{"id":25848,"date":"2015-04-27T10:19:11","date_gmt":"2015-04-27T08:19:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25848"},"modified":"2024-09-12T05:30:20","modified_gmt":"2024-09-12T03:30:20","slug":"inside-is-10-tage-im-islamischen-staat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25848","title":{"rendered":"Inside IS: 10 Tage im &#8216;Islamischen Staat&#8217;"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150427_todenh.jpg\" alt=\"J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer\" title=\"J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer\"><\/div><p>Der sogenannte &bdquo;Islamische Staat&ldquo; ist das gr&ouml;&szlig;te Terror-Ph&auml;nomen unserer Zeit. F&uuml;r die meisten scheint er aus dem Nichts gekommen zu sein. Doch ist dem wirklich so? Und wie gef&auml;hrlich ist der &lsquo;IS&rsquo;? Zu diesen Fragen sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit dem Publizisten und ehemaligen Medienmanager <strong>J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer, heute ist Ihr neues Buch &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Inside-IS-10-Tage-im-Islamischen-Staat\/Juergen-Todenhoefer\/e487332.rhd\">Inside IS &ndash; 10 Tage im &lsquo;Islamischen Staat&rsquo;<\/a>&ldquo; erschienen. Darin beschreiben Sie Ihre Erlebnisse vom Dezember 2014, als Sie als bisher einziger westlicher Journalist in das Zentrum des IS-Staats reisten und dort 10 Tage Interviews f&uuml;hrten.&nbsp;Was ist neu in Ihrem Buch? War nicht schon alles bekannt?<\/strong><\/p><p>Recht wenig war bisher bekannt: Der nicht abrei&szlig;ende t&auml;gliche Nachschub an jungen Ausl&auml;ndern, die unglaubliche Begeisterung der K&auml;mpfer, die Tatsache, dass die R&uuml;ckkehrer in den Augen des IS &lsquo;Fahnenfl&uuml;chtige&rsquo; sind, der bescheidene Alltag der K&auml;mpfer, dass die vom Westen finanzierte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freie_Syrische_Armee\">Freie Syrische Armee<\/a> Hauptmunitions-Lieferant des IS ist usw., all das wusste man nicht wirklich. Statt Fakten gab es Vermutungen, Ger&uuml;chte und fast t&auml;glich Falschmeldungen.<\/p><p>Im Grunde steht in dem Buch fast alles, was man &uuml;ber den IS wissen muss. Warum gehen so viele junge Leute aus aller Welt dort hin? Wie denken sie? Was machen sie dort den ganzen Tag? Was denken die Einheimischen &uuml;ber sie? Wie sieht das t&auml;gliche Leben als Mitglied der weltgr&ouml;&szlig;ten Terrororganisation unserer Zeit aus? Die meisten Antworten zu diesen Fragen sind schockierend. Ich habe in meinem Leben schon einiges erlebt. Aber beim IS klappte mir &nbsp;mehrfach die Kinnlade runter.&nbsp;<\/p><p><strong>Was war denn Ihre Motivation f&uuml;r diese lebensgef&auml;hrliche Reise?<\/strong><\/p><p>Ich wollte das Ph&auml;nomen IS verstehen. Als ehemaliger Richter ist es f&uuml;r mich normal, mit allen Seiten zu sprechen. Au&szlig;erdem muss man seine Feinde kennen, um sie besiegen zu k&ouml;nnen. Ich hatte in Syrien mehrfach mit Assad gesprochen, mit Vertretern der Opposition, mit F&uuml;hrern und K&auml;mpfern verschiedener Rebellengruppen, einschlie&szlig;lich der Freien Syrischen Armee und der al-Nusra-Front. Der IS hatte sich neben Assad zunehmend als st&auml;rkste Kraft in diesem grauenvollen Konflikt etabliert. Das hatte ich &uuml;brigens schon vor 15 Monaten vorausgesagt. Damals war ich daf&uuml;r noch heftig kritisiert worden. Da Ferndiagnosen einen selten weiterbringen, habe ich letztes Jahr dann Kontakt mit deutschen Jihadisten verschiedener Organisationen in Syrien aufgenommen. Einige von ihnen waren beim IS. Mit denen habe ich intensiv geskypt. Aber auch via Skype konnte ich mir kein abschlie&szlig;endes Urteil bilden, also bin ich letztendlich hin.