{"id":25186,"date":"2015-02-25T09:04:51","date_gmt":"2015-02-25T08:04:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186"},"modified":"2015-02-25T09:07:19","modified_gmt":"2015-02-25T08:07:19","slug":"hinweise-des-tages-2320","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h02\">Studie: Linksextreme Einstellungen sind weit verbreitet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h03\">Mehr gegenseitiges Vertrauen ist n&ouml;tig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h04\">Paul Krugman: &bdquo;F&uuml;r die Deutschen schwer zu verstehen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h05\">Eindringliche Warnung an die europ&auml;ische Sozialdemokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h06\">Harald Schumann: Die Troika &ndash; Macht ohne Kontrolle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h07\">TTIP: Kann er nicht oder will er nicht?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h08\">Schluss mit der kollektiven Verst&auml;ndnislosigkeit!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h09\">Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung: Schlag gegen Luxemburg &ndash; Razzia bei Commerzbank<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h10\">Die Zeit ist ein faires Ma&szlig;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h11\">Besch&auml;ftigten im Sozialbereich droht Altersarmut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h12\">Ministerium widersetzt sich der Rechtsprechung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h13\">Streit um Mittel f&uuml;r den Nahverkehr: Kommunen und Verb&auml;nde werfen Bund Verz&ouml;gerung vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h14\">Pkw-Maut: 3,19 Milliarden Euro von Inl&auml;ndern erwartet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h15\">WM 2022 in Katar soll im Winter gespielt werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h16\">28:1 und 7:1<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h17\">Datenklau-Aff&auml;re: taz stellt Strafanzeige und ver&ouml;ffentlicht Chronologie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h18\">Publikumskonferenz im Visier<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186#h19\">Leserbriefe<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25186&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Athen-Hilfe soll verl&auml;ngert werden<\/strong><br>\nDas Bundesministerium der Finanzen hat die Einholung eines zustimmenden Beschlusses des Deutschen Bundestages auf Verl&auml;ngerung der bestehenden Finanzhilfefazilit&auml;t zugunsten Griechenlands beantragt (18\/4079). Dabei geht es um die Verl&auml;ngerung der Bereitstellungsfrist im Rahmen der bestehenden Hauptfinanzierungshilfevereinbarung zwischen der Europ&auml;ischen Finanzstabilisierungsfazilit&auml;t (EFSF) und Griechenlands um bis zu vier Monate bis zum 30. Juli 2015, schreibt das Finanzministerium.<br>\n&bdquo;Dieser Antrag wird gestellt unter der Voraussetzung, dass Griechenland eine erste Liste von Reformma&szlig;nahmen vorlegt und die drei Institutionen dazu ihre Einsch&auml;tzung abgeben, dass diese Ma&szlig;nahmen einen ausreichend umfassenden Ausgangspunkt f&uuml;r einen erfolgreichen Abschluss der laufenden Programm&uuml;berpr&uuml;fung darstellen&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Antrag. Ein zustimmender Beschluss des Deutschen Bundestages zu dem Antrag w&uuml;rde es dem Vertreter der Bundesregierung in der EFSF erm&ouml;glichen, eine Verl&auml;ngerung der Bereitstellungsfrist f&uuml;r Darlehen im Rahmen des noch laufenden, zweiten makro&ouml;konomischen Anpassungsprogramms um bis zu vier Monate bis zum 30. Juli 2015 sowie einer entsprechenden Regelung in Bezug auf bereits im laufenden Programm ausgezahlte Finanzhilfen in Form von EFSF-Anleihen zum Zwecke der Bankenrekapitalisierung und -abwicklung zuzustimmen. Ziel der Verl&auml;ngerung sei der ordnungsgem&auml;&szlig;e Abschluss der Programm&uuml;berpr&uuml;fung. Zudem gebe eine Verl&auml;ngerung Zeit f&uuml;r Beratungen &uuml;ber etwaige Anschlussvereinbarungen, schreibt das Bundesfinanzministerium.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2015_02\/-\/362552\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><strong>Rede von Yanis Voroufakis am 11.02. 2015 bei der Sitzung der Eurogruppe<\/strong><br>\n<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150225_rede_von_yanis_varoufakis_am_11022015.pdf\">&Uuml;bersetzung ins Deutsche [PDF &ndash; 451KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das ist die Rede, &uuml;ber die <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2015-02\/griechenland-varoufakis-schaeuble-bruessel\">Finanzminister Sch&auml;uble so l&auml;sterte<\/a>.<\/em><br>\n<em>Siehe <a href=\"http:\/\/media.tagesschau.de\/video\/2015\/0217\/TV-20150217-2235-4301.webl.webm\">Tagesschau ab 1.30 Minuten<\/a>.<\/em><br>\n<em>Sch&auml;uble habe es unertr&auml;glich gefunden, dass Varoufakis beim Finanzministertreffen &ldquo;eine einst&uuml;ndige &Ouml;konomie-Vorlesung&rdquo; <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wer-ist-hier-der-Stuemper-article14563286.html\">gehalten habe<\/a>. F&uuml;r Leute wie Sch&auml;uble, dem nachgesagt wird, dass er sogar ungern Akten lese, muss es ein Graus sein, dass jemand ein Statement abgibt, der von der Sache Ahnung hat und nicht nur gebetsm&uuml;hlenhaft seine eingefahrenen Parolen wiederholt.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150225_regierungserklaerung_des_ministerpraesidenten_alexis.pdf\">Zur Dokumentation auch noch die Regierungserkl&auml;rung von Alexis Tsipras vom 8.02. 2015 [PDF &ndash; 188KB]<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Diese Reformen schl&auml;gt Griechenland vor<\/strong><br>\nDie griechische Regierung hat die von der Eurogruppe verlangte Liste mit Reformpl&auml;nen &uuml;bergeben. Sie setzt vor allem auf Kampf gegen Korruption und Steuerhinterziehung.<br>\n&hellip; Zugleich will die Regierung gegen die soziale Not im Land verst&auml;rkt vorgehen und unter anderem Essensmarken ausgeben. Bei der Linderung der &ldquo;humanit&auml;ren Krise&rdquo; in Griechenland will die Regierung sicherstellen, dass diese Kosten nicht &ldquo;negativ&rdquo; auf den Haushalt durchschlagen. Die Regierung versichert zudem, dass abgeschlossene Privatisierungen nicht zur&uuml;ckgedreht werden sollen. Bei laufenden Bieterverfahren soll die Gesetzeslage beachtet werden. Privatisierungsvorhaben sollen allerdings nochmals auf den Pr&uuml;fstand: Dabei soll &ldquo;der langfristige Nutzen&rdquo; f&uuml;r den Staat im Vordergrund stehen. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2015-02\/griechische-reformliste-in-bruessel-eingetroffen\">Zeit Online<\/a>\n<p><strong>Dazu: Griechenlands Reform-Liste im Wortlaut<\/strong><br>\nDie Detailfragen sind gekl&auml;rt: Griechenland hat eine Liste konkreter Reformen geliefert, um das Hilfsprogramm vorerst am Laufen zu halten. Der vollst&auml;ndige Brief auf Englisch zum Nachlesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/brief-an-euro-partner-griechenlands-reform-liste-im-wortlaut-1.2365610\">SZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Was Griechenland mit dem Berliner Koalitionsvertrag zu tun hat<\/strong><br>\nF&uuml;r Griechenland gelten immer noch die gleichen demokratischen Verfahren, die bei uns jeder mit guten Gr&uuml;nden f&uuml;r selbstverst&auml;ndlich h&auml;lt. Deswegen k&ouml;nnen solche Vereinbarungen zwischen der Regierung in Athen und der Eurogroup auch nur so &ldquo;vage&rdquo; sein, wie es etwa in Deutschland Koalitionsvereinbarungen sind. Die gegenteilige Erwartung ignoriert demokratietheoretische Begr&uuml;ndungen. Um das zu erkennen, muss man auch nicht J&uuml;rgen Habermas hei&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiesaussieht.de\/2015\/02\/24\/was-griechenland-mit-dem-berliner-koalitionsvertrag-zu-hat\/\">Wiesaussieht<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Gemeinwesen und das Geld<\/strong><br>\noder Wie die Kommentatoren der griechischen Angelegenheit Entpolitisierung betreiben.