{"id":24835,"date":"2015-02-03T08:52:21","date_gmt":"2015-02-03T07:52:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835"},"modified":"2015-02-03T08:54:01","modified_gmt":"2015-02-03T07:54:01","slug":"hinweise-des-tages-2304","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h01\">Griechenland nach der Wahl &minus; Keine Gefahr, sondern eine Chance f&uuml;r Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h02\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h03\">Spanien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h04\">Italien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h05\">Ifo-Berechnung: Deutschland hat weltweit h&ouml;chsten Export&uuml;berschuss<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h06\">Kriegshetze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h07\">U.S. Considers Supplying Arms to Ukraine Forces, Officials Say<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h08\">Grenz&uuml;berschreitende Besteuerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h09\">Dauerbaustelle Sozialstaat &ndash; Chronologie gesetzlicher Neuregelungen in der Sozialpolitik 1998 &ndash; 2014<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h10\">Freude am Union Busting<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h11\">Westliche Geopolitik und ihre Umsetzung &ndash; das Beispiel Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h12\">In Saudi-Arabien wird munter weiter gek&ouml;pft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835#h13\">Unterwerfung als Freiheit<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24835&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland nach der Wahl &minus; Keine Gefahr, sondern eine Chance f&uuml;r Europa<\/strong><br>\nDer politische Erdrutsch in Griechenland ist eine Chance nicht nur f&uuml;r dieses krisengesch&uuml;ttelte Land, sondern auch daf&uuml;r, die Wirtschafts- und Sozialpolitik der EU grunds&auml;tzlich zu &uuml;berdenken und zu korrigieren.<br>\nWir unterstreichen erneut die von Seiten der Gewerkschaften in den zur&uuml;ckliegenden Jahren vielfach ge&auml;u&szlig;erte Kritik: Die entscheidenden Bedingungen, unter denen die finanziellen Hilfen f&uuml;r Griechenland gew&auml;hrt werden, hatten von Anfang an nicht die Bezeichnung &raquo;Reform&laquo; verdient. Die Milliarden, die nach Griechenland geflossen sind, wurden vor allem f&uuml;r die Stabilisierung des Finanzsektors verwendet. Gleichzeitig wurde das Land mit einer brutalen K&uuml;rzungspolitik in die tiefste Rezession und damit zugleich in die h&ouml;chste Staatsverschuldung der gesamten EU getrieben. Die Folge ist eine soziale und humanit&auml;re Krise ohne Beispiel in Europa: Ein Drittel der Bev&ouml;lkerung lebt in Armut, soziale Absicherungen wurden massiv geschw&auml;cht, der Mindestlohn um 22% gesenkt, das Tarifvertragssystem und andere Schutzrechte f&uuml;r noch Besch&auml;ftigte demontiert, und ausgerechnet die unteren Einkommensgruppen wurden zus&auml;tzlich steuerlich belastet. Die Arbeitslosigkeit liegt jetzt bei 27%, unter Jugendlichen sogar bei &uuml;ber 50%. Vielen Menschen fehlen ausreichende Mittel f&uuml;r Nahrung, Strom, Heizung und Wohnung. Ein gro&szlig;er Teil der Bev&ouml;lkerung hat keine Krankenversicherung mehr und bekommt nur noch in Notf&auml;llen Zugang zu &auml;rztlicher Versorgung. Das Wahlergebnis ist ein vernichtendes Urteil &uuml;ber diese verfehlte Politik.<br>\nMit Reformen, die an den tats&auml;chlichen Problemen Griechenlands ansetzen, hatte all dies nichts zu tun. Keines der strukturellen Probleme des Landes wurde gel&ouml;st, es wurden aber zus&auml;tzliche geschaffen. Es war eine Politik des Abbaus, nicht des Aufbaus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.europa-neu-begruenden.de\/\">Europa neu begr&uuml;nden<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Die Liste der Erstunterzeichner entspricht dem who is who der deutschen Gewerkschaften. Vielleicht kann der Sieg Syrizas ja auch ein Weckruf f&uuml;r die Gewerkschaftsbewegung sein?<\/em><\/p>\n<p><strong>Passend dazu: IG Metall &ndash; Griechenland nach der Wahl &ndash; Keine Gefahr, sondern eine Chance f&uuml;r Europa<\/strong><br>\nDer politische Erdrutsch in Griechenland ist eine Chance, nicht nur f&uuml;r dieses krisengesch&uuml;ttelte Land, sondern auch daf&uuml;r, die Wirtschafts- und Sozialpolitik der EU grunds&auml;tzlich zu &uuml;berdenken und zu korrigieren.<br>\nWir unterstreichen erneut die von Seiten der Gewerkschaften in den zur&uuml;ckliegenden Jahren vielfach ge&auml;u&szlig;erte Kritik: Die entscheidenden Bedingungen, unter denen die finanziellen Hilfen f&uuml;r Griechenland gew&auml;hrt werden, hatten von Anfang an nicht die Bezeichnung &bdquo;Reform&ldquo; verdient. Die Milliarden, die nach Griechenland geflossen sind, wurden vor allem f&uuml;r die Stabilisierung des Finanzsektors verwendet.<br>\nGleichzeitig wurde das Land mit einer brutalen K&uuml;rzungspolitik in die tiefste Rezession und damit zugleich in die h&ouml;chste Staatsverschuldung der gesamten EU getrieben. Die Folge ist eine soziale und humanit&auml;re Krise ohne Beispiel in Europa&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.igmetall.de\/internet\/docs_Griechenland_Resolution_192987fa22a87de4757af0494a5c332823b43051.pdf%20\">IG Metall<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Im Ausnahmezustand<\/strong><br>\nEs scheint sich in Griechenland n&auml;mlich jene Theorie des italienischen Philosophen Giorgio Agamben zu best&auml;tigen, in der das Regime des Ausnahmezustands zum dauerhaften Handlungsmuster der Politik avanciert. In vielen westlichen L&auml;ndern herrscht mit dem war on terror inzwischen eine Art Sondergesetzgebung light, die bereits ausreicht, um die Begrenzung von bestimmten B&uuml;rgerrechten zu legitimieren und eine geheimdienstliche Total&uuml;berwachung zu installieren. In Griechenland zeigt sich mit einem Mal, wie im Rahmen einer Shock and awe-Strategie eine ganze Gesellschaft reorganisiert werden soll.<br>\nIn &ouml;konomischer Hinsicht tritt der griechische Notstand offen zu Tage. Die Arbeitslosigkeit betr&auml;gt 26 Prozent, bei 15- bis 25-J&auml;hrigen sogar 51 Prozent. Die L&ouml;hne fallen, ganze Stadtviertel verwaisen. Das wahre Elend zeigt sich jedoch auch in ganz anderen Bereichen. So ist seit dem Beginn der Krise nicht nur die Selbstmordrate drastisch gestiegen. Nachdem staatliche Hilfen f&uuml;r Drogens&uuml;chtige gestrichen wurden, schnellten etwa auch die HIV-Infizierungen exponentiell in die H&ouml;he. Allein im Jahr 2011 um 1.600 Prozent.<br>\nDa viele Griechen sich kein Heiz&ouml;l mehr leisten k&ouml;nnen, wird vermehrt Brennholz oder sogar altes Mobiliar verfeuert. &Uuml;ber Griechenlands Gro&szlig;st&auml;dten liegt deshalb bisweilen bei&szlig;ender Smog. Buchst&auml;blich katastrophal ist die Situation schlie&szlig;lich f&uuml;r viele Fl&uuml;chtlinge, die in den vergangenen Jahren an der griechischen K&uuml;ste gestrandet sind. In Auffanglagern wie Amigdalesa oder Paranesti, wo die Existenz mitunter auf das nackte &Uuml;berleben reduziert ist, herrscht noch einmal eine Art versch&auml;rfter Extra-Ausnahmezustand innerhalb des Ausnahmezustands.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2015-02\/griechenland-postdemokratie-tsipras\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Analyse ist voll zuzustimmen, Griechenland ist das Freiluftlabor des Neoliberalismus in Europa. Was wir in Griechenland erleben ist Merkels Ideal der marktkonformen Demokratie in ihrer expliziten Auspr&auml;gung, in der die Interessen der Finanzelite und der transnationalen Konzerne zum kategorischen Imperativ geworden sind. Und Tsipras ist angetreten, auch hier hat der Artikel recht, diesen Ausnahmezustand zu beenden. Deshalb trifft ihn die Wut der neoliberalen Elite und ihrer Hofschreiber mit voller Wucht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Syriza-Bashing: Ein Versuch, den deutschen Irrsinn zu verstehen<\/strong><br>\nGlaubt Merkel eigentlich selbst, dass ihre Spardoktrin richtig ist? Wieso ist die deutsche &Ouml;ffentlichkeit so Austerity-Geil? Und warum machen die deutschen Sozialdemokraten mit?<br>\nWas sich die deutschen Medien &ndash; und zwar so ziemlich durch die Bank und v&ouml;llig unabh&auml;ngig von der Achse Boulevard\/Qualit&auml;t oder Links\/Rechts &ndash; in dieser Woche in der Griechenland-Berichterstattung geleistet haben, ist ein schon lange nicht mehr dagewesener Tiefpunkt der Publizistik. Es hat ja &uuml;berhaupt keinen Sinn mehr, die L&uuml;gen und Unwahrheiten oder die blo&szlig;e Uninformiertheit aufzuz&auml;hlen, die da via &ldquo;Welt&rdquo;, &ldquo;S&uuml;ddeutsche&rdquo; oder auch &ldquo;FAZ&rdquo; ventiliert wurden, oder auf die geh&auml;ssige Voreingenommenheit zu verweisen, wie wir sie in &ouml;ffentlich-rechtlichen Sendern wahrnahmen.