{"id":2535,"date":"2007-08-07T16:43:00","date_gmt":"2007-08-07T14:43:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2535"},"modified":"2015-12-31T11:40:59","modified_gmt":"2015-12-31T10:40:59","slug":"lernen-im-gleichschritt-die-schoene-neue-hochschulwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2535","title":{"rendered":"Lernen im Gleichschritt \u2013 die sch\u00f6ne neue Hochschulwelt"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Der Bolognaprozess mit seinen 45 Mitgliederstaaten setzt Standards, die auf der Ebene des jeweiligen Landes umgesetzt werden m&uuml;ssen&ldquo;. Dies ist eine grotesk falsche Sachaussage, und man kann fast nicht annehmen, dass die Landesregierungsministerialen, die ja in der Regel Juristen sind, so blind gewesen sind, dies zu &uuml;bersehen. Viel n&auml;her liegt da schon die Vermutung, dass die wahren Motive, die die Bundesl&auml;nder zur zwingenden Durchsetzung der Bologna-Beschl&uuml;sse treiben, verdeckt werden sollen. Es ist also die Frage zu stellen: Welchen Vorteil haben die Bundesl&auml;nder von der neuen Studienstruktur &ndash; einmal abgesehen von den hehren Phrasen zu Propagandazwecken? Die Antwort ist vor dem Hintergrund, dass fast alle Hochschulen seit zwei Jahrzehnten systematisch kaputt gespart worden sind, leicht zu finden: Es geht darum, Reformaktivit&auml;t zu zeigen, ohne dass es etwas kostet, besser noch: dass die Reformaktivit&auml;t sogar Argumente f&uuml;r weitere Einsparungen liefert.<br>\nEin Beitrag von Dietrich Lemke, er ist als apl. Professor Schulp&auml;dagoge an der Universit&auml;t Bielefeld.<br>\n<!--more--><br>\nMachen wir ein Gedankenexperiment und stellen uns vor, ein im Dienste an seiner Wissenschaft ergrauter Professor der P&auml;dagogik k&auml;me nach sechs Jahren Abwesenheit wegen Aufenthalts in einem von allen Nachrichten abgeschirmten Forschungsinstitut am Ende des Wintersemesters 2006\/2007 wieder zur&uuml;ck an die Universit&auml;t Bielefeld, seine einstige Wirkungsst&auml;tte. Es ist Montagmorgens um kurz vor 10 Uhr. Unser Professor, vom Parkhaus kommend, versucht mit M&uuml;he, sich, ohne zu Boden gerissen zu werden, in den dichten Menschenstrom einzureihen, der sich unaufhaltsam in Richtung Haupteingang w&auml;lzt. Vor dem Eingang kommt es zu Stockungen, weil ein paar unentwegte Raucher es nicht lassen k&ouml;nnen, eine Fr&uuml;hst&uuml;ckszigarette zu sich zu nehmen und, aus der Unihalle verbannt, hastig ein paar Z&uuml;ge inhalieren, ungeachtet des eisigen Windes. Nachdem er gl&uuml;cklich die Halle erreicht hat und sich m&uuml;hsam im Gewimmel zu orientieren sucht, wird unserem Professor sogleich ein Handzettel aufgen&ouml;tigt, der ihn in Kenntnis setzt, dass der einst mit vielen Vorschusslorbeeren als gro&szlig;artige Innovation auf den Weg gebrachte integrierte Studiengang Kunst\/Musik pl&ouml;tzlich abgeschafft werden soll. Bereitwillig unterschreibt der Professor, der diesem Studiengang als selbst k&uuml;nstlerisch interessierter Mensch von Anfang an viel Sympathie entgegengebracht hatte, eine gegen die Aufl&ouml;sung gerichtete Protestresolution und stolpert gleich anschlie&szlig;end &uuml;ber einen Informationsstand, an dem studentische Berater ihre Dienste anbieten, falls jemand zwecks R&uuml;ckzahlung der ihm abverlangten 500 Euro Studiengeb&uuml;hren f&uuml;r das Wintersemester eine Klage vor dem Verwaltungsgericht einreichen will. &bdquo;Wie bitte? Studiengeb&uuml;hren?&ldquo; fragt sich unser Professor, &bdquo;das war doch von Bildungspolitikern aller Richtungen immer als v&ouml;llig undenkbar bezeichnet worden, schon wegen der F&ouml;rderung von Studierenden aus unterprivilegierten Schichten. Ist das denn pl&ouml;tzlich alles nicht mehr wahr?&ldquo; Die n&auml;chste Horrornachricht wartet aber schon auf ihn: Ein Informationsstand der Gewerkschaft macht ihn darauf aufmerksam, dass die Angeh&ouml;rigen der Universit&auml;t seit dem Jahreswechsel nicht mehr im Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) stehen, sondern aufgrund des von der konservativen Landesregierung durchgesetzten Hochschulfreiheitsgesetzes nunmehr im Dienste der Universit&auml;t st&uuml;nden, was zumindest f&uuml;r die unteren Dienstr&auml;nge gravierende Einbu&szlig;en an Mitbestimmungsrechten mit sich br&auml;chte. &bdquo;Das kann ja heiter werden!&ldquo; entf&auml;hrt es unserem Professor, w&auml;hrend er sich bem&uuml;ht, sich einen Weg durch das studentische Gedr&auml;nge vor dem Eingang des Audi Max zu bahnen. Er wirft einen irritierten Blick durch die T&uuml;r des H&ouml;rsaales: Fast alle Pl&auml;tze sind schon besetzt, einige Studenten lagern bereits auf den G&auml;ngen. &bdquo;Wie soll jemand unter derartigen Studienbedingungen nur etwas lernen?&ldquo; fragt sich unser Professor, &bdquo;da muss man doch kein Didaktiker sein, um den Unsinn dieser Studienorganisation zu erkennen!&ldquo; Verunsichert begibt er sich zum Fahrstuhl, um den Geb&auml;udeteil zu erreichen, in dem er fr&uuml;her heimisch war, doch da ereilt ihn eine weitere unangenehme &Uuml;berraschung: Die ihm einst vertrauten Kollegen sind gr&ouml;&szlig;tenteils nicht mehr da. Drei Schulp&auml;dagogen sind in den Ruhestand gegangen, ohne dass ihre Stellen wieder ad&auml;quat besetzt wurden. Stattdessen sind ihre B&uuml;ros von Nachwuchswissenschaftlern besetzt, die in befristeten Arbeitsverh&auml;ltnissen Drittmittelforschung zu schulfremden Themen betreiben. Unserem Professor ist unklar, wie die wenigen noch verbliebenen Schulp&auml;dagogen die Ausbildung f&uuml;r &uuml;ber 2000 Lehramtsstudenten tragen sollen. Sp&auml;ter erf&auml;hrt er dann, wie es den Verantwortlichen gelingt, diesen Mangel zu verschleiern, n&auml;mlich durch abgeordnete Lehrer und Lehrerinnen sowie Lehrbeauftragte, mit deren Hilfe die auff&auml;lligsten L&ouml;cher im Lehrangebot kaschiert werden. Es gibt aber noch einen weiteren Verschleierungstrick, von dem sp&auml;ter die Rede sein soll. Der n&auml;chste Schock besteht dann in der Mitteilung, dass in Bielefeld die Lehrerbildung seit dem Wintersemester 2002\/2003 auf Bachelor und Master umgestellt worden ist und dass entgegen urspr&uuml;nglichen Verlautbarungen nun auch der Diplomstudiengang vor dem Ende steht. Der Professor wendet sich mit Grausen und sucht sein Heil in der Flucht.<br>\nSoweit unser Gedankenexperiment. Es sollte zeigen, wie viele fr&uuml;her undenkbare Ver&auml;nderungen an unserer Hochschule in so kurzer Zeit stattgefunden haben, wobei hinzugef&uuml;gt werden muss, dass leider die Liste noch nicht vollst&auml;ndig ist, weil manches nicht direkt beobachtet werden kann. Zumindest der allgemein gesch&uuml;rte Rankingwahn mit seinen &bdquo;Leuchtturmprojekten&ldquo; und &bdquo;Exzellenzinitiativen&ldquo; darf hier nicht ungenannt bleiben, aber auch die so genannte Akkreditierung von Studieng&auml;ngen, deren teure Nebenwirkungen der &Ouml;ffentlichkeit v&ouml;llig unbekannt sind, genau wie ihre mangelnde Rechtsgrundlage. Die Frage aber ist nun: Ist das beschriebene B&uuml;ndel von Neuerungen nur zuf&auml;llig im gleichen Zeitraum eingef&uuml;hrt worden oder gibt es so etwas wie eine gemeinsame Ursache, die in unterschiedlichen Vermittlungsformen zu den genannten Symptomen f&uuml;hrt? Um die Antwort in einer These vorwegzunehmen: Es gibt sowohl einen Verursachungsprozess, den so genannten Bologna-Prozess, als auch mehrere Verursacher, die im Weiteren benannt werden sollen.