{"id":25739,"date":"2015-04-16T08:46:28","date_gmt":"2015-04-16T06:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739"},"modified":"2015-04-16T08:46:28","modified_gmt":"2015-04-16T06:46:28","slug":"hinweise-des-tages-2354","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (RS\/WL\/AM)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert.<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h01\">Vorratsdatenspeicherung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h02\">Der IWF, der Anf&uuml;hrer der globalen Konspiration des Kapitals?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h03\">&ldquo;Zeit&rdquo; &ndash; Vorbereitungen auf griechische Pleite laufen <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h04\">Was nun? Soziale Bewegungen in Griechenland nach dem Regierungswechsel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h05\">&Uuml;ber die Dogmen der Troika<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h06\">Expertenkommission stellt 10-Punkte-Plan f&uuml;r mehr Investitionen, Wachstum und Arbeitspl&auml;tze vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h07\">Gewerkschaften sehen &Ouml;PP kritisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h08\">Gesch&auml;ftsmodell Ausbeutung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h09\">Herdentrieb: Der Mindestlohn ist zu niedrig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h10\">One Company&rsquo;s New Minimum Wage: $70,000 a Year<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h11\">Schw&auml;chen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in ver&auml;nderten Arbeitswelten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h12\">Wieder Fl&uuml;chtlingstrag&ouml;die im Mittelmeer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h13\">Deutsche als IS-Folterknechte in Syrien <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h14\">Berufsbildungsbericht 2015<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h15\">Wasser erheblich mit N&auml;hrstoffen belastet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h16\">Europe: a playground for special interests amid lax lobbying rules<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h17\">Abfuhr f&uuml;r dynamisches BAf&ouml;G<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h18\">Germanwings-Katastrophe sorgt f&uuml;r Beschwerde-Rekord beim Presserat <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739#h19\">Oskar Farny &ndash; der Allg&auml;uer Januskopf<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25739&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Vorratsdatenspeicherung<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>O du sch&ouml;ner Datenkranz<\/strong><br>\n&ldquo;Telekommunikation gef&auml;hrdet ihre Grundrechte&rdquo;. Das sollte k&uuml;nftig auf allen Telefonen stehen. Bis die Speicherei wieder verboten wird&hellip;.<br>\nIst es rechtsstaatlich in Ordnung, ohne jeden Verdacht Telekommunikationsdaten zu speichern, wenn nur die Regeln daf&uuml;r klar sind? Behauptet haben das schon viele. Gelungen ist das nie. Jetzt also ein neuer Anlauf. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) wurde von seinem Parteichef dazu gedr&auml;ngt; er hat wacker mit Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) verhandelt; aber das Ergebnis ist nicht gut. Ein Grundrechtsversto&szlig; bleibt ein Grundrechtsversto&szlig; auch dann, wenn er k&uuml;nftig nur noch vier beziehungsweise zehn Wochen dauern soll; das sind die jetzt vorgesehenen Speicherfristen&hellip;<br>\nEs kann sein, dass das Gesetz (es wird auf die Formulierungen im Detail ankommen) Karlsruher Vorgaben irgendwie einh&auml;lt; f&uuml;r die Vorgaben aus Luxemburg ist das auf der Basis der Leitlinien ausgeschlossen&hellip;<br>\nDas neue Gesetz wird wie folgt angepriesen: Man h&uuml;te doch die gespeicherten Daten wie einen Augapfel. Nur zur Verfolgung schwerster Straftaten werde k&uuml;nftig darauf zugegriffen. Das klingt sch&ouml;n, stimmt aber nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/vorratsdatenspeicherung-o-du-schoener-datenkranz-1.2435946\">Heribert Prantl in der SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Heiko Maas und die innere Sicherheit des Sigmar Gabriel<\/strong><br>\nMaas Vorg&auml;ngerin im Amt, die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger trat zur&uuml;ck, als sie den gro&szlig;en Lauschangriff ausarbeiten sollte &ndash; aus Gewissensgr&uuml;nden. F&uuml;r Maas war das nie eine Option. Nach langen Politikerjahren im bundespolitisch unbedeutenden Saarland war der Ministerjob in Berlin seine gro&szlig;e Chance. Inzwischen ist er im Amt angekommen: Selbst vom Koalitionspartner wird er f&uuml;r seine Arbeit gelobt, er findet Geh&ouml;r, er macht Schlagzeilen, er hat an Format gewonnen. Vor allem steht Maas loyal zu Gabriel, der an ihn glaubte und ihn zum Minister machte&hellip;<br>\nGabriel hat die Vorratsdatenspeicherung in den vergangenen Wochen mit teils abstrusen Argumenten verteidigt. Sie h&auml;tte in Norwegen zur schnelleren Ergreifung von Anders Breivik gef&uuml;hrt, sagte der Vizekanzler &ndash; doch Norwegen ist die Vorratsdatenspeicherung noch gar nicht in Kraft. Sie h&auml;tte manche der lange Jahre unerkannten NSU-Morde verhindern k&ouml;nnen, betonte der SPD-Vorsitzende. Doch was helfen Verbindungsdaten, wenn man die falsche T&auml;tergruppe im Blick hat? Zumal untergetauchte Terroristen wohl eher selten ihre Handys auf den eigenen Namen registrieren lassen.<br>\nAber es sind nicht nur die Sachargumente, die Sigmar Gabriel zu einem Bef&uuml;rworter der Vorratsdatenspeicherung machen. Der SPD-Chef denkt strategisch: Er will das Thema Innere Sicherheit nicht allein der CDU &uuml;berlassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/deutschland\/2015-04\/vorratsdatenspeicherung-heiko-maas-spd-zweifel\">Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Du bist verd&auml;chtig<\/strong><br>\nIst es keine fl&auml;chendeckende &Uuml;berwachung mehr, wenn E-Mails davon ausgenommen sind? Das ist l&auml;cherlich und geradezu eine Verh&ouml;hnung der richterlichen Urteile. S&auml;mtliche digitalen Kommunikationswege werden erfasst, auch ohne E-Mails sind es noch so viele, dass es getrost fl&auml;chendeckend genannt werden darf. Selbst wenn nur jedes zweite Telefonat erfasst w&uuml;rde statt aller, w&auml;re es noch eine massenhafte &Uuml;berwachung.<br>\nAuf E-Mails k&ouml;nnen die Strafverfolger also verzichten? Warum eigentlich? Schreiben B&ouml;sewichte keine Mails? Fragen danach hat Justizminister Maas nicht beantwortet. Die Vermutung, die Bundesregierung habe lediglich die Kommunikationsform ausgeklammert, deren Bedeutung stetig geringer wird, ist nicht zu weit hergeholt. Was zeigt, dass sich die Idee nicht ge&auml;ndert hat: Von m&ouml;glichst allen soll m&ouml;glichst alles gespeichert werden&hellip;.