{"id":25650,"date":"2015-04-08T09:09:44","date_gmt":"2015-04-08T07:09:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650"},"modified":"2015-11-09T11:17:30","modified_gmt":"2015-11-09T10:17:30","slug":"hinweise-des-tages-2348","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h02\">Warum ein zu grosser Finanzsektor schadet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h03\">Arbeitsvertr&auml;ge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h04\">Das Debakel der deutschen Lohnrunde 2015<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h05\">Langzeitarbeitslose &ndash; Neue deutsche Verachtung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h06\">Ben Bernanke kn&ouml;pft sich Deutschland vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h07\">Wie die Pyramide zum Weihnachtsbaum wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h08\">Gabriel fordert die Vorratsdatenspeicherung: Diesmal wegen der NSU-Morde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h09\">John Oliver interviewt Edward Snowden: Statt NSA-&Uuml;berwachung besser vom &bdquo;Dick-Pic-Program&ldquo; sprechen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h10\">&ldquo;Zwangspsychiatrie und Zwangsbetreuung sind mit der UN-Behindertenkonvention unvereinbar&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h11\">Gerechtigkeit als Handelsware<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h12\">Ukrainekonflikt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h13\">Krisen beleben das Gesch&auml;ft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h14\">Bildungs-Troika bl&auml;st zum Angriff<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h15\">Amerikanische Universit&auml;ten &ndash; Der neue Schlachtruf gegen Ungleichheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h16\">Urteil zu Polizeigewalt: Italiens Folter-Anf&uuml;hrer kommen davon<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h17\">Das Gesch&auml;ft mit den Obdachlosen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h18\">Nigerias scheidender Pr&auml;sident Jonathan: Der ruhmreiche Verlierer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650#h19\">Saudi-Arabien: Wann wird Raif wiederkommen?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25650&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Schuldenkrise: Bereiten wir uns auf das griechische Euro-Aus vor<\/strong><br>\nGriechenland steht vor der Pleite und wird wohl bald eine neue W&auml;hrung brauchen. Die Politik sollte schon jetzt Vorkehrungen treffen. [&hellip;] Noch kann man irgendwelche Kassen pl&uuml;ndern, &Uuml;bersch&uuml;sse der Rentenversicherung verpf&auml;nden oder sogar die Liquidit&auml;t der Banken kurzfristig anzapfen. Regierungen haben Notgroschen, auf die sie kurzfristig Zugriff haben &ndash; aber damit k&ouml;nnen sie sich nicht auf Dauer finanzieren. Was nicht nachhaltig ist, geht irgendwann zu Ende. Dieser Moment wird vielleicht nicht im April kommen, aber irgendwann im Mai, Juni oder sp&auml;testens im Juli. Dann werden entweder die Griechen oder ihre Kreditgeber nachgeben m&uuml;ssen. Oder vielleicht sogar beide gleichzeitig. Gibt keiner nach, dann droht unweigerlich der Grexit &ndash; ein Austritt Griechenlands aus dem Euro. Es w&auml;re gut, wenn wir uns alle auf dieses Szenario politisch und wirtschaftlich vorbereiten. Hier geht es nicht vorrangig um die Risiken der Banken, sondern um die geopolitischen und &ouml;konomischen Konsequenzen und auch um die humanit&auml;re Not, die sich durch einen Austritt versch&auml;rfen k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/griechenland-vorbereitungen-fuer-den-grexit-a-1027214.html\">Eine Kolumne von Wolfgang M&uuml;nchau<\/a>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Was Wolfgang M&uuml;nchau in seiner Kolumne beschreibt, taucht auch in dem Buch der beiden &Ouml;konomen Heiner Flassbeck und Costas Lapavitsas &bdquo;Nur Deutschland kann den Euro retten&ldquo; auf (siehe <a href=\"http:\/\/www.westendverlag.de\/buecher-themen\/programm\/nur-deutschland-kann-den-euro-retten-heiner-flassbeck-costas-lapavitsas.html#.VSPP8eH_JRJ\">hier<\/a>). Im Kapitel &bdquo;Was kann und was sollte die Linke tun?&ldquo; ist unter anderem zu lesen: &bdquo;Wenn man sich auf einen Austritt ohne Konfrontation einigt, gibt es mehrere technische Wege, auf denen die EU ihn erleichtern k&ouml;nnte. Die rechtlichen und technischen Argumente, die zwischen 2009 und 2012 zirkulierten und &raquo;bewiesen&laquo;, dass ein Austritt aus der W&auml;hrungsunion unm&ouml;glich sei oder unweigerlich zum Austritt aus der EU f&uuml;hren m&uuml;sste, waren weitgehend Unsinn. Ein Austritt ist absolut machbar, besonders wenn die EU bereit w&auml;re, ihn zu erleichtern. Schlie&szlig;lich sind die Mechanismen des Europ&auml;ischen W&auml;hrungssystems, das fr&uuml;here System festgelegter Wechselkurse, immer noch existent und k&ouml;nnten wiederbelebt werden. Eine Erleichterung k&ouml;nnte es sein, wenn die EZB die Banken des Autrittslands noch f&uuml;r eine gewisse Zeit mit Liquidit&auml;t versorgen w&uuml;rde, vielleicht f&uuml;r sechs bis zw&ouml;lf Monate. Eine entscheidende Erleichterung f&uuml;r einen Austritt w&auml;re die St&uuml;tzung des Wechselkurses, um einen Zusammenbruch zu vermeiden, bis das Land in der Lage ist, sich selbst zu verteidigen. Ein Ergebnis dieser Art w&auml;re die bei weitem beste L&ouml;sung f&uuml;r die Peripheriel&auml;nder, und sie k&ouml;nnte auch f&uuml;r die EU selbst die unproblematischste sein.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Griechischer Politologe: Putin hat kein Interesse an EU-Austritt Athens<\/strong><br>\nDen Besuch Alexis Tsipras&rsquo; in Moskau als Affront gegen die EU aufzufassen sei absurd, ist sich der Politikwissenschaftler Konstantinos Filis sicher. Im nd-Interview spricht er &uuml;ber die Interessen Griechenlands an Russland und umgekehrt. [&hellip;]<br>\nDen Vorwurf eines Affronts Athens gegen&uuml;ber der EU weist Filis zur&uuml;ck. &laquo;Hier handelt es sich um eine Heuchelei unserer europ&auml;ischen Partner. Die erlauben sich selbst, ihre Beziehungen zu Russland, zu China und zu diversen anderen L&auml;ndern entsprechend ihrer eigenen nationalen Interessen zu gestalten. Griechenland aber soll darauf verzichten, mit dem Argument, dies stehe im Gegensatz zu den europ&auml;ischen Interessen&raquo; [&hellip;] &laquo;Russland ist keinesfalls eine Alternative oder ein Ersatz bei einem angenommen Bruch mit der EU.&raquo; Der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin sei vielmehr daran interessiert, dass Griechenland in der Eurozone und in der EU verbleibt. &laquo;Denn nur dann h&auml;tte es einen Verb&uuml;ndeten bei dem Versuch, seine Beziehungen zur EU wieder zu normalisieren. Ein prorussisches Griechenland au&szlig;erhalb der EU und ohne Einfluss nutzt ihm gar nichts&raquo;, so Filis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/967101.griechischer-politologe-putin-hat-kein-interesse-an-eu-austritt-athens.html\">Neues Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Athens Forderungen: Gabriel nennt Verkn&uuml;pfung von Schulden und Reparationen &ldquo;dumm&rdquo;<\/strong><br>\nWas haben die Schulden Griechenlands mit den Reparationsforderungen an Deutschland zu tun? Nicht viel, jedenfalls sollten beide Themen nicht vermengt werden, findet Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD).<br>\nEr hat die Forderung Griechenlands nach deutschen Reparationszahlungen in H&ouml;he von 278,7 Milliarden Euro zur&uuml;ckgewiesen. &ldquo;Ich finde es ehrlich gesagt dumm&rdquo;, sagte er mit Blick auf eine Vermischung der Wiedergutmachungsforderungen mit den Verhandlungen &uuml;ber weitere Finanzhilfen. Beide Dinge h&auml;tten nichts miteinander zu tun, seien aber sehr aufgeladen, sagte der Vizekanzler bei einer Diskussionsveranstaltung in seinem Ministerium. Das bringe die Stabilisierung Griechenlands &ldquo;keinen Millimeter voran&rdquo;.<br>\nDie Bundesregierung sieht Reparationsfragen durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag zur Einheit juristisch als erledigt an &ndash; Griechenland pocht hingegen seit Langem auf Entsch&auml;digungen f&uuml;r die Besatzungszeit und NS-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/griechenland-krise-gabriel-nennt-debatte-um-reparationen-dumm-a-1027333.