<br>\nWie die Medien die Bem&uuml;hungen der griechischen Regierung begleiten, zeigt nur, wie sehr das Primat des Politischen an Schubkraft eingeb&uuml;&szlig;t hat. F&uuml;r die meisten Kommentatoren ist Gemeinwesen nichts anderes als die Summe von Einnahmen und Ausgaben. Politik ist aber weitaus mehr als Pekuni&auml;res.<br>\nDie Sph&auml;re des Politischen ist im klassischen Sinne die Frage, wie man Gemeinwesen verwaltet und organisiert. Wie wollen wir alle zusammen leben?, ist die Grundfrage der Politik. Die griechische Regierung geht dieser Frage derzeit aktiv nach. Sie m&ouml;chte nicht, dass die Menschen in ihrem Gemeinwesen keine Gesundheitsversorgung mehr haben, ohne Arbeitspl&auml;tze dastehen und in Agonie verfallen. So m&ouml;chten die Griechinnen und Griechen nicht leben. Und die Politik nimmt sich dieses Wunsches an. Das ist im besten Sinne politisch. Denn noch bevor man das Finanzielle heranzieht, muss man sich doch fragen, wie man Zusammenleben organisieren will. Wenn man dann wei&szlig;, was man m&ouml;chte, kann man &uuml;ber Geld reden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2015\/02\/das-gemeinwesen-und-das-geld.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Studie: Linksextreme Einstellungen sind weit verbreitet<\/strong><br>\nLinksextreme Einstellungen sind einer Studie von Wissenschaftlern der Freien Universit&auml;t Berlin zufolge in Deutschland weit verbreitet. So kam in einer repr&auml;sentativen Umfrage im Auftrag des Forschungsverbunds SED-Staat der Universit&auml;t, bei der die Befragten Aussagen &uuml;ber Demokratie und Gesellschaft bewerten sollten, h&auml;ufig eine kritische Haltung gegen&uuml;ber der praktizierten Demokratie in Deutschland zum Ausdruck. In der Untersuchung wurden die Teilnehmer befragt, in wieweit sie verschiedenen Dimensionen eines linksextremen Einstellungsmusters zustimmten oder diese ablehnten. Das Muster und dessen Dimensionen hatten die Wissenschaftler zuvor herausgearbeitet. Die Forscher ermittelten auf dieser Basis, dass ein Sechstel der Gesamtbev&ouml;lkerung (Westdeutschland: 14 Prozent; Ostdeutschland: 28 Prozent) eine linksradikale\/linksextreme Grundhaltung hat.<br>\nDie durchschnittliche Zustimmung zum Einsatz politisch motivierter Gewalt &ndash; sei es gegen Personen oder Sachen oder als Gegengewalt &ndash; gegen die als strukturell empfundene Gewalt &bdquo;des Systems&ldquo; &ndash; lag in der Umfrage bei sieben Prozent. Von den als linksextrem eingestuften Personen bef&uuml;rworteten 14 Prozent Gewaltanwendung. Das f&uuml;r die Wissenschaftler erstaunlichste und f&uuml;r sie nicht zu erkl&auml;rende Ergebnis ergab sich bei der Frage nach dem staatlichen Gewaltmonopol. Nur knapp die H&auml;lfte sprach sich f&uuml;r seine Beibehaltung aus; 46 Prozent waren f&uuml;r seine Abschaffung.<br>\nIn der Umfrage hielten mehr als 60 Prozent der Befragten die Demokratie nicht f&uuml;r eine echte Demokratie, da die Wirtschaft und nicht die W&auml;hler das Sagen h&auml;tten. Nahezu 50 Prozent konstatierten eine zunehmende &Uuml;berwachung linker Systemkritiker durch Staat und Polizei, etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) bef&uuml;rchteten der Studie zufolge, dass Deutschland durch eine zunehmende &Uuml;berwachung von B&uuml;rgern auf dem Weg in eine neue Diktatur sei. &ndash; F&uuml;r die repr&auml;sentative Umfrage wurden knapp 1400 Personen durch das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap befragt.<br>\nAuf Basis der Auswertung von Selbstdarstellungen und Programmatiken typischer linksextremer Gruppen entwickelten die Wissenschaftler eine Skala des Linksextremismus, die die zentralen Dimensionen eines linksextremen Weltbildes misst. Die Trennlinie zwischen links, linksradikal und linksextrem ziehen die Wissenschaftler in dem Grad der Ablehnung der pluralistischen Demokratie. W&auml;hrend Linksradikale den Kapitalismus &uuml;berwinden wollen, streben Linksextremisten an, die b&uuml;rgerliche Gesellschaft zu zerst&ouml;ren und den Staat zu zerschlagen; sie wollen die Revolution.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fu-berlin.de\/presse\/informationen\/fup\/2015\/fup_15_044-studie-linksextremismus\/index.html\">FU Berlin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Leider existiert nur diese Presseerkl&auml;rung zu der bereits gestern erw&auml;hnten als Buch erh&auml;ltlichen Studie &ldquo;Gegen Staat und Kapital &ndash; f&uuml;r die Revolution! Linksextremismus in Deutschland &ndash; eine empirische Studie&rdquo;. Unter Tel.: 030\/838-52091, E-Mail: <a href=\"mailto:apt@zedat.fu-berlin.de\">apt@zedat.fu-berlin.de<\/a> kann eine l&auml;ngere Zusammenfassung der Ergebnisse des Projektes beim Forschungsverbund SED-Staat (nomen est omen) angefordert werden. Eine weitere Zusammenfassung, aber leider keine Bewertung &ndash; so w&auml;re es doch hochinteressant zu wissen, wie die Frage zum Gewaltmonopol des Staates formuliert war &ndash; bietet die ZEIT:<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr als 60 Prozent bezweifeln Demokratie in Deutschland<\/strong><br>\nDie Mehrheit der Deutschen hegt einer Studie zufolge Unbehagen gegen&uuml;ber der derzeitigen Staatsform. Mehr als ein Viertel w&auml;hnt das Land gar auf dem Weg in eine Diktatur&hellip;<br>\nDrei von zehn Befragten gaben an, sie k&ouml;nnten sich eine wirkliche Demokratie nur ohne Kapitalismus vorstellen. 37 Prozent aller West- und 59 Prozent aller Ostdeutschen halten kommunistische und sozialistische Gesellschaftsformen f&uuml;r eine gute Idee, die bisher nur schlecht ausgef&uuml;hrt worden seien. Ein F&uuml;nftel fordert eine Revolution, da Reformen die Lebensbedingungen nicht verbesserten.<br>\nWegen der zunehmenden &Uuml;berwachung der B&uuml;rger sei Deutschland auf dem Weg in neue Diktatur, sagten 27 Prozent der Befragten. Am erstaunlichsten fanden die Autoren aber nach eigener Aussage, dass sich nur knapp die H&auml;lfte (46 Prozent) der Befragten daf&uuml;r aussprach, das staatliche Gewaltmonopol &ldquo;auf jeden Fall&rdquo; beizubehalten&hellip;<br>\nDer Studie zufolge haben 4 Prozent ein geschlossenes linksextremes Weltbild, 13 Prozent stimmten einzelnen Aspekten (mehr als 50 Prozent der Fragen) zu. Damit sehen die Forscher ein linksextremes Potenzial von insgesamt 17 Prozent, wobei es mit 28 Prozent im Osten deutlich h&ouml;her als im Westen mit 14 Prozent sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2015-02\/studie-fu-berlin-linksextremismus-demokratie-skepsis\">Zeit Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Es ist doch zu fragen was an diesen Aussagen\/Antworten denn so falsch bzw. was daran &ldquo;linksradikal&rdquo;ist?<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>In der Umfrage hielten mehr als 60 Prozent der Befragten die Demokratie nicht f&uuml;r eine echte Demokratie, da die Wirtschaft und nicht die W&auml;hler das Sagen h&auml;tten<\/em><\/li>\n<li><em>Jeder Dritte stimmte der Auffassung zu, der Kapitalismus f&uuml;hre zwangsl&auml;ufig zu Armut und Hunger<\/em><\/li>\n<li><em>Mehr als ein Drittel (37 Prozent) assoziierte Kapitalismus mit kriegerischen Auseinandersetzungen<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Zudem, was soll das ganze? Deutschland ist nach links ger&uuml;ckt, l&auml;cherlich. Die herrschende Elite, offensichtlich aufgeschreckt durch den Wahlerfolg der Syriza in Griechenland und den weiteren Zulauf zu PODEMOS in Spanien, l&auml;sst ihre wissenschaftlichen Mietm&auml;uler aufmarschieren. <\/em><br>\n<em>Von einer Syriza oder PODEMOS ist hier doch weit und breit nichts zusehen. Die Linke ist zwar durchaus etabliert kommt aber &uuml;ber maximal 10 Prozent nicht hinaus. Eine breite linke Basisbewegung, die sowohl f&uuml;r die Syriza als auch f&uuml;r PODEMOS ein wichtiger Ausgangspunkt war und ist, gibt es in Deutschland auch nicht.