{"id":2541,"date":"2007-08-10T09:09:30","date_gmt":"2007-08-10T07:09:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2541"},"modified":"2007-08-10T09:09:30","modified_gmt":"2007-08-10T07:09:30","slug":"hinweise-des-tages-457","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2541","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Zum Arbeitskampf der Lokomotivf&uuml;hrer<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>DGB-Chef Sommer: H&auml;nde weg vom Streikrecht<\/strong><br>\nEs ist geradezu gef&auml;hrlich, wenn Arbeitsgerichte einstweilige Verf&uuml;gungen gegen Streiks auch mit dem drohenden &ouml;konomischen Schaden eines m&ouml;glichen Arbeitskampfes begr&uuml;nden. Denn genau das ist ja der Sinn von Streiks: Sie sollen &ouml;konomischen Druck auf die Arbeitgeber aus&uuml;ben, damit sie die berechtigten Forderungen der Gewerkschaften tarifvertraglich anerkennen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/pressemeldungen\/pmdb\/pressemeldung_single?pmid=3037\">DGB<\/a><\/li>\n<li><strong>Zum Urteil des N&uuml;rnberger Arbeitsgerichts<\/strong><br>\n&raquo;Arbeitsk&auml;mpfe sind im allgemeinen unerw&uuml;nscht, denn sie rufen volkswirtschaftliche Sch&auml;den hervor.&laquo; Dieser Satz aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahre 1955 stammte aus der Feder des Hans Carl Nipperdey, seines Zeichens Kommentator des Nazigesetzes zur &raquo;Ordnung der nationalen Arbeit&laquo;. L&auml;ngst ist dessen &raquo;Sozialad&auml;quanztheorie&laquo; in der juristischen Mottenkiste gelandet &ndash; obwohl sie noch bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts in der Rechtsprechung herumgeisterte. Danach erst entdeckten die Arbeitsgerichte wieder das Grundrecht auf Streik im Artikel neun, Absatz drei des Grundgesetzes. Doch was das N&uuml;rnberger Arbeitsgericht in seiner Streikrechtsentscheidung vom Mittwoch verk&uuml;ndete, ist nichts anderes als die R&uuml;ckkehr zum verfassungswidrigen Weltbild des H.C. Nipperdey.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/08-10\/061.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Zweierlei Schaffner<\/strong><br>\nBislang hat die Rechtsprechung dies meist abgelehnt und &ldquo;Tarifeinheit&rdquo; gefordert. Die Realit&auml;t folgt dem aber teilweise schon nicht mehr, man denke nur an die Solovorst&ouml;&szlig;e der Piloten oder Krankenhaus&auml;rzte, die mit Spezialgewerkschaften eigene Tarifvertr&auml;ge durchsetzten.<br>\nSolche Zersplitterung ist ein Alarmsignal f&uuml;r die gro&szlig;en Branchengewerkschaften, sie belastet betroffene Unternehmen und kann letztlich der ganzen Volkswirtschaft schaden. Eine balkanisierte Tariflandschaft, in der Gewerkschaften sich mit Forderungen &uuml;berbieten und Arbeitnehmer je nach Abschluss von Verband zu Verband h&uuml;pfen, schafft enorme Reibungsverluste.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/kommentare\/:Leitartikel%20Bahn%20Zweierlei%20Schaffner\/237470.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung einer Leserin:<\/strong> &lsquo;Jahrelang geh&ouml;rte es f&uuml;r Politiker, Medien, Verb&auml;nde und Wissenschaft zum guten Ton, den Fl&auml;chentarifvertrag in Grund und Boden zu stampfen. Der fr&uuml;here BDI-Pr&auml;sident Rogowski lie&szlig; sich gar zu der Bemerkung hinrei&szlig;en, die Fl&auml;chentarifvertr&auml;ge sollten am besten in Lagerfeuern verbrannt werden.<br>\nSelbst die Gewerkschaften wehrten sich oft nur defensiv gegen die massiven Angriffe, indem sie darauf hinwiesen, dass die Tarifvertr&auml;ge ja so starr gar nicht seien, dass es ja viele &Ouml;ffnungs- und H&auml;rtefallklauseln gebe etc. Offensive Verteidiger des Fl&auml;chentarifsystems, die auf seine Vorteile gegen&uuml;ber einem dezentralen Lohnfindungssystem hinwiesen, musste man mit der Lupe suchen (dazu z&auml;hlt der vorz&uuml;gliche und allen Fl&auml;chentarifgegnern nur w&auml;rmstens zu empfehlende Aufsatz &ldquo;Der Fl&auml;chentarif in der Kritik&rdquo; von Grunert in den &ldquo;WSI-Mitteilungen&rdquo; 11\/2004).