{"id":2491,"date":"2007-07-17T09:01:16","date_gmt":"2007-07-17T07:01:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2491"},"modified":"2016-01-01T11:19:50","modified_gmt":"2016-01-01T10:19:50","slug":"die-renten-steigen-wieder-und-niemand-will-sich-freuen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2491","title":{"rendered":"Die Renten steigen wieder \u2013 und niemand will sich freuen!"},"content":{"rendered":"<p>Dabei hat man doch nach Kr&auml;ften Optimismus verbreitet. Schon die Mitteilung des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit und Soziales vom 25. April war so angelegt:<br>\n&bdquo;Die Renten werden zum 1. Juli 2007 erstmals nach mehreren Jahren wieder steigen &hellip; Die Rentenanhebung wird m&ouml;glich durch die positiven Entwicklungen bei Wirtschaftswachstum, Besch&auml;ftigung und L&ouml;hnen im Jahr 2006. Pro Jahr flie&szlig;en durch den Aufschlag 1,2 Mrd. &euro; zus&auml;tzlich an die 20 Mio Rentnerinnen und Rentner hierzulande. Sie profitieren damit vom fortgesetzten Aufschwung in Deutschland.&ldquo;<br>\nProfitieren wir Alten? War es angemessen, den kargen Aufschlag von 0,54 % &ndash; in Ost wie West &ndash; so hocht&ouml;nend zu bewerten? Dieses magere Plus, das durch neue Belastungen bereits wieder in ein Minus verwandelt wird! Ein Beitrag von Kurt Pittelkau vom Arbeitskreis Alterssicherung ver.di-Berlin.<br>\n<!--more--><br>\nDie Medien &uuml;bernahmen weithin den erwartungsfrohen Tenor in ihrer Berichterstattung:<br>\nDie Richtung bei der Rente stimme wieder, schrieb die &bdquo;Neue Presse&ldquo;, Hannover. Dass es wenigstens einen Minizuschlag gibt, sei psychologisch ein wichtiges Signal, verbreiteten die &bdquo;Stuttgarter Nachrichten&ldquo;. Der Bonner &bdquo;Generalanzeiger&ldquo; verst&auml;rkte noch: &bdquo;Darin steckt die Botschaft, dass Ruhegeldempf&auml;nger ebenso wie die Arbeitnehmer an der wirtschaftlich vertretbaren Lohnentwicklung zwingend beteiligt werden.&ldquo;<br>\nEin neues Beispiel daf&uuml;r, wie unbedenklich man vorgeht, ohne sich um die Glaubw&uuml;rdigkeit dessen, was man verbreitet, im Geringsten zu sorgen!<br>\nBei allen berechtigten Klagen &uuml;ber den realen Einkommensr&uuml;ckgang d&uuml;rften wir auch nicht vergessen, dass es den meisten Rentnern ganz passabel geht, verglichen mit k&uuml;nftigen Rentenjahrg&auml;ngen, r&auml;t die &bdquo;Westdeutsche Allgemeine Zeitung&ldquo;, Essen. Nur zwei Prozent bez&ouml;gen erg&auml;nzend Sozialhilfe.<br>\nDie Ruhigstellung der Alten ist wieder einmal angesagt, aber das darf fast nichts kosten.<br>\n2008 soll es in dieser Weise weitergehen. Denkbar sei eine Erh&ouml;hung um 0,5 %, meldete das &bdquo;Handelsblatt&ldquo; (27.4.) unter Bezug auf die Deutsche Rentenversicherung, die im April mit 9,7 Mrd. &euro; R&uuml;cklagen zum Jahresende rechnete (0,61 Monatsausgaben). Noch im M&auml;rz 2006 hatte die Bundesregierung Rentenerh&ouml;hungen bis 2008 ausgeschlossen.<br>\nAlso sind die Rentenkassen nicht leer, wie das &bdquo;B&uuml;ro gegen Altersdiskriminierung&ldquo; zur gleichen Zeit verbreitete.<br>\nEnde Juni verlautete nun aus der Deutschen Rentenversicherung, Sch&auml;tzungen h&auml;tten ergeben, dass auch f&uuml;r die folgenden Jahre &bdquo;positive Rentenanpassungen in vergleichbaren Gr&ouml;&szlig;enordnungen wie im laufenden Jahr m&ouml;glich sein werden&ldquo;.<br>\n&bdquo;Vergleichbar in der Gr&ouml;&szlig;enordnung&ldquo; meint hier: &auml;hnlich k&auml;rglich.<br>\nDas kann wirklich nur der zornige Satiriker angemessen kommentieren.<br>\nSeit 2003 sanken die durchschnittlichen Zahlbetr&auml;ge bei den Altersrenten. &Uuml;berdies ist die Kaufkraft bei den Bestandsrenten um fast 10 % zur&uuml;ckgegangen. Der Abstand zwischen Rentenwert Ost und West bleibt trotz der Rentenanpassung bei 12,1 % und w&auml;chst sogar nominal auf 3,18 &euro;, rechnet die Volkssolidarit&auml;t vor.<br>\nIst ein solcher &bdquo;Trend&ldquo; zu brechen? Mit den angek&uuml;ndigten &bdquo;positiven Schritten&ldquo; zweifellos nicht. Dazu m&uuml;ssten sich zumindest die ohnehin m&auml;&szlig;igen Lohnsteigerungen ungebremst positiv wieder auf die Renten auswirken k&ouml;nnen. Mancher h&auml;lt das vielleicht f&uuml;r eine banale Forderung, hat noch im Ohr, was als Grundsatz galt: &bdquo;Die Renten folgen den L&ouml;hnen.&ldquo; Zur Abwiegelung von Ungeduld der Ostrentner bedient man sich bis in diese Tage der inzwischen durch &bdquo;D&auml;mpfungsfaktoren&ldquo; praktisch sinnentleerten Formulierung.<br>\nMir imponiert sehr, wie das &bdquo;Netzwerk f&uuml;r eine k&auml;mpferische und demokratische ver.di&ldquo; argumentiert. Die Kollegen gehen von der unabl&auml;ssigen Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus und meinen, L&ouml;hne und Renten m&uuml;ssten zum selben Prozentsatz steigen wie das BIP. Es geht ihnen eigentlich gar nicht um die so verschriene Umverteilung &ndash; nein um simple gleichm&auml;&szlig;ige Verteilung des Volkseinkommens, um Gerechtigkeit. Also um das Einfache, das &ndash; sprichw&ouml;rtlich &ndash; so schwer zu machen ist.<br>\nDas BIP stieg von 1998 bis 2006 preisbereinigt durchschnittlich pro Jahr um 1,5 %. Der oberste Rentenreformer Prof. R&uuml;rup rechnet l&auml;ngerfristig mit 1,8 %.<br>\n&Uuml;brigens: F&uuml;r 2007 sagen Wirtschaftsinstitute eine Inflationsrate von 1,5 &hellip; 2 % voraus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dabei hat man doch nach Kr&auml;ften Optimismus verbreitet. Schon die Mitteilung des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit und Soziales vom 25. April war so angelegt:<br \/> &bdquo;Die Renten werden zum 1. 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