{"id":25597,"date":"2015-04-02T09:00:38","date_gmt":"2015-04-02T07:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25597"},"modified":"2019-01-30T10:28:31","modified_gmt":"2019-01-30T09:28:31","slug":"alles-mitreissen-in-den-untergang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25597","title":{"rendered":"Alles mitrei\u00dfen in den Untergang"},"content":{"rendered":"<p>Die nach dem 11. September 2001 entstandene, weltweit verbreitete schizoide Stimmungslage beg&uuml;nstigt kollektive und individuelle Amokl&auml;ufe. Wir leben seither zunehmend in einem Klima von Gewalt und Krieg. Nach dem &ndash; was wir bisher nur vermuten &ndash; mutwillig herbeigef&uuml;hrten Absturz eines Airbus&lsquo; mit vielen deutschen Opfern befindet sich Deutschland im Ausnahmezustand. <strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong> unternimmt den Versuch einer Ann&auml;herung an die Ereignisse.<br>\n<!--more--><\/p><blockquote><p>&bdquo;Von dem Vulkan, der in mir br&uuml;tet und kocht, hat kein Mensch eine Ahnung.&ldquo;<br>\n(Aus den Memoiren des Amokl&auml;ufers Ernst August Wagner)<\/p><\/blockquote><p><strong>Medialer Vampirismus<\/strong><\/p><p>Seit am Dienstag vergangener Woche ein Airbus der Fluglinie Germanwings auf dem Weg von Barcelona nach D&uuml;sseldorf in den franz&ouml;sischen Alpen abgest&uuml;rzt ist, kennt Deutschland kein anderes Thema mehr. Griechenland, Ukraine, Eurokrise, die saudi-arabischen Luftangriffe im Jemen, all das verschwindet aus der &ouml;ffentlichen Wahrnehmung. Die letzte Trauer- und Emp&ouml;rungswelle nach dem Anschlag auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo war gerade abgeebbt, da sehen wir Angela Merkel und Fran&ccedil;ois Hollande am n&auml;chsten Ungl&uuml;cksort stehen und betroffen in die Kameras schauen. Die Medien berichten rund um die Uhr &uuml;ber die Folgen des Absturzes und &uuml;berschreiten in ihrer Jagd nach Auflagenh&ouml;he und Einschaltquoten teilweise die Grenzen des guten Geschmacks und journalistischer Sorgfaltspflicht und R&uuml;cksichtnahme. Der Boulevard und auch ein Gro&szlig;teil der sog. Qualit&auml;tsmedien n&auml;hrt sich vampiristisch vom Ungl&uuml;ck und Leid anderer Menschen. Das ganze Land befindet sich im Ausnahmezustand. Die Fahnen h&auml;ngen auf Halbmast und allenthalben werden Schweigeminuten und Gedenkveranstaltungen abgehalten. Der Bundespr&auml;sident brach eine S&uuml;damerikareise ab und reiste nach Haltern am See, um an einer Trauerfeier f&uuml;r 16 Sch&uuml;ler und zwei Lehrerinnen teilzunehmen, die bei dem Absturz ums Leben gekommen sind. Es entstehe ein &ldquo;Band des Mitleidens und Mittrauerns&rdquo;, sagte er nach dem Besuch des &ouml;kumenischen Gottesdienstes, und fuhr pastoral fort: &bdquo;In solchen Notsituationen sp&uuml;rt man, dass wir in einer Gesellschaft von Menschen leben und nicht nur von funktionierenden Wesen&rdquo;. <\/p><p><strong>Homogenisierende Paniken<\/strong><\/p><p>Die Nachricht &uuml;ber eine solche Katastrophe und die medial gro&szlig; in Szene gesetzte Suche nach den Opfern und Ursachen vereinen die ganze Nation auf einer affektiven Ebene wie sonst nichts mehr. Die durch die Konkurrenz isolierten und durch den Konsum individualisierten Gesellschaftsmitglieder erleben sich offenbar nur noch in Augenblicken gro&szlig;en Ungl&uuml;cks oder bei Sportevents als zusammengeh&ouml;rig. &bdquo;Moderne Nationen&ldquo;, hei&szlig;t es bei Peter Sloterdijk, &bdquo;sind Erregungs-Gemeinschaften, die sich durch telekommunikativ (&hellip;) erzeugten Synchron-Stress in Form halten.