<br>\nNun h&ouml;rt man auf einmal T&ouml;ne, die zu der bisherigen Melodie so gar nicht passen wollen: Nachdem Spartengewerkschaften der Krankenhaus&auml;rzte, Piloten (Cockpit) und jetzt der Lokf&uuml;hrer (GDL) mit Forderungen nach Sonderregeln aufgetaucht sind, werden auf einmal die Vorz&uuml;ge des guten, alten Fl&auml;chentarifs wiederentdeckt. So klagt etwa Maike Rademaker in der &ldquo;Financial Times Deutschland&rdquo; (vom 9. 8. 2007) unter der &Uuml;berschrift &ldquo;Mit Volldampf ins Tarifchaos&rdquo;, dass die &ldquo;Fl&auml;chentarifvertr&auml;ge &hellip; seit Jahren durch Sonderregeln ausgeh&ouml;hlt&rdquo; w&uuml;rden, dass viele Arbeitgeber die wirtschaftliche Schw&auml;chephase der letzten Jahre ausgenutzt h&auml;tten, &ldquo;um am Tarifrecht, das f&uuml;r alle gilt, kr&auml;ftig herumzus&auml;beln.&rdquo; Sie gibt zu bedenken, dass Wachstum und Wohlstand in Deutschland auch darauf basieren, &ldquo;dass nicht &uuml;berall und dauernd um L&ouml;hne und Arbeitszeiten gestritten wird. Und nicht jeden Sommer eine andere Truppe das ganze Land lahmlegt.&rdquo; Eine sp&auml;te Erkenntnis. Wie hei&szlig;t es doch so klar und richtig in Albrecht M&uuml;llers Buch &ldquo;Die Reforml&uuml;ge&rdquo;: &ldquo;(D)ie Existenz und G&uuml;ltigkeit der Fl&auml;chentarifvertr&auml;ge liegt auch im Interesse der Unternehmer, da so sichergestellt ist, dass von der Lohnseite her zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen, zwischen Aachen und Frankfurt\/Oder in etwa gleiche Wettbewerbsverh&auml;ltnisse herrschen. Das erleichtert die Vorhersehbarkeit und die Kalkulation der Lohnkosten, es macht die Dinge &uuml;berschaubar und kalkulierbar &hellip;&rdquo; (S. 260)<\/em><\/p><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Immer mehr Arbeitnehmer zwischen 45 und 55 Jahren rutschen in Hartz IV<\/strong><br>\n&bdquo;Die Zahl der 50- bis 65-J&auml;hrigen, die auf Hartz IV angewiesen sind, steigt kontinuierlich&ldquo;, sagte der Leiter der Abteilung Arbeitsmarktpolitik beim DGB-Bundesvorstand, Wilhelm Adamy. Im Fr&uuml;hjahr waren demnach 7,7 Prozent der in Deutschland lebenden 50- bis 65-J&auml;hrigen auf Hartz IV angewiesen. Beim Start des Arbeitslosengeldes II im Januar 2005 lag der Anteil nur bei 6,3 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/jobs\/branchen\/hartz-iv_aid_69338.html\">Focus Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Steinbr&uuml;ck ist gegen Hartz-IV-Anpassung an Preissteigerungsrate<\/strong><br>\nSoll der Hartz-IV-Satz regelm&auml;&szlig;ig erh&ouml;ht werden? W&auml;hrend sich f&uuml;hrende Unions-Politiker vehement daf&uuml;r einsetzen, sind SPD-Granden von der Idee des th&uuml;ringischen Ministerpr&auml;sidenten Althaus nicht so begeistert. Der Regelsatz m&uuml;sse in einem Verh&auml;ltnis zu denjenigen stehen, &ldquo;die tagt&auml;glich um 7.00 Uhr aufstehen, acht Stunden arbeiten und damit ein Einkommen haben, das bei solchen Erh&ouml;hungen von Hartz IV spielend unter dem liegen kann, was an staatlichen Transferzahlungen bereitgestellt wird&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/immobilien\/:Inflationsausgleich-Steinbr%FCck-Hartz-IV-Erh%F6hung\/594948.html\">stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> F&uuml;r Steinbr&uuml;ck ist also nicht das grundgesetzlich garantierte Existenzminimum der Ma&szlig;stab f&uuml;r die die Sozialhilfe, sondern die Hungerl&ouml;hne auf dem Arbeitsmarkt. Merke: Nach dem Hungern kommt das Verhungern.