{"id":25018,"date":"2015-02-13T16:45:45","date_gmt":"2015-02-13T15:45:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018"},"modified":"2015-02-16T09:02:05","modified_gmt":"2015-02-16T08:02:05","slug":"hinweise-des-tages-ii-185","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h01\">Der Zweifel als Propagandawaffe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h02\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h03\">Geldmengenwachstum im Vergleich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h04\">Neoliberalism is our Frankenstein: Greece and Ukraine are the hot spots of a new war for supremacy<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h05\">Die Wahrheit des IfW und der Wirtschaftswoche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h06\">Frankreich &ndash; Reformer von links<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h07\">Die Globalisierung und ihre Gegner<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h08\">Unwort des Jahrzehnts<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h09\">Zehn tote Asylbewerber, keine Spur von den T&auml;tern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h10\">Auf der Agenda: Angst &ndash; Helfen die Medien dem Terrorismus?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h11\">De Maizi&egrave;re ist gegen Kirchenasyl<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h12\">Experten: IT-Sicherheitsgesetz &ldquo;nicht verfassungsgem&auml;&szlig;&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018#h13\">Wer Rettet Wen?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25018&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Der Zweifel als Propagandawaffe<\/strong><br>\nEs sind goldene Zeiten f&uuml;r Verschw&ouml;rungstheoretiker. W&auml;hrend in den Meinungsschlachten der siebziger Jahre zumindest die Fakten anerkannt wurden, regiert in den heutigen Debatten &uuml;ber Abendland und Ukraine der Zweifel. Putin kann das nur recht sein. [&hellip;]<br>\nDenn nicht nur russophile &Uuml;berzeugungst&auml;ter wie Matthias Platzeck, altkommunistische Linkspartei-Funktion&auml;re und berufsm&auml;&szlig;ige Putin-Propagandisten wie Krone-Schmalz bestreiten die klar belegte Kriegsf&uuml;hrung Moskaus in der Ukraine &ndash; auch viele andere Zeitgenossen weigern sich, die Realit&auml;t auch nur zur Kenntnis zu nehmen &ndash; selbst jetzt, da der Wahnsinn in die n&auml;chste Phase einzutreten droht.<br>\nStattdessen fl&uuml;chten sie sich, vor allem im Paralleluniversum des weltweiten Netzes und all seiner &bdquo;sozialen&ldquo; Dienste wie Facebook und Twitter, in den geistig-moralischen Schutzraum eines vermeintlich radikalen &bdquo;Zweifels&ldquo;. [&hellip;]<br>\nUnversehens ist die gro&szlig;artige menschliche Gabe des Zweifels und der Skepsis, des kritischen Denkens und der Vernunft, ohne die es weder Sokrates noch Voltaire gegeben h&auml;tte, zum Instrument, ja, zur Waffe einer obskuren, ressentimentgeladenen, dazu noch schlechtgelaunten Gegenaufkl&auml;rung geworden, die wahrlich keine fr&ouml;hliche Wissenschaft ist.<br>\nSie reicht von Putins dreister Propagandamaschinerie bis zu Pegida, von Jakob Augstein bis zur heute-Show im ZDF, in der Putin allenfalls vorgehalten wird, dass er die Nato auf den Plan gerufen hat. Aber klar doch: Der Westen ist an allem Schuld, selbst noch an den Verbrechen seiner Gegner. [&hellip;]<br>\nM&uuml;helos gelingt es auch den notorischen Welt(ver)zweiflern im anderen Kom&ouml;dienstadl des ZDF unter dem Namen &bdquo;Die Anstalt&ldquo;, jeden Hauch von Kritik an der Putin&lsquo;schen Despotie, &uuml;berhaupt: an russischen Verh&auml;ltnissen zu vermeiden.<br>\nMit traumwandlerischer Sicherheit landet alles Elend der Welt bei Angela Merkel und ihren alliierten Kriegstreibern von Hochfinanz und Atlantikbr&uuml;cke. Das Ganze ist die unfreiwillige Selbstkarikatur eines Kabaretts, das nur noch affirmative Ideologie produziert &ndash; Propaganda f&uuml;rs gesinnungstreue Publikum. Gottlob ist hier das erste Opfer nur der Witz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/gastbeitrag-von-reinhard-mohr-ueber-putin-propaganda-13424382.html\">Reinhard Mohr in der FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Das Motto der NachDenkSeiten ist ja bekanntlich das Goethe-Zitat &bdquo;Mit dem Wissen w&auml;chst der Zweifel&ldquo;. Reinhard Mohr h&auml;lt nichts vom Zweifeln. Darauf k&ouml;nnte man nun nat&uuml;rlich zugespitzt folgern, dass er nicht viel wei&szlig;. Doch das ist wohl falsch. Mohr pl&auml;diert vielmehr daf&uuml;r, dass jeder Zweifel an seiner Sichtweise eine Folge der Propganda Putins sei. Opfer dieser Putin-Propaganda hat er auch schon ausgemacht &ndash; angefangen