{"id":25215,"date":"2015-02-26T13:31:50","date_gmt":"2015-02-26T12:31:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25215"},"modified":"2019-04-01T16:36:02","modified_gmt":"2019-04-01T14:36:02","slug":"venezuela-it-s-the-economy-stupid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25215","title":{"rendered":"Venezuela \u2013 it\u2019s the economy stupid"},"content":{"rendered":"<p>Letzte Woche <a href=\"http:\/\/www.bbc.com\/news\/world-latin-america-31564149?print=true\">verhafteten<\/a> die venezolanischen Beh&ouml;rden Antonio Ledezma, den B&uuml;rgermeister von Caracas. Von 76 oppositionellen B&uuml;rgermeistern sind nun 33 in Haft oder stehen vor Gericht. Offizielle venezolanische Nachrichtenkan&auml;le sprechen im Fall Ledezma von einem verhinderten Staatsstreich &ndash; unterst&uuml;tzt durch die USA. Es ist von au&szlig;en sehr schwer, diese Vorw&uuml;rfe zu bewerten. Zweifel sind jedoch angebracht. Venezuelas Wirtschaft befindet sich im freien Fall. Die Menschen leiden an einem rasanten Verlust ihrer Kaufkraft und Versorgungsengp&auml;ssen. Noch nie war die Zustimmung f&uuml;r die regierenden &bdquo;Chavistas&ldquo; so gering wie heute und im Herbst stehen eigentlich Wahlen vor der T&uuml;r. Gut m&ouml;glich, dass die  &bdquo;Bolivarische Revolution&ldquo; nach siebzehn Jahren an ihren eigenen Fehlern zu Grunde geht. Eine besondere Bedeutung sollte man dabei der fehlgeleiteten Wirtschaftspolitik zuweisen. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9553\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-25215-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/150227_Venezuela_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/150227_Venezuela_NDS.mp3\">http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/150227_Venezuela_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/150227_Venezuela_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=25215-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/150227_Venezuela_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"150227_Venezuela_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Venezuela ist von au&szlig;en betrachtet ein Land der &ouml;konomischen Merkw&uuml;rdigkeiten. Auf dem Papier ist Venezuela reich, steinreich. Dank seiner Erd&ouml;lexporte erzielt Venezuela Jahr f&uuml;r Jahr einen Au&szlig;enhandels&uuml;berschuss in H&ouml;he von mehr als 10% des Bruttoinlandsprodukts. Dennoch ist Venezuela im Ausland mit mehr als 70 Mrd. US-Dollar verschuldet. Die H&auml;lfte der Staatseinnahmen stammt aus dem Erd&ouml;lexport. Doch selbst in den Jahren, in denen der Erd&ouml;lpreis weit &uuml;ber 120 US-Dollar pro Barrel lag, betrug die j&auml;hrliche Neuverschuldung des venezolanischen Staates mehr als 15% des BIP. Nur als Vergleich: Die Maastricht-Kriterien der Eurozone gestatten maximal drei Prozent Neuverschuldung. <\/p><p>Diese Merkw&uuml;rdigkeiten betreffen jedoch nicht nur abstrakte volkswirtschaftliche Gr&ouml;&szlig;en, sondern auch und vor allem das Alltagsleben der Venezolaner. Ein Flug von Caracas nach Maracaibo kostet 16 US-Dollar, eine Tube Colgate-Zahnpasta 7 US-Cent und Benzin, Diesel und Strom gibt es fast zum Nulltarif. Das klingt doch wunderbar. Oder? Nein, denn die hier genannten Preise sind Dollar-Preise, gemessen am &bdquo;offiziellen Umtauschkurs&ldquo;. Den gibt es jedoch im Alltagsleben nur auf dem Papier. Wer die Probleme der venezolanischen Volkswirtschaft verstehen will, muss zun&auml;chst versuchen, das auf Au&szlig;enstehende verwirrende Wechselkurssystem des Landes zu verstehen.