<br>\nIn einem Punkt bedeuten die Leitlinien des Ministeriums sogar eine erhebliche Ausdehnung der bisherigen Praxis, bei den Funkzellendaten. K&uuml;nftig kann die Polizei noch einen Monat nach einer Tat nachschauen, wer sich damals in der N&auml;he des Tatortes befand. Anbieter m&uuml;ssen alle Standortdaten einen Monat lang aufheben, bislang war das ihnen &uuml;berlassen und sie wurden, wenn &uuml;berhaupt nur wenige Tage gespeichert. Ein Monat Bewegungs- und Funkzellendaten &ndash; damit l&auml;sst sich viel &uuml;ber das Verhalten sagen. Bewegungsprofile seien so nicht m&ouml;glich? Unsinn&hellip;<br>\nDie gesellschaftlichen Kosten sind hoch, der Nutzen hingegen zweifelhaft. Bislang gibt es aus keinem Land, in dem Vorratsdaten gespeichert werden, empirische Belege, dass sie der Polizei wirklich helfen. Zu leicht k&ouml;nnen sich Kriminelle dieser &Uuml;berwachung entziehen.<br>\nBef&uuml;rworter der Vorratsdaten jubeln trotzdem, sie halten den Vorschlag der Regierung f&uuml;r einen Erfolg. Dabei kaschiert er nur m&uuml;hsam, dass die fundamentale Kritik an diesen Pl&auml;nen zur grundlosen und massenhaften &Uuml;berwachung weiter ignoriert wird. Es bleibt also erneut nur der lange und m&uuml;hsame Weg zu Gerichten, anders ist die Bundesregierung von ihrem Irrweg offensichtlich nicht abzubringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/digital\/datenschutz\/2015-04\/vorratsdatenspeicherung-vds-heiko-maas\">Kai Biermann auf Zeit Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Vorratsdatenspeicherung: Wehren Sie sich!<\/strong><br>\nVersuchen Sie, in der &Uuml;berwachung ein Instrument der Kontrolle zu sehen, das Ihnen und Ihrer Tochter vorschreiben wird, wie Sie zu handeln und nicht zu handeln haben. Wehren Sie sich dagegen.<br>\nGehen Sie auf die Website http:\/\/bundestag.de\/abgeordnete und finden Sie heraus, welche Abgeordneten f&uuml;r Sie zust&auml;ndig sind. Schreiben Sie eine Mail, rufen Sie an oder am besten: Gehen Sie in die Sprechstunde. Internet hin oder her, Pr&auml;senz wirkt immer noch am besten.<br>\nSagen Sie, dass Sie gegen die Vorratsdatenspeicherung sind, fordern Sie, dass Ihre Abgeordneten gegen die Vorratsdatenspeicherung stimmen. Weil sie &ndash; in Frankreich im Januar nochmals bewiesen &ndash; schlicht nicht gegen Terrorismus wirkt, aber sehr wohl ein Meilenstein auf dem Weg in die Kontrollgesellschaft ist. Die im Zweifel mit aller Datenmacht darauf hinwirken wird, Ihnen konformes Verhalten anzuerziehen. Und das m&ouml;chten auch Sie nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/sascha-lobo-wehren-sie-sich-gegen-vorratsdatenspeicherung-a-1028751.html%20\">Sascha Lobo auf Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nun auch noch die Vorratsdatenspeicherung&hellip; Es gibt kaum noch ein politisches Thema bei dem die SPD nicht mit der CDU ins Bett steigt. Wo gibt es eigentlich noch einen Unterschied zwischen Konservativen und Sozialdemokraten? <\/em><br>\n<em>Wo hat die SPD noch ein Alleinstellungsmerkmal geschweige denn einen sozialdemokratische Vision? Wo gibt es in der SPD noch einen f&uuml;hrenden Politiker, der f&uuml;r seine fr&uuml;here &Uuml;berzeugung eintritt? Dass Justizminister Maas von Gabriel platt gemacht w&uuml;rde, war zu erwarten. Er h&auml;ngt an seinem Amt eben mehr als an seiner (jedenfalls fr&uuml;her ge&auml;u&szlig;erten) &Uuml;berzeugung.<\/em><br>\n<em>Der Staat erhebt gegen Sie einen Generalverdacht. Welches Vertrauen sollten eigentlich Sie gegen&uuml;ber einem Staat aufbringen, der Sie ohne jeglichen Anlass 10 Wochen &uuml;berwacht, weil er Ihnen zutraut, dass Sie eine Straftat begehen k&ouml;nnten? Oder umgekehrt: Warum sollten Sie einem Staat mehr vertrauen, als er Ihnen vertraut? Der Gesellschaftsvertrag zwischen B&uuml;rgern und B&uuml;rgerinnen und ihrem Staat wird einseitig vom Staat aufgek&uuml;ndigt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Was die Gerichte zur Vorratsdatenspeicherung sagen <\/strong><br>\nVielen gilt die Vorratsdatenspeicherung als Verletzung der B&uuml;rgerrechte &ndash; auch f&uuml;r die obersten deutschen und europ&auml;ischen Richter ist sie ein Balanceakt. Die sechs wichtigsten Fragen zur juristischen Situation.<br>\nIst die Vorratsdatenspeicherung prinzipiell rechtlich zul&auml;ssig?<br>\nF&uuml;r das Bundesverfassungsgericht ist die Frage ziemlich klar mit Ja zu beantworten. Zur damals geplanten sechsmonatigen Speicherpflicht sagte Karlsruhe in seinem Urteil von 2010, sie sei mit dem Grundgesetz &ldquo;nicht schlechthin unvereinbar&rdquo;&hellip;<br>\nWas sagt der Europ&auml;ische Gerichtshof?<br>\nGrunds&auml;tzlich hat auch das oberste EU-Gericht &ndash; &auml;hnlich wie zuvor das Bundesverfassungsgericht &ndash; anerkannt, dass die Vorratsdatenspeicherung zumindest im Grundsatz auch einem Gemeinwohlziel diene, und zwar der &ldquo;Bek&auml;mpfung schwerer Kriminalit&auml;t und somit letztlich der &ouml;ffentlichen Sicherheit&rdquo;. Dennoch ist umstritten, ob der EuGH Spielraum f&uuml;r einen neuen Anlauf gelassen&nbsp;hat&hellip;<br>\nWas wird Karlsruhe sagen?<br>\nDas Bundesverfassungsgericht hatte 2010 die Speicherung von Telekommunikationsverbindungsdaten als &ldquo;besonders schweren Eingriff&rdquo; bezeichnet, weil damit &ldquo;aussagekr&auml;ftige Pers&ouml;nlichkeits- und Bewegungsprofile&rdquo; erstellt werden k&ouml;nnten. Daran muss das neue Gesetz aber nicht unbedingt scheitern. Denn Karlsruhe erachtete den Eingriff in das Pers&ouml;nlichkeitsrecht der Betroffenen vor allem deshalb als gravierend, weil die Kommunikationsdaten &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum gespeichert werden sollten und damit ein sehr detailliertes Bild er&ouml;ffnet h&auml;tten&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/umstrittenes-sicherheitsgesetz-was-die-gerichte-zur-vorratsdatenspeicherung-sagen-1.2436700\">Wolfgang Janisch und Robert Ro&szlig;mann in der SZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Der IWF, der Anf&uuml;hrer der globalen Konspiration des Kapitals?