<\/p><p>Zun&auml;chst aber wollen wir kl&auml;ren, auf welche Weise und aus welchem Grund dieser Bologna-Prozess es fertig bringen konnte, nicht nur die Universit&auml;t Bielefeld, sondern das gesamte deutsche Hochschulwesen in so wenigen Jahren zu deformieren, tendenziell vielleicht auch bald die gesamte europ&auml;ische Hochschullandschaft. <\/p><p>Am Anfang stand, so viel ist unstreitig, eine in Bologna abgehaltene Konferenz der mit gro&szlig;em Tross angereisten Bildungsminister aus 29 europ&auml;ischen Staaten, die nach nur eint&auml;giger Beratung am 9. Juni 1999 eine rechtlich v&ouml;llig belanglose Absichtserkl&auml;rung verk&uuml;ndeten, in der es hei&szlig;t, man wolle einen europ&auml;ischen Hochschulraum &bdquo;als Schl&uuml;ssel zur F&ouml;rderung der Mobilit&auml;t und arbeitsmarktbezogenen Qualifizierung seiner B&uuml;rger und der Entwicklung des Europ&auml;ischen Kontinents insgesamt&ldquo; schaffen. Das einzige, was konkret beschlossen wurde, war eine Folgekonferenz, die im Jahre 2001 in Prag stattfand, dann ging es als Biennale weiter: Berlin 2003 und Bergen 2005.<\/p><p>Liest man die jeweiligen Abschlussdokumente, dann ist unverkennbar, dass in rasantem Tempo immer rigidere Regelungen beschlossen wurden, so zum Beispiel auf der Berliner Konferenz erstmals die Festlegung, alle Studieng&auml;nge von Universit&auml;ten und Fachhochschulen auf Bachelor und Master umzustellen. Das w&auml;re als solches aber v&ouml;llig folgenlos geblieben, wenn die Hochschulen sich dem widersetzt h&auml;tten, denn Europa hat keinerlei Kompetenz, dergleichen rechtlich durchzusetzen. Dennoch stehen wir heute allenthalben vor der Behauptung, der Umgestaltungsprozess (ich nenne es lieber ganz deutlich die Destruktion) der Hochschulen sei bereits unumkehrbar. [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Einzige Rechtsgrundlage f&uuml;r den so genannten Bologna-Prozess war in Deutschland zun&auml;chst das von der damaligen Bundesministerin f&uuml;r Bildung und Wissenschaft Edelgard Bulmahn eingebrachte Hochschulrahmengesetz aus dem Jahre 2002. Diese Ministerin hatte ja von Anfang an die Umsetzung der zun&auml;chst ganz informellen &bdquo;Bologna-Beschl&uuml;sse&ldquo; mit gro&szlig;er Energie vorangetrieben, was ihr von Seiten des Erziehungswissenschaftlers Ulrich Herrmann den Vorwurf eintrug, sie habe die Zerst&ouml;rung der deutschen Universit&auml;t erzwungen. [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Diese Schuldzuweisung hat offensichtlich gute Gr&uuml;nde, kann aber nicht die ganze Wahrheit sein, denn im &sect; 19 (1) dieses Gesetzes wird zwar expressis verbis die Einrichtung von BA-\/MA-Studieng&auml;ngen erw&auml;hnt, aber nur als M&ouml;glichkeit (&bdquo;k&ouml;nnen &hellip; einrichten&ldquo;), nicht einmal als Empfehlung, geschweige denn als Verpflichtung. Schon die Kompetenz der L&auml;nder in Bildungsfragen stand dem im Wege. Erst die &Uuml;bernahme dieser Empfehlung in neue Hochschulgesetze der L&auml;nder gab diesem l&auml;ngst in Gang befindlichen Umwandlungsprozess &uuml;berhaupt eine Rechtsgrundlage. Dessen scheinen sich die zust&auml;ndigen Gesetzgeber in den L&auml;ndern aber, wenn man eine T&auml;uschungsabsicht nicht unterstellen will, gar nicht bewusst zu sein. Wie Hauke Brunckhorst in seinem lesenswerten Kommentar in der taz vom 12.08.2006 mit dem Titel: &bdquo;So wird Sachzwang gebaut&ldquo; [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] anschaulich illustriert, sind die Verantwortlichen in vorauseilendem Gehorsam gegen&uuml;ber den &bdquo;h&ouml;heren M&auml;chten&ldquo; Europas bereit, ihre genuine gesetzgeberische Kompetenz freiwillig aufzugeben. Bezeichnend f&uuml;r diese Tendenz ist ein von Brunckhorst zitierter Satz aus der Vorlage der schleswig-holsteinischen Landesregierung f&uuml;r ein neues Hochschulgesetz: &bdquo;Der Bolognaprozess mit seinen 45 Mitgliederstaaten setzt Standards, die auf der Ebene des jeweiligen Landes umgesetzt werden m&uuml;ssen&ldquo;. Dies ist eine grotesk falsche Sachaussage, und man kann fast nicht annehmen, dass die Landesregierungsministerialen, die ja in der Regel Juristen sind, so blind gewesen sind, dies zu &uuml;bersehen. Viel n&auml;her liegt da schon die Vermutung, dass die wahren Motive, die die Bundesl&auml;nder zur zwingenden Durchsetzung der Bologna-Beschl&uuml;sse treiben, verdeckt werden sollen. Es ist also die Frage zu stellen: Welchen Vorteil haben die Bundesl&auml;nder von der neuen Studienstruktur &ndash; einmal abgesehen von den hehren Phrasen zu Propagandazwecken? Die Antwort ist vor dem Hintergrund, dass fast alle Hochschulen seit zwei Jahrzehnten systematisch kaputt gespart worden sind, leicht zu finden: Es geht darum, Reformaktivit&auml;t zu zeigen, ohne dass es etwas kostet, besser noch: dass die Reformaktivit&auml;t sogar Argumente f&uuml;r weitere Einsparungen liefert. Als problematisch wurde ja schon seit l&auml;ngerem die hohe Verweildauer deutscher Studierender an den Universit&auml;ten angesehen, ein zweiter Punkt war die gegen&uuml;ber verschulteren Hochschulsystemen h&ouml;here Abbrecherquote. Was liegt da n&auml;her als die Einf&uuml;hrung eines nur sechssemestrigen Kurzstudiengangs (Bachelor), der hochstaplerisch als berufsqualifizierend bezeichnet wird und auch solchen Studierenden durch Verschulung und herabgesetzte wissenschaftliche Anforderungen das Erreichen eines Hochschulabschlusses erm&ouml;glicht, die zu wissenschaftlichem Denken gar nicht in der Lage w&auml;ren? [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Dies ist auch f&uuml;r die Au&szlig;endarstellung gegen&uuml;ber der OECD vorteilhaft, die ja in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden die angeblich zu geringe Hochschulabsolventenquote in Deutschland moniert. Wenn man also die meisten Studierenden schon nach 6 Semestern wieder von der Hochschule schickt, hat man billig die Statistik gesch&ouml;nt, wenn auch festzuhalten ist, dass der BA-Abschluss ohne ein anschlie&szlig;endes MA-Studium nur als zertifizierter Studienabbruch bezeichnet werden kann. Dass zeitgleich in vielen Bundesl&auml;ndern entgegen allen fr&uuml;heren Absichtsbekundungen Studiengeb&uuml;hren eingef&uuml;hrt worden sind, kann bei dieser Herabsetzung der Standards (man k&ouml;nnte von &bdquo;Bildungs-Limbo&ldquo; sprechen) nur noch als Unversch&auml;mtheit gewertet werden. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Gleichzeitig sieht man aber an der geplanten Staffelung der Studiengeb&uuml;hren, dass eine Abschreckung m&ouml;glichst vieler Studierender von einer l&auml;ngeren Nutzung des universit&auml;ren Bildungsangebots tats&auml;chlich beabsichtigt ist. <\/p><p>Offen bleibt dar&uuml;ber hinaus aber die Frage, wann denn nun bei den verbleibenden MA-Studierenden, die sowohl die Notenh&uuml;rde als auch die Geb&uuml;hrenh&uuml;rde &uuml;berwunden haben, die Verwissenschaftlichung des Studiums beginnen soll. Wenn wir den Bielefelder Modellversuch zur &bdquo;konsekutiven Lehrerbildung&ldquo; als Beispiel nehmen, besteht im Nebenfach Erziehungswissenschaft gar keine Hoffnung, denn es kann sowohl Bestandteil des BA-Studiums als auch des MA-Studiums sein, und die Lehrveranstaltungen  sind f&uuml;r beide Studieng&auml;nge identisch. In den Hauptf&auml;chern k&ouml;nnte es sich prinzipiell anders darstellen, aber beim MA f&uuml;r Grund-, Haupt- und Realschulen (GHR) dauert das Masterstudium nur noch 2 Semester, so dass f&uuml;r eine wissenschaftliche Vertiefung keine Zeit bleibt. Allenfalls bei Studierenden des MA-Studiengangs f&uuml;r Gymnasien und die Oberstufe von Gesamtschulen (GymGe) besteht also eine gewisse Chance, &uuml;ber ein oberfl&auml;chliches Lernstudium hinauszukommen. Wie allerdings Studierende, die drei Jahre lang im BA-Studium auf B&uuml;ffeln von viel zu viel Faktenwissen sozialisiert sind, nun pl&ouml;tzlich zu problembewussten und kritischen Wissenschaftlern mutieren sollen, ist mir schleierhaft.