{"id":24955,"date":"2015-02-10T09:08:36","date_gmt":"2015-02-10T08:08:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24955"},"modified":"2015-02-23T13:55:42","modified_gmt":"2015-02-23T12:55:42","slug":"ich-kann-mich-gar-nicht-entscheiden-ist-alles-so-schoen-bunt-hier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24955","title":{"rendered":"\u201eIch kann mich gar nicht entscheiden, ist alles so sch\u00f6n bunt hier.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wie schwindet das Verantwortlichsein im s&uuml;&szlig;en Brei des &Ouml;ffentlich-Rechtlichen Rundfunks? Ein Essay von <strong>Marianne B&auml;umler<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24955#foot_1\" name=\"note_1\">*<\/a>]<br>\n<!--more--><br>\nMan stelle sich vor: ein dicklicher Jugendlicher h&auml;ngt schlaff auf der Couch vor der Mattscheibe, linke Hand Fernbedienung, rechte Hand vergr&auml;bt sich knisternd in der Chipst&uuml;te, XXL, schaufelt raus und in den weit ge&ouml;ffneten Mund, rein damit, und weiter so,  die Handvoll Chips, sie trifft den Mund, es knirscht vertraut, wenige Kaubewegungen, runter damit, die Hand greift zur Bierdose, sp&uuml;lt nach. Sein Blick starrt erwartungslos auf den Bildschirm. Darauf ein wundersch&ouml;n schlank strahlender Generationsgenosse, und  dieser smarte  &bdquo;Vorbildverbraucher&ldquo;  knabbert vergn&uuml;gt ein paar Chips aus der gleichen bunten T&uuml;te wie unser adip&ouml;ser Endverbraucher. <\/p><p>Na klar, und dann kuckt der jede Menge Sport, teuerste &Uuml;bertragungen aus aller Herren L&auml;nder, schlie&szlig;lich soll Bewegung ja sooo gesund sein. Mission accomplished. <\/p><p>Horrorszene?  Kann angesichts jedes Werbespots so geschehen, egal ob Kommerz  oder &Ouml;ffentlich-Rechtlich. Hauptsache, &bdquo;Ich glotz TV&ldquo;, und die meisten Zuschauer kucken &auml;hnlich dumpf auch beim f&uuml;r sie veranstalteten Programm gelangweilt und zappend in die R&ouml;hre, tagt&auml;glich. Beim Spekulieren auf Einschaltquoten, aufs Millionenpublikum  gleichen sich zunehmend die Angebote an die eher niederen Instinkte. Die Krimis werden immer brutaler, die Opfer am liebsten junge M&auml;dchen, die s&uuml;ffisanten Kamera-Runden um kalte Pathologietische h&auml;ufen sich, die Drehb&uuml;cher dabei insgesamt deutlich einf&auml;ltiger. Bodenlose Gewaltszenen, unentwegt wird da gestorben und gekillt, eine zunehmend verrohte virtuelle Parallelgesellschaft, wie auf den globalen Kriegsschaupl&auml;tzen im restrealen Infotainment-Bereich; kaum unterscheidbar, wenn z.B. die an sich wertvollen Berichte im &bdquo;Weltspiegel&ldquo; &uuml;ber den Krieg in Syrien nunmehr mit dramatisch aufgeladener Musik untermalt werden. Als ob der sich ausbreitende Empathie-Verlust dadurch aufgehalten, das grassierende Sinn-Defizit vieler B&uuml;rgerInnen wohltuend reduziert werden k&ouml;nnte. <\/p><p>V&ouml;llig &uuml;berfl&uuml;ssig auch die Offerten, jetzt mitten im fiktionalen Film noch mit Autoren zu twittern. Gute Autoren d&uuml;rften sich bedanken. Nein, f&uuml;r solches high tech-&Uuml;berfluten ist die menschliche Anatomie nicht ausgelegt! All diese so genannten interaktiven Erweiterungen verhindern doch, sich auf Kontexte zu konzentrieren und sie zu begreifen! Als d&uuml;rfe blo&szlig; nichts ausgelassen werden, was technisch m&ouml;glich ist. Wie panisch ist das denn! <\/p><p>Die ModeratorInnen