{"id":2574,"date":"2007-08-21T13:15:15","date_gmt":"2007-08-21T11:15:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2574"},"modified":"2015-12-28T11:22:58","modified_gmt":"2015-12-28T10:22:58","slug":"ideologische-und-herrschaftliche-hintergruende-der-ein-euro-jobs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2574","title":{"rendered":"Ideologische und herrschaftliche Hintergr\u00fcnde der  \u201eEin-Euro-Jobs\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Ein-Euro-Job-&Ouml;konomie ist ein gigantisches Wohlfahrtsprogramm f&uuml;r die Besch&auml;ftigungstr&auml;ger, privaten Arbeitsvermittler und f&uuml;r die finanziell ausgebluteten Kommunen, aber vor allem f&uuml;r die sozialen wie kulturellen Tr&auml;ger und Wohlfahrtskonzerne darstellt. Diese eignen sich die Arbeitsleistungen der Erwerbslosen kostenlos sowie die bundesstaatlich mitgesponserten &bdquo;Verwaltungspauschalen&ldquo; f&uuml;r die Besch&auml;ftigung der Erwerbslosen gewinnbringend an.<br>\nDie Hartz-Reformen bedeuten letztlich: <\/p><ul>\n<li>die  herrschaftlich inspirierte Zurichtung der Erwerbslosen als sich selbst verwertende und von jeglichen eigenen Anspr&uuml;chen befreite Selbstunternehmer &ndash; insbesondere f&uuml;r den Niedriglohnbereich;<\/li>\n<li>die generelle politische Disziplinierung, Erpressung und Einsch&uuml;chterung der regul&auml;r Besch&auml;ftigten, um L&ouml;hne zu senken, die Arbeitszeit zu verl&auml;ngern, Schutzrechte abzuschaffen etc.;<\/li>\n<li>die radikale Senkung der Lebensunterhaltungskosten f&uuml;r die erwerbslosen Menschen.<\/li>\n<\/ul><p>Lesen Sie dazu einen Beitrag von Christian Girschner.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Zur politischen &Ouml;konomie der &bdquo;Ein-Euro-Jobs&ldquo;: ideologische und herrschaftliche Hintergr&uuml;nde<\/strong><\/p><p><em>Von Christian Girschner<\/em><\/p><p>&bdquo;Alles f&uuml;r uns selbst und nichts f&uuml;r andere, scheint zu allen Zeiten die elende Devise der Herrschenden gewesen zu sein.&ldquo; Adam Smith [<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Die mit der Hartz IV-&bdquo;Reform&ldquo; eingef&uuml;hrten Ein-Euro-Jobs wurden von der regierenden Politik und &Ouml;ffentlichkeit anf&auml;nglich als eine sozialp&auml;dagogische Initiative und Therapie des Staates verkauft, um den Langzeitarbeitslosen einen besonderen Hilfsdienst zu erweisen [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. Nebenbei wurde diese &gt;Reform&lt; in den Medien angesichts heftiger Proteste als alternativlos dargestellt, um die Arbeitslosigkeit abzubauen [<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. So waren nach der offiziellen Staatspropaganda die Hartz-&bdquo;Reformen&ldquo; nur dazu da, einerseits das schwere Los der Arbeitslosen zu mildern, andererseits durch Ein&uuml;bung bzw. Wiederbelebung der notwendigen Arbeitstugenden den &Uuml;bergang in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern. Entsprechend herzbewegend wurde auf einmal von Spitzenpolitikern das schwere Schicksal der unverschuldet arbeitslos gewordenen Menschen zitiert, die das der Politik bislang unbekannt gebliebene unstillbare Bed&uuml;rfnis h&auml;tten, einer T&auml;tigkeit nachzukommen, damit sie sich wieder als wertvolle und geachtete Mitglieder der Gemeinschaft f&uuml;hlen d&uuml;rften [<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]. Die Ein-Euro-Jobs sollten dieses Anliegen befriedigen und so k&uuml;ndigte im Herbst 2004 der damalige Wirtschaftsminister im Verbund mit den Wohlfahrtskonzernen an, 600000 Ein-Euro-Stellen einzurichten. Schlie&szlig;lich, so der &uuml;berraschen barmherzige Tenor in den Medien, litten Langzeitarbeitslose &uuml;berdurchschnittlich an Minderwertigkeitsproblemen, Depressionen, Angstzust&auml;nden u.a.m. [<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>] Gleichzeitig schwang schon in diesen offiziellen Rechtfertigungsbem&uuml;hungen die Auffassung mit, nun k&ouml;nnten die Langzeitarbeitslosen sich endlich auch von ihrem Image der Faulheit befreien[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>], indem sie zeigen, wie arbeitswillig sie doch sind, sofern sie jede T&auml;tigkeit ausf&uuml;hren, die weder sozialversicherungspflichtig ist, noch angemessen bezahlt wird. Deshalb sind diese &gt;Jobs&lt; keine, die Arbeitslose ablehnen d&uuml;rfen, ohne daf&uuml;r finanziell hart sanktioniert zu werden [<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]. Mit Hilfe der Ein-Euro-Jobs k&ouml;nnten die Arbeitslosen also f&uuml;r eine Verbesserung ihres schlechten Rufes sorgen und etwas f&uuml;r die &gt;Gemeinschaft&lt; tun, also beweisen, dass sie nicht absichtlich in der viel geschm&auml;hten &gt;sozialen H&auml;ngematte&lt; verbleiben, anstatt zu arbeiten. Bald darauf sollte dieser zwangssozialp&auml;dagogische Zug in der &ouml;ffentlichen Debatte wieder verschwinden: Nachdem sich Anfang 2005  herausstellte, dass trotz der unisono als alternativlos dargestellten Arbeitsmarkt-&bdquo;Reform&ldquo; die Arbeitslosigkeit sich weder halbierte noch sank, sondern weiter anstieg. Entsprechend wurde in der Politik und den Medien eine neue und beispielslose Hetze &uuml;ber den vermeintlichen Missbrauch von sozialen Leistungen entfacht. Letztere gipfelte in der Aussage des Wirtschaftministeriums, dass ein gro&szlig;er Prozentsatz (bis zu 20%) der Arbeitslosengeld-II-Empf&auml;nger als sozialschmarotzende &bdquo;Parasiten&ldquo; zu bezeichnen w&auml;ren [<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>]. Freilich geh&ouml;rt der Missbrauchsvorwurf schon seit langem zum gut eingespielten PR-Kampagneninstrument der etablierten Politik und Medienkonzerne [<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>], um dem Wahlvolk einen entsprechenden S&uuml;ndenbock zu pr&auml;sentieren. Entsprechend wiederholte sich auch in der 2005 losgetretenen Hetz-Kampagne gegen Arbeitslose die immerw&auml;hrende &gt;Diagnose&lt; der Politik und Medien[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]: Der Arbeitslose als Leistungsbezieher ist selbst der Verursacher der unerwartet gestiegenen Arbeitslosigkeit, denn dieser gilt per se als potenzieller Betr&uuml;ger[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>] und unterl&auml;uft deshalb einfach die politisch verordnete Therapie, da die sozialstaatlichen Leistungen zu freigiebig und zu hoch w&auml;ren; anstatt zu arbeiten, genie&szlig;t dieser das &gt;gro&szlig;z&uuml;gige&lt; Arbeitslosengeld II nach Hartz IV [<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>]. Die verfehlte Wirtschafts- und Sozialpolitik einer Regierung oder gar die kapitalistische Wirtschaftsordnung entschwinden so als Verursacher der Misere aus dem politischen Wahrnehmungsverm&ouml;gen und Schussfeld und erleichtern somit das Regieren und Herrschen.<br>\nZwar wurde inzwischen auch von den eigentlichen wissenschaftlichen Urhebern bzw. Wegbereitern dieser &bdquo;Reformen&ldquo; belegt, dass die Hartz-&bdquo;Reformen&ldquo; von I bis III ihre Wirkungslosigkeit erfolgreich unter Beweis gestellt haben [<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>], was jedoch keinen der Beteiligten der Missbrauchsdebatte bis heute st&ouml;rte, geschweige denn das Eingest&auml;ndnis der Initiatoren dieser &gt;Reformen&lt; hervorrief, arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitisch vollst&auml;ndig inkompetent zu sein [<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>]. Insoweit gab es auch keine reum&uuml;tigen R&uuml;ckzugsgefechte angesichts des &bdquo;gr&ouml;&szlig;ten sozialpolitischen Flops&ldquo; (H. Gei&szlig;ler) in der Geschichte der Bundesrepublik, geschweige denn R&uuml;cktritte von politischen &Auml;mtern oder von beratenden Wissenschaftlern. Die so oft von der neoliberalen Machtelite geforderte Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und permanente Bildungsbereitschaft wendet diese also nicht auf sich selbst an: In den h&ouml;heren bzw. besseren Kreisen der Gesellschaft gelten die von ihnen selbst stets angepriesenen ehernen Markterfordernisse nur f&uuml;r Arme, Arbeitslose und Besch&auml;ftigte, nicht aber f&uuml;r sich selbst [<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>]. Denn neoliberale Wissenschaftler, Politikakteure, Unternehmensberater und Journalisten sind nicht nur davon &uuml;berzeugt, dass sie kluge K&ouml;pfe sind und aus diesem Grund ihren missionarisch aufgebl&auml;hten politischen F&uuml;hrungsanspruch auch gegen den Willen der Bev&ouml;lkerung im Sinne einer h&ouml;heren Vorsehung durchsetzen m&uuml;ssen, sondern sie wissen deswegen vor allem eines, dass nicht ihre entwickelte und propagierte Therapie versagt hat, sondern nur die verordnete Dosis noch zu gering angesetzt war, um Erfolge zu erzielen. Soweit muss die neoliberale Dosis weiter erh&ouml;ht werden[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>], indem insbesondere die sozialen Leistungen weiter abgesenkt, b&uuml;rgerliche Grundrechte noch st&auml;rker beschnitten bzw. abgeschafft und die Sanktionen gegen vermeintlich Arbeitsunwillige versch&auml;rft werden [<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]. <\/p><p><strong>Ideologische Grundlagen und herrschaftliche Interessen<\/strong><\/p><p>Um zu einer ad&auml;quaten Einsch&auml;tzung &uuml;ber die politik-&ouml;konomischen Funktion der Ein-Euro-Jobs zu kommen, reicht es allerdings nicht, diese ph&auml;nomenologischen Aspekte weiter zu vertiefen. Vielmehr ist es sinnvoll, die ideologischen und damit herrschaftsabsichernden Strategien und Interessen insgesamt zu erhellen, die die Grundlage f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von Hartz IV und Ein-Euro-Jobs bilden. Die wesentlichen Motive hierf&uuml;r liegen in der &gt;neoliberalen&lt; Umw&auml;lzung der gesamten Gesellschaft, die wiederum Resultat und Ausdruck einer gravierenden Verschiebung des politischen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisses ist. Diese Verschiebung des politischen Kr&auml;fteverh&auml;ltnisses verdankt sich zweier Entwicklungen. Zum einen (a) entwickelt die kapitalistische Produktionsweise diese historische Tendenz: Je h&ouml;her der kapitalistische Reichtum, die Produktion wie Produktivit&auml;t angewachsen ist, umso schwieriger wird es, diesen Reichtum f&uuml;r die kapitalistische &Ouml;konomie weiter zu vergr&ouml;&szlig;ern. Der gesellschaftliche Wirkungsgrad bzw. die Produktivit&auml;t der Arbeit wird dank beschleunigter Produktions-, Prozess- und Organisationsinnovationen best&auml;ndig auf ein h&ouml;heres Niveau getrieben, weshalb in den jeweiligen Produktionszweigen mit immer weniger Besch&auml;ftigten ein gr&ouml;&szlig;erer Aussto&szlig; von Waren gelingt. Daraus resultiert, wenn keine dieser Tendenz entgegenwirkenden politik-&ouml;konomischen Ma&szlig;nahmen ergriffen bzw. durchgesetzt werden k&ouml;nnen, wie dies nicht nur in der BRD der Fall gewesen ist, eine sukzessiv ansteigende Arbeitslosigkeit und Verarmung in den hoch entwickelten kapitalistischen Industriestaaten. Soweit kommt es zur &bdquo;Entkoppelung von kapitalistischer Prosperit&auml;t und gesellschaftlicher Wohlstandvermehrung&ldquo; [<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>], die eine massive Reichtumspolarisierung einleitet [<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>]. Zum anderen (b) ist der Wirtschaftselite seit Ende der 60iger Jahre bewusst, dass sie die Beherrschung der &Ouml;ffentlichkeit und der Politik in ihrem Interesse systematischer und professioneller organisieren m&uuml;ssen, um den aus ihrer Sicht &uuml;berzogenen und verkehrten Anspr&uuml;chen der Besch&auml;ftigten bzw.  herrschaftsunterworfenen Bev&ouml;lkerung insgesamt offensiv, also bewusstseinsformierend entgegentreten zu k&ouml;nnen [<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>]. Dies geschieht &uuml;ber eine ganze Palette von sich best&auml;ndig wiederholenden und zunehmend aggressiver werdenden Forderungen und Denunziationen: Privatisierung sozialer Sicherungssysteme wie &ouml;ffentlicher Dienstleistungen, Senkung der L&ouml;hne und Unternehmenssteuern, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Abschaffung von Tarifvertr&auml;gen, &gt;Arbeitslosen- und Sozialhilfemissbrauch durch faule Arbeitslose&lt; etc. Inzwischen wird offen von Vertretern des Kapitals davon gesprochen, einen &gt;Systemwechsel&lt; herbeif&uuml;hren zu wollen [<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>]. So existiert f&uuml;r dieses Ansinnen des Kapitals inzwischen ein komplexes Netzwerk von Denk- und Bewusstseinsfabriken, Stiftungen, PR-Agenturen, Wirtschaftsinstituten, Beratern, Kommissionen, Lobbyisten- und Unternehmensverb&auml;nden, Medien, das erg&auml;nzt wird durch die Infiltration der Staatsministerien durch Konzernmitarbeiter sowie die direkten Beeinflussungsmethoden von Entscheidungstr&auml;gern in Politik und Exekutive durch einzelne Konzerne und Lobbyverb&auml;nde\/PR-Agenturen [<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>]. Dies alles wird mit h&ouml;chstem Aufwand betrieben, um eben die &gt;richtige&lt; Politik f&uuml;r die &gt;Wirtschaft&lt; nicht nur durchzusetzen, sondern diese auch in der &Ouml;ffentlichkeit als alternativlos anpreisen und legitimieren zu k&ouml;nnen[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>]. Insoweit wurde eine schlagfertige und m&auml;chtige &bdquo;APO des Kapitals&ldquo; [<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>] aufgebaut. Es handelt sich hierbei um eine systematisch und professionell betriebene Fabrikation eines neoliberalen Konsenses, der sp&auml;testens 1999 mit der Wende des Kanzlers Schr&ouml;der zum &gt;Genossen der Bosse&lt; zu einem partei&uuml;bergreifenden wurde. Da zudem die mehrheitlich sozialdemokratisch ausgerichteten Gewerkschaften diesen neuen Regierungskurs unterst&uuml;tzen [<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>], wirkt diese neoliberale Weltdeutung, samt dem damit inthronisierten politischen Forderungskatalog auf die &ouml;ffentliche Meinung umso glaubw&uuml;rdiger und alternativloser.<br>\nBeide kurz skizzierten Faktoren schw&auml;chten nicht nur die Vertretung und Durchsetzung der Interessen der Besch&auml;ftigten und &uuml;brigen Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber dem Staat und den Unternehmen, sondern f&uuml;hrten zu einem tiefgreifenden sozial- und politik&ouml;konomischen Rollback, der auch die letzten Rudimente demokratischer Selbstbestimmung unter den Bedingungen einer kapitalistischen &Ouml;konomie weggefegt hat. Dies alles geschieht nicht zuf&auml;llig, sondern ist Resultat des von der Machtelite favorisierten liberal-&ouml;konomischen Prinzips der &bdquo;Eliminierung der Politik&ldquo; [<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>], damit ist aber nicht die Etablierung eines historisch noch nie existierenden liberalen &gt;Nachtw&auml;chterstaats&lt; [<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>] gemeint, sondern zweierlei: Einerseits die Ausschaltung des Einflusses der herrschaftsunterworfenen Bev&ouml;lkerung vor allem auf politische Entscheidungen des Staates, die die Sozial- und Wirtschaftspolitik betreffen. Andererseits die Zur&uuml;ckdr&auml;ngung und Aufhebung betrieblicher und gewerkschaftlicher Gegenmacht gegen&uuml;ber der Entscheidungs- und Befugnisvollmacht des Kapitals. Es geht also bei der Durchsetzung des liberal-&ouml;konomischen Prinzips der &bdquo;Eliminierung der Politik&ldquo; einzig darum, das politische Machtgef&uuml;ge in Gesellschaft und Politik zu Gunsten des Kapitals zu verschieben, damit dieses umso kompromissloser seine herrschaftlichen Interessen auf allen Ebenen der Gesellschaft und des Staates realisieren kann.<br>\nDamit sind zwei voneinander nicht zu trennende Aspekte der kapitalistischen &Ouml;konomie angesprochen. Auf der einen Seite liegt es in der Natur der kapitalistischen Vergesellschaftungsweise, dass jedes Unternehmen seine Rendite sowohl (a) im allgemeinen auf Kosten der Lohnabh&auml;ngigen steigern m&ouml;chte, als auch (b) &uuml;ber den gesellschaftlichen Durchschnitt seiner Konkurrenten mit allen ihm zur Verf&uuml;gung stehenden technischen und organisatorischen Methoden heben m&ouml;chte. Beide Ziele, die die Unternehmerschaft miteinander verbr&uuml;dert und zugleich verfeindet, um die unendliche Vermehrung des f&uuml;r die Produktion vorgeschossenen Geldes auf stets h&ouml;herem Niveau der Produktion fortsetzen zu k&ouml;nnen, konstituieren das &uuml;ber der Konkurrenz stehende gemeinsame Interesse [<a href=\"#foot_28\" name=\"note_28\">28<\/a>] nach gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher Handlungssouver&auml;nit&auml;t in der unmittelbaren Produktion gegen&uuml;ber den Besch&auml;ftigten. Letzteres meint vor allem die uneingeschr&auml;nkte Verf&uuml;gungsgewalt der Unternehmerschaft &uuml;ber die menschliche Arbeitskraft, d.h. vor allem, dass sie allein &uuml;ber die Art und Weise der Arbeitsverausgabung, Entlohnung, Arbeitsbedingungen, L&auml;nge und Intensit&auml;t der Arbeit bestimmen m&ouml;chten. Man will also die unterworfenen Lohnabh&auml;ngigen ganz und gar f&uuml;r seine r&uuml;cksichtslosen Anspr&uuml;che der maximalen Verwertung des Kapitals in Beschlag nehmen. Allerdings konnte sich dieser Anspruch im Kapitalismus niemals vollst&auml;ndig durchsetzen, weil er auf den Widerstand der Lohnabh&auml;ngigen stie&szlig;. Die alle sozialen Verh&auml;ltnisse best&auml;ndig umw&auml;lzende Verwertungsm&uuml;hle des Kapitals kann sich schlie&szlig;lich nur &uuml;ber den permanenten politischen Herrschaftskonflikt zwischen den Kapitalbesitzenden und der Klasse der Lohnabh&auml;ngigen konstituieren und erhalten. Es ist der die ganze Gesellschaft durchziehende und bestimmende, andauernde (implizite wie explizite) Kampf um die Lebens- und Arbeitsbedingungen, der die Kapitaldynamik von innen antreibt. So ist die viel zitierte Ware Arbeitskraft nur im rein formellen Sinne eine Ware, denn ihre Lohnh&ouml;he und ihr Gebrauchswert f&uuml;r den Unternehmer konstituieren sich im und durch den politischen Kampf [<a href=\"#foot_29\" name=\"note_29\">29<\/a>].