&nbsp;<\/p><p><strong>Wie haben Sie die deutschen Jihadisten gefunden?<\/strong><\/p><p>Gemeinsam mit meinem Sohn habe ich im Internet recherchiert. Wir haben ganz einfach die M&ouml;glichkeiten der sozialen Netzwerke genutzt, um sie zu finden. Da viele junge Leute &ndash; auch Jihadisten &ndash; heutzutage auf Facebook fast alles preisgeben, Wohnort, Freundeskreis, Interessen, Aufenthaltsort, ist das nicht wirklich schwer. Wenn man wei&szlig;, wie man die einzelnen Punkte verbinden muss.<\/p><p><strong>Sie hatten ein bei &Uuml;berdosierung t&ouml;dlich wirkendes Spezialmedikament bei sich. Notfalls auch f&uuml;r Ihren Sohn Frederic und dessen Freund. Ist das verantwortbar?<\/strong><\/p><p>Es war kein Spezialmedikament. Es waren auch keine Giftpillen, wie einige Zeitungen schrieben. Sondern ein normales Medikament, das nur in &Uuml;berdosis t&ouml;dlich wirkt.&nbsp;Die Fahrt zum IS war trotz aller Garantien des sogenannten Kalifats ein Rendezvous mit dem Tod. Ich musste mich mit der nicht hundertprozentig auszuschlie&szlig;enden M&ouml;glichkeit auseinandersetzen, dass ich wie andere Geiseln vor laufender Kamera enthauptet werde. Und f&uuml;r diesen Notfall wollte ich gewappnet sein. So wie manche Spezialkr&auml;fte bei lebensgef&auml;hrlichen Eins&auml;tzen. Warum sollte ich dem IS die M&ouml;glichkeit geben, den Zeitpunkt meines Todes zu bestimmen? Mein Sohn akzeptierte, dass es im Notfall diese Alternative gab. Au&szlig;erdem habe ich wie vor jeder Reise mein Testament neu geschrieben. Beides, das Medikament und die Aktualisierung meines Testaments, geh&ouml;rten f&uuml;r mich zur professionellen Vorbereitung einer solchen Reise. Neben gezielten politischen Kontakten mit einflussreichen Freunden im Mittleren Osten, die ich &uuml;ber die Reise informierte. Um im Notfall die Unterst&uuml;tzung ihrer Regierungen zu bekommen. Sie haben mir nat&uuml;rlich als erstes dringend von der Reise abgeraten.<\/p><p><strong>Man sagt, Sie h&auml;tten letztlich allein durch ihren Besuch Reklame f&uuml;r den IS gemacht.<\/strong><\/p><p>Meine Stellungnahmen nach der Reise und mein Buch sind das Gegenteil einer Reklame f&uuml;r den IS. Ich lasse den IS sich selbst enttarnen. Wer mein Buch liest und trotzdem zum IS auswandern will, hat einen an der Klatsche.<\/p><p>Nochmal: Man muss seine Feinde kennen, um sie besiegen zu k&ouml;nnen. Wenn Sie eine Reportage &uuml;ber einen M&ouml;rder machen, mit ihm reden und manche seiner Argumente bei Ihrer Berichterstattung ber&uuml;cksichtigen, sagt doch auch keiner, Sie w&uuml;rden Werbung f&uuml;r M&ouml;rder machen. Ein Richter, der sich weigert, mit einem vermeintlichen T&auml;ter zu sprechen, nur weil er ihn verabscheut, wird sofort abgesetzt. Wegen erwiesener Dummheit und Inkompetenz.<\/p><p>Mit der Logik h&auml;tte man &uuml;brigens nie detailliert &uuml;ber Bin Laden berichten d&uuml;rfen &ndash;&nbsp;wie etwa der gro&szlig;e US-Journalist Peter Bergen und andere dies taten.<\/p><p><strong>Wie beurteilen Sie die Brutalit&auml;t des IS im Vergleich zu westlicher Brutalit&auml;t?<\/strong><\/p><p>Es ist nicht alles so schwarz-wei&szlig;, wie manche bei uns es gerne h&auml;tten. Der IS zelebriert gnadenlos, was der Westen zu vertuschen versucht. Er will uns zeigen, wie pervers unsere Kriege sind und bringt hierzu den Tod in unsere Wohnzimmer.&nbsp;Uns schockiert die barbarische Brutalit&auml;t des IS, weil wir denken, dass unsere weit entfernten Kriege sauber w&auml;ren. Erst wenn es um Menschen des Westens, um einen von uns sozusagen, geht, merken wir manchmal, wie pervers und grausam jedes T&ouml;ten ist. Auch die 1 Millionen Tote im Irak-Krieg sind nicht vorher bet&auml;ubt worden, bevor sie durch amerikanische Bomben zerfetzt oder verbrannt worden sind. Auch sie haben furchtbar gelitten. Doch das wurde fast nie zur Schau gestellt. Wir konnten es daher leicht verdr&auml;ngen.