<\/em><br>\n<em>Zitat: &ldquo;Ich h&auml;tte zum Beispiel nie gedacht, dass 16 Prozent dem Satz zustimmen, Kapitalismus f&uuml;hre letztlich zu Faschismus. Oder dass 18 Prozent die Gefahr eines neuen Faschismus sehen. Das hat mich &uuml;berrascht.&rdquo; Der Mann macht sich doch zur Lachnummer. Selbstverst&auml;ndlich ist der Neoliberalismus antidemokratisch (Siehe die Herrschaft der Troika &uuml;ber S&uuml;deuropa). Der Herr Schroeder sollte einfach einmal bei den Herren Hayek, Buchanan usw. nachlesen. Die neusten Statistiken zur Verm&ouml;gensverteilung bzw. Armutsentwicklung kennt er wohl auch nicht. Das &ldquo;einfache&rdquo; Volk hat offenbar mehr politisches Gesp&uuml;r als Her Schroeder in seinem Elfenbeinturm.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Was politisch links oder gar linksradikal ist, ist eben immer auch eine Frage des eigenen Standpunktes. Der Forschungsverbund SED-Staat ist durch geradezu reaktion&auml;re Tendenzen bekannt geworden. Der FU-Politologe Klaus Schroeder, der die Studie herausgegeben hat, hat z.B. die Auffassung vertreten, dass Berichte &uuml;ber steigende Armut in Deutschland vor allem daran l&auml;gen, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=4148\">dass &bdquo;sich Armutsforscher wichtigtun wollen<\/a>. So bestritt er auch das <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2008\/05\/interview-schroeder\">Ungleichheit gewachsen ist<\/a>.<\/em><br>\n<em>F&uuml;r Schr&ouml;der sind alle Ossis, die die DDR nicht als Unrechtsstaat betrachten, als &bdquo;Verkl&auml;rer&ldquo; und alle die &uuml;ber die &uuml;bergest&uuml;lpten Demokratie entt&auml;uscht sind, <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/ddr-verklaerung-mit-dem-mauerfall-aus-dem-paradies-vertrieben-a-633006.html\">f&uuml;r Gegner des Systems<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Mehr gegenseitiges Vertrauen ist n&ouml;tig<\/strong><br>\n&hellip;. Es ist gut, dass den Griechen noch einmal eine viermonatige Br&uuml;ckenfinanzierung zugesichert werden soll. Das sind zwar zwei Monate weniger, als von Athen gew&uuml;nscht. Doch bei dem zum Pokerspiel ausgearteten europ&auml;ischen Handel ist das mehr als nur ein Zeichen des guten Willens beider Seiten. Den allerdings hatte im Vorfeld der deutsche Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble mit einer r&uuml;den und zudem sch&auml;dlichen Pressemitteilung aufs Spiel gesetzt. Ohne Not wurden mit der kompromisslosen Ablehnung der auch nicht gerade ohne List formulierten Depesche seines griechischen Amtskollegen Iannis Varoufakis die Positionen noch einmal verh&auml;rtet. Mit diesem Machtgehabe Berlins wurden alle &ndash; teilweise &uuml;berzogenen &ndash; Vorurteile gegen ein angeblich deutsches Dominanzstreben in der EU best&auml;tigt. Es ist gut, dass Sch&auml;uble mit dieser faktischen Sturheit selbst bei seinen europ&auml;ischen Partnern Unwillen erregte. Dies umso mehr, als selbst der Pr&auml;sident der EU-Kommission, Jean Claude Juncker, die Athener Vorschl&auml;ge als eine brauchbare Grundlage f&uuml;r die Krisensitzung gelobt hatte, die nat&uuml;rlich noch nachgebessert werden m&uuml;ssten. Genau das ist geschehen &ndash; auch wenn das letzte Wort noch l&auml;ngst nicht gesprochen ist.<br>\nWenn jetzt zum Beispiel v&ouml;llig zu Recht eine grundlegende &Auml;nderung der Steuerpolitik in Griechenland gefordert wird, und daf&uuml;r nicht viel Zeit einger&auml;umt wird, so darf sich unser Finanzminister mal an die eigene Nase fassen. Wo bleibt denn die schon seit Jahren angeblich angestrebte deutsche Steuerreform? Genauso verh&auml;lt es sich auch mit anderen Auflagen f&uuml;r Athen. Es ist richtig, die Korruption in Hellas zu bek&auml;mpfen, die Oligarchen zur Kasse zu bitten und der Devisenschieberei Einhalt zu gebieten. Genau dies sind die wichtigsten Reformschritte, die die linke Syriza angehen muss. Daf&uuml;r sind vier Monate viel zu knapp. Doch der glaubw&uuml;rdige und nachvollziehbare Reformwille muss erkennbar werden. Das bedingt aber einen Vertrauensvorschuss, der jetzt nicht gerade &uuml;ppig ausgefallen ist. Und dabei darf auch nicht vergessen werden: Die jetzt in Aussicht gestellte Euro-B&uuml;rgschaft kommt nicht in erster Linie den nun wahrlich dem sozialen Abgrund entgegengetriebenen griechischen B&uuml;rgern, sondern prim&auml;r der Bankenrettung zugute. Und genau von diesem internationalen Bankenunwesen darf vielleicht auch einmal ein nachhaltiger Beitrag zur Rettung von maroden Volkswirtschaften verlangt werden, anstatt dies alles einer einseitig profitablen Niedrigzinspolitik der EZB zu &uuml;berlassen. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2015\/02\/21\/dlf_20150221_1310_0a79615b.mp3\">DLF<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nicht zuletzt profitiert auch die EZB selbst und damit letztlich die in ihr vertretenen Volkswirtschaften, mit den Deutschen vornweg, sehr konkret von der bisherigen Politik der EZB. Die EZB erzielte im letzten Jahr fast 300 Millionen Euro Zinseinnahmen durch den Aufkauf von griechischen Anleihen &ndash; fast ein Drittel des Gesamtgewinns der Zentralbank.<\/em><br>\n<em>Ohne diese Zahlen &uuml;berpr&uuml;ft zu haben &ndash; mir gen&uuml;gt es, <a href=\"http:\/\/www.ft.com\/intl\/cms\/s\/0\/44c56806-a556-11e4-ad35-00144feab7de.html?siteedition=intl#axzz3RKwNV1NI\">wenn Martin Wolf sie in der FT<\/a> verwendet &ndash; zeigt die folgende Graphik, wie sich die sogenannte Griechenlandhilfe (Kredite) von 2010 bis 2014 verteilten:<\/em><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150225_01.png\" alt=\"\" title=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/i.dailymail.co.uk\/i\/pix\/2015\/01\/29\/2528E3DB00000578-2930198-image-a-1_1422521748864.jpg\">MacroPolis<\/a><\/p>\n<p><em>Nahezu die H&auml;lfte dieser Summe ist in den Schuldendienst geflossen, davon 81 Milliarden Euro in die Bedienung f&auml;llig werdender Staatsanleihen und 40 Milliarden Euro in Zinszahlungen. Danach folgen Rekapitalisierungsma&szlig;nahmen griechischer Banken mit 48 Milliarden Euro. An den IWF wurden neun Milliarden Euro zur&uuml;ckgezahlt und zwei Milliarden Euro f&uuml;r die Finanzierung des Europ&auml;ischen Stabilit&auml;tsmechanismus (ESM) aufgewendet usw.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Paul Krugman: &bdquo;F&uuml;r die Deutschen schwer zu verstehen&ldquo;<\/strong><br>\nDer Nobelpreistr&auml;ger und &Ouml;konom Paul Krugman kritisiert Europas Sparpolitik als destruktiv und erkl&auml;rt, warum Schuldner nicht alle Verantwortung tragen sollten. Das Interview mit ihm hier.<br>\nDer deutsche Finanzminister Sch&auml;uble erkl&auml;rt die Probleme der Euro-Zone damit, dass die Regierungen der Krisenstaaten zu lange mehr Geld ausgaben, als sie einnahmen und damit in die &Uuml;berschuldung rutschten. Darum sei es unverzichtbar, dass sie sparen. Hat er nicht recht?<br>\nDas trifft allenfalls auf Griechenland zu, und ist auch da nur ein Teil der Geschichte. Aber f&uuml;r alle anderen L&auml;nder stimmt diese Story &uuml;berhaupt nicht. Das ist schon eine erstaunliche Umdeutung der Geschichte. Tats&auml;chlich sind doch die M&auml;rkte hei&szlig;gelaufen, aber dann hei&szlig;t es, die Regierungen h&auml;tten unverantwortlich gehandelt.<br>\nIn Spanien, Portugal und Irland gab es eine Immobilienblase, die &uuml;ber den privaten Sektor finanziert wurde, oder auch von deutschen Landesbanken, die spanischen Sparkassen Kredite gaben. Erst als diese Blase dann platzte, entstanden mit der folgenden Rezession diese gro&szlig;en Budgetdefizite. Aber ist es dann die L&ouml;sung, die Ausgaben zu k&uuml;rzen und die Steuern zu erh&ouml;hen? Oder sollte man besser das tun, was der Wirtschaft wirklich hilft?