{"id":25377,"date":"2015-03-12T08:38:26","date_gmt":"2015-03-12T07:38:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377"},"modified":"2015-03-12T08:38:26","modified_gmt":"2015-03-12T07:38:26","slug":"hinweise-des-tages-2331","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS\/WL)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h02\">Auch USA setzen Amateure als Steuerfahnder ein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h03\">Griechische Anspr&uuml;che gegen Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h04\">Go, Hellas, go!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h05\">Lokal-Wahlen in Frankreich: Stimmenrekord f&uuml;r Front National erwartet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h06\">IWF, OECD &amp; Co.&Ouml; Euro-L&auml;nder sollen Reformanstrengungen erh&ouml;hen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h07\">TTIP: BDI korrigiert Angaben zu m&ouml;glichen Effekten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h08\">Lauter schwarze Nullen &ndash; Deutschlands fatale Rolle in der europ&auml;ischen Schuldenkrise <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h09\">Der Demagoge Fleischhauer arbeitet mit System<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h10\">Merkels Absage ist falsch und verh&auml;ngnisvoll<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h11\">Zwischen Eintracht und Misstrauen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h12\">Wahlen in Israel: Politik der Angst<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h13\">Nach Bundeswehr-Kritik: Bamberger Schule zieht Verweis zur&uuml;ck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h14\">Vorratsdatenspeicherung in den Niederlanden erstmal gekippt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h15\">Kooperation Wirtschaft und Wissenschaft: &bdquo;Es muss transparent sein&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h16\">Uni Freiburg wird trotz Zivilklausel mit Milit&auml;r-Fraunhofer-Institut verflochten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377#h17\">Zu guter Letzt: Georg Kreisler und der Euro<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25377&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Griechenland zahlte 360 Millionen Zinsen<\/strong><br>\nGriechenland hatte Ende des Jahres 2014 Staatsschulden in H&ouml;he von 318 Milliarden Euro. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung (18\/4169) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (18\/3971) hervorgeht, hielten private Investoren 37 Milliarden Euro Anleihen inklusive kurzlaufender Schatzanweisungen (&bdquo;T-Bills&ldquo;). Das Eurosystem und nationale Zentralbanken hielten Anleihen in H&ouml;he von rund 27 Milliarden Euro, und die bilateralen Kredite aus dem ersten Anpassungsprogramm betrugen rund 53 Milliarden Euro. Die Europ&auml;ischen Finanzstabilisierungsfazilit&auml;t EFSF hielt griechische Anleihen f&uuml;r rund 142 Milliarden Euro und vom Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) wurden rund 23 Milliarden Euro gehalten. 21 Milliarden Euro hielten &uuml;brige Gl&auml;ubiger.<br>\nWie die Bundesregierung weiter mitteilt, muss Griechenland an den IWF in diesem Jahr 8,71 Milliarden Euro Tilgungen leisten und an das Eurosystem 6,68 Milliarden Euro. Die Zinsen seien variabel, so dass die H&ouml;he der Zinszahlungen noch nicht beziffert werden k&ouml;nne, schreibt die Regierung. &Uuml;ber Zahlungsverpflichtungen Griechenlands gegen&uuml;ber dem Privatsektor in diesem Jahr hat die Bundesregierung keine detaillierten Informationen.<br>\nWie aus der Antwort weiter hervorgeht, hat Griechenland f&uuml;r einen Kredit der staatlichen KfW Bankengruppe von 2010 bis 2014 rund 360 Millionen Euro Zinsen bezahlt, die von der KfW an den Bund abgef&uuml;hrt wurden. F&uuml;r die kommenden Jahre seien aber nur noch Zinszahlungen in H&ouml;he von rund 20 Millionen Euro j&auml;hrlich zu erwarten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2015_03\/-\/364718\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><strong>Griechenland geht im Schuldenstreit auf Geldgeber zu<\/strong><br>\nUngeachtet gegenseitiger Vorw&uuml;rfe sprechen Athen und die Geldgeber wieder miteinander. Die Ex-&laquo;Troika&raquo; will die Basis f&uuml;r weitere Milliardenzahlungen schaffen. Die Arbeit f&auml;ngt nun erst richtig an.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/griechenland-griechenland-geht-im-schuldenstreit-auf-geldgeber-zu,1472596,30076650.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Griechenland Varoufakis Der Popstar der &Ouml;konomie<\/strong><br>\nGriechenlands Finanzminister Gianis Varoufakis hebt sich in jeglicher Hinsicht von seinen Vorg&auml;ngern und seinen Kollegen ab. Seine Anh&auml;nger halten ihn f&uuml;r einen Brillanten Analytiker. Kritiker beschreiben ihn als einen streits&uuml;chtigen Querkopf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/griechenland-varoufakis-der-popstar-der-oekonomie,1472596,30075956.html\">FR<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Auch USA setzen Amateure als Steuerfahnder ein<\/strong><br>\nDie Idee des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis, Hausfrauen, Studenten oder auch Touristen als Amateur-Steuerfahnder einzusetzen, hat Aufsehen erregt. Eine entsprechende Regelung gibt es seit langem schon in den USA. Dort setzt die Steuerbeh&ouml;rde IRS (Internal Revenue Service) sogenannte &laquo;Whistleblower&raquo; (Informanten) ein, um die Steuervermeidung zu bek&auml;mpfen. Diese Informanten bekommen eine Pr&auml;mie, wenn sie einen Fall aufdecken. Sie k&ouml;nnen daf&uuml;r bis zu 30 Prozent der gegen den Steuerhinterzieher verh&auml;ngten Strafe als Belohnung erhalten. 2013 hat die US-Beh&ouml;rde nach ihrem Bericht 53 Millionen Dollar an 122 &laquo;Whistleblower&raquo; ausgezahlt, die dem Fiskus 367 Millionen Dollar (damals 266 Mio Euro) an Steuern eingebracht haben.