<\/p><p>Der IS will au&szlig;erdem seinen Gegnern Furcht und Schrecken einjagen. &ldquo;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Shock_and_Awe\">Shock and Awe<\/a>&ldquo;, wie es einst George W. Bush im Irak vorgemacht hat.<\/p><p>Au&szlig;erdem will der IS die US-F&uuml;hrung provozieren, Bodentruppen zu schicken. Zur apokalyptischen finalen Entscheidungsschlacht, von der er tr&auml;umt.<\/p><p>Ein Mitglied unseres IS- Begleitkommandos sagte uns am Schluss der Reise: &ldquo;Ja, wir sind brutal. Aber wir machen es offen, ihr macht es heimlich. Wir haben vielleicht 20.000 Iraker get&ouml;tet, ihr eine Million&rdquo;.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150427_interview_juergen_todenhoefer-illustration_1.jpeg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Der IS &uuml;berspielt dabei allerdings einen wichtigen Unterschied: Der IS t&ouml;tet und qu&auml;lt gezielt Unschuldige, w&auml;hrend der Westen den Tod Unschuldiger nach allem, was man wei&szlig;, nur &ldquo;in Kauf nimmt&rdquo;. Das macht die Taten des IS noch verwerflicher. F&uuml;r die Opfer macht es allerdings keinen Unterschied. Au&szlig;erdem wissen alle Piloten, dass durchschnittlich 90 Prozent der Bombenopfer Zivilisten sind.<\/p><p><strong>Der Friedensforscher Werner Ruf sagte mir im Interview, beim IS ginge es vor allem &bdquo;<a href=\"http:\/\/le-bohemien.net\/2015\/03\/31\/islamischer-staat-es-geht-um-armut-nicht-um-religion\/\">um Armut, nicht um Religion<\/a>&ldquo;. Ist das auch Ihre Einsch&auml;tzung? Was ist denn die Motivation der IS-K&auml;mpfer? Warum tauschen sie mit Begeisterung ihren PC und ihre Playstation gegen ein Plumpsklo aus?<\/strong><\/p><p>Armut weniger. Stattdessen ihre Diskriminierung als Muslime, unsere massiven Ungerechtigkeiten gegen&uuml;ber der muslimischen Welt, die sie st&auml;ndig im Fernsehen oder im Internet sehen, sowie der Glaube, Teil einer gro&szlig;en historischen Auseinandersetzung zu sein. Das tr&auml;gt sie und l&auml;sst sie viele Widrigkeiten vergessen. Um die Jungfrauen im Paradies geht es ihnen weniger.<\/p><p>Die westliche Gewaltt&auml;tigkeit sprengt, wie der Krieg gegen den Irak und auch der allt&auml;gliche Drohnenkrieg zeigen, ja oft in der Tat alle Grenzen. Quantitativ ging sie sogar weit &uuml;ber das hinaus, was uns der brutale IS-Terrorismus heute vorf&uuml;hrt.&nbsp;<\/p><p>Angriffskriege und krasse Ungerechtigkeiten sind aber ein Bumerang, der am Ende fast immer als Terrorismus zur&uuml;ckkommt. Der Westen bek&auml;mpft letztlich seine eigene Gewalt, wie Sartre einmal sagte. Das kapieren viele westliche Politiker leider nicht. &nbsp;<\/p><p>Die IS-K&auml;mpfer sehen im sogenannten Islamischen Staat nun die Chance, sich erfolgreich gegen die Ungerechtigkeiten und Kriege des Westens zu wehren. Sie sehen sich auf einer historischen Mission. Sie wollen Weltgeschichte schreiben. In manchem erinnert mich das an die Kreuzz&uuml;ge, die genauso wenig christlich waren, wie der IS bzw. dessen Taten nun islamisch sind. Und es erinnert mich an die jungen Nazis.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150427_interview_juergen_todenhoefer-illustration_2.jpeg\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Was kritisieren Sie am IS denn am meisten?<\/strong><\/p><p>Seine religi&ouml;se &ldquo;S&auml;uberungsstrategie&rdquo;. Der IS glaubt, er habe die Pflicht und das Recht, alle nicht-abrahamitischen Religionen auszul&ouml;schen. Das hei&szlig;t, Hunderte von Millionen Andersgl&auml;ubiger zu ermorden. Die absolute &Uuml;berzeugung, eine religi&ouml;se Pflicht zu tun, l&auml;sst dabei alle Skrupel schwinden. Als Deutscher darf man dazu nicht schweigen.