<\/p><p>Viel n&auml;her liegt da die ideologiekritische Vermutung, dass kritisches und eigenst&auml;ndiges Denken als universit&auml;res Ausbildungsziel gar nicht mehr angestrebt oder einer winzigen Elite w&auml;hrend ihres Doktorandenstudiums vorbehalten werden soll. Diese Beurteilung der Sachlage teile ich mit Konrad Paul Liessmann, der in seinem Buch &bdquo;Theorie der Unbildung&ldquo; [<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] auf das Problem aufmerksam macht, dass in der so genannten Wissensgesellschaft gar kein wirkliches, pers&ouml;nlich bedeutsames Wissen mehr angestrebt werden soll, sondern das &bdquo;Bildungsideal&ldquo; im Erwerb eines nur f&uuml;r eine begrenzte Zeit g&uuml;ltigen und nachgefragten Wissens ohne Tiefgang besteht. Die eigentlich interessante Frage ist dabei, wer denn das nachgefragte Wissen definiert und nach eigenen Interessen kontinuierlich umdefinieren kann. Hier kommen nun unweigerlich hochschulfremde und bildungsfeindliche Interessen ins Spiel, und zwar &ouml;konomische Interessen. Der Bologna-Prozess in Deutschland kann gar nicht zureichend erkl&auml;rt werden ohne seinen bislang nicht erw&auml;hnten Motor, die Bertelsmann-Stiftung. Diese betreibt offensiv eine Politik der neoliberalen Entstaatlichung der Gesellschaft und damit auch des Bildungswesens, um ihre spezifischen Interessen im Bildungswesen voranzutreiben. Sie hat sich im Laufe der Jahre zum einflussreichsten Sto&szlig;trupp des Privatisierungsgedankens im Bildungswesen entwickelt. [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>] Bezogen auf die Hochschulpolitik war der folgenreichste Schachzug der &bdquo;Bertelsm&auml;nner&ldquo; die Gr&uuml;ndung des &bdquo;Centrums f&uuml;r Hochschulentwicklung (CHE)&ldquo; zusammen mit der daf&uuml;r ins Boot geholten Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Jahre 1994 in der Rechtsform einer gemeinn&uuml;tzigen GmbH. Die vorher eher betulich und konservativ agierende HRK verwandelte sich unter dem Einfluss der Bertelsmann-Stiftung zu einer Institution, die von sich aus den Bologna-Prozess aggressiv vorantreibt. Auf ihrer Internet-Seite kann man zum Beispiel einen Fahrplan zur Umstrukturierung von Studieng&auml;ngen herunterladen (Titel: 10 Schritte nach &bdquo;Bologna&ldquo;). Einen weiteren Hinweis auf die Durchsetzungskraft der Bertelsmann-Stiftung bietet der &uuml;berst&uuml;rzte, ohne erkennbare Rechtsgrundlage erfolgte Aufbau eines privaten Akkreditierungswesens in Deutschland. In keinem anderen Land Europas gibt es eine &auml;hnliche Entwicklung, wie auch Johanna Witte [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] feststellt, die immerhin im Sold des CHE, also der Bertelsmann-Stiftung, steht. Mit der Einrichtung von Akkreditierungs-Agenturen, die f&uuml;r teures Geld jeden einzelnen Studiengang nach willk&uuml;rlichen und vor allem weitgehend wissenschaftsfremden Kriterien zu bewerten haben, ist ein gro&szlig;er Schritt zur Privatisierung des Hochschulwesens vollzogen worden. Dabei muss man sich klarmachen, dass die Kosten (ca. 15.000 Euro pro Studiengang) von den Hochschulen getragen werden m&uuml;ssen, und zwar alle 3-4 Jahre wieder. Das Geld f&uuml;r diese h&ouml;chst parasit&auml;re quasi-staatliche Parallelverwaltung wird also dem eigentlichen Studiengang entzogen. Schon dadurch werden die Hochschulen massiv gesch&auml;digt, was dann progressiv zu Personalabbau und Sachmittelk&uuml;rzungen f&uuml;hrt. Der immer mehr zusammengek&uuml;rzte Etat der Unibibliothek legt davon genauso Zeugnis ab wie die in unserem Gedankenexperiment erw&auml;hnte Schlie&szlig;ung von Studieng&auml;ngen und die didaktisch unverantwortliche Renaissance der Gro&szlig;vorlesung aus schierer Personalknappheit. Wie der Verfassungsrechtler Joachim Lege [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>] feststellt, ist der Zwang zur Akkreditierung ein deutlicher Versto&szlig; gegen die grundgesetzlich verbriefte Freiheit von Forschung und Lehre, und die Abgabe der Fachaufsicht &uuml;ber die Hochschulen an private Agenturen entbehrt jeder Rechtsgrundlage. Hier k&ouml;nnte es noch spannende Entwicklungen geben, wenn sich ein Kl&auml;ger findet. <\/p><p>Damit hatte sich unter anderem das Land NRW schon sehr weit aus der Verantwortung f&uuml;r das krankgesparte Hochschulwesen zur&uuml;ckgezogen, sollte man meinen, aber auch der letzte noch fehlende Schritt, der formale Verzicht auf die Fachaufsicht &uuml;ber die Hochschulen, wurde mit dem zum Jahreswechsel in Kraft getretenen &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; dar&uuml;ber hinaus noch vollzogen. Der Text zu diesem Gesetz wurde nachweislich im Hause Bertelsmann vorformuliert, und der Bildungsminister hat nun auch noch das CHE damit beauftragt, die Implementation dieses Gesetzes zu &uuml;berwachen. <\/p><p>Welchen Vorteil hat die Landesregierung von dieser bedingungslosen Kapitulation vor dem Medienimperium? Warum fl&uuml;chtet sie in die Verantwortungslosigkeit? Die Antwort ist verbl&uuml;ffend einfach: Man kann jetzt den Landeshaushalt ungeniert durch weitere Einsparungen im Hochschulbereich sanieren, ohne die dadurch verursachten Sch&auml;den gegen&uuml;ber den Betroffenen oder der politischen &Ouml;ffentlichkeit noch selbst verteidigen zu m&uuml;ssen. Die Exekutierung der Grausamkeiten wird delegiert an die unteren Etagen. Die Entscheidung dar&uuml;ber, wen oder was man opfern soll, muss jetzt das Rektorat jeder einzelnen Hochschule treffen, w&auml;hrend die Landesregierung sich aus der Schusslinie zur&uuml;ckgezogen hat. [<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>] Dieser Zweck w&auml;re aber auch unter Beibehaltung der bisherigen Universit&auml;tsstruktur zu erreichen gewesen, sodass die im &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; dekretierte Einsetzung eines aus mindestens 50 Prozent universit&auml;tsfremden Personen bestehenden Hochschulrates als oberste Lenkungsinstanz nur als ein weiteres Indiz f&uuml;r den Einfluss der Bertelsmann-Stiftung gedeutet werden kann. Hier wurde ja nicht nur die universit&auml;re Selbstverwaltung zerschlagen, ein erkl&auml;rtes Ziel der Bertelsmann-Stiftung seit der Gr&uuml;ndung des CHE, sondern dar&uuml;ber hinaus der Einfluss der Wirtschaft auf die Hochschulen ganz offiziell institutionalisiert. Wer so naiv ist zu glauben, dass die hochschulfremden Mitglieder des Hochschulrates sich &auml;hnlich wie die Aufsichtsratgremien des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens aus Vertretern aller als gesellschaftlich relevant angesehenen Interessengruppen rekrutieren w&uuml;rden, m&ouml;ge sich einmal dort umsehen, wo es solche Hochschulr&auml;te schon gibt, z. B. in Bayern oder Baden-W&uuml;rttemberg. Ein besonders beeindruckender Beleg daf&uuml;r, dass die Repr&auml;sentanten von Gro&szlig;konzernen und wirtschaftlichen Spitzenverb&auml;nden dabei sind, die Macht an den Hochschulen zu ergreifen, ist die k&uuml;rzlich zur Eliteuniversit&auml;t gek&uuml;rte Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t in M&uuml;nchen. Die Zusammensetzung des Hochschulrates ist auf der Internet-Seite der Hochschule nachzulesen. <\/p><p>Dass die Bertelsmann-Stiftung das &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; in Nordrhein-Westfalen nur als Etappensieg auf dem Wege zur weiterverfolgten v&ouml;lligen Privatisierung aller Hochschulen verbucht hat, kann als sicher gelten. <\/p><p>Wie kommt es, dass die einst so selbstbewusste Professorenschaft der Hochschulen, insbesondere der Universit&auml;ten, sich diesem politischen Handstreich, von wenigen r&uuml;hmlichen Ausnahmen abgesehen [<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] &ndash; nicht nur nicht widersetzt hat, sondern