<br>\nVaroufakis schl&auml;gt in seiner an die Eurogruppe gesendeten Reformliste vor, aus Mangel an Steuerinspektoren und wegen der verbreiteten Steuerhinterziehung eine grosse Zahl normaler B&uuml;rger f&uuml;r nicht mehr als zwei Monate anzuwerben, um auf Stundenlohnbasis Steuers&uuml;nder zu &uuml;berf&uuml;hren. Zum Beispiel sollen sie in Tavernen und Nachtclubs darauf achten, ob Quittungen ausgestellt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/newsticker\/auch-usa-setzen-amateure-als-steuerfahnder-ein-1.18499333\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Soviel zu den abf&auml;lligen Bemerkungen in der hiesigen Presse, in denen von laienhaft und Denunziantentum auf Kosten der kleinen Leute die Rede ist.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechische Anspr&uuml;che gegen Deutschland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Das deutsche Eigentum im Visier der Griechen<\/strong><br>\nDie Attacken aus Athen gegen Deutschland werden immer sch&auml;rfer. Die neue griechische Regierung will Reparationsforderungen aus dem Zweiten Weltkrieg durchsetzen &ndash; es geht um eine Summe von mehr als 300 Milliarden Euro!<br>\nJustizminister Nikos Paraskevopoulos drohte am Mittwoch offen mit der Beschlagnahme deutschen Eigentums. Er sei bereit, die Pf&auml;ndung deutscher Immobilien in Griechenland zu erlauben, falls es nicht zu einer Einigung mit Berlin &uuml;ber die Reparationsforderungen komme.<br>\nDie Bundesregierung sieht die Entsch&auml;digungsfrage allerdings als erledigt an. Die Frage von Reparationen sei rechtlich und politisch umfassend und abschlie&szlig;end gekl&auml;rt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/griechenland-krise\/museum-schulen-goethe-institut-das-koennten-die-griechen-jetzt-pfaenden-40115860.bild.html%20\">Bild.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Seit Syriza die Wahl gewonnen hat vergeht kein Tag, an dem die Bild-Zeitung nicht gegen die &bdquo;Griechen&ldquo; hetzt, &bdquo;Tsipras: Deutschland muss zahlen!.. <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/griechenland-krise\/griechen-premier-tsipras-fordert-entschaedigung-fuer-nazi-verbrechen-40105332.bild.html\">Am Abend p&ouml;belte Alexis Tsipras wieder gegen Deutschland<\/a>. &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/griechenland-krise\/irre-drohungen-aus-athen-mit-fluechtlingen-und-isis-mitgliedern-40095436.bild.html\">Sie wollen uns Fl&uuml;chtlinge und ISIS-Terroristen schicken | So unversch&auml;mt drohen die Griechen-Minister<\/a>&ldquo;.  <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/yanis-varoufakis\/zwischenruf-bela-anda-40092786.bild.html\">Varoufakis ist untragbar<\/a>!. <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/griechenland\/politiker-duerfen-nicht-gegen-die-waehler-stimmen-40075146.bild.html\">Politiker d&uuml;rfen nicht gegen W&auml;hler stimmen<\/a>. <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/griechenland-krise\/griechen-brauchen-42-millionen-euro-40056306.bild.html\">Athen n&auml;chste Woche pleite?<\/a> usw. usf.<\/em><\/p>\n<p><strong>Siehe zu den &bdquo;Reichsverschuldungen gegen&uuml;ber Griechenland:<\/strong><\/p><\/li>\n<li><strong>Hagen Fleischer, Sp&auml;te Rechtfertigungen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/meinung\/einspruch-spaete-rechtfertigungen,10808020,30064814.html\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Eine Antwort auf G&ouml;tz Alys &bdquo;Griechische Schuldenlegenden&ldquo;<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/meinung\/kolumne-griechische-schuldenlegenden,10808020,29951706.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Niels Kadritzke:<\/strong> In diesem Zusammenhang m&ouml;chte ich darauf hinweisen, dass Aly schon vor einem Jahr in einem &auml;hnlichen Beitrag f&uuml;r die Berliner Zeitung (vom 10. M&auml;rz 2014) eine h&ouml;chst eigenwillige Auffassung zu den &ldquo;Besatzungskosten&rdquo; in Griechenland ge&auml;u&szlig;ert hat. Er schrieb damals:<\/em><br>\n<em>&ldquo;Entsprechend ihrer Praxis in allen besetzten Staaten erlegten die siegreichen Deutschen der griechischen Regierung enorme Besatzungskosten auf. Doch entzog sich Griechenland den Auflagen mittels einer bald galoppierenden Inflation der Drachme und wurde der einzige Staat, den die deutschen Besatzer nicht unter ihre finanzwirtschaftliche Kontrolle bekamen.&rdquo;<\/em><br>\n<em>Das ist ein starkes St&uuml;ck: Aly will dem Leser offenbar weismachen, an der damaligen Inflation seien die Griechen schuld gewesen!&nbsp; Er beschreibt n&auml;mlich eine Art griechischer Heimt&uuml;cke: Man entzog sich durch Inflation den auferlegten (und v&ouml;lkerrechtlich zul&auml;ssigen) Besatzungskosten. Dazu muss man wissen, dass die Inflation gerade die Folge der deutschen Besatzungspolitik war, sprich der Pl&uuml;nderung aller &uuml;berlebensnotwendigen G&uuml;ter. Die aber f&uuml;hrte zu einer extremen Verknappung des inl&auml;ndischen Angebots, also zur Inflation in Gestalt von Schwarzmarktpreisen. Diese Auspl&uuml;nderung ist ja eines von Alys Spezialthemen, die Konsequenzen f&uuml;r den Geldwert stehen aber offenbar nicht mehr in seinem Forschungsprogramm.<\/em><br>\n<em>Und noch etwas muss man wissen, um die angeblichen &ldquo;Schulden&rdquo; der Griechen gegen&uuml;ber der Besatzungsmacht&nbsp; beurteilen zu k&ouml;nnen.<\/em><br>\n<em>Aly bezieht sich in seinem j&uuml;ngsten Text ja auf die Verrechnungskonten f&uuml;r den Handel mit Deutschland. Dazu schreibt ein Kenner der Materie, <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20110718031721\/http:\/\/www.2i.westhost.com\/bg\/1_7_1.html\">n&auml;mlich Martin Seckendorf<\/a>.<\/em><br>\n<em>&ldquo;Bis zum Herbst 1942 hatten die Besatzer das Land derart ruiniert, dass der Bezug von Rohstoffen und Lebensmitteln aus Griechenland wegen der enormen Inflation und der deutschen Schulden im Au&szlig;enhandel &ldquo;legal&rdquo; nicht mehr m&ouml;glich war, die Verelendung ungeahnte Ausma&szlig;e angenommen hatte und auch dadurch der Widerstand zu einer f&uuml;r die Besatzer milit&auml;risch gef&auml;hrlichen Gr&ouml;&szlig;e angewachsen war. Am 17. September 1942 wurde als Reaktion auf diese Entwicklung die Deutsch-griechische Warenausgleichgesellschaft m.b.H. (DEGRIGES) gebildet. Die Gesellschaft, eine Gr&uuml;ndung der deutschen Privatwirtschaft, war mit dem staatlichen Au&szlig;enhandelsmonopol ausgestattet. Die DEGRIGES manipulierte bei der Verrechnung im Au&szlig;enhandel die Preise. Griechische Ausfuhrg&uuml;ter nach Deutschland wurden preislich extrem gesenkt und die Preise f&uuml;r deutsche G&uuml;ter, die nach Griechenland eingef&uuml;hrt werden sollten, stark erh&ouml;ht. Das hatte vor allem zwei Effekte:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Die deutsche Wirtschaft erreichte sowohl bei der Einfuhr als auch bei der Ausfuhr gro&szlig;e finanzielle Vorteile, die Schleusungsgewinne genannt wurden.