bei Frau Krone-Schmalz &uuml;ber Jakob Augstein bis zu den Machern der Anstalt. Und alles, was da so im Netz zu finden ist, ist ohnehin durchgeknallte Verschw&ouml;rungstheorie auf einer Stufe mit den Reichsb&uuml;rgen. Ja geht&acute;s denn noch d&uuml;mmer und dreister? Nat&uuml;rlich gibt es im Netz jede Menge wirren Unsinn, der Alles &uuml;ber einen Kamm schert, Alle in einen Topf wirft, jegliche Differenzierung ablehnt und hinter Allem einen Erzschurken als Strippenzieher vermutet. Aber halt! Trifft all dies nicht auch exakt auf den Artikel von Reinhard Mohr zu? Nur halt mit umgekehrten Vorzeichen? Demnach darf sich die ehemalige Edelfeder Reinhard Mohr nun wohl als Edeltroll bezeichnen. W&auml;re es nicht so traurig, man k&ouml;nnte schallend lachen. Fragt sich nur, wer bei der FAZ diesen Gastartikel in Auftrag gegeben hat. Frank Schirrmacher w&uuml;rde sich im Grabe umdrehen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.L.:<\/strong> Uff, in den eigenen Worten dieses Beitrags: &lsquo;Ein wahrer Tiefpunkt journalistischer Selbstaufgabe&rsquo; und eine &lsquo;unfreiwillige Selbstkarikatur&rsquo;, die mit dieser Groteske nichts anderes ist als das, was sie selbst bei anderen behauptet und kritisiert &ndash; &lsquo;intellektuelle und moralische Kapitulation&rsquo; und &lsquo;Propaganda f&uuml;rs gesinnungstreue Publikum&rsquo;. Fatalerweise ist hier nicht &lsquo;das erste Opfer nur der Witz&rsquo;.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers B.W.:<\/strong> Wieder einmal fragt man sich kopfsch&uuml;ttelnd, welche Qualit&auml;tsma&szlig;st&auml;be die einst gro&szlig;e &ldquo;FAZ&rdquo; eigentlich bei ihren Ver&ouml;ffentlichungen anlegt, dass (in diesem Fall) Gastautoren wie Reinhard Mohr solch diffamierenden, hetzerischen und bodenlosen Bl&ouml;dsinn ver&ouml;ffentlichen d&uuml;rfen. Es ist schon eine sehr &ldquo;&uuml;berzeugendes&rdquo; Argumentationsmuster, wenn man generell Zweifler, Mahner oder schlichte &ldquo;Stimmen der Vernunft&rdquo; als Fakten ignorierende &ldquo;&Uuml;berzeugungst&auml;ter&rdquo; oder &ldquo;Propagandisten&rdquo; brandmarkt, w&auml;hrend man simultan seine eigenen Behauptungen ebenfalls ohne jeglichen Beleg in die Welt hinaus schrei(b)t. Ich muss trotz meines gro&szlig;en Interesses f&uuml;r das Thema wohl die entscheidenenden Artikel oder Sendungen verpasst haben, in denen der Abschluss von MH17 l&uuml;ckenlos belegt und die von Putin minuti&ouml;s geplante Aggression en detail erkl&auml;rt wurde. Aber Mohr ist ja &ldquo;Wiederholungst&auml;ter&rdquo; und hat schon auf &auml;hnliche Art und Weise vor einigen Monaten den Artikel <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/demokratieverachtung-des-spiessigen-linken-mainstreams-13078690.html\">&ldquo;Linke Heuchler&rdquo;<\/a> ebenda verbrochen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Obamas Beitritt zum griechischen Chor<\/strong><br>\nDer j&uuml;ngste Aufruf von US-Pr&auml;sident Barack Obama, die Griechenland auferlegten Sparma&szlig;nahmen zu lockern, ist bemerkenswert und nicht nur, weil er eine Unterst&uuml;tzung der Verhandlungsposition der neu gew&auml;hlten griechischen Regierung gegen&uuml;ber deren offiziellen Kreditgebern darstellt. Obamas Bemerkungen stellen einen Bruch mit der langen Tradition dar, dass sich amerikanische Regierungsorgane zu den geldpolitischen Angelegenheiten Europas nicht &auml;u&szlig;ern. W&auml;hrend viele Wissenschaftler in den USA die Politik der europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion verurteilt haben, hat ihre Regierung weggesehen.<br>\nObamas Vorsto&szlig; gegen die europ&auml;ische Engstirnigkeit ist umso bemerkenswerter, als selbst der Internationale W&auml;hrungsfonds der von Deutschland durchgesetzten Orthodoxie nachgegeben hat. So &auml;u&szlig;erte die gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Direktorin des IWF Christine Lagarde gegen&uuml;ber der Irish Times: Eine Schuld ist eine Schuld, und sie ist ein Vertrag. Zahlungsausf&auml;lle, Umschuldungen und &Auml;nderungen der Vertragsbedingungen haben Konsequenzen. Als in den 1990er Jahren das verungl&uuml;ckte Abenteuer Eurozone ausgebr&uuml;tet wurde, sah der IWF tatenlos zu. Im Jahr 2002 beschrieb der Direktor der Europaabteilung des IWF die Haushaltsregeln, die die Kultur einer best&auml;ndigen Sparpolitik institutionalisierten, als soliden Rahmen. Und im Mai unterst&uuml;tzte der IWF die Entscheidung der europ&auml;ischen Stellen, den privaten Gl&auml;ubigern Griechenlands keine Verluste aufzuerlegen ein Schritt, der erst r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht wurde, nachdem die nie dagewesenen Haushaltsk&uuml;rzungen die griechische Wirtschaft zum