sogar mit besch&auml;mender Beflissenheit nach wie vor Beihilfe dazu leistet? Warum unterwerfen sie sich den von der Bertelsmann-Stiftung veranstalteten, nach willk&uuml;rlichen Kriterien angestellten Rankings und arbeiten Akkreditierungsagenturen zu, die den Hochschulen gro&szlig;en finanziellen Schaden zuf&uuml;gen? Wieso beteiligen sie sich an &bdquo;Exzellenzinitiativen&ldquo;, obwohl ihnen klar sein muss, dass jeder Euro, der einem solchen Projekt zuflie&szlig;t, an irgendeiner anderen Stelle im Bildungswesen weggek&uuml;rzt wurde? Aus welchem Grund lassen sich die Hochschulen und Fakult&auml;ten von den Regierenden in eine sinnlose Konkurrenz treiben, anstatt solchen Zumutungen geschlossen entgegen zu treten? Ich denke, das all diesen &bdquo;Mitmachern&ldquo; gemeinsame Motiv ist die von der Obrigkeit auch absichtsvoll gesch&uuml;rte Hoffnung, f&uuml;r sich selbst oder den eigenen Fach- oder Forschungsbereich irgendeinen noch so begrenzten Profit aus der allgemeinen Bildungsmisere zu schlagen. Zwar wurden die Bildungsausgaben in Deutschland im Jahre 2006 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes schon wieder gegen&uuml;ber dem Vorjahr um 1,4 Milliarden Euro gek&uuml;rzt, entgegen allen vollmundigen Phrasen von allerh&ouml;chster Stelle, aber durch Umverteilung der geschrumpften Mittel ist f&uuml;r manche Beteiligte doch noch etwas zu gewinnen. Das Mittel der Wahl ist die &bdquo;Exzellenzinitiative&ldquo;, und dabei sind die jetzt schon besser gestellten Hochschulen gegen&uuml;ber den &auml;rmeren klar im Vorteil, so dass, wie in der deutschen Gesellschaft generell, die Kluft zwischen Arm und Reich immer gr&ouml;&szlig;er wird.. Dies erkl&auml;rt hinreichend, warum die Reichen das System der Konkurrenz st&uuml;tzen. Warum aber machen die Armen mit, die doch t&auml;glich erfahren, dass sie immer weiter ausgehungert werden? Die Antwort liegt wohl in der depressiven Grundstimmung der Unterprivilegierten, die dazu f&uuml;hrt, dass es auch im &bdquo;Untergeschoss&ldquo; des Hochschulwesens eine Konkurrenz gibt. Hier besteht der angestrebte Erfolg darin, bei der mit Sicherheit zu erwartenden n&auml;chsten K&uuml;rzungswelle etwas schonender behandelt zu werden als die anderen. Das Mittel dazu ist die bedingungslose Unterwerfung, ja der vorauseilende Gehorsam gegen&uuml;ber allen Zumutungen der Obrigkeit: Folgsamkeit als &bdquo;Exzellenz der Armen&ldquo;! <\/p><p>Nach Kl&auml;rung der Mitmachmotive sollen nun die tragenden Kernbegriffe des Bologna-Prozesses analysiert werden, wobei auch die Konsequenzen und Nebeneffekte ihrer konkreten Umsetzung am Beispiel des Bielefelder Modellversuchs zu pr&uuml;fen sind.<\/p><p>Beginnen wir mit dem &bdquo;Zwei-Zyklen-Modell&ldquo; der Bologna-Erkl&auml;rung, das in der Folge sehr schnell zum Bachelor-\/Master-System verengt wurde und dessen Bielefelder Variante als &bdquo;konsekutive Lehrerbildung&ldquo; bezeichnet wird. Dazu ist zu sagen, dass jeder geplante Studienaufbau in dem Sinne konsekutiv ist, dass die einzelnen Studienelemente in einer mehr oder minder festgelegten Reihenfolge zu durchlaufen sind. Auch eine Zwischenstation in Form der Vordiplompr&uuml;fung oder der Bescheinigung &uuml;ber den Abschluss des Grundstudiums hat es schon lange gegeben. Neu ist lediglich die Behauptung, der Bachelor-Abschluss sei bereits ein berufsqualifizierender, vollwertiger Studienabschluss. Wie die Leistungsanforderungen des BA-Nebenfachs Erziehungswissenschaft belegen, kommen die Studierenden aber w&auml;hrend der sechs Semester bis zum Erwerb des Bachelorabschlusses &uuml;ber das Niveau des fr&uuml;heren Lehramtsgrundstudiums qualitativ nicht hinaus. Der Bielefelder Lehramtsbachelor stellt also zumindest im Fach Erziehungswissenschaft nur eine verbreiterte Form des ehemaligen Grundstudiums dar. Hinzu kommt die unleugbare Tatsache, dass der BA-Abschluss eben nicht in dem Sinne berufsqualifizierend ist, dass man damit gleich ins Referendariat gehen k&ouml;nnte. Es muss ein zwei- oder viersemestriges Masterstudium hinzutreten, um in die zweite Phase der Lehrerausbildung aufgenommen zu werden. Dass auch die Wahlm&ouml;glichkeit, das Nebenfach Erziehungswissenschaft entweder im BA-Studium oder im anschlie&szlig;enden MA-Studium zu betreiben, der Idee eines konsekutiven Studiums widerspricht, muss nicht besonders betont werden.<br>\nAls n&auml;chstes soll das Prinzip der Modularisierung von Studieng&auml;ngen analysiert werden. Der Begriff Modul stammt aus dem Bereich der Technik und bezeichnet dort ein relativ selbst&auml;ndiges Element in einem gr&ouml;&szlig;eren System, das ausgetauscht werden kann, ohne dass das umgebende System adaptiert werden muss. Sowohl die Austauschbarkeit als auch die innere Organisation sind also charakteristisch f&uuml;r ein Modul. Bezogen auf die Organisation von Studieng&auml;ngen haben diese beiden Charakteristika unterschiedliche Konsequenzen, die sich bei der Modularisierung eines strukturierten Studiengangs zeigen. Ein berufsqualifizierender Studiengang, der mit der Zielvorstellung der Professionalisierung ernst macht, m&uuml;sste ja zun&auml;chst ein Anforderungsprofil der angestrebten Profession erstellen und dann die in einer sinnvollen Reihenfolge zu erwerbenden allgemein wissenschaftlichen und speziell fachbezogenen Qualifikationen und Lerninhalte bestimmen. Diese stringente Zielf&uuml;hrung wird mit der Modularisierung aufgebrochen, weil die einzelnen Module verselbst&auml;ndigt werden und demnach in unterschiedlichsten Zusammenh&auml;ngen verwendbar sind und auch sein sollen. Polyvalenz hei&szlig;t das Zauberwort, das die Orientierungslosigkeit verschleiern soll. Der BA-Nebenfachstudien-gang Erziehungswissenschaft soll polyvalent sein. Dies zeigt sich zum Beispiel an der Tatsache, dass das Orientierungspraktikum in der Studieneingangsphase nicht in der Schule stattfinden muss. Und so geht es weiter: Die f&uuml;r das weitere Studium zentralen &bdquo;Profilmodule&ldquo; sind ihrer Intention nach &bdquo;berufsfeld- und schulstufen&uuml;bergreifend angelegt, und jedes Profil kann zudem in eine T&auml;tigkeit in au&szlig;erschulischen Berufsfeldern einm&uuml;nden&ldquo;. [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>] Wie die behauptete &bdquo;Einm&uuml;ndung&ldquo; in ein bestimmtes Berufsfeld sich nach einem derart diffusen Studium schlie&szlig;lich ereignen soll, bleibt der Phantasie des Lesers &uuml;berlassen. Dabei w&auml;re es heute sehr einfach, ein professionelles Lehramtsstudium zu konzipieren. <\/p><p>Sp&auml;testens seit der gro&szlig;en Studie von Wang, Haertel und Walberg [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>] ist empirisch erwiesen, welche Faktoren einen f&ouml;rdernden Einfluss auf Sch&uuml;lerleistungen haben. Nicht alle Faktoren sind schulisch unmittelbar zu beeinflussen. Dies trifft besonders f&uuml;r den st&auml;rksten Einflussfaktor, die Intelligenz der Sch&uuml;ler und Sch&uuml;lerinnen, zu. Aber schon der zweitst&auml;rkste Faktor, die Qualit&auml;t der Klassenf&uuml;hrung, f&auml;llt in den Zust&auml;ndigkeitsbereich des Lehrers wie auch die bald folgenden Faktoren fachliche und didaktische F&auml;higkeiten und Kenntnisse, w&auml;hrend der Faktor schulorganisatorische Ma&szlig;nahmen, das Hauptgebiet von Schulreformen, weit abgeschlagen auf Platz 18 rangiert. <\/p><p>Didaktik und Lehrerverhalten kommen zwar inzwischen als Unterpunkte des Profilmoduls 4 &bdquo;Organisation und Schulentwicklung&ldquo; im Studiengang Erziehungswissenschaft vor, aber ihr Studium ist nicht obligatorisch im Gegensatz zum alten Lehramtsstudium, das im Hauptstudium einen Leistungsnachweis in Didaktik vorschrieb. Hier m&ouml;chte ich noch einmal