{"id":24913,"date":"2015-02-06T15:34:26","date_gmt":"2015-02-06T14:34:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913"},"modified":"2015-02-06T15:34:26","modified_gmt":"2015-02-06T14:34:26","slug":"hinweise-des-tages-ii-184","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h02\">AGOR&Aacute; &ndash; Von der Demokratie zum Markt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h03\">Russland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h04\">Star-&Ouml;konom Paul Krugman: &ldquo;Der Euro ist wohl nicht zu retten&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h05\">Niedrige L&ouml;hne = gut, niedriger Euro = schlecht?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h06\">2014 keine kalte Progression<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h07\">Die Frackingblase<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h08\">Wertsch&ouml;pfungsabgabe: Eine Alternative zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h09\">Betriebliche Kinderbetreuung weiterhin sehr selten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h10\">Wachsende Ungleichheit der Lebenseinkommen in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h11\">Karenzzeit-Gesetz: ein schwacher Schritt vorw&auml;rts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h12\">Corporate Publishing: Geheim-PR zwischen B&uuml;cher-Deckeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h13\">Die Pharmaindustrie ist schlimmer als die Mafia<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h14\">Geheimdienste: Gef&auml;hrlicher als Facebook<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h15\">Willkommen bei Orwell: Frankreich nach den Anschl&auml;gen von Paris<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h16\">Missbrauch der Interpol-Fahndungsliste: Im Dienste von Diktatoren und Despoten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h17\">Wenn sich der Spott &uuml;ber hilflose HelferInnen ergiesst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913#h18\">Zu guter Letzt: Warum tragen die neuen griechischen Minister keine Krawatte?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24913&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Meinung: Griechenland nach den Wahlen in 10 Thesen<\/strong>\n<ol>\n<li>Die Ursachen der griechischen Krise muss man sowohl im Lande selbst als auch in der EU bzw. im Euroraum suchen. Das interne Problem kann man mit wenigen Worten beschreiben: schwache Wirtschaftsleistung; nicht konkurrenzf&auml;hige Privatwirtschaft; starke Abh&auml;ngigkeit von Importen; ineffiziente Verwaltung; Korruption. Die europ&auml;ische Dimension des Problems ist komplexer und liegt zum einen an den Struktur der Eurozone selbst und zum anderen an der Bankenkrise von 2008, die auf Kosten der einzelnen L&auml;nder bzw. der Steuerzahler gel&ouml;st wurde.<\/li>\n<li>Eine weitere Dimension der Krise, die oft au&szlig;er Acht gelassen wird, liegt in unserem Wirtschaftssystem. Dieses braucht Ungleichheiten, um zu funktionieren. Geographisch gesehen produziert und reproduziert dieses Nullsummenspiel systematisch Gewinner- und Verliererregionen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/word.office.live.com\/wv\/WordView.aspx?FBsrc=http%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fattachments%2Fdoc_preview.php%3Fmid%3Dmid.1423207159592%253A06e07ba34f3092ad36%26id%3D10205635121588560%26metadata&amp;access_token=100000528728742%3AAQAISoIUZlyAW_Sx&amp;title=Griechenland%20in%2010%20Thesen\">Ares Kalandides<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Griechenlands Wahl, Europas Qual?<\/strong><br>\nIm Anschluss an die Wahlen in Griechenland fand im ORF eine Diskussionssendung unter dem Titel dieser &Uuml;berschrift statt. Allerdings ohne Fragezeichen!<br>\nKlar, die Syriza hat die Wahlen gewonnen, weil sie den Menschen in Griechenland versprochen hat, die ihnen von der Troika aufgezwungene &bdquo;Sparpolitik&ldquo; zu beenden. Um die Griechen zu retten, sind aber nun 80 % der Staatsschulden Griechenlands auf den B&uuml;chern staatlicher Organisationen gelandet, und daher laufen die Forderungen der Syriza darauf hinaus, die Steuerzahler der L&auml;nder, die den Griechen in ihrer Not beigestanden haben, zur Kasse zu bitten. Die Wahl der Griechen ist damit also unzweifelhaft eine Qual f&uuml;r die Steuerzahler aus den Geberl&auml;ndern. So zumindest war die Moderatorin, Ingrid Thurnher, bem&uuml;ht zu &bdquo;argumentieren&ldquo;.