{"id":25656,"date":"2015-04-08T14:58:02","date_gmt":"2015-04-08T12:58:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25656"},"modified":"2024-09-23T01:53:42","modified_gmt":"2024-09-22T23:53:42","slug":"der-rassist-in-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25656","title":{"rendered":"Der Rassist in uns"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin:0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150408_attia.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p>Seit dem 11. September 2001 ist &bdquo;der Islam&ldquo; zur weltweiten Bedrohung avanciert. Seither steht jeder Moslem unter Generalverdacht, und denkt, wer das Wort Terrorist h&ouml;rt, in aller Regel umgehend an einen b&auml;rtigen Turban-Tr&auml;ger und nicht etwa mehr an die ETA, RAF oder IRA. Dass hierdurch inzwischen ein <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rassismus_ohne_Rassen\">antimuslimischer Rassismus<\/a> zu gesellschaftlicher Hegemonie gelangen konnte, wird kaum je thematisiert. Wie auch, dient derselbe den M&auml;chtigen im Land doch zur <a href=\"http:\/\/www.journal-fuer-psychologie.de\/index.php\/jfp\/article\/view\/258\/297\">Revitalisierung nationaler Identit&auml;t<\/a>, zur <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=24886\">Legitimation von Grundrechteabbau<\/a>, zur <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25067\">Ablenkung von sozialen Verwerfungen<\/a> sowie als <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201501093374\/politik\/inland\/die-grosse-aggressionsverschiebung.html\">Projektionsfl&auml;che f&uuml;r die Wut und Ohnmacht im Volk<\/a>? Zum allt&auml;glichen Rassismus und dessen gesellschaftlicher Funktion sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> daher mit <strong>Iman Attia<\/strong>, die zu diesen Fragen seit Langem forscht und lehrt.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Frau Attia, dank PEGIDA ist das Problem des antimuslimischen Rassismus aktuell in aller Munde. Ich bin mir jedoch unsicher, inwiefern hierbei nicht erneut Stereotype bedient werden. Zudem ist die Frage bisher unbeantwortet, woher der Rassismus dieser Demonstranten eigentlich kommt. Wie klassifizieren Sie das Ph&auml;nomen Rassismus und welche Besonderheiten weist dabei der antimuslimische Rassismus auf?<\/strong><\/p><p>Der antimuslimische Rassismus ist kein neues Ph&auml;nomen, auch wenn er sich aktuell auf der Stra&szlig;e so deutlich zeigt. Empirische Untersuchungen zum Alltagsdiskurs in der BRD weisen schon Anfang der 1990er Jahre auf entsprechende Argumentationen hin. In anderen westeurop&auml;ischen L&auml;ndern wird das Ph&auml;nomen schon l&auml;nger untersucht und problematisiert. Die Argumentationen beziehen sich auf jahrhundertealte Diskurse, die unter dem Begriff des Orientalismus analysiert wurden. Der Islam, der Orient, der Nahe und Mittlere Osten wurden als Gegenbild des Abendlandes, des Christentums etc. konstruiert, um eigene Themen an einem anderen Ort diskutieren und abhandeln zu k&ouml;nnen, aber auch, um eine eigene Identit&auml;t zu konturieren und um Aggressionen und Privilegien zu legitimieren. <\/p><p>Die Argumentationen sind zum Teil bis heute dieselben: Das Kopftuch etwa hat schon die Kolonisatoren im n&ouml;rdlichen Afrika sehr gest&ouml;rt, denn sie wollten Zugang zu den einheimischen Frauen, aus sexuellen Gr&uuml;nden, aber auch aus kulturellen, um den Kolonialismus und die Kultur der Kolonialherrschaft zu verankern. Sie haben ihren Kampf f&uuml;r die Entschleierung der Frauen aber anders genannt, sich als Befreier bezeichnet. In den sogenannten Mutterl&auml;ndern haben sich die gleichen Kolonialherren gegen das Frauenwahlrecht eingesetzt. Andere Topoi wiederum sind neu, etwa der Vorwurf der Homophobie:  In Haremsbildern und in den M&auml;rchen aus 1001 Nacht wird der muslimische Orient noch als Ort lesbischer Ausschweifungen dem eigenen pr&uuml;den Selbstkonzept entgegengehalten. Auch sind in den letzten