&hellip;<br>\nEs gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Austerit&auml;t und dem wirtschaftlichen Niedergang. Jeder Euro, den die Staaten gespart haben, hat 1,3 bis 1,5 Euro des Bruttoinlandsprodukts gekostet, darum sind die Volkswirtschaften geschrumpft. Die empirischen Fakten sind &uuml;berw&auml;ltigend. F&uuml;r die Leute, und wenn ich das sagen darf, besonders f&uuml;r die Deutschen ist es wohl schwer zu verstehen: Die Wirtschaft ist ein Kreislauf. Meine Ausgaben sind Ihr Einkommen, Ihre Ausgaben sind mein Einkommen. Wenn nun jeder gleichzeitig weniger ausgibt, dann fallen die Einkommen und die Wirtschaft schrumpft. Wenn also der private Sektor &uuml;berschuldet ist und k&uuml;rzt, und dann auch der staatliche Sektor die Ausgaben zur&uuml;ckf&auml;hrt, wer soll dann noch kaufen? Es kann einfach nicht funktionieren, wenn es alle zur selben Zeit tun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/interview-mit-dem-oekonom-paul-krugman-fuer-die-deutschen-schwer-zu-verstehen\/11406210.html%20\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Eindringliche Warnung an die europ&auml;ische Sozialdemokratie<\/strong><br>\nDer Politikwissenschaftler Mark Blyth z&auml;hlt zu den tiefgr&uuml;ndigsten Kritikern der vermeintlich alternativlosen Sparpolitik, der auch einige Sozialdemokraten in Europa vorbehaltlos gegen&uuml;berstehen&hellip;<br>\nBlyths Grundthese lautet: Austerit&auml;tspolitik funktioniert in der Praxis nicht. Die wenigen Erfolgsgeschichten dieser Politik sind Sonderbedingungen geschuldet, die in der Eurozone so nicht anzutreffen sind, etwa weil die M&ouml;glichkeit der nominellen Abwertung der W&auml;hrung den Mitgliedern mit Eintritt in die W&auml;hrungsunion nicht mehr gegeben ist. Selbst dort, wo ein leichter Aufschwung zu beobachten ist, w&uuml;rde es viel zu lange dauern, bis das Vorkrisenniveau an Einkommen und Besch&auml;ftigung wieder erreicht ist. Denn die inzwischen eingetretene Entwertung von Kapital und Qualifikationen f&uuml;hrt laut Blyth zu unwiederbringlichen Wachstumsverlusten. Blyths zweite These lautet daher: Austerit&auml;tspolitik l&auml;sst die Einkommensschwachen f&uuml;r die Fehler der Wohlhabenden zahlen und gef&auml;hrdet damit den Wohlstand und untergr&auml;bt die Demokratie. Dieses rigide Sparen entlarvt er als konservative Politik f&uuml;r wirtschaftliche Interessen.<br>\nAusterit&auml;t soll Europa aus der Krise f&uuml;hren, aber genau wegen ihr hat sich die wirtschaftliche Situation weiter versch&auml;rft. Die Schuldenst&auml;nde sind angestiegen, das Wachstum ist eingebrochen, und die Arbeitslosigkeit (vor allem unter Jugendlichen) hat in S&uuml;deuropa ein erschreckend hohes Niveau erreicht. Wie konnte das zustande kommen und auf welchen Annahmen beruhen die politischen Entscheidungen in Br&uuml;ssel, Frankfurt und den Hauptst&auml;dten der Mitgliedsstaaten? Blyth antwortet hierauf mit seiner dritten These: die Austerianer unterliegen den &bdquo;fallacy of composition&ldquo;-Effekten ihrer Rezepte, also dem Trugschluss der Verallgemeinerung vom Einzelnen aufs Ganze.<br>\nNach 18 kurzen Monaten keynesianischer Krisenpolitik lautete der politische Leitspruch im Fr&uuml;hjahrs 2010 wieder: Man k&ouml;nne &bdquo;Schulden nicht mit noch mehr Schulden bek&auml;mpfen&rdquo;. Er pr&auml;gt die europ&auml;ische Politik bis heute&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++b770fd84-bb77-11e4-845b-52540066f352\">Andreas Botsch in Gegenblende<\/a>\n<p><strong>Siehe dazu: &bdquo;Schulden m&uuml;ssen nicht unbedingt zur&uuml;ckgezahlt werden&ldquo;<\/strong><br>\nMark Blyth, Autor von &bdquo;Austerity. The History of a Dangerous Idea &ldquo;, &uuml;ber griechische Insolvenz und einen Schuldenerlass.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/vodcast\/artikel\/schulden-muessen-nicht-unbedingt-zurueckgezahlt-werden-805\/\">Internationale Politik und Gesellschaft<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Harald Schumann: Die Troika &ndash; Macht ohne Kontrolle<\/strong><br>\nSie erpressten Minister, spielten sich zum Gesetzgeber auf und machten gemeinsame Sache mit den reichen Eliten. Die als Kontrolleure eingesetzten Technokraten aus IWF, EZB und EU-Kommission hatten in den Krisenstaaten eine Macht jenseits aller demokratischen Kontrolle&hellip;<br>\nMit ihrem Einsatz als Kontrolleure ganzer Staaten erhielt eine kleine Gruppe von Technokraten eine Macht jenseits aller demokratischen Kontrolle. Und so exekutierten sie in den Krisenl&auml;ndern ihre Art von Wirtschaftspolitik selbst dann, wenn sie mehr Schaden als Nutzen brachte. Nicht zuletzt darum k&auml;mpft die neue Regierung in Griechenland so erbittert f&uuml;r das Ende dieses Regimes&hellip;<br>\nAllein die Mittelschicht, die Staatsangestellten, die Rentner, Kranken und Arbeitslosen mussten die Last der Anpassung tragen. Die wirtschaftlichen Eliten hingegen blieben &uuml;berall verschont. Schlimmer noch: Die Troika zwang die Regierungen, wertvolle Staatsunternehmen zu Schleuderpreisen zu verkaufen, und verhalf so den Privilegierten, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern, <a href=\"http:\/\/europoly.tagesspiegel.de\/\">wie eine Tagesspiegel-Recherche belegte<\/a>.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/eurokrise-die-troika-macht-ohne-kontrolle\/11406286.html%20\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><strong>Siehe auch: Macht ohne Kontrolle &ndash; Die Troika &ndash; ARTE<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/guide\/de\/suchergebnisse?keyword=Troika%20\">ARTE<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu: Harald Schumann: Troika &ndash; V&ouml;llig losgel&ouml;st<\/strong><br>\nDie Troika gr&uuml;ndet nur auf Vereinbarungen zwischen den Regierungen der Euro-Zone. Ihre Beamten &uuml;ben Macht aus, die kein Parlament und kein Rechnungshof kontrolliert. Wer kann den Aufsehern Anweisungen geben?<br>\nAls die Euro-Staaten im Mai 2010 das erste Kreditprogramm f&uuml;r Griechenland auf den Weg brachten, trafen sie eine weitere folgenschwere Entscheidung. Die Regierung in Athen musste sich im Gegenzug einer Institution unterwerfen, die in keinem europ&auml;ischen Vertrag und keiner Verfassung jemals vorgesehen war: dem Verbund aus IWF, EZB und EU-Kommission, den griechische Journalisten alsbald mit dem Begriff Troika belegten.<br>\nDeren Arbeit fu&szlig;t damit lediglich auf einer Vereinbarung zwischen den Regierungen, ist also eine &bdquo;intergouvernementale&ldquo; Konstruktion, wie es im Juristenjargon hei&szlig;t.<br>\nIn der Konsequenz geschieht alles, was die Beamten der Troika tun, juristisch gesehen au&szlig;erhalb des Vertrags der Europ&auml;ischen Union und ihren Institutionen. Damit sind sie nicht mal an die EU-Charta der Grundrechte gebunden.<br>\nSo &uuml;ben die eingesetzten Technokraten aus Br&uuml;ssel, Frankfurt und Washington in den Krisenstaaten erhebliche Macht aus und sind doch keinem Parlament gegen&uuml;ber rechenschaftspflichtig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/troika-voellig-losgeloest\/11406204.html%20\">Tagesspiegel<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>TTIP: Kann er nicht oder will er nicht?<\/strong><br>\nWenn an einem langen Tag in langen Konferenzen lange Reden gehalten werden, &uuml;berh&ouml;rt man manchmal entscheidende S&auml;tze. Das ging ganz offensichtlich am Dienstag vielen so, die lauschten, als Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel gleich zweimal &uuml;ber den Freihandel, &uuml;ber die geplanten Abkommen TTIP und Ceta redete. Erst bei der Wirtschaft und dann bei der SPD. Gabriel gehe mit Reformvorschl&auml;gen auf die Gegner zu, lauteten danach viele Kommentare. Dabei hat er sich faktisch, durch einen Nebensatz von deren wichtigster Forderung distanziert &ndash; und zwar in einem entscheidenden Punkt: Bei den Schiedsgerichten und den besonderen Klagerechten, die die Vertr&auml;ge k&uuml;nftig nach Willen der EU-Kommission ausl&auml;ndischen Investoren einr&auml;umen sollen.