{"id":2551,"date":"2007-08-14T08:59:57","date_gmt":"2007-08-14T06:59:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2551"},"modified":"2007-08-14T08:59:58","modified_gmt":"2007-08-14T06:59:58","slug":"hinweise-des-tages-459","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2551","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/AM)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Der deutsche Haider<\/strong><br>\nLe Pen, J&ouml;rg Haider, Pim Fortyn: Deutschland ist bislang von rechtspopulistischen Politikern weitgehend verschont geblieben. Hier gibt es daf&uuml;r Oskar Lafontaine, der klassisch linke Muster geschmeidig mit der Sehnsucht nach einem national begrenzten Sozialstaat verbindet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/Kommentare-Oskar-Lafontaine;art141,2357088?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar von Orlando Pascheit:<\/strong><br>\nLohnt es sich darauf einzugehen? Was hat Tissy Bruns nur so tief ins Sommerloch getrieben? Soll sie doch im journalistischen Mainstream baden und Sozialabbau mit Sozialstaatsreform  gleichsetzen, unsere Sicherheit am Hindukusch verteidigen, aber Lafontaine mit Haider oder Le Pen gleichsetzen, das ist &uuml;bel. Das ist Unflat, nicht wert einer Analyse. <\/em><\/p>\n<p>Dabei verf&auml;hrt Tissy Bruns selbst h&ouml;chst demagogisch, so z.B. mit dem Begriff &ldquo;kleine Leute&rdquo;, wobei allein diese Formulierung viel &uuml;ber die Schreiberin verr&auml;t. Einerseits ist Lafontaine der Mann mit dem &ldquo;besten Instinkt f&uuml;r die &Auml;ngste der kleinen Leute.&rdquo; Hier sind die &ldquo;kleinen Leute&rdquo; die &lsquo;Dummis&rsquo;, die vor lauter Angst die gro&szlig;en politische Wahrheiten nicht erkennen &ndash; Politiker nennen das Kommunikationsproblem. Auf der anderen Seite: &ldquo;Und die SPD konnte am Ende bei Lafontaine nicht mehr finden, was gerade die kleinen Leute von Politikern erwarten m&uuml;ssen: Verl&auml;sslichkeit und Berechenbarkeit.&rdquo; Jetzt sind es indirekt die &ldquo;kleinen Leute&rdquo;, die Lafontaine quasi abgew&auml;hlt haben. Das ist Geschichtsklitterung im gro&szlig;en Stil und bedarf keiner weiteren Erl&auml;uterung.<br>\nSchr&ouml;ders einsame Entscheidung f&uuml;r Neuwahlen als Versuch hochzustilisieren, &ldquo;Die Linke&rdquo; zu verhindern, ist geradezu lachhaft.<br>\nAlso, ich geb&rsquo;s auf.<\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzung von Albrecht M&uuml;ller<\/strong><br>\nIn der Tat eine Zumutung. Und man fragt sich, warum der Berliner Tagesspiegel seinen Lesern ein solches Machwerk antut. Hintereinander gesetzte Behauptungen ohne jeglichen Beleg. Irgendwo h&auml;tte ich doch gerne gewusst, wo Lafontaine Haider gleicht.<br>\nDann zeigt uns die Autorin, dass sie eigenen Denkens nicht f&auml;hig ist. Sie bringt nur angelerntes Zeug: Lafontaine wolle den national begrenzten Sozialstaat, es gebe hierzulande Modernisierungs&auml;ngste, Gregor Gysi sei von Lafontaine an die Wand gedr&uuml;ckt worden, unsere Sicherheit werde am Hindukusch verteidigt, wenn die SPD den Sozialstaat nicht reformieren w&uuml;rde, br&auml;che er zusammen. Eine klassische Hintereinanderreihung von Klischees. Tissy Bruns steht f&uuml;r den Niedergang des deutschen Journalismus, sie steht daf&uuml;r Modell. Vermutlich ist sie noch stolz darauf.