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Debatte um die Anpassung der Hartz-IV-Regels&auml;tze f&uuml;hrt in der SPD zu einem tiefen Riss<\/strong><\/p>\n<p>Die Hartz-IV-Regels&auml;tze werden wie die Sozialhilfe bislang j&auml;hrlich an die Rentenentwicklung angepasst und stiegen zum 1. Juli dieses Jahres erstmals seit der Hartz-Reform von 345 auf 347 Euro. Zus&auml;tzlich werden die Regels&auml;tze alle f&uuml;nf Jahre im Rahmen der so genannten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes &uuml;berpr&uuml;ft und gegebenenfalls neu festgelegt. Die EVS ermittelt anders als der Warenkorb nicht mehr die Kostenstruktur einer virtuellen Produktgruppe. Vielmehr werden die tats&auml;chlichen Ausgaben von Haushalten errechnet. Als Referenzgr&ouml;&szlig;e f&uuml;r den Hartz-IV-Regelsatz gelten die Ausgaben des nach Nettoeinkommen gerechnet untersten F&uuml;nftel der deutschen Haushalte. Daraus errechnen die Experten dann das so genannte soziokulturelle Existenzminimum, das Empf&auml;ngern von Sozialhilfe und Hartz IV eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sichern soll. Die n&auml;chste EVS wird im kommende Jahr durchgef&uuml;hrt.<br>\nSozialverb&auml;nde wie etwa die Diakonie wehren sich inzwischen gegen die gesamte Systematik der Regelsatz-Bestimmung. &ldquo;Noch vor wenigen Jahres war es angemessen, das Ausgabeverhalten von Personen mit geringen Renten oder Erwerbseinkommen als Ma&szlig;stab f&uuml;r die Erh&ouml;hung der Regels&auml;tze heranzuziehen&rdquo;, sagte das Diakonie-Vorstandsmitglied Bernd Schl&uuml;ter. &ldquo;Aufgrund von Lohndumping und prek&auml;ren Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen kann diese Vergleichsgruppe heute aber selbst ihren notwendigen Lebensunterhalt nicht mehr decken. Ohne eine &Auml;nderung dieses Systems wird die Armut in Deutschland zementiert.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=1188633\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Reaktionen auf den Erhalt der beitragsfreien Entgeltumwandlung<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Arbeitgeberpr&auml;sident Dr. Dieter Hundt<\/strong><br>\nMit dem Beschluss, die beitragsfreie Entgeltumwandlung auch nach 2008 fortf&uuml;hren zu wollen, hat die Bundesregierung die Weichen in der betrieblichen Altersvorsorge richtig gestellt. Zugleich erhalten die Tarifpartner hierdurch die n&ouml;tige Planungssicherheit. Damit kann der Zug weiter in Richtung Zuwachs der betrieblichen Altersvorsorge rollen, sagte Arbeitgeberpr&auml;sident Dr. Dieter Hundt heute in Berlin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bda-online.de\/www\/bdaonline.nsf\/id\/7C1146A4E3B536AEC1257331003682AE?Open&amp;ccm=400085&amp;L=DE&amp;markedcolor=\">BDA-Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Auch f&uuml;r den DGB eine gute Nachricht.<\/strong><br>\nIm Kabinett wurde &uuml;ber die Fortsetzung der staatlichen F&ouml;rderung von Betriebsrenten beraten. Dazu sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach:<br>\n&ldquo;Es ist eine gute Nachricht f&uuml;r die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dass die Sozialversicherungsfreiheit bei der Entgeltumwandlung zum Aufbau betrieblicher Altersversorgung auch &uuml;ber 2008 hinaus erhalten bleiben soll. Die Versorgungsl&uuml;cken bei der gesetzlichen Rente sind offensichtlich &ndash; diese zus&auml;tzliche Altersvorsorge tr&auml;gt mit dazu dabei, drohende finanzielle Engp&auml;sse im Alter zu vermeiden.<br>\nDie Gewerkschaften machen bereits seit Jahren positive tarifpolitische Erfahrungen mit der Brutto-Entgeltumwandlung im Bereich der betrieblichen Altersversorgung. Gerade in Branchen, wo Tarifvertr&auml;ge eine Beitrags-Beteiligung der Arbeitgeber vorsehen, ist die Entgeltumwandlung ein Erfolgskonzept und deutlich beliebter als die Riester-Rente. Und deshalb sind besonders die Unternehmen gefragt: Sie m&uuml;ssen sich k&uuml;nftig verst&auml;rkt mit eigenem Beitrag f&uuml;r die betriebliche Altersversorgung engagieren.