<br>\n&ldquo;Besondere Schiedsverfahren&rdquo; f&uuml;r Investoren seien &ldquo;sinnvoll&rdquo;, findet Sigmar Gabriel nun auch und bezog das bei der Freihandelskonferenz der SPD ausdr&uuml;cklich auch auf TTIP. Denn er setzt hinzu: &ldquo;Wollen wir Mittelst&auml;ndler auf die Gerichtsbarkeit eines amerikanischen Bundesstaates verweisen?&rdquo; Bisher galt dort die Linie: Wir brauchen zwischen entwickelten Rechtsstaaten keinen speziellen Investitionsschutz. Unternehmen, die sich diskriminiert f&uuml;hlen, k&ouml;nnen vor die jeweiligen nationalen Gerichte ziehen. &ndash; Woher also der Sinneswandel? Er k&ouml;nnte rein taktisch begr&uuml;ndet sein. So wie es sich derzeit beim Kanada-Abkommen Ceta immer st&auml;rker abzeichnet, so k&ouml;nnte es auch bei TTIP gehen: Deutschland kann sich mit seiner Linie in Br&uuml;ssel einfach nicht durchsetzen. Also wird es am Ende auch einem Handelsvertrag zustimmen, der Schiedsgerichte erlaubt und ausl&auml;ndischen Unternehmen spezielle Rechte garantiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2015-02\/freihandelsabkommen-ttip-ceta-sigmar-gabriel\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Da lachen die H&uuml;hner! Deutschland soll sich in Br&uuml;ssel nicht durchsetzen k&ouml;nnen? Da hat Deutschland &uuml;ber die ganze Zeit das Management der Eurokrise trotz zunehmenden Misserfolgs dominiert, ja sogar mit den &ouml;konomisch fragw&uuml;rdigen Maastrichtkriterien eine h&ouml;chst instabile W&auml;hrungsunion in die Welt gesetzt, aber jetzt kann in die deutsche Regierung in Br&uuml;ssel nicht sagen: So nicht!?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Schluss mit der kollektiven Verst&auml;ndnislosigkeit!<\/strong><br>\nAthens Forderungen sind weder &uuml;berraschend noch unbegr&uuml;ndet&hellip;<br>\nEigentlich m&uuml;ssten einem die Deutschen leidtun, denn ihnen wird seit f&uuml;nf Jahren eine monokausale Erkl&auml;rung der Eurokrise verkauft, die sich von der Realit&auml;t immer weiter entfernt. Demnach seien die von der Krise getroffenen Staaten selbst f&uuml;r ihre &ouml;konomischen Probleme verantwortlich, die solventen L&auml;nder h&auml;tten sich durch gro&szlig;z&uuml;gige Kreditvergabe umfassend solidarisch gezeigt und die Gegenleistung aus Strukturreformen und K&uuml;rzungsprogrammen diene der wirtschaftlichen Gesundung&hellip;<br>\nNein, die von der Bundesregierung seit 2010 vertretene und bis heute verfolgte Austerit&auml;tspolitik hat mehr Schaden als Nutzen angerichtet. Sie hat die sozio&ouml;konomische Spaltung Europas in Kern und Peripherie vertieft, indem sie einfache volkswirtschaftliche Kreislaufzusammenh&auml;nge ignoriert und so die drohende Deflation erst erzeugt hat.<br>\nWenn die Privathaushalte mit Entschuldung besch&auml;ftigt sind und durch niedrige L&ouml;hne weniger konsumieren, die Unternehmen &auml;ngstlich in die Zukunft blicken und die Europ&auml;ische Zentralbank mit Niedrigzinspolitik und Quantitative easing am Ende ihrer stimulierenden Ma&szlig;nahmen angekommen ist, bleibt als Akteur nur der Staat &uuml;brig, die Nachfrage anzukurbeln. Die Fiskalpolitik soll nach deutscher Denkart in dieser Krise jedoch ganz anders agieren: Staatsausgaben, so fordern es die Programme der Troika, m&uuml;ssten drastisch reduziert werden. Ohne stabilisierenden Akteur gibt es jedoch kurz und mittelfristig kein Wachstum.<br>\nDie medial orchestrierte kollektive Verst&auml;ndnislosigkeit &uuml;ber den Wahlerfolg der Syriza in Griechenland und den Kurs der neuen griechischen Regierung kann man nur teilen, wenn man bereit war und ist, vor den absehbaren Wirkungsketten der Austerit&auml;tsprogramme die Augen zu verschlie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ipg-journal.de\/rubriken\/europaeische-integration\/artikel\/schluss-mit-der-kollektiven-verstaendnislosigkeit-801\/%20%20\">Bj&ouml;rn Hacker in Internationale Politik und Gesellschaft<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung: Schlag gegen Luxemburg &ndash; Razzia bei Commerzbank<\/strong><br>\nDas Gro&szlig;herzogtum Luxemburg steht im Mittelpunkt einer neuen gro&szlig;en Steueraff&auml;re. Nach Recherchen von S&uuml;ddeutscher Zeitung, NDR und WDR begannen mehr als 150 deutsche Staatsanw&auml;lte, Steuerfahnder und Kriminalbeamte am Dienstag mit einer ersten Razzia gegen mutma&szlig;liche Steuerbetr&uuml;ger sowie ihre mutma&szlig;lichen Luxemburger Helfer. Die Aktion war monatelang vorbereit worden. Im Zentrum der Razzia stand die Commerzbank. Strafverfolger und Fahnder durchsuchten die Zentrale in Frankfurt. Mitarbeiter der Luxemburger Tochter der Commerzbank stehen im Verdacht, in gro&szlig;em Ma&szlig;stab Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Schwerpunkte der Durchsuchungen waren das Rheinland, Hessen und Rheinland-Pfalz. Die Staatsanwaltschaft K&ouml;ln ermittelt in mehreren hundert F&auml;llen wegen Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Steuerhinterziehung. In einigen Verfahren geht es auch um den Verdacht der Geldw&auml;sche.<br>\nDie Aff&auml;re dreht sich um fragw&uuml;rdige Offshore-Gesch&auml;fte. Luxemburger Banken, Verm&ouml;gensverwalter und Anw&auml;lte sollen weltweit Tausenden Klienten geholfen haben, Verm&ouml;gen in Briefkastenfirmen in Panama und anderswo zu verstecken und so den Fiskus zu betr&uuml;gen. Sch&auml;tzungen zur H&ouml;he des Fluchtgeldes reichen von mehreren hundert Millionen bis zu einer Milliarde Euro. Grundlage des Verfahrens ist ein Datensatz, den die Finanzbeh&ouml;rden in NRW f&uuml;r fast eine Million Euro gekauft haben. Die Unterlagen, die zu der Razzia f&uuml;hrten, sind nur ein kleiner Teil einer weitaus gr&ouml;&szlig;eren Datenmenge, die der SZ  vorliegt. Diese Sammlung betrifft Tausende Offshorefirmen und ihre wahren Eigent&uuml;mer aus aller Welt. Der Datenbestand umfasst Zigtausende Seiten mit geheimen Vertr&auml;gen und Urkunden sowie mehr als hunderttausend vertrauliche E-Mails. Die Unterlagen stammen von der Mossack Fonseca Group, ein in Panama ans&auml;ssiger, weltweit agierender Anbieter von Briefkastenfirmen, mit Niederlassungen in 33 L&auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/steuerhinterziehung-schlag-gegen-luxemburg-razzia-bei-commerzbank-1.2364989\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Die Zeit ist ein faires Ma&szlig;<\/strong><br>\n&Ouml;konomen d&uuml;rften sich wundern. Arbeitnehmer werden im Grundsatz nicht f&uuml;r das Arbeitsergebnis verg&uuml;tet, sondern f&uuml;r die Zeit, in der sie f&uuml;r das Unternehmen t&auml;tig sind. &bdquo;Die Zeit ist das Ma&szlig; der vom Arbeitnehmer geschuldeten Leistung&ldquo;, formulierte bereits 1967 der Arbeitsrechtler Alfred S&ouml;llner. Die Qualifikation eines Bewerbers ist das Potenzial &ndash; es verwirklicht sich in der Zeit. Daher ist, wie auch der Arbeitsrechtler Martin Franzen k&uuml;rzlich festhielt, die Festlegung der Arbeitszeit ein &bdquo;strukturnotwendiges Element des Arbeitsvertrags (&sbquo;essentialia negotii&lsquo;), weil hiervon der Umfang der Leistungspflicht des Arbeitnehmers sowie regelm&auml;&szlig;ig seines Verg&uuml;tungsanspruchs abh&auml;ngt&ldquo;. Denn soweit wir ein Dauerschuldverh&auml;ltnis unterstellen, also einen Arbeitsvertrag, w&auml;re ohne zeitliche Festlegung der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber unbegrenzt zur Leistung verpflichtet. Letzlich interessiert den Arbeitgeber aber nicht die Leistung, sondern allein das Arbeitsergebnis. Dieses sollte m&ouml;glichst so ausfallen, dass es der Gewinnerzielung dienlich ist, wobei in der Regel &ndash; nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung &ndash; angenommen wird, dass es hierbei nach oben keine Grenze zu geben h&auml;tte. Zwischen Leistung und Ergebnis wird h&auml;ufig nicht unterschieden; beide Begriffe werden synonym verwendet. Dabei ist es ethisch von hoher Wichtigkeit, hier zu differenzieren: Die Leistung, das ist die Energie, die in den Arbeitsprozess hineingesteckt wird. Der Erfolg ist das messbare und f&uuml;r wen auch immer genau vorteilhafte Ergebnis. Es ist die Wirkung der Leistungsanstrengung.