gerade auch im &Ouml;ffentlich Rechtlichen s&auml;useln in kindisch neckischem Ton zu uns ZuschauerInnen  herab, als seien wir alle ein bisschen debil. Besonders in den Lokalberichterstattungen wird inzwischen ein dauerl&auml;chelnder Ton angeschlagen, der auf Infantilisierung dr&auml;ngt. Wo sind wir blo&szlig; gelandet? Und was hat das mit dem ureigenen Auftrag des &ouml;ffentlich rechtlichen Rundfunks &ndash; n&auml;mlich im Sinn von demokratischer Teilhabe am gesellschaftlich sinnvollen Miteinander f&uuml;r gr&uuml;ndliche Information und folgenreiche Aufkl&auml;rung Sorge zu tragen &ndash; noch zu tun? <\/p><p>Verantwortung. Eine altmodische Idee? Dass vom Kommerz-TV und knallbuntem Reklamerahmenradio kaum ein zur Kritik bef&auml;higendes Programm erwartbar ist  &ndash;  geschenkt! Nein, vielmehr an jeder Supermarktkasse teuer von uns Kunden bezahlt! <\/p><p>Jedoch: die Pflichtbeitr&auml;ge f&uuml;r ARD und ZDF, sie bleiben und wenn sie hoffentlich bleiben &ndash; und daf&uuml;r spricht immerhin vieles &ndash;  k&ouml;nnen wir daf&uuml;r in der Tat eine andere Qualit&auml;t erwarten, und zwar f&uuml;r alle B&uuml;rgerInnen. 7,5 Mrd. &euro; f&uuml;r alle &ouml;ffentlichen Sender pro Jahr, das ist doch ein h&uuml;bsches S&uuml;mmchen. Nein, mit Zahlen, mit Quoten m&ouml;chte ich uns jetzt nicht aufhalten. Auch das private Kommerz-Fernsehen und die l&auml;rmigen &bdquo;Antenne Bayern&ldquo; et al., keine Rede heute davon. Und &uuml;ber Geld, das zwangseingetrieben und verpulvert wird, dar&uuml;ber sp&auml;ter. Wohl aber mit einer uncharmanten These m&ouml;chte ich die nachdenkenden LeserInnen behelligen: Die elend geringe Wahlbeteiligung in unserem Land ist unbedingt auch ein Resultat eines immer geschmeidigeren Zerstreuungsprogramms, das die &Ouml;ffentlich Rechtlichen Anstalten uns zu servieren belieben! Ca. 50 % nur noch kriegen den Arsch hoch, um von ihrem verbrieften Wahlrecht Gebrauch zu machen. Hat der indifferente Rest schon aufgegeben? Wer hat vers&auml;umt, die zivilen B&uuml;rgerInnen  &ndash; eine zahlende Kundschaft &ndash; dergestalt zu informieren, dass sie als Individuen gemeint sind, wenn von Demokratie nicht nur die abstrakte Rede sein soll? <\/p><p>Die Entpolitisierung in unserer &bdquo;Zuschauer-Demokratie&ldquo;, sie kommt nicht von ungef&auml;hr, und neben Faktoren wie forcierter Leistungsdruck in den Schulen und Universit&auml;ten sowie depressiv machender Arbeitsstress muss der dominante Part der Bewusstseinsindustrie an der gef&auml;hrlichen Abstinenz zivilgesellschaftlichen Engagements dringend zur Kenntnis genommen werden. <\/p><p>Gehen wir einfach davon aus, dass alle Menschen auf Erden am Tag 24 Stunden zur Verf&uuml;gung haben. Tagt&auml;glich. Wir schlafen, wir stehen auf, wir gehen ins Bad &ndash; wenn wir eins haben &ndash;, wir ziehen uns an, wir essen und wir trinken, und wir reden und wir arbeiten oder spielen, und wir vergn&uuml;gen uns leiblich, oder wir kaufen ein &ndash; und neben aller anderen Elektronik: wir kucken Fernsehen. Ja, und das kucken wir da: die Nachrichten, den Tatort, die Talkshows, den Quizz, die Kochshows&hellip; .