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> In Griechenland ist die Zahl 278 Milliarden Euro kaum eine Meldung wert gewesen. Warum? Weil sie keine Neuigkeit, sondern seit Anfang M&auml;rz bekannt ist. Nur die deutschen Medien plus Wirtschaftsminister verfallen in Schnappatmung: &bdquo;Sorry: Aber noch haben &bdquo;die Griechen&ldquo; gar nicht entschieden, wie sie mit den Zahlen politisch umgehen werden. Schon gar nicht haben sie bisher Schulden gegen Schuld aufgerechnet. Diese Absicht wird ihnen bislang lediglich unterstellt. Vielleicht, weil man sich in Deutschland so ein paar unangenehme Wahrheiten vom Hals halten m&ouml;chte&ldquo;, schreibt der von mir sehr gesch&auml;tzte Kollege Joachim Zinsen heute in der gedruckten Ausgabe der Aachener Nachrichten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zur Erinnerung: 1953 konnte Deutschland seine Schulden halbieren<\/strong><br>\nInhalte eines in der Pariser Tageszeitung Le Monde vom 20.8.2012 (S.2) erschienenen Artikels Originaltitel: &bdquo;1953, l&rsquo;Allemagne divise sa dette par deux &ldquo; Autor: Yves Hulman, Z&uuml;rich, Artikel aus &bdquo;Le Temps&ldquo;Hermann Josef Abs wusste als deutscher Verhandlungsf&uuml;hrer einer ganzen Reihe von Londoner Konferenzen seit 1951 von der Schwere der ihm gestellten Aufgabe. Der damalige dt. Finanzminister Fritz Sch&auml;ffer hatte ihm noch mit auf den Weg gegeben, wenn er seine Aufgabe schlecht l&ouml;se, werde er an einen Birnbaum aufgeh&auml;ngt, wenn er sie gut l&ouml;se, an einen Apfelbaum &hellip; Doch Adenauers Finanzberater lie&szlig; sich durch solchen Galgenhumor nicht entmutigen.<br>\nZwei Jahre lang handelte Abs g&uuml;nstige Konditionen f&uuml;r die Schuldenbegleichung der jungen Bundesrepublik aus. Diese hatte fortbestehende Schulden aus dem Versailler Vertrag in Form internationaler Anleihen, &hellip; sowie Schulden aus der von den Alliierten gew&auml;hrten Wiederaufbauhilfe zur&uuml;ckzuzahlen.<br>\nAufgrund der deutschen Teilung war auf der Konferenz zun&auml;chst zu kl&auml;ren, ob die Bundesrepublik &uuml;berhaupt Schulden des Reichs zu &uuml;bernehmen habe&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150408_schuldhalb1953.pdf\">&Uuml;bersetzung von Gerhard Kilper<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Warum ein zu grosser Finanzsektor schadet<\/strong><br>\n&laquo;Was gut ist f&uuml;r General Motors, ist gut f&uuml;r Amerika.&raquo; In Anlehnung dazu k&ouml;nnte es in der Schweiz heissen: &laquo;Was gut ist f&uuml;r UBS und Credit Suisse, ist auch gut f&uuml;r die Schweiz.&raquo; Auch hierzulande wird gemeinhin angenommen, dass die Volkswirtschaft des ganzen Landes profitiert, wenn der Finanzsektor m&ouml;glichst gross ist. Doch ist dem so?<br>\nDie Empirie spricht dagegen. Es scheint tats&auml;chlich so zu sein, dass ein aufgebl&auml;hter Finanzsektor sch&auml;dlich f&uuml;r die Volkswirtschaft wird, wenn er eine gewisse Gr&ouml;sse &uuml;berschreitet. Aber Achtung: Bevor die zahlreichen Bankenbasher frohlocken, hier zun&auml;chst eine wichtige Feststellung. Ein effizienter Finanzsektor ist extrem wichtig f&uuml;r die Volkswirtschaft. Banken und Versicherungen &uuml;bernehmen eine Intermedi&auml;rfunktion; sie kanalisieren Kapital von Sparern hin zu produktiven Investitionen, und sie allozieren Risiken dorthin, wo sie am besten getragen werden k&ouml;nnen. Ein effizienter, professioneller Finanzsektor steigert den Wohlstand eines Landes. &ndash; Es soll in diesem Beitrag also nicht um Sinn und Unsinn des Finanzsektors per se gehen, sondern um seine Gr&ouml;sse und um seine Wachstumsrate.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.fuw.ch\/nevermindthemarkets\/index.php\/36650\/weshalb-ein-zu-grosser-finanzsektor-schaedlich-ist\/\">NEVER MIND THE MARKETS<\/a>\n<p><strong>Dazu: Wie lange die Zinsen noch sinken<\/strong><br>\nDie Rendite zehnj&auml;hriger Bundesanleihen betr&auml;gt zur Zeit 0,16 Prozent. Das ist unglaublich niedrig. Es bedeutet, dass sich das internationale Finanzkapital, wenn es dem deutschen Finanzminister einen zehn Jahre laufenden Kredit bewilligt, sich mit einer Verzinsung von mickrigen 0,16 Prozent begn&uuml;gt. Am ganz kurzen Ende der Kreditzeitskala sind die Verh&auml;ltnisse noch verbl&uuml;ffender. Kredite unter Banken mit einer Laufzeit von einem Tag werden seit Wochen schon negativ, zu S&auml;tzen von minus 0,10 bis minus 0,20 Prozent verzinst. Die Bank, die Geld f&uuml;r einen Tag verleiht, zahlt daf&uuml;r an die Schuldnerbank eine Geb&uuml;hr. Es ist eine verr&uuml;ckte Welt. Wer Schulden macht, wird belohnt. Wenn er den Kredit zur&uuml;ckzahlt, muss er weniger zahlen, als er bei der Aufnahme des Kredits erhalten hat.<br>\nWer deutsche Zeitungen liest, mag denken, die niedrigen oder gar negativen Zinsen seien eine Folge der Politik der Zentralbank, die mit allen Mitteln versucht, &uuml;ber das Bankensystem Kredite an die Kapitalisten, die &ouml;ffentliche Hand und auch an das gemeine Volk zu vergeben und den Banken daf&uuml;r ihrerseits Kredit zum Nulltarif zur Verf&uuml;gung stellt. Das allein kann es aber nicht sein. Denn es stellt sich die Frage, warum so wenige Kapitalisten von der M&ouml;glichkeit Gebrauch machen, sich extrem billig viel Geld zu leihen, es zu investieren, um damit munter Profit zu machen. Wenn sie es t&auml;ten, w&uuml;rde der Zins nicht so niedrig bleiben. Wenn sie es t&auml;ten, h&auml;tten wir keine wirtschaftliche Stagnation, sondern Aufschwung. Es fehlt, wie die Fondsmanager sagen, an rentierlichen Anlagem&ouml;glichkeiten.<br>\nDer Trend zu niedrigen Zinsen dauert nun schon lange. Seit 1982 gehen die Zinsen in allen kapitalistischen L&auml;ndern tendenziell zur&uuml;ck. Parallel befinden sich &ndash; wenig erstaunlich &ndash; die Inflationsraten im Abw&auml;rtstrend. Sie waren in den 1970er Jahren in vielen Kernl&auml;ndern des Kapitalismus zweistellig und sind heute &ndash; nach offizieller Messung &ndash; bei null und bis ein Prozent angekommen. Folgt der Zinstrend dem der Inflation? Oder ist es umgekehrt? Wie so oft sind beide Antworten falsch. Diese Geld- und Zinsverh&auml;ltnisse widerspiegeln die Entwicklung in der Gesamtwirtschaft oder die der kapitalistischen Produktionsverh&auml;ltnisse insgesamt. Sinkende Zinsen und sinkende Inflationsraten sind ein Ausdruck f&uuml;r die ver&auml;nderten Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse zwischen den Klassen. Im &ouml;konomischen Klassenkampf gewinnt seit 30 bis 40 Jahren regelm&auml;&szlig;ig die Bourgeoisie. Die Mehrwertrate oder, weniger technisch ausgedr&uuml;ckt, die Ausbeutung steigt. Die hohen Profite haben zu einem &Uuml;berschuss an (realem und fiktivem) Kapital gef&uuml;hrt. Auf der anderen Seite bleibt bei stagnierenden L&ouml;hnen und Geh&auml;ltern die Nachfrage nach Konsumg&uuml;tern gering, was deren Preise kaum noch steigen l&auml;sst. &ndash; Wer diese Analyse teilt, fragt sich, wie lange das noch so weitergehen kann. Das scheint mir eine politische und sehr praktische Frage zu sein, die dringend einer Antwort bedarf.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/04-04\/029.php\">Lucas Zeise in der jungen Welt<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine Frage, die sich die Regierenden dieses Globus anscheinend nicht stellen. Und wenn sich diese Dummk&ouml;pfe dereinst eine blutige Nase holen, werden wir oder die uns Nachfolgenden am meisten darunter zu leiden haben. Man denke nur an das unermessliche Leid, das die unendliche Abfolge von Revolution und Reaktion nach der Franz&ouml;sischen Revolution, bis sich ihre Leitsatz Libert&eacute;, &Eacute;galit&eacute;, Fraternit&eacute;, auch nur ann&auml;hernd gelebt wurde.