pr&auml;zisieren: Wenn ich die zerschlagene alte Studienstruktur mit ihren gr&ouml;&szlig;eren Wahlm&ouml;glichkeiten bei klarem Vorschreiben des Notwendigen gegen&uuml;ber dem verschulten BA-Studium besser bewerte, so ist damit nicht die Behauptung verbunden, fr&uuml;her h&auml;tten alle Studierenden die objektiv gegebenen Vertiefungsm&ouml;glichkeiten auch genutzt. Ich beharre aber nach jahrzehntelanger Lehr- und Pr&uuml;fungspraxis auf der Feststellung, dass eine durchaus nennenswerte Anzahl von Studierenden zu einem beachtlichen Niveau vorgedrungen war, w&auml;hrend heute jede Vertiefung zu Lasten der geforderten inhaltlichen Breite geht. Bei den heutigen Bef&uuml;rwortern der BA-\/MA-Struktur habe ich allerdings den begr&uuml;ndeten Verdacht, dass sie ihre fr&uuml;here Studienfreiheit deswegen nicht zu sch&auml;tzen wissen, weil sie auch schon damals nur die engen Grenzen ihres eigenen Bildungsverst&auml;ndnisses abgeschritten sind. <\/p><p>Einen Vorteil hat die konfuse Konzeption des BA-Nebenfachs Erziehungswissenschaft aber f&uuml;r die Lehrplanung der Fakult&auml;t f&uuml;r P&auml;dagogik. In den verschiedenen Profilmodulen, die ja den L&ouml;wenanteil des Lehrangebots ausmachen, k&ouml;nnen sich wegen der mangelnden Schulbezogenheit Lehrende aller fachlichen Schattierungen tummeln. Sie sind eine Spielwiese f&uuml;r Sozialp&auml;dagogen, Medienp&auml;dagogen, Bildungs&ouml;konomen und sozial-psychologisch angehauchte Diagnostiker und Berater. Da f&auml;llt das mangelnde Angebot von lehramtsrelevanten Lehrveranstaltungen gar nicht so auf. Wenn aber jemand, geschult an den Ergebnissen von Wang und Mitarbeitern, eine Relevanzanalyse des Lehrangebots durchf&uuml;hrt, wie es die Studierenden in meinem Einf&uuml;hrungsseminar im vergangenen Wintersemester getan haben, dann kommt er mit viel Wohlwollen auf einen relevanten Anteil von 20 Prozent. Dies als Errungenschaft der Lehrerausbildung zu preisen, erfordert schon ein hohes Ma&szlig; an Realit&auml;tsverleugnung.<br>\nWir haben nun gesehen, dass auf der Makro-Ebene die Modularisierung einer zielgerichteten Studiengangsplanung entgegenwirkt, eine Erscheinung, die sich auch in der Leistungserbringungsform des so genannten Portfolios widerspiegelt, dessen inhaltliche Ausgestaltung v&ouml;llig beliebig ist. Genau genommen, ist die im Bielefelder Modellversuch praktizierte Variante der &bdquo;konsekutiven Lehrerbildung&ldquo; viel diffuser als das von seinen Bef&uuml;rwortern so geschm&auml;hte Lehramtsstudium. An dieser Einsch&auml;tzung kann auch der Verweis auf die zwei Pflichtpraktika nichts &auml;ndern, denn das Orientierungspraktikum muss, wie schon erw&auml;hnt, gar nicht in der Schule stattfinden, und auch das sp&auml;ter stattfindende Praktikum im Rahmen des so genannten Fallstudienmoduls hat nicht die Zielsetzung, den Praktikanten die M&ouml;glichkeit eigenen Unterrichtens zu geben. Ein Praktikum, das nur zum Beobachten von Unterricht da ist, verdient diesen Namen nicht, denn es enth&auml;lt den Studierenden die vorher vorhandene Gelegenheit vor, sich selbst im Umgang mit einer Schulklasse zu erproben und eventuell rechtzeitig festzustellen, dass die Eignung dazu fehlt. <\/p><p>Auf der Mikro-Ebene wirkt sich die Modularisierung aber ganz anders aus. Wie Philipp Gonon in einem Beitrag zum Thema in der Zeitschrift Forschung und Lehre [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] plausibel erkl&auml;rt, f&uuml;hrt die Modularisierung in der Binnenstruktur von Lehrangeboten oder Studienelementen zur Standardisierung und zu kleinschrittig aufgebauten Lernsequenzen, deren Erfolg auch unmittelbar darauf abgepr&uuml;ft wird. Hier feiert im Interesse einer sehr vordergr&uuml;ndig und &ouml;konomisch verstandenen Unterrichtseffizienz die Primitivvariante der Lernzielorientierung fr&ouml;hliche Urst&auml;nde, die ich mit meiner Habilitationsschrift [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] schon vor 25 Jahren &uuml;berwunden zu haben glaubte. Das Interesse an der leichten Kontrollierbarkeit der erzielten Lernergebnisse f&uuml;hrt schon bei der Lernzieldefinition zu einer Bevorzugung simpler Ziele. Die prinzipiell ja durchaus gegebene M&ouml;glichkeit, die Instrumente der Lernzieltheorie zu einer Steigerung des Bildungsniveaus im Sinne heuristischen Denkens und des Erwerbs von f&uuml;r die Fachstruktur bedeutsamen Inhaltskategorien zu nutzen, wird leider meistens nicht wahrgenommen.<br>\nDamit kommen wir zum noch ausstehenden Thema der Leistungspunkte. Dies ist eine echte Neuerung gegen&uuml;ber den hier bisher &uuml;blichen Studieng&auml;ngen, wenn denn die schlichte &Uuml;bernahme des in den USA schon lange &uuml;blichen Punktsystems als Neuerung bezeichnet werden soll. In den hier bisher gewohnten Studieng&auml;ngen wurden die zu absolvierenden Studienanteile in einer real feststellbaren Einheit, den aufsummierten Semesterwochenstunden und Leistungsnachweisen definiert. Dagegen wird die Recheneinheit der Leistungspunkte damit beworben, dass hier die Arbeitsbelastung (workload) der Studierenden viel umfassender gew&uuml;rdigt werde, weil auch Vor- und Nachbereitung von Seminarsitzungen sowie h&auml;usliche Lekt&uuml;re mit in die Bewertung eingingen. Dem ist entgegenzuhalten, dass nach meiner inzwischen fast f&uuml;nfj&auml;hrigen Erfahrung mit diesem Leistungspunktsystem die f&uuml;r eine Lehrveranstaltung angegebenen zu erwerbenden Leistungspunkte ein v&ouml;llig fiktiver Wert sind. Ich kenne keinen Kollegen, der je versucht h&auml;tte, die von ihm &uuml;ber den Daumen eingesch&auml;tzte Arbeitsbelastung seiner Studierenden empirisch zu &uuml;berpr&uuml;fen. Vollends ad absurdum wird das Leistungspunktsystem dann gef&uuml;hrt, wenn, wie schon vorgekommen, f&uuml;r die Absolvierung einer bestimmten Lehrveranstaltung je nach Studiengangszuordnung unterschiedlich viele Leistungspunkte vergeben werden. Ich schlage daher vor, die Umstellung der deutschen Hochschulen auf amerikanische Strukturen als McDonaldisierung des Bildungswesens zu bezeichnen, denn geistiges fast food ist ihr Inhalt und ihr Ziel. Nur nebenbei sei bemerkt, dass es vielleicht auch absurd erscheinen k&ouml;nnte, einen Europ&auml;ischen Hochschulraum dadurch installieren zu wollen, dass man die bew&auml;hrten europ&auml;ischen Universit&auml;tstraditionen zugunsten einer oberfl&auml;chlichen Amerikanisierung preisgibt.<\/p><p>Noch ein letztes grunds&auml;tzliches Argument gegen die BA-\/MA-Studienstruktur im Bereich der Lehrerbildung m&ouml;chte ich mir aber doch nicht verkneifen: Der Wegfall einer Abschlusspr&uuml;fung ist f&uuml;r mich unter pr&uuml;fungsrechtlichen Aspekten h&ouml;chst bedenklich. Der Abnehmer, also das Schulsystem, hat ein genuines Interesse daran, zu erfahren, welchen Leistungsstand die Absolventen eines lehrerbildenden Studiengangs am Ende ihres Studiums haben. Im<br>\nBA-\/MA-System sind jedoch alle Pr&uuml;fungen studienbegleitend. Das hat die Folge, dass zum Beispiel schlechte Leistungen am Ende des Studiums linear mit guten Leistungen aus der Anfangsphase verrechnet werden k&ouml;nnen. Hinzu kommt die M&ouml;glichkeit, Pr&uuml;fungen, die nicht zur gew&uuml;nschten Note gef&uuml;hrt haben, einfach zu wiederholen, so dass dieses Pr&uuml;fungsverfahren mit den Bedingungen eines Staatsexamens in keiner Weise zu vergleichen ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Staat in Bereichen, wo die Qualifikation der Studienabsolventen von gro&szlig;em &Ouml;ffentlichkeitsinteresse ist, wie etwa den Rechtswissenschaften und der Medizin, jemals auf das Staatsexamen als Qualit&auml;tskontrolle verzichten wird.