<\/p><p>Ja, zwar gibt es sie noch, diese Leuchtt&uuml;rme: Im Fernsehen Monitor, Frontal 21, Panorama, nicht selten der Presseclub, die Anstalt, &bdquo;Menschen heutnah&ldquo;, &bdquo;Plusminus&ldquo;, die Story und andere gut recherchierte Dokumentarfilme, manchmal auch wunderbare Fernsehfilme, ja, und nicht zuletzt die Sendung mit der Maus. Die ARD, das ZDF, Arte, 3sat. Da k&ouml;nnen wir wahrhaftig froh sein. Und auch manche Radioprogramme des &ouml;ffentlich Rechtlichen: WDR 5 und 3, NDR Info, NDR Kultur, SWR Kultur, und nicht zuletzt der Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur &ndash; sie werden als Informationsquelle der sowieso schon Wissenden bevorzugt geh&ouml;rt; &bdquo;preaching to the saved&ldquo;. Vorbildlich hat es  WDR 5  mit dem &bdquo;Tagesgespr&auml;ch&ldquo; geschafft, immer mehr Zuh&ouml;rerInnen in einen konkreten alltagsrelevanten Diskurs einzubeziehen. Hier findet in der Tat ein kluges Er&ouml;rtern statt! Auch w&ouml;chentliche  Ausstrahlungen  wie &bdquo;Funkhausgespr&auml;che&ldquo;,  und &bdquo;Kontrovers&ldquo; im DLF verlaufen eben nicht pseudo, wie oft in den herk&ouml;mmlichen &bdquo;Experten&ldquo;-Runden. Insofern haben solche Sendungen die politische Abstinenz wohl reduziert, jene Zuh&ouml;rer gehen h&ouml;chstwahrscheinlich auch w&auml;hlen. <\/p><p>Was aber geschieht mit den neoliberal so genannten &bdquo;bildungsfernen Schichten&ldquo;? Den Woyzecks und seinen Geschwistern? Wer k&uuml;mmert sich als 4. Gewalt verantwortungsvoll auch um die Verlierer? Oder bleiben die ungefragt &uuml;brig f&uuml;rs verkommene Kommerz-TV, reduziert auf Voyeurismus und Exhibitionismus? Eine zynische Priorit&auml;t der &ouml;ffentlichen Programm-Macher besteht in dem Tabu, die gewinnbringende, Reklame ummantelte Primetime im Fernsehen mit gr&uuml;ndlich recherchierten Beitr&auml;gen wom&ouml;glich riskant zu gef&auml;hrden. Also werden ganz viele Leute Tag f&uuml;r Tag von Wissensquellen ausgeschlossen. Mit &bdquo;Angebotsdrogen&ldquo;  im Zerstreuungsprogramm  bei Laune gehalten. Eine Art Zeitvernichtungsmaschine, deren gef&auml;hrdender Gew&ouml;hnungseffekt von den Betroffenen jedoch kaum realisiert wird, ein s&uuml;&szlig;liches Gift, ein schleichender Prozess. <\/p><p>Als ob man der &bdquo;Silent Majority&ldquo;  nichts anderes als umg&auml;ngliche Serien,  Carmen oder andere Nebel-Events und beliebige H&auml;ppchen zumuten k&ouml;nnte!  Stattdessen diese Mega-Renovierung des ARD -Tagesschau-Studios. Die minimale Kritik  an den unglaublichen 24 Millionen &euro; Rundfunkbeitragsgeld verhallte schnell. Das Bombardement riesiger Bilder im Hintergrund bedeutet vor allem Ablenkung, das aufmerksame Zuh&ouml;ren wird so erschwert, eine erschlagende Fototapete. Zu viel an Input f&uuml;hrt zum emotionalen Abschalten, zu Indolenz, nun, und so sind wir schnell bei solch raunenden &bdquo;Pegida&ldquo;&ndash;Ph&auml;nomenen, deren VertreterInnen  kaum noch selbstreflektiert im s&uuml;ffigen  Mitl&auml;ufer-Modus ihre Uninformiertheit feixend feiern. <\/p><p>Analytisches Denken, das ja durchaus praktisch und anteilnehmend sich auswirken kann, wird insgesamt durch die &ouml;ffentlich rechtlichen Medien einer bezahlenden Mehrheit f&uuml;r deren m&uuml;hseligen Alltag nicht zugemutet, auch sprachlich kommt denen kaum etwas an Information entgegen, kritikf&auml;hige Reflexionskraft kaum bef&ouml;rdert, fanatischem Ressentiment durch das Weglassen von Aufkl&auml;rung zur Primetime  jedoch T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet. Die sollen sich gef&auml;lligst am&uuml;sieren, vom Arbeitsstress runterkommen irgendwie, blo&szlig; brav &uuml;berlegen, was sie am n&auml;chsten Tag einkaufen, und ansonsten sich ruhig stellen lassen und die Klappe halten, jedenfalls nicht den marktkonformen Betrieb mit ungem&uuml;tlichen Zweifeln aufhalten.  <\/p><p>Kein Wunder, dass Verschw&ouml;rungstheorien Hochkonjunktur haben, wenn subkortikal die Skepsis w&auml;chst an all den politischen und wirtschaftlichen Ungereimtheiten, die die Mehrheit kaum begreifen d&uuml;rfte. Dass inzwischen etliche Scharfmacher von rechts, oder aber auch nostalgische Sowjet- Fans &ndash; gerne kurzsichtig, was die UN-Menschenrechtscharta angeht &ndash; ihre ganzen sonstigen unausgegorenen Ressentiments jetzt &uuml;ber dem &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk ausk&uuml;beln, ist so nicht gerechtfertigt, kann jedoch als fatale Folge einer ignoranten Programmpolitik f&uuml;r &bdquo;die da Unten&ldquo; betrachtet werden. Dass auch die &Ouml;ffentlich Rechtlichen mit zweierlei Ma&szlig; messen, durch riesige Marketing-Budgets ihre Verwaltungsgranden in der Komfortzone intransparent weichbetten, &auml;rgert besonders jene &bdquo;Erniedrigten und Beleidigten&ldquo;, die sich in der knallbunten Spa&szlig;gesellschaft auch unbewusst abserviert f&uuml;hlen. <\/p><p>Die so genannte Marktforschung innerhalb der Sendeanstalten wirbelt zwar kostentr&auml;chtig mit komplizierten Zielgruppen-Analysen herum &ndash; den Fetisch Quote permanent im eng gestellten Blick &ndash; die hochdotierten Akademiker selber w&uuml;rden sich das ausgesuchte mentale junkfood  f&uuml;rs d&uuml;rftige Vorabendprogramm jedoch keinesfalls reinziehen. Harmonietriefende Feierabend-Serien w&uuml;rde deren Intelligenz beleidigen, aber im Sinne der Quote die untere Mittelschicht verarschen geht allemal. <\/p><p>Und all die zuckrig gef&auml;hrlichen Snacks, und der andere Schn&auml;ppchen-Kram, f&uuml;r was alles teure Reklame gemacht wird, das kaufen sich die gebildeten Programm-Verantwortlichen ja auch lieber nicht. Junkfood und flatrate &ndash; so hei&szlig;en  &bdquo;Brot und Spiele&ldquo; im globalen Kapitalismus. So zynisch funktioniert sie, die &bdquo;Kulturindustrie&ldquo;. &bdquo;Doof geborn ist keiner, doof wird man gemacht, und wer behauptet, doof bleibt doof, vor dem nehmt euch in Acht.&ldquo; Das wusste schon das Grips-Theater in den Siebzigern. Und zu der Zeit w&auml;re zumindest dort der Ruf &bdquo;Emp&ouml;rt euch!&ldquo; allemal mit faktischen Kenntnissen &uuml;ber gesellschaftliche Machtverh&auml;ltnisse unterf&uuml;ttert gewesen. <\/p><p>Das Dilemma ist: es wird ja viel gearbeitet in den &ouml;ffentlich rechtlichen Sendern, inclusive burnout, inclusive mobbing,  es werden Kompetenzen und Ressourcen eingesetzt, nicht wenige Redakteure meinen es ernst mit ihrem Ansinnen, durchs Aufkl&auml;ren von komplexen Zusammenh&auml;ngen und durchs gekonnte fiktionale und ironische Unterhalten die Spielr&auml;ume ihres Publikums zu erweitern, m&ouml;glichst frei denkenden Individuen Zugang zu demokratischer Mitwirkung zu verschaffen. Aber: die unger&uuml;hrte ARD-Programmpolitik kalkuliert offensichtlich anders, erkennbar am gr&auml;ulichen Resteeintopf aufgew&auml;rmter &bdquo;Tatort&ldquo; &ndash; Produkte, in tr&uuml;bseliger Endlosschleife, unentwegt ausgekippt in die Dritten Kan&auml;le. <\/p><p>Bravo, welch aufbauendes Klima in kostbarer Freizeit der Werkt&auml;tigen und anderer eher unfroher Arbeitnehmer, von den Langzeitarbeitslosen nicht zu schweigen.  