<br>\nDer H&ouml;hepunkt des medialen Geifers war dann das &ldquo;Spiegel&rdquo;-Cover vom Wochenende &ldquo;Der Geisterfahrer &ndash; Europas Albtraum Alexis Tsipras&rdquo;, der eine Titelgeschichte umh&uuml;llte, wie ich sie jedenfalls noch nie in einem Qualit&auml;tsmagazin gelesen habe. Es ist so unglaublich, wie hier Unwahrheiten, Halbwahrheiten, Unrecherchiertes und blo&szlig;er Unsinn aneinandermontiert wurde. Man w&uuml;rde eine ganze Woche brauchen, um jede faktische Unwahrheit zu widerlegen.<br>\nDa wird von den &ldquo;russlandfreundlichen T&ouml;nen&rdquo; der Tsipras-Regierung gesprochen. Welche sollten das gewesen sein? Fakt ist: Es wurde viel spekuliert, dass die Regierung eine Allianz mit Moskau suchen k&ouml;nnte, daf&uuml;r gibt es auch Anhaltspunkte von der Art &ldquo;X kennt Y und Y kennt Z und Z ist in Moskau eine gro&szlig;e Nummer&rdquo;, aber sehr viel mehr nicht. Es wurde hektisch berichtet, die Tsipras-Regierung spreche sich gegen neue Russlandsanktionen aus, dabei hat die Regierung nur dagegen protestiert, vor der Verk&uuml;ndigung neuer Sanktionen nicht konsultiert worden zu sein. Am Mittwoch war die Aufregung schon wieder vorbei &ndash; denn die EU-Au&szlig;enminister haben die Russlandsanktionen vorzeitig verl&auml;ngert, und zwar mit Zustimmung und ohne gr&ouml;bere &Auml;nderungsw&uuml;nsche der neuen Athener Regierung. Finanzminister Yanis Varoufakis schrieb schon an diesem Tag auf seinem Blog &uuml;ber die &ldquo;Story vom griechischen Veto, das es niemals gab&rdquo;. Aber egal &ndash; der &ldquo;Spiegel&rdquo; schwadroniert noch vier Tage sp&auml;ter munter drauflos, als habe er die Fakten nicht mehr rechtzeitig erfahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/misik.at\/2015\/02\/syriza-bashing-ein-versuch-den-deutschen-irrsinn-zu-verstehen\/\">misik.at<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Lieber Herr Misik, das fragen wir uns auch. Warum muss die SPD best&auml;ndig den Steigb&uuml;gelhalter des Neoliberalismus spielen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Troika abschaffen, aber auch dumme K&uuml;rzungspolitik<\/strong><br>\nRaiders hei&szlig;t jetzt Twix ist nicht genug. Nicht nur die Troika ist abzuschaffen, auch die dumme K&uuml;rzungspolitik. Eine EU-rechtskonforme Legalisierung der Troika-Politik &ndash; etwa im Rahmen einer Task Force der EU-Kommission &ndash; ist unzureichend. Auch eine Trennung vom Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) macht noch keinen Fr&uuml;hling. Immerhin hat der IWF die K&uuml;rzungspolitik kritisiert und die Notwendigkeit eines Schuldenschnitts betont,&rdquo; kommentiert Fabio De Masi (DIE LINKE) die aktuelle Debatte um die Abschaffung der Troika.<br>\nDas Mitglied im Ausschuss f&uuml;r Wirtschaft und W&auml;hrung weiter: &ldquo;Die Euro-Rettung war eine Bankenrettung, die auch den deutschen Steuerzahlern unn&ouml;tige Kosten aufgeb&uuml;rdet hat. Wir brauchen einen Stopp der K&uuml;rzungsdiktate bei Staatsausgaben, L&ouml;hnen und Renten sowie ein echtes &ouml;ffentliches  Investitionsprogramm von zwei bis f&uuml;nf Prozent des EU BIP j&auml;hrlich, um Wachstum anzuschieben. Die Europ&auml;ische Zentralbank sollte &uuml;ber die Europ&auml;ische Investitionsbank EU-vertragskonform direkt &ouml;ffentliche Investitionen finanzieren statt im Rahmen von Quantitative Easing noch mehr Liquidit&auml;t in Banken zu pumpen. Dar&uuml;ber hinaus muss eine Schuldenkonferenz einberufen werden, um die Schuldenlast &uuml;berschuldeter Staaten langfristig zu dr&uuml;cken.&rdquo;<br>\nDer deutsch-italienische Wirtschaftspolitiker weiter: &ldquo;Die Vorschl&auml;ge des griechischen Finanzministers, die Schuldentilgung an die Wachstumsrate zu koppeln und die Schulden bis zur Maastricht Obergrenze &uuml;ber die EZB zu garantieren und zinsg&uuml;nstig zu refinanzieren, sind sinnvoll. Irland wurden bereits &auml;hnliche Zugest&auml;ndnisse gemacht. Griechenland braucht einen effizienten Steuervollzug, der von den korrupten Eliten, f&uuml;r die die Bundesregierung Wahlkampf machte, stets behindert wurde.&rdquo;<br>\nDIE LINKE fordert eine EU-weit koordinierte Verm&ouml;gensabgabe f&uuml;r Million&auml;re, damit die Mittelschicht und Einkommensschwache nicht weiter die Zeche f&uuml;r die gescheiterte Euro Politik bezahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/fabiodemasi.dielinke-nrw.de\/nc\/start\/artikel\/detail_artikel_fabio_de_masi\/zurueck\/artikel-1\/artikel\/troika-abschaffen-aber-auch-dumme-kuerzungspolitik\/\">Fabio De Masi<\/a><\/li>\n<li><strong>Schuldenstreit mit Griechenland: Obama springt Tsipras zur Seite<\/strong><br>\nUS-Pr&auml;sident Barack Obama hat sich wortstark in den Konflikt zwischen der EU und Griechenland eingemischt. &ldquo;Sie k&ouml;nnen L&auml;nder, die sich mitten in einer Depression befinden, nicht immer weiter ausquetschen&rdquo;, sagte Obama am Sonntag im Interview mit dem US-Fernsehsender CNN. Bei einer Wirtschaft, die sich &ldquo;im freien Fall&rdquo; befinde, brauche es vor allem eine Wachstumsstrategie. Nur so k&ouml;nne ein Land seine Schuldenlast reduzieren.<br>\nObama r&auml;umte ein, dass Strukturreformen in Griechenland bitter n&ouml;tig seien. Angesichts des rapide sinkenden Lebensstandards der Menschen seien diese aber schwer umzusetzen. Er hoffe, dass Griechenland in der Eurozone bleiben k&ouml;nne, sagte Obama. Daf&uuml;r seien aber Kompromisse auf allen Seiten n&ouml;tig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/griechenland-obama-aeussert-verstaendnis-fuer-tsipras-regierung-a-1016250.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Griechischer Minister: &ldquo;Syriza wird TTIP niemals ratifizieren&rdquo;<\/strong><br>\nDie neu gew&auml;hlte Regierung in Athen steht dem Freihandelsabkommen mit den USA (TTIP) skeptisch gegen&uuml;ber. Mit ihrer parlamentarische Mehrheit will die Syriza-Partei das Abkommen kippen, sagt Georgios Katrougkalos, Vize-Chef des Innenministeriums.<br>\nSchon in der Diskussion um neue Sanktionen f&uuml;r Russland verschaffte sich die neue Regierung Geh&ouml;r. Jetzt zeigt das Syriza-B&uuml;ndnis auch seinen Widerstand gegen das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP.<br>\nGriechenland werde sein Vetorecht zur Blockierung des vorgeschlagenen Handelsabkommens nutzen &ndash; zumindest, wenn es in seiner jetzigen Form bestehen bleibt, sagte Georgios Katrougkalos, Vize-Chef des Innenministeriums. Katrougkalos gab sein Abgeordnetenmandat im Europaparlament f&uuml;r die Position als stellvertretender Minister f&uuml;r Verwaltungsreform in der griechischen Regierung auf. Ihm zufolge wird die neue F&uuml;hrung in Athen ihr Vetorecht zur Blockierung des vorgeschlagenen Handelsabkommens nutzen &ndash; zumindest, wenn es in seiner jetzigen Form bestehen bleibt.<br>\nSchon vor den griechischen Wahlen im Januar sagte er gegen&uuml;ber EurActiv Griechenland, dass ein von Syriza dominiertes griechisches Parlament ein Handelsabkommen niemals ratifizieren w&uuml;rde.<br>\nAuf die Frage, ob dieses Versprechen nach der Regierungs&uuml;bernahme durch Syriza noch immer Bestand habe, sagt Katrougkalos: &ldquo;Ich kann Ihnen versichern, dass ein Parlament mit einer Syriza-Mehrheit dieses Abkommen niemals ratifizieren wird. Und das wird ein gro&szlig;es Geschenk nicht nur f&uuml;r die Griechen sondern f&uuml;r alle Europ&auml;er sein&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.euractiv.de\/sections\/eu-innenpolitik\/griechischer-minister-syriza-wird-ttip-niemals-ratifizieren-311727\">EurActiv<\/a><\/li>\n<li><strong>Syrizas Fehlstart: Der griechische Selbstbetrug<\/strong><br>\nGriechenlands Premierminister will neu &uuml;ber Kredite und Sparauflagen verhandeln. Das ist richtig. Doch schon vor Beginn jeder Verhandlung versucht Alexis Tsipras, die meisten Reformen zur&uuml;ckzudrehen. Das ist falsch &ndash; und Selbstbetrug.<br>\nNormalerweise bekommen Politiker eine Frist gew&auml;hrt, bevor die &Ouml;ffentlichkeit erste Urteile &uuml;ber ihre Arbeit f&auml;llt. Auch Griechenlands neuer Premier Alexis Tsipras h&auml;tte diese Zeit eigentlich verdient. Doch schon am Ende seiner ersten Woche im Amt muss man leider von einem Fehlstart sprechen. Denn die neue Regierung schafft Tatsachen mit einer Geschwindigkeit, die weder f&uuml;r Griechenland gut ist noch f&uuml;r den Rest Europas.