<\/strong><br>\nEs finden sich abenteuerliche Spekulationen in vielen Variationen im Netz, die alle auf die Vermutung hinauslaufen, der IWF sei sozusagen die Speerspitze des globalen Kapitals oder der amerikanischen Verschw&ouml;rung, die die Welt zu beherrschen versucht. Dabei wird unglaublich viel Unsinn verbreitet von Leuten, die weder etwas von &Ouml;konomie verstehen noch eigenst&auml;ndige Erfahrungen mit der Arbeit dieser Institution haben. Gleichwohl ist es richtig, dass der IWF viel Schaden angerichtet hat und weiter anrichten wird. Aber es ist ein Schaden, den wir vor allem uns selbst, unseren eigenen demokratischen Institutionen vorwerfen sollten und nicht dem globalen Kapital oder dem amerikanischen Finanzministerium&hellip;<br>\nWas bei den Jahrestagungen diskutiert wird, ist der Mainstream in &ouml;konomischen Fragen. Alle Regierungen, die Mitglied sind, haben die M&ouml;glichkeit, ihre Position dort zum Ausdruck zu bringen einschlie&szlig;lich ihrer Kritik an der Arbeit des IWF. Doch genau da beginnt schon das Problem. Das profane Problem n&auml;mlich, dass kaum ein Finanzminister dieser Welt in der Lage ist, sachlich &uuml;berzeugend das zu kritisieren, was der IWF tut. Er wei&szlig; es nicht und er w&uuml;rde sich auch nicht trauen es zu sagen, wenn es ihm jemand aufschreiben w&uuml;rde, weil er w&uuml;sste, dass er auf kritische R&uuml;ckfragen niemals antworten k&ouml;nnte. Folglich rettet man sich wie &uuml;blich in Sprechblasen, die alle darauf hinauslaufen, den IWF in seiner Arbeit voll und ganz zu best&auml;tigen&hellip;<br>\nWas den IWF wie einige andere Institutionen auch in den Augen vieler so verd&auml;chtig erscheinen l&auml;sst, ist die Tatsache, dass er &uuml;berall das gleiche Rezept anwendet, also immer neoliberale &bdquo;Reformen&ldquo; als Bedingung f&uuml;r seine Hilfe fordert und dass er praktisch ein globales Monopol bei diesen Hilfen hat. Beides ist aber keineswegs verd&auml;chtig, sondern wiederum Ausdruck des Versagens unserer eigenen Institutionen. Das Rezept, das der IWF seit Jahrzehnten anwendet, ist der &ouml;konomische Mainstream, also Neoklassik gepaart mit Monetarismus&hellip;<br>\nEs sind nicht anonyme weit entfernte gelegene Institutionen, die uns Probleme bereiten und die Welt beherrschen, sondern es ist unsere eigenen Unf&auml;higkeit, Alternativen zum &ouml;konomischen Mainstream zu entwickeln, die einer Verbesserung der Lage im Wege stehen. Wer die Bedeutung der herrschenden &ouml;konomischen Theorien hinter den Handlungen nicht sieht, kann in der Tat leicht dem Glauben verfallen, es handle sich um eine gro&szlig;e Konspiration, bei der mit immer den gleichen Methoden die &bdquo;kleinen Leute&ldquo; oder der &bdquo;Mittelstand&ldquo; &uuml;bers Ohr gehauen werden&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/der-iwf-der-anfuehrer-der-globalen-konspiration-des-kapitals\/\">flassbeck-economics.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Eine wohltuend sachliche Widerlegung etwa der These von einer Konspiration des IWF gegen den Rest der Welt z.B. in dem Buch von Ernst Wolff &bdquo;Weltmacht IWF&ldquo;, wie sie auch in einem Gespr&auml;ch <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GCkKxITTKYw\">zwischen KenFM und Wolff verbreitet wird<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong><\/em><br>\n<em>Der Kritik von Heiner Flassbeck stimme ich weitgehend zu, aber in einigen Punkten nicht.<\/em><br>\n<em>Der Text von Heiner Flassbeck endet so:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>\n&bdquo;So lange Deutschland aber nicht in der Lage ist, eine Alternative zu dieser Politik zu entwickeln und sogar einer besseren Politik mehr als alle anderen im Wege steht, ist es m&uuml;&szlig;ig, &uuml;ber globale Absprachen und die globalen Machtstrukturen zu philosophieren (und daran zu verzweifeln). Wer etwas tun will, sollte sich hier und heute und ganz konkret in Deutschland politisch engagieren, so dass andere Konzepte diskutiert werden und dass die Strukturen, die solchen neuen Konzepten im Wege stehen, aufgeweicht werden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Da w&auml;re Heiner Flassbeck zu fragen:<\/em><br>\n<em>Ist es realit&auml;tsnah zu glauben, man k&ouml;nne durch pers&ouml;nliches politisches Engagement hier in Deutschland etwas an den Strukturen der internationalen Finanzwelt und den dahinter steckenden &ouml;konomischen Theorien &auml;ndern?<\/em><\/p>\n<p><em>Als ich die zuvor zitierte Passage aus dem Text von Heiner Flassbeck las, wonach es nicht &bdquo;anonyme weit entfernt gelegene Institutionen (sind), die uns Probleme bereiten und die Welt beherrschen, sondern es ist unsere eigene Unf&auml;higkeit, Alternativen zum &ouml;konomischen Mainstream zu entwickeln, die einer Verbesserung der Lage im Wege stehen&ldquo;, da musste ich an die fr&uuml;here T&auml;tigkeit Heiner Flassbecks als Staatssekret&auml;r des Bundesfinanzministers Oskar Lafontaine denken, und an beider Erfahrung beim Versuch, 1998 bessere Regulierungen der internationalen Finanzm&auml;rkte durchzusetzen. Sind die beiden damals wegen der falschen &ouml;konomischen Theorien ihrer Gegner gescheitert oder wegen der publizistischen und politischen Macht der Finanzwirtschaft und ihrer politischen Gehilfen? Wenn damals in der britischen Sun Oskar Lafontaine als der gef&auml;hrlichste Mann Europas dargestellt wurde, mit Folgen f&uuml;r die ver&ouml;ffentlichte und &ouml;ffentliche Meinung hierzulande, dann lag der damit verbundene Blattschuss nun wahrlich nicht an der falschen &ouml;konomischen Theorie.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich kann Heiner Flassbecks Ablehnung, dem Wirken finanzkr&auml;ftiger Gruppen in der Welt nachzugehen, nicht nachzuvollziehen. Was war denn 1998,1999? Warum gab es die Kampagne gegen Lafontaine? Nur wegen Schr&ouml;ders Machtanspruch? Wer hat denn die Befreiung der Gewinne beim Verkauf von Unternehmen und Unternehmensteilen zum 1.1.2002 durchgesetzt und wer sorgt daf&uuml;r, dass das bis heute gilt? Ich neige nicht zu Verschw&ouml;rungstheorien. Aber wir k&ouml;nnen doch nicht an der Erkenntnis vorbeischrammen, dass es einen engen Kontakt zwischen Schr&ouml;der\/Clement und wichtigen Leuten in der Finanzwirtschaft der USA gab.<\/em><br>\n<em>Und: Ist es nicht ein bisschen naiv, anzunehmen die wirklich finanzkr&auml;ftigen Gruppen in der Welt w&uuml;rden nicht planen, wie sie ihre finanzielle Vormacht und ihre gro&szlig;en Eink&uuml;nfte sichern? Kann man wirklich glauben, dass der Druck auf Privatisierung in Griechenland oder auf die Privatfinanzierung von Autobahnen in Deutschland mit der Macht der Finanzwirtschaft nichts zu tun hat, und nur auf die falschen &ouml;konomischen Theorien des Mainstream zur&uuml;ckzuf&uuml;hren seien? Waren die milliardenschwere Rettung der Hypo Real Estate (HRE) zulasten der Steuerzahler und das Verscherbeln der ostdeutschen Banken an die westdeutschen Banken zulasten der Steuerzahler und der Betriebe im Osten nur und alleine die Folge dessen, dass sich die orthodoxe neoliberale Theorie auch bei uns durchgesetzt hatte?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&ldquo;Zeit&rdquo; &ndash; Vorbereitungen auf griechische Pleite laufen<\/strong><br>\nDie Bundesregierung arbeitet einem Zeitungsbericht zufolge an einem Plan, Griechenland auch im Falle einer Staatspleite im Euro zu halten.