Jahren neue Figuren hinzugekommen, die Musliminnen und Muslime gleichzeitig als arme Einwandererinnen und m&auml;chtige Terroristen thematisieren. <\/p><p>Insofern haben wir es nicht mit einem neuen Ph&auml;nomen zu tun, wohl aber mit Aktualisierungen und auch neuen Schnittstellen. PEGIDA kn&uuml;pft an diesen Diskursen an, aber auch an die Pogrome gegen Gefl&uuml;chtete Anfang der 1990er Jahre. Auch damals haben sich B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger um rechte Aggressoren gruppiert, die Brandstifter angefeuert und ihre Demonstration als Mischung aus Protest gegen die Politik und Ausf&uuml;hrende der Politik und des Mainstreams artikuliert, nach dem Motto: Ihr redet nur, wir handeln. Diese Mischung aus Protest und Affirmation findet sich nun auch in Dresden und in anderen St&auml;dten. Insofern ist vieles nicht neu, sondern ver&auml;ndert sich, Aspekte werden neu zusammengesetzt etc. <\/p><p>Allerdings w&uuml;rde ich schon sagen, dass sich der Islamdiskurs im Vergleich zu den Argumentationen Anfang der 1990er Jahren ausdifferenziert hat und deutlicher auf die Stra&szlig;e und in die Medien getragen wird. Wir haben heute zwar unverhohlenere und aggressivere T&ouml;ne, aber auch Gegenproteste, mahnende Stimmen, analytische Zug&auml;nge.<\/p><p>Heute wird das Ph&auml;nomen immerhin als Rassismus klassifiziert, das ist ein Fortschritt, denn wir k&ouml;nnen dar&uuml;ber reden und das, was passiert, analysieren. Vor 20 Jahren stie&szlig; es bei vielen noch auf Unverst&auml;ndnis, wenn &auml;hnliche Argumentationen als Rassismus bezeichnet wurden. Sie waren aber da, auch wenn sie nicht lauthals auf die Stra&szlig;e getragen wurden. <\/p><p><strong>Rassismus war also immer da und wird immer da sein?<\/strong><\/p><p>Ja und nein. Rassismus ist ein Mittel, um Privilegien bzw. Aggressionen zu legitimieren. Gruppen werden konstruiert, indem sie homogenisiert &ndash; &bdquo;alle gleich&ldquo; &ndash;, essentialisiert &ndash; &bdquo;weil ihre Rasse, Ethnie, Kultur, Religion so ist&ldquo; &ndash; und dichotomisiert &ndash; &bdquo;anders als wir&ldquo; &ndash; werden. Dieser Otheringprozess hat zum Ziel, die Aggression als Zivilisierung, Emanzipation, F&uuml;rsorge, Selbstschutz und anderes zu deuten und die Ausbeutung, Marginalisierung, Kriminalisierung als gerechtfertigt. Rassismus liefert also die Begr&uuml;ndung daf&uuml;r, Personen auszubeuten, zu diskriminieren, zu verunglimpfen und sich selbst gleichzeitig als gerecht, fortschrittlich, vern&uuml;nftig zu pr&auml;sentieren. <\/p><p>In verschiedenen historischen und gesellschaftlichen Kontexten nimmt deswegen der Rassismus unterschiedliche Formen an. Und verschiedene Rassismen gehen unterschiedliche Koalitionen ein: Der antimuslimische Rassismus &uuml;berschneidet sich mit dem kolonialen Rassismus, etwa im Zusammenhang mit &ouml;konomischer Ausbeutung und kultureller Degradierung und dem Antisemitismus, etwa im Zusammenhang mit der Rassialisierung und Kulturalisierung von Religion, also Judentum bzw. Islam. <\/p><p>Er weist aber zu beiden auch Unterschiede auf, die deutsche Islam- und Kolonialpolitik vor 100 Jahren etwa hat deutlich und hierarchisierend zwischen muslimischen und nicht-muslimischen Kolonien unterschieden, der Holocaust zielte auf die Vernichtung von Juden und J&uuml;dinnen, von Roma und Sinti, nicht auf jene von Muslimen und Musliminnen. Insofern gibt es schon auch bedeutende historische Unterschiede, die aber gleichzeitig auf die Verwobenheit von Geschichte hinweisen. <\/p><p>Teilweise springen Argumentationen von einem Rassismus auf einen anderen &uuml;ber, etwa wenn aus der &bdquo;Verjudung&ldquo; die &bdquo;Islamisierung&ldquo; wird oder die Beschneidung und das Sch&auml;chten als muslimische Gewalt skandalisiert werden. Es zeigen sich also &auml;hnliche Diskurse, die die Menschen zu  kulturell Anderen machen und als solche herabsetzen, um sie guten Gewissens am Rand zu halten &ndash; ohne B&uuml;rgerrechte Arbeiten machen lassen, die man selbst nicht gerne tut etwa. Insofern gibt es Schnittstellen zwischen den Rassismen, es kommen ihnen historisch aber auch spezifische Bedeutungen zu und sie k&ouml;nnen verschieden in Erscheinung treten.