<\/em><\/li>\n<li><em>Wegen der k&uuml;nstlichen Preisver&auml;nderungen wurde der Au&szlig;enhandelssaldo f&uuml;r Deutschland aktiv. Aus 71 Millionen Reichsmark Schulden im Jahr 1942 wurden im Verrechnungsjahr 1943 urpl&ouml;tzlich 20 Millionen Reichsmark Guthaben f&uuml;r die Deutschen &ndash; ein Hinweis auf die Gr&ouml;&szlig;enordnung der Preismanipulationen. Um die &ldquo;Schulden&rdquo; abzubauen waren die Griechen gezwungen, mehr Waren nach Deutschland zu exportieren. Der Bezug der griechischen G&uuml;ter war rechnerisch gesehen wieder gesichert&hellip;.&ldquo;<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Siehe dazu noch:<\/strong><\/p><\/li>\n<li><strong>Niels Kadritzke &ndash; &Uuml;ber deutsche Halbwahrheiten<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Reparationszahlungen-an-Griechenland\/!154907\/\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Go, Hellas, go!<\/strong><br>\nDie Troika zieht die Daumenschrauben erneut an. Griechenland soll sparen bis zum Umfallen. Kontext-Gastautor Dieter Sp&ouml;ri nennt das &ldquo;gnadenlos ungerecht&rdquo; und die Politik von Angela Merkel eine &ouml;konomische &ldquo;Katastrophe&rdquo;. Von der SPD verlangt er Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Regierungschef Alexis Tsipras&hellip;<br>\nDie deutsche Kanzlerin hat seit Ausbruch der Eurokrise 2010 auf einer endlosen Kette von EU-Gipfeln aktiv eine dominante F&uuml;hrungsrolle beim Krisenmanagement in der Eurozone wahrgenommen. Berlin hat dabei zumindest fahrl&auml;ssig in Deutschland die emotionalisierende Legende vom braven Steuermichel wabern lassen, der permanent von den Griechen gemolken wird. Nach neuesten Angaben des Bundesfinanzministeriums hat aber der deutsche Staat seit 2010 mit seinen Kredithilfen bisher in Wahrheit nur verdient, n&auml;mlich 360 Millionen Euro Zinseinnahmen. Dazu kommen die Milliarden an staatlichen Zinseinsparungen durch die Niedrigzinspolitik der EZB als Folge der Eurokrise. Und vor allem hat Deutschland als &ldquo;Insel der Gl&uuml;ckseligen&rdquo; in der Eurozone mit seiner Exportwirtschaft am meisten von festen Wechselkursen profitiert, w&auml;hrend S&uuml;deuropa dadurch im Wettbewerb abgeh&auml;ngt wurde. Diese Fakten stehen in einem geradezu skandal&ouml;sen Widerspruch zu den unappetitlichen medialen Kampagnen, mit denen deutsche Steuerzahler seit Jahren aufgehetzt werden&hellip;<br>\nMit der Gro&szlig;en Koalition in Berlin ist bei der Stabilisierung Griechenlands aber genauso die SPD gefordert: Sie hat jahrelang durch Reden und Resolutionen im Bundestag von Merkel eine investitions- und besch&auml;ftigungswirksame Kurskorrektur des Krisenmanagements f&uuml;r die europ&auml;ischen Krisenl&auml;nder gefordert. Jetzt muss sie diese Korrektur auch beim Lackmustest der Griechenland-Krise viel aktiver einfordern. Ansonsten k&ouml;nnte der Eindruck entstehen, dass die SPD ihrer eigenen Konzeption wenig zutraut.<br>\nBeim akuten Krisenfall Griechenland agiert die Sozialdemokratie aber bisher innerhalb der Bundesregierung auffallend profillos. Gerade angesichts der bisherigen Distanz zu Syriza w&auml;re eine konjunktur- und besch&auml;ftigungsfreundliche Korrektur des Krisenmanagements in Griechenland eine Forderung, die die SPD &ouml;ffentlich bei Wahrung ihrer Glaubw&uuml;rdigkeit weit energischer unterst&uuml;tzen m&uuml;sste. Stattdessen segelt in Berlin der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann elegant im Kielwasser einer wohlfeilen und popul&auml;ren Kritik an der bem&auml;ngelten Substanz der griechischen Reformziele, was in der verzweifelten griechischen Umbruchsituation leicht f&auml;llt&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/politik\/206\/go-hellas-go-2779.html\">Dieter Sp&ouml;ri in Kontext:Wochenzeitung<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Auch diese Woche wieder eine Reihe interessanter Artikel in Kontext:Wochenzeitung u.a.:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em><strong>Selbstmord nach Vorschrift:<\/strong> Florian H. ist im September 2013 ohne Fremdeinwirkung in seinem brennenden Fahrzeug gestorben. Das bezeugen Polizisten vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags. Was ihn in den Flammentod trieb, durften die Beamten nicht ermitteln. Der Fall ist eine Blaupause f&uuml;r einen b&uuml;rokratisch organisierten Ermittlungsapparat.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Rechter Terror im Musterl&auml;ndle:<\/strong> Rechtsextrem motivierte Morde und rechtsterroristische Anschl&auml;ge hat es in Baden-W&uuml;rttemberg schon gegeben, als noch kein NSU-Ausschuss in Stuttgart tagte. Auch wenn die Stuttgarter Verfassungssch&uuml;tzerin Bettina Blank und mancher Terrorexperte das nicht sehen wollen.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Mit dem Dritten f&auml;hrt man besser:<\/strong> Neue Zeiten bei Stuttgart 21. Die Projektpartner einigen sich nach 13 Jahren Planungszeit innerhalb weniger Stunden auf Optimierungen beim Flughafenanschluss auf den Fildern. Der Terminal-Bahnhof soll ein drittes Gleis f&uuml;r den Fernverkehr bekommen. Gel&ouml;st sind die Probleme damit aber nicht.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Die Stunde der Heuchler:<\/strong> Der eine ist seit 15 Jahren tot, der andere in S&uuml;dafrika. Pl&ouml;tzlich sind Joseph Keul und Armin Kl&uuml;mper in den Schlagzeilen, wegen des VfB Stuttgart. Fr&uuml;here Kicker seien in Freiburg gedopt worden, hei&szlig;t es, und alle Experten wundern sich. &Uuml;ber die Heuchler vom Dienst.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Schimpf und Schande:<\/strong> Unser Wetterer Peter Grohmann macht vor nichts Halt: Weder vor Aufsichtsr&auml;tinnen, noch vor Sigmar Gabriel und schon gar nicht vor TTIPP.