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Arbeitsvertr&auml;ge<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Die Befristung ist Berufsalltag<\/strong><br>\nOft erhalten Berufsanf&auml;nger keine auf Dauer angelegte Stelle, zeigt unsere Grafik. Es gibt aber auch L&auml;nder, in denen sich viele bewusst f&uuml;r eine Befristung entscheiden. [&hellip;] Doch die Gruppe derer, die schlicht keine unbefristete Stelle gefunden haben, ist in vielen L&auml;ndern deutlich gr&ouml;&szlig;er. In Deutschland hat rund jeder Zweite einen befristeten Arbeitsvertrag gegen seinen Willen. In Frankreich und Gro&szlig;britannien macht diese Personengruppe mehr als 70 Prozent der befristet Besch&auml;ftigten aus. Der Anteil liegt in den Krisenstaaten Griechenland und Spanien sogar bei &uuml;ber 90 Prozent. Auch die Dauer der Befristung schwankt stark. In Deutschland handelt es sich in der Mehrzahl um Vertr&auml;ge, die zumindest mehr als ein Jahr laufen. In Spanien das umgekehrte Bild: Dort hat mehr als jeder zweite befristete Vertrag eine Laufzeit von weniger als drei Monaten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2015-04\/arbeitsvertrag-befristung-arbeitsmarkt\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Der Fachkr&auml;ftemangel ist so schlimm und die Unternehmen suchen so h&auml;nderingend nach jungen, gut ausgebildeten Mitarbeitern, da&szlig; sie ihnen nur befristete Vertr&auml;ge geben wollen. Oder so &auml;hnlich&hellip;Ganz, ganz schlimme Zust&auml;nde. Und im n&auml;chsten Moment wird dar&uuml;ber geklagt, da&szlig; nicht mehr Kinder zur Welt kommen. Schlie&szlig;lich braucht das Kapital immer mehr preisg&uuml;nstiges Menschenfutter&hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Arbeitskr&auml;fte aus Rum&auml;nien: Verkauft an den Meistbietenden<\/strong><br>\nLeiharbeitsfirmen locken junge Rum&auml;nen auf Arbeitssuche nach Deutschland. Hier werden sie ausgenutzt und ausgebeutet &ndash; mitunter jahrelang. Zwei rum&auml;nische Krankenpfleger erz&auml;hlen, was sie in deutschen Pflege- und Altenheimen erlebten.<br>\nAndrei-Victor Gaji hatte keine 4000 Euro, um sich freizukaufen. Er wollte aber auch nicht drei Jahre mit einem dubiosen Arbeitsvertrag in der th&uuml;ringischen Provinz verbringen. &bdquo;Ich f&uuml;hlte mich wie ein Sklave mit diesem Vertrag&ldquo;, sagt er. [&hellip;] Mit der Vermittlung von Pflegekr&auml;ften k&ouml;nnen findige Unternehmer viel Geld verdienen, schlie&szlig;lich haben die wenigsten Pflegeheime die M&ouml;glichkeit, selbst im Ausland auf Mitarbeitersuche zu gehen. Im Fall von Gaji und Mujnai haben die beiden Heime vermutlich Tausende Euro f&uuml;r die beiden gezahlt.&bdquo;Da man Menschen aber nicht kaufen kann, bringt man sie erst finanziell in Abh&auml;ngigkeit und verkauft dann das Schuldanerkenntnis. Das darf man&ldquo;, sagt der Anwalt Stefan Menz. Das hei&szlig;t: Die Seniorenheime schreiben in die Arbeitsvertr&auml;ge, dass die Pflegekr&auml;fte drei Jahre bei ihnen arbeiten und sonst die Kosten ihrer Weiterbildung durch die Leiharbeitsfirma zur&uuml;ckerstatten m&uuml;ssen. Im Vertrag mit dem Heim in Th&uuml;ringen steht, das Heim habe Auxila die Ausbildungskosten in H&ouml;he von 4000 Euro erstattet. Menz hat vor Gericht eine Ungarin vertreten, von der das Pflegeheim, an das Auxila sie vermittelt hatte, nach ihrer K&uuml;ndigung 8000 Euro verlangte. Das Heim verlor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/leiharbeitsfirmen-beuten-junge-wanderarbeiter-aus-13524429.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Was sollen die armen Arbeitgeber auch bei dem Fachkr&auml;ftemangel machen? Sie finden einfach keine anderen Menschen, die als Sklaven arbeiten wollen; mache Pflegekr&auml;fte wollen sogar unversch&auml;mte L&ouml;hne von 8,50 Euro!!! So funktioniert das moderne Europa: die Menschen finden &uuml;berall Arbeit; von Bezahlung war keine Rede&hellip; Bei Schilderungen wie in dem Artikel kann man nur noch zynisch werden. Und welche angeblich sozialdemokratische Partei hat noch mal das Krebs&uuml;bel Leiharbeit massiv gef&ouml;rdert?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Das Debakel der deutschen Lohnrunde 2015<\/strong><br>\nNun ist es an der Zeit, in Sachen Lohnentwicklung Bilanz zu ziehen. Die wichtigsten Lohnabschl&uuml;sse dieses Jahres sind gelaufen und werden ihre Wirkungen bis weit in das Jahr 2016 hinein entfalten. Das Ergebnis, man muss es so drastisch sagen, ist ein Debakel. Es muss, wenn es die europ&auml;ischen Partner ernsthaft und ehrlich zur Kenntnis nehmen, sp&auml;testens jetzt zu dem Schluss f&uuml;hren, dass mit Deutschland keine W&auml;hrungsunion zu machen ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/das-debakel-der-deutschen-lohnrunde-2015\/\">flassbeck economics<\/a>\n<p><strong>Dazu: Paul Krugman: Macht und L&ouml;hne<\/strong><br>\n&hellip;wichtiger aber ist die Tatsache, dass der Markt fu&#776;r Arbeit nicht so funktioniert wie der fu&#776;r Sojabohnen oder Schweineb&auml;uche. Besch&auml;ftigte sind Menschen; Die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gehen in ihrer Komplexit&auml;t weit u&#776;ber Angebot und Nachfrage hinaus. Und diese Komplexit&auml;t bedeutet, dass es sehr viel mehr Spielraum bei Lohnabmachungen gibt, als man gemeinhin denkt. Wenn wir wollen, k&ouml;nnen wir die L&ouml;hne wirklich erheblich anheben. Woher wir wissen, dass Arbeitsm&auml;rkte anders funktionieren? Beginnen wir mit den Auswirkungen des Mindestlohns. Fu&#776;r die gibt es viele Belege: Immer, wenn ein Staat den Mindestlohn anhebt, seine Nachbarstaaten jedoch nicht, ist das ja nichts anderes als ein kontrolliertes Experiment. Und die u&#776;berw&auml;ltigende Schlussfolgerung aus diesem ganzen Beweismaterial ist, dass die vielleicht am ehesten erwartete Konsequenz &ndash; h&ouml;herer Mindestlohn fu&#776;hrt zu Jobverlusten &ndash; tats&auml;chlich nur schwach bis nicht existent ist. Das Anheben des Mindestlohns macht Jobs besser, zu verknappen scheint es sie nicht. Wie das m&ouml;glich ist? Zum Teil jedenfalls liegt die Antwort in der Tatsache, dass Besch&auml;ftigte eben keine Ware sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2015\/04\/03\/opinion\/paul-krugman-power-and-paychecks.html\">New York Times<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Langzeitarbeitslose &ndash; Neue deutsche Verachtung<\/strong><br>\nUnter Bessergestellten setzt sich immer mehr folgende &Uuml;berzeugung durch: Wer keine Arbeit hat, der sucht sie auch gar nicht. Die Realit&auml;t ist allerdings eine ganz andere.<br>\nDass die meisten Arbeitslosen nicht arbeiten wollen, ist jedoch eine durch nichts bewiesene Behauptung. Und es gibt auch keinerlei Belege daf&uuml;r, dass es haupts&auml;chlich eine Frage des Willens und der eigenen Anstrengung ist, ob jemand aus der Arbeitslosigkeit heraus einen Job findet oder nicht. Im Gegenteil: Die Zahlen vom Arbeitsmarkt zeigen, dass tats&auml;chlich nur ein Bruchteil der Erwerbslosen &uuml;berhaupt die Chance hat, eine Stelle zu finden. Nach der vergangenen Mittwoch ver&ouml;ffentlichten Arbeitslosenstatistik stehen 542.000 offenen Stellen rund 2,9 Millionen offiziell Arbeitslose gegen&uuml;ber. Zu den rund 2,9 Millionen Arbeitslosen kommen noch einmal rund 886.000 &bdquo;Unterbesch&auml;ftigte&ldquo; dazu &ndash; das sind zum Beispiel Erwerbslose, die l&auml;nger krank sind oder solche, die mindestens 58 Jahre alt sind und seit mindestens einem Jahr keinen sozialversicherungspflichtigen Job mehr angeboten bekamen. Viele Menschen arbeiten dar&uuml;ber hinaus unfreiwillig in Teilzeit, viele haben sich &ndash; da sie keine Anstellung finden &ndash; mehr oder weniger freiwillig selbstst&auml;ndig gemacht, andere haben es ganz aufgegeben, Arbeit zu finden und tauchen deswegen auch in keiner Statistik auf&hellip;.<br>\nDer Mythos &bdquo;Wer sich um Arbeit bem&uuml;ht, der findet auch was&ldquo; ist dennoch in der Welt und entfaltet als weitgehend nicht hinterfragte Wahrheit seine Wirkung. Wurde Erwerbslosigkeit Mitte der 70er und Anfang der 80er Jahre, als die Arbeitslosenzahlen in der Bundesrepublik in zuvor unvorstellbare H&ouml;hen von zuerst einer, dann zwei Millionen stiegen, noch haupts&auml;chlich als konjunkturbedingt betrachtet, wird sie heute vornehmlich als selbstverschuldet angesehen. Entsprechend hat sich auch die Sozialpolitik gewandelt: Wer arbeitslos wurde, erhielt bis 1983 Arbeitslosengeld in H&ouml;he von 68 Prozent des letzten Nettolohns und nach einem Jahr Arbeitslosigkeit dauerhaft Arbeitslosenhilfe in H&ouml;he von 58 Prozent.