&ldquo; Mit Hilfe synchronisierender Hysterien und homogenisierender Paniken versetzen sie sich selbst fortw&auml;hrend in jene Mindestspannung, die n&ouml;tig ist, um von Krisen zerrissene Gesellschaften zusammenzuhalten. Alles ist, wie Brecht sagte, &bdquo;in die Funktionale gerutscht&ldquo;, und wir ben&ouml;tigen gelegentliche Katastrophen wie das Elbehochwasser, Amokl&auml;ufe und andere spektakul&auml;re Verbrechen, um uns vor&uuml;bergehend als Gemeinschaft zu erleben, die sich gegen die Gefahr zusammenschlie&szlig;t. Wie Schopenhauers frierende Stachelschweine dr&auml;ngen sich die zeitgen&ouml;ssischen Elementarteilchen aneinander und laufen Gefahr, sich dabei zu verletzen, was sie schnell wieder auseinandertreibt &ndash; zur&uuml;ck in die K&auml;lte ihrer Indifferenz und Isolation.<\/p><p>Obwohl die Untersuchungen der Flugzeugkatastrophe l&auml;ngst noch nicht abgeschlossen sind, scheint inzwischen erwiesen, dass der Kopilot Andreas L., der den Absturz des Airbus mutwillig herbeigef&uuml;hrt haben soll, psychische Probleme hatte und wohl unter Depressionen litt. Er soll sich deswegen in psychiatrischer Behandlung befunden haben. Au&szlig;erdem soll er, wie die FAZ in ihrer Sonntagsausgabe meldet, Probleme mit den Augen gehabt haben, dem vielleicht wichtigsten Organ eines Piloten.<br>\nDepressionen k&ouml;nnen in schweren F&auml;llen zu so etwas wie einer Versteinerung f&uuml;hren, einen Menschen handlungsunf&auml;hig machen und seine Antriebskr&auml;fte l&auml;hmen. Das berufliche Image eines Piloten zeigt in allen Punkten das genaue Gegenteil: einen aktiven, hellwachen, entschlusskr&auml;ftigen, zupackenden Menschen, der jederzeit Herr der Lage ist und selbst in Momenten der Gefahr den &Uuml;berblick beh&auml;lt. In Werbebrosch&uuml;ren sieht man kr&auml;ftige M&auml;nner in gut sitzenden Uniformen, mit blendend wei&szlig;en Z&auml;hnen und einem vertrauenserweckenden L&auml;cheln. Wer m&ouml;chte schon sein Leben einem depressiven Trauerklo&szlig; und Zauderer anvertrauen?  <\/p><p><strong>Depression und Aggression<\/strong><\/p><p>Die Depression ist die am h&auml;ufigsten diagnostizierte psychische St&ouml;rung. Das Bundesgesundheitsministerium sch&auml;tzt, dass in Deutschland vier Millionen Menschen unter einer Depression leiden und dass gut zehn Millionen Menschen bis zum 65. Lebensjahr irgendwann einmal eine Depression durchleben. <\/p><p>Die Masse dieser Menschen f&uuml;hrt ein Leben in stiller Verzweiflung und nimmt brav die verordneten Antidepressiva ein. Das Leben Depressiver ist h&auml;ufig eine st&auml;ndige Vertagung des Selbstmordes, der f&uuml;r viele von ihnen eine Option ist. Langzeitstudien haben ergeben, dass etwa 15 Prozent aller depressiven Patienten schlie&szlig;lich Suizid begehen. Bekannt ist auch, dass Depressionen gelegentlich eine geh&ouml;rige Portion Aggressivit&auml;t beigemischt ist. Diese kann in verschiedene Richtungen gehen. Wendet sie sich gegen die eigene Person, m&uuml;ndet es in den Suizid oder andere strafende und selbstsch&auml;digende Handlungen gegen den eigenen K&ouml;rper. Wendet sie sich nach au&szlig;en, kann die Amalgamierung von Aggression und Depression sich zu einem explosiven Gemisch verdichten, das man einen &bdquo;erweiterten Selbstmord&ldquo; nennt. Depressive R&uuml;ckz&uuml;ge im Vorfeld eines Amoklaufs gelten fast allen Beschreibern als typisch. Man spricht von der Phase des &bdquo;Br&uuml;tens&ldquo;, die dem &bdquo;Raptus&ldquo;, dem blutigen W&uuml;ten, vorausgeht. In der Folge von Entt&auml;uschungen und Misserfolgen zieht sich der zuk&uuml;nftige Amokl&auml;ufer von der Au&szlig;enwelt mehr und mehr zur&uuml;ck in seine seelischen Innenr&auml;ume, die f&uuml;r das Austragen solcher Energien ungeeignet sind. Sie sind zu eng. Ungl&uuml;ckserfahrungen sind dann