{"id":25080,"date":"2015-02-18T08:57:57","date_gmt":"2015-02-18T07:57:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080"},"modified":"2015-11-09T15:26:34","modified_gmt":"2015-11-09T14:26:34","slug":"hinweise-des-tages-2315","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h02\">Franz&ouml;sische Regierung will bei Reformen Parlament umgehen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h03\">Ricard Bellera, Silvia Gr&uuml;nig: &ldquo;In Spanien gibt es ein Bewusstsein f&uuml;r die Gefahren von TTIP&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h04\">SZ-Leaks: Schleichwerbung f&uuml;r Steuerhinterziehung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h05\">Private Investoren sollen Stra&szlig;en und Schulen finanzieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h06\">Der R&auml;uberbaron &ndash; Michail Chodorkowski und der Westen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h07\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h08\">Ein Herz f&uuml;r &Auml;gypten?! &ndash; Die Auswirkungen von Finanzhilfe aus dem Golf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h09\">D&auml;nemark nach den Anschl&auml;gen: Unser Land hat sich selbst radikalisiert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h10\">F&uuml;r eine zivilisierte Nation v&ouml;llig unw&uuml;rdig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h11\">Nichtw&auml;hler st&auml;rkste Kraft in Hamburg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h12\">Stipendienvergabe: Deutsche B&uuml;rokratie macht Elitef&ouml;rderung zunichte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h13\">F&uuml;r Mehmet und Ayse ist der Aufstieg zum Abi Gl&uuml;ckssache<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h14\">Debatte Drittmittel an Unis: Das Geld des Geistes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h15\">Liste der Hochschulr&auml;te: Wie Unternehmen an den Unis Einfluss nehmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h16\">WDR auf halbem Weg zum Dudelfunk<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h17\">Assads deutscher Stuhl &ndash; In Syrien ist Folter fast allgegenw&auml;rtig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080#h18\">Das Letzte: Bild: &bdquo;Griechen-Raffke bei&szlig;t sich an Sch&auml;uble die Z&auml;hne aus&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25080&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Greece bailout: Varoufakis &lsquo;willing&rsquo; as talks collapse<\/strong><br>\nGreece&rsquo;s Finance Minister Yanis Varoufakis declared he was ready to do &ldquo;whatever it takes&rdquo; to reach agreement over its bailout after the collapse of talks with EU finance ministers.<br>\nMr Varoufakis spoke after Greece rejected an EU offer to extend its current &euro;240bn (&pound;178bn) bailout, a plan he called &ldquo;absurd&rdquo; and &ldquo;unacceptable&rdquo;.<br>\nHe said he was prepared to agree a deal but under different conditions.<br>\nBut the Dutch finance minister said there were just days left for talks.<br>\nJeroen Dijsselbloem, who chairs the Eurogroup of finance ministers, said it was now &ldquo;up to Greece&rdquo; to decide if it wanted more funding or not.<br>\n&ldquo;My strong preference is and still is to get an extension of the programme, and I think it is still feasible,&rdquo; Mr Dijsselbloem told a news conference after the talks collapsed&hellip;.<br>\nSpeaking at a news conference after Mr Dijsselbloem, he said he had been presented with a draft communique by Pierre Moscovici, the EU&rsquo;s economics commissioner, which he had been ready to sign.<br>\nHowever, that draft had been withdrawn minutes before the meeting started, Mr Varoufakis said.<br>\nBut he sought to play down the setback as a temporary hitch.<br>\n&ldquo;Europe will do the usual trick: It will pull a good agreement or an honourable agreement out of what seems to be an impasse.'&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bbc.com\/news\/business-31485073\">BBC<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Wolfgang Lieb:<\/strong> Wenn das stimmt, dass Moscovici mit seinem <a href=\"http:\/\/de.scribd.com\/doc\/255976709\/Draft-4-Eurogroup-Statement-on-Greece\">Entwurf eines Beschlusses<\/a> f&uuml;r die EU-Finanzministerkonferenz, <a href=\"https:\/\/twitter.com\/schieritz\/status\/567573157536862208?s=03\">dem Draghi und Lagarde zugestimmt haben sollen<\/a>  von Dijsselbloem (unter deutschem Druck) ausgebremst wurde, ist das ein Skandal.<\/em><br>\n<em>Hier auch noch der Entwurf den Varoufakis <a href=\"http:\/\/www.zerohedge.com\/news\/2015-02-16\/redlined-comparison-eurogroup-draft-varoufakis-was-willing-sign-and-draft-he-rejecte\">zur&uuml;ck wies<\/a>. <\/em><\/p>\n<p><em>PS: Bezeichnend und traurig, dass so etwas nur von dem Gegen-Propagandasender Russia Today <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9_8gKX5w8ko&amp;feature=youtu.be\">&uuml;bertragen wird<\/a>.<\/em><br>\n<em>Hier noch einmal ein <a href=\"https:\/\/twitter.com\/BrunoBrussels\/status\/567466987027460096?s=03\">Auszug aus dem von Varoufakis erw&auml;hnten Beschlussentwurf<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Welche Aufgabe hat Jeroen Dijsselbloem eigentlich bei den Verhandlungen? Dijsselbloem ist ein stramm neoliberaler ehemaliger niederl&auml;ndischer Finanzminister, der seit 2013 den Vorsitz der Eurogruppe innehat. Die Eurogruppe ist jedoch kein Mitglied der Troika und geh&ouml;rt nicht zu den Gl&auml;ubigern Griechenlands. Welches Mandat hat Dijsselbloem? Um die Verhandlungen zwischen den Gl&auml;ubigern und Griechenland voranzutreiben sollte man vielleicht einmal &uuml;berlegen, Jeroen Dijsselbloem aus dem Spiel zu nehmen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Griechenland war auf gutem Weg? &ndash; Der Bundesfinanzminister verweigert sich der Realit&auml;t und Griechenland steht am Scheideweg<\/strong><br>\nIn einem Interview im Deutschlandfunk hat Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble kurz vor den Verhandlungen der europ&auml;ischen Finanzminister mit Griechenland am vergangenen Montag seine Sicht der Dinge dargelegt. Es ist ein bemerkenswertes Interview, weil darin klar zu Tage tritt, dass Wolfgang Sch&auml;ubles Wahrnehmung der griechischen Realit&auml;t vollkommen verzerrt ist. &bdquo; &hellip; Griechenland [f&auml;hrt] einen Weg &hellip;, der allm&auml;hlich dazu f&uuml;hrt, dass Griechenland auch wieder eine wettbewerbsf&auml;hige Wirtschaft hat. Das war auch auf gutem Weg&hellip;&ldquo;, sagt der Minister. Und etwas sp&auml;ter: &bdquo; &hellip; es geht darum, dass man auf dem Weg, der in den letzten Jahren &hellip; dazu gef&uuml;hrt hat, dass die Arbeitslosigkeit in Griechenland zur&uuml;ckgeht, dass sie wieder erfolgreich wirtschaften &hellip; , dass sie dabei waren, in die richtige Richtung sich zu bewegen. Wenn dieser Weg fortgesetzt wird, dann werden sie Erfolg haben&hellip;&ldquo; Nach den ergebnislosen Verhandlungen am Montag setzte der Minister noch eins oben drauf, indem er laut Spiegel Online formulierte: &ldquo;Niemand der Kollegen hat bisher verstanden, was Griechenland am Ende wirklich will &hellip; Die entscheidende Frage ist und bleibt, dass Griechenland sich entscheiden muss, will es eigentlich dieses Programm oder will es das nicht.