<br>\nHeiner Flassbeck, einer der eingeladenen Diskutanten, widersprach diesem Narrativ energisch. Er verwies darauf, dass die Lohnpolitik in Deutschland zumindest an der wirtschaftlichen Misere der Griechen eine Mitschuld tr&auml;gt und die den Griechen von der Troika aufoktroyierte &bdquo;Sparpolitik&ldquo; Griechenland unverantwortlich in die Depression getrieben hat und dass es f&uuml;r die wirtschaftliche Gesundung nicht nur Investitionen in Griechenland, sondern in der gesamten Eurozone bedarf. Und dass diese Investitionen alleine durch staatliche Defizite und damit durch eine weitere Verschuldung der Mitgliedsl&auml;nder der EU gestemmt werden k&ouml;nnen. Die Moderatorin war mit Flassbecks Ausf&uuml;hrungen wohl &uuml;berfordert. Sie konnte nur noch ihrem Unverst&auml;ndnis Ausdruck verleihen, indem sie geradezu verwundert Flassbecks Ausf&uuml;hrungen mit der Aussage kommentierte, dass er sich offensichtlich nicht vor Syriza in Griechenlands Regierung f&uuml;rchte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/griechenlands-wahl-europas-qual\/\">flassbeck-economics<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>AGOR&Aacute; &ndash; Von der Demokratie zum Markt<\/strong><br>\nDer 90min&uuml;tige Dokumentarfilm AGOR&Aacute; des griechischen Filmemachers Y&oacute;rgos Avger&oacute;poulos portraitiert die Eurokrise aus griechischer Sicht &uuml;ber einen Zeitraum von mehr als vier Jahren. Der Regisseur f&auml;ngt die politischen und sozialen Auswirkungen der Krise in intensiven, teilweise ersch&uuml;tternden Bildern ein und spricht sowohl mit den politischen Entscheidungstr&auml;gern als auch mit den direkt Betroffenen der Krise. Avger&oacute;poulos dokumentiert Zust&auml;nde, von denen man nicht mehr glaubte, dass sie in Europa m&ouml;glich w&auml;ren: Armut, Obdachlosigkeit und eine immer h&ouml;here Arbeitslosigkeit greifen um sich. Das soziale Gef&uuml;ge des Landes ist tief ersch&uuml;ttert und hat nun auch f&uuml;r ein politisches Erdbeben gesorgt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/fernsehen\/film_serie\/kinozeit_dokumentarfilm\/sendungen\/agora106.html\">WDR&#8232;<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es w&auml;re zu sch&ouml;n, wenn sich unsere Regierungsriege die Zeit n&auml;hme, sich ab und an solche Filme anzuschauen, um den Kontakt zur Realit&auml;t nicht zu verlieren &ndash; um zu wieder zu begreifen, dass Ziel der Politik ist, solche Zust&auml;nde zu verhindern, und nicht solche zu produzieren.<\/em><\/p>\n<p><em>Nat&uuml;rlich musste  Griechenland Ma&szlig;nahmen treffen, um die &uuml;ber den Einnahmen liegenden Ausgaben reduzieren &ndash; aber doch nicht so. Warum haben sich die Institutionen der Troika nicht zuerst einmal das Land angeschaut. Jedes Kind wusste, dass Wirtschaft und Politik in Griechenland klientelistisch funktionieren, dass das Land sich nicht gerade durch Steuerflei&szlig; auszeichnet. Es tritt am Beispiel Griechenland zutage, dass ein Grundfehler der W&auml;hrungsunion, ja des Br&uuml;sseler Konstrukts Europa war, sich nicht um die Steuersysteme der Mitgliedsl&auml;nder zu k&uuml;mmern. Dabei geht es nicht nur um abenteuerlich niedrige Steuers&auml;tze, die es den Reichen und den Unternehmen erm&ouml;glicht, sich vor ihrem Beitrag f&uuml;r die Allgemeinheit zu dr&uuml;cken. In F&auml;llen wie Griechenland oder auch Spanien geht zun&auml;chst darum zu schauen, ob die vorhandenen Steuersysteme &uuml;berhaupt effizient funktionieren. Angesichts der vorgefundenen Situation in Griechenland h&auml;tten in dem Moment, in dem das Land offiziell zum Krisenstaat erkl&auml;rt wurde, Kaptalverkehrskontrollen eingerichtet werde m&uuml;ssen. Dies h&auml;tte die erste zu verordnende Ma&szlig;nahme der Troika sein m&uuml;ssen. Aber nein, bis heute flie&szlig;t nicht nur einfach Kapital, sondern zu versteuerndes Kapital ab.<\/em><\/p>\n<p><em>Dies Wenige zur Einnahmeseite des griechischen Staates. Da w&auml;re noch die im Mittelpunkt speziell deutscher Betrachtungsweise stehende Reduktion der Staatsausgaben, das was als Sparen die Diskussion beherrscht. Schade, dass die Kanzlerin nicht in diesem Fall das Bild ihrer schw&auml;bische Hausfrau, einer verschuldeten Hausfrau, bem&uuml;ht. Nat&uuml;rlich w&uuml;rde diese an den Ausgaben sparen, aber es doch so einrichten, dass gen&uuml;gend Geld &uuml;brig bliebe, um ihre Existenz zu sichern. D.h. sie w&uuml;rde z.B. als Krankenschwester nicht anfangen, sich eine 1000 Kilokalorien-Di&auml;t zu verschreiben, um dann nach einigen Wochen umzukippen. Aber genau dies wird Griechenland seit L&auml;ngerem zugemutet.  Und die deutsche Diskussion?<br>\nErinnert sei an eine Diskussion, die um den Jahreswechsel 2012\/13 aufkam. Der IWF, Mitglied der Troika, hatte sich Gedanken gemacht, warum sich Griechenland sich nicht in dem erwarteten Ausma&szlig; erholte und kam zu dem Schluss, dass sich die Effekte der Sparpolitik deutlich negativer auswirkten als bisher angenommen. Nachzulesen im Wirtschaftsausblick des IWF vom Oktober 2012.  Die Erwartungen k&uuml;nftigen Wirtschaftswachstums seien  zu hoch ausgefallen, weil man die g&auml;ngige Formel unterstellt habe, wonach 1% Einsparung an Staatsausgaben 0,5% an Wirtschaftszuwachs kosteten. Tats&auml;chlich habe man festgestellt, dass der entsprechende Verlust am Wirtschaftsleistung sehr viel h&ouml;her liege, n&auml;mlich in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von 0,9% bis 1,7%. Das ist ein &ldquo;Multiplikator&rdquo;, der ein Land schnell in eine Rezession bringt, so dass in der Folge der Staat sp&uuml;rbar weniger Steuern einnimmt. Es drohe ein Teufelskreis aus sinkender Wirtschaftsleistung, schrumpfenden Steuereinnahmen und niedrigeren Staatsausgaben, so der IWF. Griechenland hat unter dem Druck der Troika zwischen 2009 und 2012 sein um Konjunktureinfl&uuml;sse bereinigtes Haushaltsdefizit um mehr als 14 Prozent des BIP reduziert &ndash; eine Konsolidierungsanstrengung, die historisch ihresgleichen sucht.