Auch das &bdquo;alternativlos&ldquo;? Wie wunderbar konkrete live-Diskussionen k&ouml;nnten wir anstelle solcher &Ouml;dnis in diesen Zeitfenstern doch f&uuml;r die ZuschauerInnen in den Regionen anzetteln, Basis-nah, analoge Runde Tische, kosteng&uuml;nstige Zeiten der Ermunterung, lebendige Kommunikation!  <\/p><p>Was also l&auml;uft da schief, wenn B&uuml;rgerInnen sich nicht einbezogen f&uuml;hlen durch die von ihnen finanzierten Medien? Haben die einzelnen Redakteure noch den &Uuml;berblick &uuml;ber all die Produktionen, mit denen die Millionen im Dauer-Output abgespeist werden? An welchem Menschenbild orientieren sich die &ouml;ffentlich rechtlichen Programm-MacherInnen? Auf eine l&auml;hmende Tranquilizer-Wirkung k&ouml;nnen die Beitragszahler verzichten. Sie m&ouml;chten wach bleiben, nicht ruhig gestellt, nicht noch mehr nerv&ouml;s gemacht, sondern ernst genommen werden und sie m&ouml;chten mitgestalten! <\/p><p>Der Tempowahn in unseren un&uuml;bersichtlichen Lebenswelten kostet doch schon so viel Kraft. Wie kann das Aufbegehren des Publikums kommuniziert werden? Die Rundfunkr&auml;te der ADR und der ZDF-Fernsehrat k&ouml;nnen ohne weiteres und in durchaus absehbarer Zeit im Sinn einer B&uuml;rgerInnen-Partizipation fair ver&auml;ndert werden, denn Geld und andere Ressourcen sind vorhanden, um f&uuml;r mehr Transparenz der Gremien zu sorgen, undurchsichtige Strukturen sind kein Schicksal. <\/p><p>So k&ouml;nnte doch unschwer von den Beitragszahlern selbst dar&uuml;ber abgestimmt werden, ob ein werbefreies Programm endlich die diversen Befangenheiten gegen&uuml;ber Wirtschafts-Interessen m&ouml;glich macht. Und wenn jetzt rasant am Programm gespart, wesentliche Inhalte geopfert werden sollen, freie Mitarbeiter deutlich rumoren, die seri&ouml;sen Redaktionen selbst ihre Kritik an der rigorosen Sparwut der Direktoren mit erheblichem  Zorn diskutieren, sei auch die Frage nach obsz&ouml;nen Spitzengeh&auml;ltern im &ouml;ffentlich rechtlichen Rundfunk unbedingt erlaubt. <\/p><p>Allerhand an &Auml;nderungen f&uuml;r mehr Partizipation lie&szlig;e sich bewerkstelligen. Der Widerstand jedenfalls w&auml;chst, und das ist gut so.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;*<\/a>] Dr. Marianne B&auml;umler, Journalistin, Studium der Germanistik, Literaturwissenschaft, Theater, &ndash; Film und Literaturkritikerin f&uuml;r Zeitungen, Glossen in der Reihe &bdquo;Auf ein Wort&ldquo;, Fernseh-Features, Buch und Regie:&bdquo;Arme Kinder &ndash; wenn Eltern ohne Arbeit sind&ldquo;. WDR- &bdquo;H&ouml;chstpers&ouml;nlich &ndash; Katja Riemann&ldquo;. 1985 &ndash; 1987 zwei Spielzeiten Dramaturgie im Schauspielhaus K&ouml;ln. Lehrauftr&auml;ge an der Universit&auml;t Marburg im Fach &ndash; Bereich Theater &ndash; und Medienwissenschaft. 1989: Inszenierung &bdquo;Protest&ldquo; von Vaclav Havel im &bdquo;Theater am Sachsenring&ldquo;, K&ouml;ln. Buchver&ouml;ffentlichungen: &bdquo;Die aufger&auml;umte Wirklichkeit des Erich K&auml;stner&ldquo;. Redaktion der Autobiographie &bdquo;Und wehm&uuml;tig bin ich immer noch&ldquo; von G&uuml;nther Lamprecht.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie schwindet das Verantwortlichsein im s&uuml;&szlig;en Brei des &Ouml;ffentlich-Rechtlichen Rundfunks? 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