am explosivsten, wenn ihnen gesellschaftliche Ber&uuml;hrung fehlt und sie nur noch in sich rotieren. Seine Wahrnehmungsweise verzerrt und verengt sich und Handlungsalternativen schwinden. Zorn und Wut verwandeln sich in reinen Hass, der auf Entladung dr&auml;ngt. <\/p><p>Bei den Amokl&auml;ufen der j&uuml;ngsten Zeit  l&auml;sst sich eine Dynamik beobachten, die man &bdquo;medialen Narzissmus&ldquo; genannt hat. Der T&auml;ter wird von dem Wunsch angetrieben, bekannt und ber&uuml;hmt zu werden. Er genie&szlig;t im Vorfeld der Tat seinen vorphantasierten posthumen Ruhm, will seinen Abgang grandios in Szene setzen und in seinen eigenen Untergang m&ouml;glichst viele andere, am liebsten die ganze Welt mitrei&szlig;en. Der T&auml;ter begibt sich sodann ins Epizentrum seiner Kr&auml;nkungen und verwandelt die St&auml;tte seiner Traumatisierungen in den Ort seines Triumphes. Er l&auml;sst sein geschundenes und verkanntes Selbst in einem gigantischen finalen Feuerwerk vergl&uuml;hen.<\/p><p>Die Lufthansa hatte, so war erkl&auml;rte sie, von akuten Erkrankungen und psychischen Problemen des Kopiloten Andreas L. keine Kenntnis. Das w&auml;re aber sicher nicht mehr lange so geblieben. Irgendwann h&auml;tte Herr L. seinem Chef unter die Augen treten und ihn &uuml;ber seine Erkrankung informieren m&uuml;ssen oder andere h&auml;tten das an seiner statt getan. <\/p><p>Das Motiv des Verschweigens von wichtigen und dem sp&auml;teren T&auml;ter peinlichen Informationen ist nicht untypisch und spielte auch beim Amoklauf von Erfurt eine zentrale Rolle. Robert S. hatte zu Hause verschwiegen, dass er seit einem halben Jahr nicht mehr zur Schule ging. Das Gutenberg-Gymnasium hatte sich seiner Anfang Oktober 2001 durch einen Akt b&uuml;rokratischer Exklusion entledigt, nachdem er geschw&auml;nzt und Atteste gef&auml;lscht hatte. Da Robert S. vollj&auml;hrig war, brauchte die Schule seine Eltern nicht zu informieren. Der Schulverweis entzog seinem Lebensentwurf die Grundlagen und st&uuml;rzte ihn wegen einer Besonderheit des damaligen th&uuml;ringischen Schulgesetzes ins Nichts. Ohne jeden Bildungsnachweis drohte er zu dem zu werden, was man im sozialdarwinistischen Jargon der Gegenwart einen &bdquo;Loser&ldquo; nennt. Indem Robert S. den Schulverweis zu Hause verschwieg und so tat, als w&auml;re alles in Ordnung, begann er, wie der Gerichtsberichterstatter Gerhard Mauz einmal gesagt hat, mit seiner Umgebung &bdquo;Federball mit Dynamit&ldquo; zu spielen. Denn zwangsl&auml;ufig musste der Tag kommen, an dem seine L&uuml;gen auffliegen w&uuml;rden, und er seinen Eltern mit dem Gest&auml;ndnis seines Scheiterns unter die Augen treten m&uuml;sste. Der letzte Tag der schriftlichen Abiturpr&uuml;fungen wurde so zum Tag der Entscheidung und er beschloss, die Widerspr&uuml;che, in die er sich heillos verstrickt hatte, gewaltsam zu &bdquo;l&ouml;sen&ldquo;.<\/p><p><strong>Die t&ouml;dliche Dynamik des Verschweigens<\/strong><\/p><p>Was bei Robert S. der verschwiegene Schulverweis gewesen ist, k&ouml;nnte bei Andreas L. seine geheim gehaltene Erkrankung gewesen sein. Er wusste, dass er diese dauerhaft nicht w&uuml;rde f&uuml;r sich behalten k&ouml;nnen und er in der Folge der Aufdeckung seines Geheimnisses Gefahr lief, seine Fluglizenz und damit seinen Traumberuf zu verlieren. Wenn der Beruf verloren geht, geht h&auml;ufig viel mehr verloren als die Arbeit. Die Berufsrolle ist in unserer Kultur eine zentrale St&uuml;tze des Selbstgef&uuml;hls und fungiert f&uuml;r viele Menschen geradezu als Selbstwertprothese. Der Beruf des Piloten, der ja als Traum von zahllosen kleinen Jungen gilt und von einem gewissen Glamour umgeben ist, versorgt