<br>\nDie &ldquo;Zeit&rdquo; berichtete am Mittwoch vorab, der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) solle erm&ouml;glicht werden, griechische Banken auch nach einem m&ouml;glichen Staatsbankrott zu finanzieren. Unions-Fraktionschef Volker Kauder unterstrich, dass die Regierung in Athen ohne einen &ldquo;vern&uuml;nftigen Reformplan&rdquo; nicht an weitere Milliarden seiner Euro-Partner und des IWF kommen werde&hellip;<br>\nEin Sprecher des Bundesfinanzministeriums wollte den &ldquo;Zeit&rdquo;-Bericht nicht kommentieren&hellip;<br>\nDie &ldquo;Zeit&rdquo; berichtete, der in der Bundesregierung diskutierte Plan ziele darauf ab, die griechischen Banken soweit zu sanieren, dass sie auch nach einem Staatsbankrott an den Geldgesch&auml;ften der EZB teilnehmen k&ouml;nnten. Voraussetzung f&uuml;r ein solches Entgegenkommen sei aber, dass Griechenland sich grunds&auml;tzlich kooperativ zeige und bereit sei, die Reformauflagen zu erf&uuml;llen. Wenn das nicht der Fall sei, werde die Bundesregierung einen Euro-Austritt in Kauf nehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.onvista.de\/news\/zeit-vorbereitungen-auf-griechische-pleite-laufen-2503121\">OnVista<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Was nun? Soziale Bewegungen in Griechenland nach dem Regierungswechsel<\/strong><br>\nWie ist es um die sozialen Bewegungen Griechenlands bestellt? Mit welchen, auch historischen, Bedingungen f&uuml;r den Kampf um eine freie und solidarische Gesellschaft m&uuml;ssen sie sich arrangieren? Welche Strategien erwachsen aus ihren Analysen? Welche Erfolge konnten sie in der Vergangenheit verbuchen und mit welchen Niederlagen und R&uuml;ckschl&auml;gen mussten sie umgehen? Und was macht man als linke Fundamentalopposition, wenn sich die Regierung auf einmal als potentielle Partnerin anbiedert? Welche Chancen ergeben sich daraus &ndash; was sind m&ouml;gliche Gefahren? Insgesamt trafen wir 20 Aktivist*innen aus den unterschiedlichsten Projekten&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/wasnun.pdf\">LabourNet [PDF &ndash; 4.7 MB]<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>&Uuml;ber die Dogmen der Troika<\/strong><br>\nJoachim Zinsen von den Aachener Nachrichten im Gespr&auml;ch mit Harald Schumann &uuml;ber dessen Film &bdquo;Die Spur der Troika &ndash; Macht ohne Kontrolle&ldquo;:<br>\nApropos Medien: Stimmt der Eindruck, dass sie in Deutschland mit der Regierung von Tsipras deutlich kritischer und polemischer umgehen als mit all deren Vorg&auml;ngerregierungen?<br>\nSchumann: Nat&uuml;rlich. Die gro&szlig;e Mehrheit der deutschen Kollegen l&auml;uft offenbar einfach nur der Meinung der Bundesregierung hinterher, liegt immer auf Merkel-Linie. Dabei werden grundlegende journalistische Standards verletzt. Es werden aus dem deutschen Regierungslager Behauptungen &uuml;bernommen, ohne in Athen einmal nachzuforschen, ob das wirklich stimmt. Kaum jemand unternimmt noch den Versuch, die Position der anderen Seite darzustellen.<br>\nWoran liegt das?<br>\nSchumann: Da bin ich &uuml;berfragt, kann es mir einfach nicht erkl&auml;ren. Ich finde es nur besch&auml;mend f&uuml;r unsere gesamte Zunft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.aachener-nachrichten.de\/news\/politik\/ueber-die-dogmen-der-troika-1.1069365#plx305441070\">Aachener Nachrichten<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Expertenkommission stellt 10-Punkte-Plan f&uuml;r mehr Investitionen, Wachstum und Arbeitspl&auml;tze vor<\/strong><br>\nMit einem 10-Punkte-Plan will die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eingesetzte Expertenkommission neue Grundlagen f&uuml;r mehr Investitionen, Wachstum und Arbeitspl&auml;tze in Deutschland schaffen. Dabei sollen sowohl die existierenden Investitionsm&ouml;glichkeiten der &ouml;ffentlichen Hand als auch die Rahmenbedingungen f&uuml;r private Investitionen verbessert werden unter anderem durch einen Investitionspakt f&uuml;r Kommunen, die Errichtung von Infrastrukturgesellschaften und eine st&auml;rkere Selbstbindung des Staates. Die Expertenkommission zur St&auml;rkung von Investitionen in Deutschland kann sich dabei auf einen ungew&ouml;hnlich breiten Konsens st&uuml;tzen: Vertreter der Privatwirtschaft, Wissenschaft, &ouml;ffentlicher Institutionen und der Gewerkschaften arbeiteten acht Monate lang an dem gemeinsamen Ma&szlig;nahmenpaket&hellip;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/sixcms\/detail.php?id=diw_01.c.500745.de\">Deutsches Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung DIW<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/dokumentenarchiv\/17\/diw_01.c.500763.de\/20150413_expertenkommission_zehn-punkte-plan.pdf\">Vorstellung des Berichts der der Expertenkommission<\/a>\n<p>Dort hei&szlig;t es u.a.:<br>\n<strong>Mobilisierung zus&auml;tzlicher privater Finanzierung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Ziel &ouml;ffentlicher Investitionen muss es sein, eine Infrastruktur so g&uuml;nstig und leistungsf&auml;hig wie m&ouml;glich f&uuml;r die Gesellschaft bereitzustellen. Dies beinhaltet drei Elemente: Finanzierungskosten, Effizienz und Risiken. Wichtig ist deshalb die Pr&uuml;fung, mit welcher Beschaffungsvariante dieses Ziel erreicht werden kann: &bdquo;konventionell&ldquo; (Planung, Bau und Betrieb, Finanzierung durch &ouml;ffentliche Hand) versus &ouml;ffentlich-private Partnerschaften (&Ouml;PP, private Investoren finanzieren und haften f&uuml;r Risiken).<\/li>\n<li>In dieser Frage gibt es Unterschiede in  den Positionen der Kommissionsmitglieder: Die Expertenkommission spricht sich nicht f&uuml;r oder gegen eine Beschaffungsvariante aus, sondern unterstreicht, dass vor allem den Kommunen bessere Handlungsoptionen gegeben werden sollten, um &ouml;ffentliche Investitionen so g&uuml;nstig und leistungsf&auml;hig wie m&ouml;glich zu t&auml;tigen;\n<ol class=\"abc\">\n<li>Pr&uuml;fung von &bdquo;&ouml;ffentlichenInfrastrukturfonds&ldquo;:<br>\nB&uuml;ndelung von privater Finanzierung und &ouml;ffentlichen Projekten, um Risiko zu streuen, Effizienz zu erh&ouml;hen und Kosten f&uuml;r die &ouml;ffentliche Hand zu senken.<br>\nAufgabe dieses &ouml;ffentlichen Infrastrukturfonds ist, nur Projekte zu finanzieren, bei denen sich dadurch Vorteile gegen&uuml;ber konventioneller Beschaffung ergeben.<\/li>\n<li>Pr&uuml;fung einer B&uuml;rgerbeteiligung durch einen &bdquo;B&uuml;rgerfonds&ldquo;&ndash;Eine neue Anlageform soll B&uuml;rgern eine M&ouml;glichkeit bieten, bei vertretbarem Risiko bessere Renditen zu erzielen als mit Anlagealternativen wie etwa Spar- und Sichteinlagen oder Staatsanleihen. Kann durch  Verm&ouml;gensbildungsgesetz (Arbeitnehmersparzulage) gef&ouml;rdert werden. Wichtig ist der Anlegerschutz durch besondere Transparenz- und Informationspflichten.