<br>\nAus der Sicht einer kapitalistischen, an Gewinnmaximierung ausgerichteten Unternehmung bedeutet eine Verg&uuml;tung, bei der nur mehr die Zeitverbringung verg&uuml;tet wird, allerdings, dass der Arbeitnehmer f&uuml;r das &bdquo;Absitzen&ldquo; seiner Arbeitszeit bezahlt wird. Aus einer konsequent kapitalistischen Sicht sitzt ein Arbeitnehmer seine Zeit bereits dann ab, wenn er geringere Beitr&auml;ge zur Gewinnerzielung beisteuert als ein anderer und wenn die Betr&auml;ge, die in ihn investiert werden, anderswo rentabler eingesetzt werden k&ouml;nnten. Aus ethischer Sicht muss ein Einwand gegen diese Sicht formuliert werden: Die wirtschaftliche Bet&auml;tigung im Rahmen einer Marktwirtschaft muss nicht bedeuten und bedeutet letztlich nie, dass die Marktlogik in h&ouml;chster Reinheit verwirklicht w&auml;re und das Marktprinzip mit aller Radikalit&auml;t verfolgt werden m&uuml;sste bzw. d&uuml;rfte. Dennoch sind die Versuche zahlreich, von der Zeitverg&uuml;tung auf Formen sogenannter Leistungsverg&uuml;tung (pr&auml;ziser: erfolgsabh&auml;ngiger Verg&uuml;tung) umzustellen. Hier schl&auml;gt die Stunde der &bdquo;Leistungsanreize&ldquo;, die allesamt als Ausdruck der &Ouml;konomisierung des Wirtschaftens zu begreifen sind. All diesen Formen ist jedoch gemein, dass, solange es sich um abh&auml;ngige Besch&auml;ftigung handelt, der Grundsatz der Verg&uuml;tung nach der Zeit des Leistungseinsatzes teilweise erhalten bleibt und nicht vollst&auml;ndig ausgehebelt werden kann.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/53014_53031.htm\">Mitbestimmung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Ulrich Thielemann spricht von ethischen Gr&uuml;nden, die gegen die Verwirklichung der Marktlogik in h&ouml;chster Reinheit spricht. Zu ber&uuml;cksichtigen w&auml;re allerdings, dass einigen Arbeitgeber auch wissen, dass es auf Dauer h&ouml;chst unproduktiv sein kann, Arbeitnehmer immer an der Grenze ihrer Leistungsf&auml;higkeit arbeiten zu lassen. Das gilt in vor allem dann, wenn Arbeit immer mehr auf Wissen, Kompetenz, Kreativit&auml;t und Motivation angewiesen ist. Aber wir k&ouml;nnen bei einfacher  Arbeit heute beobachten, wie Arbeitgeber st&auml;ndig nach M&ouml;glichkeiten suchen, das gew&uuml;nschte Ergebnis der T&auml;tigkeit irgendwo besser oder g&uuml;nstiger zu bekommen. In der Folge, dass angesichts einer entsprechenden &ldquo;Reservearmee&rdquo; bei einfacher Arbeit der Wettbewerb zu immer geringerer Verg&uuml;tung und immer geringeren Arbeitnehmerstandards f&uuml;hrt. Aber auch bei relativ einfachen Arbeiten sind, wie sich bei etlichen, teuren R&uuml;ckverlagerungen aus Billiglohnl&auml;ndern zeigt, der Austauschbarkeit von Arbeitskr&auml;ften Grenzen gesetzt. Eine entwickelte Industrienation bildet immer noch einen ganz anderen Rahmen als ein an der Schwelle zur Industrialisierung stehendes ehemaliges Agrarland.<\/em><br>\n<em>Auf das Vertrauen in den fairen Arbeitgeber, von dem Thielemann spricht, kann niemand setzen. Deswegen ist der sich heute entwickelnden, in dummer Kurzfristigkeit verharrenden Form des Kapitalismus nur mit Gewerkschaften zu begegnen &ndash; bei uns wie in China.  Oder wie Thieleman am Ende dann doch ausf&uuml;hrt: Mit dem privatrechtlichen Werkvertrag kommen wir dem Negativbild eines Zustandes &bdquo;unendlicher Leistungsanspannung&ldquo; (so Martin Franzen), den das Arbeitsrecht ja gerade zu verhindern trachtet, ein gutes St&uuml;ck n&auml;her. Dagegen hilft nur eine Besinnung auf die Errungenschaften des Arbeitsrechts wie &uuml;berhaupt auf die Errungenschaften einer Marktwirtschaft, die zu Recht als &bdquo;sozial&ldquo; bezeichnet wird. Zu erinnern w&auml;re dazu, dass eine &ldquo;Soziale Marktwirtschaft&rdquo; zu erk&auml;mpfen ist und sich nicht von selbst ergibt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Besch&auml;ftigten im Sozialbereich droht Altersarmut<\/strong><br>\nAusgerechnet Menschen, die sich ihr Leben lang um Alte und Kranke k&uuml;mmern, stehen finanziell oft schlecht da, wenn sie selbst ins Rentenalter kommen. Das ist nicht nur die Folge von politischen Reformen, sondern auch von problematischen Besch&auml;ftigungsbedingungen im Sozialbereich. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von Forschern des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung*.<br>\nOb Geldsorgen den Ruhestand verhageln, h&auml;ngt zu einem wesentlichen Teil von der Erwerbsbiografie ab: Einkommen, Arbeitszeit, Auszeiten wegen famili&auml;rer Verpflichtungen, Arbeitslosigkeit oder Krankheit. Je st&auml;rker der eigene Lebenslauf gegen&uuml;ber dem Modellfall des Rentners abf&auml;llt, der 45 Jahre ohne Unterbrechung durchschnittliche Rentenbeitr&auml;ge geleistet hat, desto knapper f&auml;llt die Rente aus. Und gerade wer wenig verdient oder l&auml;nger ohne Job ist, wird die L&uuml;cke auch kaum durch private Vorsorge schlie&szlig;en k&ouml;nnen &ndash; schon w&auml;hrend des Berufslebens ist das Geld zu knapp, um nennenswerte Betr&auml;ge f&uuml;r eine Riesterrente abzuzweigen.<br>\nAltersarmut kann potenziell Menschen in allen Wirtschaftszweigen treffen. Gro&szlig; ist das Risiko aber vor allem dort, wo gut bezahlte und unbefristete Vollzeitstellen heute eher die Ausnahme als die Regel sind. Das gilt gerade f&uuml;r den Sozialsektor, wie die Analyse der WSI-Forscher Dr. Florian Blank und Susanne Schulz deutlich macht. Dabei gelten die Wirtschaftsfelder Erziehung, Gesundheit und Pflege als besonders zukunftstr&auml;chtig (siehe auch Grafik 1; Link unten).<br>\nObwohl die Bedeutung von Kinderbetreuung und der Wachstumsbranche Gesundheit sowie der demografisch bedingt steigende Bedarf an Pl&auml;tzen f&uuml;r die Altenbetreuung stets betont w&uuml;rden, liege bei den Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen vieles im Argen, schreiben die Wissenschaftler. Einsparungen und Privatisierungen pr&auml;gten das Bild. Die &Ouml;konomisierung des sozialen Sektors &auml;u&szlig;ere sich in Arbeitsverdichtung und einem wachsenden Anteil untertariflich bezahlter Jobs. Der traditionellen Arbeitsteilung entsprechend sind vor allem Frauen in Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen besch&auml;ftigt; in Arbeitsverh&auml;ltnissen, die meist atypisch sind und h&auml;ufig als prek&auml;r bezeichnet werden m&uuml;ssen, so Blank und Schulz. So sind beispielsweise Minijobs und Teilzeitarbeit sehr stark verbreitet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/wiso\/11144.pdf\">Florian Blank, Susanne Schulz: Soziale Sicherung unter dem Brennglas &ndash; Altersarmut und Alterssicherung bei Besch&auml;ftigten im deutschen Sozialsektor, Expertise im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung: WISO Diskurs, Januar 2015.