denjenigen, der ihn aus&uuml;bt, mit narzisstischen Gratifikationen mannigfacher Art und kann seine Vorstellungen der eigenen Grandiosit&auml;t st&uuml;tzen. <\/p><p>Wenn das f&uuml;r den Kopiloten Andreas L. zutreffen sollte, bekommen wir eine Ahnung von der Dramatik der Situation. Bevor es dazu kommen konnte, die Fluglizenz zu verlieren, k&ouml;nnte er beschlossen haben, seinem Leben ein Ende zu setzen und sich die Schmach der Enth&uuml;llung seiner Erkrankung zu ersparen. Der Kollaps des Selbstgef&uuml;hls und der narzisstische Zusammenbruch geh&ouml;ren zu den bedrohlichsten seelischen Ereignissen. Um sie zu vermeiden, nimmt man mitunter den eigenen Untergang in Kauf. <\/p><p>Das einzige, was in einer solchen Lage helfen k&ouml;nnte und den drohenden Fall aus der Welt h&auml;tte auffangen k&ouml;nnen, w&auml;re ein Netz von emotionalen Bindungen an Freunde oder Verwandte. Wer das Gl&uuml;ck hat, in einem solchen Netz von Beziehungen zu leben, die er als best&auml;tigend empfindet und notfalls aktivieren kann, der ist viel besser gegen massive Einbr&uuml;che gesch&uuml;tzt als jemand, der auf sich allein gestellt ist. <\/p><p>Gefahr droht immer dann, wenn jemand in einer kritischen Lebenssituation nicht den Kontakt und das Gespr&auml;ch sucht oder findet, sondern sich in ein L&uuml;gengeb&auml;ude und ins Verschweigen zur&uuml;ckzieht. Es gibt ja durchaus so etwas wie ein heilsames Sich-Aussprechen von verdr&auml;ngten pathogenen Geheimnissen &ndash; ein Aussprechen, das einen instand setzt, es irgendwann selbst mit den schlimmsten Wahrheiten und den peinlichsten Kr&auml;nkungen aufnehmen zu k&ouml;nnen. Was ausgesprochen werden kann, muss nicht l&auml;nger ausagiert werden, fatale Handlungen lassen sich durch schmerzhafte Gest&auml;ndnisse ersetzen. Hat Andreas L. m&ouml;glicherweise den Weg zu ihm nahe stehenden Menschen nicht gefunden? Bei Robert S. war es ein sehr stark auf Leistung zentriertes famili&auml;res Klima, das ihm das Eingest&auml;ndnis seines schulischen Scheiterns vermeintlich erschwerte oder verunm&ouml;glichte. <\/p><p><strong>Ein Klima des Vertrauens<\/strong><\/p><p>Ein weiterer sch&uuml;tzender Faktor w&auml;re in F&auml;llen wie dem des Andreas L. ein von Vertrauen gepr&auml;gtes Betriebsklima, das psychische Probleme von Mitarbeitern nicht nur als St&ouml;rung und Leistungsminderung wahrnimmt. Nur, wer nicht von K&uuml;ndigung und beruflicher Abstufung oder gar Absturz bedroht ist, wird in einer Notlage den Weg zu Kollegen und Vorgesetzten finden. <\/p><p>Psychologen, Psychiater und ein Flugkapit&auml;n zeichnen gegen&uuml;ber SPIEGEL ONLINE ein besorgniserregendes Bild vom Umgang mit psychischen Problemen in der Luftfahrtbranche. Depressionen, Alkoholsucht, chronische M&uuml;digkeit und &Uuml;berarbeitung werden demnach oft totgeschwiegen. Einen offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen gebe es nicht, stattdessen herrsche ein Klima von Verdr&auml;ngung und Karriereangst. &ldquo;Der Druck vom Management nimmt immer weiter zu&rdquo;, sagt ein Flugkapit&auml;n, der seit 20 Jahren in der Branche t&auml;tig ist. &ldquo;Die Krankschreibungen wegen chronischer Erm&uuml;dung und psychischen Problemen haben drastisch zugenommen.&rdquo; Mitunter w&uuml;rden deshalb sogar Fl&uuml;ge gestrichen.<br>\nNicht alle betroffenen Kollegen w&uuml;rden sich krankschreiben lassen, so der Flugkapit&auml;n, der aus Angst vor beruflichen Nachteilen anonym bleiben m&ouml;chte. &ldquo;Die Leute funktionieren trotzdem. Manche schaffen das mit Alkohol oder Medikamenten.