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Egal ob &Ouml;PP oder &bdquo;B&uuml;rgerfonds&ldquo; (also eine Anlageform f&uuml;r &bdquo;B&uuml;rger&ldquo; die Geld anlegen k&ouml;nnen), eine Regierung, die sich angesichts der derzeitigen Verzinsung von Staatsanleihen oder sogar von neuen Schulden f&uuml;r solche Finanzierungswege entscheidet, m&uuml;sste eigentlich der Veruntreuung von Steuergeldern und der Beg&uuml;nstigung von Besitzern von Geldverm&ouml;gen angeklagt werden. <\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu:<\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Gewerkschaften sehen &Ouml;PP kritisch<\/strong><br>\nAm 13. April hat die Expertenkommission des Bundeswirtschaftsministeriums zur &ldquo;St&auml;rkung von Investitionen in Deutschland&rdquo; ihre Ergebnisse vorgelegt. In einer abweichenden Meinung betonen die in der Kommission vertretenen Gewerkschaften, dass sie &Ouml;ffentlich-private Partnerschaften (&Ouml;PP) nicht f&uuml;r die bessere Alternative zu staatlicher Finanzierung halten. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann fordert eine kreditfinanzierte Investitionsoffensive, bei der der Bund dank der aktuellen Niedrigzinsen selbst f&uuml;r l&auml;ngerfristige Kredite keine Zinsen zahlen m&uuml;sste. &ldquo;Damit best&uuml;nde die historische Chance, die marode &ouml;ffentliche Infrastruktur zum Nulltarif zu modernisieren und die Grundlage f&uuml;r Wachstum und ein intaktes Gemeinwesen zu schaffen. Das w&auml;re vern&uuml;nftig und gerecht gerade gegen&uuml;ber zuk&uuml;nftigen Generationen&rdquo;, so Hoffmann&hellip;&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++85cfda14-e2ac-11e4-9b42-52540023ef1a\">DGB<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gesch&auml;ftsmodell Ausbeutung<\/strong>\n<ul>\n<li>Auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben sich d&uuml;stere Nischen gebildet, wo die grundlegendsten sozialen Errungenschaften f&uuml;r mobile Besch&auml;ftigte aus &ouml;stlichen EU-L&auml;ndern nicht mehr gelten. In dieser Schattenwelt diktieren Arbeitgeber willk&uuml;rlich die Wochenarbeitszeit, umgehen trickreich Mindestl&ouml;hne, ver&auml;ndern abgeschlossene Vertr&auml;ge nach Belieben nachtr&auml;glich, k&uuml;rzen systematisch L&ouml;hne oder unterschlagen sie, zahlen keine Lohnfortzahlungen bei Krankheit oder Urlaub und gew&auml;hren keinen K&uuml;ndigungsschutz.<\/li>\n<li>Ausbeutung von mobilen ausl&auml;ndischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geschieht in immer mehr Branchen und in grunds&auml;tzlich legalen, f&uuml;r &uuml;bergangsweise Eins&auml;tze gedachten Besch&auml;ftigungsformen &ndash; darunter Werkvertr&auml;ge, grenz&uuml;berschreitende Leiharbeit und bestimmte Formen von Entsendung. Auch Scheinselbstst&auml;ndigkeit ist &uuml;blich, vom Werkvertrags-Besch&auml;ftigten aber oftmals kaum nachzuweisen.<\/li>\n<li>Die Kontrollbeh&ouml;rden sind &uuml;berlastet und nicht ausreichend mit Personal und Mitteln ausgestattet. Sie pr&uuml;fen zudem eher, ob Steuer- und Sozialabgaben korrekt geleistet werden und weniger, ob menschenw&uuml;rdige und rechtskonforme Arbeitsbedingungen herrschen. Ein Teufelskreis des Lohn- und Sozialdumpings droht, denn wer keine Regeln einh&auml;lt und dennoch kaum Gegenwehr oder Kontrollen f&uuml;rchten muss, kann seine Dienstleistungen konkurrenzlos g&uuml;nstig anbieten.<\/li>\n<li>Dringend geboten sind eine deutliche personelle St&auml;rkung der Kontrollbeh&ouml;rden sowie eine Verbesserung ihrer Koordination. Vieles spricht f&uuml;r die Gr&uuml;ndung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften und eine Beweislastumkehr bei Scheinselbstst&auml;ndigkeit. Ebenfalls wichtig erscheint ein Verbandsklagerecht f&uuml;r Gewerkschaften, damit in F&auml;llen, in denen vereinzelte Besch&auml;ftigte sich nicht wehren k&ouml;nnen, Gewerkschaften gegen Missst&auml;nde juristisch vorgehen k&ouml;nnen. Dar&uuml;ber hinaus sollten neue &raquo;Whistleblower&laquo;-Regelungen es Arbeitnehmer\/innen erm&ouml;glichen, ohne Angst vor Existenzverlust Missst&auml;nde im eigenen Betrieb anonym anzeigen zu k&ouml;nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/pdf-files\/id\/11307.pdf%20\">Carmen Molitor, Studie der Friedrich Ebert Stiftung<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Herdentrieb: Der Mindestlohn ist zu niedrig<\/strong><br>\nDie Katastrophe am Arbeitsmarkt ist bisher ausgeblieben &ndash; der Mindestlohn von 8,50 Euro scheint verkraftbar zu sein. Da sp&auml;testens seit vergangenem Herbst klar ist, dass er im Januar kommen w&uuml;rde, h&auml;tten schon damals die Entlassungen beginnen m&uuml;ssen. Haben sie aber nicht. Vielmehr hat die Anzahl der Jobs in den sechs Monaten bis zum Februar um nicht weniger als 193.000 zugenommen und damit im selben Rhythmus wie in den Jahren zuvor.<br>\nIch gebe zu, dass es f&uuml;r ein abschlie&szlig;endes Urteil noch viel zu fr&uuml;h ist und die gute Konjunktur verdecken k&ouml;nnte, was sich vor Ort bei Friseuren, Kellnern, Verk&auml;ufern, Taxifahrern, dem Sicherheitspersonal oder Altenpflegern an Schrecklichem tut, trotzdem f&uuml;hle ich mich bis jetzt best&auml;tigt: Der Mindestlohn war die richtige Ma&szlig;nahme zur rechten Zeit. Nur: Er ist zu niedrig und sollte daher in den n&auml;chsten Jahren schrittweise angehoben werden, etwa auf 14 Euro.<br>\nWer heute 170 Stunden im Monat zum Mindestlohn von 8,50 Euro jobbt, kommt auf einen Bruttoverdienst von 1.445 Euro. Das sind gerade einmal 35 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns eines Arbeitnehmers in Deutschland im Jahr 2014 von 24,30 Euro. Eine Familie l&auml;sst sich davon nicht ern&auml;hren, sodass der Steuerzahler f&uuml;r den Rest einspringen muss. Bei 14 Euro erg&auml;ben sich immerhin 2.380 Euro brutto.<br>\nEine Umverteilung des Volkseinkommens zugunsten von Geringverdienern stimuliert au&szlig;erdem die Konjunktur auf sehr wirksame Weise. Wer heute nicht in der Lage ist zu sparen, wird sein zus&auml;tzliches Einkommen mehr oder weniger komplett ausgeben. Durch den kr&auml;ftigen Anstieg des Mindestlohns geht daher die gesamtwirtschaftliche Sparquote zur&uuml;ck (die Ausgabenquote steigt) und es wird wahrscheinlicher, dass die Binnennachfrage endlich in Schwung kommt. Dadurch wiederum gewinnen die deutschen Einfuhren an Dynamik, der geradezu obsz&ouml;n gro&szlig;e Au&szlig;enbeitrag schrumpft und die Partnerl&auml;nder, vor allem die im S&uuml;den und Osten Europas, k&ouml;nnen mehr exportieren. Es f&auml;llt ihnen entsprechend leichter, ihre Schulden zu bedienen. Das stabilisiert den Euro und freut die deutschen Gl&auml;ubiger. Zudem verbessert eine gute &ndash; oder verbesserte &ndash; Konjunktur die Haushaltslage des Staates und tr&auml;gt indirekt dazu bei, dass die Realzinsen f&uuml;r l&auml;ngere Laufzeiten sinken. Gut f&uuml;r die Investitionen!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2015\/04\/14\/der-mindestlohn-ist-zu-niedrig_8288\">ZEIT<\/a>\n<p><strong>Dazu:<\/strong>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>One Company&rsquo;s New Minimum Wage: $70,000 a Year<\/strong><br>\nThe idea began percolating, said Dan Price, the founder of Gravity Payments, after he read an article on happiness. It showed that, for people who earn less than about $70,000, extra money makes a big difference in their lives.