<br>\nDieser nicht still zu stellende Herrschaftskonflikt ist derzeit massiv zugunsten der Kapitalseite verschoben worden und soll nach Interesse der neoliberalen Machtelite noch weiter zu ihrem profitablen Vorteil ausgebaut werden, was einschlie&szlig;t, dass der Rollback institutionalisiert und zementiert werden muss. Hierzu gilt der Machtelite neben dem Instrument der Unternehmenssteuersenkungen, die der angestrebten &ndash; und schon erfolgten &ndash; Demontage des &gt;Sozialstaates&lt; stets vorangeht, die Arbeitslosigkeit als n&uuml;tzlicher politischer Hebel, um ihre Interessen auch gegen den Widerstand der Lohnabh&auml;ngigen als auch Gewerkschaften durchsetzen zu k&ouml;nnen, die durch die verfestigte hohe Arbeitslosigkeit ohnehin geschw&auml;cht sind [<a href=\"#foot_30\" name=\"note_30\">30<\/a>]. <\/p><p><strong>Neoliberalismus und Arbeitsmarkt<\/strong><\/p><p>Die vielzitierte Begrifflichkeit &gt;Neoliberalismus&lt; zur Beschreibung dieser Entwicklung ist  irref&uuml;hrend, da es die handfesten herrschaftsbestimmten Interessen des Kapitals und Staates, die hinter diesem Rollback stehen, mehr oder minder zur Nebensache erkl&auml;rt und zu einem Produkt einer sich zuf&auml;llig durchsetzenden &gt;falschen&lt; Politik und Ideologie erhebt. Entsprechend ist es wenig sinnvoll, eine allumfassende und ideologiekritische Betrachtung des &gt;Neoliberalismus&lt; bzw. der neoklassischen &Ouml;konomietheorie vorzunehmen. Zudem wurde schon fr&uuml;her der unwissenschaftliche und wenig koh&auml;rente Inhalt des Neoliberalismus belegt und gezeigt, dass dieser nur als pseudowissenschaftlicher Deckmantel und Stichwort- bzw. Phrasengeber f&uuml;r spezifische herrschaftsdurchsetzende Interessen der Machtelite bzw. des Kapitals dient. Dem Neoliberalismus dient sich allerdings der sogenannte &gt;professorale Gro&szlig;unternehmer&lt; gerne an, der sich in der &Ouml;ffentlichkeit und politischen Arena als neutraler Sachverstand bewundern und verkaufen l&auml;sst, wenn es um vermeintlich hoch komplexe &ouml;konomische und soziale Probleme geht, welche sich deswegen angeblich einer demokratischen Beratung und L&ouml;sung entziehen sollen. Damit wird die alt gebr&auml;uchliche &bdquo;Indienstnahme&ldquo; &bdquo;des Wissenschaftlers durch au&szlig;erwissenschaftliche M&auml;chte&ldquo; [<a href=\"#foot_31\" name=\"note_31\">31<\/a>], also der Machtelite, wieder fest institutionalisiert [<a href=\"#foot_32\" name=\"note_32\">32<\/a>], welcher sich in der Regel als &gt;unabh&auml;ngiger Sachverst&auml;ndiger&lt; nebenbei noch das Gehalt durch Zuwendungen von Konzernen aufbessern l&auml;sst [<a href=\"#foot_33\" name=\"note_33\">33<\/a>]. Dies best&auml;tigt die alte Erkenntnis, dass die zu &gt;Theorien&lt; erhobenen Konstruktionen der &gt;Wirtschaftswissenschaft&lt; immer noch unver&auml;ndert, d.h. von ihrer Entstehung im fr&uuml;hb&uuml;rgerlichen Zeitalter bis heute, als direkt apologetische, ideologische und politische Waffe der Machtelite im permanenten Herrschaftskampf um die kapitalistischen Arbeits- und Lebensbedingungen fungieren [<a href=\"#foot_34\" name=\"note_34\">34<\/a>]. Entsprechend wird die kapitalistische &Ouml;konomie bis heute in der Wirtschaftswissenschaft auf eine vorkapitalistische Markt- und Tauschgesellschaft zur&uuml;ckgebogen, was wiederum bedingt, die unmittelbare kapitalistische Produktion zu einer vorgesellschaftlichen, also herrschaftslosen und damit zu einer rein stofflich-technischen Sph&auml;re zwischen Mensch und Natur zu verkehren, welche dann als &uuml;berhistorischer und unver&auml;nderlicher Prozess des Wirtschaftens schlechthin begriffen wird. Die Geschichte der &Ouml;konomie reduziert sich damit auf eine Geschichte der technischen Entwicklung bzw. Arbeitsteilung sowie der dadurch bedingten stofflich-technisch unterschiedenen und sich historisch entwickelnden Sektoren der Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen [<a href=\"#foot_35\" name=\"note_35\">35<\/a>]. Der f&uuml;r die &Ouml;konomen &uuml;ber dieser so begriffenen Produktion schwebende und stets automatisch im Gleichgewicht befindliche Markt &ndash; bzw. die Austauschsph&auml;re &ndash; ist dann die ad&auml;quateste und effektivste Vermittlungsform des produzierten stofflichen Reichtums f&uuml;r die Menschen, der den Wohlstand aller vergr&ouml;&szlig;ert. In dieser ahistorischen und vorgesellschaftlichen Welt des ewigen Produzierens und Austauschens gilt das Geld dann nur noch als neutrales Austauschmittel, weshalb die Austauschsph&auml;re auch als Geldschleier bezeichnet wird, die &uuml;ber die reale oder rein stofflich-technisch begriffene &Ouml;konomie liegt. Deswegen werden alle &ouml;konomischen Krisen und Missst&auml;nde als notwendige Konsequenz politischer Eingriffe in die stets harmonisch funktionierende wie reichtumsschaffende Markt&ouml;konomie zur&uuml;ckgef&uuml;hrt, d.h. vielmehr, die politischen Interventionen behindern die Funktionsweise und damit das ansonsten existierende Gleichgewicht des Marktes.<br>\nDementsprechend nimmt die Kerndoktrin der neoklassischen bzw. neoliberalen Wirtschaftstheorie hinsichtlich der Erkl&auml;rung der Arbeitslosigkeit eine spezifische Gestalt an: Die Arbeitslosigkeit ist in dieser Weltsicht eine Folge, dass es keinen wirklichen Markt f&uuml;r Arbeitskr&auml;fte gibt, weil ihn sowohl der Staat mit seinen sozialen Sicherungssystemen und Schutzrechten f&uuml;r Arbeitslose, Erwerbst&auml;tige, Kranke, Rentner als auch die Gewerkschaften mit ihrer Durchsetzungsmacht hinsichtlich der Lohnh&ouml;he und Arbeitsbedingungen deformieren oder sogar au&szlig;er Kraft gesetzt haben. Aus diesem Grund gibt es keinen sogenannten  marktr&auml;umenden Preis f&uuml;r &gt;Arbeit&lt;. Erst dieser w&uuml;rde den Preis der Arbeit auf ein Niveau dr&uuml;cken, das es f&uuml;r Unternehmer wieder rentabel werden w&uuml;rde, Erwerbslose einzustellen. Nur die Existenz eines freien Arbeitsmarkts beseitigt demzufolge die Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit wird also &ndash; wie jede &ouml;konomische Krise - nie vom &gt;Markt&lt; selbst verursacht, darum spricht die &Ouml;konomenzunft stets von &gt;freiwilliger Arbeitslosigkeit&lt;. Wenn also der Lohn gem&auml;&szlig; dem neoliberalen Prinzip der Eliminierung der Politik wieder auf Angebot und Nachfrage reagierte, dann w&uuml;rde auch keine Arbeitslosigkeit entstehen; umgekehrt: eine bestehende Arbeitslosigkeit w&uuml;rde wieder abgebaut. Daraus entspringen die vermeintlich wissenschaftlich begr&uuml;ndeten Forderungen aller &gt;neoliberalen&lt; Arbeitsmarktreformen, welche in r&uuml;hrend pathetischer Art und Weise im Namen der Arbeitslosen und des Allgemeinwohls eingefordert werden, hinter dem sich aber die oben angef&uuml;hrten herrschaftlichen wie renditesteigernden Interessen der Kapitalagenten verbergen: alle Regulationen und Schranken zu beseitigen, die einen negativen oder st&ouml;renden Einfluss auf die Herausbildung eines marktgerechten Arbeitslohnes besitzen [<a href=\"#foot_36\" name=\"note_36\">36<\/a>]. Dies impliziert allerdings mehr als nur eine Absenkung des Lohnes, es umfasst auch die Forderung nach Erh&ouml;hung der Arbeitszeit, nach Abschaffung des K&uuml;ndigungsschutzes und von Tarifvertr&auml;gen, Abbau von Schutzrechten und betrieblicher Mitbestimmung, K&uuml;rzung und Streichung sozialer Leistungen sowie die Abschaffung von Kriterien f&uuml;r zumutbare Arbeit f&uuml;r Erwerbslose (da diese in den Augen der Neoliberalen wie ein &gt;Mindestlohn&lt; wirken, damit der Senkung der L&ouml;hne nach unten im Wege stehen), aber auch die Einf&uuml;hrung von Leiharbeit, befristeten Arbeitsverh&auml;ltnissen, prek&auml;ren &gt;Mini-Jobs&lt;, Scheinselbst&auml;ndigen (&bdquo;Ich-AG&ldquo;) und vieles andere mehr [<a href=\"#foot_37\" name=\"note_37\">37<\/a>].<br>\nDiese neoliberale Arbeitsmarktpolitik [<a href=\"#foot_38\" name=\"note_38\">38<\/a>] umfasst neben der sogenannten Deregulierung des Arbeitsmarktes gleichzeitig eine subjektive Komponente, n&auml;mlich die Transformation der Lohnabh&auml;ngigen und Erwerbslosen in ein am Markt andauernd zu bew&auml;hrendes &gt;Selbstunternehmertum&lt; [<a href=\"#foot_39\" name=\"note_39\">39<\/a>]:<\/p><blockquote><p>Die Person muss f&uuml;r sich selbst zum Unternehmen werden, sie muss sich selbst, als Arbeitskraft, als fixes Kapital betrachten, das seine st&auml;ndige Reproduktion, Modernisierung, Erweiterung und Verwertung erfordert. Sie darf keinem &auml;u&szlig;eren Zwang unterworfen sein, sie muss vielmehr ihr eigener Hersteller, Arbeitgeber und Verk&auml;ufer werden und gen&ouml;tigt sein, sich die Zw&auml;nge aufzuerlegen, die zur Lebens- und Wettbewerbsf&auml;higkeit des Unternehmens, das sie ist, erforderlich sind. (&hellip;) Jede erwerbst&auml;tige Person soll sich selbst verantwortlich f&uuml;hlen f&uuml;r ihre Gesundheit, ihre Mobilit&auml;t, ihre Anpassungsf&auml;higkeit an variable Arbeitszeiten sowie f&uuml;r die Aufarbeitung ihrer Kenntnisse. Sie soll ihr ganzes Leben als ihr Humankapital verwalten, st&auml;ndig in Fortbildungskursen investieren und verstehen, dass die Verk&auml;uflichkeit ihrer Arbeitskraft von der kostenlosen, freiwilligen und unsichtbaren Arbeit abh&auml;ngt, durch die sie sich st&auml;ndig von neuem produziert. [<a href=\"#foot_40\" name=\"note_40\">40<\/a>]<\/p><\/blockquote><p>Diese und weitere Tugenden des Selbstunternehmertums und der Selbst&ouml;konomisierung werden daher schon seit l&auml;ngerer Zeit in einem auf Dauer gestellten medialen und politischen Trommelfeuer in Deutschland verbreitet und propagiert. Es hat l&auml;ngst die konzerngesteuerte Unterhaltungsindustrie ebenso wie die Individuen und ihr Bewusstsein, Verhalten bzw. ihr gesamtes Leben kolonialisiert und &auml;u&szlig;ert sich in einer allgegenw&auml;rtig anzutreffenden Mixtur von Motivations- und Erfolgstraining, Positiven Denken und Neuro-Linguistischer Programmierung (NLP), Esoterik, Selbsthilfeliteratur, Arbeitssucht usw. [<a href=\"#foot_41\" name=\"note_41\">41<\/a>] All dies kulminierte in Deutschland bislang u.a. in staatlich und konzerngesteuerten Kampagnen wie &bdquo;Team Arbeit Deutschland&ldquo; oder &bdquo;Du bist Deutschland&ldquo; [<a href=\"#foot_42\" name=\"note_42\">42<\/a>]. Die sowohl mit der hohen Arbeitslosigkeit als auch mit der anvisierten bzw. begonnenen Entfesselung eines freien Arbeitsmarktes einhergehende soziale Unsicherheit und Diskontinuit&auml;t bzw. Prekarit&auml;t der Lohnabh&auml;ngigen, welche disziplinierend wirkende und zur Unterwerfung f&uuml;hrende &Auml;ngste zum Vorteil des Kapitals sowohl bei den Erwerbslosen als auch Erwerbst&auml;tigen erzeugt und damit fatalerweise auch die Plausibilit&auml;t des Selbstunternehmertums f&uuml;r die Betroffenen rechtfertigt und untermauert (aber auch die eigene Ohnmacht kaschiert), erneuert und erweitert die &ndash; ehemals eingeschr&auml;nkte &ndash; Herrschaft und Souver&auml;nit&auml;t des Kapitals bzw. der Machtelite &uuml;ber die Gesellschaft und bringt neue, schrecklichste Formen von Unterwerfung und Ausbeutung hervor:<\/p><blockquote><p>Die Prekarit&auml;t ist Teil einer neuartigen Herrschaftsform, die auf die Errichtung einer zum allgemeinen Dauerzustand gewordenen Unsicherheit fu&szlig;t und das Ziel hat, die Arbeitnehmer zur Unterwerfung, zur Hinnahme ihrer Ausbeutung zu zwingen.&ldquo; So &bdquo;gelingt es dieser Unsicherheit, unter dem Deckmantel vermeintlich naturgegebener Mechanismen, die sich dadurch schon selbst rechtfertigen, die Widerst&auml;nde zu brechen und Gehorsam und Unterwerfung durchzusetzen. Die von der Prekarit&auml;t bewirkten Dispositionen der Unterwerfung bilden die Voraussetzung f&uuml;r eine immer &gt;erfolgreichere&lt; Ausbeutung, die auf einer Spaltung zwischen einerseits der immer gr&ouml;&szlig;er werdenden Gruppe derer, die nicht arbeiten, und andererseits der immer kleiner werdenden Gruppe derer, die immer mehr arbeiten, fu&szlig;t. [<a href=\"#foot_43\" name=\"note_43\">43<\/a>]<\/p><\/blockquote><p><strong>Die totalit&auml;re Mobilmachung mit Hartz IV<\/strong><\/p><p>In diesem gesellschaftlichen bzw. herrschaftlichen und ideologischen Kontext m&uuml;ssen die Hartz-&bdquo;Reformen&ldquo; gesehen werden. W&auml;hrend die Hartz-Bausteine I bis III vor allem die oben angef&uuml;hrte  Mobilisierung, Flexibilisierung, Prekarisierung der Arbeitslosen (als Leiharbeiter, &bdquo;Mini-Jobber&ldquo;, &bdquo;Ich-AG&ldquo; etc.) vorantreiben sollten und die Verbetriebswirtschaftlichung der Arbeitsvermittlung  bzw. &ndash;verwaltung beinhalteten [<a href=\"#foot_44\" name=\"note_44\">44<\/a>], werden mit Hartz IV einerseits die Reproduktionskosten der Arbeitslosen mit dem neu eingef&uuml;hrten &bdquo;Arbeitslosengeld II&ldquo;[<a href=\"#foot_45\" name=\"note_45\">45<\/a>] bewusst unter das gesellschaftliche bzw. sozial-kulturelle Subsistenzminimum gedr&uuml;ckt [<a href=\"#foot_46\" name=\"note_46\">46<\/a>] (flankiert durch strenge Kriterien f&uuml;r Bed&uuml;rftigkeit und die versch&auml;rfte Ber&uuml;cksichtigung von Partnereinkommen und Verm&ouml;gen [<a href=\"#foot_47\" name=\"note_47\">47<\/a>]), um die &bdquo;Anreize&ldquo; zur Suche nach Arbeit und zur Aufnahme einer Arbeit bei den Erwerbslosen zu vergr&ouml;&szlig;ern [<a href=\"#foot_48\" name=\"note_48\">47<\/a>]. Andererseits werden die Arbeitslosen zu einem weitgehend entrechteten und vorab enteigneten Selbstunternehmer geformt, um sich so dem Kapital als Arbeitskraft unterw&uuml;rfig anzupreisen, da sie sich in einem best&auml;ndigen Akt der Selbstunterwerfung &ndash; d.h. gegen&uuml;ber einer massiv ausgebauten Kontroll-, &Uuml;berwachungs- und Disziplinierungsb&uuml;rokratie &ndash; als flei&szlig;ige und zu jeder Arbeit wie Ma&szlig;nahme gewilltes &gt;Marktsubjekt&lt; zu bew&auml;hren haben, um zu verhindern, dass sie ihre soziale Existenz durch den Entzug des Arbeitslosengeldes verlieren [<a href=\"#foot_49\" name=\"note_49\">49<\/a>]. Dies hat &ndash; wie es die zynische Staatspropaganda verk&uuml;ndet &ndash; zudem den Zweck, eine &bdquo;Bestandsreinigung&ldquo; der Arbeitslosenstatistik zu erreichen, da sich &bdquo;Leistungsempf&auml;nger mit geringer Erwerbsneigung und niedriger Suchintensit&auml;t zur&uuml;ckziehen&ldquo; werden [<a href=\"#foot_50\" name=\"note_50\">50<\/a>]. Aber selbst die vorauseilende Selbstunterwerfung der Erwerbslosen sch&uuml;tzt nicht vor existenzbedrohenden Abstrafungen. Denn die von h&ouml;chster politischer Stelle angeordnete &bdquo;Verfolgungsbetreuung&ldquo; und das zwanghafte wie &ouml;ffentlichkeitswirksam verkaufte &gt;Konzept&lt; des &bdquo;F&ouml;rderns und Forderns&ldquo; [<a href=\"#foot_51\" name=\"note_51\">51<\/a>] haben in erster Linie ihre Funktion in dem Provozieren von Fehlverhalten der Erwerbslosen [<a href=\"#foot_52\" name=\"note_52\">52<\/a>], um finanzielle Sanktionen [<a href=\"#foot_53\" name=\"note_53\">53<\/a>] und damit Kosteneinsparungen beim sowieso schon herabgedr&uuml;ckten &gt;Durchf&uuml;ttern&lt; der Langzeitarbeitslosen durchsetzen zu k&ouml;nnen [<a href=\"#foot_54\" name=\"note_54\">54<\/a>]. Das kommt nicht nur dem Kapital &uuml;ber den Umweg von Steuersenkungen (bzw. Senkung der Arbeitslosenbeitr&auml;ge) zugute, sondern wird auch zur Finanzierung der aufgebl&auml;hten Arbeitslosen-&Uuml;berwachungsb&uuml;rokratie verwendet [<a href=\"#foot_55\" name=\"note_55\">55<\/a>]. Und dass man nebenbei die so drangsalierten Erwerbslosen &bdquo;&gt;Kunden&lt; nennt, geh&ouml;rt zum zynischen Newspeak der Hartz-Ideologie.