&rdquo; <\/p><p>Nach dem, nach bisherigen Indizien, mutwillig herbeigef&uuml;hrten Absturz wird nun gefordert, die Piloten nicht nur regelm&auml;&szlig;ig medizinisch, sondern auch psychiatrisch untersuchen zu lassen, gerade so als lie&szlig;en sich psychische St&ouml;rungen messen wie Bluthochdruck oder Harns&auml;ure. Von einigen Politikern wird zus&auml;tzlich die Aufhebung der &auml;rztlichen Schweigepflicht gefordert &ndash;  als w&uuml;rde damit eine psychische St&ouml;rung nicht auch noch vor den &Auml;rzten verborgen.<br>\nAll die Programme, von denen auf der Suche nach pr&auml;ventiven M&ouml;glichkeiten nun die Rede ist, sind durch einen Bindestrich mit dem Begriff &bdquo;Management&ldquo; verkn&uuml;pft und geben sich schon dadurch als Sozial- und Psychotechniken und als Teil der herrschenden &ouml;konomischen Vernunft zu erkennen. Aus neurowissenschaftlicher Perspektive setzt man auf die Entwicklung von Gehirnscannern, mit deren Hilfe sich potentielle Terroristen und Amokl&auml;ufer erkennen lie&szlig;en. Auf dem Weg vom Rechts- zum Sicherheits- und Pr&auml;ventionsstaat werden grundrechtliche Skrupel &uuml;ber Bord geworfen. Es l&auml;ge durchaus im Interesse der Gesellschaft, sagte der Mainzer Neuro- und Kognitionswissenschaftler Metzinger in einem Interview, &bdquo;ihre Mitglieder in jungen Jahren zu screenen&ldquo;, um Dispositionen zu abweichendem Verhalten und sp&auml;terer Gewaltt&auml;tigkeit rechtzeitig diagnostizieren und erfolgreich therapieren zu k&ouml;nnen. Der italienische Arzt Cesare Lombroso, der schon im 19. Jahrhundert behauptete, dass man den &bdquo;geborenen Verbrecher&ldquo; an gewissen anatomisch-physiognomischen Stigmata identifizieren k&ouml;nne, feiert seine Auferstehung in Gestalt einer neurowissenschaftlich aufgeputzten Gedankenpolizei, die sich anheischig macht, Verbrechens-Vorhersagen direkt aus den Gehirnen auff&auml;lliger Personen ablesen zu k&ouml;nnen. <\/p><p><strong>Der Kult des &bdquo;Winners&ldquo;<\/strong><\/p><p>Bevor wir uns der Frage zuwenden, warum manche Suizidanten andere Menschen in ihren Tod mitrei&szlig;en, muss man sich mit der Frage besch&auml;ftigen, warum das Offenbaren einer depressiven Erkrankung als Schande und Kr&auml;nkung  empfunden wird. <\/p><p>&bdquo;Prominente und Wohlhabende bekommen einen Burnout attestiert, arme Schlucker und normale Leute eine Depression&ldquo;, sagte mir dieser Tage ein befreundeter Arzt. W&auml;hrend das Burn-out-Syndrom als Veteranenmedaille der Leistungsgesellschaft gilt: &bdquo;Ich habe alles gegeben und mich dabei &uuml;bernommen, ich brauche jetzt mal eine Auszeit&ldquo;, klingt Depression nach Psychiatrie und Versagertum. Wer dem Leitbild des &bdquo;Winners&ldquo;, des aktiv handelnden, allzeit fitten, gut gelaunten und erfolgreichen Tatmenschen nicht entspricht, empfindet sich als &bdquo;Loser&ldquo;, sch&auml;mt sich und zieht sich zur&uuml;ck. Er scheidet aus dem Rennen um Erfolg, Karriere und Geld aus, das schon im Kindergarten beginnt, sich in den Schulen fortsetzt und in den Kampf um beruflichen Aufstieg und Erfolg m&uuml;ndet. <\/p><p>Das Problem ist nicht so sehr die Depression, sondern die damit verbundene Stigmatisierung und soziale &Auml;chtung. Der Depressive wird von der Leistungsgesellschaft behandelt wie ein Deserteur, der sich unerlaubt von der &bdquo;Arbeitsbrigade&ldquo; entfernt hat. In einem gesellschaftlichen Umfeld, das sich &uuml;ber Leistung definiert und Anerkennung an Leistung bindet, hat Depression eine schlechte Presse und Depressive einen schweren Stand. Das kann dazu f&uuml;hren, dass man Zuflucht nimmt zur L&uuml;ge und zum Versteckspiel. <\/p><p>Der Pariser Soziologe Alain Ehrenberg deutete schon Mitte der neunziger Jahre die Depression als symptomatische Krankheit unserer Tage. Er arbeitete in seinem Buch &bdquo;Das