<br>\nHis idea bubbled into reality on Monday afternoon, when Mr. Price surprised his 120-person staff by announcing that he planned over the next three years to raise the salary of even the lowest-paid clerk, customer service representative and salesman to a minimum of $70,000.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2015\/04\/14\/business\/owner-of-gravity-payments-a-credit-card-processor-is-setting-a-new-minimum-wage-70000-a-year.html?_r=2\">The New York Times<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers O.B.:<\/strong> Wenn man will, geht&rsquo;s auch.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Schw&auml;chen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in ver&auml;nderten Arbeitswelten<\/strong><br>\nDie Regulierung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes bedarf vermehrter wissenschaftlicher Aufmerksamkeit; denn die in der internationalen Debatte aufgeworfene Frage &bdquo;safety or profit?&ldquo; stellt sich auch f&uuml;r Deutschland. Zum einen steht angesichts eines eher auf Deregulierung denn auf Regulierung ausgerichteten Kurses der EU-Kommission die europ&auml;ische &ndash; auch f&uuml;r Deutschland richtungsweisende &ndash; Arbeitsschutzpolitik unter Vorbehalten. Sollte die Kommission etwa den Empfehlungen der Expertengruppe zum B&uuml;rokratieabbau (Stoiber-Kommission) folgen, so werden unter dem Primat der Wettbewerbsf&auml;higkeit weitere Verwaltungsvereinfachungen f&uuml;r Kleinbetriebe geschaffen und die Mitgliedstaaten sind wom&ouml;glich demn&auml;chst angehalten, nationale Arbeits- und Gesundheitsschutzstandards, die &uuml;ber die seitens der EU gesetzten Mindestanforderungen hinausgehen, explizit zu begr&uuml;nden &hellip; Mit der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) ist das Politikfeld in Deutschland neu aufgestellt. Doch die GDA-Aktivit&auml;ten dominieren die Harmonisierung der Regelwerke und Aufgaben der Arbeitsschutzakteure (L&auml;nder, Aufsichtsbeh&ouml;rden, Versicherer)&hellip;, w&auml;hrend in der Praxis die K&uuml;rzungen der &ouml;ffentlichen Haushalte das staatliche Aufsichtshandeln beeintr&auml;chtigen&hellip;<br>\nZum anderen stellen die Flexibilisierung der Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse, neue Technologien und Kostensenkungsstrategien den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz vor neue Herausforderungen. Digitale und mobile Arbeit entgrenzen den traditionellen Ort des betrieblichen Arbeitsschutzes Psychosoziale Belastungen nehmen zu; das zentrale Instrument zur Problembearbeitung &ndash; die gesetzlich vorgegebene Gef&auml;hrdungsbeurteilung &ndash; wird jedoch zu selten eingesetzt und erweist sich in der Umsetzung aus verschiedensten Gr&uuml;nden als unzureichend&hellip;<br>\nW&auml;hrend in mitbestimmten Gro&szlig;betrieben &uuml;ber die Einhaltung staatlicher Arbeitsschutzauflagen hinaus Gesundheitspr&auml;ventionsma&szlig;nahmen angeboten werden, setzt rund die H&auml;lfte aller Betriebe selbst rudiment&auml;re Regelungen nicht um&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/wsimit_2015_03_editorial.pdf%20\">WSI Mitteilungen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Wieder Fl&uuml;chtlingstrag&ouml;die im Mittelmeer<\/strong><br>\nIm Mittelmeer hat sich offenbar erneut ein schreckliches Ungl&uuml;ck bei der Flucht von Menschen nach Europa ereignet. Bei einem Schiffsuntergang vor der libyschen K&uuml;ste sind nach Angaben einer Hilfsorganisation vermutlich 400 Menschen ertrunken. Dies gehe aus Schilderungen von &Uuml;berlebenden hervor, die in der s&uuml;ditalienischen Stadt Reggio Calabria angekommen seien, teilte die Organisation Save the Children am Dienstag mit. &raquo;Nach ihren Aussagen sind bei dem Schiffsungl&uuml;ck am Sonntag etwa 400 Menschen ertrunken, 24 Stunden, nachdem das Schiff an der libyschen K&uuml;ste aufgebrochen war&laquo;, hie&szlig; es in einer Erkl&auml;rung von Save the Children. Unter den Opfern seien viele Kinder und Jugendliche&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/968033.mittelmeer-400-weitere-tote-fluechtlinge-befuerchtet.html\">ND<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Deutsche als IS-Folterknechte in Syrien<\/strong><br>\nDeutsche sind an Folterungen in IS-Gef&auml;ngnissen beteiligt. Das berichtet ein 27-J&auml;hriger Mann aus Deutschland, der in IS-Gefangenschaft war, dem BKA.<br>\nDemnach kommt es in IS-Gef&auml;ngnissen zu brutaler Gewalt. Der Generalbundesanwalt hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/terrormiliz-deutsche-als-is-folterknechte-in-syrien-1.2436692%20\">Georg Mascolo in der SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Berufsbildungsbericht 2015<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>DGB: Zu viele gehen leer aus<\/strong><br>\nDie stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack kommentierte die bereits vorliegenden Zahlen des Berichts: &ldquo;Mehr Jugendliche gehen bei der Suche nach einer Ausbildung leer aus, w&auml;hrend gleichzeitig die Zahl der unbesetzten Ausbildungspl&auml;tze steigt. Die Quote der Ausbildungsbetriebe liegt mit 20,7 Prozent auf dem tiefsten Wert seit 1999. Insgesamt gingen 2014 fast 10 000 Ausbildungsbetriebe verloren.&rdquo; Die gut 37 000 offenen Lehrstellen st&uuml;nden &ldquo;l&auml;ngst nicht allen Jugendlichen offen&rdquo;.<br>\nDas gesch&auml;ftsf&uuml;hrende Vorstandsmitglied der IG Metall, Hans-J&uuml;rgen Urban, forderte: &ldquo;Die Metallarbeitgeber m&uuml;ssen mehr ausbilden. Die Ausbildungsbilanz der IG Metall f&uuml;r 2014 weist erneut im Kernbereich der Metall- und Elektroberufe weniger neue Ausbildungsvertr&auml;ge aus.&rdquo; Daher m&uuml;sse &ldquo;die Bestenauslese endlich aufh&ouml;ren&rdquo;, sagte Urban. &ldquo;Auch Jugendlichen mit Hauptschulabschluss muss eine Ausbildung erm&ouml;glicht werden. &Uuml;ber 280 000 von der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit als geeignet eingestufte Jugendliche haben vergeblich eine Ausbildung gesucht.