&ldquo; [<a href=\"#foot_56\" name=\"note_56\">56<\/a>]<\/p><p>Die Hartz IV-Konstruktion konstituiert dar&uuml;ber hinaus ein v&ouml;llig neues Verh&auml;ltnis zwischen dem Staat und den Arbeitslosen, um so &bdquo;ein Sprungbrett in die Eigenverantwortung&ldquo; [<a href=\"#foot_57\" name=\"note_57\">57<\/a>] aufzubauen [<a href=\"#foot_58\" name=\"note_58\">58<\/a>]:<br>\nErstens wird Arbeitslosigkeit prinzipiell als Resultat eines selbstverschuldeten Fehlverhaltens oder &bdquo;Pers&ouml;nlichkeitsdefekts&ldquo; [<a href=\"#foot_59\" name=\"note_59\">59<\/a>] des Erwerbslosen bzw. &gt;Selbstunternehmers&lt; umgelogen. Dieser ist allein daran Schuld und daf&uuml;r verantwortlich, weil dieser z.B. eine zu hohe Gehaltsvorstellung hat, zu wenig flexibel und mobil ist, sich bei der Arbeitssuche zu wenig anstrengt, zu wenig oder falsch qualifiziert ist usw. D.h. vielmehr, dass es eine gesamtwirtschaftliche Ursache und politische Verantwortung f&uuml;r die Arbeitslosigkeit nicht mehr geben soll. Dies ist einerseits ein neoliberaler Abwehrreflex gegen&uuml;ber einer keynesianisch bzw. makro&ouml;konomisch ausgerichteten Wirtschafts- und Sozialpolitik [<a href=\"#foot_60\" name=\"note_60\">60<\/a>], andererseits handelt es sich um eine Privatisierung und Individualisierung der Folgen der durch die kapitalistische &Ouml;konomie verursachten sozial-&ouml;konomischen Verwerfungen, die zu wachsender Arbeitslosigkeit f&uuml;hren [<a href=\"#foot_61\" name=\"note_61\">61<\/a>].<br>\nZweitens wird deshalb der arbeitslos gewordene Selbstunternehmer &uuml;ber einen per Sanktionsandrohung erzwungenen (&gt;Arbeits&lt;-)Vertrag (euphemistisch als &bdquo;Eingliederungsvereinbarung&ldquo; bekannt, es handelt sich aber um einen &bdquo;sanktionsbewehrten Zwang zur rechtsgesch&auml;ftlichen Selbstunterwerfung&ldquo; [<a href=\"#foot_62\" name=\"note_62\">62<\/a>]) bei der Hartz IV-Beh&ouml;rde &gt;eingestellt&lt; [<a href=\"#foot_63\" name=\"note_63\">63<\/a>]. Hierdurch soll eine betriebliche Umstrukturierung des erwerbslosen Selbstunternehmers nach vermeintlicher Ma&szlig;gabe des Marktes vorgenommen werden. Dies beinhaltet vor allem die bedingungslose Selbstverpflichtung zur Arbeit (unabh&auml;ngig von Qualifikation, Bezahlung, Ort, Dauer etc.) und zur unerm&uuml;dlichen Suche nach einer solchen, wodurch das Lohnniveau weiter nach unten gedr&uuml;ckt werden soll [<a href=\"#foot_64\" name=\"note_64\">64<\/a>].<br>\nDrittens beinhaltet dies, dass der Arbeitslose &uuml;ber diese und weitere &gt;erzieherische&lt; Ma&szlig;regeln (Trainingsma&szlig;nahmen, Ein-Euro-Jobs) die f&uuml;r sein &gt;unternehmerisches&lt; Handeln notwendige Eigenverantwortung verinnerlicht und an sich selbst exekutiert. Einerseits ist er angehalten, die Selbstvermarktung, Selbstverwertung, Selbstoptimierung, das Selbstmanagement etc. voranzutreiben. Andererseits muss er bestimmte Vorstellungen austreiben, etwa dass die Arbeit existenzsichernd sein sollte, der eigenen Qualifikation entspricht, von Dauer ist. Sollte letzteres dem arbeitslos gewordenen Selbstunternehmer nicht gelingen, weil er sich dieser staatlich erzwungenen betriebswirtschaftlichen Reorganisation seiner selbst widersetzt, oder nur uneinsichtig ist, setzen die entsprechenden existenzbedrohenden finanziellen Sanktionen des &gt;Arbeitgebers&lt;, also der Hartz IV-Beh&ouml;rde, ein. \n\nEine bewusst intendierte Folge davon ist: &bdquo;Noch mehr als bisher war der Willk&uuml;r gegen&uuml;ber Langzeitarbeitslosen damit T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet.&ldquo; [<a href=\"#foot_65\" name=\"note_65\">65<\/a>] Hartz IV beinhaltet also nicht nur die bedingungslose Selbstverpflichtung zur Arbeit, sondern vor allem die Transformation des Arbeitslosen in einen anspruchslosen und dadurch dem Kapital allseits dienenden wie unterw&uuml;rfigen Selbstunternehmer, der dies auch noch zu seinem pers&ouml;nlichen Interesse erhebt, um seine &gt;Verwertungschancen&lt; auf dem Markt bestm&ouml;glich zu nutzen. Folglich, um es bildlich auszudr&uuml;cken, soll der (erwerbslose) Knecht nicht mehr nur den Befehlen des Herrn gehorchen, sondern die ihm fremden und &auml;u&szlig;erlichen Interessen des Herrn zu seinen eigenen und damit zu einem pers&ouml;nlichen Anliegen seines Willens machen, um darin seine h&ouml;chste Form der individuellen Begl&uuml;ckung und Erf&uuml;llung zu finden. Dass alles zusammen umfasst also der sanktionsbewehrte &gt;Job&lt; des entrechteten Arbeitslosen als Selbstunternehmer, wodurch die Arbeitslosigkeit selbst in die Sph&auml;re des hektischen und ruhelosen Arbeitens bzw. des Erwerbslebens erhoben wird. Die Entlohnung mittels &bdquo;Arbeitslosengeld II&ldquo; wird deshalb nur auf Bew&auml;hrung vergeben, denn, &gt;wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen&lt;. &Uuml;ber diese Methoden der kapitalistischen Selbstversklavung soll schlie&szlig;lich eine Ausdehnung des Niedriglohnbereichs erzwungen werden. Darin sehen die neoliberalen Ideologen einen &gt;Jobmotor&lt; [<a href=\"#foot_66\" name=\"note_66\">66<\/a>]. Denn &bdquo;gerecht&ldquo; ist in den Augen der neoliberalen Professoren nur noch, &bdquo;was dem Einzelnen erm&ouml;glicht, einen Job zu finden und anzunehmen.&ldquo; [<a href=\"#foot_67\" name=\"note_67\">67<\/a>]<br>\n So ist die Bezeichnung von Hartz IV als &bdquo;offenen Strafvollzug&ldquo; (G&ouml;tz Werner) alles andere als &uuml;bertrieben. Denn man kehrt mit Hartz IV wieder zu einer modernisierten Form der fr&uuml;heren &bdquo;Armenpolizei&ldquo; [<a href=\"#foot_68\" name=\"note_68\">68<\/a>] zur&uuml;ck, und die vom hessischen Justizminister geforderte elektronische Fu&szlig;fessel f&uuml;r Arbeitslose, ist nur der ad&auml;quateste Ausdruck daf&uuml;r [<a href=\"#foot_69\" name=\"note_69\">69<\/a>]. Letztendlich sind die Hartz-&bdquo;Reformen&ldquo; nichts anderes als der Versuch des Staates, welcher sich damit zu einem autorit&auml;ren Obrigkeitsstaat mit demokratischer und rechtsstaatlicher Fassade transformiert hat, das neoliberale Ideal des freien Selbstunternehmertums und unregulierten Arbeitsmarktes mit Hilfe &ouml;konomischen Zwanges zuerst bei den Erwerbslosen und &uuml;ber diesen Weg bei den Lohnabh&auml;ngigen insgesamt durchzusetzen. So wird derzeit die Unterwerfung bzw. Unterjochung der Gesellschaft gegen&uuml;ber den oben angef&uuml;hrten renditesteigernden Herrschaftsinteressen des Kapitals r&uuml;cksichtslos organisiert und institutionalisiert. Folglich k&ouml;nnen die Konzerne und Verm&ouml;gensbesitzer &ndash; ganz gem&auml;&szlig; der fr&uuml;heren und oben zitierten Feststellung von A. Smith &ndash; ihre allseits als berechtigt angesehene wie reichtumsf&ouml;rdernde Neigung zur Vollkasko-, Besitzstands-, Rundum-Sorglos- und Mitnahme-Mentalit&auml;t weiter pflegen und ausbauen [<a href=\"#foot_70\" name=\"note_70\">70<\/a>]. Die unter neoliberalen Parolen erfolgte Verwandlung des Sozialstaates f&uuml;r Bed&uuml;rftige in einen Wohlfahrtsstaat f&uuml;r Konzerne und Reiche findet damit ihren geb&uuml;hrlichen Abschluss.<\/p><p><strong>Die parasit&auml;re Ein-Euro-Job-&Ouml;konomie<\/strong><\/p><p>Aus dem Aufzeigen der eigentlichen Funktion von Hartz IV schlie&szlig;t sich ein wesentlicher Zweck der Ein-Euro-Jobs. Es verwundert nicht, wenn die Ein-Euro-Jobs inzwischen &bdquo;zum meistgenutzten Mittel der so genannten Eingliederungs-F&ouml;rderung aufgestiegen&ldquo; sind [<a href=\"#foot_71\" name=\"note_71\">71<\/a>]; w&auml;hrend die berufliche Weiterbildung massiv zusammengestrichen wurde [<a href=\"#foot_72\" name=\"note_72\">72<\/a>]. So wurden f&uuml;r die Ein-Euro-Jobs bereits im ersten Jahr ihrer Einf&uuml;hrung (2005) schon rund 1,1 Milliarden Euro ausgegeben [<a href=\"#foot_73\" name=\"note_73\">73<\/a>]. Im Zeitraum Januar 2005 bis September 2006 wurden rund 509.400 Ein-Euro-Jobber im Osten und 623.000 im Westen eingesetzt [<a href=\"#foot_74\" name=\"note_74\">74<\/a>]. Die Ein-Euro-Jobs bedeuten vor allem eines: Sie sollen der Hartz IV-Beh&ouml;rde helfen, die bedingungslose und damit unterw&uuml;rfige Selbstverpflichtung zur Arbeit (unabh&auml;ngig von ihrer Qualit&auml;t, Dauer und Entlohnung) an den Erwerbslosen zu exekutieren und zu &gt;&uuml;berpr&uuml;fen&lt; [<a href=\"#foot_75\" name=\"note_75\">75<\/a>] (da ja die Ein-Euro-Jobs nur mit einer Mehraufwandentsch&auml;digung versehen sind [<a href=\"#foot_76\" name=\"note_76\">76<\/a>]; au&szlig;erdem: jederzeit k&uuml;ndbar, kein Weihnachts- und Urlaubsgeld, keine Fortzahlung im Krankheitsfall, aber auch keine lohnbezogenen Sozialversicherungsbeitr&auml;ge beinhalten) [<a href=\"#foot_77\" name=\"note_77\">77<\/a>]. &Uuml;ber diesen Weg soll erreicht werden, dass sich der erwerbslose Selbstunternehmer daran gew&ouml;hnt, dass sowohl jede Arbeit als auch jeder Armutslohn f&uuml;r ihn akzeptabel ist, die ihm angeboten werden, damit endlich der von den neoliberalen &Ouml;konomen lang ersehnte Niedriglohnsektor im Namen der &gt;Dienstleistungsgesellschaft&lt; expandieren kann [<a href=\"#foot_78\" name=\"note_78\">78<\/a>]. <\/p><p>Zum anderen gibt es das &gt;parasit&auml;re&lt; staatliche Ausbeutungsinteresse an den Ein-Euro-Jobs als (insbesondere qualifizierte) Billigarbeiter f&uuml;r die Kommunen [<a href=\"#foot_79\" name=\"note_79\">79<\/a>] und Tr&auml;ger sozialer, kultureller etc. Einrichtungen [<a href=\"#foot_80\" name=\"note_80\">80<\/a>]. Zum einen sollen deren Ausgaben weiter gesenkt werden, um anschlie&szlig;end weitere K&uuml;rzungen vornehmen zu k&ouml;nnen. Zum anderen sollen die durch die aufgrund best&auml;ndiger Unternehmenssteuersenkungen vorgenommenen neoliberalen K&uuml;rzungsorgien im sozialen und kulturellen Bereich aufgefangen werden [<a href=\"#foot_81\" name=\"note_81\">81<\/a>] (bzw. die durch den kontinuierlichen Stellenabbau erzeugten L&uuml;cken f&uuml;llen). Zudem ersetzen die Ein-Euro-Jobs nicht nur die zusammengeschrumpfte Anzahl von Zivildienstleistenden im sozialen Bereich [<a href=\"#foot_82\" name=\"note_82\">82<\/a>], sondern auch die inzwischen aus finanziellen Erw&auml;gungen vorgenommene Streichung der vergleichsweise teuren ABM-\/SAM-Kr&auml;fte. Des Weiteren fordern die zahlreichen Tr&auml;ger Ein-Euro-Jobber auch deshalb an, um ihre Ertrags- bzw. Gewinnbilanz mit Hilfe der sogenannten (Verwaltungs-)Pauschale f&uuml;r Ein-Euro-Jobber zu verbessern, die sie in jedem Fall abkassieren (die sich je nach Bundesland zwischen 169 und 588 Euro bewegt) [<a href=\"#foot_83\" name=\"note_83\">83<\/a>]. Da Ein-Euro-Jobs nicht mehr &bdquo;gemeinn&uuml;tzig&ldquo;, sondern nur noch &bdquo;im &ouml;ffentliche Interesse&ldquo; sein m&uuml;ssen, k&ouml;nnen neben Kommunen, Verb&auml;nden, Vereinen auch &bdquo;erwerbswirtschaftliche&ldquo; Einrichtungen und Unternehmen (bspw. kommerzielle Alten- u. Pflegeheime, privatisierte Krankenh&auml;user etc.) auf Ein-Euro-Jobber\/innen gewinnbringend zur&uuml;ckgreifen [<a href=\"#foot_84\" name=\"note_84\">84<\/a>]. Dies verschafft schlie&szlig;lich sowohl f&uuml;r die erwerbswirtschaftlichen Betriebe als auch f&uuml;r die Wohlfahrtskonzerne und den sozialen wie kulturellen Tr&auml;gern Konkurrenzvorteile auf dem jeweiligen &gt;Markt&lt;, da Kosten wie Personal reduziert und gleichzeitig das Leistungsangebot erh&ouml;ht werden [<a href=\"#foot_85\" name=\"note_85\">85<\/a>]. Die von den Ein-Euro-Jobs ausgel&ouml;ste &bdquo;&ouml;konomische Eigendynamik f&uuml;hrt&ldquo; also &bdquo;dazu, immer mehr soziale und kommunale Arbeiten durch zugewiesene Kr&auml;fte ohne Arbeitsrecht erledigen zu lassen.&ldquo; [<a href=\"#foot_86\" name=\"note_86\">86<\/a>] Infolgedessen werden Ein-Euro-Jobber im Bildungsbereich nicht nur in Schulen, sondern auch an Universit&auml;ten und Hochschulen eingesetzt [<a href=\"#foot_87\" name=\"note_87\">87<\/a>]. Mit gr&ouml;&szlig;ter Kreativit&auml;t &ndash; wie die Berichterstattung bislang nur bruchst&uuml;ckhaft aufzeigte [<a href=\"#foot_88\" name=\"note_88\">88<\/a>] &ndash; wurden und werden best&auml;ndig neue Felder f&uuml;r Ein-Euro-Jobber erschlossen [<a href=\"#foot_89\" name=\"note_89\">89<\/a>]: So setzten Kommunen diese schon als Streikbrecher ein [<a href=\"#foot_90\" name=\"note_90\">90<\/a>], sie wurden bei der GEZ in der Antragsbearbeitung besch&auml;ftigt [<a href=\"#foot_91\" name=\"note_91\">91<\/a>], sie verhelfen au&szlig;erdem, dass sich die vermeintlich gemeinn&uuml;tzigen Besch&auml;ftigungstr&auml;ger in expandierende Firmen verwandeln [<a href=\"#foot_92\" name=\"note_92\">92<\/a>], welche z.B. wiederum die Ein-Euro-Jobber als Leiharbeiter an kommunale, soziale und kulturelle  Einrichtungen (Krankenh&auml;user, Altenheime, Pflegeheime etc.) vergeben [<a href=\"#foot_93\" name=\"note_93\">93<\/a>]. Des Weiteren arbeiten die entrechteten Ein-Euro-Jobber wie regul&auml;re Arbeitskr&auml;fte in Archiven, in Kinderg&auml;rten und Jugendh&auml;usern, in der Stadtreinigung, im Fahrdienst von Wohlfahrtsverb&auml;nden und sie pflastern Wege, reinigen und renovieren Geb&auml;ude, rei&szlig;en Bauruinen ab, f&uuml;hren Umz&uuml;ge durch, pflegen Parkanlagen usw. [<a href=\"#foot_94\" name=\"note_94\">94<\/a>] Kurzum, die Kommunen und andere Nutznie&szlig;er haben &bdquo;die Gelegenheit genutzt, um mit staatlichen Zusch&uuml;ssen neues Personal zu besch&auml;ftigen.&ldquo; [<a href=\"#foot_95\" name=\"note_95\">95<\/a>] Folge: die Billigarbeiter erledigen Arbeiten, &bdquo;die kaum noch von der T&auml;tigkeit regul&auml;r Besch&auml;ftigter zu unterscheiden sind.&ldquo; [<a href=\"#foot_96\" name=\"note_96\">96<\/a>] Hierdurch werden einerseits regul&auml;re Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse noch mehr verdr&auml;ngt, andererseits dient es auch dazu, &bdquo;die Tarife im &ouml;ffentlichen Dienst und bei Wohlfahrtskonzernen auszuhebeln.&ldquo; [<a href=\"#foot_97\" name=\"note_97\">97<\/a>]<br>\nAu&szlig;erdem machen auch private Arbeitsvermittler mit ihrer schon durch die Vermittlungsgutscheine der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit gut ausgebildeten (finanziellen) Mitnahmementalit&auml;t ihr &gt;Schn&auml;ppchen&lt; mit den Ein-Euro-Jobbern. Denn in vielen F&auml;llen hat die Arbeitsverwaltung die Vermittlung der Erwerbslose in Ein-Euro-Jobs an private Arbeitsvermittler delegiert. Diese erhalten dann f&uuml;r eine Vermittlung eine Pauschale pro Monat (z.B. in Frankfurt 300 Euro, Hamburg 400 Euro), d.h. solange der Ein-Euro-Job vom &gt;vermittelten&lt; Erwerbslosen ausge&uuml;bt wird. Allein 2005 flossen so 550 Millionen Euro an die privaten Vermittler [<a href=\"#foot_98\" name=\"note_98\">98<\/a>].<br>\nDie R&uuml;cksichtslosigkeit und Gier, welche hinter der exorbitanten Schaffung von Ein-Euro-Jobs steht, dokumentierte zwischenzeitlich der Bundesrechnungshof, wonach ein Viertel aller Stellen gegen die gesetzlichen Anforderungen, u.a. die der &bdquo;Zus&auml;tzlichkeit&ldquo; verstie&szlig;en [<a href=\"#foot_99\" name=\"note_99\">99<\/a>]. Bei weiteren 50 Prozent der Stellen konnte &uuml;berhaupt keine Pr&uuml;fung vorgenommen werden, da die Hartz IV-B&uuml;rokratie &ndash; offensichtlich aus Prinzip und Eigeninteresse &ndash; &uuml;berhaupt keine verl&auml;sslichen Kenntnisse &uuml;ber diese Stellen besa&szlig;. Infolgedessen herrscht nicht nur eine beh&ouml;rdlich bewusst betriebene &bdquo;Intransparenz&ldquo;, sondern es wurde &bdquo;eine ganz neue Subkultur von nichtst&auml;ndigen Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen&ldquo; aus dem Boden gestampft [<a href=\"#foot_100\" name=\"note_100\">100<\/a>]. Dies alles hat auch dazu gef&uuml;hrt, dass durch Ein-Euro-Jobs zahlreiche &ouml;ffentliche Auftr&auml;ge der Kommunen, aber auch Auftr&auml;ge von anderen Nutznie&szlig;ertr&auml;gern der Ein-Euro-Jobs an die Privatwirtschaft eingestellt wurden [<a href=\"#foot_101\" name=\"note_101\">101<\/a>], weshalb sozialversicherungspflichtige Arbeitspl&auml;tze gef&auml;hrdet sind bzw. abgebaut werden mussten. Eine weitere Folge ist, dass Ein-Euro-Jobs, wie inzwischen auch das Forschungsinstitut der Arbeitsagentur einr&auml;umen musste, sowohl zur Verdr&auml;ngung sozialversicherungspflichtiger Arbeitspl&auml;tze [<a href=\"#foot_102\" name=\"note_102\">102<\/a>] als auch als Instrument f&uuml;r &Uuml;berstundenabbau und Krankheitsvertretungen in Kommunen bzw. Einrichtungen\/Tr&auml;gern\/Betrieben eingesetzt werden [<a href=\"#foot_103\" name=\"note_103\">103<\/a>]. Fazit: Die Ein-Euro-Jobs stellen ein &bdquo;lukratives Gesch&auml;ft&ldquo; dar [<a href=\"#foot_104\" name=\"note_104\">104<\/a>].<br>\nEin nicht unwesentlicher politisch gewollter Effekt der Ein-Euro-Jobs spiegelt sich zudem in der Arbeitslosenstatistik wider, die ja das politische Bewusstsein und die Auseinandersetzungen zwischen den Parteien ma&szlig;geblich bestimmt: Die in Ein-Euro-Jobs vermittelten Erwerbslosen werden nicht mehr als Arbeitslose gef&uuml;hrt, verschwinden so aus der Arbeitslosenstatistik. Gleichzeitig werden unbesetzte Ein-Euro-Jobs in der Statistik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit als &gt;offene Stellen&gt; und die Ein-Euro-Jobber als &gt;Erwerbst&auml;tige&lt; gef&uuml;hrt. Dar&uuml;ber hinaus wird zum einen die Vermittlungsstatistik der Arbeitsagentur gesch&ouml;nt, da auch die Besetzung von Ein-Euro-Jobs in der Statistik als &bdquo;Vermittlung&ldquo; gez&auml;hlt wird. Zum anderen gehen die Ein-Euro-Jobber mit ihrer Mehraufwandsentsch&auml;digung in die Statistik &uuml;ber die Durchschnittsverdienste ein, und senken diese so nach unten ab [<a href=\"#foot_105\" name=\"note_105\">105<\/a>].