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Die Niedermacher:<\/strong> Ein Jahr vor der Landtagswahl redet die Opposition wider besseren Wissens die neuen Ganztagsgrundschulen schlecht. Den Bildungspolitikern von CDU und FDP geht es weniger um moderne Schulen und Bildungserfolg. Deutlich st&auml;rker ist ihr Verlangen, gr&uuml;n-rote Reformen aus Prinzip niederzumachen.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Gegen den Trend:<\/strong> BahnCard100-Nutzer werden von der Deutschen Bahn als Schmarotzer gesehen. Warum das so ist und warum etwa die Schweiz ihre Bahnkunden hofiert, erkl&auml;rt unser Autor Winfried Wolf. Der zahlt seine Bahncard100 &uuml;brigens immer bar am Fahrkartenschalter.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Plaisir, Plaisir!:<\/strong> Die Gr&uuml;nen haben vergangenen Mittwoch einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Cannabis vorgelegt. Der wird scheitern. Dabei k&ouml;nnte gerade das gr&uuml;n-regierte Baden-W&uuml;rttemberg stolz sein auf seine Kiffer-Historie. Denn im Land der T&uuml;ftler und Erfinder wurden die ersten Glaswasserpfeifen Deutschlands hergestellt.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Kontext:Wochenzeitung erscheint mittwochs online auf kontextwochenzeitung.de und samstags als Beilage zur taz.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Lokal-Wahlen in Frankreich: Stimmenrekord f&uuml;r Front National erwartet<\/strong><br>\nDer franz&ouml;sische Front National darf bei den Departementswahlen mit einem Stimmenrekord rechnen. Die rechtspopulistische Partei entwickelt sich immer mehr zu einer Volkspartei. Sie profitiert von &Auml;ngsten vor Arbeitslosigkeit und Terror.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/lokal-wahlen-in-frankreich-stimmenrekord-fuer-front-national-erwartet,1472596,30065196.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung RS:<\/strong> Der Autor scheint aber einen m&ouml;glichen Grund f&uuml;r den Aufstieg von Front National nicht in Betracht gezogen zu haben. So schreibt er,<\/em><br>\n<em>&bdquo;&rsquo;Anstatt Visionen zu entwickeln, wie sie Frankreichs Niedergang aufhalten k&ouml;nnten, widmen sich PS und UMP dem Anschw&auml;rzen des Front National&rsquo;, stellt Mar&eacute;chal-Le Pen fest. Ganz falsch ist das nicht.<\/em><br>\n<em>Staatschef Fran&ccedil;ois Hollande erweckt jedenfalls nicht den Eindruck, als sei er gewillt, Frankreich mit tiefgreifenden Reformen aus der Krise zu f&uuml;hren.&ldquo;<\/em><br>\n<em>Kommt der Autor nicht auf die Idee, dass es m&ouml;glicherweise &ndash; wie in Griechenland und Spanien &ndash; gerade diese &bdquo;tiefgreifenden Reformen&ldquo; sind, die die B&uuml;rger weg von den sog. Volksparteien treibt?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>IWF, OECD &amp; Co.&Ouml; Euro-L&auml;nder sollen Reformanstrengungen erh&ouml;hen<\/strong><br>\nDie Wachstumsaussichten sind besser als noch vor einigen Monaten, aber der Reformdruck auch auf die Europ&auml;er ist nach wie vor gro&szlig;. Das stellen der IWF und andere fest. Kanzlerin Merkel warnt vor geopolitischen Risiken.<br>\nDie f&uuml;hrenden internationalen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen haben die Euro-L&auml;nder zu mehr Reform- und Wachstumsanstrengungen aufgefordert. Nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch in Berlin lobten die Spitzen von IWF, Weltbank, OECD, der Welthandels- sowie Arbeitsorganisation zwar die Bem&uuml;hungen &bdquo;vieler&ldquo; Euro-L&auml;nder, Produktivit&auml;t und Besch&auml;ftigung zu erh&ouml;hen und die Haushaltslage zu verbessern.<br>\nDennoch seien weitere Anstrengungen n&ouml;tig &ndash; vor allem im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit, f&uuml;r Strukturreformen sowie zur &bdquo;wachstumsfreundlichen&ldquo; Konsolidierung. &bdquo;Die St&auml;rkung der Wachstumsaussichten hat weiterhin hohe Priorit&auml;t&ldquo;, hei&szlig;t es in einer gemeinsamen Erkl&auml;rung Merkels und der Organisationen. [&hellip;]<br>\nOECD-Generalsekret&auml;r Gurr&iacute;a, sagte, der wirtschaftliche Ausblick habe sich auf jeden Fall verbessert. &bdquo;Wir werden in den n&auml;chsten Tagen einige unserer Wachstumsprognosen nach oben korrigieren.&ldquo; Negativ seien neben der ungleichen Entwicklung und hohen Arbeitslosigkeit der Vertrauensverlust: &bdquo;Reformen funktionieren, sie zahlen sich aus.&ldquo; [&hellip;]<br>\nILO-Chef Ryder lobte, dass Deutschland beim G7-Gipfel eine Initiative gegen menschenunw&uuml;rdige Arbeitsbedingungen bei den Lieferanten internationaler Konzerne plane.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/iwf-oecd-und-co-euro-laender-sollen-reformanstrengungen-erhoehen\/11492386.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Glauben IWF, OECD &amp; Co. eigentlich selber den Bl&ouml;dsinn von der &ldquo;wachstumsfreundlichen Konsolidierung&rdquo; und dem Vertrauensgewinn durch &ldquo;Strukturreformen&rdquo;, sprich die m&ouml;glichst radikale Zerst&ouml;rung von Sozialstaat und L&ouml;hnen? Sehen sie nicht, da&szlig; die extreme Jugendarbeitslosigkeit in der EU das Ergebnis ihrer Politik ist? Und warum plant Deutschland eigentlich &ldquo;eine Initiative gegen menschenunw&uuml;rdige Arbeitsbedingungen&rdquo; im Rahmen der G7, wenn die Bundesregierung viel leichter im eigenen Land, z. B. bei den Fleischereibetrieben, gegen die grausamen Arbeitsbedingungen vorgehen k&ouml;nnte?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>TTIP: BDI korrigiert Angaben zu m&ouml;glichen Effekten<\/strong><br>\nAuf seiner Internetseite thematisiert der BDI m&ouml;gliche Effekte des Freihandelsabkommens TTIP. Dort war die Rede von rund 100 Milliarden Euro Wirtschaftswachstum pro Jahr. Nun hat der Verband die Angaben korrigiert&hellip;<br>\nJetzt hei&szlig;t es auf der Website des BDI: &bdquo;Eine Studie des Centre for Economic Policy Research (CEPR) im Auftrag der EU-Kommission sch&auml;tzt, dass das Bruttoinlandsprodukt in der Europ&auml;ischen Union zehn Jahre nach Abschluss und Umsetzung eines umfassenden Abkommens sowie nach volkswirtschaftlichen Anpassungen rund 120 Mrd. Euro gr&ouml;&szlig;er sein wird, als dies ohne TTIP der Fall w&auml;re.