<\/p><p>Was noch bleibt, ist eine pers&ouml;nliche Bilanz der f&uuml;nf Jahre, in denen ich gezwungen war, mich mit dem hier behandelten Problem auseinanderzusetzen. Auff&auml;llig war f&uuml;r mich von Anfang an der ungeheure Propagandaaufwand, mit dem der Bielefelder Modellversuch zur konsekutiven Lehrerbildung in Szene gesetzt wurde. Festzuhalten ist aber, dass es sich hier nicht um eine Bielefelder Sondererscheinung handelt, sondern sogar eine ganz typische Facette der im Zusammenhang mit dem Bologna-Prozess auf allen Ebenen festzustellenden sch&ouml;nf&auml;rberischen &bdquo;Innovationsrhetorik&ldquo; [<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] darstellt. Der Trick dabei besteht darin, dass mit einem eigens daf&uuml;r erfundenen Vokabular (z.B. &bdquo;Konzentration&ldquo; statt des gemeinten &bdquo;Einsparung&ldquo;) die von den Betroffenen gar nicht gewollten Ver&auml;nderungen sozusagen hinterr&uuml;cks durchgesetzt werden. Eine verlogene Sprache war noch nie das Kennzeichen lauterer Absichten! Auch die immer wieder angewendete &Uuml;berrumpelungstaktik ist ein in die gleiche Richtung weisendes Indiz: Bei der Einf&uuml;hrung des Bielefelder Modellversuchs hie&szlig; es noch, man brauche das Ganze doch gar nicht so grunds&auml;tzlich zu diskutieren, es sei doch nur ein Versuch, der auch wieder r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden k&ouml;nne. Noch vor Ablauf des Versuches hei&szlig;t es nun, alle Studieng&auml;nge m&uuml;ssten auf das BA-\/MA-Format umgestellt werden, dem k&ouml;nne sich niemand entziehen. Auch jetzt wird nirgends die Grundsatzfrage diskutiert, ob eine solche Umstellung &uuml;berhaupt sinnvoll sein kann. Ein Paradebeispiel f&uuml;r die Politik der vollendeten Tatsachen, eine zutiefst antidemokratische Vorgehensweise! Auch die im Folgenden noch zu schildernden weiteren Symptome der &bdquo;Bologna-Krankheit&ldquo; sind, wie ich inzwischen festgestellt habe, &uuml;berall verbreitet, so dass meine pers&ouml;nlichen Bemerkungen im besten Sinne exemplarisch gemeint sind. Ich will gerne zugeben, dass manche Konsequenzen der Umstellung sich nicht ganz so krass ausgewirkt h&auml;tten, wenn die Personalsituation an unserer Hochschule nicht so desolat w&auml;re. Dadurch wird aber die Generalisierbarkeit des Befundes nicht eingeschr&auml;nkt, denn die Situation an den meisten Hochschulen in Deutschland ist allem Anschein nach vergleichbar schlecht. <\/p><p>In die abenteuerliche Praxis der Erprobung des zu diesem Zeitpunkt erst in Rudimenten vorliegenden Konzepts ging es im Wintersemester 2002\/2003, hilfreich eskortiert von einer mehrseitigen Zusammenstellung der Pflichten des Lehrpersonals aus dem Rektorat. Verwundert nahm ich zur Kenntnis, was alles ich au&szlig;er Lehre und Selbstverwaltungspflichten noch pflichtgem&auml;&szlig; zu leisten hatte, vorwiegend Verwaltungst&auml;tigkeiten, die mit der Kontrolle der Studierenden zusammenhingen. Neu am BA-Studiengang war vor allem, dass nun f&uuml;r jeden einzelnen Teilnehmer einer Lehrveranstaltung dar&uuml;ber Buch gef&uuml;hrt werden musste, wie Pr&auml;senz und Leistungen einzusch&auml;tzen waren. Dies ist bei den ohnehin zu hohen Teilnehmerzahlen ein aufwendiger Vorgang. H&auml;tte ich Verwaltungsbeamter werden wollen, dann h&auml;tte ich mich um eine derartige Karriere bem&uuml;ht, aber zus&auml;tzlich zu meinen eigenen eigentlichen Aufgaben empfinde ich diesen erheblichen Verwaltungsaufwand, wie viele Kollegen auch, als eine Zumutung. Wenn selbst f&uuml;r die &bdquo;Aktive Teilname&ldquo; irgendwelche Leistungen erbracht werden m&uuml;ssen, fallen Korrekturen in einem unvertretbaren und zuvor nie da gewesenen Umfang an. Auch jetzt, nachdem die neuen Studieng&auml;nge zur Routine geworden sind, ist der Verwaltungsaufwand kaum geringer geworden. Zudem gibt es aufgrund der rigiden Folgestruktur und der unn&ouml;tigen Kompliziertheit des Studienaufbaus einen erheblich gestiegenen Beratungsbedarf auf Seiten der Studierenden, was auch zu einer Mehrbelastung der Lehrenden f&uuml;hrt. Hinzu kommen die schon erw&auml;hnten studienbegleitenden Pr&uuml;fungen.<\/p><p>Aber auch die Studierenden haben Probleme, die es in dieser Form bei der alten Lehrerbildung nicht gegeben hat. Besonders &auml;rgerlich ist die in allen F&auml;chern festzustellende Tendenz, immer mehr Lehrveranstaltungen als Pflichtveranstaltungen auszuweisen, ohne mit den anderen Fakult&auml;ten durch Absprachen daf&uuml;r zu sorgen, dass alle m&ouml;glichen F&auml;cherkombinationen auch wirklich in praxi studierbar sind. Hinzu kommt die f&uuml;r Studierende unertr&auml;gliche Tatsache, dass aufgrund der Personalknappheit gar nicht alle Studierenden die f&uuml;r sie in einem bestimmten Semester vorgeschriebenen Veranstaltungen tats&auml;chlich besuchen k&ouml;nnen. Dies f&uuml;hrt unweigerlich zu einem Zeitverlust, der wegen der inzwischen eingef&uuml;hrten Studiengeb&uuml;hren gleichzeitig ein Geldverlust ist, der von vielen durch zus&auml;tzliches Jobben im Semester wieder ausgeglichen werden muss. Geradezu fatal aber ist die mit der ge&auml;nderten Studienstruktur einhergehende Tendenz zu fl&auml;chendeckender Faktenberieselung ohne R&uuml;cksicht auf die voraussehbare  Wirkung, dass das m&uuml;hsam angelernte Wissen ohne Tiefgang und pers&ouml;nliche Bedeutung nach den jeweiligen zahlreichen Klausuren notwendig wieder dem Vergessen anheim f&auml;llt. Es ist deprimierend mit anzusehen, wie schnell p&auml;dagogisch-didaktische Erkenntnisse wie die Wichtigkeit des Entdeckenden Lernens oder des Exemplarischen Prinzips wieder in Vergessenheit geraten sind &ndash;  bei den Lehrenden, wohlgemerkt! Es wird wieder Zeit, die schon bei Friedrich Wilhelm D&ouml;rpfeld [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>] anzutreffenden klugen Bemerkungen zum &bdquo;Didaktischen Materialismus&ldquo;  nachzulesen. Er versteht darunter &bdquo;jene oberfl&auml;chliche p&auml;dagogische Ansicht, welche den eingelernten Stoff, gleichviel wie er gelernt sei, ohne weiteres f&uuml;r geistige Kraft h&auml;lt und darum das blo&szlig;e Quantum des absolvierten Materials schlankweg zum Ma&szlig;stabe der intellektuellen und sittlichen Bildung macht&ldquo;. Bemerkenswert scharf ist auch sein abschlie&szlig;endes Urteil: &bdquo;Der didaktische Materialismus ist keineswegs eine besondere Art p&auml;dagogischer Theorie, sondern &hellip; nichts anderes als eine aparte Spezies p&auml;dagogischer Unwissenheit.&ldquo; [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>]<\/p><p>Dass bei Studierenden, die niemals Zeit haben, &uuml;ber das Gelernte nachzudenken oder gar eigene Ideen zu entwickeln, keine echte Studienmotivation entstehen kann, ist nur folgerichtig. Eher beobachte ich den Fall, dass eine urspr&uuml;nglich vorhandene Motivation durch die Begleitumst&auml;nde des BA- oder MA-Studiums verloren geht. Wer st&auml;ndig nur gehetzt ist, hat auch nie ein wirkliches Erfolgserlebnis, das ihm zu intellektuellem Selbstbewusstsein verhelfen k&ouml;nnte, so dass gerade bei engagierten Studierenden die Gefahr besteht, dass sie an ihrem Studium verzweifeln. [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>] Die Statistik der psychosozialen Beratungsstellen weist an deutschen Hochschulen seit der Einf&uuml;hrung der BA-Studieng&auml;nge einen deutlichen Anstieg des Beratungsbedarfs auf, selbst schon bei Anfangssemestern. Wollen wir wirklich eine Generation von psychischen Wracks heranbilden? [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>] Und wie sollen aus diesen gehetzten Studierenden schlie&szlig;lich die gereiften Lehrerpers&ouml;nlichkeiten werden, die wir uns f&uuml;r unsere Kinder w&uuml;nschen? [<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>] Dieser Wunsch ist ja nur allzu berechtigt, denn sp&auml;testens seit dem Amoklauf eines Erfurter Gymnasiasten im Jahre 2002 ist auch die Bedeutung der lange vergessenen Erziehungsfunktion der Schule wieder ins Bewusstsein einer gr&ouml;&szlig;eren &Ouml;ffentlichkeit zur&uuml;ckgekehrt. Lehrer sollen also ihren Sch&uuml;lern und Sch&uuml;lerinnen nicht nur Wissen und fachliche Qualifikationen vermitteln, sondern auch ethische Werthaltungen. Dies aber ist nur durch eigenes Vorbild und konsequentes Handeln zu bewirken. Ein &bdquo;polyvalentes&ldquo;, d.h. deprofessionalisiertes Bachelor-Studium behindert eindeutig die Entwicklung erzieherischer Kompetenz! Beg&uuml;nstigt wird durch die neue Studienstruktur nur ein ganz bestimmter Typus von Studierenden: intellektuell anspruchslose und inhaltlich wenig interessierte Veranstaltungsteilnehmer, die sich allein durch ihre hohe Belastbarkeit hervortun. Alle anderen haben jetzt mehr Probleme als zuvor!