<\/p><p><strong>&Eacute;tienne Balibar und Immanuel Wallerstein haben in einem gemeinsamen <a href=\"http:\/\/www.kommunismus.narod.ru\/knigi\/pdf\/Balibar_Wallerstein_-_Rasse_Klasse_Nation_Teil_1.pdf\">Buch [PDF &ndash; 4.7 MB]<\/a> den Zusammenhang von &bdquo;Rasse&ldquo;, Klasse und Nation beschrieben &ndash; und wenn ich recht verstehe, kn&uuml;pfen Sie nun an diese Argumentation an, indem Sie sagen, solange es Ausbeutung im Rahmen von Nationalstaaten gebe, ist Rassismus derlei Verh&auml;ltnissen auch immanent. Verstehe ich recht? Und hat Rassismus also eine &hellip; gesellschaftliche Funktion?<\/strong><\/p><p>Nationalstaaten sind keine nat&uuml;rlichen Gebilde, insbesondere das, was wir heute als Deutschland kennen, ist keine in sich geschlossene, historische, kulturelle Einheit. Nationen werden konstruiert, sie sind das Produkt einer politischen Entscheidung, die kulturell abgest&uuml;tzt wird. Und weil Nationen eine Konstruktion sind, m&uuml;ssen sie immer wieder neu als solche best&auml;tigt und hervorgebracht werden. <\/p><p>Indem Nationen aber festlegen, wer dazu geh&ouml;rt, legen sie immer auch fest, wer nicht dazu geh&ouml;rt. Gemeinschaften jeder Art grenzen nicht nur ein, sondern auch aus, die Ausgrenzung ist konstitutiv. Wenn also Nation kulturell und ethnisch, aber auch sprachlich und religi&ouml;s konstruiert wird, dann hei&szlig;t das immer auch, dass die Diversit&auml;t, die eigentlich da ist &ndash; weil ja Nation keine nat&uuml;rliche Einheit ist -, diskursiv in &bdquo;dazugeh&ouml;rig&ldquo; und &bdquo;nicht-dazugeh&ouml;rig&ldquo; geschieden werden muss. <\/p><p>Kapitalismus funktioniert anders, geht aber in westeurop&auml;ischen Nationalstaaten eine Verbindung ein. Insofern, als dass die &ouml;konomischen Verh&auml;ltnisse rassialisiert werden &ndash; und der Rassismus zu einem konstitutiven Merkmal von Kapitalismus geworden ist. Die Versklavung und Kolonisierung eines gro&szlig;en Teils der Welt und der Menschheit sind konstitutive Bedingungen f&uuml;r den Wohlstand und die Moderne, wie wir sie in Europa heute haben. Sie sind keine Produkte einer weiter entwickelten Nation oder Kultur, sondern Produkte &ndash; und auch Begr&uuml;ndungen &ndash; von Ausbeutung und Vernichtung.<\/p><p>Dem antimuslimischen Rassismus liegt eine spezifische Artikulation von Nation-Klasse-Rasse zugrunde. Die Arbeitsmigranten und Arbeitsmigrantinnen aus der T&uuml;rkei und die gefl&uuml;chteten Pal&auml;stinenser und Pal&auml;stinenserinnen aus dem Nahostkonflikt werden zusammen als Muslime und Musliminnen markiert, aber aus verschiedenen Gr&uuml;nden: Die Arbeitsmigranten und Arbeitsmigrantinnen bzw. ihre Enkelkinder werden muslimisiert, um ihnen trotz ver&auml;nderter Einb&uuml;rgerungsm&ouml;glichkeiten B&uuml;rgerstatus vorzuenthalten und sie gleichzeitig zur Unterschichtung der Bev&ouml;lkerung zu nutzen. Die Pal&auml;stinenser und Pal&auml;stinenserinnen wiederum st&ouml;ren die postnazistische Konstruktion der &ndash; wei&szlig;en, christlichen &ndash; Deutschen, indem sie die eindeutige und undifferenzierte &ndash; parteipolitische &ndash; Parteilichkeit f&uuml;r Israel in Frage stellen. Indem die gefl&uuml;chteten Pal&auml;stinenser und Pal&auml;stinenserinnen als &bdquo;Araber&ldquo; und &bdquo;Muslime&ldquo; markiert werden, werden Assoziationen an Terrorismus angerufen, die aus den Opfern T&auml;ter machen. Auf diese Weise kann die nationale Identit&auml;t als gel&auml;uterte Deutsche aufrechterhalten werden, die den Antisemitismus &uuml;berwunden habe und ihn nun bei Anderen, den Arabern und Muslimen, bek&auml;mpfen m&uuml;sse.<\/p><p><strong>Und wie kommt es Ihrer Meinung nach, dass derlei Ressentiments aktuell so weit verbreitet sind? Grassieren sozusagen schlicht Dummheit und Idiotie?