<\/p><p><strong>Was kostet ein Bol&iacute;var?<\/strong><\/p><p>Ein einfacher Taschenrechner gen&uuml;gt, um blitzschnell sagen zu k&ouml;nnen, wie viel Euro, Franken oder Yen man f&uuml;r einen Dollar bekommt. Wie viel Bol&iacute;var man f&uuml;r jede andere W&auml;hrung bekommt, h&auml;ngt vor allem davon ab, wer man ist, wie gut man mit der venezolanischen Regierung kann und wof&uuml;r man das Geld ben&ouml;tigt. Inflation geh&ouml;rte in Venezuela auch schon vor der Regierungszeit Hugo Ch&aacute;vez zum Alltag. Um die Inflation in den Griff zu bekommen, f&uuml;hrte Ch&aacute;vez 2003 ein System der festen Wechselkurse ein und reglementierte den Besitz und Tausch von Devisen. Urspr&uuml;nglich betrug der feste Wechselkurs zwischen Bol&iacute;var und Dollar 6,3:1. Da die venezolanische Wirtschaft au&szlig;er &Ouml;l und anderen Rohstoffen nicht viel zu bieten hat, m&uuml;ssen nahezu s&auml;mtliche Konsum- und Investitionsg&uuml;ter und ein Gro&szlig;teil der Lebensmittel importiert werden. Zum offiziellen Kurs konnten jedoch nur einheimische Unternehmen einkaufen, die eine Genehmigung f&uuml;r das jeweilige Devisengesch&auml;ft bekamen oder die richtigen Stellen schmierten. Schnell entstand ein Schwarzmarkt, der sich kaum kontrollieren lie&szlig;. 2007 stellte Venezuela sogar die Ver&ouml;ffentlichung des Schwarzmarktkurses zwischen Bol&iacute;var und Dollar unter Strafe. Fortan musste der offizielle Wechselkurs mehrfach in Richtung des Schwarzmarktkurses angepasst werden. 2008 folgte eine W&auml;hrungsreform, bei der dem alten Bol&iacute;var einfach die hinteren drei Stellen abgeschnitten wurden. Auch die neue W&auml;hrung, die sinnigerweise offiziell &bdquo;Bol&iacute;var fuerte&ldquo; (auf Deutsch: &bdquo;Starker Bol&iacute;var) hei&szlig;t, wertete permanent ab. Heute gibt es drei mehr oder weniger offizielle Wechselkurse und den Schwarzmarktkurs, der nach wie vor meilenweit &uuml;ber den offiziellen Kursen liegt.<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150226_venezuela.png\" alt=\"\" title=\"\"><br>\n<em>Entwicklung des Schwarzmarktkurses zwischen dem Bol&iacute;var und dem US-Dollar<\/em><\/p><p>Was das alles konkret hei&szlig;t, l&auml;sst sich an einem Beispiel verdeutlichen. Ein Krankenhausarzt verdient in Caracas rund 6000 Bol&iacute;var pro Monat. Bemessen am ersten offiziellen Wechselkurs (Cencoex 6,3:1) w&auml;ren dies rund 950 Euro &ndash; das ist f&uuml;r ein Entwicklungsland gar nicht mal schlecht. Dieser Kurs gilt jedoch nur, wenn man die Regierung, ein Regierungsunternehmen oder ein Importeur von &bdquo;lebenswichtigen&ldquo; G&uuml;tern, wie Grundnahrungsmitteln oder Medikamenten, ist. Der zweite offizielle Wechselkurs (Sicad II 12:1) l&auml;sst das Gehalt bereits auf 500 Euro schrumpfen. Doch auch diesen Kurs k&ouml;nnen nur Importeure nutzen, die den strengen Regulierungen entsprechen und nicht ganz so lebenswichtige G&uuml;ter einf&uuml;hren &hellip; oder die richtigen Stellen schmieren. Der dritte offizielle Wechselkurs (Simadi &ndash; aktuell 173:1)  ist Venezuelas Antwort auf den Schwarzmarkt. Nach diesem Kurs verdient unser Arzt nur noch 35 Euro pro Monat und liegt damit eindeutig unter der absoluten Armutsgrenze. Wer auch die Auflagen f&uuml;r dieses Wechselsystem nicht erf&uuml;llen kann oder will, muss auf dem Schwarzmarkt tauschen. Hier betr&auml;gt der inoffizielle Kurs zur Zeit 203:1, was das Gehalt unseres Arztes auf 30 Euro pro Monat sinken l&auml;sst. So gesehen werden pl&ouml;tzlich auch der 