<br>\nNach vielen kleineren und gr&ouml;&szlig;eren Reformen liegt das Arbeitslosengeld inzwischen f&uuml;r Kinderlose bei rund 60 Prozent des letzten Nettolohns, f&uuml;r Erwerbslose mit Kindern bei ungef&auml;hr 67 Prozent. Die Arbeitslosenhilfe wurde bereits 1997 f&uuml;r l&auml;nger Erwerbslose stark gek&uuml;rzt und 2005 schlie&szlig;lich ganz abgeschafft und durch Hartz IV ersetzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/arbeit--unsere-religion-\/langzeitarbeitslose-neue-deutsche-verachtung,30242698,30288942.html\">Martin Staiger in der FR<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ben Bernanke kn&ouml;pft sich Deutschland vor<\/strong><br>\nSeit einigen Tagen bloggt sich der ehemals wichtigste Notenbanker der Welt wirtschaftspolitische Tipps von der Seele. Der deutsche Export&uuml;berschuss ist ihm ein Dorn im Auge. Anders als China lerne Deutschland nicht dazu. [&hellip;] Seit einigen Tagen bloggt Bernanke f&uuml;r das Washingtoner Brookings-Institut. In einem Eintrag von Karfreitag stellt der &Ouml;konomie-Professor fest, lange Zeit sei vor allem China wegen seiner &Uuml;bersch&uuml;sse kritisiert worden. Dieses Land habe seine Wirtschaft aber inzwischen umgesteuert und sei nun weniger von Exporten abh&auml;ngig als fr&uuml;her &ndash; ganz anders sei die Lage in Deutschland, wo der Handels&uuml;berschuss seit 2000 weiter steige.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/ex-chef-der-us-notenbank-ben-bernanke-knoepft-sich-deutschland-vor\/11600206.html\">Handelsblatt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.brookings.edu\/blogs\/ben-bernanke\/posts\/2015\/04\/03-germany-trade-surplus-problem\">Germany&rsquo;s trade surplus is a problem (Ben Bernenke&rsquo;s Blog)<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wie die Pyramide zum Weihnachtsbaum wird<\/strong><br>\nDie deutsche Bev&ouml;lkerungspyramide hat sich verformt: Der Altersaufbau gleicht l&auml;ngst einem Weihnachtsbaum. Unsere interaktive Grafik zeigt den Wandel seit 1958.<br>\n&Uuml;ber die Bev&ouml;lkerungspyramide wird viel diskutiert. Eine Aussage h&ouml;rt man dabei immer wieder: Sind die unteren Altersgruppen stark, dann ist der Aufbau der Bev&ouml;lkerung stabil &ndash; wie eine Pyramide eben, die sich von unten nach oben verj&uuml;ngt. Glaubt man dieser Deutung, ist Deutschland l&auml;ngst aus der Balance geraten.<br>\nDenn in den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Gewichte verschoben. Geburtenstarke Jahrg&auml;nge sind &auml;lter geworden und auf diese Weise in der Grafik nach oben gewandert, gefolgt von j&uuml;ngeren, weniger gro&szlig;en Altersgruppen. Die Pyramide hat sich zur Urne gewandelt &ndash; oder zum Weihnachtsbaum, wenn man es freundlich ausdr&uuml;cken will.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wissenschaft\/mensch\/demografischer-wandel-pyramide-wird-zum-weihnachtsbaum-a-1026684.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Spiegel Online ist vermutlich nicht mehr zu helfen. Jetzt kommt die alte Panikmache wegen des demographischen Wandels wieder einmal wissenschaftlich eingepackt daher: Deutschland sei aus Balance geraten, die Alterspyramide habe sich &bdquo;zur Urne gewandelt&ldquo;. Da klingen die alten T&ouml;ne an, vom sterbenden Volk, vom unstabilen Altersaufbau. Es ist einfach unfassbar. Diese Autoren und ihre wissenschaftlich verbr&auml;mten Hinterleute haben immer noch nicht verstanden, dass der Altersaufbau in Deutschland st&auml;ndig einem Wandel unterworfen war und dass der jetzige Altersaufbau auch f&uuml;r die Versorgung der &auml;lteren Generation kein Problem bedeutet, wenn wir daf&uuml;r sorgen, dass Menschen besch&auml;ftigt werden, wenn sie arbeiten wollen, und wenn wir den Produktivit&auml;tsfortschritt wahren und nutzen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gabriel fordert die Vorratsdatenspeicherung: Diesmal wegen der NSU-Morde<\/strong><br>\nGabriel muss wohl eine Wette verloren haben oder jemanden einen sehr gro&szlig;en Gefallen schuldig sein; Anders l&auml;sst sich die von ihm vertretene 180&deg;-Wendung der SPD zur Vorratsdatenspeicherung samt seiner, gelinde gesagt, halbherzig formulierten Argumente nur schwer erkl&auml;ren. Besonders sprachlos macht einen aber die nun angef&uuml;hrte Begr&uuml;ndung: &bdquo;H&auml;tten wir das [Instrument der Vorratsdatenspeicherung] bereits zum Zeitpunkt der ersten NSU-Morde gehabt, h&auml;tten wir weitere vermutlich verhindern k&ouml;nnen.&ldquo;<br>\nAn dieser Stelle wei&szlig; mensch nicht so recht, wo man ansetzen soll: In Bezug zu den lange vorherrschenden Ermittlungsans&auml;tzen, die einen rechten Hintergrund konsequent ausschlossen, w&uuml;rde es nicht verwundern, wenn sich Angeh&ouml;rige der Opfer nun nicht nur (erneut) verh&ouml;hnt, sondern auch ohne jede Grundlage instrumentalisiert f&uuml;hlen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2015\/gabriel-vorratsdatenspeicherung-nsu\/\">Netzpolitik.org<\/a>\n<p><strong>Siehe auch: Gabriel nutzt NSU-Morde als Argument f&uuml;r Datenspeicherung<\/strong><br>\nDass deutsche Politiker nach Terroranschl&auml;gen die Vorratsdatenspeicherung fordern, ist nicht neu. Neu ist dagegen, dass der SPD-Chef die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) als Argument f&uuml;r die Wiedereinf&uuml;hrung des umstrittenen Gesetzes benutzt. Sigmar Gabriel glaubt, dass die Zwickauer Terrorzelle fr&uuml;her gestoppt worden w&auml;re, wenn es damals die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland gegeben h&auml;tte. Damit &ldquo;h&auml;tten wir weitere NSU-Morde vermutlich verhindern k&ouml;nnen&rdquo;, sagte er in einem Interview mit der Rheinischen Post. Deshalb werde die SPD nun daf&uuml;r sorgen, dass Kommunikationsdaten f&uuml;r die Strafverfolgung zug&auml;nglich gemacht werden.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/debatte-ueber-schaerfere-sicherheitsgesetze-gabriel-nutzt-nsu-morde-als-argument-fuer-datenspeicherung-1.2422850\">S&uuml;ddeutsche<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/politik\/deutschland\/sigmar-gabriel-die-spd-braucht-mehr-selbstbewusstsein-aid-1.4991378\">&ldquo;SPD braucht mehr Selbstbewusstsein&rdquo; (Interview mit Sigmar Gabriel in: Rheinische Post)<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: Mit Vorratsdatenspeicherung w&auml;r&rsquo; das nicht passiert!<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/media\/set\/?set=a.10152867083418918.1073741827.37621248917&amp;type=1\">Das Satiremagazin Extra3 via Facebook<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>John Oliver interviewt Edward Snowden: Statt NSA-&Uuml;berwachung besser vom &bdquo;Dick-Pic-Program&ldquo; sprechen?<\/strong><br>\nF&uuml;r die j&uuml;ngste Ausgabe seiner Show Last Week Tonight flog John Oliver nach Moskau f&uuml;r ein Interview mit Edward Snowden. Das sehenswerte Gespr&auml;ch gliedert sich im Wesentlich in zwei Teile: Im ersten, durchaus kontrovers gef&uuml;hrten Teil thematisiert Oliver die Probleme beim Leaken von gro&szlig;en Mengen an Dokumenten.<br>\nIm zweiten Teil geht es vor allem um jene Frage, die in Deutschland nicht nur Sascha Lobo und netzpolitik.org seit Snowdens Enth&uuml;llungen umtreibt: Wie kann es gelingen die Bev&ouml;lkerung f&uuml;r das Thema NSA-&Uuml;berwachung zu interessieren, wenn nicht gar zu sensibilisieren? John Olivers Antwort auf diese Frage: Re-Framing des NSA-&Uuml;berwachungsprogramms als &bdquo;The Dick Pic Program&ldquo;:<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2015\/john-oliver-interviewt-edward-snowden-statt-nsa-ueberwachung-besser-vom-dick-pick-program-sprechen\/\">Netzpolitik.org<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>&ldquo;Zwangspsychiatrie und Zwangsbetreuung sind mit der UN-Behindertenkonvention unvereinbar&rdquo;<\/strong><br>\nRene Talbot &uuml;ber die UN-Behinderten-Konvention und die Frage, warum psychiatrische Gewalt in Deutschland weiterhin praktiziert wird<br>\nEnde M&auml;rz wurde die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention erstmals vor dem UN-Fachausschuss gepr&uuml;ft. Dabei ging es auch um die Frage, wie weit die in Deutschland praktizierten psychiatrischen Zwangsma&szlig;nahmen und der Zwangsbetreuungen mit der UN-Konvention vereinbar sind. Organisationen der Zivilgesellschaft in Deutschland haben sich zu der BRK-Allianz f&uuml;r einen &ldquo;Koordinierten Parallelbericht&rdquo; zusammengeschlossen. Peter Nowak sprach mit Rene Talbot vom Landesverband Psychiatrieerfahrener Berlin-Brandenburg &uuml;ber die Anh&ouml;rung und die Frage, warum psychiatrische Gewalt in Deutschland weiterhin praktiziert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/44\/44582\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Nach dem Fall Mollath sollte das eigentlich ein Skandal sein.K&ouml;nnten so auch &ndash; insbesondere &ouml;ffentlich auftretende &ndash; &ldquo;Querulanten&rdquo; oder &ldquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&rdquo;, die z.B. im Konflikt mit anderen Beh&ouml;rden stehen, behandelt werden? <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Gerechtigkeit als Handelsware<\/strong><br>\nRichter, Staatsanw&auml;lte und Strafverteidiger sprechen sich in Prozessen zunehmend &uuml;ber Verfahren und Strafma&szlig; ab. Die sogenannten Deals hinter verschlossenen T&uuml;ren sind vielfach rechtlich zweifelhaft oder schlichtweg rechtswidrig.