<br>\nEs ist erfreulich, dass die Regierung zus&auml;tzlich eine Gesetzesverbesserung f&uuml;r die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge vereinbart hat: Die Herabsetzung der Grenze f&uuml;r unverfallbare Anwartschaften bei mindestens f&uuml;nfj&auml;hriger Betriebszugeh&ouml;rigkeit des Besch&auml;ftigten von 30 auf 25 Lebensjahre wird f&uuml;r eine noch gr&ouml;&szlig;ere Akzeptanz dieser Form der betrieblichen Altersvorsorge sorgen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/presse\/pressemeldungen\/pmdb\/pressemeldung_single?pmid=3036\">DGB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkungen von Martin Betzwieser:<\/strong> F&uuml;r Arbeitgeberpr&auml;sident Dr. Dieter Hundt ist diese Haltung sicher ein artgerechtes Verhalten. Die Arbeitgeber sparen durch die beitragsfreie Entgeltumwandlung einen Teil der verhassten Lohnnebenkosten. Die Versicherungskonzerne verdienen daran Milliarden. Beim DGB scheint ignoriert zu werden, dass durch die beitragsfreie Entgeltumwandlung die finanzielle Situation der Sozialversicherungstr&auml;ger weiter strapaziert wird. Unter dem Aspekt des Renteneintrittsalters 67 liest sich das wie &ldquo;Wasch mich, aber mach mich nicht nass&rdquo;. Beitragsfreie Entgeltumwandlung l&auml;sst das Sozialversicherungsbrutto sinken, welches die Berechnungsgrundlage f&uuml;r Rente und Entgeltersatzleistungen ist. Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Jeder beitragsfrei umgewandelte Euro bedeutet im Klartext:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Wenger Rente<\/em><\/li>\n<li><em>Weniger Arbeitslosengeld I<\/em><\/li>\n<li><em>Weniger Krankengeld<\/em><\/li>\n<li><em>Weniger &Uuml;bergangsgeld<\/em><\/li>\n<li><em>Weniger Krankengeld bei Betreuung eines kranken Kindes<\/em><\/li>\n<li><em>Weniger Mutterschaftsgeld<\/em><\/li>\n<li><em>Weniger Elterngeld<\/em><\/li>\n<li><em>Weniger Kurzarbeitergeld<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Die Gewerkschaften scheinen das zu ignorieren oder zu verdr&auml;ngen. Oder es mangelt an Verst&auml;ndnis daf&uuml;r oder es liegt daran, dass DGB und so manche Einzelgewerkschaft an der Vermittlung von Altersversicherung mitverdienen:<\/em><br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.das-rentenplus.de\/\">DGB-Rentenplus<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.verdi-mitgliederservice.de\/site\/portal\/vorsorgen\/index.htm\">ver.di-Mitgliederservice<\/a><\/p>\n<p><em>Zu weiteren Risiken und Nebenwirkungen der Betrieblichen Altersvorsorge lesen Sie die Nachdenkseiten:<\/em><br>\nQuelle 1: <a href=\"?p=2293\">Nachdenkseiten vom 27.04.2007<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"?p=2306\">Nachdenkseiten vom 02.05.2007<\/a><\/p><\/li><\/ul>\n<\/li>\n\n<li><strong>R&uuml;ckgang der Unternehmensinsolvenzen auch im Mai 2007<\/strong><br>\nDer seit mehr als zwei Jahren zu beobachtende R&uuml;ckgang der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hielt auch im Mai 2007 weiter an. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, meldeten die deutschen Gerichte f&uuml;r diesen Monat 2 507 Unternehmensinsolvenzen, 11,7% weniger als im Mai 2006.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2007\/08\/PD07__313__52411,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wie &uuml;blich hat es die wirklich wichtige Mitteilung nicht in die Titelung des Statistischen Bundesamtes geschafft:<br>\n&ldquo;Dagegen nahmen die Verbraucherinsolvenzen weiter zu: Mit 8 994 F&auml;llen lagen sie um 12,4% h&ouml;her als im Mai 2006. Zusammen mit den Insolvenzen von anderen privaten Schuldnern und Nachl&auml;ssen summiert sich die Gesamtzahl der Insolvenzen auf insgesamt 14 131 F&auml;lle (+ 4,0%).