17-Euro-Flug und die 7-Cent-Zahnpasta teuer. <\/p><p><strong>Ein ruin&ouml;ses Wirtschaftsmodell<\/strong><\/p><p>Betrachtet man die Realit&auml;ten, stellen die ersten beiden offiziellen Wechselkurse eine massive Subventionierung der Importe dar. Die staatliche venezolanische &Ouml;lgesellschaft PDVSA ist gezwungen, ihre Dollareinnahmen bei der Zentralbank zum niedrigsten Wechselkurs einzutauschen. Daher verf&uuml;gt die Zentralbank &uuml;ber einen steten Zufluss an Devisen. Wenn nun ein Importeur von Mehl Dollar ben&ouml;tigt, um seinen Handelspartner zu bezahlen, kriegt er den Dollar f&uuml;r 6,3 Bol&iacute;var. Das ist zwar f&uuml;r die Zentralbank ein Nullsummenspiel &ndash; selbst die ordentlichen Deviseneinnahmen aus dem &Ouml;lverkauf reichen jedoch nicht aus, um die kompletten Importe des Landes auf diese Art und Weise zu subventionieren. Schlussendlich stellt eine derartige massive interne &Uuml;berbewertung der eigenen W&auml;hrung ein Spiel auf Zeit dar. Das venezolanische Modell gleich dem einer Rentenwirtschaft. So lange die Devisen ins Land flie&szlig;en, kann dies unter optimalen Bedingungen ja auch funktionieren. Sobald der Devisenfluss ins Stocken ger&auml;t, kollabiert das System jedoch unweigerlich.<\/p><p>Der Kollaps der venezolanischen Volkwirtschaft war und ist ein Kollaps auf Raten. Bereits in den Zeiten hoher &Ouml;lpreise musste die Regierung Ch&aacute;vez die Handbremse ziehen und den Devisentausch zum hoch subventionieren Wechselkurs einschr&auml;nken. In der momentanen Phase eines niedrigen &Ouml;lpreises ist das System nicht mehr aufrecht zu erhalten. Je weniger Devisen zum Vorzugskurs indirekt in Form von subventionierten Importen unter das Volk gestreut werden k&ouml;nnen, desto mehr sinkt die reale Kaufkraft. Daraus ergibt sich folgendes Problem: Wenn man die inl&auml;ndischen L&ouml;hne zum inoffiziellen Kurs umrechnet, ist kaum Kaufkraft vorhanden, um sich die G&uuml;ter leisten zu k&ouml;nnen. Dies f&uuml;hrt in Kombination mit einer allgegenw&auml;rtigen Misswirtschaft zur mittlerweile schon legend&auml;ren Knappheit im Lande. Lange Schlangen vor den leeren Regalen der staatlichen Superm&auml;rkte bestimmen das Stadtbild. Bestimmte G&uuml;ter, wie Toilettenpapier, Windeln, Kondome, Milch oder Speise&ouml;l sind Mangelware. Und dies betrifft nicht nur Konsumg&uuml;ter. Da Ersatzteile f&uuml;r Maschinen aus dem Ausland importiert werden m&uuml;ssen, stehen ganze Fabriken still. Es mag f&uuml;r den Kunden ja toll sein, dass ein Inlandsflug zu einem Spotpreis zu haben ist. Wenn die Fluglinie jedoch mit ihren Einnahmen nicht mehr die Ersatzteile und die Wartung ihrer Flugzeuge bezahlen kann, bleiben sie schlussendlich auf dem Boden. Au&szlig;er der staatlichen Fluglinie gibt es daher kaum mehr Flugverkehr in Venezuela. Und dies ist nur ein Beispiel von vielen. Das gesamte Wirtschaftssystem befindet sich wegen dieser Diskrepanzen im freien Fall.<\/p><p>Nun r&auml;cht sich, was vorherzusehen war. Man hat &uuml;ber Jahre hinweg vers&auml;umt, die &Uuml;bersch&uuml;sse im Land zu investieren. Anstatt eine m&ouml;glichst wettbewerbsf&auml;hige Industrie aufzubauen, hat man die Deviseneinnahmen aus den &Ouml;lverk&auml;ufen &bdquo;verfr&uuml;hst&uuml;ckt&ldquo;. W&auml;hrend andere erd&ouml;lexportierenden L&auml;nder, wie z.B. Russland, die Golfstaaten oder Norwegen, ihre &Uuml;bersch&uuml;sse in Staatsfonds investieren, aus denen sie in schlechten Zeiten ihre Defizite decken k&ouml;nnen, hat Venezuela jahrelang das Geld mit beiden H&auml;nden unters Volk