<br>\n&Uuml;brigens: Beachten Sie das Foto. Das ist das Standardfoto, das st&auml;ndig, allenfalls in Variation, verwendet wird. Auf diese Weise wird visuell noch mehr transportiert, als mit Worten an Klischees und Vorurteilen vermittelt werden kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;H&auml;nde weg von der Einschr&auml;nkung des Streikrechts&rdquo;<\/strong><br>\nDas N&uuml;rnberger Arbeitsgericht begr&uuml;ndet sein Verbot mit Argumenten, die man am Stammtisch vermutet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1190033\">FR<\/a><\/li>\n<li><strong>Gr&uuml;ne f&uuml;r h&ouml;heren Regelsatz<\/strong><br>\nParteichef B&uuml;tikofer will fast mehr als die Linkspartei. Er fordert eine &uuml;berraschend deutliche Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes auf bis zu 450 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/index.php?id=digitaz-artikel&amp;ressort=in&amp;art=3050&amp;no_cache=1&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Schlecht besch&auml;ftigt<\/strong><br>\nImmer mehr Vollzeitarbeitende brauchen Hartz IV &ndash; dem will die SPD mit einem Mindestlohn begegnen. Die Union bef&uuml;rchtet dagegen steigende Arbeitslosenzahlen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/Deutschland-Hartz-IV;art122,2357100?_FRAME=33&amp;_FORMAT=PRINT\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Analysten sprechen mit gespaltener Zunge<\/strong><br>\nAnalysten sch&ouml;nen bewusst ihre Urteile &uuml;ber Unternehmen, die wichtige Kunden ihres Arbeitgebers sind &ndash; aber nur gegen&uuml;ber Privatanlegern, wie eine neue Studie der Universit&auml;ten Berkeley und Harvard zeigt. Research, der f&uuml;r professionelle Investoren bestimmt ist, ist deutlich objektiver. Die Studie nennt Details.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/news\/printpage.aspx?_p=301104&amp;_t=ftprint&amp;_b=1297254\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Bankenkrise<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Notenbanken f&uuml;rchten den Fl&auml;chenbrand<\/strong><br>\nMit massiven Liquidit&auml;tsspritzen wollen Notenbanken eine globale Finanzkrise verhindern. So richtig das ist, so heikel ist es. Die W&auml;hrungsh&uuml;ter m&uuml;ssen auch aus ihren eigenen Fehlern lernen. Schwer wiegt das Versagen der amerikanischen Zentralbank als Teil der Finanzaufsicht. Statt zu warnen, als selbst mittellose US-B&uuml;rger 100-Prozent-Finanzierungen mit variablen Zinsen erhielten, feierte sie das lange als Finanzinnovation.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/wirtschaftswunder\/index.php?op=ViewArticle&amp;articleId=678&amp;blogId=9\">FTD<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Denn sie wissen nicht, was sie tun<\/strong><br>\nDie Schieflage der Industriebank IKB zeigt, wie komplex Bankenkrisen sind. Dabei ist alles ganz einfach.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/238491.html?mode=print\">FTD<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Das n&auml;chste Milliardenrisiko<\/strong><br>\nW&auml;hrend Amerikas Hypothekenkrise die M&auml;rkte durchr&uuml;ttelt, rollt ein weiteres Milliardenrisiko auf den Finanzmarkt zu. Europas Zentralbank hat jetzt die Gefahren untersucht, die durch &Uuml;bernahmen auf Pump sowie das Weiterreichen von Krediten f&uuml;r den Finanzmarkt entstehen. Das Ergebnis ist beunruhigend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/unternehmen\/artikel\/0,2828,499548,00.html\">Manager Magazin<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Enthusiasmus im Einsatz<\/strong><br>\nDie f&uuml;r das Bundeswirtschaftsministerium t&auml;tige PR-Agentur (Motto: &ldquo;Enthusiasmus im Einsatz&rdquo;) hat mit ihrem Bem&uuml;hen, dem Minister und dessen Staatssekret&auml;ren neben gesponserter Aufmerksamkeit auch bezahlten Beifall zu verschaffen, erstens die Korruptheit der Medien vorausgesetzt und sie zweitens schriftlich fixiert. Das Erstere entspricht der Erfahrung, das Zweite aber geh&ouml;rt sich nicht. Die Emp&ouml;rung der Medien ist nur allzu berechtigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/.bin\/_print.php\/berliner-zeitung\/print\/meinung\/677594.