ersch&ouml;pfte Selbst&ldquo; heraus, wie sich seit den siebziger Jahren das freiheitliche Versprechen der Selbstverwirklichung hinter dem R&uuml;cken der so wunderbar Selbstverwirklichten schleichend in einen d&auml;monischen Zwang verwandelte. Indem das authentische Selbst umfunktioniert wurde zum produktiven Motor all unseres Handelns, ist die Ersch&ouml;pfung vorprogrammiert. Ersch&ouml;pfung als Dauerzustand aber m&uuml;ndet in Depression, die bei Ehrenberg definiert wird als &bdquo;Krankheit der Verantwortlichkeit, in der ein Gef&uuml;hl der Minderwertigkeit vorherrscht. Der Depressive ist nicht voll auf der H&ouml;he, er ist ersch&ouml;pft von der Anstrengung, er selbst werden zu m&uuml;ssen.&ldquo; Depression, der steigende Konsum von Alkohol und Antidepressiva sind f&uuml;r Ehrenberg Reaktionen auf die Strapazen der den Individuen aufgeb&uuml;rdeten Eigenverantwortlichkeit. (&bdquo;Jeder ist seines Gl&uuml;ckes Schmied!&ldquo;)<\/p><p>Damit hat das Projekt der Moderne &ndash; die Befreiung des Subjekts aus &uuml;berkommenen Bindungen und Traditionen &ndash; eine paradoxe Verkehrung erfahren. War die Neurose das Produkt einer repressiven, die Triebe unterdr&uuml;ckenden Gesellschaftsform, so ist die Depression die Kehrseite einer Wettbewerbsgesellschaft, die das authentische Selbst zur Produktivkraft macht und seine Kreativit&auml;t bis zur Ersch&ouml;pfung fordert. <\/p><p>Die Depression h&auml;lt unserer Gesellschaft den Spiegel vor, in dem wir uns erkennen k&ouml;nnten. Weil wir das nicht riskieren wollen, zerbrechen wir den Spiegel, machen aus der Depression einen genetischen Defekt oder eine hirnorganische Erkrankung und verbannen die Depressiven in Krankenh&auml;user. <\/p><p><strong>&bdquo;Going postal&ldquo;<\/strong><\/p><p>Als man in den 80er Jahren in den USA im Zuge der Reaganomics dazu &uuml;berging, die Post zu privatisieren und zu verschlanken, kehrten zahlreiche ehemalige Angestellte bewaffnet an ihren Arbeitsplatz zur&uuml;ck und schossen dort um sich. &bdquo;Going postal&ldquo;, aufs Postamt gehen, ist seither in den USA ein Synonym f&uuml;r Amoklaufen. In Frankreich hat die seit einigen Jahren betriebene Privatisierung des Telekommunikationskonzerns France Telecom eine Selbstmordwelle ausgel&ouml;st: Innerhalb von nur 18 Monaten haben sich 25 Angestellte das Leben genommen. (S&uuml;ddeutsche Zeitung vom 30.10.2009) In Europa scheinen noch immer ein eher depressiver Modus der Reaktion auf biographische Br&uuml;che und der Modus einer Reprivatisierung gesellschaftlicher Konflikte vorzuherrschen. Die Menschen geben sich selbst die Schuld und versinken in Resignation und stiller Verzweiflung. Wie wir jetzt sehen, muss das nicht unbedingt so bleiben. Wie wir es auch drehen und wenden, am Ende unserer &Uuml;berlegungen finden wir uns unter den giftigen B&auml;umen unseres neoliberalen Dschungels vor.<\/p><p><strong>Erweiterter Suizid<\/strong><\/p><p>&bdquo;Eine unausweichlich scheinende Katastrophe muss man beschleunigen&ldquo;, hat Ernst J&uuml;nger einmal gesagt, und uns damit einen Fingerzeig geliefert zur L&ouml;sung des R&auml;tsels des erweiterten Suizids. Statt passiv zuzusehen, wie dem eigenen Lebensentwurf die Grundlagen entzogen werden, nimmt man die Zerst&ouml;rung in eigene Regie. Warum aber entschlie&szlig;t sich der Suizidant, in seinen eigenen Untergang andere mitzurei&szlig;en? Warum geht er nicht auf den Dachboden und h&auml;ngt sich dort still und leise auf? Warum f&auml;hrt er nicht mit dem Auto in den Wald und leitet die Abgase nach innen? Entweder ist seine Wut auf die wirklichen und vermeintlichen Verursacher seines Ungl&uuml;cks zu gro&szlig; oder er ist so narzisstisch, dass