&ldquo;<br>\nWenn es so w&auml;re, dass Griechenland bereits auf einem guten Weg war, dass wieder erfolgreich gewirtschaftet wurde und die Arbeitslosigkeit tats&auml;chlich (und nicht nur statistisch) zur&uuml;ckgegangen ist, dass es vielen Menschen in Griechenland bereits wieder besser ginge als unmittelbar nach dem Absturz der Wirtschaft im Zuge der Finanzkrise 2008\/2009, dann k&ouml;nnte man irgendwie nachvollziehen, warum Wolfgang Sch&auml;uble so sehr darauf pocht, dass entweder das Hilfsprogramm f&uuml;r Griechenland mit allen seinen Auflagen fortgesetzt oder es ganz eingestellt wird, jedoch nach keiner anderen L&ouml;sung gesucht wird. Die Realit&auml;t in Griechenland sieht aber anders aus, als Wolfgang Sch&auml;uble sie beschreibt. Und der Einfluss, den die Hilfsprogramme mit ihren Sparauflagen auf diese Realit&auml;t in den letzten viereinhalb Jahren genommen haben, ist beinahe das Gegenteil von dem, was der deutsche Finanzminister ihnen andichtet. Das kann man auch belegen und wir wollen das hier noch einmal tun, um daf&uuml;r zu werben, Griechenland einen anderen Weg als den bisherigen zu er&ouml;ffnen, n&auml;mlich einen, der die Bezeichnung &bdquo;gut&ldquo; wirklich verdient hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/griechenland-war-auf-gutem-weg-der-bundesfinanzminister-verweigert-sich-der-realitaet-und-griechenland-steht-am-scheideweg\/\">Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker auf flassbeck-economics<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Rechnung f&uuml;r Griechenland, bitte<\/strong><br>\nAlles, was im Euroraum produziert wird, wird in Euro gemessen und versteuert. Man sollte eigentlich meinen, dass daher alle Beteiligten aufpassen, dass dieses Kernprodukt so gut wie m&ouml;glich dasteht. Zumindest sollte es halbwegs stabil und als von allen getragen wirken &ndash; im Moment sieht es aber eher so aus, als w&uuml;rden sich die Partner des Projekts gegenseitig die Pest an den Hals w&uuml;nschen. Das war so nat&uuml;rlich nicht gedacht, der Euro sollte alle stabilisieren und &uuml;berall fette, reiche, geliebte Regierungen an die Macht bringen, die den Kapitalismus walten lassen. Krawattenlose Punks wie Gianis &bdquo;V wie&ldquo; Varoufakis und Alexis Tsipras h&auml;tte es nie geben d&uuml;rfen. Jetzt sind sie da, sie sind nicht handzahm und bislang nicht so korrupt wie ihre Vorg&auml;nger, und sie kommen nicht in Kotau-Haltung: Das vorl&auml;ufige Scheitern der Verhandlungen des gestrigen Abends ist teuer f&uuml;r die Gemeinschaftsw&auml;hrung. Und wenn Griechenland austreten muss &ndash; wie w&uuml;rde man in der Wirtschaft das Versagen des Managements bewerten, eine tragbare und vorzeigbare L&ouml;sung zu finden?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blogs.faz.net\/deus\/2015\/02\/17\/die-rechnung-fuer-griechenland-bitte-2419\/\">Deus ex Machina<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.L.:<\/strong> Der Titel t&auml;uscht zuerst, doch trifft bei der weiteren Lekt&uuml;re ins Schwarze!<\/em><br>\n<em>Es ist bezeichnend, dass man solchen sachlichen und ganz banale und praktische Zusammenh&auml;nge darstellenden Artikel mittlerweile als au&szlig;ergew&ouml;hnlich empfinden muss. Und dass er im Feuilleton und nicht im Wirtschafts- und Politikteil erscheint. Aber immerhin, er erscheint. Und er schildert plastisch das Armutszeugnis und die (auch im historischen, d.h. buchst&auml;blichen, Sinne) R&uuml;cksichtslosigkeit dieser ganzen Geschichte und sich zuspitzenden Veranstaltung, zu dem das Sch&auml;uble-Wort &lsquo;verantwortungslos&rsquo; ohne wenn und aber passt &ndash; auf ihn und seine offiziellen Worte zur offiziellen (und langj&auml;hrigen) Position Deutschlands. Einen entscheidender Unterschied zur geschilderten damaligen Situation besteht darin, dass heute ganz offensichtlich mehr als nur eine rein praktische L&ouml;sung des Problems auf dem Spiel steht, sondern das erkl&auml;rte Merkelsche Projekt in bester neoliberaler Tradition &agrave; la Reagan&amp;Thatcher: &lsquo;marktkonforme Demokratie&rsquo; &ndash; statt demokratiekonformer M&auml;rkte (in unserem &lsquo;Hinterhof&rsquo; vorbildlicherweise mit Kauderschem EU-weiten Deutschakzent). Und das ebenfalls von ihr erkl&auml;rte &lsquo;Nutzen des Zeitfensters&rsquo;, den diese und in diesem Sinne willkommene Krise zur schocktherapeutischen gewaltsamen und unumkehrbaren Durchsetzung dieses Modells bietet (TTIP-CETA-TISA warten schon) &ndash; koste es, was es wolle, Menschenleben eingeschlossen (aktuelle strategische Brennpunkte Griechenland bzw. S&uuml;deuropa, sowie die Ukraine). Es gibt und darf keine Alternative geben: TINA &amp; Never waste a good crisis! Es steht weit mehr als nur Griechenland (und die Ukraine) auf dem Spiel!<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Schuldenstreit mit Griechenland: Varoufakis&acute;sche Spieltheorie im Br&uuml;sseler Praxistest?<\/strong><br>\nGriechenlands Finanzminister: Spieltheoretiker und erkl&auml;rter Gegner des &ouml;konomischen Mainstreams &hellip; war bisher Wirtschaftsprofessor und die Spieltheorie ist seine Dom&auml;ne. Das mag vielen vielleicht nichts sagen. Kurz gesagt geht es in der Spieltheorie darum, Entscheidungssituationen mit mehreren Beteiligten zu modellieren. Es geht darum, mit mathematisch-statistischen Methoden das Verhalten und den Ausgang von bestimmten Verhandlungssituationen zu prognostizieren. Oder eben umgekehrt die Frage zu beantworten, wie ein bestimmtes Verhandlungsergebnis erreicht werden kann. In diesem Fall wird also ein entsprechendes Spiel entworfen, das zu dem gew&uuml;nschten Ergebnis f&uuml;hrt. Noch etwas ist wichtig zu wissen: Professor Varoufakis ist ein erkl&auml;rter Gegner der Lehren des liberal-neoklassischen &ouml;konomischen Mainstreams. Warum ist das wichtig. Ganz einfach: Weil es ihm in der Spieltheorie wie in der Wirtschaftstheorie insgesamt um realistischere Ans&auml;tze geht, das hei&szlig;t, um Ans&auml;tze, die im Unterschied zu denen des liberal-neoklassischen Mainstreams auch erfolgreicher in der Praxis angewendet werden k&ouml;nnen.<br>\nAthen kommt mit immer neuen Vorschl&auml;gen, wurde dabei bisher aber nie wirklich konkret. Das als Zeichen von Unprofessionalit&auml;t zu interpretieren, w&auml;re ein schwerer Fehler. Varoufakis wendet sein Wissen an und wer glaubt, dass alle Theorie grau ist, hat sich zu sehr an schlechte &ouml;konomische Theorien gew&ouml;hnt, die an der Wirklichkeit scheitern, so wie eben die liberal-neoklassische Wirtschaftstheorie, auf der u.a. auch das Sanierungskonzept der Troika f&uuml;r die europ&auml;ischen Schuldenstaaten aufgebaut ist. Herr Varoufakis aber ist als &Ouml;konom angetreten, weil er es besser als der &ouml;konomische Mainstream machen wollte. Genau deswegen kommt er auch zu dem Schluss, dass das bisherige austerit&auml;tspolitische Krisenmanagement der Euro-Gruppe gescheitert ist. F&uuml;r ihn ist die von der Euro-Gruppe vorgeschlagene Verl&auml;ngerung des noch laufenden Sanierungsprogramms keine Option, weil es, wie er erst gestern wieder sagte , die Ursache und nicht die L&ouml;sung der Probleme Griechenlands ist. Dass wiederum die Euro-Gruppe ihren Vorschlag f&uuml;r vern&uuml;nftig h&auml;lt, ist ein Zeichen f&uuml;r deren wirtschaftsideologisch verstellten Blick auf die Probleme der Euro-Zone. Die von ihrem Konzept geschaffenen Fakten in den Krisenl&auml;ndern blenden sie offensichtlich weitgehend aus.