<\/strong><\/p><p>Rassismus ist strukturell in modernen Gesellschaften verankert und diskursiv mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Wissensformationen verwoben. Insofern erkennen viele Menschen nicht, dass das, was sie sagen, in rassistische Diskurse verstrickt ist. Sie h&ouml;ren von klein auf, dass es verschiedene Kulturstufen gibt, sie ganz oben stehen, der Orient finster ist, Muslime ihre Frauen unterdr&uuml;cken, sie haben Karl May und die M&auml;rchen aus 1001 Nacht gelesen, Fernsehreportagen geh&ouml;rt, &uuml;ber Witze gelacht, sind gewarnt geworden, als Frauen alleine in arabische L&auml;nder zu reisen etc. Insofern ist es kein Wunder, dass sie all dieses vermeintliche Wissen &uuml;bernommen haben und von sich geben. PEGIDA sagt ja nichts anderes als das, was in der Politik, in den Medien, in den Schulb&uuml;chern, in Romanen, in Filmen, in Computerspielen auch gesagt wird: Die sind alle gleich, ganz anders als wir und geh&ouml;ren nicht hierher.<\/p><p><strong>Rassismus ist also, wie auch Noah Sow das in ihrem wunderbaren <a href=\"http:\/\/www.deutschlandschwarzweiss.de\/\">Buch<\/a> beschreibt, etwas, das uns alle angeht und betrifft? K&ouml;nnten Sie das vielleicht anhand einiger konkreter Beispiele erl&auml;utern? Ich denke, das w&auml;re hilfreich, um besser verstehen zu k&ouml;nnen, dass eben nicht oder nicht nur der Glatzkopf mit Springerstiefeln am &bdquo;Nutzen&ldquo; rassistischer Diskurse sozusagen partizipiert.<\/strong><\/p><p>Das Kopftuchverbot ist ein konkretes Beispiel: Mit der Begr&uuml;ndung, die Unterdr&uuml;ckung von Frauen nicht unterst&uuml;tzen zu wollen, werden Frauen daran gehindert, den Beruf zu ergreifen, den sie sich w&uuml;nschen, f&uuml;r sich selbst zu sorgen, sich beruflich zu verwirklichen. Diejenigen, die davon ausgehen, dass die muslimischen Frauen das Kopftuch nicht freiwillig tragen, bemitleiden und bevormunden sie. Und diejenigen, die ihnen glauben, werfen ihnen vor, selbst schuld an ihrem Berufsverbot zu sein &ndash; &auml;hnlich wie minirocktragenden Frauen vorgeworfen wurde, selbst schuld daran zu sein, wenn sie sexuell bel&auml;stigt wurden. <\/p><p>Ein anderes Beispiel ist eine Kiefernorthop&auml;din, die einen Jugendlichen nicht behandeln wollte, weil er Cihad hei&szlig;t und damit der Heilige Krieg gemeint sei. Der Fall ging durch die Presse. Oder Marwa el-Sherbini, die im Dresdner Gericht <a href=\"http:\/\/www.medienverantwortung.de\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/20091215_Medien-MordAnMarwa.pdf\">ermordet wurde [PDF &ndash; 239 KB]<\/a>. Ihr M&ouml;rder hatte zuvor schriftlich dem Gericht mitgeteilt, dass er f&uuml;r nichts garantieren k&ouml;nne, wenn Muslime in seiner N&auml;he seien, er hatte die Frau zuvor als Muslimin beschimpft und angegriffen, deswegen war es zur Gerichtsverhandlung gekommen. Und ein weiteres Beispiel ist, dass Polizeibeamte Personen ohne konkreten Verdacht kontrollieren d&uuml;rfen oder m&uuml;ssen, was sonst verboten ist, wenn sie schwarz sind oder muslimisch aussehen. <\/p><p><strong>PEGIDA sind also nicht einfach nur &bdquo;die Unmenschen&ldquo;, die es zu verteufeln und bek&auml;mpfen g&ouml;lte, sondern, und wenn ich recht verstehe, nur die sichtbare Spitze eines weit &uuml;berwiegend unsichtbaren Eisberges und also ein Spiegel der gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse?<\/strong><\/p><p>Genau.<\/p><p><strong>Und wenn man diesen und dem mit ihnen verwobenem Alltagsrassismus etwas entgegensetzen, hiergegen etwas unternehmen w&ouml;llte, was w&auml;re dann zu tun? Wenn Sie k&ouml;nnten, wie Sie wollten: Was w&uuml;rden Sie tun?