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/griechenland-warum-alexis-tsipras-einen-fehlstart-hinlegt-a-1015921.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> &bdquo;Vielen der jetzt zur&uuml;ckgedrehten Reformen hatte Griechenland im Gegenzug f&uuml;r Milliardenkredite seiner Europartner ausdr&uuml;cklich zugestimmt.&ldquo; <\/em><br>\n<em>Nun, der Mann am Bankschalter stimmte unter vorgehaltener Waffe ausdr&uuml;cklich der Aush&auml;ndigung des Geldes an den Bankr&auml;uber zu. Was w&auml;re der damaligen griechischen Regierung &uuml;brig geblieben: Staatsbankrott oder der Erpressung durch die Troika zustimmen?<\/em><br>\n<em>&bdquo;Bislang hat Tsipras keine neuen Einnahmequellen gesichert, schafft aber schon mal flei&szlig;ig neue Ausgaben. Das ist keine verantwortungsvolle Politik &hellip;&ldquo;<\/em><br>\n<em>Doch, dies ist verantwortungsvolle Politik. Ist es nicht die Pflicht jeder Regierung die grundlegenden Rechte und Interessen der eigenen Bev&ouml;lkerung wahr zu nehmen und zu sch&uuml;tzen. W&auml;re es verantwortungsvoll einfach hinzunehmen, dass &uuml;ber 800.000 Menschen in Griechenland nicht mehr Krankenversichert sind, dass die &ouml;ffentliche Gesundheitsversorgung faktisch zusammengebrochen ist, das deshalb die S&auml;uglingsterblichkeit um gestiegen ist, das die Selbsmord rate um gestiegen ist   Was muss man noch alles anf&uuml;hren?<\/em><br>\n<em>Noch am Freitag vergangener Woche haben die NDS in <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24809\">diesem Beitrag<\/a> auf die Diffamieurngskampgne gegen den neuene griechiscen Ministepr&auml;sidneten Tsipras und dessen Partei Syriza hingewiesen. Die in der Presseschau zitierten Beitr&auml;ge der &bdquo;Qualit&auml;tsjournalisten&ldquo; strotzten dabei vor Infamie,  Verdrehungen, Unterstellungen und Falschbehauptungen. Eine Steigerung schien nicht m&ouml;glich. Doch wie der obige Beitrag zeigt, steht der Amoklauf der &bdquo;Qualit&auml;tspresse&ldquo; gegen Griechenland erst am Anfang. Das Ziel ist klar, Tsipras und die Syriza m&uuml;ssen scheitern sonst steht die neoliberale Agenda auf dem Spiel. Es mag weit hergeholt erscheinen, aber wer sich explizit gegen die Interessen der herrschenden Eliten stellt lebt gef&auml;hrlich. Chile l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en. L&auml;sst sich Tsipras nicht kleinkriegen darf man gespannt sein was in Griechenland noch alles passieren kann.<\/em><br>\n<em>Wir k&ouml;nne unsere Leser nur dazu aufrufen &uuml;ben Sie Solidarit&auml;t mit den leidenden griechischen B&uuml;rgern, unterst&uuml;tzen Sie Tsipras und die Syriza als politische Kraft, die es wagt gegen die europaweite Durchsetzung des Neolibralismus aufzustehen. Werden Sie nicht m&uuml;de die Verdrehungen, Unterstellungen und die Hetze der &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; kritisch zu Hinterfragen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Spanien<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Gegen die Macht der Etablierten in Spanien<\/strong><br>\n2015 ist ein Superwahljahr in Spanien. Im Mai werden die Gemeinder&auml;te und 13 Regionalregierungen gew&auml;hlt. Im Herbst stehen die Parlamentswahlen an. Wegen des rasanten Aufstiegs der neuen Partei Podemos bahnt sich ein radikaler Politikwechsel an.<br>\nJetzt sind es wieder Zehntausende. Zehntausende wie Paloma, die eigens aus Soria angereist ist, das sind gut und gerne 300 Kilometer nach Madrid. Podemos hat zum Marsch f&uuml;r den Wechsel gerufen, will, dass Ministerpr&auml;sident Mariano Rajoy die Uhr ticken h&ouml;rt, seine Uhr, die vielleicht abl&auml;uft und Menschen wie Paloma machen ihrer Emp&ouml;rung &uuml;ber eine Wirtschaftspolitik Luft, von der sie sich alleine gelassen f&uuml;hlen.<br>\nJa, wir k&ouml;nnen. Si, se puede. Hier begann es und hier soll es weitergehen: Puerta del Sol, Zentrum von Madrid. Wer Podemos &ndash; wir k&ouml;nnen &ndash; verstehen will, der muss hier hin. Sich umsehen zwischen dem B&auml;ren mit dem Erdbeerbaum aus dem Stadtwappen von Madrid, den Pantomimen-Bettlern, die mit ihrer Darstellung den Touristen das Geld aus der Tasche ziehen, dem neuen Apple-Laden, riesig, modern und immer voll, der Werbefigur f&uuml;r den Sherry Tio Pepe auf dem Dach eines der H&auml;user dieses halbrunden Platzes, &ndash; Apple wollte die Figur nicht mehr auf dem Dach ,weil sie Werbung f&uuml;r Alkohol macht &ndash; , dieser Platz, auf den alle Stra&szlig;en Spaniens m&uuml;nden, oder alle hinausgehen. Je nach Perspektive. Hier sa&szlig;en die Jungen, die Unzufriedenen, die, die das Spanien von heute nicht mehr verstehen wollten und wollten vor knapp vier Jahren alles &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/podemos-heisst-wir-koennen-gegen-die-macht-der-etablierten.979.de.html?dram:article_id=310199\">Deutschlandradio Kultur<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es gilt die Daumen zudr&uuml;cken, dass auch in Spanien die Wende gegen den neoliberalen Ausnahmezustand gelingt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Iglesias ist der spanische Tsipras&rdquo;<\/strong><br>\nDer Erfolg von Syriza hat die Spanier ermutigt, dem Beispiel der Griechen zu folgen. Sollte die Podemos-Bewegung bei den Wahlen im Sp&auml;therbst gewinnen, w&auml;re ihr Anf&uuml;hrer Pablo Iglesias der &ldquo;spanische Tsipras&rdquo;, sagt unser Madrid-Korrespondent Daniel Sulzmann.<br>\nIsabella Kolar: Noch vorgestern war das Zentrum von Madrid voll mit demonstrierenden Menschen beim sogenannten Marsch f&uuml;r Ver&auml;nderung. &ldquo;Ticktack, ticktack, die Stunde der Ver&auml;nderung ist da&rdquo;, war einer ihrer Slogans. Daniel Sulzmann, unser Korrespondent in Madrid, hat die Podemos-Demonstration am Samstag f&uuml;r uns begleitet. Nach der Wahl in Griechenland konnte man ja gespannt sein, wie viele Menschen sich einfinden und wie das Ganze abl&auml;uft. Ihr Eindruck?<br>\nDaniel Sulzmann: Es haben sich sehr viele eingefunden, es sind sehr viele dem Aufruf von Podemos gefolgt zu demonstrieren f&uuml;r einen kompletten, ja, wie soll man das sagen, systemischen Wandel in Spanien, und es waren &uuml;brigens auch sehr viele Griechenland-Flaggen zu sehen. Also, die Leute, die dort auf der Stra&szlig;e standen, haben schon auch unmittelbar Bezug genommen auf das griechische Wahlergebnis, und mit wem ich auch immer gesprochen habe, hat gesagt, das ist f&uuml;r uns auch noch mal Ansporn, hier auf die Stra&szlig;e zu gehen und zu zeigen, wir k&ouml;nnen es auch anders machen in Spanien und dem Beispiel der Griechen folgen!<br>\nKolar: Das waren vorwiegend junge, w&uuml;tende Menschen?<br>\nSulzmann: Nein, das war eine bunte Mischung. Es waren schon &uuml;berwiegend J&uuml;ngere, aber auch ganz viel &Auml;ltere, ich habe auch viele Rentner getroffen, die w&uuml;tend &uuml;ber die politische Entwicklung in Spanien sind, aber das ist eine Wut, wie soll ich sagen, die Sie nicht als Beobachter zu sp&uuml;ren bekommen und schon gar nicht als deutscher Journalist, sondern eine aufs System. Und die Stimmung war eher sehr friedfertig. Also, es war so tats&auml;chlich eine Stimmung von B&uuml;rgern, die ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen, und die Polizei hatte sich f&uuml;r spanische Verh&auml;ltnisse auch sehr zur&uuml;ckgenommen. Also, man hat kaum diese Polizeiwagen gesehen, diese Mannschaftswagen, die dann oft bei anderen Demonstrationen schon gleich sehr pr&auml;sent da stehen. Da gab es von beiden Seiten, glaube ich, eine gute Absprache. Und deswegen hat das auch alles weitestgehend so funktioniert, wie es vorhergesagt war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandradiokultur.de\/podemos-partei-im-aufwind-iglesias-ist-der-spanische-tsipras.979.de.html?dram:article_id=310484\">Deutschlandradio Kultur<\/a><\/li>\n<li><strong>Europas Linke auf dem Vormarsch<\/strong><br>\nNicht nur in Griechenland, auch in anderen europ&auml;ischen Krisenstaaten ist die Linke auf dem Vormarsch. In Spanien hat die linksalternative Oppositionspartei Podemos (Wir k&ouml;nnen es) bei einer Demonstration am Samstag im Zentrum Madrids weit mehr als 100 000 Anh&auml;nger auf die Stra&szlig;e gebracht.<br>\nParteichef Pablo Iglesias, ein 36-j&auml;hriger Dozent f&uuml;r Volkswirtschaft, dessen Pferdeschwanz zu seinem Markenzeichen geworden ist, verk&uuml;ndete: &ldquo;Die Zeit f&uuml;r den Wandel ist gekommen.&rdquo; Die Menge antwortete mit dem Ruf: &ldquo;Presidente, presidente!