Absturz brachten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/obama-easing-greek-austerity-by-ashoka-mody-2015-02\/german\">Project Syndicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine andere Frage ist, ob sich die deutschen und Br&uuml;ssler Technokraten in ihrer festgef&uuml;gten ideologischen Schiene durch Obama beeindrucken lassen. Wahrscheinlich fordern sie dann die &ldquo;Nichteinmischung fremder M&auml;chte in innere Angelegenheiten&rdquo;. Dabei haben sich dieselben Leute &uuml;ber Jahre mit Freude vom Privatisierungs- und Deregulierungswahn der angels&auml;chsischen L&auml;nder anstecken lassen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Griechenland auf dem Boden der Tatsachen<\/strong><br>\nF&uuml;r Europa bedeutet die Regierung Tsipras ein Hoffnungszeichen gegen den Vormarsch rechter Parteien. F&uuml;r Griechenland beginnen nun die M&uuml;hen der Ebene &ndash; mit echten Reformen.<br>\nAuf seiner letzten Pressekonferenz vor den Wahlen vom 25. Januar erlaubte sich Alexis Tsipras bei aller Siegeszuversicht einen Moment des Z&ouml;gerns. Er sprach von der historischen Gelegenheit, die Zukunft Griechenlands zu gestalten, die sich der Linken zum ersten Mal biete &ndash; &ldquo;oder zum letzten Mal&rdquo;, wie er leise hinzuf&uuml;gte, als rede er mit sich selbst.<br>\nTsipras und seine Mannschaft sind sich bewusst, dass f&uuml;r die erste griechische Linksregierung die gro&szlig;e Bew&auml;hrungsprobe bevorsteht. Und dass es auch schiefgehen kann &ndash; mit weitreichenden Folgen nicht nur f&uuml;r die griechische Linke, sondern f&uuml;r die gesamte Gesellschaft. Der Wahlsieg der &ldquo;Allianz der radikalen Linken&rdquo; hat bei ihren Anh&auml;ngern hohe Erwartungen geweckt. Entsprechend gro&szlig; w&auml;re die Entt&auml;uschung, falls die Tsipras-Mannschaft ihr proklamiertes Hauptziel, mit den Gl&auml;ubigern Griechenlands einen &ouml;konomisch tragf&auml;higen und sozial vertr&auml;glichen Ausweg aus der Schuldenkrise auszuhandeln, nicht einl&ouml;sen k&ouml;nnte. In diesem Fall st&uuml;nde nicht einfach die Popularit&auml;t der Hoffnungstr&auml;ger oder die Stabilit&auml;t ihrer Regierung auf dem Spiel. Wenn es schiefgeht, droht Griechenland der &ouml;konomische und soziale Zusammenbruch.<br>\nDas wissen alle Beteiligten, nicht zuletzt die griechischen B&uuml;rger, die der Linken einen begrenzten Regierungsauftrag erteilt haben. Von diesen W&auml;hlern existiert au&szlig;erhalb das Landes ein unklares, wenn nicht verzerrtes Bild &ndash; sowohl bei den Tsipras-Gegnern als auch bei vielen seiner europ&auml;ischen Anh&auml;nger, die den Syriza-Erfolg wie ihren eigenen feiern. Nat&uuml;rlich hat sich die griechische Gesellschaft radikalisiert, aber zugleich sind die meisten Griechen realistisch geblieben &ndash; und misstrauisch gegen&uuml;ber ihrer gesamten politischen Klasse.<br>\nDas dr&uuml;ckt sich auch im Wahlergebnis aus, das vor allem ein Strafgericht &uuml;ber die Koalition aus Nea Dimokratia (ND) und Pasok ist. Die beiden Altparteien wurden nicht nur f&uuml;r die m&ouml;rderische &ldquo;Austerit&auml;tspolitik&rdquo; der letzten f&uuml;nf Jahre abgestraft, die sie als Auftragnehmer der sogenannten Troika exekutiert haben, sondern auch aus einem zweiten Grund: Sie haben &uuml;ber vier Jahrzehnte hinweg, seit dem Fall der Milit&auml;rjunta 1974, eine Klientelpolitik betrieben, die Griechenland in die Verschuldung getrieben und letztlich an den Rand des Abgrunds gebracht hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/monde-diplomatique.de\/pm\/2015\/02\/13.mondeText1.artikel,a0004.idx,0\">Niels Kadritzke in Le Monde diplomatique<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Geldmengenwachstum im Vergleich<\/strong><br>\nAls EZB-Pr&auml;sident Draghi am 22. Januar ein Anleihenkaufprogramm in H&ouml;he von 60 Mrd. Euro pro Monat bekannt gab, schwante selbst grunds&auml;tzlichen Bef&uuml;rwortern des Euro und der EZB, dass nun die gro&szlig;e Inflation nicht mehr weit sein k&ouml;nne. Summen im zweistelligen oder &uuml;ber die gesamte bislang geplante Laufzeit gare vierstelligen Milliardenbereich klingen offenbar einfach unvorstellbar gro&szlig;, ein in Relation setzen scheint ausgeschlossen.<br>\nNun sind 60 Mrd. Euro pro Monat bzw. 1.200 Mrd. Euro insgesamt bis September 2016 tats&auml;chlich nach fast allen Ma&szlig;st&auml;ben eine gigantisch gro&szlig;e Summe. Dennoch ist es sicherlich sinnvoll, sich nicht von wirklich oder vermeintlich hohen Absolutbetr&auml;gen schrecken zu lassen.