<\/em><\/p>\n<p><em>Diese Ausf&uuml;hrungen verursachten betr&auml;chtliche Unruhe. Lebten doch deutsche u.a. Politeliten noch im Glauben, unterst&uuml;tzt durch eine EZB-Studie, die Sparpolitik k&ouml;nne sogar expansive Effekte haben, weil sie das Vertrauen in der Privatwirtschaft st&auml;rke. Die IWF-Autoren verwarfen die EZB-These und attestierten auch &auml;lteren Studien, die zu diesem Ergebnis gekommen waren, gravierende methodische M&auml;ngel. Der damalige Kanzlerkandidat Peer Steinbr&uuml;ck argumentierte im Februar im Bundestag: Der Staatshaushalt laufe ins Leere, wenn &bdquo;aus Sparen ein Kaputtsparen&ldquo; werde und keine Wachstumsperspektiven er&ouml;ffnet w&uuml;rden. Unser  Finanzminister konnte nat&uuml;rlich diese Erkenntnisse nicht akzeptieren und hielt an der EZB-Studie fest und so war denn auch im Monatsbericht des Ministeriums zu lesen: &bdquo;In der l&auml;ngeren Frist k&ouml;nnen Konsolidierungen nach der EZB-Studie nicht nur die Tragf&auml;higkeit der Staatsfinanzen, sondern sogar auch das Bruttoinlandsprodukt erh&ouml;hen &hellip; Insgesamt kann die EZB-Studie vor dem Hintergrund der hier genannten Kriterien als sehr weitreichend und belastbar eingestuft werden.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><em>Nat&uuml;rlich kann man &uuml;ber die Modelle streiten, die der Multiplikatorberechnung zugrunde liegen. Der von John Maynard Keynes eingef&uuml;hrte Begriff des BIP-Multiplikators (30er-Jahre), der angibt, wie stark das Bruttoinlandsprodukt (BIP) reagiert, wenn sich die Staatsausgaben (positiv wie negativ) &auml;ndern, ist in seine Gr&ouml;&szlig;e seit jeher unter &Ouml;konomen heftig umstritten.<\/em><\/p>\n<p><em>Man kann und muss auch dar&uuml;ber streiten, ob die Auswahl der L&auml;nder oder der Zeitraum, der in diese Modelle einflie&szlig;t, Verzerrungen verursacht, aber eines  macht der oben empfohlene Film auch jedem &ouml;konomischen Laien klar, die Sparauflagen, die Europa den Griechen auferlegt, sind absolut unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig &ndash; sie sind die Krankheit zum Tode.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Russland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Merkel reist zuversichtlich nach Moskau<\/strong><br>\nDie Kanzlerin und Frankreichs Pr&auml;sident wollen in Russland einen modifizierten Friedensplan vorlegen. Der ukrainische Pr&auml;sident sieht Chancen f&uuml;r einen Waffenstillstand&hellip;<br>\nAus westlichen Diplomatenkreisen hie&szlig; es, bei der deutsch-franz&ouml;sischen Initiative handele es sich um die &Uuml;berarbeitung eines neunseitigen russischen Friedensplans, den Pr&auml;sident Wladimir Putin den Regierungen in Berlin und Paris &uuml;bermittelt habe. Merkel und Hollande h&auml;tten die strittigsten Punkte daraus gestrichen und das Dokument ukrainischen und europ&auml;ischen Forderungen angepasst.<br>\nDer Plan sieht unter anderem mehr Autonomie f&uuml;r ostukrainische Regionen und einen besonderen Schutz von Sprache und Kultur vor. Einen Bericht der S&uuml;ddeutschen Zeitung, wonach den Separatisten ein viel gr&ouml;&szlig;eres Territorium zugestanden werden soll, hatte die Bundesregierung zuvor dementiert&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2015-02\/hollande-merkel-moskau\">Die Zeit Online<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Fast alle Medien sprechen von einer Friedensinitiative von Angela Merkel und Fran&ccedil;ois Hollande.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ein Ring um Russland (II)<\/strong><br>\nDeutschland &uuml;bernimmt eine f&uuml;hrende Rolle beim Aufbau der neuen NATO-&ldquo;Speerspitze&rdquo; in Osteuropa. Rund 2.700 von insgesamt 5.000 bis 7.000 Soldaten, die in diesem Jahr die gestern von den NATO-Verteidigungsministern beschlossene Kampftruppe etablieren sollen, werden von der Bundeswehr gestellt. Auch in den NATO-St&uuml;tzpunkten, die in sechs Staaten Osteuropas eingerichtet werden, wo sie bei Bedarf als Operationszentralen dienen sollen, werden deutsche Milit&auml;rs pr&auml;sent sein.<br>\nBerlin erh&auml;lt damit pr&auml;genden Einfluss auf die k&uuml;nftige NATO-Struktur in seinem traditionellen osteurop&auml;ischen Einflussgebiet. Die Ma&szlig;nahmen ziehen den Ring, den das westliche Kriegsb&uuml;ndnis um Russland legt, ein weiteres St&uuml;ck zusammen &ndash; zumal bereits vergangenes Jahr Schweden und das im Norden an Russland grenzende Finnland sich der NATO weiter angen&auml;hert haben und der Kaukasus-Staat Georgien sich ab diesem Jahr an der NATO Response Force beteiligen will, die auf 30.000 Mann aufgestockt werden soll. Aus ihr wird die NATO-&ldquo;Speerspitze&rdquo; gebildet. Deutschland wird mit seiner f&uuml;hrenden Position in der &ldquo;Speerspitze&rdquo;, sollte der Konflikt mit Moskau unkontrolliert eskalieren, an vorderster Front gegen Russland stehen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/59049\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><strong>Wirtschaft f&uuml;rchtet Milliardenminus im Russland-Gesch&auml;ft<\/strong><br>\nDie Exporte d&uuml;rften um fast 15 Prozent oder knapp vier Milliarden Euro einbrechen, prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). &ldquo;Davon werden insbesondere Spitzenexportbranchen wie die Automobilindustrie oder der Maschinenbau betroffen sein&rdquo;, sagte DIHK-Au&szlig;enhandelschef Volker Treier am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Bereits 2014 waren die Ausfuhren um rund 20 Prozent gefallen.