&rdquo; In Spanien tr&auml;gt der Premier den Titel &ldquo;Pr&auml;sident der Regierung&rdquo;. Die n&auml;chsten Parlamentswahlen stehen im Sp&auml;therbst an, in j&uuml;ngsten Umfragen liegen sowohl Podemos, als auch die oppositionellen Sozialisten (PSOE) sowie die regierende Volkspartei (PP) unter Mariano Rajoy jeweils zwischen 20 und 25 Prozent.<br>\nSo sehr Iglesias die Griechen als Vorbild r&uuml;hmt, so unterschiedlich ist die Lage f&uuml;r die Spanier. Nicht nur, weil Podemos zwei gro&szlig;e Konkurrenten hat, sondern vor allem auch, weil das Land die Rezession &uuml;berwunden hat. Im letzten Quartal 2014 hatte es infolge des Sanierungsprogramms Rajoys das gr&ouml;&szlig;te Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone. Die Konsumlaune steigt, die Krisenstimmung sinkt sp&uuml;rbar. Auch verortet die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit im Gegensatz zu den Griechen die Ursachen f&uuml;r die Krise nicht in der EU, sondern im Versagen der eigenen politischen Klasse: Immobilienspekulation und Korruption.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/griechenland-und-spanien-europas-linke-auf-dem-vormarsch-1.2330926\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers A.E.:<\/strong> Die Schilderung im Artikel, dass die spanische Bev&ouml;lkerung traditionell proeurop&auml;isch eingestellt ist, hei&szlig;t nicht, dass Europa und die Konfiguration der Eurozone samt gescheiterter Austerit&auml;tspolitik kein bestimmendes Thema in Spanien und in den 2015 anstehenden Wahlk&auml;mpfen sind (vorgezogene Regionalwahlen in Andalusien und Katalonien, Kommunalwahlen und schlie&szlig;lich die spanischen Parlamentswahlen). Auch wenn Spanien sich allein wegen seiner Gr&ouml;&szlig;e nicht als Exempel wie Griechenland eignet (es gibt seit Juli 2012 eine inoffizielle Bankenrettung, statt Troika-Regime) und die Dimension des Scheiterns der Austerit&auml;tspolitik in Griechenland noch dramatischere Auswirkungen hat, so ist die grunds&auml;tzliche Konstellation von Austerit&auml;tspolitik im Verbund mit dem national korrupten Partei- und Politkl&uuml;ngel durchaus &auml;hnlich. Hier wie dort haben diesbzgl. die &lsquo;Altparteien&rsquo; (PP\/PSOE, ND\/PASOK) dieselbe &lsquo;alternativlose Politik&rsquo; &agrave; la &lsquo;marktkonformer Demokratie&rsquo; umgesetzt (analog zur Entwicklung der Sozialdemokratie hin zur &lsquo;Neuen Mitte&rsquo; &agrave; la Schr&ouml;der und Blair). Und gab es bei demokratischen Wahlen letztlich keine Wahl &ndash; gern mit dem Verweis auf &lsquo;Europa&rsquo;, so wie im Falle der aktuellen PP-Regierung Rajoy, die deswegen (insbes. wegen der drohenden &lsquo;Bankenrettung&rsquo;) mit ihrem Wahlprogramm &lsquo;leider brechen musste&rsquo;, so wie zuvor unter der PSOE-Regierung Zapatero und der Hau-Ruck-&Auml;nderung (gemeinsam mit der PP) der Verfassung &agrave; la Schuldenbremse (August 2011). Das spanische wie griechische Wirtschaftsmodell basierte im Rahmen der EU und Eurozone auf den jeweiligen nationalen und lokalen Gegebenheiten. Diese waren bekannt und zuvor ein &lsquo;gutes Gesch&auml;ft&rsquo; f&uuml;r alle Beteiligten (inl&auml;ndische Wirtschafts- und Politkreise wie deren ausl&auml;ndische Investoren und Kreditgeber) und wurden erst dann zu einem Problem, als diese Wirtschaftsmodelle platzten (und es galt die Investitionen und Investoren und ihre Banken zu &lsquo;retten&rsquo;). Und so wie die aktuelle griechische Regierung Tsipras und ihr Finanzminister Varoufakis auf die grundlegenden Defizite der Konfiguration des Wirtschafts- und W&auml;hrungsraumes EU\/Eurozone hinweisen und auf die Komplizenschaft der jeweiligen bisherigen nationalen &lsquo;traditionellen Regierungen und Verwaltungen&rsquo;, so ist dies auch grundlegendes Thema hier in Spanien. Auch die griechische Bev&ouml;lkerung ist mehrheitlich proeurop&auml;isch. Doch sie ist ebenso wie die spanische Bev&ouml;lkerung gegen diese komplizenhafte und dramatische Verbindung von gescheiterter &lsquo;alternativloser&rsquo; EU-Austerit&auml;tspolitik und dem gescheiterten national-lokalen Elitenkl&uuml;ngel. Und sie ist gerade deshalb und aus gutem Grund auch gegen die pauschale, einseitige und moralisierende Diffamierung speziell aus Deutschland. Die Ablenkung von dieser problematischen und gescheiterten Verbindung und grunds&auml;tzlichen Konstellation und die Reduzierung in der Darstellung der Probleme auf lediglich inl&auml;ndische (&lsquo;hausgemachte&rsquo;) und isolierte &lsquo;pers&ouml;nliche Fehlleistungen&rsquo;, d.h. die Reduzierung eines strukturellen Problems auf individuelle korrupte Einzelf&auml;lle (ohne deren strukturelle Bedingungen bzw. Erm&ouml;glichungen zu betrachten), entspricht genau der aktuellen Verteidigungs- und Wahlkampfstrategie der PP-Regierung Rajoy (wie auch der PSOE-Opposition). Propagandistisch garniert mit positiven Zahlen zur &lsquo;Wirksamkeit des Reformkurses&rsquo; (&lsquo;endlich!&rsquo; und bitte nicht &lsquo;verspielen!&rsquo;, so wie die &lsquo;verantwortungslosen Griechen&rsquo;) und des &lsquo;guten Wirtschaftswachstums&rsquo; samt &lsquo;neuer Jobs&rsquo;, das jedoch ein prek&auml;res ist (insbesondere bei den &lsquo;neuen Jobs&rsquo;, denn von den aktuell neu geschaffenen Jobs sind &uuml;ber 90% prek&auml;r, Teilzeit oder befristet, und sichern kaum den Lebensunterhalt). In diesem Sinne liegt dieser Artikel des &lsquo;Qualit&auml;tsmediums S&uuml;ddeutsche&rsquo; voll auf &lsquo;altbekannter&rsquo; gescheiterter Regierungslinie. Die griechische und spanische Bev&ouml;lkerung sind mehrheitlich proeurop&auml;isch: f&uuml;r ein anderes Europa &ndash; und nicht f&uuml;r ein korruptes und vermeintlich &lsquo;alternativloses&rsquo; &agrave; la &lsquo;marktkonformer Demokratie&rsquo; (&lsquo;no nos representan&rsquo; &ndash; &lsquo;sie repr&auml;sentieren uns nicht&rsquo;, so das Motto). Und wohl nicht nur sie.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der Wind der Ver&auml;nderung<\/strong><br>\nSpaniens Emp&ouml;rte schauen nach Griechenland. &ldquo;Ein Wind der Ver&auml;nderung beginnt durch Europa zu wehen&rdquo;, ruft Pablo Iglesias auf Griechisch. Die bis zu 300.000 Menschen, die sich am Samstag auf der Madrider Puerta del Sol versammelt haben, antworten dem Generalsekret&auml;r der neuen Protestpartei &ldquo;Podemos&rdquo; &ndash; &ldquo;Wir k&ouml;nnen&rdquo; &ndash; mit tosendem Applaus. Sie sind in Bussen, Z&uuml;gen, ja selbst in gecharterten Flugzeugen zum &ldquo;Marsch f&uuml;r Ver&auml;nderung&rdquo; gekommen. 2015 ist ihr Jahr, davon sind sie &uuml;berzeugt.&rdquo;Wie sch&ouml;n, Menschen zu sehen, die Geschichte machen&rdquo;, begr&uuml;&szlig;t Iglesias die Menge. Er spricht vom Traum von einem gerechteren Spanien, vom Ende des Spardiktats, von einem Land, das seine Souver&auml;nit&auml;t zur&uuml;ckerobert, in dem die Politik regiert statt der M&auml;rkte und der Troika. Und er hat ein Beispiel parat: &ldquo;Weniger als eine Woche der neuen Regierung in Griechenland: Kostenloser Strom f&uuml;r 300.000 Familien, die die Rechnung nicht bezahlen k&ouml;nnen, die Privatisierungen gestoppt, Wiedereinf&uuml;hrung der Krankenversicherung f&uuml;r alle, Einb&uuml;rgerung f&uuml;r alle Kinder, egal welcher Hautfarbe, Wiedereinstellung der entlassenen Lehrer &hellip;&rdquo;, z&auml;hlt er die Ma&szlig;nahmen der neuen Syriza-Regierung unter Alexis Tsipras auf, dem er beim letzten gro&szlig;en Meeting vor dem Wahltag in Athen selbst zu Seite stand.<br>\n&ldquo;Wer hat gesagt, dass das nicht m&ouml;glich ist? Wer hat gesagt, dass eine Regierung keine Ver&auml;nderungen herbeif&uuml;hren kann?&rdquo;, fragt er schlie&szlig;lich. &ldquo;S&iacute;, se puede!&rdquo; &ndash; &ldquo;Ja, man kann!&rdquo;, hallt es als Antwort &uuml;ber den Platz. Spanien steht vor einem Superwahljahr mit Parlamentswahlen zum Jahresende. Podemos will es Syriza gleichtun. Bei Umfragen liegt Podemos seit Ende 2014 vorn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2015%2F02%2F02%2Fa0058&amp;cHash=0fe82aef9270afcc4e6f0b6604056948\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Syriza, Podemos &ndash; venceremos?<\/strong><br>\nIn Spaniens Superwahljahr 2015 will die neue Partei &bdquo;Podemos&ldquo; Syrizas Erfolg nachmachen. Doch das Jahr ist lang, H&ouml;hen und Tiefen sind absehbar.<br>\nEs war eine Demonstration der eigenen St&auml;rke. 300.000 Menschen versammelten sich in Madrid unter den violetten Bannern von &bdquo;Podemos&ldquo; &ndash; der neuen Anti-Austerit&auml;ts-Partei Spaniens. Es war keine Demonstration gegen die Sparpolitik und auch nicht gegen die Korruption. Podemos feierte sich mit den Anh&auml;ngern selbst und damit die M&ouml;glichkeit, im Superwahljahr 2015 &ndash; mit Regional- und Kommunalwahlen im Fr&uuml;hjahr und Parlamentswahlen im Herbst &ndash; die Ver&auml;nderung einzuleiten.