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/freihandelsabkommens-ttip-bdi-korrigiert-angaben-zu-moeglichen-effekten\/11490940.html%20\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Das aktualisierte TTIP-Dossier des  Deutschen Kulturrats kann <a href=\"http:\/\/www.kulturrat.de\/dossiers\/ttip-dossier.pdf\">hier heruntergeladen werden<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Lauter schwarze Nullen &ndash; Deutschlands fatale Rolle in der europ&auml;ischen Schuldenkrise<\/strong><br>\nExport&uuml;bersch&uuml;sse werden von ihren Bef&uuml;rwortern, unter Absehung der aufgelaufenen Verm&ouml;gensverluste, gern als vorsorgliche Anh&auml;ufung von Forderungen an das Ausland interpretiert. Die kann man dann in schlechten Zeiten einl&ouml;sen &ndash; ein probates Rezept f&uuml;r sogenannte alternde Gesellschaften. Wenn es so einfach w&auml;re, h&auml;tten wir es hier mit dem sprichw&ouml;rtlichen f&uuml;rsorglichen Hausvater zu tun, der Zeit seines Lebens auf die schwarze Null achtet. Die Krisen, und sie k&ouml;nnen sich jederzeit wiederholen, zeigen jedoch: Wenn die Schuldner zahlungsunf&auml;hig sind, verlieren auch die Gl&auml;ubiger, selbst wenn sie sich eben noch stark f&uuml;hlen. Irgendwann wird Bilanz gezogen, und dann gilt: Wer exportiert hat, ohne einen Gegenwert zu bekommen, h&auml;tte vielleicht besser gleich Luftgitarre spielen sollen.<br>\nDie schwarze Null ist in Deutschland so popul&auml;r, weil sie als Ausweis soliden Wirtschaftens gilt. Der bedachtsame Hausvater macht keine Schulden, und der &Uuml;bervater Staat sollte es ebenso halten. Dabei wird &uuml;bersehen, dass die Erfolgsgeschichte des Kapitalismus zu einem gro&szlig;en Teil darauf beruht, dass Kredite es erm&ouml;glichen, ohne vorherige Anh&auml;ufung von Eigenmitteln sowohl Unternehmen zu gr&uuml;nden oder auszuweiten als auch zu konsumieren.<br>\nSchumpeters dynamische Unternehmer, die aus der Geschichte des Kapitalismus eine sich immer wiederholende Geschichte der &ldquo;kreativen Zerst&ouml;rung&rdquo; machen, k&auml;men ohne Kredite nie zum Zug. Ein paralleles, plausibles Modell &ndash; das sogar zum Hausvater passt &ndash; ist der Erwerb eines Eigenheims durch eine junge Familie. Wenn die Familie warten m&uuml;sste, bis sie aus ihrem laufenden Einkommen genug Mittel gespart hat, um das Eigenheim ohne Kredit zu bezahlen, w&auml;ren die Kinder aus dem Haus und das Haus zu nichts nutze.<br>\nWenn es also auch &ldquo;gute&rdquo; Schulden gibt, wozu dann die Schuldenbremse und der Fiskalpakt? Statt vern&uuml;nftiger Entscheidungen &uuml;ber die Aufnahme von Krediten, etwa um dem Gemeinwohl dienende Investitionen zu erm&ouml;glichen? K&ouml;nnen die politischen Entscheidungstr&auml;ger, samt den Spitzen der Bundesbank, nicht zwischen guten und schlechten Schulden unterscheiden?<br>\nDas ist kaum zu glauben, weil die Unterscheidung ziemlich einfach ist. Bedenklich ist die Aufnahme von Krediten dann, wenn die Zinsbelastungen h&ouml;her sind als die &ndash; erwarteten(5) &ndash; Einkommenszuw&auml;chse. Und das gilt f&uuml;r Staaten ebenso wie f&uuml;r Privatpersonen.<br>\nGegenw&auml;rtig liegen die Zinss&auml;tze bei null, die erwartete Wachstumsrate des BIPs ist zwar schwach, aber positiv, und es herrscht kein Mangel an staatlichen Aufgaben, die &ouml;ffentliche Investitionen erfordern, vor allem in Infrastruktur, Innovationen und Bildung. Unter diesen Umst&auml;nden ist die Verweigerung von defizitfinanzierten Investitionen und das Streben nach der schwarzen Null nichts als fiskalischer Sadismus. Der umso merkw&uuml;rdiger ist angesichts der Kredite, die Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse erm&ouml;glichen, und angesichts der Politik gegen&uuml;ber den &ldquo;Probleml&auml;ndern&rdquo;, die auf &ldquo;Rettung&rdquo; mittels immer neuer Kredite setzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/2015\/03\/13.mondeText1.artikel,a0015.idx,5\">Heiner Gan&szlig;mann in Le Monde diplomatique<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Der Demagoge Fleischhauer arbeitet mit System<\/strong><br>\nBei der Internet-Suche nach Jan Fleischhauer, um im Nachgang zu meinem Blog festzustellen, ob Spiegel-Online dessen Auswurf gegen die griechische Regierung doch noch von der Seite genommen oder anderweitig reagiert hat, bin ich auf einen Blogbeitrag von vor acht Monaten gesto&szlig;en. Dieser setzt sich kritisch damit auseinander, wie der krawallig-konservative Kolumnist von Spiegel und Spiegel-Online damals Putin und das russische Volk f&uuml;r geisteskrank erkl&auml;rt hat, mit ganz &auml;hnlichen Formulierungen, wie er sie jetzt gegen&uuml;ber Alexis Tsipras und den ihn unterst&uuml;tzenden Griechen gebraucht hat. Offenbar hat sich Fleischhauer gesagt, f&uuml;r ihre Widerborstigkeit h&auml;tten die Griechen die gleiche Behandlung verdient wie die Russen, und hat daf&uuml;r seinen perfiden Argumentationsstrang recycelt.<br>\nBildzeitungsniveau hat das nicht mehr. Das geht schon eher in die Richtung von Publikationen aus einer Zeit an die wir nicht so gern erinnert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/index.php\/de\/newsblog2\/27-german\/news\/301-fleischi-2#1-weiterlesen\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Merkels Absage ist falsch und verh&auml;ngnisvoll<\/strong><br>\n&bdquo;Es ist falsch und verh&auml;ngnisvoll, trotz Einladung zur Teilnahme an den offiziellen Feierlichkeiten am 70. Jahrestag des Sieges &uuml;ber Nazideutschland nicht nach Moskau zu fahren. Einen Tag sp&auml;ter sozusagen im abgespeckten Rahmen dieses Anlasses zu gedenken mag dem diplomatischen Prozedere Rechnung tragen, macht aber diesen tiefgreifenden Fehler der Bundeskanzlerin nicht wett&ldquo;, so Wolfgang Gehrcke, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, anl&auml;sslich der Absage Merkels an der Gedenkveranstaltung in Moskau teilzunehmen. Gehrcke weiter:<br>\n&bdquo;Gerade weil die Beziehungen zwischen Berlin und Moskau so schlecht sind wie seit der deutschen Vereinigung nicht mehr, geh&ouml;rt die Bundeskanzlerin am 9. Mai nach Moskau. Dar&uuml;ber hinaus muss endlich auch von der Bundesregierung ein akzeptabler Vorschlag unterbreitet werden, wer im Gegenzug nach Berlin eingeladen wird. Der 8. Mai in Deutschland ist gepr&auml;gt von der zivilisatorisch gro&szlig;artigen Rede des k&uuml;rzlich verstorbenen ehemaligen Bundespr&auml;sidenten Richard von Weizs&auml;cker. F&uuml;r ihn bedeutete der 8. Mai die Befreiung Europas vom Faschismus, an diesem Tatbestand hat sich nichts ge&auml;ndert. Die W&uuml;rdigung auch des russischen Beitrages verbindet sich mit der traditionellen Parade auf dem Moskauer Roten Platz. Die Absage der Bundeskanzlerin k&ouml;nnte auch als Beleidigung der russischen Bev&ouml;lkerung verstanden werden.