gebracht. Alleine die Subventionen f&uuml;r das fast kostenlose Benzin kosten den Staat j&auml;hrlich 12 Mrd. US-Dollar. Dies und das komplett abstruse Wechselkursregime haben nun dazu gef&uuml;hrt, dass die Diskrepanz zwischen realer Kaufkraft und k&uuml;nstlicher Kaufkraft zutage tritt. Einer der direkten Folgen davon ist die immer st&auml;rker steigende Inflation. Aktuell betr&auml;gt die Inflation fast 70%. Und es gibt keine einfachen L&ouml;sungen, um hier Abhilfe zu schaffen. Der gro&szlig;e &bdquo;Crash&ldquo; scheint unausweichlich. Wenn ein Krankenhausarzt von seinem Gehalt nur noch eine Kaufkraft von 30 Euro &uuml;brig beh&auml;lt, ist Venezuela eines der &auml;rmsten L&auml;nder der Welt. Lediglich die Einnahmen aus dem Erd&ouml;lverkauf schaffen es noch, diese traurige Realit&auml;t zu kaschieren.<\/p><p><strong>Ja &hellip; aber<\/strong><\/p><p>Diese Analyse klingt freilich sehr negativ. &bdquo;Dabei hat Hugo Ch&aacute;vez es doch geschafft, die Armut zu beseitigen!&ldquo; &bdquo;Die Bolivarische Revolution ist doch ein &auml;u&szlig;erst attraktives Gegenmodell zum Kapitalismus!&ldquo; &bdquo;Venezuela zeigt den USA wenigstens die Stirn!&ldquo; Das mag man alles so sehen. So lange ein Land drei Viertel seiner Konsumg&uuml;ter importiert, kann es jedoch nicht autark sein. Es ist sehr l&ouml;blich, dass Venezuela einen ordentlichen Teil seiner Erd&ouml;leinnahmen daf&uuml;r ausgegeben hat, Wohnungsprogramme f&uuml;r die Armen zu finanzieren und ein vergleichsweise ordentliches Gesundheits- und Bildungssystem aufzubauen. Doch was nutzen Wohnungen, wenn man sich nichts zu Essen kaufen kann? Was nutzt ein gut ausgestattetes Krankenhaus, wenn es keine Medikamente und keine Ersatzteile f&uuml;r die technischen Ger&auml;te gibt? Was nutzt der beste Bildungsabschluss wenn es keine Unternehmen gibt, die eine Nachfrage nach qualifizierten Absolventen haben? Sicher, im direkten Vergleich mit anderen s&uuml;damerikanischen Staaten, wie beispielsweise Kolumbien, ist die Lebensqualit&auml;t in Venezuela noch recht hoch. Aber Kolumbien verf&uuml;gt auch nicht &uuml;ber die Einnahmen, die mit dem Verkauf von 1,25 Millionen Barrel Roh&ouml;l pro Tag einhergehen. Es scheint eher so zu sein, dass der Ressourcenreichtum f&uuml;r Venezuela nicht zu einem Segen, sondern zu einem Fluch entwickelt. <\/p><p>Konnte Hugo Ch&aacute;vez diese Diskrepanzen noch durch sein forsches Auftreten und sein legend&auml;res Charisma ausgleichen, befinden sich die Popularit&auml;tswerte des auch ansonsten eher ungl&uuml;cklich agierenden Nicol&aacute;s Maduro im Sinkflug. Unabh&auml;ngigen Umfragen zufolge liegt seine Popularit&auml;t mittlerweile bei weniger als 20 Prozent und im Herbst sollen eigentlich Wahlen stattfinden. Es ist jedoch nicht so, dass die Opposition ein einheitlicher Block w&auml;re, der eine echte Alternative darstellen w&uuml;rde. Die Opposition ist vielmehr ein nicht immer zu durchschauendes Dickicht aus den reaktion&auml;ren Kr&auml;ften, die mit Hilfe der USA bereits Ch&aacute;vez aus dem Amt putschen wollten, gem&auml;&szlig;igten B&uuml;rgerlichen und reformbereiten &bdquo;Chavistas&ldquo;. Bereits im letzten Jahr kam es in Venezuela zu fl&auml;chendeckenden Protesten, die vielerorts in Gewalt ausarteten. Im Januar dieses Jahres wurde de facto das Kriegsrecht verh&auml;ngt &ndash; seitdem ist es der Armee gestattet auch t&ouml;dliche Gewalt <a href=\"http:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2015\/02\/venezuela-protesters-demand-release-caracas-mayor-150221032001880.html\">anzuwenden<\/a>, um die &ouml;ffentliche Ordnung zu bewahren. In Folge ebbten zwar die Proteste ab, die Unzufriedenheit ist jedoch so gro&szlig; wie nie zuvor. Nicht wenige Oppositionelle bezweifeln, dass im Herbst tats&auml;chlich Wahlen stattfinden und die &bdquo;Chavistas&ldquo; kampflos das Feld r&auml;umen.