<br>\nDer Blick richtet sich auf Griechenland. Podemos sieht sich als Schwesterorganisation von Alexis Tsipras&rsquo; siegreicher Syriza. Gemeinsam werde der S&uuml;den Europas die Haltung der Merkel-Regierung in Berlin und der Troika in Br&uuml;ssel brechen. &bdquo;Politik f&uuml;r die Menschen statt f&uuml;r die M&auml;rkte&ldquo;, hei&szlig;t der Slogan.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!153913\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Italien<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Tsipras in Italien: Der r&ouml;mische Zwillingstrick<\/strong><br>\nGanz gleich, welche S&uuml;nden Athen auf sich geladen hat: Dass der strikte Sparkurs Griechenland schlicht die Luft zum Aufschwung abgew&uuml;rgt habt, m&ouml;gen selbst strenge EU-Beamte nicht mehr leugnen.<br>\n[&hellip;]<br>\nRenzi verspricht, Arbeitsmarkt und Staat zu erneuern. Aber mutige Strukturreformen &agrave; la Portugal oder Spanien kann er bislang nicht vorweisen &ndash; die EU-Beh&ouml;rden zeigten sich dennoch erstaunlich nachsichtig gegen&uuml;ber dem hoch verschuldeten Italien.<br>\n[&hellip;]<br>\nDie Krisen in Italien und Griechenland haben weniger miteinander zu tun, als es auf den ersten Blick scheint. Griechenland leidet unter einer Strukturkrise, zu der durch den aufgezwungenen Sparkurs noch eine Nachfragekrise hinzukam. Italien leidet ausschlie&szlig;lich unter einer Strukturkrise &ndash; und die ist so hausgemacht wie Mamas Pasta.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/alexis-tsipras-trifft-matteo-renzi-in-rom-kommentar-zur-sparpolitik-a-1016366.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.B.:<\/strong> SPON hat einen neuen B&ouml;sewicht in Europa ausgemacht: Italien. Bis Mitte vergangener Woche war die Troika und ihre Politik &bdquo;alternativlos&ldquo;. Nachdem Tsipras die Troika vor die T&uuml;r gesetzt hatte, wurde daraus schnell &bdquo;die Arbeit der Troika ist doch Ende Februar ohnehin beendet, und sollte sowieso nicht weitergef&uuml;hrt werden&ldquo;. Nun gibt SPON pl&ouml;tzlich zu, dass die Politik der Troika mit Schuld an dem Ausma&szlig; der Krise in Griechenland ist.<\/em><br>\n<em>SPON kippt so schnell um, da wird sogar ein Sigmar Gabriel neidisch&hellip; Auch wenn die Situationen in Griechenland und Italien nicht direkt vergleichbar sind: leider zeugt der Artikel nicht davon, dass quasi &uuml;ber Nacht Sachverstand in die Redaktion gefahren ist, schlie&szlig;lich soll Italien sich auch erst so richtig totsparen, bevor dort von der uns&auml;glichen Sparpolitik abgelassen werden darf&hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Gute Arbeit, Pr&auml;sident Mattarella!<\/strong><br>\nSergio Mattarella ist der neue Staatspr&auml;sident von Italien. Im vierten Wahlgang, in dem nur noch die absolute Mehrheit n&ouml;tig war, gewann am Samstagmittag in Rom mit 665 Stimmen der 73 Jahre alte Verfassungsrichter. Schon als die n&ouml;tige Zahl von 505 Stimmen der 1009 Wahlleute erreicht war, brauste Beifall auf. Vor allem Ministerpr&auml;sident Matteo Renzi war erleichtert. In geduldigen Beratungen hatte der sonst f&uuml;r Einzelg&auml;nge bekannte Regierungschef in seinem gesamten sozialdemokratischen Partito Democratico (PD) den Juristen und fr&uuml;heren Minister mehrerer Regierungen unter Massimo D`Alema, Giuliano Amato und Giulio Andreotti durchsetzen k&ouml;nnen. Geschw&auml;cht geht der fr&uuml;here Regierungschef Silvio Berlusconi aus der Wahl hervor, der wegen seiner Verurteilung selbst nicht stimmberechtigt war. Ihn hatte Renzi nicht f&uuml;r Mattarella gewinnen k&ouml;nnen, der 1990 als Minister der Democrazia Cristiana (CD) aus Protest gegen ein Gesetz zur&uuml;ckgetreten war, das Berlusconi den Privatbesitz von drei landesweit ausstrahlenden TV-Sendern erlaubte. Dies Monopol schr&auml;nke die Medienfreiheit ein, sagt Mattarella bis heute. Aber Berlusconi konnte seine Partei auch nicht auf einen Gegenkandidaten festlegen; vielmehr w&auml;hlten viele seiner jungen Kritiker und auch die Wahlleute aus Mattarellas Heimat in Sizilien Renzis Kandidaten mit. Die Mehrheit von Berlusconis Forza Italia (FI) gab auch im vierten Wahlgang wei&szlig;e ung&uuml;ltige Wahlscheine ab wie in den drei Wahlg&auml;ngen zuvor, in denen f&uuml;r den Sieg noch eine Zwei-Drittel-Mehrheit n&ouml;tig gewesen war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/sergio-mattarella-zum-staatspraesidenten-gewaehlt-13401384.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zwar hat auch der italienische Pr&auml;sident wie bei uns eher eine repr&auml;sentative Funktion, aber er darf das Parlament aufl&ouml;sen, was in den vielen Regierungskrisen der Nachkriegszeit bis heute dem Pr&auml;sidenten eine wichtige Rolle zuwies. So trug der bisherige Staatspr&auml;sident Giorgio Napolitano 2011 dazu bei, dass Silvio Berlusconi als Regierungschef zur&uuml;cktreten musste. Urspr&uuml;nglich hatte Berlusconi sich bereit erkl&auml;rt, einen Kandidaten des Mitte-links-Lagers von Renzi mitzutragen. Nach der Nominierung von Mattarella sagte er nach Angaben aus seinem Umfeld aber, er f&uuml;hle sich verraten. Ob die bisher reibungslose Zusammenarbeit Renzis mit Berlusconi endlich durch eine Zusammenarbeit mit Gruppierungen ersetzt wird, welche f&uuml;r Mattarella votierten? Immerhin sprachen sich auch einige Wahlm&auml;nner aus der Lager des Total-Verweigerers Beppe Grillo f&uuml;r Mattarella aus.<\/em><br>\n<em>Der designierte italienische Pr&auml;sident Mattarella begab sich unmittelbar nach seiner Wahl zu den Ardeatinischen H&ouml;hlen, wo die Waffen-SS 1944 im Zweiten Weltkrieg ein Massaker an &uuml;ber 300 Zivilisten ver&uuml;bt hatte. Dort sagte er: &ldquo;Die Allianz zwischen Nationen und V&ouml;lkern schl&auml;gt immer den nazistischen, rassistischen, antisemitischen und totalit&auml;ren Hass, f&uuml;r den dieser Ort schmerzhaftes Symbol ist.&rdquo; Mit derselben Einigkeit m&uuml;sse man heute gegen den Terrorismus in der Welt k&auml;mpfen. &ndash; Wer sich mit dem Anschlag in der Via Rasella und die deutsche Vergeltung in den Fosse Ardeatine im M&auml;rz 1944 eingehender besch&auml;ftigen m&ouml;chte, findet <a href=\"http:\/\/www.ifz-muenchen.de\/heftarchiv\/2002_2_5_prauser.pdf\">hier<\/a> einen Aufsatz des Historikers Steffen Prauser.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Ifo-Berechnung: Deutschland hat weltweit h&ouml;chsten Export&uuml;berschuss<\/strong><br>\nDer deutsche Handels&uuml;berschuss wird in der EU kritisch be&auml;ugt. Laut Ifo-Institut hat sich das Ungleichgewicht 2014 sogar versch&auml;rft. Demnach hat kein anderes Land weltweit einen so hohen Export&uuml;berschuss wie die Bundesrepublik. [&hellip;]<br>\nLaut Berechnung des Ifo-Instituts stieg der &Uuml;berschuss in der Leistungsbilanz 2014 um rund 30 Milliarden auf knapp 220 Milliarden Euro (285 Milliarden Dollar). In diese Statistik flie&szlig;en neben dem Warenaustausch auch alle anderen Transfers mit dem Ausland ein &ndash; von Dienstleistungen bis zur Entwicklungshilfe. Den zweitgr&ouml;&szlig;ten &Uuml;berschuss in der Leistungsbilanz weist laut der Ifo-Berechnung China aus (150 Milliarden Dollar), gefolgt vom &Ouml;lexporteur Saudi-Arabien (100 Milliarden). [&hellip;]<br>\nDer vom Ifo-Institut errechnete &Uuml;berschuss entspreche 7,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, sagte Henzel. 2015 werde der &Uuml;berschuss voraussichtlich sogar auf acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/exportueberschuss-deutschland-spitzenreiter-bei-leistungsbilanz-saldo-a-1016265.html\">SPON<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Der Wahnsinn geht einfach weiter!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Diese Meldung passt &bdquo;hervorragend&ldquo; in den Kontext des <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24830\">gestrigen Kommentars von Albrecht M&uuml;ller<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Kriegshetze<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Droht jetzt ein gro&szlig;er Krieg in Europa?<\/strong><br>\nIm Osten der Ukraine versch&auml;rft sich die Lage von Tag zu Tag. Die USA erw&auml;gen Waffenlieferungen an Kiew und die prorussischen Separatisten k&uuml;ndigen eine gro&szlig;angelegte Mobilmachung an. Steht Europa jetzt vor einem gro&szlig;en Krieg?<br>\nVon m&ouml;glichen Friedensgespr&auml;chen im Ukraine-Konflikt sprechen die verfeindeten Lager kaum noch. Stattdessen erhoffen sich die ukrainischen Regierungstruppen Waffenlieferungen aus den USA. Die prorussischen Separatisten stellen sich auf schwere K&auml;mpfe ein &ndash; und setzen dabei weiter auf R&uuml;ckendeckung Moskaus.