<br>\nZuvor ist jedoch ein Blick zur&uuml;ck hilfreich, gilt doch die EZB zumindest in Deutschland von Beginn an als weniger stabilit&auml;tsorientiert als die Bundesbank und insbesondere Draghi hat hierzulande den Ruf des &bdquo;Geldschleusen-&Ouml;ffners&ldquo;. F&uuml;r das Geldmengenwachstum zu DM-Zeiten liegen Daten seit 1970 vor. In dieser Zeit von Januar 1970 bis Dezember 1998 lag das Geldmengenwachstum bei durchschnittlich &uuml;ber 7,9% pro Jahr. Seitdem die EZB 1999 die Verantwortung f&uuml;r die Geldpolitik &uuml;bernommen hat bis Dezember 2014 lag das Geldmengenwachstum im Durchschnitt bei lediglich 5,4% pro Jahr und unter der &Auml;gide von Draghi, der seit November 2011 EZB-Pr&auml;sident ist, stieg die Geldmenge in der Eurozone um ganze 2,3% pro Jahr an. Eine Geldschwemme l&auml;sst sich anhand dieser Zahlen kaum belegen.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150213_fritzsch.gif\" alt=\"Geldmengenwachstum im Vergleich\" title=\"Geldmengenwachstum im Vergleich\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/neuewirtschaftswunder.de\/2015\/02\/12\/fabian-fritzsche-geldmengenwachstum-im-vergleich\/\">Fabian Fritzsche auf WirtschaftsWunder<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Neoliberalism is our Frankenstein: Greece and Ukraine are the hot spots of a new war for supremacy<\/strong><br>\nWe should be considering the Greece and Ukraine crises together. If only the news media would allow that<br>\nEurope&rsquo;s confrontation with Greece, the West&rsquo;s with Russia as the Ukraine crisis runs nearly out of control: Why is it more useful by the week to think of these together?<br>\nThey are both very large, moments of history. There is this. They both reach critical moments this week, as if in concert. The outcomes in each case will be consequential for all of us.<br>\nAs noted with alarm last week, most Americans have by now surrendered to a blitz of propaganda wherein Russia and its leadership are cast as Siberian beasts, accepting as truth tales the National Enquirer would be embarrassed to run. In Europe, Greeks and Spaniards show us up, indeed, as a supine, spiritless people incapable of response or any resistance to the onslaught. There is this, too.<br>\nAt writing, Yanis Varoufakis, Greece&rsquo;s imaginative new finance minister, has just made his first formal effort to present European counterparts with new ideas to get foreign debts of &euro;240 billion ($271 billion) off the books and the Greek economy back in motion. These ideas can work. Even creditor institutions acknowledge that Greece cannot pay its debts as they are now structured. But at a session in Brussels Wednesday, the European Union&rsquo;s arms remained folded.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.salon.com\/2015\/02\/12\/neoliberalism_is_our_frankenstein_greece_and_ukraine_are_the_hot_spots_of_a_new_war_for_supremacy\/\">Patrick L. Smith auf Salon<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die Wahrheit des IfW und der Wirtschaftswoche<\/strong><br>\nAuf ein besonders starkes Beispiel von Manipulation in den deutschen Medien hat uns ein Leser hingewiesen (danke daf&uuml;r!). Die Wirtschaftswoche verteidigt unter dem Titel &bdquo;Deutschland st&uuml;tzt hilflose Europartner&ldquo; die deutschen Export&uuml;bersch&uuml;sse und st&uuml;tzt sich ihrerseits dabei auf eine &ldquo;Medieninformation&ldquo; des Instituts f&uuml;r Weltwirtschaft (IfW). Das ist bekanntlich eine wirtschaftswissenschaftliche Einrichtung, die mit Steuergeldern finanziert wird und laut eigener Homepage ihre &bdquo;Hauptaufgabe in der Erforschung innovativer L&ouml;sungsans&auml;tze f&uuml;r dr&auml;ngende weltwirtschaftliche Probleme [sieht]. Auf Basis dieser Forschungsarbeiten ber&auml;t [&hellip;] [das Institut] Entscheidungstr&auml;ger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und informiert die interessierte &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber wichtige wirtschaftspolitische Zusammenh&auml;nge.&ldquo; Die Medieninformation des IfW &uuml;ber die j&uuml;ngsten Daten des Statistischen Bundesamtes bzw. der Deutschen Bundesbank zum deutschen Au&szlig;enhandel veranlasst den Autor des Beitrags in der Wirtschaftswoche zu dem Untertitel &bdquo;Bevor das Geschrei &uuml;ber die Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft losgeht, sollten sich die Kritiker die Zahlen ansehen.&ldquo; Dieser Aufforderung wollen wir gern nachkommen.<br>\nDas IfW schreibt: &bdquo;Zudem zeigen die neusten Zahlen, dass die Partnerl&auml;nder im Euroraum zunehmend von der deutschen Exportst&auml;rke profitieren.&ldquo; Begr&uuml;ndet wird diese Einsch&auml;tzung mit folgenden Zahlen: &bdquo;Der Anteil der Lieferungen in den Euroraum an den gesamten Ausfuhren ist von knapp 37 Prozent auf 36,5 Prozent zur&uuml;ckgegangen. &hellip; Der Anteil der Importe aus dem Euroraum an den gesamten Einfuhren [ist] im Jahr 2014 das zweite Jahr in Folge von rund 38 Prozent auf 38,8 Prozent gestiegen. Die Partnerl&auml;nder im Euroraum partizipieren damit zunehmend von der robusten deutschen Konjunktur.