<br>\n<a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/dok5\/dealsmanuskript100.pdf\">Manuskript &ldquo;Deals. Gerechtigkeit als Handelsware&rdquo; [PDF &ndash; 174 KB]<\/a><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/dok5\/deals-gerechtigkeit-als-handelsware-100.html\">WDR 5<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Ukrainekonflikt<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Ukraine-Krieg: Der Westen kapiert es nicht<\/strong><br>\nAhnungslos und ignorant: So reagieren Europa und die USA noch immer auf den Krieg in der Ukraine. Sie haben nicht begriffen, warum die Russen Putin so treu ergeben sind. Sein Imperium soll ihnen Ordnung statt Chaos bieten &ndash; und eine neue Heimat.<br>\nWie konnte es zu dieser Konfrontation kommen? &Uuml;ber ihre Ursachen gibt es keinen Zweifel: Es ist die Wiederauferstehung der imperialen Mission in Russland, ihr Anlass aber war der Sturz des ukrainischen Pr&auml;sidenten. Als Viktor Janukowitsch verk&uuml;ndete, er werde das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht unterzeichnen, brachte er die westlich orientierte Intelligenz gegen sich auf, die um jeden Preis verhindern wollte, dass die Ukraine in den Scho&szlig; des Imperiums zur&uuml;ckkehrte. Das Assoziierungsabkommen versprach der Ukraine eine Einbindung in den europ&auml;ischen Wirtschaftsraum und in die europ&auml;ische Sicherheitsarchitektur. In Moskau empfand man dieses Versprechen als einen Versuch, die Interessensph&auml;ren des Westens auf das Territorium des alten sowjetischen Imperiums auszudehnen. Die Nato im Schwarzen Meer und im Osten der Ukraine? Undenkbar!<br>\n&hellip;. Man h&auml;tten wissen k&ouml;nnen, dass die Revolution auf dem Maidan nicht das ganze Land repr&auml;sentierte. Auf der Krim und im Osten der Ukraine gab es zwar niemanden mehr, der den abgesetzten Pr&auml;sidenten verteidigt h&auml;tte. Aber nur wenige identifizierten sich dort mit dem Aufbruch in Kiew und der Westorientierung der neuen Machthaber. Wenn ein Pr&auml;sident durch den Willen der Stra&szlig;e aus dem Amt getrieben werden konnte, warum sollte das nicht auch im Osten der Ukraine und auf der Krim erlaubt sein? Und so entstand eine Bewegung, die zun&auml;chst nichts anderes verlangte als Eigenst&auml;ndigkeit und Autonomie innerhalb der Ukraine. Sie verband sich in den n&auml;chsten Wochen mit den imperialen Ambitionen Putins, der in das Vakuum hineinsto&szlig;en konnte, das die westlichen Politiker mit ihrer geschichtsvergessenen Politik hinterlassen hatten. Putin konnte sich jetzt zum Anwalt jener Menschen erheben, die sich zwar noch mit dem alten Imperium, aber nicht mit dem ukrainischen Nationalstaat identifizierten und die nicht Verlierer einer Revolution werden mochten, die sie nicht gewollt hatten. &hellip;.<br>\nWas nun kam, h&auml;tte man vorhersehen k&ouml;nnen. Pragmatiker aber gab es im Westen kaum. Nur kurzsichtige Politiker, die nach Sanktionen und Gegenwehr riefen, jedoch nicht bereit waren, Krieg um die Ukraine zu f&uuml;hren. Solch ein Spiel aber kann man nicht gewinnen. Noch niemals zuvor war Putin in Russland so popul&auml;r gewesen wie jetzt. Selbst viele Oppositionelle scharten sich um den Pr&auml;sidenten, den sie zwar ablehnte, dessen Ukrainestrategie sie aber unterst&uuml;tzte. Russland schwimmt auf einer Welle des Patriotismus, der die Meinungsverschiedenheiten, die es einmal gegeben hatte, zugedeckt hat. Putins Saat geht auf. Seit Jahren wird vom Regime die Nachricht verbreitet, dass westliche Geheimdienste an der Destabilisierung Russlands arbeiteten. Nur aus dem Geist der Dem&uuml;tigung wird verst&auml;ndlich, warum die plumpe Propagandamaschine des russischen Pr&auml;sidenten erfolgreiche Nachrichten produzieren kann. Nur wenige Menschen in Russland halten die Behauptung, die Revolution auf dem Maidan sei von westlichen Geheimdiensten gesteuert und finanziert worden, f&uuml;r abwegig. &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/11\/ukraine-krieg-fehler-usa-europa-putin-treue-russland\/komplettansicht\">J&ouml;rg Baberowski auf Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Albrecht M&uuml;ller hat letztlich auf den Desinformationcharakter des Zeitartikels des Historikers Gerd Koenen &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/12\/russland-wladimir-putin-ukraine-imperialismus\/komplettansicht\">Was Putin treibt<\/a>&rdquo; hingewiesen. Dieser Artikel war allerdings eine Reaktion auf obigen Artikel eines anderen Historikers, des bekannten Stalinismusforschers J&ouml;rg Baberowski ebenfalls in der Zeit. Sicherlich muss man nicht allem, was Baberowski schreibt zustimmen &ndash; was allerdings auch der Verk&uuml;rzung in einem Zeitungsartikel zuzuschreiben ist. Allerdings ist es eines Historikers nicht w&uuml;rdig, wie Koenen den Text von Baberowski nach Belieben zusammenschustert:<\/em><br>\n<em>&ldquo;J&ouml;rg Baberowski hat in seinem Text Der Westen kapiert es nicht in der vorigen Ausgabe der ZEIT mit einer ziemlich radikalen, f&uuml;r einen ausgewiesenen Stalinismusforscher erstaunlichen Argumentation daf&uuml;r pl&auml;diert, Russland bei der Wiederaufnahme seiner &ldquo;imperialen Mission&rdquo; am besten freie Hand zu lassen. Die &ldquo;Heimat&rdquo; von Millionen einstigen Sowjetb&uuml;rgern, sagt Baberowski, sei nun einmal &ldquo;das Imperium&rdquo; gewesen. Die Ukraine sei ein reines &ldquo;Produkt der sowjetischen Nationalit&auml;ten- und Eroberungspolitik&rdquo;, ihre nationalistischen Selbstkonstruktionen und Leidenskulte verdienten keinen besonderen Respekt. Verbrechen wie die Ermordung von Millionen durch Hunger oder Terror seien &ldquo;an allen V&ouml;lkern der UdSSR ver&uuml;bt worden&rdquo;, und der poststalinistische Sowjetmythos habe wenigstens &ldquo;die Opfer auf paradoxe Weise integriert&rdquo;, statt sie in Nationalit&auml;ten zu trennen.&rdquo;<\/em><br>\n<em>So undifferenziert hat Baberowski das nie gesagt &ndash; als ob er um die tragische Geschichte, der Sowjetunion, Russlands nicht w&uuml;sste. Die politische Frage ist allerdings nicht so sehr, was Intellektuelle aus der Maidanbewegung oder in Russland denken und f&uuml;hlen &ndash; auf die Koenen Bezug nimmt &ndash; oder was von westlicher Warte aus kritisiert wird, sondern wonach sich die Mehrheit der russischen\/russischsprachigen Bev&ouml;lkerung sehnt. Dieser Frage wird Barberowski weitaus mehr gerecht.<\/em><br>\n<em>Gerd Koenen verlangt, &ldquo;milit&auml;risch geschaffene Fakten&rdquo; nicht hinzunehmen.&nbsp;Eine seltsame Forderung, wenn man bedenkt, welche milit&auml;rische Fakten der Westen in den letzten Jahrzehnten geschaffen hat. Und wie oft h&auml;tten die fragilen Resultate vermieden werden k&ouml;nnen, wenn der Westen wie auch im Fall Ukraine mehr Realit&auml;tssinn bewiesen h&auml;tte. Von einem Historiker erwarte ich nicht schwammige Aufforderungen nach &ldquo;Standfestigkeit&rdquo;, sondern wie Baberowski in seiner Replik schrieb: &ldquo;Ich habe nicht verlangt, man m&uuml;sse der russischen Regierung freie Hand lassen, und ich habe nicht geschrieben, dass der Leidenskult keinen Respekt verdient. Ich habe vielmehr versucht, historisch zu erkl&auml;ren, warum das imperiale Projekt nicht nur Feinde, sondern auch Freunde hat und warum die Ukraine ein gespaltenes Land ist, in dem unterschiedliche Geschichten &uuml;ber Vergangenheit und Gegenwart erz&auml;hlt werden. Ich habe also nur getan, was Historiker tun sollen. Sie sollen verstehen, was sie lesen und h&ouml;ren. Denn sie sind weder Staatsanw&auml;lte noch Richter, die Menschen danach bemessen, ob sie ihren moralischen Anspr&uuml;chen gen&uuml;gen.