<br>\nDeutsche Russlandpolitik muss in diesem historischen Kontext &uuml;ber den Krisen der Tagespolitik stehen. Die Chance hat Merkel anders als von Weizs&auml;cker verspielt, der seine Rede 1985, also zu Zeiten der Blockkonfrontation, hielt. Die Botschaft von Weizs&auml;ckers ist bekannt. Welche Botschaft haben Bundeskanzlerin Merkel und Bundespr&auml;sident Gauck f&uuml;r die deutsche und die russische Bev&ouml;lkerung? Die Antwort auf diese Frage lassen beide bis heute offen. F&uuml;r DIE LINKE bleibt es dabei: Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom Faschismus. Die Leistung der Sowjetunion bei dieser historischen Tat muss gerade von Deutschland gew&uuml;rdigt werden. Dass die Bundeskanzlerin dies nur halbherzig und mit der gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Distanz tut, ist historisch unangemessen und politisch kurzsichtig.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/pressemitteilungen\/merkels-absage-falsch-verhaengnisvoll\/\">Linksfraktion<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Zwischen Eintracht und Misstrauen<\/strong><br>\nNoch vor Kurzem hatte Zhang Li ein russisches Ladenschild &uuml;ber ihren kleinen Laden in der Yabao-Stra&szlig;e h&auml;ngen. Die 48-J&auml;hrige verkauft Pelzm&auml;ntel, Seide und andere Textilien. Inzwischen hat sie das Schild abgeh&auml;ngt. &ldquo;Der Handel lohnt sich nicht mehr&rdquo;, sagt Zhang. Die Kundschaft bleibe aus. &ldquo;Wegen des Verfalls des Rubels ist vielen Peking zu teuer geworden.&rdquo; Viele Jahre lang war die Yabao-Stra&szlig;e bekannt als &ldquo;Klein Russland&rdquo;. Neben mehreren russischen Restaurants, Kneipen und Lebensmittelm&auml;rkten, die Kaviar, Salzgurken, Krimsekt, Wodka und Piroggen anboten, hatten sich vor allem chinesische Textilh&auml;ndler niedergelassen, um russische Kunden zu bedienen.<br>\nRussische Unternehmen sind, abgesehen von den Energieriesen Gazprom und Rosneft, kaum in China aktiv. Dabei hatte sich die Volksrepublik noch vor einem Jahr als lachender Vierter bei der Krimkrise gesehen. Von der Annexion war Peking zwar nicht begeistert, schlie&szlig;lich hatte man kurz zuvor umfangreiche Wirtschaftsabkommen mit Kiew abgeschlossen. Aber anders als Europa und die USA protestierte die chinesische F&uuml;hrung nicht lautstark und beteiligte sich schon gar nicht an den Sanktionen gegen Moskau. Umso mehr versucht die Volksrepublik, vom westlichen Boykott zu profitieren. Als Moskau als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen die Einfuhr von Fleisch, Fisch, Gem&uuml;se und Milchprodukten aus der EU und den USA stoppte, wollte China einspringen.<br>\nAllerdings hat der chinesisch-russische Handel trotz einer Reihe von Wirtschaftsvereinbarungen im vergangenen Jahr nur um 0,4 Prozent zugenommen. Chinas Ausfuhren nach Russland stiegen laut amtlichen chinesischen Statistiken um immerhin 5,5 Prozent auf 23,48 Milliarden US-Dollar. Doch die Einfuhren aus Russland brachen kr&auml;ftig ein: um mehr als 20 Prozent auf 4,19 Milliarden Dollar. Das ist vor allem dem dramatischen Sinken der &Ouml;l- und Gaspreise geschuldet, Russlands Haupteinnahmequelle. Auch kamen in der zweiten H&auml;lfte 2014 kaum noch russische Touristen nach China.<br>\nPolitisch zelebrieren beide Seiten Eintracht. Dahinter steckt aber, wie chinesische Russlandkenner wissen, weiterhin eine gute Portion Misstrauen: Vor allem Chinas Initiative der &ldquo;Neuen Seidenstra&szlig;e&rdquo; &ndash; es geht um die Wiederbelebung der einstigen Handelswege zwischen China, Zentralasien bis nach Europa &ndash; k&ouml;nnte Moskau ein Dorn im Auge sein, bef&uuml;rchtet Au&szlig;enpolitikexperte Shi. &ldquo;Wenn China in Zentralasien allzu forsch auftritt, k&ouml;nnte es mit der strategischen Allianz schnell wieder vorbei sein.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2015%2F03%2F10%2Fa0088&amp;cHash=1c8072afbbd8b565cb44991eee7c4ae0\">taz<\/a>\n<p><strong>Dazu: Russland und China in Zentralasien &ndash; Zwischen Konkurrenz und Kooperation<\/strong><br>\nRussland und China sind in Zentralasien die einflussreichsten Kr&auml;fte. Mal agieren sie in der Region als Partner, mal als Konkurrenten &ndash; und mal als Gegner. Es geht um wirtschaftliche, aber auch politische Dominanz. Dabei verfolgen Moskau und Peking h&ouml;chst unterschiedliche Strategien.<br>\n&hellip; Die wirtschaftliche &Uuml;berlegenheit Chinas schafft neue Abh&auml;ngigkeiten. Auch die strategische Partnerschaft, die zwischen Peking und Moskau gerne beschworen wird, st&ouml;&szlig;t an Grenzen, wird von Misstrauen und Rivalit&auml;ten &uuml;berschattet. In China sieht man sehr wohl, dass die eurasische Wirtschaftsunion f&uuml;r die eigenen Interessen Nachteile bringt. Wirtschaftsexpertin Sun, sonst um vorsichtige Worte bem&uuml;ht, nimmt kein Blatt vor den Mund: &ldquo;Russland hat gezeigt, dass es mit einer eurasischen Zollunion seinen traditionellen Einfluss in der Region ausbauen will. Das bedeutet Konkurrenz und Konfrontation mit China &ndash; auch wenn Russland das nicht zugeben w&uuml;rde. Mit der Wirtschaftsunion wird dieser Einfluss weiter gest&auml;rkt. Sie wollen China auf diese Weise stoppen. Dabei geht es uns gar nicht um Expansion, sondern nur um wirtschaftliche Kooperation und Stabilit&auml;t im internationalen Raum.