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar:<\/strong> Den letzten Absatz dieses Beitrags sollte man sich rahmen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Wenn Br&uuml;cke, Rohr und Kabel bricht &ndash; Unsere marode Welt<\/strong><br>\nIn den USA brechen immer mal wieder die Autobahnbr&uuml;cken zusammen, und der Weltmacht gehen auch gern die Lichter aus. Das w&auml;re gar nicht so besonders schlimm, zumindest f&uuml;r uns Europ&auml;er nicht, leckten in England nicht die Trinkwasserleitungen und w&auml;ren unsere Neubauten nicht immer mal wieder vom Einsturz bedroht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/radio\/hr2\/index.jsp?rubrik=14224\">hr2-H&ouml;rfunk: Der Tag vom 03.08.2007 (ca. 12 MB, ca. 53 min.)<\/a>\n<\/li>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Schon ein paar Tage alt, aber trotzdem h&ouml;renswert. Thematisiert werden ach Privatisierungen in Deutschland und die aktuelle Entwicklung bei der Londoner U-Bahn. Dazu gibt es ein Interview mit Werner R&uuml;gemer.<br>\n<\/em><\/p>\n<li><strong>Kurswechsel im neoliberalen Musterland<\/strong><br>\nMit einem neuen Arbeitsgesetz will die sozialdemorkatische Regierung der Slowakei die Rechte von Arbeitnehmern st&auml;rken. Striktere Regelungen zum K&uuml;ndigungsschutz, eine Einschr&auml;nkung von &Uuml;berstunden und eine St&auml;rkung der Gewerkschaften geh&ouml;ren zu den Kernpunkten des neuen Gesetzes.<br>\nDas Arbeitsgesetz spaltet die Slowakei in zwei Lager. Die Kernfrage der Debatte lautet: Ist das Land wirtschaftlich schon ausreichend stabilisiert? Bislang wurde das Wachstum vor allem mit niedrigen Lohnnebenkosten angekurbelt, die ausl&auml;ndische Investoren in die Slowakei lockten. Arbeitgeber und Investoren f&uuml;rchten jetzt um die Attraktivit&auml;t des Landes. Negative Auswirkung auf die Investoren f&uuml;rchtet Stanislav Tarnovsky, der als Vertreter des Gewerkschaftsbundes das neue Gesetz ausgehandelt hat, nicht. Ausschlaggebend f&uuml;r Unternehmer seien vor allem die Lohnkosten, die in der Slowakei immer noch deutlich niedriger l&auml;gen als im Westen der EU. &ldquo;Das Arbeitsgesetz ist f&uuml;r Investoren nur schm&uuml;ckendes Beiwerk, aber kein entscheidendes Kriterium&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/wirtschaft\/aktuell\/?em_cnt=1190603\">FR<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Kampf ums &Ouml;l<\/strong><br>\nWeitgehend unbemerkt von der westlichen &Ouml;ffentlichkeit findet in der irakischen &Ouml;lindustrie ein langwieriger und harter Arbeitskampf statt, welcher der von den USA gest&uuml;tzten Regierung unter Nuri Al Maliki immer mehr Probleme bereitet.<br>\nEnergieminister Hussein al Shahristani erkl&auml;rt Gewerkschaften f&uuml;r &raquo;illegal&laquo; und droht -streikenden Arbeitern mit Armee-Einsatz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/08-14\/001.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/AM)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2551","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2551"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2551\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}