<br>\nWas Europa eindeutig fehlt, sind neue, bessere Ideen der Krisenbew&auml;ltigung. Anders ausgedr&uuml;ckt umh&uuml;llen sich Griechenlands Gl&auml;ubiger &ndash;einschlie&szlig;lich des Internationalen W&auml;hrungsfonds &ndash; zwar mit der Aura &uuml;berlegener fachlicher Kompetenz. Doch die bisherigen Ergebnisse ihrer Krisenpolitik haben berechtigte Zweifel daran aufkommen lassen. Dass Yanis Varoufakis ihnen das so unverbl&uuml;mt sagt, schmeckt ihnen nat&uuml;rlich nicht. Doch was wollen sie schon dagegen tun? Das bis Freitag gesetzte Ultimatum ist de facto eine Drohung an die europ&auml;ischen Steuerzahler. Denn die m&uuml;ssen die Milliardenverluste schultern, wenn die Verhandlungen platzen, Griechenland in die Pleite geschickt wird und die gew&auml;hrten Kredite abgeschrieben werden m&uuml;ssen. Um zu dem Schluss zu gelangen, dass das niemand in der Euro-Gruppe wollen kann, schon gar kein Regierungspolitiker, braucht man kein Spieltheoretiker zu sein. Und was eine griechische Pleite letztlich f&uuml;r die W&auml;hrungsunion und f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte bedeutet, wer will das austesten und im Zweifel dann auch politisch verantworten &ndash; in der Euro-Gruppe? Kein Wunder also, dass Yanis Varoufakis L&auml;cheln bisher nicht verschwunden ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.querschuesse.de\/schuldenstreit-mit-griechenland-varoufakissche-spieltheorie-im-bruesseler-praxistest\/\">Querschuesse<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So sehr man Stefan L. Eichner zustimmen m&ouml;chte, dass Europa endlich mehr Mut aufbringen sollte, neue Wege zu gehen und neue Theorien der Krisenbew&auml;ltigung zu testen. So sehr ist zu bef&uuml;rchten, dass das &ldquo;alte&rdquo; Europa<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>The way forward<\/strong><br>\nThe Greek government is in Brussels to discuss the full range of economic issues with its European partners, including budgets, debt and structural reforms. At issue is whether funds will be available to keep paying the bills, on policy terms that Greece can accept.<br>\nTwo factors complicate this issue. The first is the past Memorandum, alongside a set of tight deadlines, created by the previous government in part to entrap the new one. The second is the European decision-making process, which gives great apparent weight to governments of small countries, many of whom are internally insecure. The easiest path for them is to insist on no changes; anything else amounts to self-rejection.<br>\nSo far, the Greek achievement consists of stating raw truths in rooms full of self-serving illusions. This exposes contradictions, bringing on facile ripostes, easily rebutted. It also brings on threats and menacing gestures, intended to test resolve. The Greek government seems to have met that test.<br>\nIt can now proceed to the next step.<br>\nThe next step is to define carefully what may be accepted. As for reforms, as much as 70 percent of the previous memorandum is (and always has been) common ground. That which is not &ndash; fire-sale privatizations, destructive labor market liberalizations and the unreachable 4.5-percent target primary surplus &ndash; can be spelled out. Reasonable language to describe the process of discussion to follow may be found.<br>\nWhen this is done, the final decision will be up to Europe &ndash; and to Germany, above all. Will Berlin continue to squeeze, in order to pressure, and so risk bringing on a Greek collapse? If so, it will be better to know soon. But Europe may well decide, if not from pragmatism then from a larger strategic vision, that Greece cannot be allowed to fail. In that case, agreement may be reached and the revival of Greece may begin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ekathimerini.com\/4dcgi\/_w_articles_wsite3_1_15\/02\/2015_547282\">James K. Galbraith in ekathimerini.com<\/a><\/li>\n<li><strong>Yanis Varoufakis: Jetzt ist nicht die Zeit fu&#776;r Spiele in Europa<\/strong><br>\nIch schreibe dies am Rande der entscheidenden Verhandlungen mit den Gl&auml;ubigern meines Landes &ndash; Verhandlungen, deren Resultat vielleicht eine ganze Generation pr&auml;gen und sich gar als Wendepunkt fu&#776;r Europas sich entfaltendes Experiment der W&auml;hrungsunion erweisen wird.<br>\nSpieltheoretiker analysieren Verhandlungen als seien sie ein Kuchenteilungsspiel mit selbstsu&#776;chtigen Spielern. Weil ich in meinem bisherigen Leben viele Jahre lang als Wissenschaftler u&#776;ber Spieltheorie geforscht habe, kamen einige Kommentatoren schnell zu der Annahme, dass ich als griechischer Finanzminister in dem Bemu&#776;hen, die schlechten Karten zu verbessern, schnell Bluffs, Listen und weit hergeholte Optionen zur Hand haben wu&#776;rde.<br>\nNichts k&ouml;nnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.<br>\nMeine Kenntnis der Spieltheorie hat mich vielmehr davon u&#776;berzeugt, dass es reine Dummheit w&auml;re, die derzeitigen Verhandlungen zwischen Griechenland und unseren Partnern als Verhandlungspoker anzusehen, das mit Bluffs oder taktischen T&auml;uschungsman&ouml;vern zu gewinnen ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2015\/02\/17\/opinion\/yanis-varoufakis-no-time-for-games-in-europe.html\">New York Times v. 16.02.15<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Franz&ouml;sische Regierung will bei Reformen Parlament umgehen<\/strong><br>\nWegen einer unsicheren Mehrheit will die sozialistische Regierung in Paris ihre Wirtschaftsreform per Dekret erlassen, vorausgesetzt es gibt kein Misstrauensvotum. Jetzt ist die Opposition am Zug&hellip;<br>\nSowohl die linken Abweichler aus den Reihen der Sozialisten, die nicht f&uuml;r das Macron-Gesetz stimmen wollen, wie auch die Gr&uuml;nen wollen keinen Sturz der Regierung und werden daher voraussichtlich nicht gegen das Kabinett stimmen.<br>\nAnders sah dies bei Macrons Reformgesetz aus. Die meisten der etwa 30 bis 40 sozialistischen Abweichler, die meisten Gr&uuml;nen, fast alle Konservativen, eine Reihe von Zentrumsvertretern sowie Linkspartei und Kommunisten hatten angek&uuml;ndigt, gegen das umstrittene Reformgesetz stimmen zu wollen&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/politik\/ausland\/frankreich-regierung-will-bei-reformen-parlament-umgehen-aid-1.4885435\">Rheinische Post<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Wolfgang Lieb:<\/strong> Ministerpr&auml;sident Manuel Valls macht den Basta-Schr&ouml;der. Der Niedergang der Sozialisten wird nicht auf sich warten lassen. Marine Le Pen wird sich mit ihrem Front National die H&auml;nde reiben.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ricard Bellera, Silvia Gr&uuml;nig: &ldquo;In Spanien gibt es ein Bewusstsein f&uuml;r die Gefahren von TTIP&rdquo;<\/strong><br>\nRicard Bellera I Kirchhoff und Silvia Gr&uuml;nig &uuml;ber den Widerstand gegen TTIP in Katalonien. Ricard Bellera I Kirchhof ist Gewerkschaftssekret&auml;r f&uuml;r Internationale Politik, Migration und Entwicklungspolitik. Er vertritt die Gewerkschaft CCOO in der katalanischen &ldquo;Plattform gegen das TTIP&rdquo;. Silvia Gr&uuml;nig ist Architektin und Landschaftsplanerin; sie lehrt an der Universit&auml;t von Barcelona in der Forschungsgruppe &ldquo;Ausgrenzung und soziale Kontrolle&rdquo;. Sie ist Mitglied der &ldquo;Plattform gegen das TTIP&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1458\">annotazioni<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>SZ-Leaks: Schleichwerbung f&uuml;r Steuerhinterziehung<\/strong><br>\nOffshore-Leaks, Lux-Leaks und jetzt Swiss-Leaks: Die S&uuml;ddeutsche Zeitung ist das Sturmgesch&uuml;tz des Finanzamts. Die Redaktion ver&ouml;ffentlicht regelm&auml;&szlig;ig Informationen aus internen Bankunterlagen, an die sie durch Whistleblower kommt. Was die Zeitung nie erw&auml;hnt: Dass sie selbst ihre Leser auf die Steuerhinterziehung im Ausland hingewiesen hat und sich daf&uuml;r von den Banken bezahlen lie&szlig;. Ich war damals in der Redaktion daf&uuml;r zust&auml;ndig. Es war das Jahr 2007, es war mein erster Job nach dem Studium und bis heute habe ich dar&uuml;ber geschwiegen&hellip;<br>\nDer Aufmacher-Text gibt auf 150 Zeilen detailliert Service-Tipps, wie die Leser die in Deutschland f&auml;lligen Steuern auf Kapitaleink&uuml;nfte durch Verlagerung des Depots ins Ausland und das geschickte Ausnutzen von Freibetr&auml;gen auf &bdquo;im Schnitt 15 Prozent effektive Steuerbelastung&ldquo; senken k&ouml;nnen &ndash; Zitat: &bdquo;ein Schn&auml;ppchen&ldquo;. Ein anderer Artikel beleuchtet, dass es derzeit noch keinen grenz&uuml;berschreitenden Informationsaustausch der Finanzbeh&ouml;rden gibt. Sprich: Im Ausland ist das Geld sicher vor dem deutschen Fiskus.