ihm der einfache Suizid zu unspektakul&auml;r vorkommt. Ein solcher erweiterter Suizid dr&uuml;ckt eine ins Negative gewendete Gr&ouml;&szlig;en- und Allmachtphantasie aus. Der T&auml;ter h&auml;lt sich f&uuml;r Gott oder einen &Uuml;bermenschen &ndash; er schwingt sich zum Herrscher &uuml;ber Leben und Tod anderer auf. Dahinter steht eine spezifische Form von narzisstischer Wut. <\/p><p>Manche Menschen k&ouml;nnen mit Kr&auml;nkungen gelassen umgehen. Sie prallen an ihrem intakten Selbstwertgef&uuml;hl ab, w&auml;hrend andere bei vergleichsweise harmlosen und banal wirkenden Kr&auml;nkungen buchst&auml;blich um ihre Existenz f&uuml;rchten. Der R&uuml;ckschlag auf eine erfahrene Kr&auml;nkung kann dann &uuml;ber die Ma&szlig;en heftig ausfallen, weil sie so erlebt werden, dass sie auf keinen Fall h&auml;tte passieren d&uuml;rfen. <\/p><p>Im &bdquo;Zeitalter des Narzissmus&ldquo; kommt noch etwas anderes ins Spiel. Wer es nicht schafft, auf gesellschaftlich &uuml;blichem Weg Anerkennung zu finden, kann als Negativheld in die Annalen der Geschichte eingehen. Pointiert ausgedr&uuml;ckt: Wer bei &bdquo;Deutschland sucht den Superstar&ldquo; nicht landen kann, kann sich f&uuml;r die b&ouml;sartige Variante des medialen Narzissmus entscheiden und als Amokl&auml;ufer Ber&uuml;hmtheit erlangen.<br>\nSeit dem Massaker an der Colombine-High-School in Littleton\/Colorado im Jahr 1999 spielt dieses Motiv bei einigen spektakul&auml;ren Amoktaten junger M&auml;nner eine dominierende Rolle. &bdquo;Ich m&ouml;chte, dass mich eines Tages alle kennen&ldquo;, hat Robert S. im Vorfeld der Tat einer Mitsch&uuml;lerin anvertraut. Auch den Namenlosen und aus der Welt Herausgefallenen wird auf diese Weise Beachtung gesichert und Bedeutung verliehen. Anerkennungsverluste und -defizite machen Menschen anf&auml;llig f&uuml;r das, was Florian R&ouml;tzer &bdquo;Aufmerksamkeitsterror&ldquo; genannt hat: Du musst etwas gro&szlig;es B&ouml;ses tun, um aus dem Nichts der Bedeutungslosigkeit herauszutreten und ein Gef&uuml;hl des Existierens zu erzeugen. &bdquo;Rampage killing&ldquo; nennt man in den USA einen Typus &ouml;ffentlichen Mordens, bei dem sich eine private Wut mit der zeitgen&ouml;ssischen Sehnsucht nach medialer Spiegelung zu einer explosiven Mischung verbindet. Diesem Typus des Mordens wird man, wenn die bisherigen Vermutungen und Aussagen aus seinem pers&ouml;nlichen Umfeld zutreffen,  auch die Tat des Andreas L. zuordnen m&uuml;ssen. <\/p><p><strong>Das Streben nach perfekter Sicherheit<\/strong><\/p><p>Noch eine letzte Bemerkung: Die Katastrophe in den franz&ouml;sischen Alpen offenbart das vor allem seit 9\/11 um sich greifenden Bestreben, jede nur denkbare Sicherheitsl&uuml;cke zu schlie&szlig;en, ein Bestreben, das jedoch gleichzeitig neue Unsicherheiten hervorbringt. Fr&uuml;her durften z.B. Kinder in Begleitung der Stewardess den Piloten in der Pilotenkanzel besuchen, heute hat man das Cockpit derart gegen unerw&uuml;nschte Eindringlinge gesichert, dass selbst das rettende Eindringen nicht mehr m&ouml;glich ist. Die nun erwogene und von einigen Fluggesellschaften umgehend eingef&uuml;hrte Zwei-Personen-Regel wird ebenfalls keine perfekte, l&uuml;ckenlose Sicherheit bringen. <\/p><p>Diese Gesellschaft setzt nach Katastrophen, wie der gerade erlebten, auf den Ausbau technisch-instrumenteller Sicherheit, auf &Uuml;berwachungs- und Kontrolltechniken, an denen gewisse Industrien gut verdienen. Dabei b&ouml;te allein soziale Sicherheit langfristig erheblich mehr Schutz. Soziale Sicherheit ist ein dynamischer Faktor, der im Wesentlichen durch das in einer Gesellschaft herrschende Klima bestimmt wird, das zwischenmenschliche