{"id":2557,"date":"2007-08-16T09:16:02","date_gmt":"2007-08-16T07:16:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2557"},"modified":"2015-12-29T15:38:56","modified_gmt":"2015-12-29T14:38:56","slug":"erwerbstaetigenbefragung-2006-der-baua-und-des-bibb-was-beschaeftigte-belastet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2557","title":{"rendered":"Erwerbst\u00e4tigenbefragung 2006 der BAuA und des BIBB: Was Besch\u00e4ftigte belastet"},"content":{"rendered":"<p>Jeder zehnte Besch&auml;ftigte in Deutschland beurteilt seinen Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht. Dies ist ein Ergebnis der <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news221781\">f&uuml;nften Erwerbst&auml;tigenbefragung durch die Bundesanstalt f&uuml;r Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und das Bundesinstitut f&uuml;r Berufsbildung (BIBB)<\/a>.  Die repr&auml;sentative Befragung von 20.000 Besch&auml;ftigten liefert aktuelle Daten &uuml;ber die Arbeitsbedingungen in Deutschland. Die BAuA wertete die Daten hinsichtlich Belastungen und Beanspruchungen der Besch&auml;ftigten sowie deren Gesundheitszustand aus. Als Trend zeichnet sich eine zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeiten ab. Mangelnde Unterst&uuml;tzung durch Vorgesetzte und Kollegen, fehlende Informationen, Termin- und Zeitdruck belasten Betroffene stark. Arbeit im Stehen, Zwangshaltungen sowie das Heben und Tragen schwerer Lasten gehen auf die Knochen. Entsprechend f&uuml;hren Schmerzen im Nacken, R&uuml;cken und an den Schultern gemeinsam mit allgemeinen Ersch&ouml;pfungszust&auml;nden die Liste der gesundheitlichen Beschwerden an. Insgesamt geben die Besch&auml;ftigten jedoch eine hohe Arbeitszufriedenheit an.<br>\n<!--more--><br>\nDie Daten zeichnen eine Momentaufnahme der deutschen Arbeitswelt, aus der sich Handlungsfelder f&uuml;r den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz ableiten lassen. Da wirtschaftliche Aspekte einen Einfluss auf die wahrgenommene Qualit&auml;t der Arbeit haben, wurden auch Fragen zu Einkommen und Sicherheit des Arbeitsplatzes gestellt. So plagt jeden achten Befragten gro&szlig;e Angst vor dem Jobverlust. Demgegen&uuml;ber beurteilt jedoch nur mehr als die H&auml;lfte (55%) die wirtschaftliche Lage ihres Betriebs als gut und sehr gut.<\/p><p>Die Besch&auml;ftigten arbeiten l&auml;nger als vereinbart. 61 Prozent leisten mehr als vierzig Wochenstunden ab, obwohl nur etwa ein Drittel (35,4 %) Arbeitsvertr&auml;ge mit diesen Wochenarbeitszeiten hat. Viele Besch&auml;ftigte gehen zudem Nebent&auml;tigkeiten nach, sodass etwa jeder F&uuml;nfte (21,4 %) &uuml;ber 48 Stunden in der Woche erwerbst&auml;tig ist. In Schichtarbeit arbeitet zumindest gelegentlich jeder vierte Besch&auml;ftigte. An Wochenenden f&auml;llt mindestens gelegentlich f&uuml;r 70 Prozent der Samstag und f&uuml;r 40 Prozent der Sonntag als Ruhetag aus. Etwa jeder F&uuml;nfte kennt Nachtarbeit aus eigener Erfahrung. Der Anteil der Erwerbst&auml;tigen, die Bereitschaftsdienst leisten, liegt &auml;hnlich hoch.