&rdquo; &ndash; Ach ja, &ldquo;Deutschland boomt &hellip;&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Abgeltungssteuer beg&uuml;nstigt Privatisierungen an Finanzinvestoren<\/strong><br>\nDie &bdquo;Nachbesserung&ldquo; beseitigt zwar den unmittelbaren Druck auf kommunale Unternehmen und Genossenschaften. Es bleibt aber bei einem gigantischer Anreiz, aus den gro&szlig;en R&uuml;cklagen Gewinne auszusch&uuml;tten. Die Abgeltungssteuer kann von Finanzinvestoren leicht beglichen werden. Sie handeln sich im Gegenzug einen Zugriff auf die bislang durch die Aussch&uuml;ttungsteuer &bdquo;gesch&uuml;tzten&ldquo; EK 02 Reserven ein. Schon hat die Fondsgesellschaft Gagfah\/Fortress eine Inanspruchnahme der Ausstiegspr&auml;mie angek&uuml;ndigt. Jede der betroffenen bis zu 3,8 Millionen Wohnungen wird potentiell mit 20.000 Euro belastet. Eine Summe, die im Endeffekt von den Mietern aufgebracht werden muss.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/070810_Hinweis6.pdf\">Mieterforum Ruhr [PDF &ndash; 280 KB]<\/a>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p>\n<p><strong>Berliner st&ouml;hnen unter hohen Mieten<\/strong><br>\nNeuer Mietspiegel treibt die Preise: Bei den ersten Haushalten sind entsprechende Schreiben angekommen. Die Vermieter verlangen bis zu 20 Prozent mehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/Mieten-Mietspiegel;art270,2354364\">Tagesspiegel<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Carl Bertelsmann-Preis 2007 f&uuml;r die Veranke-rung von gesellschaftlichem Engagement als Bildungsziel<\/strong><br>\nDie Festrede h&auml;lt Bundeskanzlerin Angela Merkel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news221328\">idw<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Vielleicht greift die Kanzlerin in ihrer Festrede den <a href=\"?p=2484\">Appell von 300 Sch&uuml;lern, Eltern, Lehrern des Robert-Blum-Gymnasiums in Berlin Sch&ouml;neberg<\/a> auf. Dort wird die Absetzung der Nachmittags-Talkshows mit menschenverachtendem Inhalt oder der Verzicht auf Filme mit extremer Gewaltdarstellung im zu Bertelsmann geh&ouml;renden Sender RTL gefordert. Das w&auml;re ein echter Beitrag zur F&ouml;rderung von gesellschaftlichem Engagement als Bildungsziel.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Unternehmen erh&ouml;hen die Exporte kr&auml;ftig<\/strong><br>\nDie deutschen Exporteure haben auch im ersten Halbjahr gl&auml;nzende Gesch&auml;fte gemacht. Wegen des starken Euro und der leicht abflauenden Weltkonjunktur konnten die Firmen ihren Schwung aus dem Rekordjahr 2006 aber nicht ganz halten. Von Januar bis Juni kletterten die Ausfuhren um gut elf Prozent und blieben damit unter dem Plus von fast 14 Prozent im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Juni stiegen die Exporte etwas &uuml;berdurchschnittlich, aber der Au&szlig;enhandel d&uuml;rfte das gesamte Wachstum im Fr&uuml;hjahr nicht so stark angeschoben haben wie erwartet. Grund ist ein &uuml;berraschend starker Anstieg der Importe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1187836\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>F&uuml;r Dre&szlig;ler bleiben &laquo;Wut, Entt&auml;uschung, Bitterkeit&raquo;<\/strong><br>\nF&uuml;r Dre&szlig;ler ist der ehemalige SPD-Vorsitzende und jetzige Spitzenmann der neuen Partei Die Linke, Oskar Lafontaine, mehr Sozialdemokrat geblieben als etwa Bundesarbeitsminister und Vizekanzler Franz M&uuml;ntefering oder Kanzler a. D. Gerhard Schr&ouml;der. Dre&szlig;ler: &ldquo;Ich kenne Lafontaine gut, und zwar mit seinen St&auml;rken und seinen Schw&auml;chen. Er hat sich in seinen Grundpositionen nicht wesentlich ge&auml;ndert, die SPD aber hat sich wesentlich ge&auml;ndert, vorangetrieben von bestimmten F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeiten, Schr&ouml;der und M&uuml;ntefering waren es nicht alleine.