<br>\nEin Grund f&uuml;r die negative Entwicklung ist der Kursverfall der Landesw&auml;hrung Rubel&hellip;<br>\nBremsspuren d&uuml;rfte auch die j&uuml;ngste Absenkung der Bonit&auml;t Russlands auf Ramschniveau durch Ratingagenturen hinterlassen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/de.reuters.com\/article\/topNews\/idDEKBN0L20OC20150129\">Reuters<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Star-&Ouml;konom Paul Krugman: &ldquo;Der Euro ist wohl nicht zu retten&rdquo;<\/strong><br>\nDer ber&uuml;hmte Wirtschaftsprofessor Paul Krugman spricht Klartext: Er lobt zwar den Euro, erwartet aber seinen Untergang. Und er wirft Deutschland im Umgang mit den Euro-S&uuml;dl&auml;ndern Heuchelei vor: Fr&uuml;her habe Deutschland von der dortigen Inflation profitiert, heute verlange es strikte Sparpolitik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/boerse\/nobelpreistraeger-krugman-ueber_id_4455876.html\">Focus<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Niedrige L&ouml;hne = gut, niedriger Euro = schlecht?<\/strong><br>\nDie Debatte um die Wechselkurse zeigt sehr sch&ouml;n, in welche logischen Widerspr&uuml;che man sich verstrickt, wenn man versucht, den deutschen &ouml;konomischen Mainstream zu vertreten.<br>\nAm Wochenende berichtete die FAZ &uuml;ber die Abwertung des Euro und bringt das Argument, dass eine solche Abwertung langfristig von Nachteil sein k&ouml;nne, weil sich die Unternehmen wegen der W&auml;hrungsvorteile nicht mehr anzustrengen brauchten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2015\/01\/25\/niedrige-loehne-gut-niedriger-euro-schlecht_8073\">ZEIT Herdentrieb<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>2014 keine kalte Progression<\/strong><br>\nEine kalte Progression bei der Einkommensteuer hat es im Jahr 2014 nicht gegeben. Dies teilt die Bundesregierung in dem von ihr als Unterrichtung vorgelegten &bdquo;Ersten Steuerprogressionsbericht&ldquo; (18\/3894) mit. &bdquo;Im Jahr 2014 hat die niedrigere Preissteigerungsrate in Verbindung mit der Anhebung des Grundfreibetrages zu Jahresbeginn dazu gef&uuml;hrt, dass in diesem Jahr keine zus&auml;tzliche kalte Progression entstanden ist&ldquo;, schreibt die Regierung in dem Bericht. Im Jahr 2013 habe das Volumen der Steuereinnahmen durch die kalte Progression bei 640 Millionen Euro gelegen.<br>\nIn diesem Jahr werden bei einer angenommenen Inflationsrate von einem Prozent Steuermehreinnahmen durch die kalte Progression von 690 Millionen Euro erwartet. 2016 w&uuml;rde dieser Betrag auf 800 Millionen Euro steigen. Bei einer Inflationsrate von 1,5 Prozent w&uuml;rden die Steuermehreinnahmen in diesem Jahr bei 1,8 Milliarden Euro und im kommenden Jahr bei 1,95 Milliarden Euro liegen. Bei einer Inflationsrate von zwei Prozent w&uuml;rden die Steuermehreinnahmen in diesem Jahr bei 2,92 Milliarden Euro und im kommenden Jahr bei 3,1 Milliarden Euro liegen.<br>\nDie j&auml;hrliche Belastung des einzelnen Steuerzahlers durch die kalte Progression soll in diesem Jahr je nach Inflationsrate bei 17 Euro (ein Prozent Inflationsrate), 45 Euro (1,5 Prozent Inflationsrate) oder 73 Euro (zwei Prozent Inflationsrate) liegen. F&uuml;r 2016 lauten die entsprechenden Werte 20 Euro, 49 Euro und 78 Euro.<br>\nDie Bundesregierung definiert die kalte Progression wie folgt: &bdquo;Als kalte Progression werden Steuermehreinnahmen bezeichnet, die entstehen, soweit Einkommenserh&ouml;hungen die Inflation ausgleichen und es in Folge des progressiven Einkommensteuertarifs bei somit unver&auml;ndertem Realeinkommen zu einem Anstieg der Durchschnittsbesteuerung kommt. Einkommenssteigerungen, die &uuml;ber die Inflationsrate hinausgehen, erh&ouml;hen die steuerliche Leistungsf&auml;higkeit.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2015_02\/-\/359348\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Frackingblase<\/strong><br>\nVielleicht hat der &Ouml;lpreis jetzt endlich einen Boden gefunden: Nach sieben Monaten Talfahrt hechelt er relativ konstant knapp unterhalb der 50-Dollar-Marke. Ein so spektakul&auml;rer Absturz l&auml;dt die Weltendeuter geradezu ein, geopolitische Verschw&ouml;rungstheorien und finstere Komplotte auszumalen. Saudis gegen Amis, Saudis gegen Iran, alle zusammen gegen die Russen. Wenn man nur banale Erkl&auml;rungen f&uuml;r den Preisverfall hat &ndash; eingeknickte Nachfrage, hohes Angebot, plus Kasinospiele der Spekulanten &ndash; dann imaginiert man eben eine der Dramatik angemessene Story vom gro&szlig;en &Ouml;lpreiskrieg. Die g&auml;ngigste Version unterstellt, dass die Saudis mit Hilfe des niedrigen &Ouml;lpreises der US-Frackingindustrie das Licht ausblasen will. Deshalb weigere sich das K&ouml;nigreich hartn&auml;ckig, seine Produktion zu drosseln, um mit einem k&uuml;nstlich verknappten &Ouml;langebot den Preisverfall zu stoppen.