<\/p><p>Hinsichtlich k&ouml;rperlicher Belastungen und der Umgebungsbedingungen nennen die Befragten Arbeiten im Sitzen (53,4 %) oder Stehen (56,4 %) am h&auml;ufigsten. Jedoch f&uuml;hlt sich nur jeder f&uuml;nfte Betroffene durch Sitzen beziehungsweise jeder Vierte durch Stehen belastet. Bedingungen wie das Heben und Tragen schwerer Lasten, L&auml;rm sowie K&auml;lte oder N&auml;sse finden mehr als 20 Prozent an ihrem Arbeitsplatz vor. Die beiden letztgenannten verzeichnen seit der letzten Befragung 1998\/99 einen Anstieg. Diese Faktoren empfinden &uuml;ber die H&auml;lfte der Betroffenen als belastend. Obwohl Zwangshaltung (14,3 %) schlechte Lichtverh&auml;ltnisse (9,3 %) sowie Ersch&uuml;tterungen und Schwingungen (4,6 %) seltener auftreten, erreichen sie &auml;hnlich hohe Werte hinsichtlich der empfundenen Belastung. <\/p><p>Der Gro&szlig;teil der Befragten ist den beruflichen Anforderungen gewachsen. Angesichts seiner Qualifikation f&uuml;hlt sich jedoch fast jeder Siebte unterfordert, angesichts des Arbeitspensums fast jeder Sechste &uuml;berfordert. Mehr als die H&auml;lfte der Befragten (53,5 %) ist Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt, fast 60 Prozent der Betroffenen empfinden ihn als belastend. &Auml;hnlich verh&auml;lt es sich mit St&ouml;rungen bei der Arbeit. Ebenso f&uuml;hren vorgegebene Mindestleistungen sowie schnelles Arbeiten zu hohen Belastungsquoten. Bei mehr als der H&auml;lfte der Befragten wiederholt sich der Arbeitsgang h&auml;ufig in allen Einzelheiten, fast 60 Prozent m&uuml;ssen oft mehrere Vorg&auml;nge im Auge haben. Jedoch nur jeder siebte beziehungsweise jeder vierte Befragte empfindet das als belastend.<\/p><p>Etwa drei von vier Befragten leiden darunter, wenn ihnen eine Entscheidung zu sp&auml;t mitgeteilt wird oder wenn ihnen alle notwendigen Informationen fehlen. Ersteres widerf&auml;hrt jedem Achten (12,9 %), letzteres immerhin jedem Zw&ouml;lften (8,0 %) h&auml;ufig. Zwar bezeichnen &uuml;ber 80 Prozent der an der Befragung Teilnehmenden die Zusammenarbeit mit den Kollegen h&auml;ufig als gut, n&ouml;tige Unterst&uuml;tzung erhalten jedoch nur knapp 70 Prozent h&auml;ufig. Nur auf jeden zweiten Chef ist immer Verlass, wenn seine Mitarbeiter Unterst&uuml;tzung ben&ouml;tigen. Mangelnde Unterst&uuml;tzung durch Kollegen (6,1 %) und Vorgesetzte (16,1 %) kommt zwar seltener vor, f&uuml;hrt jedoch zu hohen Belastungsquoten. <\/p><p>Nur jeder dritte Betrieb bot in den vergangenen zwei Jahren Ma&szlig;nahmen der Gesundheitsf&ouml;rderung an. Bestehende Angebote nutzen zwei von drei Befragten. Hingegen konnte nur etwa jeder Vierte die Frage bejahen, ob eine Gef&auml;hrdungsbeurteilung an seinem Arbeitsplatz durchgef&uuml;hrt wurde. 60 Prozent antworteten mit Nein, 14 Prozent waren sich nicht sicher.<\/p><p>Alle Ergebnisse und weitere Informationen befinden sich auf der <a href=\"http:\/\/www.baua.de\/arbeitsbedingungen\">BAuA-Homepage<\/a>.<\/p><p><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Auch im Hinblick auf diese Belastungen der &uuml;berwiegenden Mehrheit der Arbeitnehmer zeigt sich, dass die Rente mit 67 eine Kopfgeburt von der realen Arbeitswelt entr&uuml;ckten Politikern und Wirtschaftsexperten ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder zehnte Besch&auml;ftigte in Deutschland beurteilt seinen Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht. 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