<br>\nDas allt&auml;gliche &bdquo;Fiasko des Ultraliberalismus&ldquo; [<a href=\"#foot_106\" name=\"note_106\">106<\/a>] macht, wie oben schon erw&auml;hnt, auch nicht vor den Hartz-&bdquo;Reformen&ldquo; und Ein-Euro-Jobs halt, denn praktisch &bdquo;alle Argumente f&uuml;r &gt;Workfare&lt; sind (...) theoretisch wie empirisch haltlos&ldquo; bzw. alle &bdquo;international vergleichende(n), empirische(n) Bilanzen von Politiken der &gt;Aktivierung&lt; fallen negativ aus&ldquo; [<a href=\"#foot_107\" name=\"note_107\">107<\/a>]. Die neoliberalen Kaderschmieden k&ouml;nnen jedoch in ihrem religi&ouml;sen Markteifer solche Resultate nicht akzeptieren, da ansonsten ihr ganzes zusammengeschustertes Lehrgeb&auml;ude &uuml;ber &gt;Marktwirtschaft&lt; in sich zusammenfiele, hinter dem sich die inzwischen allm&auml;chtig gewordenen Herrschaftsinteressen der Konzerne und Verm&ouml;gensbesitzer verbergen. Aus diesem Grund gelten Hartz IV und Ein-Euro-Jobs in diesen Kreisen nur als Anf&auml;nge eines weitergehenden Demontageprozesses sozialstaatlicher Errungenschaften [<a href=\"#foot_108\" name=\"note_108\">108<\/a>]. Deshalb ist mit den Ein-Euro-Jobs &ndash; trotz ihrer famosen Karriere &ndash; nicht das letzte Wort gesprochen worden. Denn die neoliberal beratenden Wirtschaftwissenschaftler, Denkfabriken und Politiker gehen schon lange einen Schritt weiter, um die Herrschaft des Kapitals &uuml;ber die Lohnabh&auml;ngigen und Erwerbslosen im Namen der Reduzierung der Arbeitslosigkeit noch weiter zu forcieren, sie fordern inzwischen nichts anderes als die Einf&uuml;hrung von &bdquo;Neo-Sklaven&ldquo; [<a href=\"#foot_109\" name=\"note_109\">109<\/a>] bzw. eines neuen &gt;Reichsarbeitsdienstes&lt;. Die Vordenker eines so gearteten Arbeitszwanges f&uuml;r alle Erwerbslosen aus dem ifo-Institut M&uuml;nchen berechneten daher, dass dank des in Hartz IV eingef&uuml;hrten &bdquo;Kombilohn-Elements&ldquo; in der Gestalt des Arbeitslosengeldes II langfristig die L&ouml;hne um 15% sinken werden, weil die Mindestlohnfunktion des Arbeitslosengeldes durch den bedingungslosen Arbeitszwang endlich ausgehebelt wurde, dies geht &bdquo;jedoch noch nicht weit genug.&ldquo; [<a href=\"#foot_110\" name=\"note_110\">110<\/a>] Denn auch hier erweisen sich die reduzierten &bdquo;staatlichen Sozialleistungen&ldquo; immer noch &bdquo;als Sperrklinke, die eine Ausdifferenzierung der Lohnskala nach unten und damit mehr Besch&auml;ftigung&ldquo; verhindert. Deswegen muss eine Arbeitspflicht f&uuml;r alle Erwerbslosen eingef&uuml;hrt werden, indem die Kommunen entsprechende Arbeitsgelegenheiten schaffen und auch die Erwerbslosen an die Privatwirtschaft unter Einschaltung von Zeitarbeitsfirmen verleihen. Die Erwerbslosen erhalten dann daf&uuml;r ihren Regelsatz von 345 Euro, also ohne eine Aufwandspauschale wie bei den heutigen Ein-Euro-Jobs. Sollte diese Arbeitspflicht bzw. der &gt;Null-Euro-Job&lt; verweigert werden, setzen Sanktionen ein, die den Regelsatz komplett streichen. Damit soll erreicht werden, dass die &bdquo;Transferbezieher verst&auml;rkt bereit sein&ldquo; werden, &bdquo;eine regul&auml;re Besch&auml;ftigung auch zu niedrigeren L&ouml;hnen anzunehmen&ldquo;. Mit dem kommunalen Verleih der Erwerbslosen an die Privatwirtschaft kommt das Kapital einerseits in den profitablen Genuss, den arbeitenden &gt;Erwerbslosen&lt; keinen Lohn mehr bezahlen zu m&uuml;ssen, andererseits werden die &gt;erwerbslosen&lt; Leiharbeiter gegen die regul&auml;r in den Unternehmen Besch&auml;ftigten ausgespielt oder an deren Stelle gesetzt. Das soll eine weitere Runde in der Lohnabw&auml;rtsspirale einleiten. Unter dieser Voraussetzung, so das ifo-Autorenkollektiv, schaffen die Arbeitgeber neue Arbeitspl&auml;tze&ldquo;, denn dank des so organisierten Arbeitszwanges f&uuml;r alle Erwerbslosen werden die L&ouml;hne um &bdquo;32,5%&ldquo; sinken [<a href=\"#foot_111\" name=\"note_111\">111<\/a>]. Deshalb w&uuml;rden dann 3,2 Millionen neue Arbeitspl&auml;tze entstehen. Der sogenannte Sachverst&auml;ndigenrat der Bundesregierung hatte fr&uuml;her schon &auml;hnliches vorgeschlagen [<a href=\"#foot_112\" name=\"note_112\">112<\/a>]. Inzwischen wurde in einem Gutachten zur Weiterentwicklung von Hartz IV von dem besagten Sachverst&auml;ndigenrat die K&uuml;rzung des Arbeitslosengeldes II um 30% gefordert, d.h. auf 241 Euro [<a href=\"#foot_113\" name=\"note_113\">113<\/a>], damit endlich &gt;marktr&auml;umende L&ouml;hne&lt; entstehen k&ouml;nnen. Dass nicht ausgesprochene Motto dieser Gelehrten lautet: &bdquo;Der Hunger wird die Arbeitslosen und Mini-Jobber schon zur Arbeit um jeden Preis treiben.&ldquo; [<a href=\"#foot_114\" name=\"note_114\">114<\/a>] Das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Arbeitsagentur gibt zu bedenken, dass man bei &uuml;ber Hartz IV hinausgehenden &bdquo;K&uuml;rzungen der Hilfeleistungen&ldquo; zwecks Vergr&ouml;&szlig;erung der Arbeitspl&auml;tze im Niedriglohnbereich doch noch eine zu diskutierende &bdquo;G&uuml;terabw&auml;gung&ldquo; zwischen Arbeitsplatzschaffung und wachsender Armut vornehmen sollte, denn: &bdquo;Armutserscheinungen wie Ghettobildung, h&ouml;here Kriminalit&auml;t und mangelnde Risikobereitschaft der Individuen m&uuml;ssten bei dieser scheinbar &gt;einfachen&lt; L&ouml;sung in Kauf genommen werden.&ldquo; [<a href=\"#foot_115\" name=\"note_115\">115<\/a>] Die gr&ouml;&szlig;te und einflussm&auml;chtigste Denkfabrik des Neoliberalismus, die Bertelsmannstiftung, forderte schlie&szlig;lich schon fr&uuml;her die vollst&auml;ndige Streichung des ALG II-Regelsatzes von 345 Euro. Es sollte nur noch Miete bezahlt werden [<a href=\"#foot_116\" name=\"note_116\">116<\/a>], damit die Erwerbslosen endlich jede ihnen angebotene Arbeit ausf&uuml;hren m&uuml;ssen, um &uuml;berleben zu k&ouml;nnen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat diese Vorschl&auml;ge inzwischen zu einem Konzept amalgamiert und fortentwickelt: Dieses sieht &bdquo;eine Arbeitspflicht f&uuml;r alle Hilfeempf&auml;nger vor. Jeder Erwerbslose m&uuml;sste einer regul&auml;ren Besch&auml;ftigung oder einer &ouml;ffentlich bereit gestellten Arbeit  &ndash; in der Art der Ein-Euro-Jobs &ndash; nachgehen, sonst w&uuml;rde er keine staatliche Unterst&uuml;tzung mehr bekommen.&ldquo; Auf diese Art und Weise des staatlich durchgesetzten Arbeitszwanges f&uuml;r alle Erwerbslosen sollen, wie das neoliberales Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn errechnete, dann &uuml;ber Nacht &bdquo;1,4 Millionen Stellen f&uuml;r Geringverdiener&ldquo; entstehen[<a href=\"#foot_117\" name=\"note_117\">117<\/a>]. <\/p><p><strong>Fazit: Alles hat ein Ende &ndash; die Ein-Euro-Job-&Ouml;konomie auch<\/strong><\/p><p>Soweit l&auml;sst sich festhalten, dass die Ein-Euro-Job-&Ouml;konomie ein gigantisches Wohlfahrtsprogramm f&uuml;r die Besch&auml;ftigungstr&auml;ger, privaten Arbeitsvermittler und f&uuml;r die finanziell ausgebluteten Kommunen, aber vor allem f&uuml;r die sozialen wie kulturellen Tr&auml;ger und Wohlfahrtskonzerne darstellt. Diese eignen sich die Arbeitsleistungen der Erwerbslosen kostenlos sowie die bundesstaatlich mitgesponserten &bdquo;Verwaltungspauschalen&ldquo; f&uuml;r die Besch&auml;ftigung der Erwerbslosen gewinnbringend an. Bei der Ein-Euro-Job-&Ouml;konomie handelt es sich um eine neuartige Variante des Keynesianismus f&uuml;r die Kommunen und die diversen Nutznie&szlig;er, die den Vorteil besitzt, die erwerbslosen und entrechteten Lohnabh&auml;ngigen ohne Bezahlung ausbeuten und diese als ein perfides Druckinstrument zur Durchsetzung von Lohndumping, Arbeitszeitverl&auml;ngerungen etc. gegen&uuml;ber den regul&auml;r Besch&auml;ftigten einsetzen zu k&ouml;nnen, die sich um ihre &gt;Arbeitspl&auml;tze&lt; f&uuml;rchten m&uuml;ssen. Aufgrund des &gt;parasit&auml;ren&lt; Eigeninteresses der Nutznie&szlig;er der Ein-Euro-Jobber entspricht die Ein-Euro-Job-&Ouml;konomie den Forderungen des Kapitals, die Ausgaben der Kommunen bzw. des Staates insgesamt zu senken und die sozialen, kulturellen Dienstleistungen weiter zu verbilligen (und damit zu verschlechtern), um die n&auml;chste Runde in der Senkung der Unternehmensbesteuerung einleiten zu k&ouml;nnen. Gleichzeitig entspringt daraus auch ein neuer Konflikt: die Verdr&auml;ngung regul&auml;rer Arbeitspl&auml;tze in &ouml;rtlichen Unternehmen durch den Einsatz der Ein-Euro-Jobber. Dies wird aber von den politischen Initiatoren der Ein-Euro-Jobs billigend in Kauf genommen, da hier ein &uuml;bergeordnetes Ziel &uuml;ber &ouml;konomisch weniger gewichtige, d.h.  partikulare und lokale Unternehmensinteressen steht. Dieses h&ouml;herrangige Interesse des Kapitals, das in den Hartz-&bdquo;Reformen&ldquo; ihren ad&auml;quaten Ausdruck findet, beinhaltet vor allem: die (a) herrschaftlich inspirierte Zurichtung der Erwerbslosen als sich selbst verwertende und von jeglichen eigenen Anspr&uuml;chen befreite Selbstunternehmer - insbesondere f&uuml;r den Niedriglohnbereich; (b) die generelle politische Disziplinierung, Erpressung und Einsch&uuml;chterung der regul&auml;r Besch&auml;ftigten, um L&ouml;hne zu senken, die Arbeitszeit zu verl&auml;ngern, Schutzrechte abzuschaffen etc.; (c) die radikale Senkung der Lebensunterhaltungskosten f&uuml;r die erwerbslosen Menschen. Letztere kann das Kapital nicht profitabel ausbeuten und verwerten. Sie liegen diesem deshalb &gt;auf der Tasche&lt; und reduzieren in unerfreulicher Weise deren Rendite. Das erkl&auml;rt den best&auml;ndigen Versuch, das Existenzminimum der Arbeitslosen weiter nach unten zu dr&uuml;cken. Aber gleichzeitig werden die Erwerbslosen als n&uuml;tzlicher politischer Hebel von den Kapitalagenten gebraucht, um ihr Interesse an der Demontage des Sozialstaates und Schw&auml;chung der Gewerkschaften sowie an der prinzipiellen Unterjochung der Gesellschaft unter ihre Herrschaft weiterhin durchsetzen und zementieren zu k&ouml;nnen. Deshalb sind die &gt;Ein-Euro-Jobs&lt; nicht das endg&uuml;ltige Instrument in der &gt;aktivierenden&lt; Arbeitsmarktpolitik, vielmehr das vorl&auml;ufige Experimentierfeld f&uuml;r die noch kommende Einf&uuml;hrung der Verpflichtung der Erwerbslosen zur bedingungslosen Zwangsarbeit f&uuml;r Staat und Kapital. Dies alles l&auml;uft darauf hinaus,\n\n\n\n<\/p><blockquote>Arbeitslose dazu zu verurteilen, im Elend zu sterben, wenn sie sich nicht dem Zwang beugen. Genau das sind die &gt;Zwangsarbeiten&lt;, die &gt;Knechtschaft&lt;, welche die erste Version der Menschenrechtserkl&auml;rung als Reaktion auf die Sklaverei verboten hatte. Das workfare bestraft die &Auml;rmsten und f&uuml;gt ihrem Elend noch eine absolute Verachtung, den Beweis des absoluten &gt;Nullwerts&lt; ihrer Rechte, die Beraubung auch nur des kleinsten Respekts hinzu; ohne die geringsten Skrupel gelingt es diesem System, ihnen das abzun&ouml;tigen, was man ihnen noch nehmen kann: ihre fast kostenlose Arbeitskraft. (...) Ist die Tatsache, dass das workfare nirgendwo auf der Welt Reaktionen oder Proteste ausl&ouml;st, nicht ein positives Signal f&uuml;r jeden, der es eines Tages f&uuml;r richtig hielte, diese Unn&uuml;tzen, diese Parasiten in Reservate oder Lager einzupferchen? Verspricht dieses Ausbleiben einer Reaktion f&uuml;r diesen Fall nicht die n&ouml;tige Gleichg&uuml;ltigkeit, wenn man sich dann nur diskret genug verh&auml;lt und tugendhafte Rechtfertigungen vorbringt &ndash; falls es &uuml;berhaupt noch n&ouml;tig sein sollte, sich zu rechtfertigen? [<a href=\"#foot_118\" name=\"note_118\">118<\/a>]<\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] A. Smith: Der Wohlstand der Nationen, M&uuml;nchen 1993 (1789), S.338<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Dieser mittels der Ein-Euro-Jobs staatlich angeordnete Arbeitszwang, auch &bdquo;workfare&ldquo; bezeichnet, zieht dabei alle ideologischen Register der Propaganda: &bdquo;Eine seiner Strategien &ndash; und das ist keineswegs unbedeutend &ndash; besteht darin, den Begriff &gt;W&uuml;rde&lt; mit dem der &gt;Besch&auml;ftigung&lt; zu koppeln; den Verlust der einen, der vermeintlich mit dem Verlust der anderen einhergeht, mit Anteilnahme zu begleiten, als ob Besch&auml;ftigung nicht ebenso ungeeignet w&auml;re, W&uuml;rde zu verleihen, wie die Abwesenheit von Besch&auml;ftigung, jemanden der W&uuml;rde zu berauben. Als ob W&uuml;rde eines Menschen davon abhinge, ob er Arbeit hat oder nicht, und als ob ein bis dahin angesehener Mensch durch die Entlassung pl&ouml;tzlich zu einer &gt;unw&uuml;rdigen&lt; Person w&uuml;rde, deren Ansehen einzig durch eine neue Arbeit, egal welcher Art, wiederhergestellt werden k&ouml;nnte. Der Gedanke ist absurd&ldquo; (V. Forrester: Die Diktatur des Profits, M&uuml;nchen 2002, S.79). Schlie&szlig;lich muss auch eine neoliberale Politik, die die herrschaftssichernden Interessen des Kapitals vertritt, sich den Mantel des &gt;allgemeinen Interesses&lt; der Gesellschaft &ndash; oder was neuerdings angef&uuml;hrt wird: der Gemeinschaft &ndash; &uuml;berst&uuml;lpen, indem sie moralisch und sozialethisch aufgeladene Diskurse produzieren l&auml;sst. Diese von Intellektuellen fabrizierten Diskurse veredeln daher nicht nur die &gt;Arbeit&lt; an sich, sondern definieren z.B. den Gehalt von sozialer Gerechtigkeit im neoliberalen Sinne bzw. im Interesse des Kapitals und der Verm&ouml;genden um.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] In einer Sondersendung der ARD v. 17.8.2004 (nach der &gt;Tagesschau&lt;) zu den Anti-Hartz IV-Protesten wurde behauptet, &bdquo;alle Arbeitsmarktexperten&ldquo; fordern die Umsetzung von Hartz IV, da sie alternativlos sei, um die Arbeitslosigkeit endlich zu reduzieren. Diese Ansicht wiederholte sich auch in den damaligen Kommentaren des Deutschlandfunks und den marktg&auml;ngigen Zeitungen. Allerdings war dies nur konsequent, denn zwei Jahre zuvor sah es nicht viel anders aus: &bdquo;So viel Einigkeit war selten. Westerwelle und der Bundeskanzler, Sp&auml;th und Fischer, Zwickel und Rogowski, &gt;Spiegel&lt;, &gt;Zeit&lt; und &gt;Frankfurter Allgemeine&lt; - alle loben Peter Hartz und die Ergebnisse seiner Kommission. Wer m&ouml;chte da noch abseits stehen?&ldquo; (D. Hensche: Schr&ouml;der, Hartz und die Realit&auml;t, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 8\/2002)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] &bdquo;So will z.B. der Dresdner B&uuml;rgermeister uns &gt;das Gef&uuml;hl geben, etwas wert zu sein&lt;, und plant den Arbeitseinsatz f&uuml;r 5000 Personen. Auch die DIHK ist &uuml;berzeugt, dass Langzeitarbeitslose durch die Ein-Euro-Jobs &gt;ein h&ouml;heres Selbstwertgef&uuml;hl und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt&lt; erhalten; Hans-Werner Sinn vom ifo-Institut schlie&szlig;t sich dieser konstruktiven Sicht an und spricht von einem &gt;gest&auml;rkten Selbstwertgef&uuml;hl&lt;, aber auch &uuml;ber den Vorzug &gt;sozialer Kontakte&lt;. Hier wird eine relativ neue Argumentationsebene beschritten, n&auml;mlich &ndash; &auml;hnlich wie bei ver.di &ndash; der f&uuml;rsorgliche Staat, die menschlich beunruhigten Unternehmerverb&auml;nde. Alle sind im Grunde willens, Gutes zu tun, und dies wird ihnen von einem Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung offenbar abgekauft.&ldquo; C. Sonnenfeld: Ein-Euro-Jobs als humanit&auml;res Projekt, in: www.links-netz.de, 5\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] &bdquo;(&hellip;) feine Differenzierungen sind hier nicht mehr gefragt. Es muss unter Erwerbslosigkeit gelitten werden.&ldquo; Deswegen ist jede Arbeit besser als keine: &bdquo;Dieser Zynismus ist kennzeichnend: Arbeit, gleichg&uuml;ltig zu welchen Bedingungen, ist zentral; nur das interessiert &ndash; nicht Menschenw&uuml;rde, Interessen, nicht Lebensperspektiven oder ihre soziale Lage sind l&auml;nger Ma&szlig;st&auml;be.&ldquo; C. Sonnenfeld: Aktive Arbeitsmarktpolitik hei&szlig;t: Zwang, in: Liber 3\/1999-2000 (Konstanz 2001), S. 71-83, Herv. im Original.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] &bdquo;W&auml;hrend der M&uuml;&szlig;iggang f&uuml;r die Betuchten als ehrenwerte Alternative gilt, ziemt es sich f&uuml;r die Armen nicht.&ldquo; J.K. Galbraith: Die &Ouml;konomie des unschuldigen Betrugs, M&uuml;nchen 2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Daher sind gem&auml;&szlig; dem Hartz IV-Gesetzeswerk (SGBII) Ein-Euro-Jobs f&uuml;r Langzeitarbeitslose grunds&auml;tzlich verpflichtend, so hei&szlig;t es dort: &bdquo;Wenn eine Erwerbst&auml;tigkeit in absehbarer Zeit nicht m&ouml;glich ist, hat der erwerbsf&auml;hige Hilfebed&uuml;rftige eine ihm angebotene zumutbare Arbeitsgelegenheit zu &uuml;bernehmen.