml;rken. Dies gilt auch f&uuml;r das Abkommen mit Kanada (CETA).<\/em><\/p>\n<p><em>Danach haben wir auf der Grundlage einer Vereinbarung mit dem DGB auf unserem Parteikonvent beschlossen, dass wir grunds&auml;tzlich die geplanten Freihandelsabkommen begr&uuml;&szlig;en &ndash; allerdings nicht um jeden Preis. Vor allem ist f&uuml;r SPD und DGB wichtig:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>dass die Verhandlungen endlich transparent und f&uuml;r alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger Europas nachvollziehbar gef&uuml;hrt werden,<\/em><\/li>\n<li><em>dass die geplanten Freihandelsabkommen keine sozialen, &ouml;kologischen oder kulturellen Standards gef&auml;hrden d&uuml;rfen, dass weitere Verbesserungen dieser Normen m&ouml;glich sein m&uuml;ssen und dass die Entscheidungsfreiheit regionaler K&ouml;rperschaften &uuml;ber die &ouml;ffentliche Daseinsvorsorge unber&uuml;hrt bleibt,<\/em><\/li>\n<li><em>dass beide Vertragspartner sich verpflichten sollen, internationale &Uuml;bereink&uuml;nfte und Normen in den Bereichen Umwelt, Arbeit und Verbraucherschutz zu beachten und umzusetzen &ndash; insbesondere die ILO-Kernarbeitsnormen, auf deren Einhaltung im Rahmen von EU-Handelsabkommen auch der Koalitionsvertrag verweist,<\/em><\/li>\n<li><em>dass die europ&auml;ischen oder nationalen demokratischen Willensbildungsprozesse und Entscheidungen in Parlamenten und Regierungen durch die Freihandelsabkommen weder direkt noch indirekt eingeschr&auml;nkt werden d&uuml;rfen,<\/em><\/li>\n<li><em>dass die Gleichbehandlung von inl&auml;ndischen und ausl&auml;ndischen Investitionen und Investoren durch die ganz normalen verfassungsm&auml;&szlig;ig verbrieften Rechte und den demokratischen Rechtsstaat gesichert werden und wir im Rahmen der Vertr&auml;ge keine Investor-Staat-Schiedsverfahren einf&uuml;hren wollen.Wir entwickeln rechtsstaatliche Alternativen zu den bislang geplanten Schiedsgerichten. z.B. die Berufung oberer Bundesrichter oder die Einrichtung eines echten zwischenstaatlichen Handelsgerichtshofs zur Entscheidung &uuml;ber Handelsstreitigkeiten.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Exakt auf dieser Linie versuchen die sozialdemokratischen Mitglieder der Bundesregierung und das SPD-gef&uuml;hrte Bundeswirtschaftsministerium auf die Verhandlungen der Europ&auml;ischen Kommission Einfluss zu nehmen. Au&szlig;erdem haben wir einen nationalen Beirat zu den Verhandlungen auf europ&auml;ischer Ebene eingerichtet, bei dem die Verb&auml;nde und Organisationen von Wirtschaft, Gewerkschaften, Kultur, dem Umwelt- und Sozialbereich und dem Verbraucherschutz vertreten sind und regelm&auml;&szlig;ig informiert werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Gemeinsames Handeln der Sozialdemokraten in Europa.<\/em><\/p>\n<p><em>Vor allem aber suchen wir B&uuml;ndnispartner unter anderen EU-Mitgliedsstaaten &ndash; insbesondere dort, wo Sozialdemokraten in der Regierung sind. W&auml;hrend bei TTIP die Verhandlungen sich erst in einem fr&uuml;hen Stadium befinden und daher einen gr&ouml;&szlig;eren Raum f&uuml;r politische Einflussnahme bieten, ist das Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA) von der Europ&auml;ischen Kommission bereits weitestgehend verhandelt worden. CETA befindet sich in einem weit fortgeschrittenen Stadium, wurde allerdings auf dem EU-Kanada-Gipfel Ende September auch aufgrund des Drucks der Sozialdemokraten im Europ&auml;ischen Parlament zun&auml;chst nicht paraphiert. Daraus ergibt sich die M&ouml;glichkeit, dass sich die Bundesregierung in der kommenden Zeit noch f&uuml;r Nachbesserungen bei CETA einsetzt, auch im Bereich des Investorenschutzes.