<br>\nEs ist eine unverhohlene Werbung f&uuml;r Steuerhinterziehung. Gedruckt von der S&uuml;ddeutschen Zeitung, weil sie daf&uuml;r eine gut bezahlte Anzeige von der Tiroler Sparkasse erh&auml;lt. Und ich bin daf&uuml;r zust&auml;ndig, die Texte auf dieser Seite zu schreiben oder von anderen Mitarbeitern zu bestellen und zu redigieren. Wie bin ich hier nur reingeraten?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/heisersstimme.wordpress.com\/2015\/02\/16\/sz-leaks-schleichwerbung-fur-steuerhinterziehung\/%20%20\">Sebastian Heiser Blog<\/a>\n<p><strong>Dazu: S&uuml;ddeutsche weist Vorwurf der Schleichwerbung zur&uuml;ck<\/strong><br>\n&hellip;F&uuml;r die Medienbranche ist die Diskussion um &ldquo;SZ-Leaks&rdquo; nicht ungef&auml;hrlich. In der Tat w&auml;re es naiv zu glauben, dass die beschriebenen Praktiken Einzelf&auml;lle der SZ-Sonderthemen-Redaktion waren. Bei der S&uuml;ddeutschen Zeitung ist das Gef&auml;lle zwischen Qualit&auml;ts-Anspruch und Vermarktungs-Wirklichkeit nur wom&ouml;glich besonders hoch. Bislang wurde &uuml;ber solche Praktiken der Vermarktung nur schlicht nicht gesprochen. Das scheint sich jetzt zu &auml;ndern aber was folgt daraus? Die Verlage werden ungern auf Anzeigen-Erl&ouml;se aus Sonder-Ver&ouml;ffentlichungen verzichten. Gleichzeitig (v)erkl&auml;ren sie ihre Medien zu den H&uuml;tern des Wahren, Sch&ouml;nen und Guten. Beides passt nicht zusammen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2015\/02\/17\/nach-sz-leaks-kritik-empoerung-und-fast-keine-reaktion-der-sueddeutschen\/\">MEEDIA<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Private Investoren sollen Stra&szlig;en und Schulen finanzieren<\/strong><br>\nDie Expertenkommission des Wirtschaftsministers plant eine Teilprivatisierung der Infrastruktur &uuml;ber sogenannte B&uuml;rgerfonds. Gewerkschaften sehen das kritisch.<br>\nWenn es nach Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und der von ihm einberufenen Expertenkommission ginge, k&ouml;nnten Deutschlands Stra&szlig;en, Schulen und Br&uuml;cken schon bald von privaten Investoren finanziert werden. Das berichtet die Zeitung DieWelt und beruft sich auf einen Zwischenbericht der Kommission, die von Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung geleitet wird.<br>\nEin Teil der maroden deutschen Infrastruktur w&uuml;rde dem Bericht zufolge teilprivatisiert und &uuml;ber Fonds sogenannter &ouml;ffentlich-privater Partnerschaften (&Ouml;PP) finanziert werden. Die Geldgeber dieser Projekte k&ouml;nnten Versicherungen, institutionelle Anleger, aber auch einzelne B&uuml;rger sein. Sie w&uuml;rden die Anlagen dann f&uuml;r einen l&auml;ngeren Zeitraum &ndash; in der Regel 30 Jahre oder mehr &ndash; betreiben und daf&uuml;r eine Geb&uuml;hr erhalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/unternehmen\/2015-02\/infrastruktur-sigmar-gabriel-teilprivatisierung-strassen-schulen-kommission\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung CR:<\/strong> Herr Gabriel zeigt als amtierender Bundeswirtschaftsminister mal wieder seine &ouml;konomische Inkompetenz.<\/em><br>\n<em>Die NachDenkSeiten haben sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch mit dem Modell der &Ouml;ffentlich-privater Partnerschaften (&Ouml;PP) auseinander gesetzt. Hier zwei Beispiele:<\/em><\/p>\n<ol class=\"abc\">\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6144\">Irrweg PPP &ndash; eine Kampagne von attac<\/a><\/em><\/li>\n<li><em><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2630\">Die Aushebelung von Grundrechten durch die &Uuml;bertragung staatlicher Leistungen auf Private im Rahmen der PPP<\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der R&auml;uberbaron &ndash; Michail Chodorkowski und der Westen<\/strong><br>\nIm Jahr 1992 erschien in Russland das Buch Der Mann mit dem Rubel. Der Titel kam nicht von ungef&auml;hr: Der Mann mit dem Gewehr war ein ber&uuml;hmter sowjetischer Film von 1938 &uuml;ber Lenin; die Verfasser der daran angelehnten Schrift verk&uuml;ndeten nun: &bdquo;Wir haben lange genug nach Lenin gelebt! Unser Kompass ist der Profit, erzielt unter strenger Einhaltung der Gesetze. Unser Idol ist Seine Finanzielle Hoheit, das Kapital, denn das Kapital und nur das Kapital f&uuml;hrt zu Reichtum als Normalzustand. Schluss mit dem Leben in der Utopie, Bahn frei f&uuml;r das Gesch&auml;ft, das reich macht.&ldquo;(1) Reich ist Michail Chodorkowski, einer der beiden Autoren des Buches, geworden &ndash; mit der Einhaltung der Gesetze nahm er es dabei allerdings nicht so genau. Nach einem Jahrzehnt in Haft kehrt er nun zur&uuml;ck auf die B&uuml;hne der russischen Politik &ndash; mit Pr&auml;sidentschaftsambitionen. Als pro-westliche Alternative zu Putin wird er gest&uuml;tzt von europ&auml;ischen und US-amerikanischen Eliten, denen er sich angedient hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201502133426\/politik\/welt\/der-raeuberbaron.html\">Hintergrund<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>US-Regierung dr&auml;ngt Unternehmen zu verst&auml;rktem Datenaustausch<\/strong><br>\nDas Wei&szlig;e Haus l&auml;dt zum Treffen f&uuml;r Cybersicherheit und will den Informationsaustausch zwischen Firmen und Regierung verbessern. Gleich f&uuml;nf wichtige IT-Manager schw&auml;nzen das Treffen allerdings.<br>\nAngesichts der zunehmenden Bedrohung durch Hacker dr&auml;ngt die US-Regierung Internet-Unternehmen zu einem verst&auml;rkten Austausch von Daten. Pr&auml;sident Barack Obama wolle dazu am Freitag einen Erlass unterschreiben, teilte das Wei&szlig;e Haus mit. Damit will er einen besseren Informationsaustausch von Firmen untereinander sowie mit der Regierung erm&ouml;glichen. Unternehmen sollen ihr Wissen &uuml;ber digitale Attacken und andere Bedrohungen b&uuml;ndeln und weiterreichen. Dazu sollen &ldquo;Organisationen zur Analyse und Weitergabe von Informationen&rdquo; (ISAO) geschaffen werden.<br>\nObama wollte den Erlass am Freitag bei einem Treffen zum Thema Cybersicherheit unterzeichnen. Dort wird er auch eine Rede halten. Seine Sicherheitsberaterin Lisa Monaco wurde ebenfalls zu der achtst&uuml;ndigen Konferenz erwartet. Nach den Enth&uuml;llungen &uuml;ber die Spionage des US-Geheimdienstes NSA und der Hacker-Angriffe auf Sony wird das Treffen auch als Stimmungsmesser zwischen Internet-Unternehmen und Regierung gesehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/US-Regierung-draengt-Unternehmen-zu-verstaerktem-Datenaustausch-2549462.html?wt_mc=nl.ho.2015-02-14\">heise online<\/a><\/li>\n<li><strong>Innenministerium bekr&auml;ftigt Recht auf Ende-zu-Ende-Verschl&uuml;sselung<\/strong><br>\nDie Umsetzung einer Krypto-Regulierung auf EU-Ebene d&uuml;rfte damit erst einmal nicht m&ouml;glich sein<br>\nAm Recht auf Ende-zu-Ende-Verschl&uuml;sselung soll weiterhin festgehalten werden, wie der Sprecher des Innenministeriums, Johannes Dimroth, gegen&uuml;ber Telepolis gestern bekr&auml;ftige. Die 1999 beschlossenen Eckpunkte der Bundesregierung h&auml;tten Bestand. Darin war festgelegt worden, dass Verschl&uuml;sselungsverfahren ohne Restriktionen entwickelt, vermarktet und genutzt werden k&ouml;nnen. Es g&auml;be nach Auskunft des Ministeriumssprechers keine Absicht, daran etwas zu &auml;ndern.<br>\nDie Aussagen des Innenministers de Mazi&egrave;re in Lille seien aufgrund des Kontextes der Forderungen des englischen Premiers Cameron missverstanden worden, wie Dimroth weiter ausf&uuml;hrte. Anders als bei Cameron stehe von Seiten des Innenministeriums weder die Forderung nach Hintert&uuml;ren noch eine Schl&uuml;sselhinterlegung im Raum. Dies wurde von anderer Seite auch schon aus der Sitzung des Innenausschusses Ende Januar kolportiert. Vielmehr ginge es dem Innenminister darum, aufgrund eines richterlichen Beschlusses individuelle Rechner &uuml;ber die Quellen-TK&Uuml;, oft auch &ldquo;Bundestrojaner&rdquo; genannt, zu &uuml;berwachen.