&ldquo; (zitiert nach A. Trube: &Uuml;berfordern und Hinausbef&ouml;rdern &ndash; Pr&auml;missen, Praxis und Probleme Aktivierender Sozial- und Arbeitsmarkpolitik, in; Sozialer Fortschritt 11-12\/2003)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;7<\/a>] &bdquo;Von Wirten und Parasiten&ldquo;, in: Junge Welt v. 19.10.05; vgl. &bdquo;Clement bl&auml;st zur Jagd auf Arbeitslose&ldquo;, in: Junge Welt v. 10.10.05; &bdquo;Clement beschimpft Arbeitslose&ldquo;, in: Junge Welt v. 25.10.05; R. Schr&ouml;der: &bdquo;Clement ermittelt&ldquo;, in: Konkret 12\/2005; vgl. H. Thie: &bdquo;Mythos Kostenexplosion&ldquo;, in: Freitag 22\/2006; Vollborn\/Geogescu: Brennpunkt Deutschland, Bergisch Gladbach 2007, S. 96<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Auf dieses f&uuml;r die Politik vielversprechende Instrument des Missbrauchsvorwurfs sozialer Leistungen wird stets gerne zur&uuml;ckgegriffen, wenn entweder die Arbeitslosigkeit sprunghaft angestiegen ist oder Landtags- bzw. Bundestagswahlen anstehen, um so nicht nur den Eindruck zu vermitteln, &bdquo;es handele sich um ein Massenph&auml;nomen, obgleich valide Zahlen fehlen&ldquo;, sondern auch um so von der eigenen politischen Verantwortlichkeit f&uuml;r das Ansteigen der Arbeitslosigkeit abzulenken (F. Oschmiansky: Faule Arbeitslose?; in: Aus Politik und Zeitgeschichte 6-7\/2003, 15). Die &bdquo;Anzettelung einer &gt;Faulheitsdebatte&lt;&ldquo; ist daher f&uuml;r die politischen Akteure von gro&szlig;em Nutzen und  unterliegt einer erkennbaren politischen Konjunktur, da man hier nicht nur die Ursache der Arbeitslosigkeit auf die Opfer schieben kann, diese damit zu den eigentlichen T&auml;tern bzw. Verursachern k&uuml;rt, sondern einerseits an die stets von Medien und Parteien gepflegten Ressentiments &uuml;ber Erwerbslose ankn&uuml;pfen kann, also das politische Stammtisch-Klientel jeglicher sozialer Couleur bedient; andererseits, weil eben die &bdquo;Mehrzahl der W&auml;hler nicht arbeitslos und die Mehrzahl der Besch&auml;ftigen auch nicht unmittelbar von Arbeitslosigkeit bedroht ist&ldquo; (ebd.; vgl. Oschimiansky\/Schmid\/Kull: Faule Arbeitslose?, in: Leviathan 1\/2003, C. Brunner: Standortmoral: Ziel und Funktion der Leistungsmissbrauchsdiskussion, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 10\/1993).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] Zur Rolle der Medien bei der Hetze: C. Butterwegge: Stimmungsmache gegen den Sozialstaat, in: Sozialismus 11\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Letztendlich stellt in diesem Diskurs &bdquo;jede Inanspruchnahme sozialer Leistungen (&hellip;) einen Akt des Missbrauchs&ldquo; dar, C. Butterwegge: Krise und Zukunft des Sozialstaates, Wiesbaden 2006, S. 200<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] So lautete im neoliberalen Kampfblatt &gt;Der Spiegel&lt; die Titelseite vom 23.05.2005: Die total verr&uuml;ckte Reform &ndash; Hartz IV. Wie der Sozialstaat zur Selbstbedienung einl&auml;dt. Vgl.: &bdquo;Der denunzierte Sozialstaat&ldquo;, in: die tageszeitung v.  8.11.05; &bdquo;Das Soli-Barometer f&auml;llt&ldquo;, in: die tageszeitung v.  9.11.05<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Vgl. &bdquo;Die Hartz-Reformen verpuffen&ldquo;, in: Handelsblatt v. 27.12.05; A. M&uuml;ller: &gt;Die Hartz-Reformen verpuffen&lt;, in: <a href=\"?p=1002\">www.nachdenkseiten.de<\/a>, v. 28.12.05; R. Kurz: Hartz geht Baden, in: Freitag v. 6.01.06; &bdquo;Teures Armutszeugnis. Gutachter vergeben schlechte Noten f&uuml;r &gt;Hartz-Reformen&lt;&ldquo;, in: Junge Welt v. 2.02.06<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] &bdquo;Die tats&auml;chliche Lage wird verharmlost und sch&ouml;ngeredet, das Scheitern der Reformen nicht eingestanden&ldquo;, stellt die Memorandum-Gruppe in ihrem Jahres-Gutachten (Kurzfassung) fest; in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 5\/2006. &bdquo;Jeder Naturwissenschaftler w&uuml;rde sp&auml;testens nach einem zum dritten Mal fehlgeschlagenen Laborversuch seine dem Versuch unterlegte Theorie &uuml;ber Bord werfen. Dies f&auml;llt neoliberalen &Ouml;konomen aber nicht ein.&ldquo; (Bontrup\/Marquardt: Hartz und die vulg&auml;r neoliberale Ideologie des Arbeitsmarktes, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 2\/2003, S.98). Diese Immunisierungsstrategie kann nur jemanden verwundern, der die neoliberale Ideologie als bare M&uuml;nze nimmt und nicht die dahinter stehenden herrschaftlichen Interessen sieht, die sich eben ein neoliberales Kost&uuml;m &uuml;bergestreift haben. Es &uuml;bersieht ebenfalls dass mit der Schr&ouml;derschen Agenda 2010 die Inhalte des Forderungskatalogs der Arbeitgeberverb&auml;nde von 1997 realisiert wurden, dazu: G. B&auml;cker: Weniger Sozialstaat = mehr Besch&auml;ftigung? Anmerkungen zur aktuellen Debatte, in: WSI Mitteilungen 5\/2003<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Dieses Verfahren ist kennzeichnend f&uuml;r gesellschaftliche Macht: Dass man den Unterworfenen Zw&auml;nge, Normen und Regelungen aufn&ouml;tigt, deren Anwendung die Machtaus&uuml;benden auf sich selbst ablehnen und deswegen missachten; vgl. J.K. Galbraith: Anatomie der Macht, M&uuml;nchen 1989.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Zu dieser Logik des Neoliberalismus: A. M&uuml;ller: Reforml&uuml;ge, M&uuml;nchen 2004<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Bspw.: &bdquo;Kein Recht auf Existenzminimum&ldquo;, in: Junge Welt v. 13\/14.01.07; &bdquo;Was Arbeitslosen droht&ldquo;, in: Frankfurter Rundschau v. 1.06.06<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] H. Conert: Vom Handelskapital zur Globalisierung, M&uuml;nster 1998, S. 421<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] An dieser Stelle kann dies nicht weiter dargelegt werden, vgl.: isw-report 66\/2006: Alternativen zum Neoliberalismus; isw-wirtschaftsinfo 38\/2006: Bilanz 2005-Ausblick 2006; D. Klein: Milliard&auml;re &ndash; Kassenleere, R&auml;tselhafter Verbleib des anschwellenden Reichtums, Berlin 2006; U. Busch: Der Reichtum w&auml;chst, aber nicht f&uuml;r alle, in: Utopie kreativ 4\/2003; J. Jahnke: Falsch globalisiert, Hamburg 2006; J. Ziegler: Imperium der Schande, M&uuml;nchen 2006; H.J. Krysmanski: Hirten &amp; W&ouml;lfe, M&uuml;nster 2006<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Es darf dementsprechend niemanden verwundern, wie die Zusammensetzung der Hartz-Kommission aussah, diese entsprach genau den Herrschaftsinteressen der neoliberalen Machtelite: &bdquo;Der Hartz-Komission, in der &uuml;brigens die Vertreter von zahlreichen Arbeitsloseninitiativen nicht ber&uuml;cksichtigt wurden, daf&uuml;r aber umso mehr Repr&auml;sentanten aus Unternehmens- und Bankvorst&auml;nden, den Arbeitgeberorganisationen und Unternehmensberatungen &aacute; la McKinsey, ging es in ihren Vorschl&auml;gen scheinbar weniger um mehr Besch&auml;ftigung als um eine radikale ideologische Wende in der Arbeitsmarktpolitik im Interesse einer forcierten weiteren Profitpflege.&ldquo; (Bontrup\/Marquardt: Hartz und die vulg&auml;r neoliberale Ideologie des Arbeitsmarktes, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 2\/2003, S.99; vgl. Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik: Gegen weiteren Kahlschlag bei der Arbeitsf&ouml;rderung &ndash; Hartz-Konzepte l&ouml;sen Misere auf dem Arbeitsmarkt nicht,  Sondermemorandum 2002, S. 5). Unterst&uuml;tzt wurde diese neoliberale bzw. &gt;aktivierende&lt; Arbeitsmarkpolitik vor und nach der Hartz-Kommission von f&uuml;hrenden Sozialwissenschaftlern, die damit &bdquo;weit hinter die Erkenntnisse der eigenen Disziplin zur&uuml;ckgefallen sind&ldquo;. A. Trube: Vom Wohlfahrtsstaat zum Workfarestate, in: H.J. Dahme u.a.(Hg): Soziale Arbeit f&uuml;r den aktivierenden Staat, Opladen 2003, S.180; dazu auch: F. Pilz: Der Sozialstaat, Bonn 2004, S. 157ff. Der Autor geht jedoch mit keinem Wort auf die personelle Zusammensetzung der Hartz-Kommission ein, was f&uuml;r einen Politikwissenschaftler schon eine recht ungew&ouml;hnliche Verfahrensweise ist.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] So forderte der damalige BDI-Chef Rogowski: &bdquo;Noch beschr&auml;nken wir uns auf Reparaturen an bestehenden Systemen. Teilweise brauchen wir aber ganz neue Systeme.&ldquo;; zitiert nach: &bdquo;Chef und Statist&ldquo; , in: Junge Welt v. 16.07.04; &bdquo;Wir brauchen einen Systemwechsel&ldquo; so Rogowski im &gt;Stern&lt; (zitiert nach: A. Kl&ouml;nne u.a.: Es geht anders!, K&ouml;ln 2006)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Dazu: A. M&uuml;ller: Machtwahn, M&uuml;nchen 2006; Gammelin\/Hamann: Die Strippenzieher, Berlin 2004; U. M&uuml;ller u.a. (Hg): Gesteuerte Demokratie, Hamburg 2004; &bdquo;Profitabel &ndash; Wie die Industrie an Gesetzen mitstrikt&ldquo;, in: Monitor, Sendung v. 19.10.06; &bdquo;Bezahlte Lobbyisten in Bundesministerien: Wie die Regierung die &Ouml;ffentlichkeit t&auml;uscht&ldquo;, in: Monitor, Sendung v. 21.12.06; T. Barth (Hg): Bertelsmann: Ein globales Medienimperium macht Politik, Hamburg 2006; T. Leif: beraten und verkauft, M&uuml;nchen 2006; Leif\/Speth (Hg): Die stille Macht, Wiesbaden 2003; dies. (Hg): Die f&uuml;nfte Gewalt, Wiesbaden 2006; A. Carey: Taking the risk out of democracy, Urbana and Chicago 1995; N. Chomsky: Media Control, Hamburg 2002<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] So entstanden die Grundlagen der &gt;Hartzreformen&lt;, in der Bertelsmannstiftung; B&ouml;ckelmann\/Fischler: Bertelsmann. Hinter der Fassade des Medienimperiums, Frankfurt a.M. 2004, S. 228; vgl. H. Spindler: War auch die Hartz-Reform ein Bertelsmann-Projekt?, in: J. Wernicke\/T. Bultmann (Hg): Netzwerk der Macht &ndash; Bertelsmann, Marburg 2007, S.243-276<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] C. W. M&uuml;ller: Die APO des Kapitals &ndash; Wie man in Deutschland Zeitgeist gegen den Sozialstaat macht, in: Theorie und Praxis der sozialen Arbeit 4\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] Insbesondere bei der Mitarbeit in der Hartz-Kommission und die sp&auml;tere prinzipielle Absegnung der Hartz-Reformen, darunter auch die Ein-Euro-Jobs sowie die Absenkung des Arbeitslosengeldes: &bdquo;Lob vom Kanzler ist eher unangenehm&ldquo;, in: Weser Kurier v. 20.08.04; &bdquo;Engelen-Kefer outet sich als &gt;Hartz IV&lt;-Fan, in: Junge Welt v. 15.12.04; &bdquo;Ein klares Jein zu Ein-Euro-Jobs&ldquo;, in: Junge Welt v. 7.10.04; &bdquo;Selbst der DGB erkl&auml;rte am 18.10.04 unter der &Uuml;berschrift &gt;Ein-Euro-Jobs &ndash; Kein Teufelzeug, aber auch kein Wundermittel&lt; seine bedingte Zustimmung&ldquo;, A. Trube: &gt;Besser irgendeine Arbeit als kein Arbeit?&lt; - Kritik einer qualit&auml;tsblinden Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, WSI Mitteilungen 4\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] F. Neumann: &Ouml;konomie und Politik im zwanzigsten Jahrhundert, in: ders: Demokratischer und autorit&auml;rer Staat, Frankfurt\/M. 1986, S. 249.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] &bdquo;Der liberale Staat, angeblich zur Rolle des Nachtw&auml;chters verdammt, war genau so stark, wie er sein musste, um seine innen- und au&szlig;enpolitischen Aufgaben zu erf&uuml;llen.&ldquo; (ebd.; ders.: Die Herrschaft des Gesetzes, Frankfurt\/M. 1980, S.226f.)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_28\" name=\"foot_28\">&laquo;28<\/a>] Oder genauer: &bdquo;Klasseninstinkt&ldquo;,  so M. Kalecki: Politische Aspekt der Vollbesch&auml;ftigung, in: ders.: Krise und Prosperit&auml;t im Kapitalismus, Marburg 1987, S.238<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_29\" name=\"foot_29\">&laquo;29<\/a>] So wenig es einen von der politischen Kampfsituation unabh&auml;ngigen Preis der Ware Arbeitskraft gibt (d.h. Lohnh&ouml;he, Familienform, sozialstaatliche Sicherungs- und Reparatursysteme), so wenig existiert der Gebrauchswert der Arbeitskraft in der Produktion (d.h. L&auml;nge und Intensit&auml;t der Arbeit, Arbeitsbedingungen, -schutz etc.) jenseits dieses politischen Kampfes, dazu: C. Castoriadis: Gesellschaft als imagin&auml;re Institution, Frankfurt\/M. 1990, 56; C. Girschner: Politische &Ouml;konomie und Weltmarkt, K&ouml;ln 1999, 279ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_30\" name=\"foot_30\">&laquo;30<\/a>] Z.B.: W. M&uuml;ller-Jentsch: Kapitalismus ohne Gewerkschaften?, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 10\/2006; H. Conert: Vom Handelskapital zur Globalisierung, M&uuml;nster 1998 S. 425<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_31\" name=\"foot_31\">&laquo;31<\/a>] W. Hofmann: Universit&auml;t, Ideologie, Gesellschaft; Frankfurt a. Main 1971, S. 70<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_32\" name=\"foot_32\">&laquo;32<\/a>] M. Kr&auml;tke: Ein paar versprengte Marxisten. Weltbilder deutscher &Ouml;konomen, in: Freitag 10\/2007<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_33\" name=\"foot_33\">&laquo;33<\/a>] Vgl. zur allgemeinen Korruption der Machteliten und Berater: A. M&uuml;ller: Machtwahn, M&uuml;nchen 2006; z.B. der Fall des Prof. Raffelh&uuml;schen: &bdquo;Bild und Rentenangst &ndash; harte Interessen, weiche Zahlen&ldquo;, in: Monitor, Sendung v. 16.03.06; J. Roth: &bdquo;Der Deutschland Clan&ldquo;, 2006, Frankfurt\/M.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_34\" name=\"foot_34\">&laquo;34<\/a>] Vgl. Rajani Kanth: Political Economy and Laissez-faire, New Jersey 1986; C.D. Krohn: Wirtschaftstheorien als politische Interessen: die akadem. National&ouml;konomie in Deutschland 1918-1933, Frankfurt\/New York 1981<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_35\" name=\"foot_35\">&laquo;35<\/a>] C. Girschner: Die Dienstleistungsgesellschaft. Zur Kritik einer fixen Idee, K&ouml;ln 2003<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_36\" name=\"foot_36\">&laquo;36<\/a>] Ein wichtiger Aspekt stellt in diesem Zusammenhang auch das inzwischen gebetsm&uuml;hlenhaft vorgetragene &gt;Argument&lt; dar, dass die sogenannten Lohnnebenkosten (selbst schon eine irref&uuml;hrende Bezeichnung) zu hoch w&auml;ren und zugleich f&uuml;r die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich w&auml;ren. Deshalb wurde der &gt;Lohnnebenkostenabsenkung&lt; oberste politische Priorit&auml;t einger&auml;umt (mit entsprechend negativen Folgen f&uuml;r die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung). Dieser Unfug ist ein Beleg f&uuml;r die erfolgreiche neoliberale Indoktrination. Denn tats&auml;chlich sind die gestiegenen Lohnnebenkosten Folge der gestiegenen Arbeitslosigkeit, nicht aber deren Ursache. Mit dieser gut inszenierten Verkehrung von Ursache und Folge durch die neoliberalen Protagonisten leiten sich dann auch weitergehende Forderungen nach Abbau von Arbeitnehmerschutzrechten und des Sozialstaates ab. Dar&uuml;ber hinaus zielt die neoliberale Kapitalstrategie der Senkung der Lohnnebenkosten auf eine schrittweise Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme wie die Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, die daher best&auml;ndigen Leistungseinschnitten ausgesetzt sind. Profiteure einer solchen Privatisierung sind die Versicherungs- und Finanzkonzerne: ein milliardenschwerer Markt soll so endlich f&uuml;r das deutsche Kapital aus dem Boden gestampft werden. Einen solchen profitablen Markt gibt es in einigen L&auml;ndern schon lange. Dieser Konkurrenznachteil muss f&uuml;r deutsche Konzerne beseitigt werden. Dazu: A. M&uuml;ller: Die Reforml&uuml;ge, M&uuml;nchen 2004; ders. Machtwahn, M&uuml;nchen 2006; M. Vollborn\/V. Georgescu: Brennpunkt Deutschland, Bergisch Gladbach 2007<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_37\" name=\"foot_37\">&laquo;37<\/a>] Aus der neoliberalen Kaderschmiede des Kapitals, dem Institut der deutschen Wirtschaft, kann man dieses und anderes nachlesen, z.B.: H.P. Kl&ouml;s: &gt;F&ouml;rdern und Fordern&lt;: &Ouml;konomische Implikationen eines normativen Konzeptes, in: Sozialer Fortschritt 11-12\/2003; H-P.Kl&ouml;s\/H. Sch&auml;fer: Arbeitsmarkt &ndash; Fehlanreize durch soziale Sicherung?, in: WSI Mitteilungen 5\/2003; vgl. kritisch dazu: G. B&auml;cker: Weniger Sozialstaat = mehr Besch&auml;ftigung? Anmerkungen zur aktuellen Debatte, in: WSI Mitteilungen 5\/2003<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_38\" name=\"foot_38\">&laquo;38<\/a>] Deren Antwort &bdquo;besteht darin, die Arbeitslosigkeit durch Armut zu ersetzen.&ldquo; V. Forrester: Die Diktatur des Profits, M&uuml;nchen 2002, S. 128<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_39\" name=\"foot_39\">&laquo;39<\/a>] Dazu: Vo&szlig;\/Pongratz: Der Arbeitskraftunternehmer, in: K&ouml;lner Zeitschrift f&uuml;r Soziologie und Sozialpsychologie 1\/1998; U. Br&ouml;ckling: Das unternehmerische Selbst, Frankfurt\/M. 2007; T. Freytag: &gt;Unternehmen Mensch&lt; - Eine bayrisch-s&auml;chsische Zukunftsvision, in: Liber 3\/1999-2000 (Konstanz 2001)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_40\" name=\"foot_40\">&laquo;40<\/a>] A. Gorz: Wissen, Wert und Kapital; Z&uuml;rich 2004, S. 25; ders.: Arbeit zwischen Misere und Utopie, Frankfurt a.M. 2000, 58ff.; vgl. M. Wolf: &gt;Aktivierende Hilfe&lt;, in: Utopie Kreativ 9\/2005; S. Lessenich: Der Arme in der Aktivgesellschaft &ndash; zum sozialen Sinn des &gt;F&ouml;rderns und Forderns&lt;, in: WSI Mitteilungen 4\/2003<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_41\" name=\"foot_41\">&laquo;41<\/a>] Die mehr oder minder unsichtbare bzw. schleichende Durchdringungen des Alltags mit neoliberalen Denkweisen und Pers&ouml;nlichkeitsanforderungen konstituiert &bdquo;die Entwicklung einer bestimmten sozialen Individualit&auml;tsform mit ihren Wertorientierungen, Verhaltensdispositionen, ihrem Habitus und ihren Einstellungsmustern. Die von den Normen, Anforderungen, Wirkungen der kapitalistischen Wirtschaftsweise ausgehenden Identit&auml;tspr&auml;gungen sind funktional auf die Anforderungen an die Personen, die sich aus der Funktionsweise dieser &Ouml;konomie ergeben. Diese Wirkung setzt sich nicht ausnahmslos und nicht perfekt durch, jedoch &uuml;berwiegend.