<br>\nSaudi-Arabien ist eng mit den USA verb&uuml;ndet und auf deren Schutz angewiesen, einen offenen Angriff auf die US-Energiebranche kann das K&ouml;nigreich nicht riskieren. Saudi-Arabien steht schlicht vor der Wahl, seine F&ouml;rderung entweder stabil zu halten und damit wegen des taumelnden &Ouml;lpreises weniger zu verdienen oder die Produktion tats&auml;chlich erheblich zu drosseln, damit aber seine Einnahmeverluste zu eskalieren und gleichzeitig auch noch Marktanteile zu verlieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2015%2F02%2F03%2Fa0088&amp;cHash=b74ab4b74fd52f55e8a2115024a75c8c\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Manfred Kriener stellt weiterhin die Frage, warum eigentlich nicht die USA ihre F&ouml;rderung drosseln, da Fracking bei den heutigen Preisen nicht mehr rentabel sei. Die Antwort befriedigt nicht. Soweit ich ihn verstanden habe, w&uuml;rde das Platzen der Frackingblase den Wirtschaftsaufschwung der USA gef&auml;hrden. Das ist sicherlich richtig. Der Witz ist der, dass die Ausweitung der Erd&ouml;lf&ouml;rderung durch das unrentabel gef&ouml;rderte Fracking&ouml;l zu einem &Ouml;lpreis gef&uuml;hrt hat, der wie ein Konjunkturpaket (nicht nur) f&uuml;r die US-Wirtschaft gef&uuml;hrt hat. In vielen Unternehmen sinken die Produktionskosten, der ausgabenfreudige, amerikanische Konsument hat mehr Geld zur Verf&uuml;gung, da er weniger f&uuml;r Benzin und Heiz&ouml;l ausgeben muss. M&ouml;glicherweise sind die Ausgaben f&uuml;r Neuinvestitionen in der &Ouml;l- und Gasindustrie viel geringer als geringer als der Gewinn f&uuml;r die Volkswirtschaft. Nur agieren die F&ouml;rderfirmen einzelwirtschaftlich, und unter diesem Aspekt m&uuml;ssen bekanntlich die Ausgaben f&uuml;r das Fracken der Quellen langfristig kleiner als die Ertr&auml;ge sein. Inzwischen wurden in der Branche Neuinvestition reduziert und etliche kleinere F&ouml;rderanlagen wurden geschlossen. Zulieferer mussten Personal entlassen.<\/em><\/p>\n<p><em>Nur sollte Kriener die Botschaft der Frackingindustrie, dass man auch mit niedrigeren Preisen rentabel produzieren k&ouml;nne, nicht so schnell als &ldquo;sedieren&rdquo; der Anleger abtun. Unter verschiedensten Aspekten w&uuml;rde ich das gerne auch so sehen, aber dennoch sollte man vielleicht bedenken, dass die Frackingindustrie &ndash; sicher nicht alle Firmen &ndash; bei den vielen Bohrungen gelernt hat und weiterhin lernt, effizienter zu bohren. Allerdings werden die Fracker lernen m&uuml;ssen, bei einem Preis von 40 Dollar produzieren zu k&ouml;nnen. Denn klar ist auch: Die USA fallen als weltgr&ouml;&szlig;ter Importeur von &Ouml;l aus, Chinas Wachstumsraten werden dauerhaft auf einem weniger hohen Niveau verbleiben und die Welt lernt, Energie immer effizienter zu nutzen. Diese drei Faktoren werden den &Ouml;lpreis niedrig halten. &ndash; Selbst in einem pessimistischen Szenario verbleibt die M&ouml;glichkeit, angesichts der gesamtwirtschaftliche Aspekte Fracking staatlicherseits zu subventionieren. &ndash; Gro&szlig;britannien k&ouml;nnte hierzu ein Muster abgeben. Da die britische &Ouml;lindustrie in der Nordsee bei den gegenw&auml;rtigen Preisen unter Druck ger&auml;t, soll Schatzkanzler George Osborne &ldquo;Financial Times&rdquo; in seiner Budget-Rede im M&auml;rz weitere Steuererleichterungen f&uuml;r die &Ouml;lindustrie ank&uuml;ndigen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wertsch&ouml;pfungsabgabe: Eine Alternative zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme<\/strong><br>\nSeit Mitte der 1970er geht der Anteil der ArbeitnehmerInnenentgelte am Volkseinkommen zur&uuml;ck, d.h. die Lohnquote sinkt. Die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme (Arbeitslosigkeit, Alter, Gesundheit, Unfall) wird also von einem immer kleiner werdenden Anteil des Volkseinkommens finanziert. Wenn die Lohnquote sinkt, steigt nat&uuml;rlich der Anteil der Kapitalseite. Seitdem wird in Deutschland und &Ouml;sterreich &uuml;ber eine Verbreiterung der Bemessungsgrundlage, durch die sogenannte Wertsch&ouml;pfungsabgabe, debattiert. In Italien wurde 1999 unter Ministerpr&auml;sident Prodi eine Form der Wertsch&ouml;pfungsabgabe, die Imposta regionale sulle attivit&agrave; produttive (IRAP), eingef&uuml;hrt.<br>\nDurch die Einf&uuml;hrung einer Wertsch&ouml;pfungsabgabe soll der gr&ouml;&szlig;er werdende Teil am Volkseinkommen, n&auml;mlich die Gewinn- bzw. Kapitalquote, einen Beitrag zur Finanzierung der sozialen Absicherungssysteme leisten. Zus&auml;tzlich soll es zu einer faireren Aufteilung der Finanzierungskosten zwischen personalintensiven Branchen, wie z.B. dem Bauwesen, und kapitalintensiven Branchen, wie z.B. den Versicherungen, kommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.arbeit-wirtschaft.at\/wertschoepfungsabgabe\/\">Blog.arbeit &amp; wirtschaft.at<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Betriebliche Kinderbetreuung weiterhin sehr selten<\/strong><br>\nBetriebskinderg&auml;rten sind nach wie vor eine Rarit&auml;t. Nicht einmal ein Prozent aller au&szlig;er Haus betreuten Kinder besuchen eine betriebliche Kita. Das ergibt eine Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nDie mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist auch aus Sicht vieler Unternehmen nach wie vor ein Problem. Arbeitgeberverb&auml;nde fordern deshalb regelm&auml;&szlig;ig weitere Verbesserungen bei der Kinderbetreuung &ndash; und sehen in betrieblichen Angeboten dazu ein wichtiges Instrument der Mitarbeiterbindung. Wie weit entsprechende Angebote tats&auml;chlich verbreitet sind, haben der WSI-Forscher Dr. Eric Seils und Judith Kaschowitz von der TU Dortmund untersucht.