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Ukraine verteidigt Europas Grenzen&ldquo;<\/strong><br>\nDer milliardenschwere US-Investor George Soros m&ouml;chte eine Milliarde Dollar in den Wiederaufbau des Landes investieren. Die Politik solle dazu die Voraussetzungen schaffen, sagt Soros im Interview mit der Frankfurter Rundschau. George Soros hat zum Gespr&auml;ch in seine Residenz im feinen Londoner Stadtteil Kensington geladen. Doch auf dem R&uuml;ckweg von der morgendlichen Tennispartie bleibt der ber&uuml;hmte Finanzinvestor im Londoner Verkehr stecken. Mit ein wenig Versp&auml;tung steht Soros pl&ouml;tzlich in Tennissocken und einem wei&szlig;en Trainingsanzug in der T&uuml;r. Von seinem Stammplatz in einem bequemen Sessel aus, die Teetasse neben sich, erkl&auml;rt er der Frankfurter Rundschau 45 Minuten lang seine Sicht der Dinge: was er &uuml;ber den Konflikt der Eurozone mit Griechenland, die Zukunft der Ukraine und die Politik Angela Merkels denkt. Am Ende des Gespr&auml;chs ist der Welt&ouml;konom so schnell wieder verschwunden wie er gekommen war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/ukraine\/interview-mit-george-soros--ukraine-verteidigt-europas-grenzen-,26429068,30295360.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Die Einleitung spricht bereits B&auml;nde. Der Welt&ouml;konom verschwindet so schnell wie er gekommen war. Zwischendrin lobt er Angela Merkels au&szlig;enpolitischen Kompass in der Ukraine Frage. Warum? &bdquo;Ohne Merkel g&auml;be es keine Russland-Sanktionen. Die sind wichtig.&ldquo; Das ist aus Sicht des amerikanischen Investors nur allzu verst&auml;ndlich, wittert Soros doch ein Milliardengesch&auml;ft. Nat&uuml;rlich mit einer Risikoabsicherung durch die europ&auml;ischen Steuerzahler. Die &Auml;u&szlig;erungen von Soros sind nicht neu. Das er bereit stehe, um eine Milliarde zu investieren, hat er schon mehreren Journalisten erz&auml;hlt. Unerw&auml;hnt bleibt allerdings die Rolle seiner Stiftung &bdquo;Open Society&ldquo; beim Regime-Change in Kiew.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Propaganda statt Dialog <\/strong><br>\nEs herrscht Aufregung im Westen. Die russischen Zeitungen Moi Rajon und Nowaja Gaseta berichten, dass &uuml;ber 400 vom Kreml bezahlte &bdquo;Internettrolle&ldquo; t&auml;glich in 12-Stunden Schichten Beitr&auml;ge und Kommentare schreiben. Dabei unterhalten sie Tausende von individuellen Social-Media-Accounts. Berthold Kohler kommentiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: &bdquo;Unverkennbar ist, dass das Internet f&uuml;r einen Desinformationskrieg missbraucht wird: um L&uuml;gen in die Welt zu setzen, um Zweifel an missliebigen Darstellungen zu s&auml;en und um Kommentatoren, die anderer Meinung sind, mit Beschimpfungen und Drohungen einzusch&uuml;chtern. (&hellip;) F&uuml;r den Kreml ist Propaganda ebenso ein legitimes Mittel der Politik wie milit&auml;rische Gewalt.&ldquo;<br>\nAber Erleichterung stellt sich ein, da eine Repr&auml;sentativumfrage des Instituts f&uuml;r Demoskopie Allensbach zu dem Ergebnis gelangt, dass die Kommentarlage im Internet &uuml;ber den Ukraine-Konflikt nicht die Meinung der Bev&ouml;lkerung widerspiegelt. Denn die Mehrheit der Deutschen h&auml;lt Russland f&uuml;r den Aggressor und den Schuldigen.<br>\nBei all der Erleichterung &uuml;ber das Meinungsbild der Deutschen ist erstaunlich, dass andere Gr&uuml;nde f&uuml;r die massive Kritik an der Darstellung der Ukraine-Krise in deutschen Medien gar nicht erst in Erw&auml;gung gezogen werden. Die Verwendung von Fotos, die in Wirklichkeit nicht aus der Ukraine stammten oder schon &auml;lteren Datums waren, ist wohl kaum Resultat russischer Propaganda. Ebenso die falsch &uuml;bersetzte Behauptung des ukrainischen Pr&auml;sidenten Petro Poroschenko &uuml;ber eine russische Invasion des Landes, die durch die westlichen Medien ging. Ebenso wenn Journalisten schreiben, Putin habe &bdquo;seine Truppen aus der Ukraine zur&uuml;ckgezogen&ldquo; und erst im Verlauf des Artikels offenbaren, dass Putin &bdquo;russische Soldaten von der ukrainischen Grenzen abgezogen&ldquo; habe. Oder wenn fast die gesamte deutsche Medienlandschaft am Tag des Absturzes der MH-17 schreibt, Putin habe diese abgeschossen, obwohl bis heute kein offizieller Untersuchungsbericht vorliegt. Wenn eine Analyse des NDR-Medienmagazins Zapp zu dem Schluss kommt, dass fast achtzig Prozent der ARD-Interviewpartner Gegner des damaligen ukrainischen Pr&auml;sidenten Viktor Janukowitsch sind. Das gleiche Medienmagazin gab im Dezember eine repr&auml;sentative Umfrage in Auftrag. Sie offenbart, dass 69 Prozent der Auffassung sind, sie h&auml;tten nur noch wenig oder gar kein Vertrauen mehr in die Medien. Konkret in Hinblick auf den Ukraine-Konflik haben 63 Prozent wenig oder kein Vertrauen zu dessen medialer Darstellung. Der ARD-Programmbeirat teilt die Kritik, indem er die Berichterstattung als &bdquo;fragmentarisch&ldquo;, &bdquo;tendenzi&ouml;s&ldquo;, &bdquo;mangelhaft&ldquo; und &bdquo;einseitig&ldquo; beurteilt. Auch dies d&uuml;rfte kaum vom Kreml befohlen worden sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201504013484\/politik\/welt\/propaganda-statt-dialog.html\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Krisen beleben das Gesch&auml;ft<\/strong><br>\nIm Vorwort des &raquo;Wei&szlig;buch zur Sicherheitspolitik Deutschlands&laquo;[1] aus dem Jahr 2006 ist der Kernsatz enthalten: &raquo;Die Bundeswehr ist durch den gr&ouml;&szlig;ten Wandel ihrer Geschichte gegangen. Sie ist immer mehr zu einer Armee im Einsatz geworden.&laquo; Fast zehn Jahre sp&auml;ter geht es nicht mehr allein um die Frage, ob milit&auml;rische Mittel eingesetzt werden, sondern wie h&auml;ufig, in welcher Form und zu welchem, nicht dem Verteidigungsfall vorbehaltenem Zweck.<br>\nDen Startschuss zur Erarbeitung einer &raquo;neuen deutschen Sicherheits- und Milit&auml;rstrategie&laquo; gab Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen Mitte Februar 2015 in Berlin. Die Notwendigkeit begr&uuml;ndete sie auf der &raquo;Auftaktveranstaltung Wei&szlig;buch 2016&laquo; mit dem ver&auml;nderten &raquo;sicherheitspolitischen Umfeld&laquo;, das durch die &raquo;alarmierende Entwicklung des transnationalen Terrorismus&laquo; und dem &raquo;Vorgehen Russlands in der Ukraine&laquo; gepr&auml;gt sei. Nach Auffassung der Ministerin soll es in den anstehenden Denk- und Schreibprozessen &raquo;kein Tabu&laquo; geben.<br>\nTats&auml;chlich kn&uuml;pfen die Vorbereitungen f&uuml;r das Wei&szlig;buch nahtlos an die Debatte &uuml;ber das Ende der au&szlig;enpolitischen Zur&uuml;ckhaltung Deutschlands an, die Bundespr&auml;sident Joachim Gauck, Au&szlig;enminister Frank-Walter Steinmeier und sie selbst Anfang 2014 auf der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz in Gang gesetzt hatten.[2] So sieht Christoph Hickmann von der S&uuml;ddeutschen Zeitung im &raquo;Wei&szlig;buch 2016&laquo; das &raquo;richtige Instrument&laquo; zur Konkretisierung dieses Vorsto&szlig;es. Denn nach wie vor bestehe das Problem, dass bislang nicht offen diskutiert werde, &raquo;dass aus der &ouml;konomischen und politischen St&auml;rke dieses Landes die Verantwortung erw&auml;chst, im &auml;u&szlig;ersten Fall auch milit&auml;risch mehr Verantwortung zu &uuml;bernehmen&laquo; (DLF, 21.2.2015).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/krisen-beleben-das-geschaeft\/\">Sozialismus aktuell<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Bildungs-Troika bl&auml;st zum Angriff<\/strong><br>\nWas mag die Kommunikationsdesigner der Bertelsmann-, Telekom- und Bosch-Stiftung wohl dazu bewogen haben, ihr gemeinsames Positionspapier zur Bildungspolitik in der Bildsprache einer milit&auml;rischen Operation zu visualisieren? Unter der &Uuml;berschrift &rsaquo;Bildungsf&ouml;deralismus mit Zukunft&lsaquo; greifen invasorische Pfeile von Berlin und Bayern in Ostgebiete aus, wo &ndash; zumindest nach derzeitiger Grenzziehung &ndash; das Staatsgebiet von Polen, Tschechien und die Ukraine liegen m&uuml;sste&hellip;<br>\nAus der Sicht der Stiftungs-Troika hat sich die konzertierte Reform-Offensive von OECD und nationalen Transmissions-Agenturen im Morast der f&ouml;deralen Bildungsinstitutionen festgefahren. Es herrsche &bdquo;bildungspolitischer Stillstand&ldquo; und zwar aufgrund von &bdquo;systemischen Blockaden [sic!]