&ldquo; Aus: H. Conert: Neoliberalismus und Weltmarkt, in: Supplement der Zeitschrift Sozialismus 10\/2003; vgl. C. Sch&uuml;le: Die Diktatur der Optimisten; in: Die Zeit 25\/2001; D. Kurbjuweit: Unser effizientes Leben, Reinbek 2005; M. W&ouml;lfingseder: &gt;Je mehr Magenschmerzen, desto s&uuml;&szlig;er l&auml;cheln sie&lt;. Positives Denken &ndash; vom Esoterik-Ideologem zum selbstverordneten Gleitmittel, in: E. Lohoff u.a. (Hg): Dead Men Working, M&uuml;nster 2004; J. Ditfurth: Entspannt in die Barbarei, Hamburg 2003 (3. Aufl.)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_42\" name=\"foot_42\">&laquo;42<\/a>] Diese vom Bertelsmannkonzern koordinierte Kampagne in einem Wert von mehr als 30 Millionen Euro soll vor allem den Menschen bzw. den zu fabrizierenden Selbstunternehmern einreden, dass es nur am einzelnen liegt, wenn man Schwierigkeiten (auf dem Arbeitsmarkt etc.) hat, d.h. es nur auf die richtige innere Einstellung ankommt.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_43\" name=\"foot_43\">&laquo;43<\/a>] P. Bourdieu : Gegenfeuer 2, Konstanz  2001, S.100f.; vgl. V. Forrester: Die Diktatur des Profits, M&uuml;nchen 2002,  S. 53, 82, 99,125<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_44\" name=\"foot_44\">&laquo;44<\/a>] Schlie&szlig;lich wurde eine privatwirtschaftliche F&uuml;hrungs- und Organisationsstruktur eingerichtet, die den Agenturen jeweils ein eigenes Profitcenter mit Controlling, Budgetierung und Kosten-Leistungs-Rechnung bescherte (J. Karasch: Hartz, McKinsey und die Bundesagentur, in: Sozialismus 3\/2006; ders.: Auf dem Weg zu Hartz V, in: express 2\/2006). Deshalb gibt es harte Erfolgskriterien f&uuml;r Fortbildungen (70% der Teilnehmer m&uuml;ssen anschlie&szlig;end einen Job finden) und nur noch wenige M&ouml;glichkeiten &uuml;berhaupt eine zweij&auml;hrige Umschulung zu erhalten. Da ja ein Arbeitsloser nach zw&ouml;lf Monaten in das Arbeitslosengeld II f&auml;llt, macht es &bdquo;aus betriebswirtschaftlicher Sicht keinen Sinn f&uuml;r die BA, eine sinnvolle zweij&auml;hrige Weiterbildung&ldquo; zu finanzieren; ebenso wurde bei der F&ouml;rderung von Behinderten massiv eingespart (ebd.; F. Steinfeld: Nach dem Systemwechsel in der Arbeitsmarktpolitik, in: Sozialismus 3\/2005; ders.: Sparschwein Bundesagentur,  in: Sozialismus 10\/2006). Dank der Verbetriebswirtschaftlichung hat die Arbeitsagentur die Erwerbslosen in unterschiedliche &gt;Kundenarten&lt;  (Markt-, Beratungs-, Betreuungskunden) unterteilt, danach gelten schwer vermittelbare Arbeitslose als &bdquo;Betreuungskunden&ldquo;, in die man &ndash; ganz der betriebswirtschaftlichen Logik gem&auml;&szlig; &ndash; kein unn&ouml;tiges Geld investiert. Entsprechend wurden die Aufwendungen f&uuml;r Weiterbildung in der Zeit von 2002 und 2004 halbiert und in aller Regel auf &bdquo;Trainingsma&szlig;nahmen reduziert, da sie wenig kosten und nicht lange dauern&ldquo; (C. Butterwegge: Krise und Zukunft des Sozialstaates, Wiesbaden 2006, S. 189; J. Jajob: Billige Bildung kann schnell teuer werden &ndash; vor allem f&uuml;r Arbeitslose, in: Soziale Sicherheit 5\/2004; R. Winkel: Verheerende Halbjahresbilanz bei beruflicher Weiterbildung, in: Soziale Sicherheit 7\/2003). Diese &bdquo;betriebswirtschaftliche Versicherungslogik&ldquo; f&uuml;hrt also dazu, die &bdquo;Kr&auml;fte und Mittel auf diejenigen Ma&szlig;nahmen und Gruppen&ldquo; zu konzentrieren, &bdquo;bei denen mit m&ouml;glichst geringem Ressourceneinsatz die Dauer der Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen verk&uuml;rzt wird.&ldquo; (V. Hielscher: Reorganisation der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit: &gt;Moderner Dienstleister&lt; f&uuml;r wen?, in: WSI Mitteilungen 3\/2006) Infolgedessen schwinden z.B. die Weiterbildungschancen von schwer vermittelbaren Arbeitslosen (H. Seifert: Was bringen die Hartz-Gesetze?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 16\/2005). In den Worten des Agenturchefs F. J. Weise hei&szlig;t es daher: &bdquo;Die Agentur hat keinen sozialpolitischen Auftrag. Denn dann muss mir mein Auftraggeber sagen, soll ich wie im Krankenhaus hundert Schwerstf&auml;lle mit ganz hohem Mitteleinsatz retten oder Tausende von Leichtverletzten.&ldquo; (zitiert nach: Report Mainz: Langzeitarbeitslose, v. 10.04.06)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_45\" name=\"foot_45\">&laquo;45<\/a>] Dieses wird nicht mehr wie die fr&uuml;here Sozialhilfe unmittelbar und zeitnah gew&auml;hrt, sondern erst nach Erf&uuml;llung und Verpflichtung unbestimmter Forderungen, zudem ist der Grundsatz der unmittelbaren Bedarfsdeckung wegefallen, und es wurde eine Familienhaftung f&uuml;r das &gt;Fehlverhalten&lt; einzelner Mitglieder (welche noch in der Sozialhilfe bewusst untersagt war, also Sippenhaft), eine Arbeitspflicht f&uuml;r alle Familienmitglieder und Schadensersatzforderung bei abgebrochener Bildungsma&szlig;nahme eingef&uuml;hrt; H. Spindler: Keine Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende, in: Soziale Sicherheit 10\/2003.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_46\" name=\"foot_46\">&laquo;46<\/a>] Der ideologische Staatsapparat der Arbeitsagentur in der Gestalt des Instituts f&uuml;r Arbeits- und Berufsforschung (IAB) formuliert und begr&uuml;ndet dies in aller Offenheit: &bdquo;Die durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe insgesamt geringeren Transferleistungen werden den Druck auf Arbeitslose erh&ouml;hen, eine Erwerbst&auml;tigkeit aufzunehmen.&ldquo; Aber auch eine weitere  &bdquo;Absenkung des Existenzminimums&ldquo; ist nicht ausgeschlossen, um den &bdquo;Angebotsdruck&ldquo; f&uuml;r die &bdquo;Hilfeempf&auml;nger dann noch mehr&ldquo; zu erh&ouml;hen, allerdings m&uuml;ssten &bdquo;bei dieser Variante (&hellip;) wachsende Armutsrisiken in Kauf genommen werden.&ldquo; (Koch\/Walwei: Frischer Wind f&uuml;r den Arbeitsmarkt?, in: Archiv f&uuml;r Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit 1\/2005,  S.12f.; ebenso der DIW-Chef Zimmermann: Eine Zeitenwende am Arbeitsmarkt, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 16\/2005) &bdquo;Das Existenzminimum wurde unter Negierung der bisherigen statistischen Erkenntnisse &uuml;ber notwendige Lebenshaltungskosten unter das Sozialhilfeniveau abgesenkt&ldquo;; H. Spindler: Umbau des deutschen Sozialstaates durch neue Steuerungselemente und Hartz IV, in: Archiv f&uuml;r Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit 1\/2005, S. 54; R. Roth: Unsere Existenz ist bedroht!, www.klartext.de, v. 29.10.04; ders: &Uuml;ber das Elend des Regelsatzes von ALG II und das Versprechen von Langzeitarbeitslosen, www.klartext.de v. 14.01.05; vgl. C. Butterwegge: Krise und Zukunft des Sozialstaates, Wiesbaden 2006, S. 195f.; G. Gillen: Hartz IV, Reinbek 2004, S.171ff.; J. Rock: Das Ma&szlig; der Armut und das Wunder der Regelsatzbemessung, in: Sozialismus 2\/2005) Allerdings gab es von der Familienministerin Schmidt (SPD) den guten Rat an die unter das sozial-kulturelle Existenzminimum gedr&uuml;ckten Arbeitslosen, mehr Eintopf statt Fast Food zu verzehren, da sage noch jemand, Politiker seien einfallslos: Denn &bdquo;&gt;Armut h&auml;ngt nicht nur vom Geld ab&lt;. Sie fordert von den &gt;klugen M&uuml;ttern&lt; Eintopf mit Saisongem&uuml;se (...) und pl&auml;diert f&uuml;r &gt;Haushaltskurse&lt; damit Eltern und auch Kinder &gt;mit ihrem Geld wirtschaften lernen.&lt;&ldquo; (W. Lieb: Familienministerin Schmidt: Armut h&auml;ngt nicht nur vom Geld ab, in: <a href=\"?p=477\">www.nachdenkseiten.de<\/a> v. 28.02.05)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_47\" name=\"foot_47\">&laquo;47<\/a>] Da &uuml;ber diesen Weg viele ehemalige Arbeitslosenhilfebezieher (bzw. Arbeitslosengeldempf&auml;nger I) keinen Anspruch mehr auf das Arbeitslosengeld II erhalten, wird so auch die Arbeitslosigkeit statistisch reduziert, da sich viele der Betroffenen nicht mehr arbeitslos melden, dazu: I. Kolf: Zahlen k&ouml;nnen tr&uuml;gen, in: Soziale Sicherheit 8-9\/2004.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_48\" name=\"foot_48\">&laquo;48<\/a>] So spricht der neoliberale DIW-Chef Zimmermann davon, dass der &bdquo;Ausbau des Wohlfahrtsstaates&ldquo; wie die Schaffung von &bdquo;zahlreichen Schutzrechten&ldquo; zu &bdquo;Fehlanreizen&ldquo; gef&uuml;hrt haben. Demzufolge h&auml;tten Arbeitspl&auml;tze nicht entstehen k&ouml;nnen, &bdquo;wenn die soziale Absicherung f&uuml;r gering Qualifizierte (nur f&uuml;r diese?; C.G.) finanziell attraktiver als eine legale Erwerbst&auml;tigkeit ist&ldquo; (K.F. Zimmermann: Eine Zeitenwende am Arbeitsmarkt, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 16\/2005) &gt;Anreiz f&uuml;r Arbeitslose&lt; ist auch ein Lieblingsbegriff der &Ouml;konomen in den &gt;Analysen&lt; des Sachverst&auml;ndigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Oder es wird davon gesprochen, es w&uuml;rde ein &bdquo;gravierendes Anreizproblem&ldquo; f&uuml;r Arbeitslose geben (Koch\/Walwei: Hartz IV: Neue Perspektiven f&uuml;r Langzeitarbeitslose?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 16\/2005). &bdquo;Aber geht es wirklich darum,&ldquo; bemerkt V. Forrester hierzu passend &bdquo;&gt;Anreize&lt; zuschaffen, um nicht auffindbare Arbeitspl&auml;tze zu suchen? Geht es nicht vielmehr darum, f&uuml;r die geringe Menge an Arbeit, die noch gebraucht wird, einen noch niedrigeren Preis zahlen zu k&ouml;nnen, m&ouml;glichst nahe am Nichts? Und auf diesem Weg den uners&auml;ttlichen Profit zu steigern? Und das nicht ohne nebenbei noch die Schuld der Opfer hervorzuheben, die nie eifrig genug um das betteln k&ouml;nnen, was ihnen verweigert und was ja auch gar nicht mehr existiert. (...) In Wirklichkeit geht es nicht um den Anreiz, Arbeit zu suchen, sondern um den Anreiz, sich ausbeuten zu lassen, zu allem bereit zu sein, um nicht vor Elend einzugehen&ldquo;. V. Forrester: Der Terror der &Ouml;konomie, M&uuml;nchen 1997, 138f.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_49\" name=\"foot_49\">&laquo;49<\/a>] So werden Arbeitslose auch einem Profiling unterzogen, eine aus der Verbrechensbek&auml;mpfung stammende Methode der Pers&ouml;nlichkeitsanalyse, dazu: G. Gillen: Hartz IV, Reinbek 2004, S. 189ff.; M.  Wolf: &gt;Aktivierende Hilfe&lt;, in: Utopie kreativ 9\/2005, S. 804. Deshalb kommt es auch zu einer gigantischen Datensammlung &uuml;ber das soziale Verhalten und die Pers&ouml;nlichkeitsstruktur der Erwerbslosen (H. Spindler: F&ouml;rdern und Fordern &ndash; Auswirkungen einer sozialpolitischen Strategie auf B&uuml;rgerrechte, Autonomie und Menschenw&uuml;rde, in: Sozialer Fortschritt 11-12\/2003)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_50\" name=\"foot_50\">&laquo;50<\/a>] So die Vertreter des Instituts f&uuml;r Arbeits- und Berufsforschung der Arbeitsagentur: Koch\/Walwei: Frischer Wind f&uuml;r den Arbeitsmarkt?, in: Archiv f&uuml;r Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit 1\/2005, S. 18; dies.: Hartz IV: Neue Perspektiven f&uuml;r Langzeitarbeitslose?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 16\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_51\" name=\"foot_51\">&laquo;51<\/a>] F&ouml;rderung hei&szlig;t, dass diese den Erwerbslosen &bdquo;unter Sanktionsandrohung und mit Kontroll- und Erziehungsabsicht aufgen&ouml;tigt&ldquo; wird; H. Spindler: Umbau des deutschen Sozialstaates durch neue Steuerungselemente und Hartz IV, in: Archiv f&uuml;r Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit 1\/2005 (S. 52)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_52\" name=\"foot_52\">&laquo;52<\/a>] D. Fetzer : Verfolgungsbetreuung, Schikanen und Verletzungen der Privat und Intimsph&auml;re, in : Agenturschluss (Hg) : Schwarzbuch Hartz IV, Berlin\/Hamburg 2006; vgl. &bdquo;Vermitteln oder vergraulen&ldquo;, in: S&uuml;ddeutsche Zeitung v. 21.02.04; &bdquo;Arbeitslose ausgebremst? &ndash; Die faulen Tricks der Arbeits&auml;mter&ldquo;, in: Report Mainz, Sendung v. 9.02.04; vgl. Frank Rentschler: Der Zwang zur Selbstunterwerfung; in: Exit! 1\/2004; ders.: Der aktivierende Staat macht mobil, in: E. Lohoff u.a. (Hg): Dead Men Working, M&uuml;nster 2004<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_53\" name=\"foot_53\">&laquo;53<\/a>] &bdquo;Eine der l&auml;ngsten Rechtsvorschriften in diesem Gesetzeswerk (von Hartz IV bzw. SGB II; C.G.) ist &uuml;brigens, der die Bestimmungen zur Absenkung und Streichung des Arbeitslosengeldes II enth&auml;lt, so auch die Umkehr der Beweislast, wenn die Agentur Vorw&uuml;rfe erhebt, dass der Arbeitslose gegen Zumutbarkeits- oder Mitwirkungsvorschriften versto&szlig;en habe, was dann dem Beschuldigten selbst den Nachweis seiner Unschuld auferlegt.&ldquo; A. Trube: Vom Sozialstaat zum Konditionalstaat &ndash; Grundz&uuml;ge des Umbaus und die Folgen f&uuml;r das gesellschaftliche Gef&uuml;ge, in: www.memo.uni-bremen.de 1\/2007<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_54\" name=\"foot_54\">&laquo;54<\/a>] Dies war ja das zentrale Ziel der Schr&ouml;derschen Agenda 2010: Die Kosten f&uuml;r die Arbeitslosen zu senken und gleichzeitig den Niedriglohnsektor zu vergr&ouml;&szlig;ern (vgl. H. Schierholz: Fordern statt F&ouml;rdern mit Hartz IV, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 8\/2005). Wieder ein Beispiel unter vielen: &bdquo;Die Union will h&auml;rter gegen Arbeitslose vorgehen, die sich weigern, einen Job anzunehmen. (&hellip;) Mit seinem Vorsto&szlig; zielt S&ouml;der darauf ab, neben dem finanziellen Anreiz auch den Druck zur Aufnahme einer Arbeit zu erh&ouml;hen: &gt;Das Konzept muss F&ouml;rdern und Fordern hei&szlig;en&lt;. Als Beispiel f&uuml;hrte der CSU-Generalsekret&auml;r Saisonarbeiten wie Spargelernte oder Weinlese an. (...) Zus&auml;tzlich zu Leistungsk&uuml;rzungen erw&auml;gt die Union ... noch weitere Druckmittel, um Langzeitarbeitslose zur Aufnahme einer Besch&auml;ftigung zu zwingen. Wer sich etwa krank melde, m&uuml;sse die Erkrankungen vom Amtsarzt best&auml;tigen lassen. (...) &gt;Der Hausarzt soll zur Ausnahme, der Amtsarzt zum Regelfall werden&lt;&ldquo;. (www.netzzeitung.de, vom 12.04.06); vgl. H. Thom&eacute;: &bdquo;Clement ordnet Verfolgungsbetreuung an&ldquo;, in: www.tacheles-sozialhilfe.de v. 30.5.05; ders.: &bdquo;Arbeitspapier der Bundagentur zum SGBII-Optimierungsgesetz&ldquo;, in: www.tacheles-sozialhilfe.de v. 11.04.06; W. Lieb: &bdquo;Die gro&szlig;e Koalition nimmt den Kampf gegen die jugendlichen &gt;Sozialschmarotzer&lt; auf&ldquo;, in: <a href=\"?p=1041\">www.nachdenkseiten.de<\/a> v. 10.02.06<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_55\" name=\"foot_55\">&laquo;55<\/a>] Vgl. A. Trube: Vom Wohlfahrtsstaat zum Workfarestaat, in: H.J. Dahme u.a. (Hg): Soziale Arbeit f&uuml;r den aktivierenden Staat, Opladen 2003, S. 184ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_56\" name=\"foot_56\">&laquo;56<\/a>] W. Engler: Der Herbst der guten Arbeit und der Osten Deutschlands, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 16\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_57\" name=\"foot_57\">&laquo;57<\/a>] G. Schr&ouml;der\/T. Blair: Der Weg nach vorne f&uuml;r Europas Sozialdemokraten; in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 7\/1999<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_58\" name=\"foot_58\">&laquo;58<\/a>] Bzw. es hei&szlig;t im Orwellschen &gt;Neusprech&lt;: &bdquo;die St&auml;rkung der Eigenverantwortung durch verhaltensst&uuml;tzende und &ndash;beeinflussende Ma&szlig;nahmen&ldquo;, in: Bericht der Hartz-Kommission, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 10\/2002<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_59\" name=\"foot_59\">&laquo;59<\/a>] M. Bongards: Hartz IV &ndash; Realit&auml;t des neuen Gesetzes, in: Kindler u.a. (Hg): Die Folgen der Agenda 2010, Hamburg 2004, S. 73; &bdquo;Die Forderung, Verhaltensweisen zu zeigen, die &gt;Arbeitsbereitschaft&lt; signalisieren, zielt ab auf Einstellungs- und Verhaltens&auml;nderungen von Hilfebeziehern, die als eigentlicher Grund f&uuml;r prek&auml;re Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse und Unterbesch&auml;ftigung unterstellt werden. Die Entwicklung und Durchsetzung von Zwangsma&szlig;nahmen erscheint damit als methodisches Prinzip der Beeinflussung und Ver&auml;nderung defizit&auml;rer Pers&ouml;nlichkeitsstrukturen, die letztendlich &ndash; so wird unterstellt &ndash; auch die Ursachen f&uuml;r dauerhafte soziale Ausgrenzungen seien.