<br>\nMit diesen Klarstellungen seitens der deutschen Bundesregierung d&uuml;rfte der englische Premier Cameron Schwierigkeiten haben, sich mit einer generellen Regulierung von Ende-zu-Ende-Verschl&uuml;sselung auf EU-Ebene durchzusetzen. Allerdings bleibt die Frage, ob die amerikanischen und englischen Geheimdienste auf andere Weise massenhaft an verschl&uuml;sselte Kommunikation kommen k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/44\/44132\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>DARPA entwickelt Suchmaschine f&uuml;r die Verbrechensbek&auml;mpfung<\/strong><br>\nDie Memex genannte Suchmaschine soll sich f&uuml;r Recherchen, die auf bestimmte Aufgabengebiete zugeschnitten sind, besser als Google und Co. eignen &ndash; insbesondere bei der Verbrechensbek&auml;mpfung.<br>\nDie Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), das Forschungsprojekte f&uuml;r das US-Verteidigungsministerium durchf&uuml;hrt, entwickelt eine Suchmaschine namens Memex. Sie soll sich wesentlich besser eignen, auf bestimmte Aufgabengebiete zugeschnitte Recherchen durchzuf&uuml;hren &ndash; insbesondere bei der Verbrechensbek&auml;mpfung.<br>\nAls Beschr&auml;nkungen normaler Suchmaschinen wie Google z&auml;hlt die DARPA auf, dass diese alle Suchvorg&auml;nge gleich behandeln, Suche dort ein im wesentlichen manueller Prozess sei, die Suchdienste Sessions nicht speichern und Ergebnisse &uuml;ber einfache Listen hinaus nicht organisieren und aggregieren k&ouml;nnen.<br>\nMit Memex sollen Recherchierende wesentlich besser mit den Ergebnissen hantieren, sie auf neue Art organisieren und besser in Teilergebnissen weitersuchen k&ouml;nnen. Die DARPA hat der amerikanischen Reportagereihe 60 Minutes und dem Magazin Scientific American eine Demonstration von Memex gegeben. In einem Video von 60 Minutes sieht man zum Beispiel als Graphen oder in Karten aufbereitete Informationen, etwa in Form von Heatmaps.<br>\nVor allem aber durchsuche Memex einen wesentlich gr&ouml;&szlig;eren Anteil der im Netz verf&uuml;gbaren Informationen. Laut Chris White, dem f&uuml;r Memex zust&auml;ndigen Manager, erschlie&szlig;en Google und Co. nur etwa f&uuml;nf Prozent der Informationen im Web. Der Rest, das sogenannte &ldquo;Deep Web&rdquo; oder &ldquo;Dark Web&rdquo; besteht zum Teil aus unstrukturierten Daten, etwa Sensordaten oder Daten &ldquo;anderer Ger&auml;te&rdquo;, die sich nicht von traditionellen Suchmaschinen crawlen lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/DARPA-entwickelt-Suchmaschine-fuer-die-Verbrechensbekaempfung-2549607.html?wt_mc=nl.ho.2015-02-15\">heise online<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Ein Herz f&uuml;r &Auml;gypten?! &ndash; Die Auswirkungen von Finanzhilfe aus dem Golf<\/strong><br>\nEntsprechend Joseph Nyes Konzept der &bdquo;soft power&ldquo; baut die F&uuml;hrung in Riad vor allem mit weichen Machtinstrumenten wie Finanzhilfen ihre Rolle als &bdquo;counter-revolutionary power&ldquo; weiter aus. Dies steht kontr&auml;r zu dem Bild des kleinen Golfemirats Katar, das sich als Unterst&uuml;tzer der islamisch-revolution&auml;ren Bewegungen innerhalb der Aufst&auml;nde profiliert hatte. Erstaunlich dabei ist, dass arabische Finanzhilfen, die bisher vor allem der St&auml;rkung pan-arabischer Solidarit&auml;t galten, nun auch verst&auml;rkt dazu verwendet werden, inner-arabische Konflikte zu versch&auml;rfen. Dies offenbart sich besonders f&uuml;r Saudi-Arabien und Katar als Mitglieder des Golfkooperationsrats. In beiden F&auml;llen wird deutlich, dass Konflikte nicht immer milit&auml;risch auszutragen sind, sondern es auch &ndash; in Anlehnung an Michael Barnett &ndash; um  die Erschaffung eines Bildes und die damit einhergehende Selbstpr&auml;sentation geht.<br>\nEs w&auml;re allerdings verfr&uuml;ht, hierin einen neu aufkommenden Konflikt innerhalb sunnitischer Kr&auml;fte zu sehen, wie es in den vergangen Jahren getan worden ist. Man sollte wohl eher von Spannungen und regionalen Machtspielen sprechen. Nichtsdestotrotz l&auml;sst sich an dem Beispiel der Spendengelder aus dem Golf an &Auml;gypten erkennen, wie Finanzhilfe als politisches Instrument zur st&auml;rkeren Machtausbreitung genutzt wird. In den Worten des Politikwissenschaftlers Larry Diamond l&auml;sst sich abschlie&szlig;end schlussfolgern: &ldquo;Foreign aid is like oil: another source of rents that regimes use for survival&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.alsharq.de\/2015\/nordafrika\/agypten\/ein-herz-fuer-aegypten-die-auswirkungen-von-finanzhilfe-aus-dem-golf\/\">Alsharq<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Jedem, der sich f&uuml;r den Nahen Osten interessiert, kann ich den Blog &ldquo;Alsharq&rdquo; empfehlen, der vielleicht einigen noch unter seinem alten Namen &ldquo;Naher und Mittlerer Osten&rdquo; bekannt ist. Neben &uuml;berwiegend auf Deutsch verfassten Artikeln von Redaktionsmitgliedern und GastautorInnen erscheinen zu bestimmten Ereignissen auch Presseschauen von Medien aus der Region &ndash; <a href=\"http:\/\/www.alsharq.de\/2015\/mashreq\/libanon\/presseschau-zum-anschlag-auf-charlie-hebdo-frankreich-im-krieg\/\">hier<\/a> z.B. zu den Anschl&auml;gen in Paris. Alsharq schreibt &uuml;ber sich selbst: &ldquo;Alsharq ist eine unabh&auml;ngige Plattform junger Wissenschaftler und Journalisten mit Expertise und Erfahrung rund um den Nahen Osten. Kompetent, engagiert und gut vernetzt bietet Alsharq vielf&auml;ltige Perspektiven auf den Orient. Herzst&uuml;ck von Alsharq ist das Nachrichten- und Analysen-Portal alsharq.de. Au&szlig;erdem bietet unser Team politische Studienreisen, Seminare, Analyse und Beratung zum Nahen und Mittleren Osten und dar&uuml;ber hinaus. Die Berichterstattung des Blogs bleibt stets unabh&auml;ngig von anderen Angeboten der Alsharq Plattform.&rdquo;<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>D&auml;nemark nach den Anschl&auml;gen: Unser Land hat sich selbst radikalisiert<\/strong><br>\nNun kam der Buhmann doch noch. Zehn Jahre lang haben wir von unseren Verteidigungsministern geh&ouml;rt, dass er aus Afghanistan kommen w&uuml;rde. Ein analphabetischer Taliban, der Europa nicht auf der Weltkarte finden k&ouml;nnte, w&uuml;rde eines Tages an der Station N&oslash;rreport mit einem Rucksack voller Sprengstoff stehen und, vom Feuereifer des Islam erf&uuml;llt Dutzende Unschuldige mit sich in den Tod rei&szlig;en. Aber er kam nie, obwohl wir f&uuml;r zwanzig Milliarden d&auml;nische Kronen in seinem Land Krieg gef&uuml;hrt haben &ndash; um zu verhindern, dass er kommt. Stattdessen war es ein anonymer T&auml;ter, der eine Diskussionsveranstaltung zur Meinungsfreiheit und eine Synagoge angegriffen hat, bevor ihn die Kugeln der Polizei trafen. Er hatte eine Postadresse im Kopenhagener Stadtteil N&oslash;rrebro.<br>\nAls selbstradikalisiert werden wir den T&auml;ter m&ouml;glicherweise bezeichnen. Aber kein Mensch ist eine Insel, so dass seine Motive und seine Inspiration von vielen Seiten kommen k&ouml;nnten. K&ouml;nnten wir selbst einer der Infektionsherde sein? Ist D&auml;nemark eine selbstradikalisierte Nation? D&auml;nemark und Gro&szlig;britannien sind die einzigen europ&auml;ischen L&auml;nder, die in den vergangenen zw&ouml;lf Jahren an den vier Kriegen im Irak, in Afghanistan, in Libyen und nun gegen den &bdquo;Islamischen Staat&ldquo; teilgenommen haben. D&auml;nemark ist neben mit Belgien und Gro&szlig;britannien das europ&auml;ische Land, von dem aus, relativ gesehen, die meisten Krieger nach Syrien gegangen sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/daenemark-nach-den-anschlaegen-unser-land-hat-sich-selbst-radikalisiert-13432504.html?printPagedArticle=true\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>F&uuml;r eine zivilisierte Nation v&ouml;llig unw&uuml;rdig<\/strong><br>\nKinder in australischen Internierungslagern leben an einem &ldquo;gef&auml;hrlichen Ort&rdquo;. Zu diesem Schluss kommt die australische Menschenrechtskommission nach einer umfassenden Untersuchung der australischen Praxis, so genannte Bootsfl&uuml;chtlinge zwangsm&auml;&szlig;ig und meist auf unbefristete Zeit in isolierten Lagern einzusperren. Zwischen Januar 2013 und M&auml;rz 2014 dokumentierte die Kommission 233 F&auml;lle von gewaltsamen &Uuml;bergriffen gegen Kinder, 33 F&auml;lle von sexueller Gewalt und 128 F&auml;lle von Selbstverst&uuml;mmelungen durch Kinder. Fast 30 Kinder h&auml;tten in dieser Zeit einen Hungerstreik begonnen. Ein Drittel aller auf der Pazifikinsel Nauru, in Papua-Neuguinea und auf der australischen Weihnachtsinsel eingesperrten Kinder h&auml;tten psychische Sch&auml;den, die so schwerwiegend seien, dass sie einen Krankenhausaufenthalt bedingten. In den vergangenen zwei Jahren seien 167 Babys in Gefangenschaft geboren worden. Oftmals h&auml;tten sie Probleme mit dem Gehen, weil es keinen sicheren Ort gebe, um das Kriechen zu lernen. 