<\/a>\n<p><strong>Infografiken zum Download:<\/strong><br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/hbs_showpicture.htm?id=52907&amp;chunk=2%20\">boeckler.de<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/hbs_showpicture.htm?id=52907&amp;chunk=1%20\">boeckler.de<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Ministerium widersetzt sich der Rechtsprechung<\/strong><br>\nEinmalig in der Geschichte der Bundesregierung ist der Vorgang, der sich derzeit seitens des Bundesministeriums f&uuml;r Arbeit und Soziales abspielt. Wir erinnern uns; das Bundessozialgericht, also das h&ouml;chste Sozialgericht in Deutschland, hatte geurteilt, dass vollj&auml;hrige Menschen mit einer Behinderung im elterlichen Hause und in Wohngemeinschaften einen Anspruch auf 100 Prozent Regelleistungen haben (BSG, AZ: B8 SO 14\/13 R, B8 SO12\/13 R und B8SO 31\/12 R). Demnach stehen den Betroffenen die Regelbedarfsstufe 1, also 399 Euro, statt der Regelbedarfsstufe 3, also 320 Euro zu. Dennoch ordnet das Bundesarbeitsministerium an, das Urteil des Bundessozialgerichts einfach zu &bdquo;ignorieren&ldquo;. [&hellip;] Das Vorgehen des Ministeriums wird von Seiten des Sozialrechtlers und Erwerbslosen-Aktivisten Harald Thom&eacute; (Tacheles e.V.) scharf kritisiert: &bdquo;Hier muss ich mal sagen, dass mir in meiner langj&auml;hrigen Beratungs- und Beh&ouml;rdenbeobachtungspraxis eine derart offene Anordnung h&ouml;chstrichterliche Urteile zu ignorieren bisher nicht untergekommen ist, das ist einmalig.&ldquo; Das Dokument des Bundesarbeitsministeriums hat Thom&eacute; hier ver&ouml;ffentlicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-hartz.de\/nachrichtenueberhartziv\/ministerium-widersetzt-sich-der-rechtsprechung-90016451.php\">Gegen Hartz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Streit um Mittel f&uuml;r den Nahverkehr: Kommunen und Verb&auml;nde werfen Bund Verz&ouml;gerung vor<\/strong><br>\nSeit Monaten gibt es kaum Bewegung in dem Streit um die so genannten Regionalisierungsmittel, die der Bund den L&auml;ndern zahlen muss, seit mit der Bahnreform 1993 die Nahversorgung mehr und mehr in regionale und kommunale Verantwortung &uuml;berging. Formell ist Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zust&auml;ndig, doch im Hintergrund h&auml;lt Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) den Daumen drauf. Er sieht die k&uuml;nftige Unterst&uuml;tzung des Bundes f&uuml;r den Nahverkehr als Teil der breiteren Bund-L&auml;nder-Finanzverhandlungen, die ebenfalls nur sehr z&auml;h vorankommen. Sein Ziel ist offenbar eine v&ouml;llige Neuregelung. Diese Kopplung sei &bdquo;nicht angezeigt&ldquo;, klagt J&uuml;rgen Fenske, Pr&auml;sident des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen, bei denen die Anbieter des Nahverkehrs, ob Bus oder Schiene, organisiert sind. Aber der Bund bleibt stur. So droht bei den Regionalisierungsmitteln eine l&auml;ngere L&auml;hmungsphase. Doch L&auml;nder, Kommunen und Verkehrsverb&auml;nde wollen planen (die Vertr&auml;ge im &ouml;ffentlichen Nahverkehr laufen bis zu 15 Jahre), und die Nachfrage w&auml;chst.  Schon drohen sie mit K&uuml;rzungen des Angebots, sollte der Bund sich nicht bald bewegen.<br>\nIm Januar hat die Bundesregierung immerhin einen Gesetzentwurf mit einer Zwischenl&ouml;sung vorgelegt (da ja eine langfristige Einigung mindestens bis 2016 verschoben ist). Demnach sollen die L&auml;nder in diesem Jahr 7,41 Milliarden Euro bekommen. Zudem schl&auml;gt der Bund eine j&auml;hrliche Steigerung (Dynamisierungsrate genannt) von k&uuml;nftig 1,5 Prozent vor. Der Bundesrat hatte dagegen schon im Dezember, genervt von der Unt&auml;tigkeit der Bundesregierung, einen eigenen Entwurf vorgelegt: Er verlangt f&uuml;r dieses Jahr 8,5 Milliarden Euro und einen Dynamisierungsgrad von zwei Prozent &ndash; inklusive einer Anpassungsklausel, falls die Kosten stark steigen sollten. Zudem einigten sich die L&auml;nder auf einen neuen Verteilungsschl&uuml;ssel bis 2030. Sie argumentieren mit einer permanenten Unterfinanzierung beim Nahverkehr. Die Kosten f&uuml;r Personal und Trassen seien st&auml;ndig gestiegen, die Regionalisierungsmittel aus dem Bundesetat h&auml;tten das, zumal nach der K&uuml;rzung von 2007, nicht ausgeglichen. Seit 2002 seien die Bundeszusch&uuml;sse nur um sechs Prozent gewachsen. Die Bundesregierung weist die Forderung der L&auml;nder zur&uuml;ck &ndash; und macht Haushaltsbedenken geltend. Der Bundesrats-Vorschlag verursache Mindereinnahmen &uuml;ber den Haushaltsentwurf hinaus. Freilich hat ein Gutachten im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums ergeben, dass 2015 eigentlich ein Zuschuss von 7,66 Milliarden Euro n&ouml;tig w&auml;re und die j&auml;hrliche Steigerungsrate bei 2,67 Prozent liegen m&uuml;sste.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/streit-um-mittel-fuer-den-nahverkehr-kommunen-und-verbaende-werfen-bund-verzoegerung-vor\/11406684.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Darf man einmal tr&auml;umen? In der Schweiz ist jeder Ort mit &uuml;ber hundert Einwohnern in den Nahverkehr eingebunden. Dabei ist dieser Nahverkehr so vertaktet, dass die n&auml;chstgr&ouml;&szlig;ere Stadt garantiert in einer Stunde zu erreichen ist. Der Anschluss von Bus zu Bahn zu Schiff erfolgt nahtlos. Allerdings fallen f&uuml;r diesen Nahverkehr &uuml;ber 300 Euro f&uuml;r jeden Einwohner an. In Deutschland sind etwas mehr als 50 Euro.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Pkw-Maut: 3,19 Milliarden Euro von Inl&auml;ndern erwartet<\/strong><br>\nBei der geplanten Pkw-Maut sollen 3,19 Milliarden Euro pro Jahr von inl&auml;ndischen Autobesitzern hereinkommen. Davon d&uuml;rften 1,76 Milliarden Euro auf Benzin-Modelle und 1,43 Milliarden Euro auf Diesel-Fahrzeuge entfallen, wie aus der am Montag ver&ouml;ffentlichten Einnahmeprognose des Bundesverkehrsministeriums hervorgeht. Deutsche Autofahrer sollen die Maut aber &uuml;ber eine geringere Kfz-Steuer voll ausgeglichen bekommen, so dass sie nicht zus&auml;tzlich belastet werden.<br>\nVon Autofahrern aus dem Ausland erwartet das Ministerium j&auml;hrlich 733 Millionen Euro. Nach Abzug eines &laquo;Sicherheitspuffers&raquo; und der Systemkosten sollen 500 Millionen Euro f&uuml;r Investitionen &uuml;brig bleiben. Kurz vor Beginn der Gesetzesberatungen im Bundestag an diesem Donnerstag werden damit weitere Details der Berechnung bekannt, die Minister Alexander Dobrindt (CSU) &uuml;ber Monate geheim gehalten hatte.<br>\nIn der Prognose geht das Ministerium davon aus, dass es j&auml;hrlich rund 130 Millionen Ein- und Durchfahrten von &laquo;gebietsfremden&raquo; Pkw auf den f&uuml;r sie mautpflichtigen deutschen Autobahnen gibt. Fahrer aus dem Ausland d&uuml;rften vor allem die nach Schadstoffaussto&szlig; und Hubraum gestaffelte Jahresmaut oder eine Zehn-Tages-Maut f&uuml;r 10 Euro kaufen. Die ebenfalls vorgesehene Zwei-Monats-Maut f&uuml;r 22 Euro d&uuml;rfte kaum genutzt werden. Sie floss gar nicht in die Kalkulation ein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/maut-pkw-maut--3-19-milliarden-euro-von-inlaendern-erwartet,1472780,29951838.html%20\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wegen 500 Millionen Euro der ganze Aufwand. Da rei&szlig;t man die Grenzen nieder und f&uuml;hrt wieder Zahlbarrieren ein. Mal sehen, wie die Holl&auml;nder und die Belgier reagieren.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Alternativ k&ouml;nnte man auch die Mineral&ouml;lsteuer um einen einzigen Cent erh&ouml;hen. Dies w&uuml;rde Einnahmen in H&ouml;he von rund 700 Millionen Euro bedeuten und man k&ouml;nnte sich den ganzen Unfug mit Kassenh&auml;uschen, B&uuml;rokratie und dem vorprogrammierten juristischen &Auml;rger mit der EU sparen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>WM 2022 in Katar soll im Winter gespielt werden<\/strong><br>\nDie umstrittene Fu&szlig;ball-WM 2022 in Katar soll im Winter stattfinden. Diesen Entschluss fasste jetzt eine Arbeitsgruppe der FIFA in Doha, bestehend aus Vertretern des Weltverbandes FIFA, der Kontinentalverb&auml;nde, der finanzst&auml;rksten Ligen und der Vereine. In einer Mitteilung des Weltverbandes hie&szlig; es zudem, dass &ldquo;der Vorschlag die Unterst&uuml;tzung aller sechs Kontinentalverb&auml;nde&rdquo; habe. Die finale Entscheidung will das Exekutiv-Komitee der FIFA am 19.