&ldquo; (Dahme\/Wohlfahrt: Aktivierungspolitik und der Umbau des Sozialstaates, in: H.J. Dahme u.a. (Hg): Soziale Arbeit f&uuml;r den aktivierenden Staat, Opladen 2003, S. 93)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_60\" name=\"foot_60\">&laquo;60<\/a>] Diese Ablehnung versteht sich ganz von selbst, da eine keynesianisch orientierte Politik die Macht- und Verhandlungsposition der Lohnabh&auml;ngigen gegen&uuml;ber dem Kapital st&auml;rken w&uuml;rde und dies ist f&uuml;r die Machtelite inzwischen v&ouml;llig inakzeptabel geworden ist (dazu: H. Schui\/S. Blankburg: Neoliberalismus: Theorie Gegner Praxis, Hamburg 2002). Allerdings gibt es einen Keynesianismus, der auf breite Zustimmung des Kapitals und der Machtelite trifft: Es handelt sich dabei um den Milit&auml;rkeynesianismus. Dieser st&auml;rkt u.a. die Unternehmensseite &ouml;konomisch, ohne dabei die Verhandlungsmacht der Lohnabh&auml;ngigen zu verbessern. Vgl. auch: M. Kalecki: Politische Aspekte der Vollbesch&auml;ftigung, in: ders: Krise und Prosperit&auml;t im Kapitalismus, Marburg 1987; N. Chomsky: Haben und Nichthaben, Berlin\/Wien 2000 <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_61\" name=\"foot_61\">&laquo;61<\/a>] Insoweit wird ein neues &bdquo;Wahrheitsregime&ldquo; etabliert, welches &bdquo;den Betroffenen glauben machen will, dass das Strukturproblem &gt;Massen- und Langzeitarbeitslosigkeit&lt; nach einem Vierteljahrhundert Persistenz und Kumulation jetzt durch pers&ouml;nliches Bem&uuml;hen und individuelle Aktivierung zu l&ouml;sen sei.&ldquo; (A. Trube: &gt;Besser irgendeine Arbeit als keine Arbeit?&lt; - Kritik einer qualit&auml;tsblinden Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, in: WSI Mitteilungen 4\/2005) Zu den eigentlichen Ursachen der Arbeitslosigkeit siehe u.a. R. Roth: Nebensache Mensch, Frankfurt\/M. 2003; A. M&uuml;ller: Reforml&uuml;gen, M&uuml;nchen 2004..<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_62\" name=\"foot_62\">&laquo;62<\/a>] U. Berlit: Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, in: info also 5\/2003<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_63\" name=\"foot_63\">&laquo;63<\/a>] &bdquo;Es handelt sich also nicht um eine freiwillige Vereinbarung, sondern &ndash; um mit Marlon Brando zu sprechen &ndash; um einen Vertrag, &gt;den man nicht ablehnen kann&lt;.&ldquo; Aus: Reinhard Jellen: Verfassungsrechtliche Verwirrungen um Hartz IV; in: www.telepolis.de v. 3.03.05. Hier best&auml;tigt sich wieder einmal die alte Erkenntnis &uuml;ber die b&uuml;rgerliche Gesellschaftsordnung, dass Grund- und B&uuml;rgerrechte keinen Selbstzweck, sondern nur ein Mittel f&uuml;r einen h&ouml;heren Zweck besitzen, welche dann einkassiert werden, wenn sie als Mittel f&uuml;r den h&ouml;heren Zweck versagen. Genauer:  In dem Augenblick, wo die Grund- und B&uuml;rgerrechte nicht mehr als ein erfolgreiches Mittel f&uuml;r die &ouml;konomische Entwicklung der Nation, sondern als ein Hindernis f&uuml;r das &ouml;konomische Fortkommen auf dem Weltmarkt durch die Machtelite angesehen werden, entledigt man sich dieser Rechte St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck, man schr&auml;nkt sie ein oder schafft sie ab, deshalb f&auml;ngt man bei den f&uuml;r den Erfolg der Nation v&ouml;llig unn&uuml;tzen Erwerbslosen an. Hartz IV dokumentiert diese Erkenntnis, was juristisch durch den Bundesverwaltungsrichter Prof. Berlit belegt wird: &bdquo;Diese Asymmetrie von Fordern und F&ouml;rdern wird durch den Zwang verst&auml;rkt, eine Eingliederungsvereinbarung abschlie&szlig;en zu m&uuml;ssen. (...) Der sanktionsbewehrte Kontrahierungszwang greift unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig in die durch Art. 2 Abs. 1 GG gesch&uuml;tzte Vertragsfreiheit ein. (...) Der R&uuml;ckgriff auf die Vertragsform trotz fehlender rechtsgesch&auml;ftlicher Abschlussfreiheit ist ein Formenmissbrauch des Gesetzgebers, der die Befugnis zur einseitigen Anordnung durch den sanktionsbewehrten Zwang zur rechtsgesch&auml;ftlichen Selbstunterwerfung ersetzt. Diesem Formenmissbrauch steht auch Art. 20 Abs. 1 GG entgegen. Wegen der deutlich geringeren Rechtsschutzm&ouml;glichkeiten ist auch Art. 19 Abs. 4 GG ber&uuml;hrt: Der Einzelne darf nicht durch einen sanktionsbewehrten gesetzlichen Kontrahierungszwang zur Gestaltung seiner Rechtsbeziehungen zur &ouml;ffentlichen Gewalt (...) in einer Form gezwungen werden, bei der sich an klare Verfahrensstrukturen gebundene Mitwirkungsobliegenheiten in vertragliche fixierte, verbindliche &gt;Selbstverpflichtung&lt; ohne effektiven Rechtsschutz aufl&ouml;sen und bei dem ihm f&uuml;r die Inhaltskontrolle die Zustimmung zum Vertrag entgegengehalten werden kann. Dies gilt umso mehr, als die Verfahrensrechte des erwerbslosen Hilfebed&uuml;rftigen in der &gt;Verhandlungssituation&lt;, also beim Zustandekommen der Eingliederungsvereinbarung, nicht ausgeformt sind; die wegen der Beweislastverteilung riskante Berufung auf einen entgegenstehenden &gt;wichtigen Grund&lt; bietet keinen wirksamen Schutz gegen unqualifizierte, &uuml;berforderte oder gar &gt;b&ouml;swillige&lt; Fallmanager, die &gt;Verhandlungssituation&lt; selbst ist wirksamer gerichtlicher Kontrolle nicht zug&auml;nglich.&ldquo;  Des Weiteren haben Widerspr&uuml;che keine aufschiebende Wirkung gegen&uuml;ber Sanktionen mehr. Aus: U. Berlit: Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, in: info also 5\/2003; zur weiteren Entrechtlichung der Erwerbslosen durch Hartz IV: A. Br&uuml;hl: SGBII: Zur&uuml;ck in der Arbeitsf&uuml;rsorge; in: info also 3\/2004; F. Rentschler: Der Zwang zur Selbstunterwerfung; in: Exit! 1\/2004; G. L&uuml;tge: In zweifelhafter Verfassung. Verst&ouml;&szlig;t Hartz IV gegen das Grundgesetz?, in: Die Zeit v. 12.08.04<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_64\" name=\"foot_64\">&laquo;64<\/a>] Auch hier gibt der ideologische Staatsapparat der Bundesagentur  (IAB) Auskunft, wenn es dort hei&szlig;t: &bdquo;Je mehr den Arbeitslosen (&hellip;) abverlangt wird, desto intensiver wird deren Suche. (&hellip;) Insgesamt erh&ouml;ht sich durch die Reform der Druck auf Arbeitslose, eine Erwerbst&auml;tigkeit aufzunehmen. (&hellip;) Es ist davon auszugehen, dass durch die verst&auml;rkten Suchbem&uuml;hungen von Arbeitslosen der Wettbewerb am Arbeitsmarkt, vor allem am unteren Ende der Lohnskala, zunimmt.&ldquo; Und damit meinen die Autoren nichts anderes, als dass hier die L&ouml;hne noch weiter nach unten gedr&uuml;ckt werden, ja und dann w&auml;chst in der neoliberalen Weltsicht die Anzahl der Arbeitspl&auml;tze wieder, die dann ALG II als Lohnerg&auml;nzung bed&uuml;rfen, wie selbst noch vom Autorenpaar positiv hervorgehoben wird (S. Koch\/U. Walwei: Hartz IV: Neue Perspektiven f&uuml;r Langzeitarbeitslose?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 16\/2005).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_65\" name=\"foot_65\">&laquo;65<\/a>] So sehr treffend formuliert von C. Butterwegge: Krise und Zukunft des Sozialstaates, Wiesbaden 2006, S. 196<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_66\" name=\"foot_66\">&laquo;66<\/a>] Mit der bedingungslosen Verpflichtung zur Arbeit wird der bei den neoliberalen Ideologen viel kritisierte &gt;Mindestlohn&lt;, der durch die H&ouml;he der Sozialhilfe bzw. Arbeitslosengeld II gegeben sein soll, endlich ausgehebelt. Damit ist der Lohndr&uuml;ckung (aber auch die Ersetzung von regul&auml;ren Arbeitspl&auml;tze durch Mini-Jobs etc.) durch das Kapital T&uuml;r und Tor ge&ouml;ffnet, da von nun an das Arbeitslosengeld II als &gt;Lohnerg&auml;nzung&lt; (statt  wie bisher als Lohnersatz) zum nicht mehr existenzsichernden Lohn durch das Kapital genutzt werden kann, d.h. vielmehr, es handelt sich hierbei um eine indirekte staatliche Subvention f&uuml;r das Kapital, da es nun noch niedrigere L&ouml;hne als zuvor bezahlen und damit seine Profitrate erh&ouml;hen kann (M. Bongards: Hartz IV &ndash;Realit&auml;t des neuen Gesetzes, in: Kindler u.a. (Hg): Die Folgen der Agenda 2010, Hamburg 2004; C. Br&uuml;tt: Von Hartz zur Agenda 2010, in: Prokla 4\/2003) Etwas allgemeiner formuliert es der neoliberale H.-W. Sinn (ifo-Institut): &bdquo;In Wahrheit geht es um eine Lohnsenkung. Die kommt zustande, weil durch die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe die bislang Beg&uuml;nstigten  auf die Sozialhilfe zur&uuml;ckfallen und bereit sein werden, f&uuml;r weniger Geld zu arbeiten.&ldquo; Zitiert nach G. Gillen: Hartz IV, S. 19, Reinbek 2004; vgl.: Koch\/Walwei: Frischer Wind f&uuml;r den Arbeitsmarkt?, in: Archiv f&uuml;r Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit 1\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_67\" name=\"foot_67\">&laquo;67<\/a>] So einf&uuml;hlsam der neoliberale DIW-Chef K. F. Zimmermann: Eine Zeitenwende am Arbeitsmarkt, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 16\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_68\" name=\"foot_68\">&laquo;68<\/a>] Damit konstituiert sich wieder ein Verh&auml;ltnis zwischen Erwerbslosen und dem Staat, das die Rechtsprechung fr&uuml;herer Tage f&uuml;r unvereinbar mit dem Grundgesetz hielt, denn diese ging davon aus, &bdquo;dass die urspr&uuml;nglich als Armenpflege bezeichnete F&uuml;rsorge dem Bed&uuml;rftigen lediglich aus Gr&uuml;nden der &ouml;ffentlichen Ordnung, aber nicht um seiner selbst zu gew&auml;hren sei, und er daher nicht Subjekt der beh&ouml;rdlichen Verpflichtung, sondern nur Objekt des beh&ouml;rdlichen Handelns sei. Diese Auffassung werde jedoch den Leitgedanken des Grundgesetzes &uuml;ber das Verh&auml;ltnis des Menschen zum Staat nicht gerecht, nach denen der Einzelne zwar der &ouml;ffentlichen Gewalt unterworfen, aber nicht Untertan sei, sondern B&uuml;rger. Darum d&uuml;rfe er in der Regel nicht lediglich Gegenstand staatlichen Handelns sein. Er sei vielmehr als selbst&auml;ndige sittlich verantwortliche Pers&ouml;nlichkeit und deshalb als Tr&auml;ger von Rechten und Pflichten anzuerkennen, wenn es um seine Daseinsm&ouml;glichkeiten gehe.&ldquo; (A. Br&uuml;hl: SGBII: Zur&uuml;ck in die Arbeitsf&uuml;rsorger, in: info also 3\/2003, S. 110) 1967 pr&auml;zisierte das Bundesverwaltungsgericht diese Auffassung, indem es hervorhob: &bdquo;Wenn die Bundesrepublik als ein sozialer Rechtsstaat verfasst und dem Staat die Menschw&uuml;rde anvertraut ist, so kann die F&uuml;rsorge nicht mehr als polizeiliche Armenpflege verstanden werden. Sie ist ein Teil der der staatlichen Gewalt aufgegebenen aktiven Sozialgestaltung&hellip;&ldquo; (zitiert nach: A. Trube: Vom Wohlfahrtsstaat zum Workfarestaat &ndash; Sozialpolitik zwischen Neujustierung und Umstrukturierung, in: H. J. Dahme u.a. (Hg): Soziale Arbeit f&uuml;r den aktivierenden Staat, Opladen 2003, S. 199f.) Mit Hartz IV jedoch gilt wieder: &bdquo;Der erwerbsf&auml;hige Mensch wird zum Objekt der Arbeitsf&uuml;rsorge, die seine Erwerbsf&auml;higkeit fordert, ohne angemessen auf seine Pers&ouml;nlichkeit einzugehen und ihm Rechte zu geben.&ldquo; (A. Br&uuml;hl a.a.O.; Herv. im Original) <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_69\" name=\"foot_69\">&laquo;69<\/a>] W. Lieb: Hessens Justizminister propagiert Fu&szlig;fessel f&uuml;r Langzeitarbeitslose; in: <a href=\"?p=535\">www.nachdenkseiten.de<\/a> v. 26.04.05<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_70\" name=\"foot_70\">&laquo;70<\/a>] So die f&uuml;r das Agieren der Reichen und Konzerne zutreffenden Formulierungen werden freilich in der Konzernpresse (bzw. durch die Machtelite) nur immer auf die Lohnabh&auml;ngigen, Arbeitslosen und Erwerbsunf&auml;higen bezogen; wie richtig diese auf das Kapital bezogenen Formulierungen sind, zeigen H. Weiss\/E. Schmiederer in ihrem Buch &bdquo;Asoziale Marktwirtschaft. Insider aus Politik und Wirtschaft enth&uuml;llen, wie die Konzern den Staat auspl&uuml;ndern&ldquo;, K&ouml;ln 2004<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_71\" name=\"foot_71\">&laquo;71<\/a>] E. M. Thoms: Die Gratis-Konkurrenz, in: Die Zeit v. 1.06.06<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_72\" name=\"foot_72\">&laquo;72<\/a>] Das Zusammenstreichen der beruflichen Weiterbildung (von 1998: 608.000 Neueintritte in berufliche Weiterbildung; 2005: 37.849 Ma&szlig;nahmen der beruflichen Weiterbildung, Gesamt: 54.632) ist dabei nur ein Bestandteil des K&uuml;rzungsprogramms der arbeitsmarktpolitischen Instrumente: &bdquo;Der Vergleich zu 1998 zeigt jetzt schon, dass in der Tendenz alle anderen besch&auml;ftigungsschaffenden Ma&szlig;nahmen, vor allem die mit gef&ouml;rderten Arbeitsvertr&auml;gen, zugunsten der Erweiterung der Ein-Euro-Jobs abgebaut oder ganz gestrichen werden und das f&uuml;r alle Arbeitslosen.&ldquo; H. Spindler: &gt;Ein-Euro-Jobs&lt; und Arbeitsmarktreform, in: <a href=\"?p=240\">www.nachdenkseiten.de<\/a> v. 28.02.06; vgl. Roth\/Thome: Leitfaden ALGII\/Sozialhilfe, Frankfurt a.M. 2006, 317ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_73\" name=\"foot_73\">&laquo;73<\/a>] E.M. Thoms: Die Gratis-Konkurrenz, in: Die Zeit v. 1.06.06<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_74\" name=\"foot_74\">&laquo;74<\/a>] Angaben aus der Forschungsanstalt der Arbeitsagentur: A. Kettner\/M. Rebien: &bdquo;Arbeitsgelegenheiten&ldquo;, IAB-Forschungsbericht 2\/2007. Allerdings sind diese Zahlen unvollst&auml;ndig, da die Angaben &uuml;ber Ein-Euro-Jobs aus den sogenannten Optionskommunen nicht in die Statistik eingegangen sind (ebd., 12).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_75\" name=\"foot_75\">&laquo;75<\/a>] Ein Beispiel hierf&uuml;r: &bdquo;Wer k&uuml;nftig Hartz IV beantragt, muss  seine Arbeitswilligkeit unter Beweis stellen. Das sieht das Optimierungsgesetz f&uuml;r das Zweite Buch des Sozialgesetzbuches (SGBII) vor, mit dem die gro&szlig;e Koalition 1, 2 Milliarden Euro bei den Langzeitarbeitslosen einsparen will. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Klaus Brandner, sagte der Morgenpost: &gt;Diejenigen, die Leistungen beanspruchen, sollen ohne zeitliche Verz&ouml;gerung Angebote von Trainingsma&szlig;nahmen, Arbeitsangelegenheiten oder konkreten Stellen bekommen.&lt; Von diesem &gt;Sofortangeboten&lt; versprechen sich die Koalition&auml;re auch eine &Uuml;berpr&uuml;fung der Arbeitsbereitschaft.&ldquo; (Berliner Morgenpost v. 18.04.06) <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_76\" name=\"foot_76\">&laquo;76<\/a>] Also kein Arbeitsverh&auml;ltnis begr&uuml;ndet, dazu: S. Rixen: Rechtliche Grenzen bei &gt;Ein-Euro-Jobs&lt;, in: Soziale Sicherheit 5\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_77\" name=\"foot_77\">&laquo;77<\/a>] G. Gillen: Hartz IV, Reinbek 2004; Roth\/Thome: Leitfaden ALGII\/Sozialhilfe, Frankfurt a.M. 2006<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_78\" name=\"foot_78\">&laquo;78<\/a>] C. Girschner: Die Dienstleistungsgesellschaft. Zur Kritik einer fixen Idee; K&ouml;ln 2003; ders.: Neoliberale Dienstleistungsgesellschaft und die Dienstleistungskategorie bei Adam Smith und Karl Marx, in: Kirchhoff u.a. (Hg): Gesellschaft als Verkehrung; Freiburg 2004<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_79\" name=\"foot_79\">&laquo;79<\/a>] Mit der Einrichtung sogenannter Arbeitsgemeinschaften, d.h. zwischen Kommunen und Arbeitsagentur, haben die Kommunen die f&uuml;r sie vorteilhafte Aufsicht &uuml;ber die Arbeitslosen &uuml;bertragen bekommen. Denn zugleich beuten sie die Arbeitslosen in der Gestalt des Ein-Euro-Jobbers f&uuml;r die Erledigung ihrer kommunalen Aufgaben massenhaft aus, ohne dass eine unabh&auml;ngige Gegenkontrolle im Interesse der Betroffenen existiert. Schlie&szlig;lich sind sich Gesetzgeber und Kommunen darin einig, dass man die kommunalen Kosten mit Hilfe der Ein-Euro-Jobber senken muss: H. Spindler: Keine Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende, in: Soziale Sicherheit 10\/2003.