<\/strong><\/p><p>Reflexion ist nat&uuml;rlich ganz wichtig, aber es darf dabei nicht stehen bleiben. Da Rassismus und Rassismen so fest verankert sind im Denken und Handeln, in Gesetzen und im Alltag, muss auf genau diesen Ebenen auch interveniert werden. <\/p><p>Ich denke dabei an Antidiskriminierungsinstrumente, &auml;hnlich wie wir sie haben, um Sexismus, Patriarchat und Heteronormativit&auml;t zur&uuml;ck zu dr&auml;ngen oder beeintr&auml;chtigten Personen Behinderungen zu ersparen. Sie m&uuml;ssten so angelegt sein, dass sie die unterschiedlichen Rassismen erfassen k&ouml;nnen und dort wirksam werden, wo Rassismus wirksam ist: In der Ausbildung und Bildung, in Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen, im &ouml;ffentlichen Dienst, in &ouml;ffentlichen R&auml;umen, bei der Wohnungssuche, im Sozial- und Gesundheitswesen etc. pp.<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Iman Attia<\/strong> (Dr. phil.) lehrt und forscht an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Orientalismus, antimuslimischer Rassismus, Interrelation gesellschaftlicher Machtverh&auml;ltnisse, postkoloniale Theorie sowie historisch-politische Bildung. Aktuell arbeitet Sie an ihrem neuen Buch &bdquo;Zum Verh&auml;ltnis von Politik, Kultur und Religion im deutschen Islamdiskurs&ldquo;, das 2016 im Argument-Verlag erscheint. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterschauen:<\/strong><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"236\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/SRFKav53RJ8?list=PL66965D47408C17FD\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p style=\"text-align:center\"><strong>Iman Attia: Intersektionale Perspektiven auf Diskurse zu &ldquo;der muslimischen Frau&rdquo;<\/strong><\/p><p><video width=\"500\" height=\"340\" controls><source src=\"http:\/\/medien.e-learning.uni-goettingen.de\/daten\/-162\/20142\/14582\/119-mp4\/2015_01_14_Vortrag_antimusl_Rassismus-HQ.mp4\" type=\"video\/mp4\">Ihr Browser unterst&uuml;tzt nicht den Video-tag.<\/source><\/video> <\/p><p style=\"text-align:center\"><strong>Iman Attia: &bdquo;Der Islam geh&ouml;rt nicht zu Deutschland&ldquo;: Kultur und Politik im antimuslimischen Rassismus<\/strong><\/p><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Artikel: Iman Attia: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.journal-fuer-psychologie.de\/index.php\/jfp\/article\/view\/258\/297\">Privilegien sichern, nationale Identit&auml;t revitalisieren: Gesellschafts- und handlungstheoretische Dimensionen der Theorie des antimuslimischen Rassismus im Unterschied zu Modellen von Islamophobie und Islamfeindlichkeit<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: Iman Attia: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.bpb.de\/apuz\/180854\/rassismus-nicht-beim-namen-nennen?p=all\">Rassismus (nicht) beim Namen nennen<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Buch: Iman Attia, Alexander H&auml;usler, Yasemin Shooman: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.unrast-verlag.de\/neuerscheinungen\/antimuslimischer-rassismus-am-rechten-rand-detail\">Antimuslimischer Rassismus am rechten Rand<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Reader: Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen: <a href=\"http:\/\/www.google.de\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=8&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=0CEwQFjAH&amp;url=http%3A%2F%2Fxa.yimg.com%2Fkq%2Fgroups%2F65106939%2F1623280874%2Fname%2FIslamophobie_Reader.pdf&amp;ei=d-fZVKO6D4rAPLaugYgH&amp;usg=AFQjCNFfBJiDav9Ij1bNc3HKvhnnelyCjw&amp;bvm=bv.85464276,d.ZWU\">&bdquo;Wer hat Angst vorm Kopftuchm&auml;dchen?&ldquo;<\/a><\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Eine automatische E-Mail-Benachrichtigung &uuml;ber <strong>neue Texte von Jens Wernicke<\/strong> k&ouml;nnen Sie <a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">hier<\/a> bestellen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/5246e1216cfb42babccb0c46cf51e443\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin:0 0 15px 15px;\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150408_attia.jpg\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/div>\n<p>Seit dem 11. 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