* Ihre Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Unternehmen, die ihre Besch&auml;ftigten bei der Kinderbetreuung unterst&uuml;tzen, zwar w&auml;chst, aber dennoch au&szlig;erordentlich gering ist.<br>\nDie Arbeitgeber selbst sch&auml;tzen ihren Beitrag als deutlich gr&ouml;&szlig;er ein. Dem &ldquo;Unternehmensmonitor&rdquo; zufolge, einer Befragung, die das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) durchf&uuml;hrt, haben im Jahr 2012 immerhin 3,4 Prozent aller Unternehmen betriebliche Kinderbetreuung angeboten. Nach Berechnungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), die auf einer Online-Umfrage beruhen, sollen sich im selben Jahr sogar 15 Prozent der Unternehmen mit eigenen Angeboten um den Nachwuchs ihrer Besch&auml;ftigten gek&uuml;mmert haben. Seils und Kaschowitz halten diese Zahlen f&uuml;r irref&uuml;hrend. Sie monieren, dass gro&szlig;e Betriebe in der Befragung des DIHK &uuml;berrepr&auml;sentiert sind. Das IW wiederum habe Firmen mit weniger als f&uuml;nf Besch&auml;ftigten, die mehr als 80 Prozent aller Unternehmen ausmachen und eher selten &uuml;ber eigene Betreuungseinrichtungen verf&uuml;gen d&uuml;rften, &uuml;berhaupt nicht befragt. Insofern seien die Ergebnisse beider Studien wenig aussagekr&auml;ftig.<br>\nF&uuml;r wesentlich glaubw&uuml;rdiger halten die Sozialwissenschaftler Angaben des Statistischen Bundesamts, die auf einer Vollerhebung der Kindertagest&auml;tten und der &ouml;ffentlich gef&ouml;rderten Kindertagespflege basieren. Demnach betr&auml;gt der Anteil der betrieblich betreuten Kinder an allen in Tageseinrichtungen betreuten Kindern lediglich 0,9 Prozent. 2014 gab es laut Bundesamt in der Bundesrepublik insgesamt 53.415 Kindertagesst&auml;tten. Zum Vergleich: 2012 existierten in ganz Deutschland 586 und im vergangenen Jahr 668 &ldquo;Tagesst&auml;tten f&uuml;r Kinder von Betriebsangeh&ouml;rigen&rdquo; &ndash; bei insgesamt 3,6 Millionen Unternehmen. Das w&uuml;rde bedeuten, dass im Jahr 2012 auf 100.000 Unternehmen knapp 16 Betriebskinderg&auml;rten entfielen. Selbst wenn sich an jeder Einrichtung im Schnitt zehn Firmen beteiligen sollten, w&uuml;rde der Anteil nur 0,16 Prozent betragen. Auch wenn man dar&uuml;ber hinaus in Rechnung stellt, dass Unternehmen vereinzelt Belegpl&auml;tze in anderen Einrichtungen buchen m&ouml;gen, sei das ein sehr niedriger Wert, so Seils und Kaschowitz.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_wsi_report_21_2015.pdf\">Eric Seils, Judith Kaschowitz: Wie verbreitet sind Betriebskinderg&auml;rten? WSI Report Nr. 21 [PDF]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/boeckler.de\/hbs_showpicture.htm?id=52911&amp;chunk=1\">Infografik zum Download im neuen B&ouml;ckler Impuls 2\/2015<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wachsende Ungleichheit der Lebenseinkommen in Deutschland<\/strong><br>\nEine Analyse von Forschern der FU Berlin zeigt, dass in Deutschland die Einkommen &uuml;ber den Lebensverlauf bei j&uuml;ngeren Generationen deutlich ungleicher verteilt sind als bei &auml;lteren Generationen &ndash; und das allein innerhalb der Lohneinkommen. Einkommen aus Kapitalertr&auml;gen oder Selbstst&auml;ndigkeit, aber auch aus staatlichen Transfers, werden nicht betrachtet. Damit kommt ein weiterer wichtiger Baustein hinzu, der zeigt, dass in Deutschland die Ungleichheit zugenommen hat. Es ist zu erwarten, dass sich diese Zunahme der Ungleichheit durch Erbschaften in eine zunehmende Konzentration der Verm&ouml;gen &uuml;bersetzen wird.<br>\nW&auml;hrend bestimmte Kreise immer wieder versuchen, die Zunahme der Ungleichheit in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten zu relativieren, weisen eine Vielzahl von Forschungsbeitr&auml;gen der letzten Monate darauf hin, dass die Ungleichheitszunahme in Deutschland sehr wohl klar messbar ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/verteilungsfrage.org\/2015\/02\/wachsende-ungleichheit-der-lebenseinkommen-in-deutschland\/\">verteilungsfrage.org<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Karenzzeit-Gesetz: ein schwacher Schritt vorw&auml;rts<\/strong><br>\nOhne Nachbesserungen wird die Karenzzeit trotz vieler positiver Aspekte zu schwach ausfallen. Gemeinsam mit Transparency International Deutschland haben wir daher heute Ver&auml;nderungen bei vier der wichtigsten Punkte angemahnt: Wechsel in Lobbyt&auml;tigkeiten sollen explizit untersagt werden und die Karenzzeit sollte l&auml;nger gelten. Au&szlig;erdem sollte das Gesetz Sanktionsm&ouml;glichkeiten enthalten, falls die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten werden. Dar&uuml;ber hinaus ist es wichtig, dass das Gesetz auf seine Wirkung &uuml;berpr&uuml;ft wird. Spielraum f&uuml;r Ver&auml;nderungen gibt es noch, denn das Gesetz muss erst noch vom Bundestag verabschiedet werden. In Kraft treten wird die Neuregelung daher fr&uuml;hestens im Sommer.