257 Kinder werden derzeit in Lagern festgehalten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2015%2F02%2F16%2Fa0086&amp;cHash=47642a688c6ec274d16cf02cc7f989fd\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Nichtw&auml;hler st&auml;rkste Kraft in Hamburg<\/strong><br>\nDie Wahl in Hamburg best&auml;tigt Trends. Ein Trend zur politischen Profillosigkeit und einen ungebrochenen Trend zur Wahlenthaltung. Statt &uuml;ber Erfolge sollte die Politik &uuml;ber ihr Scheitern diskutieren.<br>\nDie Wahl in Hamburg ist vorbei und es gibt wieder nur Gewinner. Allen voran die FDP, von der 99 Prozent ihrer W&auml;hler meinen, sie st&uuml;nde klar f&uuml;r Marktwirtschaft. Tut sie aber nicht. Bei den Liberalen stand nur Spitzenkandidatin Katja Suding im Rampenlicht, nicht die Marktwirtschaft&hellip;<br>\nAuf der anderen Seite soll auch Olaf Scholz gewonnen haben, einer, der landauf landab als Ableger eines neuen Politiker Typus beschrieben wird, den offenbar Angela Merkel schuf. Heribert Prantl schreibt von einem Triumph des Flei&szlig;igen, der durch auff&auml;llige Unauff&auml;lligkeit besticht. Ein Trend in der Politik, wie Prantl meint. Aber auch er &uuml;bersieht das Wesentliche. Dem Triumph steht eine abermals gesunkene Wahlbeteiligung gegen&uuml;ber. Nur noch 56,6 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre &bdquo;Stimmen&ldquo; ab. Erstmals durften auch Jugendliche ab 16 an die Urne. Rund 1,3 Millionen Hamburger waren zur Wahl aufgerufen und damit rund 40.500 Wahlberechtigte mehr als 2011. Vor diesem Hintergrund wirkt der R&uuml;ckgang der Wahlbeteiligung noch einmal dramatischer&hellip;.<br>\nDer Niedergang der SPD ist untrennbar auch mit dem Namen Olaf Scholz verkn&uuml;pft. Er geh&ouml;rt zu den Agenda-Bef&uuml;rwortern und war gewisserma&szlig;en einer der Totengr&auml;ber der alten Sozialdemokratie, wie das Neue Deutschland heute richtig analysiert. Vor diesem Hintergrund wirkt es geradezu grotesk, Scholz als neuen Heilsbringer der Sozialdemokratie auch nur in Erw&auml;gung zu ziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/tautenhahn.blog.de\/2015\/02\/17\/nichtwaehler-staerkste-kraft-hamburg-20101379\/\">Andr&eacute; Tautenhahn<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Stipendienvergabe: Deutsche B&uuml;rokratie macht Elitef&ouml;rderung zunichte<\/strong><br>\nEine &ldquo;Revolution&rdquo; in der Studentenf&ouml;rderung sollte das von Bund und Unternehmen finanzierte Deutschlandstipendium sein. Tats&auml;chlich wird es zum Rohrkrepierer &ndash; wegen des immensen Verwaltungsaufwandes.<br>\nEs ist ein undankbarer Job, Stipendien f&uuml;r flei&szlig;ige Studenten einzuwerben. 1700 Bittbriefe hat die Universit&auml;t Hamburg im vergangenen Jahr versendet, um private Mittel f&uuml;r die vom Staat mitfinanzierten Deutschlandstipendien einzuwerben. Doch die Unternehmen und Stiftungen im reichen Hamburg spendeten nur 26 Stipendien. Dabei k&ouml;nnte Norddeutschlands gr&ouml;&szlig;te Hochschule bis zu 622 Stipendien an hervorragende und sozial engagierte Studenten vergeben, falls genug Unternehmen mitmachen w&uuml;rden. Der Fall Hamburg zeigt, dass das Prestigeprojekt Deutschlandstipendium der fr&uuml;heren Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zum Scheitern verurteilt ist. Grund: Die F&ouml;rderung, die hervorragende Studenten mit monatlich 300 Euro unterst&uuml;tzen soll, gilt in der Praxis als b&uuml;rokratisches Monstrum. [&hellip;]<br>\nDas Deutschlandstipendium habe &ldquo;wesentliche Ziele nicht erreicht&rdquo;, hei&szlig;t es in einer Pr&uuml;fungsmitteilung [des Bundesrechnungshof] an das Bildungsministerium. Die Anzahl der tats&auml;chlich vergebenen Stipendien bleibe hinter den Erwartungen zur&uuml;ck, steht in dem Bericht. Der Bundesrechnungshof ermittelte, dass im Jahr 2011 47 Prozent der Ausgaben allein auf den Durchf&uuml;hrungsaufwand &ndash; also die Verwaltungskosten &ndash; entfielen. Im Jahr 2013 habe der Anteil der Verwaltungskosten 21 Prozent betragen &ndash; nach Ansicht des Rechnungshofs ist das immer noch zu hoch. Und: Das finanzielle Engagement der privaten F&ouml;rderer f&uuml;hre zu &ldquo;erheblichen Steuermindereinnahmen&rdquo; des Bundes. [&hellip;]<br>\nSo sieht das auch Udo Beer, Pr&auml;sident der Fachhochschule Kiel: Die Unternehmen in der Region zeigten kaum Bereitschaft, die Hochschule mit Spenden zu unterst&uuml;tzen. &ldquo;Das Fundraising w&auml;re deshalb unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig teuer&rdquo;, sagt Beer. Die Kostenerstattung durch den Bund decke den finanziellen Aufwand nur zum geringeren Teil ab. Seine Hochschule nimmt deshalb am Programm erst gar nicht teil. Man sieht: F&uuml;r die Hochschulen ist das Stipendium kein gutes Gesch&auml;ft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article137535115\/Deutsche-Buerokratie-macht-Elitefoerderung-zunichte.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Ein B&uuml;rokratiemonster unserer Entb&uuml;rokratisierer &ndash; Ideologie gegen Realit&auml;t. Die Realit&auml;t gewinnt&hellip; weil der Aufwand f&uuml;r die paar Kr&ouml;ten viel zu hoch ist, und weil die Unternehmen schlicht zu geizig sind, bei dem Programm mitzumachen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>F&uuml;r Mehmet und Ayse ist der Aufstieg zum Abi Gl&uuml;ckssache<\/strong><br>\nT&uuml;rkischst&auml;mmige ManagerInnen, Juristen oder LehrerInnen in Deutschland hatten laut einer am Dienstag vorgestellten Studie des Instituts f&uuml;r Migrationsforschung und interkulturellen Studien (Imis) der Universit&auml;t Osnabr&uuml;ck vor allem zwei Dinge: Gl&uuml;ck, eine Schl&uuml;sselperson zu haben und einen starken Willen. Die interviewbasierte Studie gibt Einblick in eine Schullandschaft, die Einwandererkinder ausbremst.<br>\nEine der gro&szlig;en H&uuml;rden, die die Studie findet: Die auf oftmals subjektiven Kriterien beruhende Gymnasialempfehlung. Mehr als die H&auml;lfte der Studienteilnehmer habe zun&auml;chst keine Empfehlung bekommen, erkl&auml;rt Forscherin Christine Lang bei der Vorstellung der Studie. &ldquo;Nur weil sich Familie, &auml;ltere Geschwister, einzelne Lehrer oder Freunde f&uuml;r sie einsetzten, kamen sie auf das Gymnasium.