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_80\" name=\"foot_80\">&laquo;80<\/a>] Die Wohlfahrtskonzerne sicherten im September 2004 der Bundesregierung zu, die entsprechende Anzahl von Ein-Euro-Jobs zu schaffen;  vgl. F. Segbers: Arbeit unter Zwang, in: Widerspruch 49\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_81\" name=\"foot_81\">&laquo;81<\/a>] &bdquo;Das erste Experimentierfeld sind die Kirchen und die Wohlfahrtsverb&auml;nde, dann die Kommunen. Gebeutelt durch eine schwere Finanzkrise, wissen sie, dass es unter den Millionen Erwerbslosen viele Qualifizierte gibt: vom Krankenpfleger bis zum P&auml;dagogen. Es erschlie&szlig;t sich ein erhebliches Reservoir. (&hellip;) So k&ouml;nnen und sollen Kinderg&auml;rten, Krankenh&auml;user, Sozialstationen und soziale Dienste betrieben werden&ldquo;,  A. Gr&uuml;nwald: &bdquo;Einmal Ein-Euro-Jobber, immer ein Ein-Euro-Jobber&ldquo;, in: Junge Welt v. 11\/12.12.04; W. Lieb: &bdquo;Ein-Euro-Jobs als Lukratives Gesch&auml;ft&ldquo;, in: Freitag 21\/2006; vgl. &bdquo;Mit dem Ein-Euro-Berater gegen den Notstand&ldquo;, Weser Kurier v. 1.09.04; &bdquo;&gt;Vergelt`s Gott&lt;. Kirche, Diakonie und Caritas im Dienste von &gt;Hartz IV&lt;&ldquo;, Junge Welt v. 29.10.04; &bdquo;Jobben f&uuml;r einen Euro&ldquo;, Junge Welt v. 21.10.04; &bdquo;Gesch&auml;fte mit der Armut&ldquo;, in: Junge Welt v. 2.03.05 <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_82\" name=\"foot_82\">&laquo;82<\/a>] Vor der Einf&uuml;hrung von Ein-Euro-Jobs waren rund 60 000 Zivildienstpl&auml;tze unbesetzt, nach: K. St&ouml;rch: Kirche, Diakonie, Caritas und Hartz IV, in: Sozialismus 12\/2004; vgl. &bdquo;Arbeitslose sollen Zivis ersetzen&ldquo;, Weser Kurier v. 20.08.04; vgl. H. Spindler: &bdquo;&gt;Ein-Euro-Jobs&gt; und Arbeitsmarktreform&ldquo;, in: <a href=\"?p=240\">www.nachdenkseiten.de<\/a> v. 28.02.06<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_83\" name=\"foot_83\">&laquo;83<\/a>] Insbesondere die kirchlichen Institutionen bzw. Sozialverb&auml;nde &bdquo;stehen vor dem finanziellen Aus. Vor diesem Hintergrund versprechen die Ein-Euro-Jobs eine personelle und finanzielle Verbesserung. (&hellip;) die Zusatzjobs erh&ouml;hen die Qualit&auml;t sozialer Dienstleistungen &ndash; und sie senken den Preis&ldquo;, in: K. St&ouml;rch: Kirche, Diakonie, Caritas und Hartz IV, in: Sozialismus 12\/2004; dazu: Roth\/Thome: Leitfaden ALGII\/Sozialhilfe, Frankfurt 2006, S. 33<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_84\" name=\"foot_84\">&laquo;84<\/a>] &bdquo;Unter dem Etikett des &gt;&ouml;ffentlichen Interesses&lt; wird nun auch noch der Arbeitsmarkt der Privatwirtschaft teilweise&ldquo; f&uuml;r die Nutzung von Ein-Euro-Jobber ge&ouml;ffnet &bdquo;und damit eine weitere Grenze niedergerissen.&ldquo; In: H. Spindler: &bdquo;&gt;Ein-Euro-Jobs&gt; und Arbeitsmarktreform&ldquo;, in: <a href=\"?p=240\">www.nachdenkseiten.de<\/a> v. 28.02.06; Roth\/Thome: Leitfaden ALGII\/Sozialhilfe, Frankfurt 2006, S. 25; vgl. S. Rixen: Rechtliche Grenzen bei &gt;Ein-Euro-Jobs&lt;, in: Soziale Sicherheit 5\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_85\" name=\"foot_85\">&laquo;85<\/a>] A. Kettner\/M. Rebien: &bdquo;Arbeitsgelegenheiten&ldquo;, IAB-Forschungsbericht 2\/2007, dort hei&szlig;t es: &bdquo;Der gr&ouml;&szlig;te Teil der Betriebe befindet sich jedoch in Konkurrenzbeziehungen. (&hellip;) Ein unrechtm&auml;&szlig;iger Einsatz Sozialer Arbeitgelegenheiten zum Zweck der Personal- bzw. Kostenreduktion w&uuml;rde hier bedeuten, dass ein Betrieb durch Ver&auml;nderungen der bestehenden zwischenbetrieblichen Kostenrelationen Vorteile erzielt, die sich f&uuml;r andere Betriebe als Nachteile darstellen.&ldquo; (S. 40)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_86\" name=\"foot_86\">&laquo;86<\/a>] H. Spindler: Umbau des deutschen Sozialstaats durch neue Steuerungselemente und Hartz IV, in: Archiv f&uuml;r Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit 1\/2005, S. 59<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_87\" name=\"foot_87\">&laquo;87<\/a>] Z.B. &bdquo;Uni-Misere: Wie an deutschen Hochschulen f&uuml;r 1 Euro geforscht und ohne Lohn gelehrt wird&ldquo;, in: Monitor, Sendung v. 1.03.07; &bdquo;Forschung quasi aus Spa&szlig;&ldquo;, in: Junge Welt v. 26.04.06; &bdquo;Ausbeutung auf h&ouml;chstem Niveau&ldquo;, in: die tageszeitung (nord) v. 25.04.06; &bdquo;Hiwis f&uuml;r einen Euro&ldquo;, in: die tageszeitung v.  5.01.05<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_88\" name=\"foot_88\">&laquo;88<\/a>] Denn: &bdquo;Die Berichte &uuml;ber missbr&auml;uchlichen Einsatz in der Presse, die nur die Spitze des Eisberges abbilden kann, weil der Rest Betriebsgeheimnis ist und angeblich dem Datenschutz unterliegt, sind bereits nicht mehr zu z&auml;hlen.&ldquo; In: H. Spindler: &gt;Ein-Euro-Jobs&gt; und Arbeitsmarktreform, in: www.nachdenkseiten.de v. 28.02.06<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_89\" name=\"foot_89\">&laquo;89<\/a>] Dazu schon die ZDF-Magazin Frontal  21, v. 16.08.05<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_90\" name=\"foot_90\">&laquo;90<\/a>] &bdquo;Erwerbslose zum Streikbruch verpflichtet&ldquo;, in: Junge Welt v. 23.03.06; &bdquo;Ein-Euro-Reservearmee&ldquo;, in: Junge Welt v. 25\/26.02.06<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_91\" name=\"foot_91\">&laquo;91<\/a>] &bdquo;Ausbeutung ohne Lohn. NDR besch&auml;ftigt illegal Ein-Euro-Jobber f&uuml;r GEZ-Antragsbearbeitung&ldquo;, in: Junge Welt v. 30.11.05<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_92\" name=\"foot_92\">&laquo;92<\/a>] Dort wurden Ein-Euro-Jobber auch f&uuml;r &bdquo;v&ouml;llig sinnentleerte&ldquo; Arbeiten eingesetzt: Neuverschmutzung gereinigter Fl&auml;chen, um sie wieder neu zu reinigen. Oder: ein und dieselben W&auml;nde  immer  wieder streichen Oder: Mauer hochziehen, um sie sp&auml;ter einzurei&szlig;en, um wieder von vorn anzufangen; dazu: &bdquo;&gt;Schlimmer als im Knast&lt;&ldquo;, in: Junge Welt v. 13\/14.11.04; ebenso: &bdquo;Einmal Ein-Euro-Jobber, immer Ein-Euro-Jobber&ldquo;, Junge Welt v. 11\/12.12.04;  H. Spindler: &gt;Ein-Euro-Jobs&gt; und Arbeitsmarktreform, in: <a href=\"?p=240\">www.nachdenkseiten.de<\/a> v. 28.02.06<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_93\" name=\"foot_93\">&laquo;93<\/a>] H. Spindler, ebd.; au&szlig;erdem k&ouml;nnen die &bdquo;gemeinn&uuml;tzigen Organisationen&ldquo; nicht eine &bdquo;derart gro&szlig;e Anzahl von  Jobbern (&hellip;)  bei sich unterbringen. Sie gingen deshalb schnell dazu &uuml;ber, ein Verleihsystem zu entwickeln: sie verleihen die Erwerbslosen an Organisationen, die nicht gemeinn&uuml;tzig sind und behalten das &gt;Kopfgeld&lt; ein. Somit sind zwei Gewinner auszumachen: der gemeinn&uuml;tzige Tr&auml;ger, der Monat f&uuml;r Monat eine bestimmte Summe pro Kopf einstreicht, und die Nehmer-Organisation, die Personalkosten einspart und keine neuen Leute einstellen muss.&ldquo; C. Sonnenfeld: Der Zwang heiligt die Mittel. Ein-Euro-Jobs und ihre Profiteure am Beispiel Frankfturt\/M., in: www.links-netz.de v. Juni 2007<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_94\" name=\"foot_94\">&laquo;94<\/a>] Zu diesen Beispielen siehe: &bdquo;Ein-Euro-Jobs verdr&auml;ngen &gt;richtige&lt; Jobs&ldquo;, in: Der Stern v. 11.08.05; &bdquo;Besonders billige Arbeitskr&auml;fte&ldquo;, in: Der Stern v. 3.11.05; S. Rixen: Rechtliche Grenzen bei &gt;Ein-Euro.Jobs&lt;, in: Soziale Sicherheit 5\/2005<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_95\" name=\"foot_95\">&laquo;95<\/a>] Der Stern, ebd.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_96\" name=\"foot_96\">&laquo;96<\/a>] Dies hat sogar der neoliberale &gt;Spiegel&lt; (43\/2005) einmal &uuml;ber den Missbrauch der Ein-Euro-Jobber bemerkt, ansonsten wurde dar&uuml;ber nicht mehr berichtet.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_97\" name=\"foot_97\">&laquo;97<\/a>] R. Roth: Unsere Existenz ist bedroht!, www.klartext.de v. 29.10.04; vgl. Roth\/Thome: Leitfaden ALGII\/Sozialhilfe, Frankfurt 2006; C. Butterwegge: Krise und Zukunft des Sozialstaates, Wiesbaden 2006, S. 198f. \/p&gt;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_98\" name=\"foot_98\">&laquo;98<\/a>] Dazu der Bericht in der ARD-Sendung Report Mainz: Wer verdient an den Ein-Euro-Jobs?, v. 12.06.06<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_99\" name=\"foot_99\">&laquo;99<\/a>] &bdquo;Der Bundesrechnungshof stie&szlig; beispielsweise auf Ma&szlig;nahmen, die notwendige Arbeiten im Pflege- und Reinigungsbereich, termingebundene Bauhilfsarbeiten, Service- und Ausschankaktivit&auml;ten im gastronomischen Bereich oder den Einsatz in einem &uuml;ber Arbeitsgelegenheiten finanzierten Orchester umfassten.&ldquo; In: &bdquo;Hartz IV &ndash; ist offener Strafvollzug!&ldquo;, www.trend.infopartisan.net 03\/2007 (ohne Verfasser)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_100\" name=\"foot_100\">&laquo;100<\/a>] E.-M. Thoms: &bdquo;Die Gratis-Konkurrenz&ldquo;, in: Die Zeit v. 1.06.06; vgl. A. Kettner\/M. Rebien: &bdquo;Arbeitsgelegenheiten&ldquo;, IAB-Forschungsbericht 2\/2007, dort hei&szlig;t es auch: &bdquo;In fast der H&auml;lfte aller Betriebe mit Sozialen Arbeitsgelegenheiten erf&uuml;llt unserer Einsch&auml;tzung nach mindestens ein Teil der Sozialen Arbeitsgelegenheiten die gesetzlichen Voraussetzungen f&uuml;r ihre Einrichtung nicht.&ldquo; (S. 40)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_101\" name=\"foot_101\">&laquo;101<\/a>] E.-M. Thoms: &bdquo;Die Gratis-Konkurrenz&ldquo;, in: Die Zeit v. 1.06.06; Ein-Euro-Jobs verdr&auml;ngen &gt;richtige&lt; Jobs&ldquo;, in: Der Stern v. 11.08.05; &bdquo;Besonders billige Arbeitskr&auml;fte&ldquo;, in: Der Stern v. 3.11.05<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_102\" name=\"foot_102\">&laquo;102<\/a>] Vgl. beispielsweise dazu:  &bdquo;Verdr&auml;ngungsjobs. Dossier des Erwerbslosenausschusses von ver.di Berlin zeigt, was Ein-Euro-Jobs sind und wozu sie dienen&ldquo; , in: Junge Welt v. 18.04.06; am Beispiel Berlin: &bdquo;Die Arbeitsplatzvernichter&ldquo; in: Junge Welt v. 1.6.05; am Beispiel von Dortmund: &bdquo;&gt;Arbeitsgelegenheit&lt; - Arbeiten ohne Wert?&ldquo; von W. Richter, in: Junge Welt v. 25.08.05, dazu auch: ders.: &bdquo;Paradiesische Zeiten&ldquo;, in: Junge Welt v. 3.01.07, I. Vellay:  &bdquo;&gt;Hausfrauisierung&lt; auf dem Arbeitsmarkt&ldquo;, in: Junge Welt v. 2.01.07, dies.: &bdquo;Krisenbew&auml;ltigung durch &gt;&ouml;ffentliche Hausfrauen&lt;&ldquo;, in: Junge Welt v. 26.08.05<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_103\" name=\"foot_103\">&laquo;103<\/a>] A. Kettner\/M. Rebien: &bdquo;Arbeitsgelegenheiten&ldquo;, IAB-Forschungsbericht 2\/2007<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_104\" name=\"foot_104\">&laquo;104<\/a>] So W. Lieb: &bdquo;Ein-Euro-Jobs als lukratives Gesch&auml;ft&ldquo;, in: Freitag  21\/2006<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_105\" name=\"foot_105\">&laquo;105<\/a>] Dies hat wiederum negative Folgen auf die j&auml;hrlich vorgenommene Berechnung der Rentenerh&ouml;hung; H. Spindler: &bdquo;&gt;Ein-Euro-Jobs&gt; und Arbeitsmarktreform&ldquo;, in: <a href=\"www.nachdenkseiten.de\">www.nachdenkseiten.de<\/a> v. 28.02.06; vgl. &bdquo;Daten und Fakten. Ziel der Ma&szlig;nahme: Ersatz regul&auml;rer Jobs&ldquo;, in: Junge Welt v.  6.09.06, zu weiteren kreativen Buchf&uuml;hrung zwecks Senkung der Arbeitslosen in der Statistik: I. Koff: Zahlen k&ouml;nnen tr&uuml;gen, Soziale Sicherheit 8-9\/2004<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_106\" name=\"foot_106\">&laquo;106<\/a>] V.Forrester: Die Diktatur des Profits, M&uuml;nchen 2002, S. 5<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_107\" name=\"foot_107\">&laquo;107<\/a>] M. Opielka: Alternativen zur Aktivierung?, in: Archiv f&uuml;r Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit 1\/2005, S. 39f.; ders.: Grundeinkommen statt Hartz IV, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 9\/2004; ausf&uuml;hrlich dazu: ders.: Sozialpolitik. Grundlagen und vergleichende Perspektiven, Reinbek 2004, 86ff.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_108\" name=\"foot_108\">&laquo;108<\/a>] &bdquo;Nach neoliberaler Lesart war die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe ohnehin nur der Anfang eines Prozesses, in dessen weiterem Verlauf auch das Arbeitslosengeld, die &uuml;brigen Lohnersatzleistungen, die staatliche Arbeitsvermittlung sowie die Ma&szlig;nahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik und auf der Finanzierungsseite zwecks Entlastung der Unternehmen von (gesetzlichen) Lohnnebenkosten die Beitr&auml;ge zur Arbeitslosenversicherung entfallen sollen&ldquo;; C. Butterwegge: Krise und Zukunft des Sozialstaates, Wiesbaden 2006, S. 194.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_109\" name=\"foot_109\">&laquo;109<\/a>] V.Forrester: Die Diktatur des Profits, M&uuml;nchen 2002, S. 128<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_110\" name=\"foot_110\">&laquo;110<\/a>] Im folgenden: ifo Schnelldienst 2\/2006: Aktivierende Sozialhilfe 2006: Das Kombilohn-Modell des ifo Institutes<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_111\" name=\"foot_111\">&laquo;111<\/a>] Ebd.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_112\" name=\"foot_112\">&laquo;112<\/a>] Danach sollen, wie der ideologische Staatsapparat in Gestalt des Sachverst&auml;ndigenrates 2002 ausf&uuml;hrte,  Erwerbslose &bdquo;ihre Arbeitskraft kommunalen Besch&auml;ftigungsagenturen mit einer Wochenarbeitszeit von 35 Stunden zur Verf&uuml;gung stellen, die ihre Besch&auml;ftigten entweder zu gemeinn&uuml;tziger Arbeit heranziehen, sie in Zusammenarbeit mit dem &ouml;rtlichen Arbeitsamt vermitteln oder an die Privatwirtschaft verleihen.&ldquo; (Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Jahresgutachten 2002\/03, Wiesbaden 2002, S. 257; vgl. dies.: Jahresgutachten 2003\/04, S. 403, u. Jahresgutachten 2005\/06, S. 186)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_113\" name=\"foot_113\">&laquo;113<\/a>] Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Arbeitslosengeld II reformieren: Ein zielgerichtetes Kombilohnmodell, Wiesbaden 2006; dies.: Jahresgutachten 2006\/07, S. 390; &bdquo;Nur 241 Euro zum Leben? Sachverst&auml;ndigenrat pl&auml;diert f&uuml;r das soziale Elend&ldquo;, in: Junge Welt v. 6.09.06; W. Lieb: Sachverst&auml;ndigenrat will den Arbeitszwang erh&ouml;hen. Das Arbeitslosengeld II soll um 30% gek&uuml;rzt werden, in: <a href=\"?p=1678\">www.nachdenkseiten.de<\/a>, v. 6.09.06; <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_114\" name=\"foot_114\">&laquo;114<\/a>] Treffend formuliert von W. Lieb, ebd.; &bdquo;Das garantierte soziokulturelle Existenzminimum&ldquo;, schreibt der neoliberale Sachverst&auml;ndigenrat zynisch, &bdquo;wird durch die Absenkung des Regelsatzes (um 30%; C. G.) nicht infrage gestellt, da jedem Leistungsempf&auml;nger die M&ouml;glichkeit geboten wird, durch die T&auml;tigkeit in einer Arbeitsgelegenheit das gleiche Einkommen wie vor der Absenkung zu erreichen.&ldquo; (Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Jahresgutachten 2006\/07, Wiesbaden 2006, S. 390)<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_115\" name=\"foot_115\">&laquo;115<\/a>] S. Koch\/U. Walwei: Hartz IV: Neue Perspektiven f&uuml;r Langzeitarbeitslose?, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 16\/2005 <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_116\" name=\"foot_116\">&laquo;116<\/a>] &bdquo;Pl&auml;doyer f&uuml;r Zwangsarbeit&ldquo;, in: Junge Welt v. 27.11.03; R. Roth: Aufschwung &ndash; f&uuml;r wen?, Vortrag v. 30.11.05, in: www.klartext.de<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_117\" name=\"foot_117\">&laquo;117<\/a>] &bdquo;Glos hofft auf Job-Wunder&ldquo;, in: S&uuml;ddeutsche Zeitung v. 23.03.07; B. Paetz: ALGII-Empf&auml;nger zum Einsatz, in: Freitag 10\/2007<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_118\" name=\"foot_118\">&laquo;118<\/a>] V. Forrester: Die Diktatur des Profits, M&uuml;nchen 2002, S. 77f. , Herv. im Original<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ein-Euro-Job-&Ouml;konomie ist ein gigantisches Wohlfahrtsprogramm f&uuml;r die Besch&auml;ftigungstr&auml;ger, privaten Arbeitsvermittler und f&uuml;r die finanziell ausgebluteten Kommunen, aber vor allem f&uuml;r die sozialen wie kulturellen Tr&auml;ger und Wohlfahrtskonzerne darstellt. Diese eignen sich die Arbeitsleistungen der Erwerbslosen kostenlos sowie die bundesstaatlich mitgesponserten &bdquo;Verwaltungspauschalen&ldquo; f&uuml;r die Besch&auml;ftigung der Erwerbslosen gewinnbringend an.<br \/> Die Hartz-Reformen bedeuten letztlich: <\/p>\n<ul>\n<li>die<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2574\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[147,140,11],"tags":[661,1737,288,479,307,1738,389],"class_list":["post-2574","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arbeitslosgigkeit","category-hartz-gesetze-buergergeld-grundsicherung","category-strategien-der-meinungsmache","tag-clement-wolfgang","tag-ein-euro-jobs","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-reservearmee","tag-sanktionen","tag-sozialmissbrauch","tag-sozialrassismus"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2574","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2574"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2574\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29764,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2574\/revisions\/29764"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2574"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2574"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2574"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}