&ldquo;, &bdquo;inad&auml;quater Ressourcenausstattung&ldquo; und eines &sbquo;konzeptionellen Vakuums&rsquo;&hellip;<br>\nNun m&ouml;gen Lehrer, Eltern, Sch&uuml;ler und m&ouml;glicherweise auch Wissenschaftler die letzten Jahre gar nicht als &bdquo;Stillstand&ldquo;, sondern als chaotisch und aktionistisch erlebt haben und w&uuml;rden sich vielleicht eher eine Pause des bildungspolitischen &bdquo;water-boardings&ldquo; w&uuml;nschen. Aber die ebenso hochrangig wie unkontrovers besetzte Wissenschaftlerrunde&hellip;, deren Vertreter in zahlreichen Kommissionen schon die Segnungen der PISA- und Bologna-Zeit in die Bildungsrepublik ausgebracht oder die sich durch Kritik der Reform-Kritiker der Steuerungszentrale angedient haben, empfiehlt eher eine Forcierung der Ma&szlig;nahmen und zwar durch empfindliche Eingriffe in die demokratische Selbstbestimmung der B&uuml;rger und die wissenschaftliche Kultur<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bildung-wissen.eu\/fachbeitraege\/bildungs-troika-blaest-zum-angriff.html\">Gesellschaft f&uuml;r Bildung und Wissen GBW<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Amerikanische Universit&auml;ten &ndash; Der neue Schlachtruf gegen Ungleichheit<\/strong><br>\nAn amerikanischen Universit&auml;ten grassiert die sexuelle Paranoia. Universit&auml;ten und Professoren m&uuml;ssen sich heftiger Kritik erwehren. Hinter der Hysterie steht die Idee des Studenten als Kunde&hellip;.<br>\nDieses Menschenbild ist in der Privatwirtschaft zu Hause, und es wird von Beraterfirmen und Managementtrainern in die Universit&auml;ten importiert&hellip;<br>\nGenerell haben amerikanische Studenten einen enormen Einfluss auf die Universit&auml;t. Wenn die Geb&uuml;hrenzahlungen von Eltern und Spendengelder der Alumni gegen Professorenmeinung stehen, gewinnt fast immer das Geld. Amerikanische Studenten stehen unter gro&szlig;em Leistungsdruck, ihre Berufschancen haben sich infolge der Krise eingetr&uuml;bt, und sie &auml;chzen unter immensen Schulden. Das Studium in Stanford kostet mittlerweile fast sechzigtausend Dollar im Jahr. Studenten sehen sich als Kunden, die einerseits immer Recht haben und die andererseits immer Hilfe ben&ouml;tigen und nie genug erhalten. Wir Professoren sind angehalten, sie einerseits wie Drei&szlig;igj&auml;hrige zu behandeln, andererseits wie Zehnj&auml;hrige. Was wir nicht d&uuml;rfen, ist sie als die behandeln, die sie sind: Zwanzigj&auml;hrige, die sehr viel wissen, aber sehr vieles nicht wissen; denen man gewisse Entscheidungen &uuml;berlassen sollte, andere aber nicht. Eigentlich ist das College eine ideale Schule des Erwachsenwerdens. Man macht Fehler, man erduldet die Konsequenzen, man erstreitet sich Recht&hellip;<br>\nAber unter dem Druck eines Menschenbildes, das den taktischen Umgang mit Unreife belohnt, droht das College-System einen seiner gro&szlig;en Vorteile zu verkaufen: den Anspruch, nicht nur zu lehren, sondern auch Reife zu vermitteln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/forschung-und-lehre\/rape-culture-an-amerikanischen-universitaeten-13502184.html\">FAZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Urteil zu Polizeigewalt: Italiens Folter-Anf&uuml;hrer kommen davon<\/strong><br>\nViele Tausend Menschen aus ganz Europa und den USA protestierten gegen den sogenannten G8-Gipfel, ein j&auml;hrliches Treffen der Regierungschefs von acht gr&ouml;&szlig;eren Industriestaaten. 20.000 Polizisten hielten auf den Stra&szlig;en dagegen. Aber nicht nur das. Am Tag danach, nach neuen Protestaktionen mit bis zu 300.000 Teilnehmern, st&uuml;rmten schwerbewaffnete Polizeieinheiten die von der Stadt f&uuml;r Demonstranten bereitgestellte Diaz-Schule. Dort gab es eine Erste-Hilfe-Station f&uuml;r Verletzte und eine Rechtshilfestelle f&uuml;r festgenommene Demonstranten. Und es gab viele schlafende M&auml;nner und Frauen, &uuml;ber die sich die Einheiten mit ungeheurer Brutalit&auml;t hermachten. Vor allem Zivilkr&auml;fte, nur durch ein Leibchen mit der Aufschrift &ldquo;Polizei&rdquo; ausgewiesen, pr&uuml;gelten drauflos.<br>\n&ldquo;Unmenschliche, ersch&uuml;tternde Schreie&rdquo; habe er geh&ouml;rt, sagt der Chef der Bereitschaftspolizei sp&auml;ter vor Gericht aus. Er habe gesehen, wie Menschen mit Polizeistiefeln getreten wurden. Er spricht von einem &ldquo;Schlachthaus&rdquo;. 73 Personen wurden zum Teil schwer verletzt, viele mussten mit Knochenbr&uuml;chen herausgetragen werden. Heute, nach einem 14-j&auml;hrigen Rechtsweg, bekam Italien die Quittung f&uuml;r die unmenschliche und rechtswidrige Staatsaktion. Der Polizeieinsatz in der Diaz-Schule, so befand der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte, m&uuml;sse &ldquo;als Folter eingestuft werden&rdquo;. Das Urteil hat Arnaldo Cestaro erstritten, kein junger, hei&szlig;bl&uuml;tiger Brandsatzwerfer, sondern ein ruhiger, schm&auml;chtiger Italiener, der in den blutigen Tagen von Genua schon 62 Jahre alt war. Der &uuml;berzeugte Globalisierungsgegner leidet noch heute unter den Folgen der Polizeigewalt. Auch er wurde, sagte er, &ldquo;grundlos geschlagen und getreten&rdquo;. Deshalb verklagte er sein Heimatland beim Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte wegen Versto&szlig;es gegen Artikel 3 der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention. Dort hei&szlig;t es: &ldquo;Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/urteil-zu-g8-gipfel-in-genua-italiens-folter-anfuehrer-kommen-davon-a-1027359.html\">Spiegel Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Das Gesch&auml;ft mit den Obdachlosen<\/strong><br>\nDas Treppenhaus, das zu Pedro Acevedos Wohnung f&uuml;hrt, riecht nach Urin und Marihuana. Das Geb&auml;ude liegt in Longwood, einem Stadtteil der South Bronx. Fast die H&auml;lfte der Menschen hier lebt unter der Armutsgrenze. Der 41-j&auml;hrige Fernfahrer Acevedo lebt mit seiner Frau und seinen neun- und siebenj&auml;hrigen T&ouml;chtern in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Die beiden M&auml;dchen teilen sich ein Stockbett im Schlafzimmer. Er und seine Frau auf schlafen auf Klappbetten im Wohnzimmer.<br>\nGenau genommen ist dies gar nicht Acevedos Wohnung. Es ist eine Obdachlosen-Unterkunft, die von der Stadt New York bezahlt wird &ndash; eine von rund 3000 sogenannten &ldquo;Cluster Shelter&rdquo; (auf deutsch etwa &ldquo;geb&uuml;ndelte Unterk&uuml;nfte&rdquo;) Wohnungen. Um diese &ldquo;Cluster Shelter&rdquo; tobt eine hitzige Kontroverse.<br>\nDrei Parteien sind an diesem Streit beteiligt: Zum einen die Obdachlosen New Yorks und Organisationen, die sich f&uuml;r ihre Interessen einsetzen; zum anderen private Unternehmen, die Millionen damit machen, die Wohnungen zu vermieten; und schlie&szlig;lich die Stadt New York selbst, die exorbitante Mieten f&uuml;r die &ldquo;Cluster Shelter&rdquo; bezahlt.<br>\nVor kurzem ver&ouml;ffentlichte die Ermittlungsbeh&ouml;rde der Stadt New York (Department of Investigations, kurz DOI) einen Bericht, der &ldquo;ernsthafte M&auml;ngel&rdquo; in Obdachlosenunterk&uuml;nften der Stadt beschreibt. &ldquo;Cluster Shelter&rdquo;, so der Bericht, b&ouml;ten die &ldquo;schlechtesten Sozialdienste f&uuml;r Familien&rdquo;. Generell seinen sie die &ldquo;am schlechtesten instandgehaltenen, am wenigsten kontrollierten&rdquo; Obdachlosen-Unterk&uuml;nfte der Stadt.<br>\nLaut dem DOI-Bericht zahlt die Stadt New York das Zwei- bis Dreifache des orts&uuml;blichen Preises f&uuml;r die Wohnungen: &ldquo;Die durchschnittliche Monatsmiete in einem &ldquo;Cluster&rdquo;-Programm betr&auml;gt 2451 Dollar, w&auml;hrend die &uuml;bliche Miete in der selben Gegend zwischen 528 und 1200 Dollar liegt.&rdquo; Immerhin rund 60.000 obdachlose New Yorker sind in den Wohnungslosen-Unterk&uuml;nften untergebracht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dw.de\/das-gesch%C3%A4ft-mit-den-obdachlosen\/a-18358267\">Deutsche Welle<\/a>\n<p><strong>Dazu: Mitschnitt von der Litcologne: Jean Ziegler liest aus &bdquo;&Auml;ndere die Welt!&ldquo;<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/radio\/podcasts\/wdr5\/scala158.html\">WDR 5<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Nigerias scheidender Pr&auml;sident Jonathan: Der ruhmreiche Verlierer<\/strong><br>\nSchliesslich griff er zum H&ouml;rer, obwohl es ihm vermutlich nicht leichtfiel, rief seinen Widersacher Muhammadu Buhari an und gratulierte ihm zum Sieg. Diese kleine Handlung des amtierenden nigerianischen Pr&auml;sidenten Goodluck Jonathan war fast ebenso viel wert wie seine ganze Amtszeit davor. Das Eingest&auml;ndnis der Niederlage machte ihn paradoxerweise zum Helden. Das Eingest&auml;ndnis, aber auch die ganze Wahl, die &ndash; an nigerianischen Standards gemessen &ndash; unglaublich transparent, friedlich und fair verlief. Jonathan hatte Techniken und Prozedere eingef&uuml;hrt, von denen er wissen musste, dass sie ihm letztlich zum Verh&auml;ngnis werden k&ouml;nnten. Er h&auml;tte, wie so viele seiner Vorg&auml;nger, die Wahl manipulieren k&ouml;nnen. Er h&auml;tte nach der Niederlage &laquo;Betrug!