&rdquo; Dabei sei der unmittelbare Weg &uuml;ber das Gymnasium der K&ouml;nigsweg f&uuml;r viele erfolgreiche Einwandererkinder, nur ein Bruchteil habe sich von einer niedrigeren Schulform hochgearbeitet. Viele LehrerInnen haben Vorbehalte gegen&uuml;ber Kindern aus Einwandererfamilien. Sie meinen, Eltern, die nicht aus Deutschland k&auml;men, k&ouml;nnten den Kleinen beim Schulstoff ja nicht helfen. Die Studie zeigt: Das ist Quatsch. Eltern m&uuml;ssen nicht unbedingt formelle Bildungsabschl&uuml;sse besitzen, damit ihre Kinder gut in der Schule sind oder das Gymnasium packen. Wichtig ist, dass sie sie emotional unterst&uuml;tzen. Gerade in den Familien, in denen die Schule auch zu Hause Thema war, lief der Bildungsweg der Befragten gut &ndash; unabh&auml;ngig vom Bildungsgrad der Eltern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2015%2F02%2F17%2Fa0038&amp;cHash=f2e87eb87b2bb554298ae4a3a0fb9b46\">taz<\/a>\n<p><a href=\"http:\/\/www.imis.uni-osnabrueck.de\/fileadmin\/4_Publikationen\/PDFs\/Policy_Brief_Pathways_to_Success_Feb15.pdf\">Pathways to Success: Erfolgreiche Einwandererkinder und ihre Aufstiegskarrieren im urbanen und internationalen Vergleich<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Artikel wie auch der &ldquo;policy brief&rdquo; selbst, auf den sich der Artikel bezieht, verwirrt ein wenig. Denn referiert werden zwei Studien. Einmal die Befragung von 70 Pers&ouml;nlichkeiten in Deutschland, deren Eltern aus der T&uuml;rkei eingewandert sind und die in den Bereichen Jura, Wirtschaft, Verwaltung und Schule in verantwortungsvollen und f&uuml;hrenden Positionen arbeiten. (Damit ist der Begriff Aufstieg bzw. der sp&auml;ter eingef&uuml;hrte Begriff Mittelklasse sehr eng definiert.) Zum andern die TIES-Studie, die sich mit 10.000 Befragten der &ldquo;zweiten Generation&rdquo;, in Europa geborenen Kindern aus der T&uuml;rkei, aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Marokko in f&uuml;nfzehn europ&auml;ischen St&auml;dten, besch&auml;ftigt. (Wer wissen m&ouml;chte, wie sich die Anteile der verschiedenen Gruppen verteilen, kann vielleicht <a href=\"http:\/\/www.tiesproject.eu\/index-2.html\">hier<\/a> f&uuml;ndig werden.) <\/em><br>\n<em>In der zweiten Studie wird zu Deutschland festgestellt: &ldquo;In keinem anderen Land finden wir so hohe Zahlen f&uuml;r die &bdquo;Early School Leavers&ldquo; und so extrem niedrige Zahlen f&uuml;r die Hochschulzug&auml;nge bei Kindern aus t&uuml;rkischen Arbeiterfamilien.&rdquo; Und etwas sp&auml;ter: &ldquo;In Schweden, den Niederlanden und Frankreich finden wir bereits in der Generation der Kinder der &bdquo;Gastarbeiter&ldquo; eine nennenswerte neue Mittelschicht, die gut verdient und ihren Kindern wiederum noch bessere Perspektiven bieten kann. In Deutschland und &Ouml;sterreich ist dagegen der soziale Aufstieg in den Familien eher die Ausnahme als die Regel. Es ist allein der hohen Gesamtzahl von Eingewanderten aus der T&uuml;rkei zu verdanken, dass es auch in Deutschland heute viele hoch gebildete und gut qualifizierte Fachkr&auml;fte mit t&uuml;rkeist&auml;mmigem Hintergrund gibt.&rdquo; Etwas eingeschr&auml;nkt wird diese Aussage sp&auml;ter: &ldquo;Gleichzeitig gelingt es aber vielen [in Schweden und Frankreich] nicht, den guten Bildungsabschluss auf dem Arbeitsmarkt entsprechend zu verwerten &ndash; u.a. weil die Konkurrenz mit denjenigen ohne famili&auml;re Zuwanderungsgeschichte auf diesem Bildungsniveau gr&ouml;&szlig;er ist. Deshalb ist in diesen beiden L&auml;ndern die Zahl der &bdquo;Abstiege&ldquo; viel h&ouml;her als in Deutschland und den Niederlanden, wo dies schon wegen der vielen niedrigen Schulabschl&uuml;sse kaum m&ouml;glich ist. In der Summe ist dennoch der Anteil der Erfolgreichen in Frankreich und Schweden anderthalb mal bzw. mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Ich tue mich schwer mit diesen Aussagen etwas schwer, denn hier werden aus der Gegen&uuml;berstellung von &bdquo;Early School Leavers&ldquo; und HochulabsoventInnen sehr weitreichende Schlussfolgerungen gezogen. Zum einen ist in etlichen anderen Beitr&auml;gen zu lesen, dass die Integration der zweiten Generation von Migranten z.B. aus den verbannten Vororten von Paris und anderen franz&ouml;sischen Gro&szlig;st&auml;dten (Banlieues) sich weitaus schwieriger gestaltet als in Deutschland, zum anderen scheint mir die Festlegung Mittelschicht auf HochschulabsolventInnen als zu eng. Es sind Studien &uuml;ber Chancen der Jugendlichen aus der zweiten Migrantengeneration den Status von Hochqualifizierten zu erreichen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Debatte Drittmittel an Unis: Das Geld des Geistes<\/strong><br>\nGeld ist ein homogenisierendes Medium. Es setzt systematisch gleich, was nicht gleich ist: Dieses Spitzengem&auml;lde von Gauguin, dieser Neubau und dieser Sonderforschungsbereich kosten jeweils 70 Millionen Euro. Geld setzt &auml;quivalent und erkl&auml;rt f&uuml;r gleich g&uuml;ltig, was nicht gleich(wertig) ist. Die fast ausschlie&szlig;liche Orientierung der Universit&auml;t an Geldwerten geht einher mit einer gespenstischen Homogenisierung der akademischen Diskurse. Mit verl&auml;sslicher Regelm&auml;&szlig;igkeit liest man in Antr&auml;gen f&uuml;r Drittmittel, dass die Antragssteller einen multiperspektivischen und plurimethodischen Ansatz verfolgen, der metadisziplin&auml;r anschlussf&auml;hig sein soll.<br>\nDie Ergebnisse solcher Drittmittelprojekte sind nicht weniger homogen, vulgo: langweilig. Sie werden auch kaum zur Kenntnis genommen und kommuniziert &ndash; au&szlig;erhalb der Unimauern schon gar nicht. Stolz mitgeteilt werden hingegen Zahlen: Im Rahmen jenes Projekts wurden dreizehn Promotionen und zwei Habilitationen betreut. Es fanden sieben Workshops statt, und es wurden acht Sammelb&auml;nde publiziert. Gr&uuml;nde genug, einen Folgeantrag zu stellen. Die nicht sonderlich originelle, aber dennoch h&ouml;chst angemessene Frage, wozu die Universit&auml;t eigentlich da ist, welche Bringschuld sie hat, was auf- und anregende Forschung ausmacht, wird umso weniger gestellt, je mehr der Unibetrieb durch geldf&ouml;rmige Kennziffern geregelt wird. Kritisch ist zumal die Lage der Sozial- und Geisteswissenschaften. Diese richten sich, halb willig, halb durch Vorgaben gen&ouml;tigt, zunehmend an der Forschungskultur der Natur- und Wirtschaftswissenschaften aus: Publikation in A-Journals, Abschied von Monografien, Abwendung von der Einzelforschung, Tendenz zur Verbundforschung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Debatte-Drittmittel-an-Unis\/!154723\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Liste der Hochschulr&auml;te: Wie Unternehmen an den Unis Einfluss nehmen<\/strong><br>\nUm ein bisschen Licht ins Dunkel der Hochschulr&auml;te zu bringen, hat die Organisation Transparency International gemeinsam mit der Tageszeitung &ldquo;taz&rdquo; das Internetportal hochschulwatch.de gestartet. Die R&auml;te bestehen gr&ouml;&szlig;tenteils aus hochschulexternen Mitgliedern, darunter viele Manager aus der freien Wirtschaft, die offiziell von den Unis berufen werden. Das Portal zeigt geb&uuml;ndelt, welche Unternehmen in welchen Hochschulr&auml;ten vertreten sind. Die Gesamtschau ist beeindruckend: Allein Siemens hat demnach 15 Manager untergebracht, Daimler ist mit 12 R&auml;ten vertreten, und Bosch hat immerhin noch 8 F&uuml;hrungskr&auml;fte an Hochschulen platziert.<br>\nWie weit die Kompetenzen der Gremien reichen, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Immer gleich ist jedoch, dass Studenten kaum erfahren, was die R&auml;te so entscheiden, weil keine Protokolle der Sitzungen ver&ouml;ffentlicht werden. Dabei haben die Mitglieder viel Macht: Oft w&auml;hlen sie den Rektor, beraten die Hochschulleitung in wirtschaftlichen Fragen und entscheiden sogar &uuml;ber die Einrichtung oder Abschaffung von Studieng&auml;ngen. Die bundesweite Einf&uuml;hrung von Hochschulr&auml;ten von 1998 an hatte daher anfangs f&uuml;r Studentenproteste gesorgt, einige Sitzungen mussten sogar unter Polizeischutz stattfinden. Mittlerweile ist es aber ruhig geworden um die Gremien, nur ab und zu dringt etwas nach au&szlig;en, das f&uuml;r Erstaunen sorgt. Da w&auml;re zum Beispiel die Geschichte mit Rolf Breuer, dem ehemaligen Vorstand der Deutschen Bank. Der lie&szlig; sich Bewerbungen f&uuml;r das Rektorat der Uni Frankfurt am Main praktischerweise direkt an seine eigene E-Mail-Adresse der Deutschen Bank schicken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/hochschulraete-wie-die-wirtschaft-einfluss-an-unis-nimmt-a-1018359.