<\/p><p>In diesem Kontext ist auch die Aff&auml;re um Antonio Ledezma, den j&uuml;ngst verhafteten B&uuml;rgermeister von Caracas zu sehen. Ledezma hat zusammen mit anderen Oppositionspolitikern vor zwei Wochen in einer Tageszeitung einen Aufruf geschaltet, in dem man f&uuml;r die Bildung einer demokratischen Allparteienregierung wirbt. F&uuml;r einen vermeintlichen Putschisten ist dies sicher ein ungew&ouml;hnlicher Vorgang. F&uuml;r Maduro und seine Weggef&auml;hrten ist die Sache klar &ndash; Ledezma und andere stehen auf der Payroll der USA und haben einen Staatsstreich geplant. Nun sitzt der B&uuml;rgermeister zusammen mit der halben Opposition in einem Milit&auml;rgef&auml;ngnis am Stadtrand von Caracas. Nat&uuml;rlich kann es sein, dass Maduro und Co. Recht haben und die USA tats&auml;chlich einen Coup planten. Sehr wahrscheinlich ist das jedoch nicht, zumal die Opposition eigentlich nur auf Zeit spielen m&uuml;sste, um im Herbst ganz legal an die Macht zu kommen. Da ist es schon wahrscheinlicher, dass man einen Vorwand sucht, um die Wahlen zu verschieben, ganz abzusagen oder aussichtsreiche Kandidaten (Ledezma geh&ouml;rt &uuml;brigens nicht dazu) wegen Insubordination von der Wahl auszuschlie&szlig;en. Welchen Weg Venezuela geht, ist schwer zu sagen. Es scheint jedoch momentan so, als sei der eingeschlagene Weg kein guter.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/038f38c00b144147b04483ff8e257f12\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><p><strong>Zum Nachlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Eine g&auml;nzlich andere Darstellung der Geschehnisse und eine wesentlich freundlichere Betrachtung der Regierungspolitik Venezuelas finden Sie <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/geo\/venezuela\">auf den Seiten des Portals Amerika 21<\/a>.<\/li>\n<li>Lars K&uuml;hn &ndash; <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/109934\/venezuela-marktkraefte\">Kampf mit den Marktkr&auml;ften<\/a><\/li>\n<li>Ulrich Brand &ndash; <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2015\/februar\/lateinamerika-in-der-rohstofffalle\">Lateinamerika in der Rohstofffalle<\/a><\/li>\n<li>Anne Britt Arps &ndash; <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2014\/april\/venezuela-maduros-schicksalsjahr\">Maduros Schicksalsjahr<\/a><\/li>\n<li>Francisco Toro &ndash; <a href=\"http:\/\/blogs.ft.com\/beyond-brics\/2015\/02\/09\/guest-post-venezuelas-collapse-has-nothing-to-do-with-falling-oil-prices\/\">Venezuela&rsquo;s collapse has nothing to do with falling oil prices<\/a><\/li>\n<li>Catalina Lobo-Guererro &ndash; <a href=\"http:\/\/www.thedailybeast.com\/articles\/2015\/01\/26\/is-venezuela-about-to-collapse.html\">Is Venezuela on the Verge of Collapse?<\/a><\/li>\n<li>Grace Livingstone &ndash; <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2014\/05\/09\/a0043.text\">Die politische Rechte in Lateinamerika<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche <a href=\"http:\/\/www.bbc.com\/news\/world-latin-america-31564149?print=true\">verhafteten<\/a> die venezolanischen Beh&ouml;rden Antonio Ledezma, den B&uuml;rgermeister von Caracas. 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