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.finanzen.net\/nachricht\/aktien\/Berufsbildungsbericht-im-Kabinett-DGB-Zu-viele-gehen-leer-aus-4288222\">finanzen.net<\/a><\/li>\n<li><strong>Und hier die gesch&ouml;nte Darstellung der Bundesregierung<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/de\/berufsbildungsbericht.php\">Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> F&uuml;r ein realistisches Bild siehe nochmals <a href=\"http:\/\/www.finanzen.net\/nachricht\/aktien\/Berufsbildungsbericht-im-Kabinett-DGB-Zu-viele-gehen-leer-aus-4288222\">&bdquo;Die unsoziale Lage der Jugend im Land<\/a>&ldquo; und &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.dgb.de\/themen\/++co++56c2e0a8-e145-11e4-961d-52540023ef1a\">Hauptsch&uuml;lern bleiben zwei von drei Ausbildungspl&auml;tzen verwehrt<\/a>&ldquo; <\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Wasser erheblich mit N&auml;hrstoffen belastet<\/strong><br>\nDas Grund- und Oberfl&auml;chenwasser in Deutschland ist an vielen Messstellen nach wie vor erheblich belastet. &bdquo;Insgesamt gesehen ist die Belastung mit N&auml;hrstoffen gravierend&ldquo;, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (18\/4393) auf eine Kleine Anfrage (18\/4236) der Fraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen.<br>\nAufgrund hoher Stickstoff- und Phosphoreintr&auml;ge verfehlten &bdquo;alle K&uuml;stenwasserk&ouml;rper den guten &ouml;kologischen Zustand nach der Wasserrahmenrichtlinie&ldquo;. Im Grundwasser verursachten die Nitratbelastungen ebenfalls erhebliche Sch&auml;den, hei&szlig;t es weiter. So verfehlten 27 Prozent der Grundwasserk&ouml;rper den guten chemischen Zustand aufgrund von &Uuml;berschreitungen des Nitratgrenzwertes. Als Wasserk&ouml;rper werden klar abgrenzbare Vorkommen bezeichnet.<br>\nDaneben seien organische Mikroverunreinigungen ein Problem in Oberfl&auml;chengew&auml;ssern, insbesondere Biozide, Pflanzenschutzmittel sowie Humanarzneimittel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2015_04\/-\/369892\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wasser mit &bdquo;N&auml;hr-Stoffen&ldquo; belastet, das h&ouml;rt sich doch viel freundlicher an, als Wasser durch Phosphor, Stickstoff, Nitrate, Biozide, Pflanzenschutzmittel, Arzneimittel verseucht. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Europe: a playground for special interests amid lax lobbying rules<\/strong><br>\nAccording to a new report on lobbying in 19 European countries from Transparency International the answer is: very little. In fact just 7 of the 19 countries assessed have regulation that targets lobbying and, in most cases, this regulation is ineffective.<br>\nAlthough lobbying is an important part of a healthy democracy, the lax rules mean that businesses and other special interests with lots of money and friends in the right places in cities like Brussels, Rome and Berlin can easily influence politicians and the law-making process in their country to put profits before people&hellip;.<br>\nAny serious effort to regulate lobbying should recognise that transparency must be accompanied by broader measures to strengthen public integrity and promote opportunities for access to the political system by a wide range of citizens.\n<ul>\n<li>Transparency: Interactions between lobbyists and public officials are made transparent and are open to public scrutiny.<\/li>\n<li>Integrity: Clear and enforceable rules on ethical conduct for both lobbyists and public officials are in place and are properly implemented.<\/li>\n<li>Equality of access: Public decision-making is open to a plurality of voices representative of a wide range of interests.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.transparency.org\/news\/feature\/europe_a_playground_for_special_interests_amid_lax_lobbying_rules%20\">Transparency International<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung P.S.:<\/strong> Da ich in meinem Berufsleben vielfach mit Politik- und Unternehmensberatung zu tun hatte, und mich die Interessenbindungen dabei besch&auml;ftigt haben, bin ich dankbar, dass der Bericht auch die problematische Rolle der Big 4 Wirtschaftspr&uuml;fungsfirmen PwC, Ernst&amp;Young, Deloitte und KPMG herausstellt (auf Seite 15). Diese Firmen machen schon lange viel mehr Umsatz mit Beratung als mit Wirtschaftspr&uuml;fung, zumal sie nicht mehr bei einem Kunden beides machen k&ouml;nnen und die WP-Honorare reguliert sind. Mir f&auml;llt seit Jahren auf, dass diese Firmen Beratungsauftr&auml;ge der &ouml;ffentlichen Hand suchen, die sicher nicht besonders gut honoriert werden. Der &ldquo;Co-Benefit&rdquo;, der das interessant macht, besteht vermutlich in den Kontakten und dem Einblick in die Materie und Denke, die sie bei Auftr&auml;gen im Privatsektor gut gebrauchen k&ouml;nnen&hellip;<\/em><br>\n<em>Die Berater suchen ja f&uuml;r ihre Kunden gerade die L&ouml;sungen am Rande der Legalit&auml;t, die nach dem Wortlaut der legalen Vorschriften noch zul&auml;ssig erscheinen, auch wenn unter Umst&auml;nden dem Geist des Gesetzes nicht entsprechen oder sogar widersprechen. Die Berater k&ouml;nnen auch Konzepte f&uuml;r steuersparende Vereinbarungen wie Fall Luxemburg entwickeln und aushandeln, die, einmal vereinbart, anderen L&auml;ndern gro&szlig;en Schaden entstehen lassen. Sie werden nicht selbst belangt, wenn sich etwas als illegal herausstellt, was ihr Klient auf ihren Rat gemacht hat. Sie sind eben Anw&auml;lte.<\/em><br>\n<em>Einige Rechtsberater wie Freshfiellds sind ja schon lange im Focus der Lobbycontrol, Ich denke, dass die genannten WP- und Unternehmensberatungsfirmen (wie auch McKinsey, Boston Consulting und Roland Berger u.a.m. &ndash; es sind ja nicht nur die gro&szlig;en Firmen!) auch auf den Kieker geh&ouml;ren.<\/em><br>\n<em>&lsquo;&hellip; kill all the lawyers&rsquo; ist nat&uuml;rlich nicht die L&ouml;sung. Da man sich aber nicht auf eine ungeschriebene Ethik dieser Berufsgruppen verlassen kann, w&auml;re es gut, wenn wenigstens die beauftragenden Politiker oder Beh&ouml;rden sich der Problematik bewusst w&auml;ren und im Sinne der Interessentrennung vorsorglich handelten. Nach meinem Eindruck ist das aber gerade nicht der Fall. Vielmehr lassen sie sich von der Professionalit&auml;t und der guten Show beeindrucken, und manchmal schm&uuml;cken sie sich sogar mit den gro&szlig;en Namen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Abfuhr f&uuml;r dynamisches BAf&ouml;G<\/strong><br>\nRegelm&auml;&szlig;ig steigende BAf&ouml;G-S&auml;tze? Nix da &ndash; Johanna Wanka will das nicht. Die Bundesbildungsministerin mag lieber eine F&ouml;rderung, die sich &bdquo;an der Lebenswirklichkeit orientiert&ldquo;. Und in der kann Politik bisweilen ziemlich verschnarcht sein: Den n&auml;chsten Zuschlag f&uuml;r bed&uuml;rftige Studierende gibt es 2016, nach sechs Jahren Pause&hellip;<br>\nDa hat Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) aber mal Tacheles geredet: Sie sei &bdquo;gegen eine formalisierte, automatische Anhebung&ldquo; der BAf&ouml;G-Leistungen, lie&szlig; sie sich am Dienstag von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zitieren. &bdquo;Das wird der Lebenssituation von Studierenden nicht gerecht&ldquo;, lautet ihr Mantra. Schlie&szlig;lich lasse sich die Einkommenssituation von Studenten &bdquo;nicht einfach mit der eines Durchschnittverdieners vergleichen&ldquo;, meint die Ministerin. Au&szlig;erdem findet sie, dass bei einer automatischen Anpassung an Inflation und h&ouml;here Produktivit&auml;t dann auch keiner mehr auf Geschenke hoffen kann. Denn &bdquo;im &Uuml;brigen gibt man uns dann ja auch nicht die M&ouml;glichkeit, h&ouml;her zu gehen als die Berechnungen eigentlich nahelegen w&uuml;rden&ldquo;.