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>WDR auf halbem Weg zum Dudelfunk<\/strong><br>\nViele WDR-Mitarbeiter bef&uuml;rchten eine Verflachung des Radioprogramms und kritisieren damit H&ouml;rfunk-Chefin Valerie Weber. Die ehemalige Chefin von Antenne Bayern argumentiere stets mit marktstrategischen statt mit journalistischen Zielen.<br>\nWDR-H&ouml;rfunkdirektorin Valerie Weber tritt freundlich auf und hat eine gewinnende Art. Sie sei ein bisschen wie Intendant Tom Buhrow, sagen viele im Sender. Gut in der Au&szlig;enwirkung, aber intern z&ouml;gen beide konsequent ihr Ding durch. Weber lasse kaum Diskussionen zu, l&auml;chele Fragen einfach weg. Die Pl&auml;ne, die sie f&uuml;r die H&ouml;rfunkwellen des Senders hat, machen viele nerv&ouml;s. Und das aus zwei Gr&uuml;nden.<br>\nZum einen, weil das, was an Ver&auml;nderungen in die Wege geleitet wird oder schon umgesetzt ist, eindeutig in die Richtung Formatradio deute &ndash; also ein Radio, das leicht zu konsumieren ist, mit einer einheitliche Ausrichtung, Musikfarbe und der Festlegung auf eine genau definierte Zielgruppe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/medien\/kritik-an-hoerfunk-chefin-valerie-weber-wdr-auf-halbem-weg-zum-dudelfunk,15189656,29839638.html\">K&ouml;lner Stadt-Anzeiger<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Dass negative Nachrichten positiv dargestellt werden, ist f&uuml;r sich genommen nichts Neues. Beispiele gibt es da genug: Privater Konsum, Export&uuml;bersch&uuml;sse oder das Deutschland geht es gut Gerede. Bei diesen Dingen spielt die fehlende Sachkenntnis oft eine gro&szlig;e Rolle. M&ouml;glicherweise hat das die neue H&ouml;rfunk-Chefin auch f&uuml;r den Bereich der Auslandsberichterstattung erkannt. Denn gerade auf diesem Gebiet hat sich der WDR zuletzt als Ganzes unter Buhrow weniger mit Ruhm bekleckert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Assads deutscher Stuhl &ndash; In Syrien ist Folter fast allgegenw&auml;rtig<\/strong><br>\nMan m&uuml;sse einen &raquo;wilden, t&ouml;dlichen Hass erzeugen gegen Personen, die eine gegens&auml;tzliche Idee repr&auml;sentieren&laquo;, forderte Michel Aflaq, Mitbegr&uuml;nder der 1947 in Damaskus entstandenen Bath-Partei. Die K&auml;mpfer f&uuml;r die &raquo;Wiedergeburt&laquo; (Bath) der arabischen Nation haben nie verborgen, dass sie ihr Machtmonopol mit allen Mitteln durchsetzen w&uuml;rden. Die Partei betrachtet sich bis heute als Kopf des &raquo;Volksk&ouml;rpers&laquo;. Jenseits von ihr kann es nur &raquo;Verschw&ouml;rer&laquo; und &raquo;Verr&auml;ter&laquo; geben. Unter einem Regime, das die Liquidierung von Oppositionellen zur Staatsdoktrin erhebt, ist Folter ein notwendiger Bestandteil der Repression. Sie dient vor allem der Bestrafung, Einsch&uuml;chterung und Abschreckung. Anfangs hatte das zun&auml;chst stark sozialpopulistisch gepr&auml;gte syrische Regime eine breite Basis, die jedoch mit der wachsenden Korruption und Repression, dem Aufstieg der islamistischen Opposition (die 1982 mit dem Massaker von Hama niedergeschlagen wurde), der Verbreitung demokratischer Ideen und der sozialen Ungleichheit erodierte. In den Jahren vor dem Beginn der arabischen Revolten 2011 vertraten wahrscheinlich 70 bis 80 Prozent der SyrerInnen oppositionelle Ideen &ndash; sie alle zu t&ouml;ten, h&auml;tte das Land entv&ouml;lkert. Jeder aus der Haft Entlassene aber ist eine Warnung an sein Umfeld.<br>\nWenig &uuml;berraschend agiert der &raquo;Islamische Staat&laquo; (IS) besonders brutal, unter anderem mit der Folterung von Kindern. Nicht selten werden offenbar die gleichen Methoden benutzt, die ehemals inhaftierte Jihadisten selbst ertragen mussten. Sie haben in Syrien weithin bekannte Namen, etwa &raquo;fliegender Teppich&laquo; oder &raquo;deutscher Stuhl&laquo;. DemokratieaktivistInnen aus Raqqah berichteten der Zeitung Telegraph, sie seien auf diese Weise 2011 in Gef&auml;ngnissen des Regimes und erneut 2014 von Mitgliedern des IS gefoltert worden. &Uuml;ber das Ausma&szlig; der Folter im Herrschaftsgebiet des IS liegen keine verl&auml;sslichen Angaben vor. Offenkundig ist jedoch, dass der Terror des IS in einer Hinsicht eine neue Qualit&auml;t erreicht: In Diktaturen soll die Angst vor der Folter sich in der Gesellschaft verbreiten. Eingestanden oder gar zur Schau gestellt wird sie jedoch nie. Die Jihadisten hingegen br&uuml;sten sich &ouml;ffentlich mit Grausamkeiten, die Schrecken verbreiten sollen, aber auch zur Rekrutierung genutzt werden. Selbst wenn sich im syrischen B&uuml;rgerkrieg noch gem&auml;&szlig;igte Kr&auml;fte durchsetzen, wof&uuml;r derzeit wenig spricht, wird er eine traumatisierte Gesellschaft hinterlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.iz3w.org\/zeitschrift\/ausgaben\/347_folter\/schultz\">iz3w<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Der Schwerpunkt des neuen Heftes von &ldquo;iz3w &ndash; Zeitschrift zwischen Nord und S&uuml;d&rdquo; (M&auml;rz\/April 2015)ist: &ldquo;Entgrenzte Herrschaft | Folter im 21. Jahrhundert&rdquo;. Die weiteren Artikel des leider kostenpflichtigen Heftes:<\/em><\/p>\n<p><em>Systematisch geplant &ndash; Folter wird heute in fast allen L&auml;ndern angewandt<\/em><br>\n<em>von Anton Landgraf<\/em><\/p>\n<p><em>&raquo;Sie findet im Verborgenen statt&laquo; &ndash; Interview mit dem ehemaligen UN-Sonderberichterstatter Manfred Nowak &uuml;ber Folter<\/em><\/p>\n<p><em>&raquo;Die Angst geht nicht weg&laquo; &ndash; Therapien mit &Uuml;berlebenden von Folter sto&szlig;en auf viele Hindernisse von Dima Zito<\/em><\/p>\n<p><em>Die Botschaft wird verstanden &ndash; In Mexiko verschwimmen die Grenzen zwischen krimineller und staatlicher Foltergewalt von Wolf-Dieter Vogel<\/em><\/p>\n<p><em>&raquo;Du wirst es nie wieder vergessen&laquo; &ndash; Die Friedensverhandlungen in Kolumbien offenbaren Abgr&uuml;nde der Gewalt von Stephan Kroener<\/em><\/p>\n<p><em>Kalkulierte Scham &ndash; Sexualisierte Folter und ihre Folgen von Mechthild Wenk-Ansohn<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.iz3w.org\/zeitschrift\/ausgaben\/347_folter\/edt\">Hier<\/a> geht es zum Editorial.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Das Letzte: Bild: &bdquo;Griechen-Raffke bei&szlig;t sich an Sch&auml;uble die Z&auml;hne aus&ldquo;<\/strong><br>\nGestern, am 17. Februar, machte Bild seine Seite zwei so auf: &raquo;Griechen-Raffke bei&szlig;t sich an Sch&auml;uble die Z&auml;hne aus&laquo;. Das war keine gro&szlig;e &Uuml;berraschung; wer &raquo;Russen-Hitler&laquo; generiert, der sch&uuml;ttelt sich einen &raquo;Griechen-Raffke&laquo; leicht von der Hand. Gezeigt wurde im Profil auch das Gebiss des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis, das skandal&ouml;serweise offensichtlich nicht aus Plastik oder Keramik und m&ouml;glicherweise auch nicht zahnseidegepflegt ist, w&auml;hrend die Zahnreihen seines deutschen Widersachers Wolfgang Sch&auml;uble von Kneifzangenlippen fest geschlossen blieben. Sch&auml;uble lie&szlig; laut Bild &raquo;die Griechen-Regierung abblitzen&laquo;; das nennt man dann wohl einen Abblitzkrieg. (Mal ganz abgesehen davon, dass sich die Formulierung &raquo;die Deutschen-Regierung&laquo; in Bild niemals finden lassen wird.)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/02-18\/050.php%20\">Wiglaf Droste in junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (OP\/WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-25080","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25080"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25080\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28575,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25080\/revisions\/28575"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}