<\/em><\/p>\n<p><em>Vor diesem Hintergrund habe ich bereits deutlich gemacht: Auch wenn der Teil zum Investorenschutz in CETA gegen&uuml;ber vorherigen Abkommen erhebliche Fortschritte an Transparenz enth&auml;lt, halte ich die Zeit noch nicht f&uuml;r reif, CETA nach jetzigem Stand zuzustimmen. Dies hat die Bundesregierung der EU-Kommission und unseren europ&auml;ischen Partnern auch offiziell deutlich gemacht. Die Gespr&auml;che zeigen allerdings zugleich, dass etliche der anderen EU-Mitgliedstaaten und sozialdemokratischen Regierungen bisher CETA und die in CETA enthaltenen Bestimmungen zum Investorenschutz durchaus positiv bewerten. Deshalb m&ouml;chte ich, dass wir Sozialdemokraten in Europa unsere Haltung st&auml;rker abstimmen. Diese Gespr&auml;che habe ich aufgenommen und werde sie gemeinsam mit Martin Schulz, unserem Pr&auml;sidenten des Europ&auml;ischen Parlaments, im neuen Jahr fortsetzen, gemeinsam mit unseren Partnern in der Parteienfamilie und mit den sozialdemokratischen Regierungschefs. Aus diesem Grund habe ich das Thema auch auf die Agenda des n&auml;chsten Treffens der sozialdemokratischen Regierungschefs und Parteif&uuml;hrer im Februar in Madrid gesetzt.<\/em><\/p>\n<p><em>Unser Ziel ist, weitere Verbesserungen zu erreichen. Das schaffen wir nur durch gemeinsames Handeln. Daf&uuml;r muss die verbleibende Zeit bis zu den Abstimmungen &uuml;ber CETA nun aktiv genutzt werden. Eine zentrale Rolle wird im Fr&uuml;hjahr auch das Europ&auml;ische Parlament spielen, das sich gr&uuml;ndlich mit dem Abkommen auseinandersetzen wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Globalisierung braucht Spielregeln. Wer bestimmt sie in Zukunft?<\/em><\/p>\n<p><em>Was wir nicht f&uuml;r richtig halten, ist der von manchen &ouml;ffentlichen Kritikern der Freihandelsabkommen geforderte Abbruch der Verhandlungen.<\/em><\/p>\n<p><em>Denn letztlich geht es bei den Freihandelsabkommen um die Regeln der Globalisierung. Nach dem Scheitern weltweiter Handelsstandards in der Welthandelsorganisation (WTO) versuchen jetzt die gro&szlig;en Wirtschaftsr&auml;ume die politischen, sozialen, kulturellen und &ouml;kologischen Standards im Welthandel zu beeinflussen. Die Verlagerung der Zentren der Weltwirtschaft nach Asien und China setzen Europa unter Druck. W&auml;hrend bei uns die Bev&ouml;lkerung und das Wirtschaftswachstum abnehmen und die sozialen und &ouml;kologischen Standards hoch sind, ist es im Asien-Pazifik-Raum eher umgekehrt. Noch sind die USA und Europa die gr&ouml;&szlig;ten Handelsr&auml;ume, aber man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass wir diese Stellung nicht auf Dauer haben werden. Die Standards des Welthandels &ndash; auch die &ouml;kologischen und sozialen &ndash; werden in Zukunft weit mehr durch die Asien-Pazifik-Region bestimmt werden als durch Europa oder Deutschland. Im Grunde stehen wir vor der Alternative: Schaffen wir Europ&auml;er es, die politischen, sozialen, kulturellen und &ouml;kologischen Standards im Welthandel mit zu bestimmen, oder werden wir uns in absehbarer Zeit an die Standards anderer anpassen m&uuml;ssen?<\/em><\/p>\n<p><em>Wir setzen darauf, dass auch in den rasant wachsenden Schwellenl&auml;ndern und den neuen globalen Wirtschaftsm&auml;chten das Bed&uuml;rfnis zunimmt, soziale Ungleichheit und Umweltzerst&ouml;rung zu bek&auml;mpfen. Europa hat mit seinen eigenen Standards dabei etwas anzubieten. Doch der Erfolg h&auml;ngt davon ab, ob wir unseren politischen Einfluss aktiv zur Geltung bringen.