<br>\nDer Gesetzesentwurf der Koalition sieht vor, dass die Annahme von T&auml;tigkeiten bei Verb&auml;nden oder Unternehmen untersagt werden kann, wenn ein direkter Interessenkonflikt auf Grund von inhaltlichen &Uuml;berschneidungen zwischen Amt und neuem Job vorliegt. Das ist ein wichtiger Punkt und es ist gut, dass das Gesetz dies regelt.<br>\nDar&uuml;ber hinaus sollen Seitenwechsel w&auml;hrend der Karenzzeit auch dann untersagt werden k&ouml;nnen, wenn durch den Wechsel &ldquo;das Vertrauen der Allgemeinheit in die Integrit&auml;t der Bundesregierung&rdquo; gef&auml;hrdet werden kann. Damit bleibt die Regelung aber vage. Unter dieser Regelung k&ouml;nnen auch Wechsel in Lobbyt&auml;tigkeiten erfasst werden, aber das ist nicht eindeutig geregelt. Fliegende Wechsel in Lobbyt&auml;tigkeiten verschaffen finanzstarken Lobbyakteuren Vorteile gegen&uuml;ber anderen Interessensvertretern und sind deshalb f&uuml;r die Demokratie problematisch. Daher sollte das Gesetz konkret klarstellen, dass Wechsel in Lobbyjobs grunds&auml;tzlich und unabh&auml;ngig vom vorherigen Verantwortungsbereich w&auml;hrend der Karenzzeit zu untersagen sind.<br>\nZu schwach bleibt der Entwurf an einem weiteren Punkt: Sanktionen f&uuml;r gesetzwidriges Verhalten sind nicht vorgesehen. Sollte ein Minister oder Staatssekret&auml;r aus Versehen oder mit Absicht die Vorschriften der Karenzzeit-Regel nicht beachten, bliebe dies nach derzeitigem Stand folgenlos. Die Politik vertraut auf die &ouml;ffentliche Kritik als Sanktionsmittel. Dessen Wirkung ist aber gerade bei ehemaligen Politikern zweifelhaft. Hier muss nachgebessert werden.<br>\nAuch die L&auml;nge der Karenzzeit sollte nachgebessert werden. Vorgesehen sind laut Gesetzesentwurf in der Regel zw&ouml;lf Monate, in Ausnahmef&auml;llen 18 Monate&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2015\/02\/karenzzeit-gesetz-nachbesserungen-noetig\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Corporate Publishing: Geheim-PR zwischen B&uuml;cher-Deckeln<\/strong><br>\nDas Medium Buch gilt als besonders glaubw&uuml;rdig. Doch diese Glaubw&uuml;rdigkeit wird nun ersch&uuml;ttert. Der Grund: Anders als in der Presse, m&uuml;ssen bezahlte Werbe-und PR-Botschaften in B&uuml;chern nicht als solche gekennzeichnet werden. Ein Schlupfloch, das nach MONITOR-Recherchen viele Unternehmen nutzen; gemeinsam mit renommierten Autoren und bekannten Verlagen. Bezahlte Geheim-PR: Je Zielgruppe mal in Sachb&uuml;chern versteckt, mal in Romanen oder sogar in Kinderb&uuml;chern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/videos\/videocorporatepublishinggeheimprzwischenbuecherdeckeln100.html\">ARD Monitor<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Die Pharmaindustrie ist schlimmer als die Mafia<\/strong><br>\nMedikamente sollen uns ein langes, gesundes Leben bescheren. Doch die Pharmaindustrie bringt mehr Menschen um als die Mafia, sagt der d&auml;nische Mediziner Peter C. G&oslash;tzsche &ndash; und fordert f&uuml;r die Branche eine Revolution.<br>\nWer w&uuml;nscht sich nicht ein langes, gesundes Leben? Die Pharmaindustrie entwickelt, testet und vertreibt die Mittel, die das gew&auml;hrleisten sollen. Doch der Mediziner Peter C. G&oslash;tzsche h&auml;lt das gegenw&auml;rtige System f&uuml;r gescheitert. Der D&auml;ne hat selbst f&uuml;r Arzneimittelhersteller gearbeitet, dann die Seiten gewechselt und leitet heute das Nordic Cochrane Center in Kopenhagen. In seinem Buch &ldquo;T&ouml;dliche Medizin und organisierte Kriminalit&auml;t&rdquo; &uuml;bt er heftige Kritik an der Branche.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/gesundheit\/kritik-an-arzneimittelherstellern-die-pharmaindustrie-ist-schlimmer-als-die-mafia-1.2267631\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Geheimdienste: Gef&auml;hrlicher als Facebook<\/strong><br>\nWenn Facebook neue Gesch&auml;ftsbedingungen einf&uuml;hrt, geht es immer wieder um die Frage: Soll man sich jetzt abmelden? Wichtiger w&auml;re es, sich um Organisationen zu k&uuml;mmern, die nicht einmal allgemeine Gesch&auml;ftsbedingungen haben: Geheimdienste.