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/die-wahrheit-des-ifw-und-der-wirtschaftswoche\/\">flassbeck-economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Frankreich &ndash; Reformer von links<\/strong><br>\nWirtschaftsminister Macron will Frankreichs Stillstand mit vielen kleinen Schritten aufbrechen. [&hellip;]<br>\nEin neues &ldquo;Wachstums- und Besch&auml;ftigungsgesetz&rdquo; mit mehr als 200 Artikeln hatte Macron im Januar im Parlament eingebracht. 3.000 &Auml;nderungsantr&auml;ge hatten die Abgeordneten gestellt. Einen knappen Monat dauerten die Debatten. Wann, wenn nicht jetzt, w&uuml;rde Frankreich seine Hausaufgaben machen, seine lahmende Wirtschaft reformieren, seine Rekordarbeitslosigkeit bek&auml;mpfen und damit auch Europa endlich wieder nach vorn bringen? [&hellip;]<br>\nisher sind alle harten Reformversuche in Frankreich grandios gescheitert. Dreimal versuchten es rechte Premiers mit stramm-liberalen Reformgesetzen: Chirac 1986, Jupp&eacute; 1995 und Villepin 2006. Dreimal scheiterten sie an generalstreik&auml;hnlichen Verh&auml;ltnissen. Sarkozy versuchte deshalb fast nichts mehr. Und jetzt ist Macron an der Reihe, der erste Linke, der ein liberales Reformgesetz wagt &ndash; aber auf die sanfte Tour.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/07\/frankreich-wirtschaftswachstum-reform-macron\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Neo&rdquo;liberale Reformen&rdquo; m&uuml;ssen heute &ldquo;von links&rdquo; kommen? Nun, Macron steht wohl ungef&auml;hr soweit links wie Gerhard Schr&ouml;der oder Wolfgang Clement; das angesichts des v&ouml;lligen Scheiterns neoliberaler Konzepte dieselben weiter voran getrieben werden, ist wirklich befremdlich. Postbeamte f&uuml;r die F&uuml;hrerscheinpr&uuml;fung sollen die Wartezeiten abk&uuml;rzen? Vielleicht bin ich altmodisch, aber welche Qualifikation bringen Postbeamte daf&uuml;r mit, und was ist so wichtig daran, mehr F&uuml;hrerscheinpr&uuml;fungen abzunehmen? Hauptsache &ldquo;reformieren&rdquo;.<br>\nWeiterhin die falsche Analyse und daraus die falsche &ldquo;Reform&rdquo;politik. Auch von Macron keinerlei Hinweis auf das deutsche Lohn- und Sozialdumping, das urs&auml;chlich zu Frankreichs Problemen gef&uuml;hrt hat: so kann man keine problemad&auml;quate Politik machen. Stattdessen l&auml;uft die Propagandamaschinerie bei ZEIT, SPIEGEL, WELT, FAZ&hellip; ungebremst weiter.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Globalisierung und ihre Gegner<\/strong><br>\neder braucht wohl so seine Bezeichnung. Attac und die Demonstranten, die bei den G8-Gipfeln auflaufen, werden in vielen Medien plump als &raquo;Globalisierungsgegner&laquo; tituliert. Dieses Label ist eine Diffamierung. Denn es soll diese Gruppen als antiquiert skizzieren. [&hellip;]<br>\nNun h&ouml;rt man immer wieder mal etwas von sogenannten &raquo;Globalisierungsgegnern&laquo;. Die Belegschaft von Attac sollen welche sein. Bei Occupy wimmelte es offenbar auch nur von solchen Gesellen. Und alle, die die Gipfeltreffen der G8- oder G7-Staaten mit Skepsis verfolgen und gegen sie demonstrieren, sind nat&uuml;rlich sowieso Gegner einer globalisierten Welt.<br>\nDas ist nat&uuml;rlich Unsinn. Ganz gezielte Ver&auml;chtlichmachung. So wie die Montagsdemonstranten nicht das Unmoderne, sondern einen modernen Sozialstaat wollten, so wollen diese kritischen Begleiter der Globalisierungsprozesse keine &raquo;tribalistische Erde&laquo;, sondern einen globalen Standardisierungsablauf, der allen dient &ndash; und nicht nur eben einigen Konzernen und Unternehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/961629.die-globalisierung-und-ihre-gegner.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Unwort des Jahrzehnts<\/strong><br>\nDie &ldquo;Mutter aller Reformen&rdquo; f&uuml;hrt zu einer bedrohliche Spaltung der Gesellschaft<br>\nEs gab Zeiten, da hatte das Wort Reform einen guten Klang: Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre realisierten Sozialdemokraten wie Willy Brandt als Bundeskanzler und Gustav Heinemann als Justizminister (und sp&auml;terer Bundespr&auml;sident) mit ihren Reformen tats&auml;chlich sozial- und gesellschaftspolitischen Fortschritt mit Vorteilen f&uuml;r fast alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger. Seit ihre sozialdemokratischen Nachfolger wie Gerhard &ldquo;Basta&rdquo; Schr&ouml;der und Frank Walter Steinmeier in einer Super-Koalition mit Gr&uuml;nen, CDU, CSU und FDP die Republik mit ihren Gesetzen &uuml;ber &ldquo;moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt&rdquo; &uuml;berzogen haben, ist der Begriff Reform in Misskredit geraten. &ldquo;Hartz IV&rdquo; war der vierte der nach ihrem Erfinder, dem VW-Manager Peter Hartz, bezeichneten Eingriffe in das bis dahin einigerma&szlig;en bew&auml;hrte deutsche Sozialrecht. Schr&ouml;ders Superminister Wolfgang Clement erhob diesen radikalsten Einschnitt in die Rechte von Millionen Menschen gro&szlig;spurig in den Stand einer &ldquo;Mutter aller Reformen&rdquo;. Tats&auml;chlich wurde Hartz IV das Unwort des letzten Jahrzehnts.