<\/p><p>Nur der Vollst&auml;ndigkeit halber sei erw&auml;hnt, dass die erh&ouml;hten Belastungen von Lehrenden und Studierenden durch die Bologna-Entwicklung selbst im Hause Bertelsmann nicht &uuml;bersehen werden k&ouml;nnen. Die schon mehrfach erw&auml;hnte Johanna Witte sieht sich unter der Last der Fakten am Schluss ihrer Abhandlung &uuml;ber den Bologna-Prozess in Deutschland gezwungen zuzugeben, dass diese Probleme weit verbreitet sind. Dies ist f&uuml;r eine Mitarbeiterin des CHE nat&uuml;rlich eine unangenehme Feststellung, denn sie k&ouml;nnte den von ihrem Hause so vehement vorangetriebenen Umstellungsprozess nachhaltig diskreditieren. Den Ausweg aus diesem Dilemma findet sie im Sinne ihres Arbeitgebers, indem sie alle Schwierigkeiten nicht etwa der sie verursachenden Studien-&ldquo;reform&ldquo; anlastet, sondern den vorher etablierten und bew&auml;hrten Strukturen. Dies ist reine Demagogie, denn die genannten Probleme in dieser Form hat es vorher definitiv nicht gegeben!<\/p><p>Res&uuml;mieren wir das im Vorigen Festgestellte, den Verlust der Bildungsperspektive, die Belastungen f&uuml;r Lehrende und Lernende, die finanzielle Auspl&uuml;nderung der Hochschulen durch parasit&auml;re Akkreditierungsagenturen, die B&uuml;rokratisierung der Hochschulen, schlie&szlig;lich die ungeheure Ressourcenverschwendung bei der Umgestaltung der zahlreichen Studieng&auml;nge aller beteiligten Hochschulen in Europa. Wie viele Arbeitsstunden hoch qualifizierter Wissenschaftler sind wohl in den letzten Jahren daf&uuml;r vergeudet worden, in nicht enden wollenden  Sitzungen immer wieder tagender Planungsgremien funktionierende Studieng&auml;nge in Module und Submodule zu zerlegen und sich &uuml;ber die daf&uuml;r jeweils zu vergebende Anzahl von Leistungspunkten zu streiten? Die hier aufgewendete Energie w&auml;re eines sinnvolleren Zieles w&uuml;rdig gewesen! Stellt man dies alles in Rechnung, dann dr&auml;ngt sich unweigerlich die Frage auf: Sind das nicht zu viele Opfer f&uuml;r die Einrichtung des angestrebten &bdquo;Europ&auml;ischen Hochschulraums&ldquo;? Ist die Freiz&uuml;gigkeit beim Studium in Europa nicht zu teuer erkauft? Die Antwort auf diese Frage hat eine &uuml;berraschende Pointe: Die Freiz&uuml;gigkeit ist kein bisschen gr&ouml;&szlig;er geworden!<\/p><p>Bei meiner T&auml;tigkeit als Studienberater geh&ouml;rt es zu meinen Aufgaben, Studierende, die von anderen Hochschulen kommen, aufgrund ihrer dort erbrachten Leistungen in ein bestimmtes Fachsemester des hiesigen BA- oder MA-Nebenfachstudiums einzustufen. Dabei ist mir schnell klar geworden, dass die durch das neue ECTS-Leistungspunktesystem geschaffene Verrechenbarkeit von Studienleistungen im Grunde nur eine Fiktion darstellt. Auch wenn zwei BA-Studieng&auml;nge im selben Fach an zwei verschiedenen Hochschulen dieselbe Anzahl von Leistungspunkten erfordern, sagt das &uuml;ber die inhaltliche Ausgestaltung noch &uuml;berhaupt nichts aus, denn jede Hochschule bastelt sich ihre Studieng&auml;nge in eigener Regie zurecht, wobei die pers&ouml;nlichen Fachschwerpunkte der jeweiligen Lehrenden die dominierende Rolle spielen. Es gibt, im Gegensatz zu fr&uuml;heren Zeiten, noch nicht einmal mehr eine verbindliche Rahmenordnung, die f&uuml;r ein Mindestma&szlig; an inhaltlicher Vergleichbarkeit garantieren k&ouml;nnte! Bei der Einstufung bin ich also gezwungen, im Einzelnen zu pr&uuml;fen, welche Lehrveranstaltung in einem bestimmten Studiengangsmodul der anderen Hochschule bei wohlwollender Betrachtung mit einem hier geforderten Studienelement vergleichbar sein k&ouml;nnte. Ich habe es noch nie erlebt, dass alle erbrachten Leistungen ber&uuml;cksichtigt werden konnten. Jeder Wechsel hat einen Verlust f&uuml;r die Studierenden im Gefolge! <\/p><p>Die angeblich erreichte Mobilit&auml;t ist also bei n&auml;herem Hinsehen eine Fata Morgana! Wenn man dies in Rechnung stellt, ist es nahe liegend, an Kafka und seine Visionen eines alles &uuml;berwuchernden B&uuml;rokratismus zu denken. Der Unterschied ist nur, dass beim Bologna-Prozess zumindest f&uuml;r Deutschland durchaus ein Sinn zu erkennen ist, wenn man alle Propagandaphrasen beiseite l&auml;sst: der Machtgewinn und letztlich auch das Gesch&auml;ftsinteresse des Hauses Bertelsmann. Dies erkl&auml;rt die Tatsache, dass in keinem anderen europ&auml;ischen Land die Umstrukturierung der Studieng&auml;nge und der Hochschulen so radikal und so schnell vorangetrieben worden ist wie in Deutschland. In die gleiche Richtung wirkt aber auch die b&uuml;rokratische EU-Maschinerie in Br&uuml;ssel, die mit ihrer neoliberalen Grundtendenz gleichzeitig die Gesch&auml;ftsinteressen der Gro&szlig;konzerne &uuml;ber die politischen Interessen der Mitgliedstaaten stellt. Der Abbau des Sozialstaates ist hier ein genauso wichtiges Symptom wie der stillschweigende Abschied von der Idee, dass Bildung ein B&uuml;rgerrecht sein k&ouml;nnte.<\/p><p> Europas gr&ouml;&szlig;te St&auml;rke war immer seine Vielfalt. F&uuml;r die Br&uuml;sseler B&uuml;rokraten ist diese aber eher l&auml;stig, weil sie die Regierbarkeit einschr&auml;nkt und damit die Durchsetzung der Kapitalinteressen gegen die politischen Interessen der B&uuml;rger Europas behindert. Mit dem Siegeszug des &ouml;konomischen Denkens und der Einsetzung der &Ouml;konomie als Leitdisziplin ist die Idee der Europ&auml;ischen Universit&auml;t, das Bem&uuml;hen um Wahrheitsfindung und Unabh&auml;ngigkeit des Denkens, schn&ouml;de an den momentanen Zeitgeist verraten worden. Mit anderen Worten: Bildung Ade! Freiheit von Forschung und Lehre, Lernen in Freiheit, alles nur noch Worth&uuml;lsen f&uuml;r den rhetorischen Gebrauch bei feierlichen Anl&auml;ssen!<\/p><p>Bologna konnte einmal stolz darauf sein, die erste Universit&auml;t in Europa gegr&uuml;ndet zu haben. Das war im Jahre 1088. Schade, dass der Name Bologna nun auch zum Symbol f&uuml;r das Begr&auml;bnis der Europ&auml;ischen Universit&auml;t geworden ist! <\/p><p>Der Autor Dietrich Lemke ist als apl. Professor Schulp&auml;dagoge an der Universit&auml;t Bielefeld.<\/p><p>Ein Beitrag des Autors zu einer &auml;hnlichen Thematik ist soeben publiziert worden unter dem Titel &ldquo;Bologna &ndash; Anfang und Ende der Europ&auml;ischen Universit&auml;t &ndash; Eine Polemik&rdquo;. In: Andrea &Oacute;hidy, Ewald Terhart, J&oacute;zsef Zsolnai (Hrsg.): Lehrerbild und Lehrerbildung, VS-Verlag Wiesbaden 2007, S. 277-294.