<br>\nDer Streit in der ukrainischen Regierung dreht sich darum, ob milit&auml;risches oder politisch-diplomatisches Vorgehen am ehesten zu einer L&ouml;sung f&uuml;hren kann. Einflussreiche Kr&auml;fte in der prowestlichen F&uuml;hrung in Kiew sprechen sich f&uuml;r einen Krieg aus. Der Pr&auml;sident Petro Poroschenko hatte nach mehreren Auslandsreisen betont, dass westliche Staaten zur Milit&auml;rhilfe bereit seien. Er ordnete Rund-um-die-Uhr-Schichten in R&uuml;stungsbetrieben an. Zudem l&auml;uft eine Mobilmachung, bei der mehr als 100.000 Ukrainer bewaffnet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/lage-in-ukraine-eskaliert-europa-droht-der-grosse-krieg_id_4448307.html\">Focus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers O.S.:<\/strong> Der FOCUS scheint auch schon mobil zu machen. In h&ouml;chstem Ma&szlig;e verantwortungslos ein solcher Artikel. Was soll das? &hellip; in der &Uuml;berschrift wird behauptet der gro&szlig;e Krieg droht, im Artikel selbst wird gefragt ob jetzt der gro&szlig;e Krieg drohe. Was ist das f&uuml;r ein Journalismus?<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Waffen f&uuml;r eine Waffenruhe<\/strong><br>\nSeit Tagen sind die ukrainischen Streitkr&auml;fte in der Defensive. Die prorussischen Separatisten tragen die K&auml;mpfe in weitere Regionen. Die in Washington erwogene Lieferung von Waffen an die Regierung in Kiew k&ouml;nnte die Rebellen stoppen.<br>\nVor etwas mehr als einer Woche haben die prorussischen Separatisten in der Ostukraine angek&uuml;ndigt, sie wollten das gesamte Donezker Gebiet erobern. Mit anderen Worten: Sie wollen den Krieg in Gebiete tragen, in denen bis jetzt noch gar nicht oder seit dem vergangenen Sommer nicht mehr gek&auml;mpft wurde. Seither eskaliert die Gewalt. Gleichzeitig sabotieren die F&uuml;hrer der Separatisten die Gespr&auml;che &uuml;ber einen Waffenstillstand, in dem sie Unterh&auml;ndler ohne Vollmachten schicken und immer neue Bedingungen f&uuml;r weitere Treffen vorbringen.<br>\nDass die bisher stets um Ausgleich und Neutralit&auml;t bem&uuml;hten Vermittler der OSZE am Wochenende den Separatisten die Schuld am Scheitern der Gespr&auml;che zugewiesen haben, spricht f&uuml;r sich. Wie immer sind die Meldungen beider Seiten aus dem Kriegsgebiet oft gegens&auml;tzlich, aber aus den Behauptungen der Separatisten &uuml;ber Gebietsgewinne und aus den regelm&auml;&szlig;ig folgenden Dementis der Ukrainer ergibt sich doch ein Gesamtbild: Die ukrainischen Streitkr&auml;fte k&ouml;nnen den angreifenden prorussischen Kr&auml;ften kaum noch Stand halten. Die Gefahr ist real, dass immer gr&ouml;&szlig;ere Gebiete der Ukraine in den Krieg hineingezogen werden, dass nach Donezk und Luhansk weitere St&auml;dte zerst&ouml;rt werden, dass es noch mehr Fl&uuml;chtlinge geben wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/kommentar-waffen-fuer-eine-waffenruhe-13404561.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers Y.N.:<\/strong> Zitat letzter Absatz: &rdquo; Sicher ist aber: Zu einer Reform des ukrainischen Staates geh&ouml;rt eine St&auml;rkung aller seiner Institutionen &ndash; auch der Streitkr&auml;fte. Dazu sollten sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Europ&auml;er unabh&auml;ngig von der Frage, wie zweckm&auml;&szlig;ig Waffenlieferungen im Moment sind, beitragen &ndash; mit Material, vor allem aber mit Ausbildung.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Bei diesem neuerlichen S&auml;belrasseln, das da aus Gremien des Wei&szlig;en Hauses zu kommen scheint, stellen sich mir die Nackenhaare auf.<\/em><br>\n<em>Da wird &ndash; mal wieder &ndash; ein Stellvertreterkrieg auf dem R&uuml;cken einer ohnehin schon in schlechten Verh&auml;ltnissen lebenden Bev&ouml;lkerung ausgetragen, weil man sich offenbar einen viel reibungsloseren Ablauf (der Annex&hellip;&hellip;Assimil&hellip;.&auml;hm&hellip;der&hellip;der Demokratisierung!!) erwartet hatte, und dann soll da noch fr&ouml;hlich weiter eskaliert werden? Beeindruckend.<\/em><br>\n<em>Man k&ouml;nnte fast meinen einige Herrschaften &auml;rgern sich, dass sie den 28.7.2014 verpasst haben, um das Jubil&auml;um mit einem Knall zu feiern, so wie da aktuell wieder &Ouml;l ins Feuer gegossen wird&hellip;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Kriegshetze gegen Russland, Hasstiraden gegen Tsipras und die Syriza in Griechenland. Wer heute noch die &bdquo;Qualit&auml;tspresse&ldquo; liest kann eigentlich nur Masochist sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Manchmal helfen nur Waffen<\/strong><br>\nMilit&auml;risch ist der Krieg in der Ukraine nicht zu l&ouml;sen. Und doch k&ouml;nnten gerade amerikanische Waffenlieferungen an Kiew die Diplomatie wieder st&auml;rken. [&hellip;]<br>\nMilit&auml;risch ist der Konflikt nicht zu l&ouml;sen &ndash; nahezu dogmatisch stand diese Annahme als leitendes Prinzip &uuml;ber den unerm&uuml;dlichen Bem&uuml;hungen vor allem der Deutschen, die beteiligten Parteien zu einer Einigung zu bringen. Zu einem Arrangement, das alle mittragen. Oder wenigstens zu einer Waffenruhe, die diesen Namen verdient, um Zeit zu gewinnen. An die Grenzen der Geduld gehe es, hatte Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier zuletzt gesagt &ndash; es ist ihm hoch anzurechnen, dass er sie immer noch aufbringt. [&hellip;]<br>\nAlle Sanktionen haben die Kosten, die Moskau f&uuml;r seine Aggression in der Ukraine in Kauf nehmen muss, offenbar nicht hoch genug getrieben. Auf weitere, h&auml;rtere Sanktionen k&ouml;nnte sich die EU ohnehin nur schwer einigen. Ob sie Putin endlich zum Einlenken br&auml;chten oder ihn nur mehr tiefer in diesen Krieg hineintrieben, der dank allgegenw&auml;rtiger Propaganda seine Popularit&auml;t in weiten Teilen der Bev&ouml;lkerung begr&uuml;ndet &ndash; niemand kann das beantworten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2015-02\/ukraine-waffenlieferung-usa-russland-krieg\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><strong>Planspiele f&uuml;r die kommenden Kriege &ndash; Zur 51. M&uuml;nchener Sicherheitskonferenz <\/strong><br>\nIn einer Woche wird das Hotel Bayerischer Hof wieder zur Herberge des wohl weltweit gr&ouml;&szlig;ten Treffens seiner Art: Am 6. Februar beginnt die allj&auml;hrliche M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz (MSC), zu der rund vierhundert internationale G&auml;ste erwartet werden. Politiker, Diplomaten, Milit&auml;rs, R&uuml;stungsvertreter und Sicherheitsexperten werden sich dort &uuml;ber aktuelle Fragen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik austauschen. Die privat ausgerichtete Konferenz ist laut Eigenbeschreibung ein &bdquo;unabh&auml;ngiges Forum, das sich der F&ouml;rderung friedlicher Konfliktl&ouml;sung und internationaler Kooperation beim Umgang mit gegenw&auml;rtigen und zuk&uuml;nftigen sicherheitspolitischen Herausforderungen widmet. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die transatlantische Partnerschaft.&rdquo;<br>\nF&uuml;r die Bundesregierung ist die MSC ein &bdquo;zentraler Ort des transatlantischen Meinungsaustausches und eine der bedeutendsten sicherheitspolitischen Konferenzen weltweit&ldquo;. Der dabei &bdquo;offen und kritisch gef&uuml;hrte Dialog &uuml;ber die gemeinsamen au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Herausforderungen&ldquo; st&auml;rke eine Partnerschaft, die &bdquo;neben der europ&auml;ischen Integration die zweite feste S&auml;ule unserer Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik&ldquo; ist. Durch die Teilnahme hochrangiger Vertreter aus anderen Weltregionen wirke die Konferenz &bdquo;auch bei globalen sicherheitspolitischen Themen meinungsbildend&ldquo; und f&ouml;rdere &bdquo;die internationale Zusammenarbeit&ldquo;. Seit der Jahrtausendwende nehmen an der seit 1963 ausgerichteten Zusammenkunft auch Vertreter aus Mittel- und Osteuropa, darunter Russland, sowie aus Indien, Japan und der Volksrepublik China teil. M&ouml;glicherweise wird mit Hassan Ruhani bei der diesj&auml;hrigen Tagung erstmals auch ein iranischer Pr&auml;sident anwesend sein.