<br>\nWer w&uuml;rde einer Firma f&uuml;r die Nutzung eines kabellosen Internetzugangs das Sorgerecht an seinem erstgeborenen Kind abtreten? Menschen in London haben das unl&auml;ngst getan, jedenfalls akzeptieren sie allgemeine Gesch&auml;ftsbedingungen (AGB), in denen die Abtretung des Erstgeborenen &ldquo;unwiderruflich&rdquo; mit Nutzung des Internetzugangs vereinbart wird. Mikko Hypponen von der Firma F-Secure erz&auml;hlte die Geschichte vor ein paar Tagen (hier das Video) auf dem DLD in M&uuml;nchen &ndash; als Beweis f&uuml;r den sorglosen Umgang mit Gesch&auml;ftsbedingungen. Denn nat&uuml;rlich handelt die Episode nicht von mangelnder F&uuml;rsorgepflicht britischer Eltern, sondern davon, dass sehr wenige Menschen wirklich lesen, was in AGB festgehalten wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/geheimdienste-gefaehrlicher-als-facebook-1.2326800\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Willkommen bei Orwell: Frankreich nach den Anschl&auml;gen von Paris<\/strong><br>\nWir sind im Krieg. Das hat der Premierminister gedr&ouml;hnt. Und Expr&auml;sident Nicolas Sarkozy hat es nachgeplappert. In einem fort leiert die politisch-mediale Kaste Frankreichs und auch des restlichen Europas diese Phrase seit den blutigen Attentaten von Paris herunter. Nur, das erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit und in diesem Fall auch die Informations- und Meinungsfreiheit.<br>\nDie Best&auml;tigung dieser geradezu klassischen Situation lie&szlig; nicht lange auf sich warten. Zuerst, indem die gro&szlig;en Medien sich gleichgeschaltet haben. Vier Tage lang &ndash; so der Tenor &ndash; hat sich au&szlig;er den m&ouml;rderischen &Uuml;berf&auml;llen und der Verfolgung der T&auml;ter weder in der Welt noch in Frankreich etwas ereignet. Dutzende durch eine Bombe get&ouml;tete Opfer an diesem 7. Januar in Jemen? Keine Spur. Tausende niedergemetzelte M&auml;nner, Frauen und Kinder im nigerianischen Baga? Nicht der Zeitpunkt daf&uuml;r. Die &auml;gyptischen Autorit&auml;ten entscheiden das Niederwalzen der 75.000-Einwohner-Stadt Rafah; r&auml;umen schonungslos die Bev&ouml;lkerung aus ihren H&auml;usern und sprengen ganze Wohnviertel. Kein einziges Wort.<br>\nAuf anderem Gebiet: Der Erd&ouml;lpreis st&uuml;rzt, der Euro sackt ab? Unwichtig. Die Schlachth&ouml;fe GAD im nordfranz&ouml;sischen Departement Manche sind vom Konkurs bedroht &ndash; 400 zu erwartende Arbeitslose? Verschwunden. Niemand st&ouml;rt sich daran, dass die tragischen Ereignisse vom 7. Januar in Paris und die durch sie ausgel&ouml;sten Emotionen einen breiten Platz in Funk und Fernsehen einnehmen. Aber dass diese alle anderen Informationen verdr&auml;ngen, ist weder akzeptabel noch beruhigend.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/02-06\/014.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Missbrauch der Interpol-Fahndungsliste: Im Dienste von Diktatoren und Despoten<\/strong><br>\nDie Interpol-Fahndungsliste gleicht einer Datenbank des globalen Verbrechens. Doch autorit&auml;re Regierungen missbrauchen sie auch im Kampf gegen ihre Gegner. Fingierte Haftbefehle machen Polizisten weltweit zu unfreiwilligen Helfern von Despoten.<br>\nDer ugandische Massenm&ouml;rder Joseph Kony steht genauso drauf wie Said Bahaji, der Buchhalter der Hamburger 9\/11-Zelle. Unter den aktuellsten Fahndungbl&auml;ttern ist das eines albanischen Einbrechers, der aus einem norwegischen Gef&auml;ngnis geflohen ist. Fotos von Top-Verbrechern findet man zwischen Tausenden blassen, oft verzerrten Bildern weniger bekannter Krimineller auf der &ldquo;Wanted&rdquo;-Liste von Interpol. Die Taten typisiert, die pers&ouml;nlichen Daten standardisiert. Es ist die Datenbank des globalen Verbrechens.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/interpol-haftbefehl-101.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wenn sich der Spott &uuml;ber hilflose HelferInnen ergiesst<\/strong><br>\nDie kenianische Hauptstadt Nairobi ist das ostafrikanische Zentrum der Hilfswerke und ihrer ausl&auml;ndischen ExpertInnen. Sie ist auch ein Ort der Extreme: Teure Allradjeeps &uuml;berholen Str&ouml;me von Fussg&auml;ngerInnen. Wohlstandsviertel stehen neben Slums ohne Kanalisation. Die Geh&auml;lter der ExpertInnen, von denen viele noch nie einen Fuss in die quirlige Innenstadt gesetzt haben, treiben die lokalen Mieten in die H&ouml;he. Mehr als 4000 Hilfsorganisationen sind im Land registriert. Ihr Frieden wird nun gest&ouml;rt durch die kenianische Comedyserie &ldquo;The Samaritans&rdquo;, die die internationale Hilfsindustrie aufs Korn nimmt. Es geht um eine Nichtregierungsorganisation in Nairobi, die sich selbst hilft und daher folgerichtig Aid for Aid heisst. &hellip; W&uuml;rden Leute, die nicht im NGO-Sektor arbeiten, die Serie anschauen und verstehen, w&uuml;rden sie sich ihre Spenden genau &uuml;berlegen&raquo;, meint Laura Fagiano, die vier Jahre in Kenia f&uuml;r eine italienische Nichtregierungsorganisation gearbeitet hat. Die Serie bilde, bei aller &Uuml;bertreibung, die Realit&auml;t gut ab. &ldquo;Zu neunzig Prozent besteht NGO-Arbeit aus viel Gerede und Herumrennen, ohne dass wirklich etwas passiert. Deswegen habe ich aufgeh&ouml;rt.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/1502\/the-samaritans\/wenn-sich-der-spott-ueber-hilflose-helferinnen-ergiesst\">WOZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Warum tragen die neuen griechischen Minister keine Krawatte?<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/140206_01.gif\" alt=\"Warum tragen die neuen griechischen Minister keine Krawatte?\" title=\"Warum tragen die neuen griechischen Minister keine Krawatte?\"><\/p>\n<p>Darum!<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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