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linkszeitung.de\/content\/view\/134654\/42\/\">Linkszeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Westerwelle: Freiheitsstatue in Panik<\/strong><br>\nFDP-Parteichef Guido Westerwelle hat vor einer schwarz-gr&uuml;nen Koalition gewarnt. Der Liberalen-F&uuml;hrer, der sich selbst gern zur Freiheitsstatue stilisiert, zeigt damit nur eines: Er wei&szlig;, wie wenig die FDP als Oppositionspartei zustande bringt. Das neue Parteiengef&uuml;ge muss ihm Angstzust&auml;nde bereiten.<br>\nGuido Westerwelle gef&auml;llt sich seit dem j&uuml;ngsten FDP-Parteitag darin, sich als die &ldquo;Freiheitsstatue&rdquo; der Republik darzustellen. Ein Schatten fiel allerdings auf die gl&auml;nzende Selbstdarstellung des FDP-Vorsitzenden durch den s&uuml;ffisanten Kommentar seines Parteifreunde Wolfgang Kubicki. Der rief ihm in aller &Ouml;ffentlichkeit zu, die Freiheitsstatue stehe erstens ziemlich allein im Atlantik vor New York. Zweitens sei sie auch hohl im Kopf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/:Kommentar-Freiheitsstatue-Panik\/594947.html\">Stern<\/a><\/li>\n<li><strong>Oskar Lafontaine als Buhmann der Republik &ndash; Wie das ARD-Magazin &ldquo;Panorama&rdquo; auf ein Phantom einpr&uuml;gelt<\/strong><br>\nHier waren Leute am Werk, die bereit und entschlossen schienen, jeden Satz von Lafontaine vors&auml;tzlich misszuverstehen, ganz egal was er gerade sagt. Und als trauten sie ihren eigenen Beweisen nicht, lieferten sie, unterst&uuml;tzt von daf&uuml;r sorgf&auml;ltig ausgesuchten Kapazit&auml;ten, zu jedem Zitat eine Interpretation, die durch das Original nicht abgedeckt war, um dem Zuschauer beizubringen, wie der das Ganze (miss)zuverstehen habe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2007\/32\/07320702.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>LobbyControl: Nominierung f&uuml;r den &lsquo;Worst EU Lobbying&rsquo; Award<\/strong><br>\nDieses Jahr k&ouml;nnen Sie Vorschl&auml;ge f&uuml;r zwei Kategorien machen: Der &ldquo;Worst EU Lobbying Award&rdquo; wird an Lobbyisten, Unternehmen oder Interessenverb&auml;nde vergeben, die 2007 manipulative, irref&uuml;hrende oder andere problematische Taktiken in ihrer Lobbyarbeit in Br&uuml;ssel verwendeten. Au&szlig;erdem wird ein zus&auml;tzlicher Preis in der Kategorie &ldquo;Worst EU Greenwash&rdquo; vergeben. Damit werden Unternehmen ausgezeichnet, deren Werbung, PR- und Lobbyrhetorik im Widerspruch zu den wahren Umweltauswirkungen ihres Kerngesch&auml;fts steht.<br>\nHelfen Sie uns, die Worst EU Lobbying Awards 2007 zu einem Erfolg zu machen!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.worstlobby.eu\/2007\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><strong>Kreditkrise schickt Aktienm&auml;rkte auf Talfahrt<\/strong><br>\nNun hat die Subprime-Krise auch die franz&ouml;sische Bank BNP Paribas erwischt. Sie musste drei sogenannte ABS-Fonds schlie&szlig;en, weil Probleme im US-Subprime-Markt eine Bewertung der Fonds momentan unm&ouml;glich machen. Die Titel sanken um 3,4 Prozent.<br>\nDie Papiere von Soci&eacute;t&eacute; G&eacute;n&eacute;rale verbilligten sich um 4,2 Prozent. Auch Barclays aus England, die Deutsche Bank und die Halifax Bank of Scotland (HBOS) geh&ouml;rten mit Kursverlusten zwischen 3,9 Prozent und 4,9 Prozent zu den gro&szlig;en Verlierern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/boersen_maerkte\/marktberichte\/236957.html?mode=print\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Eugen Drewermann: Muss man nicht Krieg f&uuml;hren gegen solche Ungeheuer?