<br>\nRegelm&auml;&szlig;ig wird das elit&auml;re Stelldichein von Protesten begleitet. Kritiker werfen der MSC eine militaristische Ausrichtung vor. In den Augen der Linken handele es sich bei ihr um einen &bdquo;Ratschlag von Teilnehmern&ldquo;, &bdquo;von denen, wie die NATO-Staaten, die meisten f&uuml;r sich das Recht zu weltweiter Intervention beanspruchen&ldquo;. Die M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz geh&ouml;re &bdquo;zu den Orten, an denen die v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskriege auf Jugoslawien und auf den Irak vorbesprochen und nachtr&auml;glich legitimiert worden sind&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201501303405\/globales\/kriege\/planspiele-fuer-die-kommenden-kriege.html\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>U.S. Considers Supplying Arms to Ukraine Forces, Officials Say<\/strong><br>\n&hellip; In recent months, Susan E. Rice, Mr. Obama&rsquo;s national security adviser, has resisted proposals to provide lethal assistance, several officials said. But one official who is familiar with her views insisted that Ms. Rice was now prepared to reconsider the issue&hellip;<br>\nFearing that the provision of defensive weapons might tempt President Vladimir V. Putin of Russia to raise the stakes, the White House has limited American aid to &ldquo;non-lethal&rdquo; items, including body armor, night-vision goggles, first aid kits and engineering equipment.<br>\nBut the failure of economic sanctions to dissuade Russia from sending heavy weapons and military personnel to eastern Ukraine is pushing the issue of defensive weapons back into discussion.<br>\n&ldquo;Although our focus remains on pursuing a solution through diplomatic means, we are always evaluating other options that will help create space for a negotiated solution to the crisis,&rdquo; said Bernadette Meehan, a spokeswoman for the National Security Council.<br>\nFueling the broader debate over policy is an independent report to be issued Monday by eight former senior American officials, who urge the United States to send $3 billion in defensive arms and equipment to Ukraine, including anti-armor missiles, reconnaissance drones, armored Humvees and radars that can determine the location of enemy rocket and artillery fire&hellip;<br>\nIn recent weeks, Russia has shipped a large number of heavy weapons to support the separatists&rsquo; offensive in eastern Ukraine, including T-80 and T-72 tanks, multiple-launch rocket systems, artillery and armored personnel carriers, Western officials say.<br>\nSome of the weapons are too sophisticated to be used by hastily trained separatists, a Western official said. NATO officials estimate that about 1,000 Russian military and intelligence personnel are supporting the separatist offensive while Ukrainian officials insist that the number is much higher.<br>\nSupported by the Russians, the separatists have captured the airport at Donetsk and are pressing to take Debaltseve, a town that sits aside a critical rail junction&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2015\/02\/02\/world\/us-taking-a-fresh-look-at-arming-kiev-forces.html?rref=world\/europe&amp;module=Ribbon&amp;version=context&amp;region=Header&amp;action=click&amp;contentCollection=Europe&amp;pgtype=article%20\">The New York Times<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist ja bekannt, dass die EU und die USA die Ukraine mit Geld versorgen, damit die Kiewer Regierung Waffen kaufen und Pr&auml;mien f&uuml;r ihre Soldaten bezahlen kann, ob und wie die Russen die ostukrainischen Separatisten unterst&uuml;tzen ist jedenfalls umstritten. Wenn die USA nunmehr ganz offen f&uuml;r 3 Mrd. Dollar Waffen an die Ukraine liefern sollte, so liefe das auf einen unmittelbaren milit&auml;rischen Affront des Westens gegen&uuml;ber Russland hinaus. <\/em><br>\n<em>Noch will Merkel keine Waffen liefern und erkl&auml;rt, dass der Konflikt <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article137047531\/Mit-Orbans-Demokratie-kann-Merkel-nichts-anfangen.html\">nicht milit&auml;risch zu l&ouml;sen sei<\/a>. Aber die Kriegstreiber in Deutschland machen schon m&auml;chtig Druck, so h&auml;lt der Vorsitzende der diese Woche beginnenden sog. M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, die amerikanischen Pl&auml;ne f&uuml;r &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ukraine-konflikt-rebellen-machen-mobil-und-starten-offensive-37007928.html?tabNo=3\">angemessen<\/a>&ldquo;.<\/em><br>\n<em>Mal sehen, wie Merkel am kommenden Montag in Washington reagieren wird.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Grenz&uuml;berschreitende Besteuerung<\/strong><br>\nDie Globalisierung macht es f&uuml;r Konzerne  leichter, ihre Gewinne in Niedrigsteuerl&auml;nder zu verschieben. Moderne Technologien vereinfachen es auch f&uuml;r wohlhabende Privatpersonen, Verm&ouml;gen nicht deklariert auf Bankkonten in Offshore-Steueroasen zu parken. Das verf&uuml;gbare wissenschaftliche Datenmaterial zB aus der Schweiz und Luxemburg, sowie systematische Anomalien in den internationalen Investment-Daten einzelner L&auml;nder zeigen, dass Offshore-Privatverm&ouml;gen rasch wachsen, und der Gro&szlig;teil davon scheint Steuern zu umgehen. Auch wenn in den letzten Jahren Fortschritte dabei erzielt wurden, Steuervermeidung und Steuerflucht zu drosseln, k&ouml;nnte noch viel mehr getan werden, um die dunklen Seiten des internationalen Kapitalverkehrs zu beleuchten. Es geht um mehr als das Eintreiben von Steuern, zumal die M&ouml;glichkeit gro&szlig;e Geldsummen ohne Fu&szlig;abdruck zu verschieben auch Geldw&auml;sche, Erpressung und Finanzterrorismus f&ouml;rdern.<br>\nDie K&ouml;rperschaftsteuer ist eine Schl&uuml;sselkomponente des Steuersystems hochentwickelter L&auml;nder. Sie ist,  eine der wichtigsten Arten der Kapitalbesteuerung. In den Vereinigten Staaten kamen 2013 etwa zwei Drittel der gesamten Steuereinnahmen aller Regierungsebenen aus der Kapitalbesteuerung. In Europa liegt der durchschnittliche Anteil der Steuereinnahmen durch Kapitalbesteuerung bei 20 Prozent, also niedriger als in den USA, zumal dort die Verbrauchssteuern eine gr&ouml;&szlig;ere Rolle spielen; doch wie in den Vereinigten Staaten machen die Einnahmen aus der K&ouml;rperschaftsteuer etwa ein Drittel der Kapitalsteuern aus (Eurostat 2014). Ungeachtet ihrer wichtigen Rolle ist die Anwendbarkeit und die Geltendmachung der K&ouml;rperschaftsteuer durch die Globalisierung stark gefordert. Sollten sich die aktuellen Trends fortsetzen, so k&ouml;nnte sie in den kommenden zwei bis drei Dekaden an Bedeutung verlieren.<br>\nWerden Unternehmensgewinne ausbezahlt, erkennen die Steuerbeh&ouml;rden &uuml;blicherweise an, dass die Anteilseigner bereits der Unternehmensbesteuerung unterlagen und besteuern Einkommen aus dieser Quelle niedriger als Arbeitseinkommen. In den Vereinigten Staaten betrug die &bdquo;federal&ldquo;, also die bundesweite Einkommensteuer auf Kapitalertr&auml;ge und Dividenden von inl&auml;ndischen sowie ausl&auml;ndischen Unternehmen im Jahr 2013 20 Prozent, im Vergleich zu 39,6 Prozent auf einfache Einkommen.<br>\nIn geschlossenen Wirtschaftsr&auml;umen ist die Unternehmensbesteuerung relativ unkompliziert. Doch sobald Unternehmen in mehreren L&auml;ndern t&auml;tig sind wird es un&uuml;bersichtlicher. Was passiert etwa, wenn zwei L&auml;nder, die gleichen Gewinne besteuern wollen? Bereits in den 1920er Jahren war die Doppelbesteuerung Thema und der V&ouml;lkerbund befragte vier &Ouml;konomen, wie dies am besten vermieden werden konnte. (Bruins, Einaudi, Seligman und Stamp, 1923) Sie formulierten drei Prinzipien, die bis heute die S&auml;ulen der internationalen Besteuerung bilden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/zucman-grenzueberschreitende-besteuerung\/#more-8239\">Arbeit&amp;Wirtschaft<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Dauerbaustelle Sozialstaat &ndash; Chronologie gesetzlicher Neuregelungen in der Sozialpolitik 1998 &ndash; 2014<\/strong><br>\nDas sozialpolitische Leistungssystem in Deutschland hat sich &uuml;ber Jahre und Jahrzehnte hinweg entwickelt. Wie der historische R&uuml;ckblick zeigt handelt es sich beim Sozialstaat nicht um ein statisches Gebilde, typisch ist vielmehr der Prozess einer st&auml;ndigen Ver&auml;nderung.<br>\nSozialpolitik reagiert auf soziale Probleme und Risiken, die sich im Zuge der &ouml;konomischen, und sozialen Entwicklung ver&auml;ndern oder unterschiedlich auspr&auml;gen oder auch unterschiedlich wahrgenommen werden. Zugleich Unterliegen die politischen, &ouml;konomischen, demografischen und fiskalischen Konstellationen, also die Rahmenbedingungen sozialpolitischen Handelns bzw. auch Nicht-Handelns, einem best&auml;ndigen Wandel.<br>\nDeshalb kann es nicht verwundern, dass &ndash; in Reaktion auf dieses dynamische Umfeld &ndash; die sozialpolitische Gesetzgebung einer &bdquo;Dauerbaustelle&ldquo; gleicht.