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/russland-und-china-in-zentralasien-zwischen-konkurrenz-und.724.de.html?dram:article_id=311053\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wahlen in Israel: Politik der Angst<\/strong><br>\nIn Israel tritt Netanjahu mit gef&auml;hrlichen Parolen gegen eine unentschlossene Opposition an<br>\nEine Versch&auml;rfung der Spannungen zwischen Israel und seinen Feinden hat &ndash; zumindest kurzfristig &ndash; immer der israelischen Rechten geholfen. Langfristig aber kann dadurch eine neue Spirale der Gewalt entstehen, die wom&ouml;glich noch blutiger w&auml;re als der Gazakrieg vom Sommer 2014. Aber wer denkt schon langfristig? Netanjahu geht es nach seinem mittelm&auml;&szlig;igen Ergebnis bei den letzten Parlamentswahlen von 2013 f&uuml;r den Moment vor allem darum, sich mehr Ellenbogenfreiheit zu verschaffen.<br>\nWird ihm das gelingen? Als er im Dezember die Regierungskoalition auseinanderbrechen lie&szlig;, sonnte er sich in einem Umfragehoch. Doch in der Zwischenzeit hat sich die Lage ge&auml;ndert. Die &bdquo;Zionistische Union&ldquo;, ein Zusammenschluss der Awoda und der Hatnua-Partei von Tzipi Livni, ist in einigen Umfragen sogar am Likud vorbeigezogen.<br>\n&bdquo;Dieser Wahlkampf ist einer der merkw&uuml;rdigsten in der Geschichte Israels&ldquo;, meint der ehemalige Awoda-Abgeordnete Daniel Ben-Simon. &bdquo;Nach f&uuml;nf Jahren v&ouml;lligen Stillstands im Friedensprozess sind die Herausforderungen enorm. Trotzdem wird im Wahlkampf keine der Schl&uuml;sselfragen wirklich thematisiert, von keinem politischen Lager. Weder die Frage des Friedens mit den Pal&auml;stinensern noch die Zukunft der besetzten Gebiete und Jerusalems werden angesprochen, ebenso wenig wie der Konflikt im Innern zwischen Laizisten und Religi&ouml;sen oder die anderen Br&uuml;che innerhalb der israelischen Gesellschaft.&ldquo; Einen Grund f&uuml;r die fehlende Debatte &uuml;ber die wirklich wichtigen Fragen sieht Ben-Simon darin, dass so kurzfristig &uuml;ber Neuwahlen entschieden wurde.<br>\nSeit Beginn des Wahlkampfs ist der Ton des Likud-Chefs noch sch&auml;rfer geworden. Vor allen Dingen versucht er jeden Hinweis darauf zu vermeiden, dass er 2009 sein &ndash; wenn auch widerwilliges &ndash; Einverst&auml;ndnis zur Schaffung eines entmilitarisierten pal&auml;stinensischen Staats im Westjordanland gegeben hat. Zuallererst seien, so Netanjahu, die Pal&auml;stinenser gefordert, Israel als &bdquo;Staat des j&uuml;dischen Volkes&ldquo; anzuerkennen. Die Zionistische Union wird als &bdquo;antizionistisch&ldquo; verunglimpft, was einer Stigmatisierung des politischen Gegners als &bdquo;innerer Feind&ldquo; Israels gleichkommt. Netanjahu poltert auch gegen die Medien und die herrschende Elite &ndash; ganz so, als geh&ouml;rte ausgerechnet die israelische Rechte, die seit &uuml;ber zwanzig Jahren an der Macht ist, nicht zu dieser Elite.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.monde-diplomatique.de\/pm\/.search?ik=1&amp;mode=erw&amp;tid=2015%2F03%2F13%2Fa0041&amp;ListView=0&amp;sort=3&amp;tx=Marius+Schattner&amp;qu=MONDE%20\">Marius Schattner in Le Monde diplomatique<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> In der Januar-Ausgabe von Le Monde diplomatique wieder eine Reihe interessanter Beitr&auml;ge, u.a.: <\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>USA und Iran &ndash; zur&uuml;ck zu alter Freundschaft von Trita Parsi<\/em><\/li>\n<li><em>Nie wieder M&uuml;ll, In der Kreislaufwirtschaft bleibt nichts &uuml;brig von Annette Jensen<\/em><\/li>\n<li><em>Die venezolanische Katastrophe von Ladan Cher<\/em><\/li>\n<li><em>Kein Frieden ohne Taliban von Michael Semple<\/em><\/li>\n<li><em>In Europa werde ich Zuflucht finden, Fl&uuml;chtlingsgeschichten aus dem t&uuml;rkisch-bulgarischen Grenzgebiet von Stefano Liberti<\/em><\/li>\n<li><em>Zum Feind erkl&auml;rt, Vor 500 Jahren begann die Verfolgung der Sinti und Roma in Europa von Wolfgang Wippermann<\/em><\/li>\n<li><em>Die t&uuml;rkischen Roma im Staate Erdogan von Marie Chambrial und Erwan Manach<\/em><\/li>\n<li><em>Ein Fall f&uuml;r Moskau, Transnistrien m&ouml;chte in die Russische F&ouml;deration, doch der Kreml hat andere Pl&auml;ne von Jens Malling<\/em><\/li>\n<li><em>Atomstrom aus Saporischschja, Der Ost-West-Konflikt in der Ukraine bestimmt auch die Energiepolitik von S&eacute;bastien Gobert und Laurent Geslin<\/em><\/li>\n<li><em>Minsk II, kleinste aller Hoffnungen von Igor Delano&euml;<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Le Monde diplomatique ab Donnerstag im Kiosk am Freitag als Beilage zur taz.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Nach Bundeswehr-Kritik: Bamberger Schule zieht Verweis zur&uuml;ck<\/strong><br>\nNach heftiger Kritik hat die Bamberger Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule einen versch&auml;rften Veweise gegen einen Sch&uuml;ler zur&uuml;ckgezogen. Der 17-J&auml;hrige hatte bei einer Schulveranstaltung die Bundeswehr kritisiert. Eine von der Stadt Bamberg angestrengte Pr&uuml;fung habe ergeben, dass die Begr&uuml;ndung f&uuml;r den versch&auml;rften Verweis nicht &ldquo;den Richtlinien f&uuml;r disziplinarische Ma&szlig;nahmen des Bayerischen Gesetzes zu Bildung, Erziehung und Betreuung&rdquo; entspricht, hei&szlig;t es in einer Pressemitteilung der Stadt. Der R&uuml;ckzug des Verweises soll nun eine Chance f&uuml;r einen Neuanfang sein. Nun soll ein Gespr&auml;ch zwischen Oberb&uuml;rgermeister Andreas Starke (SPD) und dem 17-j&auml;hrigen Sch&uuml;ler folgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br.de\/nachrichten\/oberfranken\/inhalt\/bamberger-wirtschaftsschule-schueler-macht-verweis-oeffentlich-100.html\">BR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Gestern wiesen die NachDenkSeiten auf diesen Verweis und die dar&uuml;ber entstandene Diskussion hin. Die R&uuml;cknahme des Verweises l&auml;sst dennoch einige Frage offen. Zentral, warum hat die Schule den Verweis zur&uuml;ckgenommen? Da wird ganz sch&ouml;n herumgeeiert. Martin Mattausch, Leiter der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule, sagt: &ldquo;Es bleibt dennoch Fakt, dass der Sch&uuml;ler sich nicht an die Regeln des Schulbetriebs gehalten hat. Allerdings haben wir den Versto&szlig; nicht formal korrekt begr&uuml;ndet.