<br>\nBehauptetes Ziel der &Uuml;bung war die Bek&auml;mpfung der Massen&shy;arbeitslosigkeit. Die Kurzformel lautete: fordern und f&ouml;rdern. Und die Bilanz nach zehn Jahren? Bek&auml;mpft wurde nicht die Arbeitslosigkeit, bek&auml;mpft wurden die Arbeitslosen. Gefordert wurde von ihnen alles, gef&ouml;rdert wurde die Rendite der Kapitaleigner &ndash; durch die Schaffung eines &ldquo;der besten Niedriglohnsektoren&rdquo; in Europa, wie Bundeskanzler Schr&ouml;der schon 2005 beim Weltwirtschaftsforum in Davos prahlte. Daf&uuml;r wurde der Genosse der Bosse auch prompt von interessierter Seite belobigt: &ldquo;Schr&ouml;der hat einen guten Job gemacht&rdquo;, sagte J&uuml;rgen Thumann, damals Pr&auml;sident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), und schob bei der guten Gelegenheit die Forderung nach Senkung der K&ouml;rperschaftsteuer und der Abschaffung der Erbschaftssteuer f&uuml;r Unternehmen nach.<br>\nWas die Massenarbeitslosigkeit angeht, so ist sie in den zehn Jahren Hartz IV kaum nennenswert gesunken. F&uuml;r den Januar 2015 werden von der Arbeitsbeh&ouml;rde eine Million Empf&auml;nger\/innen von Arbeitslosengeld I gemeldet, 4,4 Millionen erhalten Hartz IV, macht 5,4 Millionen erwerbsf&auml;hige Menschen, die keinen Arbeitsplatz haben. Hinzu kommen rund 1,7 Millionen Empf&auml;nger\/innen von Sozialgeld, der fr&uuml;heren Sozialhilfe, und eine gro&szlig;e Grauzone. Die Differenz zu der aktuell verk&uuml;ndeten Zahl von angeblich &ldquo;nur&rdquo; 2,8 Millionen Arbeitslosen beruht schlicht und einfach auf statistischen Versch&ouml;nerungsma&szlig;nahmen. Die tats&auml;chliche durchschnittliche &ldquo;Verweildauer&rdquo; in Hartz IV betr&auml;gt heutzutage 130 Wochen, zweieinhalb mal so lang wie vor zehn Jahren. Verbunden mit dem Hartz-IV-Bezug ist f&uuml;r Millionen Anspruchsberechtigte der st&auml;ndige Kampf darum, die Leistungen &uuml;berhaupt zu erhalten. Hinzu kommen die Drohung mit und die Verh&auml;ngung von Bestrafungen, Dem&uuml;tigungen, Stigmatisierung, Ausgrenzung und Verachtung, wirtschaftliche und kulturelle Verarmung, vielfach psychische Verelendung, Vereinsamung und nicht zuletzt die Verschlechterung der Gesundheit und die Verk&uuml;rzung der Lebenserwartung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/publik.verdi.de\/++skin++print\/2015\/ausgabe-01\/gesellschaft\/meinung\/seite-15\/A2\">ver.di publik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Zehn tote Asylbewerber, keine Spur von den T&auml;tern<\/strong><br>\nIm Januar 1996 wurde ein Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in L&uuml;beck ver&uuml;bt. Zehn Menschen starben, 38 wurden zum Teil schwer verletzt. Noch in der Tatnacht wurden die Personalien von drei Neonazis aufgenommen, die in der N&auml;he des Tatortes standen und frische Brandspuren aufwiesen. Zu einer Anklage kam es nie. Stattdessen konzentrierten sich die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft auf die Asylbewerber selbst. Schnell war von kriminellen Machenschaften im Haus die Rede und von schweren Konflikten unter den Bewohnern. Als mutma&szlig;licher Brandstifter wurde schlie&szlig;lich ein junger Libanese angeklagt, der das Gericht jedoch von seiner Unschuld &uuml;berzeugen konnte. Ein T&auml;ter wurde nie ermittelt. &Uuml;ber das Tatmotiv kann nur spekuliert werden.<br>\nDie Aufarbeitung des NSU-Komplexes hat gezeigt, dass aus Vorurteilen gespeiste Ermittlungen zulasten von Ausl&auml;ndern zum Standardrepertoire von Strafverfolgern geh&ouml;rten. Das Dossier rekonstruiert die Vorgehensweisen der L&uuml;becker Ermittler im Lichte der Enth&uuml;llungen aus dem NSU-Verfahren. H&auml;tte man den L&uuml;becker Brandanschlag aufkl&auml;ren k&ouml;nnen? Wurden deutsche Neonazis gesch&uuml;tzt? K&ouml;nnte ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss heute noch Licht in das Dunkel des Brandanschlages bringen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2015\/02\/06\/dlf_20150206_1915_75cda1ed.mp3\">Deutschlandradio [MP3]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nichts Neues aus Deutschland.