<br>\nSo gilt f&uuml;r alle Bereiche der Sozialpolitik, namentlich f&uuml;r die im SGB kodifizierten Systeme, dass Neuregelungen und Ver&auml;nderungen von Gesetzen die Regel sind. Dabei kann es sich einerseits um &bdquo;kleine&ldquo; Anpassungen und Modifikationen, um einzelne Verbesserungen im Leistungsrecht oder auch um neue Leistungen und Leistungssysteme handeln. Andererseits k&ouml;nnen, in den zur&uuml;ckliegenden Jahren vermehrt, die Neuregelungen auch gleichbedeutend mit Leistungseinschnitten sein, die bis hin zu einem grundlegenden Paradigmenwechsel der Sozialpolitik reichen.<br>\n&bdquo;Hartz-IV&ldquo; und &bdquo;Riester-Rente&ldquo; sind hier die prominentesten Beispiele.<br>\nSelbst den Experten f&auml;llt es schwer, hier den &Uuml;berblick zu bewahren. Das seit 2000 bestehende Internet-Informationsportal sozialpolitik-aktuell.de hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, diesen Ver&auml;nderungsprozess im Einzelnen nachzuzeichnen. Begonnen wurde mit dem Jahr 1998, also mit Beginn der ersten rot-gr&uuml;nen Koalition.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_gesetze_und_neuregelungen\/Dauerbaustelle_2014.pdf%20\">Sozialpolitik aktuell in Deutschland<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> F&uuml;r alle, die sich f&uuml;r Sozialpolitik interessieren ein ganz wichtiges Dokument.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Freude am Union Busting<\/strong><br>\nAktive Gewerkschaftsbek&auml;mpfung findet nicht nur bei BMW statt. Der bayrische Automobilhersteller betreibt sein Zerm&uuml;rbungswerk gegen renitente Arbeiter aber besonders gr&uuml;ndlich. Das hat Tradition.<br>\nUngerechtfertigte Abmahnungen und K&uuml;ndigungen geh&ouml;ren in Deutschland zu den wichtigsten und am h&auml;ufigsten genutzten Waffen im Kampf gegen Betriebsr&auml;te und aktive Gewerkschafter. Obgleich diese K&uuml;ndigungen dem leicht erkennbaren Zweck dienen, einzelne zu zerm&uuml;rben und zumindest zeitweilig von der Belegschaft zu isolieren, werden sie von den meisten Arbeitsgerichten als gerechtfertigt angesehen und immer &ouml;fter werden entsprechende Prozesse zugunsten der Unternehmerseite entschieden. So befassen sich hoch bezahlte Richter im Jahr 2012 mit l&auml;cherlichen Fragen wie: &raquo;Ist der Verzehr einer mit Schmand bestrichenen Brotkante durch einen Angestellten der Steakhaus-Kette Maredo Diebstahl?&laquo; Bereits im Jahr 1987 musste die Frage gekl&auml;rt werden &raquo;Darf ein Mann wie Peter Vollmer bei BMW am Flie&szlig;band arbeiten, obwohl er eigentlich Millionen-Erbe ist?&laquo; Vollmer hatte seine bourgeoise Herkunft beim Ausf&uuml;llen des Personalfragebogens 1979 verschwiegen. BMW f&uuml;hlte sich acht Jahre sp&auml;ter, als man durch Nachforschungen eines Detektivs dahinterkam, &raquo;arglistig get&auml;uscht&laquo;, Bild bauschte den idiotischen Fall sogar zum Skandal auf. Insgesamt kamen bei BMW in Berlin 22 solcher und &auml;hnlicher K&uuml;ndigungen gegen Vollmer und seine Betriebsratskollegen zusammen, die allesamt nur m&uuml;hsam wegprozessiert werden konnten.<br>\nDer langj&auml;hrige Betriebsratsvorsitzende und IG-BCE-Gewerkschafter Helmut Schmitt beim Bodenbelagshersteller Nora systems (ehemals Freudenberg) in Weinheim bei Mannheim war 2012 ebenso von einer unsubstantiierten K&uuml;ndigung bedroht wie es derzeit Murat G&uuml;nes aus Hamburg ist, der beim Plastikbecher-Produzenten Neupack arbeitet. Schmitt, G&uuml;nes und Vollmer eint, dass sie eine konfliktbereite und aktivierende Gewerkschaftsstrategie in ihrem Betrieb umgesetzt haben, die beinhaltete, Forderungen an die Unternehmensleitung zu stellen, die erkennbar weh taten, und &ndash; schlimmer noch &ndash; zu Streiks f&uuml;hrten. Alle sahen sich mit langwierigen Gerichtsprozessen konfrontiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/02-03\/001.php\">junge welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Westliche Geopolitik und ihre Umsetzung &ndash; das Beispiel Ukraine<\/strong><br>\nWie der Tagesspiegel titelt, beabsichtigt die US-F&uuml;hrung offenbar, milliardenschwere Waffenlieferungen an die Kiewer Regierung vorzunehmen, damit diese ihren Kampf gegen die Rebellen, ein Kampf, der faktisch auch gegen die Bev&ouml;lkerung im Osten der Ukraine wirkt, fortf&uuml;hren kann. Wenn es Teilen der westlichen Eliten gelingen sollte, offenkundige Eskalationsmittel als legitim darzustellen, d&uuml;rfte die offizielle Erz&auml;hlung zum Ukraine-Konflikt in erheblicher Weise dazu beitragen. Der &ldquo;Freiheits&rdquo;kampf der ukrainischen Regierung und &ldquo;des ukrainischen Volkes&rdquo; gegen russischen Einfluss und die prorussischen &ldquo;Separatisten&rdquo; bis &ldquo;Terroristen&ldquo; (laut ukrainischer Regierung) w&uuml;rde schlie&szlig;lich vom Westen aus geradezu selbstlosen Motiven unterst&uuml;tzt, so die h&auml;ufige Erz&auml;hlung. Der Konfliktbeginn wird dabei medial gern auf den Beitritt der Krim zu Russland verk&uuml;rzt, so dass die gew&uuml;nschte Gut-B&ouml;se-Rollenverteilung gewahrt werden kann und letztlich die Hardliner auf allen Seiten Oberwasser gewinnen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.maskenfall.de\/?p=7890\">Maskenfall<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>In Saudi-Arabien wird munter weiter gek&ouml;pft<\/strong><br>\nK&ouml;pfen ist nicht nur eine Lieblingsbesch&auml;ftigung des &ldquo;Islamischen Staats&rdquo;. Im islamischen Staat Saudi-Arabien, einem Alliierten des Westens und ausgerechnet Teil der Anti-IS-Koalition, besteht man auf derselben Tradition.<br>\nW&auml;hrend die westlichen Regierungen die Praxis des IS brandmarken, herrscht gro&szlig;es Schweigen gegen&uuml;ber den reichen saudischen Monarchen, mit denen man es sich nicht verderben will. Zum Begr&auml;bnis von K&ouml;nig Abdullah schickte man denn auch hohe staatliche Gesandte und w&uuml;rdigte ihn in Beileidsbotschaften. US-Pr&auml;sident Barack Obama war sich nicht zu schade, mit einer gro&szlig;en Delegation beim Nachfolger K&ouml;nig Salman anzutreten. Als gelungen wurde die Geste von Michelle Obama gefeiert, kein Kopftuch zu tragen.<br>\nViel schlimmer war schlie&szlig;lich, den Beerdigungsfeierlichkeiten &uuml;berhaupt beizuwohnen. Das umschw&auml;rmte Saudi-Arabien verzichtete entgegenkommend vorerst darauf, die Pr&uuml;gelstrafe gegen den saudischen Blogger Badawi fortzusetzen. Der war zu 10 Jahren Haft und 1000 Stockschl&auml;gen verurteilt worden. So also werden die Menschenrechte und die Meinungsfreiheit in den westlichen Demokratien verteidigt. Die Regierungschefs marschieren gegen den Angriff auf Charlie Hebdo und kuschen vor Saudi-Arabien.<br>\nDer neue K&ouml;nig Salman scheint keine Wende zu bringen. Seit seinem Amtsantritt am 23. Januar wurden bereits 5 Menschen gek&ouml;pft. Der letzte, in Medina gek&ouml;pfte Abdelrahman al-Jahni war schuldig gesprochen worden, einen anderen Mann w&auml;hrend eines Streits erschossen zu haben. Seit Beginn des Jahres wurden schon 17 Menschen aus Saudi-Arabien und dem Ausland gek&ouml;pft. Das Innenministerium erkl&auml;rt, mit dieser Ma&szlig;nahme w&uuml;rde die Sicherheit aufrechterhalten und die Gerechtigkeit gewahrt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/In-Saudi-Arabien-wird-munter-weiter-gekoepft-2534610.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Unterwerfung als Freiheit<\/strong><br>\nWeit &uuml;ber Politik und Wirtschaft hinaus hat sich der Neoliberalismus in unserem Denken und im Alltagsleben verankert. Patrick Schreiner fragt nach den sozialen und ideologischen Mechanismen, durch die Menschen neoliberale Ans&auml;tze und Ideen als gut, angemessen und alternativlos akzeptieren. Dazu nimmt er das Bildungswesen, Ratgeberliteratur, Esoterik, Sport und Fitness, Stars, das Fernsehen, Soziale Netzwerke sowie Konsum und Lifestyle in den Blick. An diesen Beispielen zeigt Schreiner, wie der Neoliberalismus die Menschen vereinnahmt und welche Folgen das f&uuml;r die Einzelnen wie f&uuml;r die Gesellschaft hat. Dabei wird deutlich: Neoliberalismus ist eine Ideologie, die Freiheit verspricht, aber Elend und Unterwerfung bedeutet.\n<p>Patrick Schreiner<br>\nUnterwerfung als Freiheit<br>\nLeben im Neoliberalismus<br>\nNeue Kleine Bibliothek 206<br>\nPapyRossa-Verlag<br>\n127 Seiten<br>\nISBN 978-3-89438-573-6<br>\nEUR 11,90 [D]<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/shop.papyrossa.de\/epages\/26606d05-ee0e-4961-b7af-7c5ca222edb7.sf\/de_DE\/?ObjectPath=\/Shops\/26606d05-ee0e-4961-b7af-7c5ca222edb7\/Products\/573-6\">PapyRossa-Verlag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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