\/20. M&auml;rz f&auml;llen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sportschau.de\/fussball\/allgemein\/wm-katar-im-winter100.html\">Sportschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers K.G.:<\/strong> Auf eine Katar WM  im Winter unterm Weihnachtsbaum zum Wohle der Spieler kann ich verzichten. Da errichten gerade Sklaven in br&uuml;tender Sonne die Stadien und verrecken dabei.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Eine vollkommen offene Frage ist, wer die daraus resultierenden Kosten tr&auml;gt. Die englische Premier League hat momentan einen Fernsehvertrag, der ihr pro Spielzeit alleine 2,3 Mrd. Euro alleine f&uuml;r die Inlandsvermarktung zugesteht. Die englische Liga hat &ndash; anders als die Bundesliga &ndash; keine Werbepause. Es ist vollkommen klar, dass die Rechteinhaber eine Klage anstrengen und sicherlich eine ordentliche Schadensersatzleistung zugesprochen bekommen werden. Wer zahlt das? Katar? Sicher nicht.<\/em><\/p>\n<p><strong>&bdquo;passend&ldquo; dazu: Papst verlegt Weihnachten 2022 in den Sommer, damit Adventszeit nicht mit WM kollidiert<\/strong><br>\nWeihnachten 2022 wird bereits im Sommer stattfinden, genauer gesagt am 24. Juni. Mit dieser Entscheidung reagierte heute Papst Franziskus auf Pl&auml;ne der FIFA, die Fu&szlig;ball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar in die Wintermonate zu verlegen. Durch die historische Verschiebung soll gew&auml;hrleistet werden, dass die Adventszeit, die 2022 bereits am 29. Mai beginnt, besinnlich bleibt und nicht durch den WM-Rummel gest&ouml;rt wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.der-postillon.com\/2015\/02\/papst-verlegt-weihnachten-2022-in-den.html?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+blogspot%2FrkEL+%28Der+Postillon%29\">Der Postillon<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>28:1 und 7:1<\/strong><br>\nDie derzeitigen kognitiven Verzerrungen unserer politischen und medialen Eliten best&auml;tigen eine Reihe psychologischer Erkenntnisse &ndash; sie sind erkl&auml;rbar und hochgef&auml;hrlich<br>\nVielleicht wird das Jahr 2014 psychologische Geschichte schreiben. Nicht, weil irgendetwas besonders neues auf dem Gebiet der Psychologie entdeckt wurde. Viel eher sieht man Entdeckungen der letzten Jahrzehnte wie in einem Brennglas in konzentrierter Form best&auml;tigt.<br>\nWas Menschen f&uuml;r wahr oder f&uuml;r unwahr halten, h&auml;ngt sehr stark von ihrer Interessenslage ab. Erstaunlich aber, dass die eigenen Interessen vollkommen irrelevant werden k&ouml;nnen, wenn man sich in einer Gruppe befindet, die ein gemeinsames Ziel gefunden hat. Je gr&ouml;&szlig;er die Anstrengung, in dieser Gruppe einen Konsens zu finden, desto h&ouml;herwertiger und wahrer erscheinen danach die gemeinsamen Einsch&auml;tzungen.<br>\nWir sitzen, vertreten durch unsere Regierung. in diversen internationalen Gruppierungen, die allesamt auf Konsens getrimmt sind. Die EU-28 sind so ein Beispiel, wenn man den europ&auml;ischen Rat (neben der Europ&auml;ischen Kommission das machtvollste Gremium) als Gruppe betrachtet. Die G7 sind ein anderes Beispiel. Der Gruppen-Konsens, den man auch als Group-Thinking in der Psychologie verschiedentlich problematisiert hat, weist dabei bestimmte Eigenschaften auf.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/soenke-paulsen\/28-1-und-7-1\">S&ouml;nke Paulsen auf freitag.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Das Ph&auml;nomen Gruppendenken sieht man an vielen Stellen, wie im Artikel beschrieben. Weniger &uuml;berzeugend ist das Konzept &ldquo;Weisheit der Massen&rdquo;, da es daf&uuml;r zu viele Gegenbeispiele gibt, wie z.B. Deutschland in der NS-Zeit, die USA 2003 vor, w&auml;hrend und noch eine ganze Weile nach dem Irak-Krieg, Deutschland z.Z. Im Bezug auf die Schuldnerl&auml;nder, u.s.w.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Datenklau-Aff&auml;re: taz stellt Strafanzeige und ver&ouml;ffentlicht Chronologie<\/strong><br>\nDie taz hat eine ausf&uuml;hrliche Chronologie der Datenklau-Aff&auml;re ver&ouml;ffentlicht. Ein taz-Mitarbeiter hat mit Hilfe eines so genannten Keyloggers &uuml;ber einen langen Zeitraum hinweg Redaktionsmitglieder ausgesp&auml;ht. Zu einem vereinbarten Personalgespr&auml;ch am Montag erschien der Verd&auml;chtige nicht. Die taz hat arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet und Strafanzeige gestellt. taz-Chefredakteurin Ines Pohl: &ldquo;Der Schock bei uns allen sitzt tief.&rdquo;<br>\nLaut Berichten von Welt und NDR von vergangener Woche handelt es sich bei dem Verd&auml;chtigen um Sebastian Heiser. Jenen taz-Mitarbeiter, der vor kurzem eine vermeintliche Schleichwerbe-Aff&auml;re bei der S&uuml;ddeutschen Zeitung aufdecken wollte, die ins Jahr 2007 zur&uuml;ckdatiert. Heiser dokumentierte seine SZ-&ldquo;Enth&uuml;llungen&rdquo; mit Hilfe verdeckt mitgeschnittener Gespr&auml;chsprotokolle.<br>\nKurz darauf wurde bekannt, dass bei der taz &ndash; Heisers Arbeitgeber &ndash; an einem Rechner einer Praktikantin ein so genannter Keylogger entdeckt worden war. Das ist ein Ger&auml;t, das aussieht wie ein USB-Stick aber geeignet ist, Rechner auszusp&auml;hen und Tastatur-Eingaben aufzuzeichnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2015\/02\/23\/strafanzeige-gestellt-taz-veroeffentlicht-chronologie-der-datenklau-affaere\/?utm_campaign=NEWSLETTER_ABEND&amp;utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email%20\">MEEDIA<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Publikumskonferenz im Visier<\/strong><br>\nDie Kritik der Publikumskonferenz an Programm und Berichterstattung der &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, der Nachweis der teils offensichtlichen Manipulationsversuche und der Desinformation scheint auch Journalisten des privaten Bl&auml;tterwaldes zu tangieren. Auch sie sehen ihre Glaubw&uuml;rdigkeit durch Kritiker aus dem gemeinen Fu&szlig;volk gef&auml;hrdet, die eigentlich nur zu konsumieren, zu abonnieren und zu finanzieren haben und ansonsten vielleicht &ndash; wenn sie Gl&uuml;ck haben &ndash; einen wohlmeinenden Kommentar unter die entsprechenden Artikel der Berufsschreiber setzen d&uuml;rfen. Kritik an der Berichterstattung wird als Zersetzung, Trollerei und Mobbing neuer Wutb&uuml;rger und Bescheidwisser disqualifiziert und es wird lauthals ein Angriff auf die Pressefreiheit im Abendland beschworen.<br>\nIns Gespr&auml;ch kommen wollen die H&uuml;ter der Meinungshoheit mit Kritikern nat&uuml;rlich nicht, man schreibt und schwadroniert lieber &uuml;ber sie, reagiert sich in Interviews und Blogs ab, ist innerhalb von Podien unter sich und versucht sich zu &uuml;berbieten mit neuen Wortkreationen, Expertenmeinungen, Professorenschwurbel, verteilt eifrig diffamierende Etiketten und &uuml;bt sich in v&ouml;llig abwegigen Deutungsversuchen &uuml;ber die jeweiligen Motivationen der Kritiker.<br>\nDabei sind alle Varianten m&ouml;glich, nur ein Eigenverschulden der Medienschaffenden nicht&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/2015\/02\/23\/publikumskonferenz-im-visier\/%20\">St&auml;ndige Publikumskonferenz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Leserbriefe<\/strong><br>\nAuf den Artikel &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25174\">Merkel und Sch&auml;uble spielen die h&auml;sslichen Deutschen und hinterlassen uns damit eine schwere Hypothek<\/a>&rdquo; kamen Mails von Leserinnen und Leser, die eine freundliche Antwort verdienen. Herzlichen Dank daf&uuml;r.<br>\nDer Autor des Artikels, Albrecht M&uuml;ller, taucht jedoch vor&uuml;bergehend unter und bittet um Geduld. Eine Zusammenstellung der Mails w&uuml;rde sich vermutlich lohnen. Dazu sp&auml;ter mehr. Ihr A.M.\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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