&raquo; schreien und seine Anh&auml;nger auf die Strasse schicken k&ouml;nnen. Vor vier Jahren hatten militante Fans des damals unterlegenen Buhari christliche Einwohner verfolgt. In den darauffolgenden Unruhen kamen 800 Personen ums Leben.<br>\nZweifellos lastete, ausgehend von seiner Entourage und Klientel, ein enormer Druck auf ihm, an der Macht zu bleiben. Es heisst, dieser Wahlkampf sei der teuerste aller Zeiten in Afrika gewesen. All die Geldgeber Jonathans erwarteten nat&uuml;rlich, dass sich ihre Investition bezahlt machen w&uuml;rde. Als sich seine Niederlage abzeichnete, schwangen einige in seiner Partei bereits die verbale Keule gegen die Gegner. Sogar seine Ehefrau drohte damit, politische Gegner zu steinigen. Unter diesen Umst&auml;nden braucht es durchaus Standfestigkeit, um abzutreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/kommentare\/der-ruhmreiche-verlierer-1.18515107\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Nat&uuml;rlich war Goodluck Jonathan bisher alles andere als ein vorbildlicher Pr&auml;sident. Nicht nur, dass er gegen&uuml;ber dem islamistischen Terror von Boko Haram v&ouml;llig versagte, auch die Korruption erreichte einen traurigen H&ouml;hepunkt. Allerdings wird am meisten Geld in den Provinzen und auf den jeweiligen Gouverneursposten&nbsp; veruntreut und am korruptesten gewirtschaftet. In den 36 Provinzen wird am 11. April gew&auml;hlt. Man darf gespannt sein, wie hier die Wahlen ausfallen. Dennoch d&uuml;rfte das Signal das von dem &ouml;l- und bev&ouml;lkerungsreichsten Land Afrikas ausging, f&uuml;r andere Wahlen in Afrika bedeutsam sein.<\/em><br>\n<em>Der neue Pr&auml;sident ist alles andere als ein demokratischer Mustersch&uuml;ler. Seine Milit&auml;rdiktatur seit 1983 war &auml;u&szlig;erst brutal und wurde nach zwei Jahren durch einen weiteren Putsch des unzufriedenen Milit&auml;rs beendet. Der heutige Muhammadu Buhari klingt so: &ldquo;Unsere &Auml;ngste, unsere Tr&auml;ume, unsere Probleme sind dieselben, egal welche Sprache wir sprechen oder wie wir unseren Glauben leben.&rdquo; Entscheidend f&uuml;r seinen Sieg d&uuml;rfte sein, dass der S&uuml;dwesten um Nigerias gr&ouml;&szlig;te Stadt Lagos f&uuml;r ihn gestimmt hat. F&uuml;r die meisten Nigerianer d&uuml;rfte das allt&auml;gliche Leben ohne Strom und ohne flie&szlig;endes Wasser ausschlaggebend f&uuml;r die Wahl gewesen sein. <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/berlin\/tazplan-kultur\/artikel\/?dig=2015%2F04%2F01%2Fa0010&amp;cHash=9f37ad75451492b5a824119667c2ec2a\">In einer Umfrage<\/a> nennen 68 Prozent der Befragten als oberste Herausforderung der n&auml;chsten Regierung die Stromversorgung, gefolgt von Sicherheit (58 Prozent) und Arbeitslosigkeit (55 Prozent). Weniger als ein Viertel der 180 Millionen Nigerianer hat Strom. Es ist zu hoffen, dass der aus dem Norden stammende Muslim Buhari im Kampf gegen Boko Haram glaubw&uuml;rdiger und deshalb effektiver auftreten wird.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Saudi-Arabien: Wann wird Raif wiederkommen?<\/strong><br>\nSeit fast drei Jahren sitzt der saudi-arabische Blogger Raif Badawi wegen &bdquo;Beleidigung des Islam&ldquo; im Gef&auml;ngnis. Die zentralen Beitr&auml;ge Badawis erscheinen nun in der Streitschrift &bdquo;1000 Peitschenhiebe. Weil ich sage, was ich denke&ldquo;, herausgegeben von Autor und Journalist Constantin Schreiber. Hier schreibt Badawis Frau Ensaf Haidar, wie sie die letzten Monate erlebt hat:<br>\nNoch immer gehe ich hinter dieser Fata Morgana her. &Uuml;ber zwei Jahre warte ich nun schon, hinter meiner inneren Wohnungst&uuml;r, die sich zu einer wunden Leere hin &ouml;ffnet, hinter der sich wiederum tausend brennende Fragen verbergen. Wann und wie wird er zur&uuml;ckkommen? In welchem Zustand wird er sein? Wie wird seine Reaktion sein? Werde ich ihn umarmen? K&uuml;ssen? Werde ich weinen? Ich wache auf vom Schmerz der Erinnerungen. &hellip; Bei jedem Diskussionsforum, bei jedem Interview wiederhole ich meine Botschaften an die saudi-arabische Regierung von Neuem: dass sie doch sicher genau wissen, dass Raif kein Verbrecher ist, sondern ein Meinungsh&auml;ftling. Und dass sie sich an alle internationalen Konventionen zur Freiheit der Meinungs&auml;u&szlig;erung zu halten haben. Ich wei&szlig; nicht, ob sie mich eines Tages erh&ouml;ren werden oder nicht.&rdquo;&#8232;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.resonanzboden.com\/echtzeit\/wann-wird-raif-wiederkommen-badawi\/\">resonanzboden<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> &ldquo;Ensaf Haidar hat ma&szlig;geblichen Anteil daran, dass der Fall Badawis international so hohe Wellen schl&auml;gt. Privat hat ihr Engagement gravierende Auswirkungen. Ihre Familie in Saudi-Arabien hat sich von ihr losgesagt und den Kontakt abgebrochen&rdquo; schreibt Constantin Schreiber. &ndash; Was h&auml;lt eigentlich diese absolut r&uuml;ckst&auml;ndige Gesellschaft in Saudi-Arabien am Leben? Saudi-Arabien hat &uuml;ber Jahrzehnte bis heute vielf&auml;ltige Kontakte mit der westlichen Moderne, aber im Gegensatz zu vielen anderen L&auml;ndern im Nahen Osten hat dies kaum Auswirkungen auf ihre wahhabitische Kultur gehabt. Dass Saudi-Arabien so, wie es ist, hat viel mit der unheiligen Allianz von Herrschaft und Religion zu tun &ndash; im abendl&auml;ndischen Diskurs bekannt als Allianz zwischen Krone und Kirche.<\/em><br>\n<em>Dass die Saudis bis heute so unverr&uuml;ckbar an der Wahhabiyya festhalten, geht bis in das 18. Jahrhundert zur&uuml;ck, als der Dynastiegr&uuml;nder Muhammad Ibn Saud eine Allianz mit Muhammad Ibn Abd al-Wahhab einging. Dem Schutz und der Verbreitung dessen Religionsauslegung stand das Versprechen von Abd al-Wahhab gegen&uuml;ber, die Herrschaft der Al Saud als die einzig rechtm&auml;&szlig;ige zu proklamieren. Seit dem dritten Versuch der Eroberung eines gro&szlig;en Teils Arabiens durch das haus Saud, die in der Proklamation des K&ouml;nigreichs Saudi-Arabien 1932 m&uuml;ndete, fu&szlig;t die Macht des K&ouml;nigshauses immer noch auf der Allianz der Familie Saud und der wahhabitischen Geistlichkeit. Henner F&uuml;rtig spitzt in seiner weiterf&uuml;hrenden Analyse dieses Verh&auml;ltnis weiter zu und&nbsp; bezeichnet diese Allianz als &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/apuz\/194429\/das-haus-saud-und-die-wahhabiyya?p=all\">Historisch gewachsene Symbiose: Das Haus Saud und die Wahhabiyya<\/a>&ldquo;<\/em><br>\n<em>Allerdings beschr&auml;nkt sich der Wahhabismus nicht nur auf Saudi-Arabien, denn das K&ouml;nigshaus hat sich nicht nur der Sicherung, sondern auch der der Verbreitung der Wahhabismus verpflichtet und schafft damit die ideologischen Grundlagen f&uuml;r einen militanten, extremistischen Islamismus in aller Welt. Der Wahhabismus missioniert in vielen Regionen, in denen er nie verwurzelt war. In denen aber oft gro&szlig;e Not herrscht und die Wohlfahrtseinrichtungen dieser Missionare Zuspruch erhalten. An gef&auml;hrlichsten d&uuml;rfte die Gef&auml;hrdung der pluralistischen indo-pakistanischen Kultur der Atommacht Pakistans sein, aber auch in Afghanistan der hinterl&auml;sst der Wahhabismus tiefgreifende Spuren. Immer wieder kommt es in diesen L&auml;ndern zu Meldungen wie: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/afghanistan-maenner-lynchen-frau-in-kabul-a-1024562.html\">Hunderte M&auml;nner lynchen Frau in Kabul<\/a>&ldquo;. Heute steht Westafrika im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, aber Wahhabiten wirken ebenso in Bosnien, Serbien, Tschetschenien aber nat&uuml;rlich auch bei uns.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/AT)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-25650","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25650","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25650"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25650\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28394,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25650\/revisions\/28394"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25650"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25650"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25650"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}