&rdquo; Das ist der Klassiker schlechthin: formale Gr&uuml;nde. Und kein Mensch erkl&auml;rt, worin der formale Fehler besteht. Es ist eher davon auszugehen, dass die Stadt nach Lesen des Verweises den Schulleiter entsetzt zur&uuml;ckgepfiffen hat. Auch wenn Bambergs B&uuml;rgermeister und Schulreferent Christian Lange von einer Empfehlung und <a href=\"http:\/\/www.radio-bamberg.de\/interview-zur-zurueckgenommenem-verweis-an-bamberger-graf-stauffenberg-schule-und-kommentar-mischa-salzmann-4287213\/\">der &ldquo;souver&auml;nen Entscheidung&rdquo; der Schule spricht<\/a>. Auch Lange geht auf dieses Formale zun&auml;chst nicht ein und spricht davon, dass die  &ldquo;Begr&uuml;ndung nicht ausreichend formuliert war&rdquo;. Er lenkt dann sogar ab, indem er vom Vorgang als &ldquo;Spitze eines Eisbergs&rdquo; spricht und wohl meint, dass der Sch&uuml;ler ein schwieriger Sch&uuml;ler war. Allerdings kommt dann auf Nachfrage der Journalistin der Schulreferent doch noch auf den Punkt: &rdquo; &hellip; &ldquo;dass die Meinung eines Sch&uuml;lers keine Begr&uuml;ndung f&uuml;r eine disziplinarische Ma&szlig;nahme darstellen kann, sobald sich diese Meinung auf dem Boden der Grundrechte der Verfassung bewegt.&rdquo; Die Stadt <a href=\"https:\/\/app.box.com\/shared\/tg4eiq3xz3ezfdzzp32bk8rnk99nuett\/1\/3143021309\/26489793273\/1\">folgt ganz offensichtlich nicht dem Verweis<\/a> der Schule, in dem S&auml;tze fallen wie: &ldquo;&hellip; f&auml;llt durch respektloses Verhalten gegen&uuml;ber Lehrkr&auml;ften und Mitsch&uuml;lern auf, vor allem im Zusammenhang mit seiner politischen, zweifelhaft linksorientierten Gesinnung&rdquo; oder &ldquo;&hellip; muss er zuk&uuml;nftig darauf achten, &Auml;u&szlig;erungen bez&uuml;glich seiner extremistischen, politischen Meinung zu unterlassen.&rdquo; Dass die Schule vor dem Eingreifen der Stadt auf dem besten Wege war, sich ihres &ldquo;linksorientierten&rdquo; Sch&uuml;lers zu entledigen, zeigt sich darin, dass die Schule eifrig darauf bedacht weitere Verweise zu sammeln. Einer davon, der das Vergessen von Sportsachen sanktioniert, wurde merkw&uuml;rdigerweise vom stellvertretenden Direktor und nicht vom Sportlehrer vergeben. Der Andere prangert eine Ausrede, die der Sch&uuml;ler benutzte, <a href=\"http:\/\/bamberg.vvn-bda.de\/zwei-weitere-verweise\/\">um sein Zu-Sp&auml;t-Kommen zu rechtfertigen, an<\/a>. &ndash; Die Vorg&auml;nge aus der Sicht des Sch&uuml;lers beschrieben finden sie <a href=\"http:\/\/bamberg.vvn-bda.de\/stellungnahme-verschaerfter-verweis-wegen-linksorientierter-gesinnung\/\">hier<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Vorratsdatenspeicherung in den Niederlanden erstmal gekippt<\/strong><br>\nGratulation, die nationale Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung in den Niederlanden ist tot! Das hat das Gericht Den Haag heute beschlossen. Die Klage war von verschiedenen niederl&auml;ndischen NGOs und einem Internetservice-Provider ausgegangen, darunter Bits of Freedom und Privacy First. Bisher mussten niederl&auml;ndische ISPs Verkehrsdaten f&uuml;r ein Jahr speichern. Diese Regelung wurde von dem niederl&auml;ndischen Datenschutzbeauftragten, NGOs und ISPs gleicherma&szlig;en viel kritisiert, nach dem Urteil des Europ&auml;ischen Gerichtshofes vor fast einem Jahr hatten viele andere europ&auml;ische Staaten ihre nationalen Vorratsdatenspeicherungsregelungen f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2015\/vorratsdatenspeicherung-in-den-niederlanden-erstmal-gekippt\/\">Netzpolitik.org<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Kooperation Wirtschaft und Wissenschaft: &bdquo;Es muss transparent sein&ldquo;<\/strong><br>\nNiedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Gr&uuml;ne) will die Unis verpflichten, Vertr&auml;ge zu Stiftungsprofessuren zu ver&ouml;ffentlichen.<br>\nEs gibt keine Selbstverpflichtung f&uuml;r die Transparenz, sondern eine klare Verpflichtung in allen Zielvereinbarungen. Die Hochschulen m&uuml;ssen ihre Drittmittelprojekte ver&ouml;ffentlichen und auf Senatsebene Ethikkommissionen einrichten. Zu welchem Zeitpunkt die Hochschulen die Ergebnisse ins Internet stellen, ist in den Transparenzleitlinien genau festgeschrieben. Langfristig planen wir eine landesweite Datenbank, in die die Hochschulen ihre Informationen einspeisen&hellip;<br>\nEin Forschungsauftrag ist ein Gesch&auml;ft auf Gegenseitigkeit, und in diesem Fall kann ich verstehen, dass Betriebsgeheimnisse gewahrt werden. Bei Stiftungsprofessuren sehe ich das deutlich anders. Privat finanzierte Professuren k&ouml;nnen nur dann legitim sein, wenn Sie keinen Einfluss auf Forschung und Lehre nehmen. Deshalb wollen wir mit einem Informations- und Transparenzgesetz sicherstellen, dass k&uuml;nftig auch Kooperationsvertr&auml;ge zu Stiftungsprofessuren ver&ouml;ffentlicht werden m&uuml;ssen&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Kooperation-Wirtschaft-und-Wissenschaft\/!156180\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Uni Freiburg wird trotz Zivilklausel mit Milit&auml;r-Fraunhofer-Institut verflochten<\/strong><br>\nDie neueste Errungenschaft in der fortschreitenden Militarisierung des Bildungswesens betrifft die Uni Freiburg. Hier wurde ein Prof. der Bundeswehr-Uni M&uuml;nchen gleichzeitig an die Uni und als Chef des milit&auml;rischen Fraunhofer-Instituts EMI berufen mit dem Auftrag, ein sog. &bdquo;Leistungszentrum&ldquo; aus Fraunhofer-Instituten und Uni aufzubauen. Solche Zivil-Milit&auml;risch-Universit&auml;r-Industriellen Komplexe (ZMUIK) gibt es schon lange. Nach der Uni Bremen ist dies jedoch die zweite Zivilklausel-Uni, in einen ZMUIK umgebaut zu werden droht. Solche Wege m&uuml;ssen im Interesse des Friedens und der Zivilklausel-Bewegung verbaut werden. Die Unis d&uuml;rfen nicht zu Kadettenanstalten der R&uuml;stungsindustrie verkommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=21409\">Dietrich Schulze in Neue Rheinische Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Georg Kreisler und der Euro<\/strong><br>\nGeorg Kreisler hat es 1997 schon richtig erkannt, auch wenn es heute nicht mehr nur darum geht, den Euro um jeden Preis zu erhalten, denn ein Scheitern des Euros w&auml;re in der Tat eine Katastrophe f&uuml;r die Eurol&auml;nder, aber immer noch darum, die Eurol&auml;nder zum Sparen zu zwingen, koste es, was es wolle. Auf dieses Lied haben wir schon einmal hingewiesen, aber angesichts der aktuellen akuten Krise bzgl. 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