<\/strong><br>\nF&uuml;r die westlichen Staaten wird der asymmetrische Krieg, wie sie ihn im Irak und Afghanistan und m&ouml;glicherweise bald im Sudan f&uuml;hren, zur Spirale ohne Ende. Mit dem gr&ouml;&szlig;ten milit&auml;rischen &Uuml;bergewicht lassen sich Anschl&auml;ge und Entf&uuml;hrungen nicht verhindern. Die Antwort darauf sind Durchhalteparolen und eine Vergr&ouml;&szlig;erung des milit&auml;rischen &Uuml;bergewichts. Der Gegner stellt sich darauf ein. Er tut das mit keinem vom Irrsinn verzerrten Blick, sondern im Bewusstsein der M&ouml;glichkeiten, diesen Krieg als seinen Krieg fortzusetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/2007\/31\/07310301.php\">Freitag<\/a><\/li>\n<li><strong>Studenten k&auml;mpfen in der Lobby<\/strong><br>\nAm Machtkampf zwischen den sozialdemokratischen Jusos und anderen linken Hochschulgruppen droht der bundesweite studentische Dachverband fzs zu zerbrechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/index.php?id=start&amp;art=2949&amp;id=deutschland-artikel&amp;cHash=dbd475303b\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Prekariat? Hier werden Sie geholfen!<\/strong><br>\nEine f&uuml;nfk&ouml;pfige Familie und kein Geld, daf&uuml;r totale Hilflosigkeit: Wie macht man den K&uuml;hlschrank sauber? Wie kauft man ein? Eine ARD-Reportage &uuml;ber die Sorgen einer armen Familie zeigt, dass es sich prek&auml;r durchaus leben l&auml;sst: Es gibt ja Sozialarbeiter.<br>\nDrau&szlig;en vor der T&uuml;r wartet nicht nur das Sozialamt mit einer F&uuml;lle von hilfsbereiten Mitarbeitern, da ist auch eine Gesellschaft, in der die Idee von &ldquo;Verantwortung&rdquo; durch Begriffe wie &ldquo;Ma&szlig;nahmen&rdquo; und &ldquo;F&uuml;rsorge&rdquo; ersetzt wurde. Eine Gesellschaft, in der die Vorstellung, dass Wohlstand etwas mit Arbeit und Leistung zu tun hat, als reaktion&auml;r und &ldquo;sozial unvertr&auml;glich&rdquo; gilt. Und wer es wagt, die Frage zu stellen, ob f&uuml;r die Aufzucht von Kindern nicht vor allem die Eltern zust&auml;ndig und verantwortlich sind, der wird sofort mit einer Einladung zu einem therapeutischen Gespr&auml;ch bei Ursula von der Leyen abgestraft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,498995,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Typisch Henryk M. Broder (und vielleicht auch ARD-Exklusiv): Man nimmt ein extremes Beispiel einer offenbar nicht mehr selbst &uuml;berlebensf&auml;higen, verwahrlosten Familie zum Anlass einer Polemik gegen staatliche F&uuml;rsorge und gegen die Arbeit von Sozialarbeiter, so als w&auml;re die F&uuml;rsorge die Verursacher der Verwahrlosung und als ginge es um das Eigeninteresse der Sozialarbeiter: &bdquo;Eine Familie sichert die Existenz von einem halben Dutzend Sozialarbeiter.&ldquo; Hat Broder im Gegenzug schon mal nachgerechnet, wie vielen tausenden Polizisten die &bdquo;Existenz&ldquo; gesichert wird, indem sie Tag und Nacht im Gefolge von Politikern, Bankern oder sonstigen wirklichen oder angeblichen Promis solchen Personengruppen staatliche &bdquo;F&uuml;rsorge&ldquo; angedeihen lassen? Ja, die Polizisten sichern deren Sicherheit (ob das immer Sinn macht oder nicht), im Falle dieser verwahrlosten Familie sichern die Sozialarbeiter das &Uuml;berleben zumal auch der Kinder &ndash; oder sollte man sie einfach krepieren lassen, Herr Broder?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2541","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2541","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2541"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2541\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}