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Auf der Agenda: Angst &ndash; Helfen die Medien dem Terrorismus?<\/strong><br>\nDer Umgang der Medien mit Informationen und Bildern wird in diesen Tagen kontrovers diskutiert. Wurden sie zu Erf&uuml;llungsgehilfen des Terrors, indem sie eine Plattform geliefert haben durch ihre minuti&ouml;se Berichterstattung? Und haben die teilweise unzensiert gezeigten Bilder von der Ermordung eines Polizisten nicht vor allem Angst gesch&uuml;rt, so wie es das Kalk&uuml;l der Terroristen war?<br>\n&Uuml;ber die Dynamik und Logik der Ver&ouml;ffentlichungen sprechen wir mit Stephan Humer. Er lehrt Internetsoziologie an der Universit&auml;t der K&uuml;nste in Berlin und besch&auml;ftigt sich mit Terrorismusforschung. Gerade das Visuelle nimmt eine zentrale Rolle ein bei der Vermittlung von Botschaften. Veit Bl&uuml;mlhuber spricht mit dem franz&ouml;sischen Philosophen R&eacute;gis Debray &uuml;ber die Macht der Bilder. Dar&uuml;ber sprechen wir abschlie&szlig;end auch mit dem Journalisten David Hugendick, der in seinem Artikel auf Zeit Online eine neue Wahrnehmung vom islamistisch motivierten Terror voraussagt  aufgrund der bildlichen Darstellung in den Medien.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2015\/01\/10\/drk_20150110_1307_5108168b.mp3\">Deutschlandradio [MP3]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>De Maizi&egrave;re ist gegen Kirchenasyl<\/strong><br>\nInnenminister Thomas de Maizi&egrave;re vergleicht das Kirchenasyl mit der Scharia und sorgt f&uuml;r heftigen Widerspruch der Kirchen: &bdquo;V&ouml;llig unangemessen&ldquo; seien die &Auml;u&szlig;erungen de Maizi&egrave;res, findet etwa der evangelische Kirchenpr&auml;sident von Hessen-Nassau, Volker Jung.<br>\nWegen ihrer rigiden Fl&uuml;chtlingspolitik bekommen die Unionsparteien ein Problem mit den Kirchen &ndash; und damit mit einer ihrer zentralen W&auml;hler-Zielgruppen. Im Zentrum steht dabei Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) mit seiner Fundamentalkritik am Kirchenasyl. Bereits zu Beginn des Jahres hatte die CSU &Auml;rger bekommen: Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der M&uuml;nchner Kardinal Reinhard Marx, kritisierte, es sei nicht hilfreich, dass die CSU ausdr&uuml;cklich zwischen Kriegs- und Wirtschaftsfl&uuml;chtlingen unterscheide.<br>\nDe Maizi&egrave;re hatte seine Position zun&auml;chst in einem Treffen mit katholischen Bisch&ouml;fen erl&auml;utert. Er lehne Kirchenasyl &bdquo;prinzipiell und fundamental&ldquo; ab. Trotz massiver Kritik hatte er am Wochenende noch einmal nachgelegt und das Kirchenasyl im Deutschlandfunk mit dem islamischen Recht der Scharia verglichen. Man k&ouml;nne sich mit religi&ouml;sen Vorschriften aber nicht &uuml;ber das Gesetz hinwegsetzen. De Maizi&egrave;re sagte, man k&ouml;nne lediglich Einzelf&auml;lle billigen. &bdquo;Aber eine richtige f&ouml;rmliche Berufung und Hunderte von F&auml;llen, das geht zu weit.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/flucht-und-zuwanderung\/kirchenasyl-de-maizi-re-ist-gegen-kirchenasyl,24931854,29803772.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Thomas de Maizi&egrave;re hat im Deutschlandfunk Folgendes gesagt: &ldquo;Ja, das geht eben nicht, dass eine Institution sagt: &lsquo;Ich entscheide jetzt mal, mich &uuml;ber das Recht zu setzen.&rsquo; Ich will mal ein etwas anderes Beispiel nehmen: Die Scharia ist auch eine Art Gesetz f&uuml;r Muslime, sie kann aber in keinem Fall &uuml;ber deutschen Gesetzen stehen. Das ist, glaube ich, ganz eindeutig. Und trotzdem gilt, dass, wie gesagt, in wenigen F&auml;llen, wo es um Erbarmen geht &ndash; um das Wort noch mal zu verwenden &ndash; auch ein Innenminister eines Bundes oder eines Landes irgendwie Verst&auml;ndnis zeigen muss. Aber eine richtige f&ouml;rmliche Berufung und hunderte von F&auml;llen, das geht zu weit.&rdquo; Es ist sch&ouml;n, wenn ein Innenminister einmal das Wort Erbarmen in den Mund nimmt, aber er zerst&ouml;rt die Wirkung gleich wieder, indem er &ldquo;Erbarmen&rdquo; einer quantitativen Grenze unterzieht. Wo liegt nun die Grenze, Herr de Maizi&egrave;re? Bei 10, bei 100? Bei 300 anscheinend nicht mehr. Sicher der barmherziger Samariter gibt auch nicht sein letztes Hemd her, sondern trifft die notwendigen Ma&szlig;nahmen im Rahmen seiner M&ouml;glichkeiten. Sind wir Deutschen an die Grenzen unserer M&ouml;glichkeiten gesto&szlig;en? Perfide ist der Versuch unsere Islamophoben mit dem Vergleich der Scharia mit dem Kirchenasyl zu bedienen. Und wahrscheinlich ist de Maizi&egrave;re gar nicht so diabolisch, dass er bewusst diesen Vergleich benutzt. Nein, viel schlimmer ist, dass die Parolen der Pegida-Demonstranten &ldquo;ihre Spuren bei den Unionsparteien&rdquo; eher auf subkutaner Ebene &ldquo;Spuren bei den Unionsparteien hinterlassen&rdquo; haben. Thomas de Maizi&egrave;re ist sich gar nicht bewusst, was er da macht.