Akzeptanz und Vertrauen erzeugt oder eben eher unterbindet. Der vom Wettbewerbswahn entfesselte Sozialdarwinismus erzeugt eher ein Klima des Misstrauen und der gegenseitigen Verfeindung. <\/p><p>Aber auch in einer freieren, weniger repressiven Gesellschaft werden wir mit gewissen Risiken leben m&uuml;ssen. Wer nach perfekter, l&uuml;ckenloser Sicherheit strebt, kommt darin um. <\/p><p><strong>Schlussbemerkung<\/strong><\/p><p>Zu Vorsicht und zur Skepsis auch den eigenen Gedanken und vermeintlichen theoretischen Gewissheiten gegen&uuml;ber neigend, m&ouml;chte ich die M&ouml;glichkeit nicht unerw&auml;hnt lassen, dass mein Versuch, mir und anderen den Flugzeug-Amok verstehbar werden zu lassen, letztlich etwas von einer &bdquo;Sinngebung des Sinnlosen&ldquo; (Theodor Lessing) haben mag. Vielleicht gibt es ihn doch, den &bdquo;acte gratuit&ldquo;, vom dem bei Andr&eacute; Gide die Rede ist, also eine letztlich absurde, gewaltt&auml;tige und zerst&ouml;rerische Handlung ohne Sinn und nachvollziehbares Motiv. Als jene kleinen &uuml;berspannten S&auml;ugetiere, &uuml;ber die die Katastrophe des Bewusstseins hereingebrochen ist, k&ouml;nnen wir uns mit qu&auml;lender Ungewissheit und allzu vielen Schwebezust&auml;nden nur schwer abfinden und befriedigen unser Kausalit&auml;tsbed&uuml;rfnis, indem wir Unbekannt-Bedrohliches auf leidlich Bekanntes reduzieren, das sich unserer Verarbeitungsroutine f&uuml;gt. Alles oder fast alles, was zu T&auml;ter und Tat gesagt wird, muss einstweilen im Konjunktiv formuliert werden, und auch da, wo ich ihn nicht verwendet habe, sollte er mitgedacht werden. Aber auch, wenn die Umst&auml;nde der Tat eines Tages gekl&auml;rt sein werden, bewahren Gewalttaten wie die, von denen hier die Rede war, letztlich immer etwas R&auml;tselhaftes, zu dem wir mit unseren Erkl&auml;rungsversuchen nur ann&auml;hernd vordringen. <\/p><p>Im Verlag Brandes &amp; Apsel ist gerade G&ouml;tz Eisenbergs neues Buch <em>Zwischen Amok und Alzheimer. Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus<\/em> erschienen. Siehe dazu die <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25005\">Rezension von Joke Frerichs auf den NachDenkSeiten<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die nach dem 11. September 2001 entstandene, weltweit verbreitete schizoide Stimmungslage beg&uuml;nstigt kollektive und individuelle Amokl&auml;ufe. Wir leben seither zunehmend in einem Klima von Gewalt und Krieg. Nach dem &ndash; was wir bisher nur vermuten &ndash; mutwillig herbeigef&uuml;hrten Absturz eines Airbus&lsquo; mit vielen deutschen Opfern befindet sich Deutschland im Ausnahmezustand. <strong>G&ouml;tz Eisenberg<\/strong> unternimmt den Versuch<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25597\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[123,41,161],"tags":[865,1364,442,1221,1365,1363],"class_list":["post-25597","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kampagnentarnworteneusprech","category-medienanalyse","category-wertedebatte","tag-amok","tag-depressionen","tag-eigenverantwortung","tag-perspektivlosigkeit","tag-suizid","tag-verkehrskatastrophe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25597","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25597"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25597\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48833,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25597\/revisions\/48833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25597"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25597"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25597"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}