<\/em><\/p>\n<p><em>Als Sozialdemokraten wissen wir: Die Globalisierung und der Welthandel werden nicht von heute auf morgen Spielregeln entwickeln, die aus unserer Sicht wirklich sozial gerecht und &ouml;kologisch verantwortungsbewusst sind. So wie der soziale Fortschritt in Deutschland jahrzehntelang Schritt f&uuml;r Schritt und &uuml;ber viele Reformen hinweg erk&auml;mpft werden musste, wird es auch bei der demokratischen, sozialen und &ouml;kologischen Gestaltung der Globalisierung eines langen Atems bed&uuml;rfen. Aber die Geschichte der SPD zeigt: Mut, Selbstbewusstsein und Optimismus lohnen sich. Und wegducken hat das Leben noch nie besser gemacht. Darum geht es auch jetzt wieder.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir entscheiden gemeinsam.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir werden deshalb gemeinsam mit unseren Freundinnen und Freunden aus den anderen sozialdemokratischen Parteien Europas die Verhandlungen der EU &uuml;ber diese Freihandelsabkommen begleiten und versuchen, sie in unserem Sinne zu beeinflussen. Und nach Abschluss der Verhandlungen werden wir im Verbund unserer europ&auml;ischen Schwesterparteien und auch auf einem erneuten SPD-Parteikonvent die Verhandlungsergebnisse bewerten und entscheiden, ob sie die Zustimmung erm&ouml;glichen.<\/em><\/p>\n<p><em>Alle sind herzlich eingeladen, diese wichtige Diskussion um die politischen, sozialen, &ouml;kologischen und kulturellen Standards und Regeln des Welthandels in der SPD und mit allen interessierten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern zu f&uuml;hren. Mutig, selbstbewusst und optimistisch.<\/em><\/p>\n<p><em>Herzlich Euer Sigmar Gabriel<\/em>\n<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/51d79c9ca36e4a4697bd6c919e1d5e8c\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der SPD-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat sich j&uuml;ngst per E-Mail an die Mitglieder seiner Partei gewandt. Thema seines Schreibens: Das derzeit verhandelte Freihandelsabkommen &ldquo;TTIP&rdquo; zwischen der Europ&auml;ischen Union und den USA sowie das &ldquo;CETA&rdquo;-Abkommen mit Kanada. Ziel seines Schreibens: Die SPD-Mitglieder zu beruhigen und auf Linie bringen. &Uuml;berzeugend sind Gabriels Argumente nicht. Auch, weil<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24825\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[37,191,11,157],"tags":[517,380,1247,895,401,1006,443],"class_list":["post-24825","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-globalisierung","category-spd","category-strategien-der-meinungsmache","category-wettbewerbsfaehigkeit","tag-dgb","tag-export","tag-fiskalpakt","tag-freihandel","tag-gabriel-sigmar","tag-regulierung","tag-standortwettbewerb"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24825","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=24825"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24825\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24828,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/24825\/revisions\/24828"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=24825"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=24825"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=24825"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}