<\/em><\/p>\n<p><em>Aber der Innenminister hat nicht zum ersten Mal eine etwas unheimliche Seite offenbart. Die italienische Rettungsaktion &ldquo;Mare Nostrum&rdquo; f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge, die &uuml;ber da Mittelmeer kamen, wurde von unserem Minister als Anreiz zur Flucht nach Europa bewertet.&rdquo;Mare Nostrum war als Nothilfe gedacht und hat sich als Br&uuml;cke nach Europa erwiesen&rdquo;. Was hat der Mann gegen Br&uuml;cken? Und dabei liegt der Mann auch sachlich v&ouml;llig falsch. &ldquo;Mare Nostrum&rdquo; wurde im Dezember durch das Programm &ldquo;Triton&rdquo; der europ&auml;ischen Grenzschutzorganisation Frontex ersetzt, die innerhalb von 30 Meilen vor der italienischen K&uuml;ste dem Schutz der EU-Au&szlig;engrenze dienen soll. Was ist passiert? Im Januar 2014 waren unter &ldquo;Mare Nostrum&rdquo; 3.300 Fl&uuml;chtlinge in Italien angekommen. Unter &ldquo;Triton&rdquo; waren es bis Ende Januar 2015 schon 3.700. Und nat&uuml;rlich <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000011558724\/Fluechtlingsdrama-vor-Lampedusa-forderte-womoeglich-mehr-als-200-Todesopfer\">wieder Lampedusa<\/a>. Die italienische K&uuml;stenwache hatte in der Nacht vom 8.\/9. dieses Monats 100 Seemeilen s&uuml;dlich von Lampedusa etwa einhundert Fl&uuml;chtlinge aus einem Schlauchboot geborgen. Sieben Fl&uuml;chtlinge waren bereits tot, erfroren oder vom st&auml;ndigen Sich-&Uuml;bergeben-M&uuml;ssen dehydriert. 22 weitere starben sp&auml;ter vor den Augen der machtlosen Retter an Unterk&uuml;hlung. Das Fl&uuml;chtlingshilfswerk UNHCR sprach davon, dass mindestens 203 Menschen vermisst w&uuml;rden. Nachrichtenagenturen berichteten gar von mehr als 300 Vermissten. &ndash; Erbarmen, Herr Maizi&egrave;re?!<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Experten: IT-Sicherheitsgesetz &ldquo;nicht verfassungsgem&auml;&szlig;&ldquo;<\/strong><br>\nInformatiker kritisieren den Entwurf der Bundesregierung f&uuml;r ein IT-Sicherheitsgesetz als &ldquo;mangelhaft&rdquo;. Vor allem monieren die Experten fehlende Regeln f&uuml;r Sicherheitswerkzeuge.<br>\nDer Entwurf f&uuml;r ein IT-Sicherheitsgesetz ist nach Auffassung des Forums InformatikerInnen f&uuml;r Frieden und gesellschaftliche Verantwortung &bdquo;mangelhaft&ldquo; und &bdquo;nicht verfassungsgem&auml;&szlig;&ldquo;. So werde die Pflicht zum Schutz des Grundrechts auf Gew&auml;hrleistung der Vertraulichkeit und Integrit&auml;t informationstechnischer Systeme nicht eingel&ouml;st. In einer Stellungnahme, die heise online vorliegt, verlangt das Forum &bdquo;eine einheitliche Regelung zum Einsatz von IT-Sicherheitssystemen [&hellip;], die dem Datenschutz, dem Fernmeldegeheimnis und dem Grundrecht auf Gew&auml;hrleistung der Vertraulichkeit und Integrit&auml;t informationstechnischer Systeme gleicherma&szlig;en gerecht wird&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Experten-IT-Sicherheitsgesetz-nicht-verfassungsgemaess-2548808.html?wt_mc=nl.ho.2015-02-13\">Heise<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wer Rettet Wen?<\/strong><br>\nDie Krise als Gesch&auml;ftsmodell auf Kosten von Demokratie und sozialer Sicherheit<br>\nEine internationale Koproduktion der Kernfilm von Leslie Franke und Herdolor Lorenz, 2015, 104 Minuten<br>\nSeit f&uuml;nf Jahren werden Banken und L&auml;nder gerettet. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, w&auml;hrend mitten in Europa Menschen wieder f&uuml;r Hungerl&ouml;hne arbeiten. Es wird gerettet, nur keine Rettung ist in Sicht. Der Film &bdquo;Wer Rettet Wen&ldquo; zeigt, wer dabei wirklich gerettet wird: Nie ging es um die Rettung der Griechen, nie um die der Spanier oder Portugiesen. Stets geht es nur um das Wohl der Hauptverdiener an diesen Krisen: den dort mit hochriskanten Spekulationen engagierten Banken. Uns Steuerzahlern und sozial Benachteiligten hingegen werden bis heute alle milliardenschweren Risiken zugemutet! F&uuml;r gro&szlig;e Banken ist die Finanzkrise dagegen vor allem ein Gesch&auml;ftsmodell!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/whos-saving-whom.org\/index.php\/de\/\">Wer Rettet Wen?<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-25018","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25018"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25018\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25054,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25018\/revisions\/25054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}