<br>\nDie letzte &bdquo;Aufbesserung&ldquo; beim BAf&ouml;G liegt mittlerweile fast f&uuml;nf Jahre zur&uuml;ck. Seinerzeit, mit Beginn des Wintersemesters 2010\/11, wurden die Regels&auml;tze f&uuml;r Sch&uuml;ler und Studierende um mickrige zwei Prozent, die Freibetr&auml;ge auf Elterneinkommen um drei Prozent aufgestockt&hellip;.<br>\nDie Gr&uuml;nen-Fraktion im Bundestag hat ermittelt, dass allein in diesem und im n&auml;chsten Jahr jeweils drei Prozent aus der F&ouml;rderung herausfallen werden. Das w&auml;ren laut amtlicher Statistik 60.000 Sch&uuml;ler und Studierende. Der Schwund von 2010 bis 2014 d&uuml;rfte noch deutlich h&ouml;her liegen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bafoeg-rechner.de\/Hintergrund\/art-1819-wanka-dynamisches-bafoeg.php%20\">Ralf Wurzbacher in Studis Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Warum auch eine regelm&auml;&szlig;ige Baf&ouml;g-Anpassung, wer sich ein Studium nicht leisten kann, braucht auch nicht zu studieren in der &bdquo;marktkonformen Demokratie&ldquo;.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Germanwings-Katastrophe sorgt f&uuml;r Beschwerde-Rekord beim Presserat<\/strong><br>\nNoch nie gingen beim Deutschen Presserat so viele Beschwerden &uuml;ber Medien-Berichterstattung zu einem einzelnen Ereignis ein, wie beim Absturz der Germanwings-Maschine. Der Presserat hat rund 430 Beschwerden zu dem Thema gez&auml;hlt&hellip;<br>\nZur Einordnung: Im gesamten Jahr 2014 sind beim Presserat ca. 2.000 Beschwerden eingegangen.Zum Germanwings-Ungl&uuml;ck h&auml;tten sich &uuml;berwiegend Privatpersonen gemeldet, deren Kritik viele Teilaspekte der Berichterstattung betreffe, so der Presserat. Die Frage, ob &uuml;ber den Co-Piloten identifizierend berichtet werden darf, sei ebenso ein Thema wie die Ver&ouml;ffentlichung von Opferfotos und Opfergalerien, die Frage des Schutzes der Angeh&ouml;rigen von Co-Pilot und Opfern, eine m&ouml;glicherweise unangemessen sensationelle Berichterstattung, die Frage der Vorverurteilung oder das Ansehen der Presse&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/meedia.de\/2015\/04\/15\/germanwings-katastrophe-sorgt-fuer-beschwerde-rekord-beim-presserat-rund-430-stueck\/?utm_campaign=NEWSLETTER_ABEND&amp;utm_source=newsletter&amp;utm_medium=email\">MEEDIA<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Oskar Farny &ndash; der Allg&auml;uer Januskopf<\/strong><br>\nEr war der K&ouml;nig des Allg&auml;us: Oskar Farny (1891&ndash;1983), Minister, Bierbrauer und Freund von Generalfeldmarschall Erwin Rommel. Dass der CDU-Politiker und Ehrendoktor der Uni Hohenheim ebenso wenig ein Widerstandsk&auml;mpfer war wie der &ldquo;W&uuml;stenfuchs&rdquo;, belegen neue Forschungen&hellip;<br>\nEinen Mann wie Farny findet man nur alle Schaltjahre&rdquo;, stellte Ministerpr&auml;sident Kurt Georg Kiesinger in der Landtagssitzung vom 23. Juli 1960 fest, als ihm die Opposition vorwarf, die geplante Streichung des Ministerpostens bei der Landesvertretung nur vorgenommen zu haben, weil Farny nicht mehr f&uuml;r das Amt zur Verf&uuml;gung stand. Das scheint tats&auml;chlich der Fall gewesen zu sein. Der nunmehr 70-j&auml;hrige Farny widmete sich fortan ganz der Verwaltung seines Besitzes und seinen zahlreichen Aufsichtsratsposten in der Wirtschaft und in der Industrie. Er starb 1983 im Alter von 92 Jahren.<br>\nDer SPD-Politiker Josef Felder (1900&ndash;2000), der sowohl den letzten Reichstagen bis 1933 und nach 1949 dem Bundestag angeh&ouml;rte, schrieb am 27. Oktober 1990 an den Wangener Altlandrat Walter M&uuml;nch: &ldquo;Pers&ouml;nlich kam ich mit dem hyperdeutschnationalen und dann echten NSDAP-Mann Farny (ich h&ouml;rte Hinweise von Kollegen aus meiner Partei) gl&uuml;cklicherweise nie in F&uuml;hlung. Dass er Bevollm&auml;chtigter in Bonn werden konnte, zeigt, wie gro&szlig; die Fehler bei der Bew&auml;ltigung der schlimmen Vergangenheit nach 1945 waren. Wir leiden heute noch sehr darunter.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kontextwochenzeitung.de\/zeitgeschehen\/211\/oskar-farny-der-allgaeuer-januskopf-2832.html\">Frank Raberg in der Kontext:Wochenzeitung<\/a>\n<p><em><strong>Hinweis:<\/strong> Auch diese Woche wieder eine Reihe interessanter Artikel in Kontext:Wochenzeitung u.a.:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em><strong>&Uuml;berm Meer kein Paradies:<\/strong> Gerade in Suhl. Wo ein gro&szlig;es Fl&uuml;chtlingsheim steht und der Pegida-Ableger S&uuml;gida mit neun Aufm&auml;rschen seine rassistische Hetze auf den Marktplatz trug. Gerade im th&uuml;ringischen Suhl las und berichtete der ZEIT-Reporter Wolfgang Bauer von seiner Flucht mit Syrern &uuml;bers Mittelmeer. <\/em><\/li>\n<li><em><strong>L&ouml;schtrupp mit Bahncard:<\/strong> Wenn ein Brand das Leben vieler Menschen gef&auml;hrden oder gro&szlig;en Sachschaden anrichten k&ouml;nnte, dann verlangt das Gesetz von Firmen eine eigene Werkfeuerwehr aufzustellen. Ausnahmefall Stuttgart 21. <\/em><\/li>\n<li><em><strong>Nichts sehen, nichts h&ouml;ren, nichts tun:<\/strong> Ausl&auml;nderfeindlichkeit und rechte Gewalt sind der b&ouml;se Stachel im Fleisch einer demokratischen Gesellschaft. Aber woher kommt das eigentlich? Eine Betrachtung bundesdeutscher Realit&auml;ten aus soziologischer Sicht. <\/em><\/li>\n<li><em><strong>Kamera-Cops im Anmarsch:<\/strong> Bodycams gelten in den USA als Allheilmittel gegen Polizeigewalt. Hierzulande sollen sie vor allem Beamte gegen &Uuml;bergriffe sch&uuml;tzen, demn&auml;chst auch in Baden-W&uuml;rttemberg. Doch die K&ouml;rperkameras sind umstritten, wie ein Pilotprojekt in Hessen zeigt.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Jeder Schuss ein Russ:<\/strong> Unser Wetterer Peter Grohmann &uuml;ber Deutschland als R&uuml;stungsexporteur und die Waffenvernarrtheit der US-Amerikaner.<\/em><\/li>\n<li><em><strong>Rechte Sehschw&auml;che:<\/strong> Eva H&ouml;gl irrte nicht. Als die SPD-Bundestagsabgeordnete Ende Januar im NSU-Ausschuss von strukturellem Rassismus bei der Polizei sprach, mochten ihr l&auml;ngst nicht alle Stuttgarter Kollegen folgen. 20 Zeugenauftritte sp&auml;ter leugnet niemand mehr, dass auch hierzulande die Bereitschaft, rechtsradikale Tendenzen wahrzunehmen, erschreckend unterentwickelt ist. <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Kontext:Wochenzeitung erscheint mittwochs online auf kontextwochenzeitung.de und samstags als Beilage zur taz.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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