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] So etwa Johanna Witte im Fazit ihres Aufsatzes &bdquo;Die deutsche Umsetzung des Bologna-Prozesses&ldquo;. Er ist im Internet sehr leicht zu finden unter <a href=\"http:\/\/www.bpb.bund.de\/publikationen\/ONPUIK,7,0,Die_deutsche_Umsetzung_des_Bologna_Prozesses\">www.bpb.bund.de<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Sein lesenswerter Aufsatz &bdquo;Wissenschaft im Dienste der Nation &ndash; damals und heute&ldquo; beginnt mit einer <a href=\"http:\/\/www.forum-kritische-paedagogik.de\/start\/request.php?291\">&bdquo;R&uuml;ckerinnerung an die entsorgte deutsche Universit&auml;t&ldquo;<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>]Internetadresse:  <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2006\/08\/12\/a0147.1\/textdruck\">www.taz.de\/pt\/2006\/08\/12\/a0147.1\/textdruck<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] In diesem Zusammenhang sollte nicht &uuml;bersehen werden, dass die neue Studienstruktur tendenziell auf eine Nivellierung der Differenz zwischen Universit&auml;ten und Fachhochschulen hinausl&auml;uft. So etwa die schon erw&auml;hnte Johanna Witte im Kapitel &bdquo;Ann&auml;herung der Hochschularten&ldquo;. Diese Ann&auml;herung wird sich nicht durch Anhebung des wissenschaftlichen Niveaus der Fachhochschulen ereignen!<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Den Nachweis, dass die Kombination von Niveausenkung des Studiums mit der Erhebung von Studiengeb&uuml;hren kein Zufall, sondern Teil einer Strategie der Verdummung ist, f&uuml;hrt Wolfgang E&szlig;bach in seinem brillanten Pamphlet <a href=\"http:\/\/www.soziologie.uni-freiburg.de\/fachschaft\/politik\/essbach_vortrag_03052005.php\">&bdquo;Der Krieg gegen die Intelligenz&ldquo;<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Erschienen im Zsolnay-Verlag, Wien 2006. F&uuml;r unseren Zusammenhang besonders wichtig ist Kap. 6: &bdquo;Bologna &ndash; Die Leere des europ&auml;ischen Hochschulraumes&ldquo;. F&uuml;r eilige Leser die Zusammenfassung des Problems in Liessmanns Aufsatz &bdquo;Geistige Selbstkolonialisierung. Die Universit&auml;ten in der Wissensgesellschaft&ldquo;. In: Forschung und Lehre 1\/2007, S. 28-29.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Wer es nicht glauben will, lese bitte bei der Internet-Adresse www.nachdenkseiten.de unter der Rubrik &bdquo;Sachfragen&ldquo; den Link <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=27\">&bdquo;Krake Bertelsmann&ldquo;<\/a>. Dort werden minuti&ouml;s die Aktivit&auml;ten der Bertelsmann-Stiftung im Schul- und Hochschulwesen aufgesp&uuml;rt und kritisch bewertet.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>]8 In ihrem in Anm. 1 genannten Aufsatz im Kap. &bdquo;Wettbewerbliche Akkreditierung&ldquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Joachim Lege: Die Akkreditierung von Studieng&auml;ngen, urspr&uuml;nglich publiziert in der Juristen Zeitung (JZ) 2006.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Hier ist jetzt nur die &Ouml;ffentlichkeitswirkung gemeint. Die Landesregierung hat sich durchaus noch Eingriffsm&ouml;glichkeiten vorbehalten, n&auml;mlich &uuml;ber das Steuerungsinstrument der so genannten Zielvereinbarungen, die mit jeder einzelnen Hochschule abgeschlossen wurden und wo bei Nichteinhaltung seitens der Hochschule immer die Keule der Mittelk&uuml;rzung im Hintergrund droht. Wie nicht anders zu erwarten, wird der Bologna-Prozess in der momentan g&uuml;ltigen Zielvereinbarung der Universit&auml;t Bielefeld an prominenter Stelle (&sect; 2) thematisiert.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Z.B. die <a href=\"www.uni-frankfurt.de\/fb\/fb04\/initiativen\/einspr%C3%BCche\/index.html\">Unterzeichner der &bdquo;Frankfurter Erkl&auml;rung&ldquo;<\/a> vom 10. Oktober 2005. Weiterhin hervorzuheben sind die Autoren des in Anm. 2 erw&auml;hnten &bdquo;Forums Kritische P&auml;dagogik&ldquo;.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Zitiert nach der Informationsbrosch&uuml;re der Fakult&auml;t f&uuml;r P&auml;dagogik &bdquo;Bachelor-Nebenfach Erziehungswissenschaft&ldquo;, S. 5.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Am schnellsten zug&auml;nglich &uuml;ber: Helmke, A., Weinert, F.E.: Bedingungsfaktoren schulischer Leistungen. In: Enzyklop&auml;die der Psychologie, Bd. 3, S. 71-176. Die Tabelle nach Wang u.a. steht auf  S. 74.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Philipp Gonon: Modularisierung im Zeitgeist &ndash; Zeitgeistmodule. In: Forschung und Lehre 2\/2005, S. 66-67.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Dietrich Lemke: Lernzielorientierter Unterricht &ndash; revidiert, Frankfurt\/M. 1981.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Hierzu sehr instruktiv der Artikel &bdquo;All diese sch&ouml;ne Innovationsrhetorik&ldquo; von Klaus Borchard in der Zeitschrift Forschung und Lehre 1\/2004, S. 16-17. Gut beobachtet ist Borchards Feststellung, dass sich hinter all dieser Wortakrobatik nur die Inkompetenz der Verantwortlichen versteckt.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Friedrich Wilhelm D&ouml;rpfeld: Der didaktische Materialismus, G&uuml;tersloh 6. Aufl. 1911 (Gesammelte Schriften, Bd. 2, erster Teil), bes. S. 6-24.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Die Art und Weise, wie das in NRW gerade eingef&uuml;hrte Zentralabitur mit seinen Vorgaben den gymnasialen Oberstufenunterricht g&auml;ngelt, bildet sozusagen die perfekte Vorbereitung f&uuml;r die neue Studienstruktur. Apropos Schule: Dass auch die schon fest beschlossene Verk&uuml;rzung der  Schulzeit bis zum Abitur auf  12 Jahre nur als weitere Sparma&szlig;nahme im Bildungswesen  verstanden werden kann, sollte nach meinen Ausf&uuml;hrungen zum Bologna-Prozess jedem klar sein!<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Ein Indiz daf&uuml;r ist die Tatsache, dass an der Universit&auml;t Bielefeld mit Einf&uuml;hrung der BA-\/MA-Struktur die Zahl der Studienabbrecher und Studienwechsler nicht, wie erwartet, gesunken, sondern nach meinen Recherchen tendenziell gestiegen ist.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Ich beziehe mich hier auf einen Bericht &uuml;ber eine Tagung der Mitarbeiter von psychosozialen Beratungsstellen an deutschen Hochschulen im April 2006 in Hannover. Er erschien am 7. April 2006 in der Tageszeitung &bdquo;Neue Westf&auml;lische&ldquo; in Bielefeld.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Alarmierend erscheint mir die Tatsache, dass BA- und MA- Studierende nach meinen eigenen, bisher nicht publizierten Befragungsergebnissen, aus Zeitmangel keine Hobbies mehr haben. Das ist bei den &bdquo;traditionellen&ldquo; Studieng&auml;ngen nach wie vor anders!<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Der Bolognaprozess mit seinen 45 Mitgliederstaaten setzt Standards, die auf der Ebene des jeweiligen Landes umgesetzt werden m&uuml;ssen&ldquo;. Dies ist eine grotesk falsche Sachaussage, und man kann fast nicht annehmen, dass die Landesregierungsministerialen, die ja in der Regel Juristen sind, so blind gewesen sind, dies zu &uuml;bersehen. Viel n&auml;her liegt da schon die Vermutung, dass<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2535\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[17,129,11],"tags":[232,320,231,567,1741,236,234],"class_list":["post-2535","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hochschulen-und-wissenschaft","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","category-strategien-der-meinungsmache","tag-bertelsmann","tag-bolognaprozess","tag-che","tag-hochschulfreiheitsgesetz","tag-hochschulrahmengesetz","tag-hrk","tag-studiengebuehren"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2535"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2535\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29792,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2535\/revisions\/29792"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}