<\/p><p><strong>Wie sehen Sie das Verh&auml;ltnis des IS zum Islam?<\/strong><\/p><p>Der IS hat sich eine gnadenlose Privatreligion zurechtgestrickt. Mit Islam hat die nichts zu tun. Wenn der IS Islam ist, dann ist der Ku-Klux-Klan das Christentum. Der IS hat mit dem Islam so viel gemeinsam wie Vergewaltigung mit Liebe.&nbsp;<\/p><p>Aus meiner Sicht ist der sogenannte Kalif des IS vielmehr der &ldquo;Anti-Christ&rdquo; des Islam, auch wenn es diese religi&ouml;se Figur im Islam &uuml;berhaupt nicht gibt. Und der sogenannte Islamische Staat ist im Grund ein anti-islamischer Staat. Er m&uuml;sste eigentlich AIS hei&szlig;en.<\/p><p><strong>Wie steht es um die Strategie des Westens in der Auseinandersetzung mit dem IS?<\/strong><\/p><p>Fast alles daran ist falsch. Unsere Politiker haben nach mehr als 14 Jahren gescheiterter Anti-Terror-Kriegs-Politik nichts dazu gelernt. Terrorismus ist eine Ideologie, die man nicht erschie&szlig;en oder wegbomben kann. Man muss sie widerlegen und ihr den N&auml;hrboden entziehen. Ihr N&auml;hrboden, das sind unsere Kriege und unsere Ungerechtigkeiten. Unsere&nbsp; Bomben-Kriege der letzten 14 Jahre waren am Ende Terror-Zuchtprogramme.<\/p><p>Al Qaida sa&szlig; vor 14 Jahren noch versteckt in den H&ouml;hlen Afghanistans. Heute beherrscht der IS einen Terrorstaat so gro&szlig; wie Gro&szlig;britannien. Vor dem Afghanistankrieg gab es weniger als 1.000 internationale Terroristen. Heute sind es &uuml;ber 100.000.&nbsp;<\/p><p><strong>Und was w&auml;re Ihre Strategie gegen den IS?<\/strong><\/p><p>Der IS muss an mehreren Fronten bek&auml;mpft werden. Die erste ist die politisch-milit&auml;rische Front vor Ort. In Syrien und im Irak. Der IS muss dort vor allem von der sunnitischen Bev&ouml;lkerung besiegt und vertrieben werden. Es w&uuml;rde letztlich wahrscheinlich ausreichen, dass ihm die Bev&ouml;lkerung ihre Unterst&uuml;tzung entzieht. Wie schon einmal 2007 im Irak. F&uuml;r hunderte Millionen amerikanischer Dollar &uuml;brigens.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen daher politischen Druck auf die dortigen &uuml;berwiegend schiitisch gepr&auml;gten Regierungen aus&uuml;ben, damit sie die Sunniten angemessen an der Macht beteiligen und nicht mehr diskriminieren oder vernachl&auml;ssigen.<\/p><p>In Syrien wird das leichter sein als im Irak, da in Syrien rund 70 Prozent der IS-K&auml;mpfer Ausl&auml;nder sind, die von der Bev&ouml;lkerung meist nicht akzeptiert werden. Im Irak sind nur 30 Prozent der IS-K&auml;mpfer Ausl&auml;nder.<\/p><p>Die zweite Front ist die ideologische Front. Wir m&uuml;ssen die teilweise absurde pseudo-religi&ouml;se Ideologie des IS widerlegen und dem IS den argumentativen N&auml;hrboden entziehen. Dieser N&auml;hrboden sind unsere Kriege und die Ungerechtigkeit gegen&uuml;ber den Muslimen im Mittleren&nbsp;Osten und bei uns im Westen.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen daf&uuml;r sorgen, dass dem IS dadurch der menschliche Nachschub ausgeht. Muslime, die bei uns gut behandelt werden und sehen, dass wir auch die muslimische Welt fair &ndash; als Partner n&auml;mlich und nicht nur als Tankstelle f&uuml;r unser &Ouml;l etc. &ndash; behandeln, wandern nicht in den Islamischen Staat aus. Vor allem wenn sie realisieren, wie der IS den Koran verdreht und vergewaltigt.<\/p><p>Erst wenn wir aufh&ouml;ren, den Mittleren Osten zu bombardieren und aufh&ouml;ren, dort korrupte, von uns abh&auml;ngige Satellitenstaaten zu schaffen, die ihr Volk ausbeuten, erst dann wird der IS seine Basis verlieren. Terrorismus braucht Ungerechtigkeit als raison d&rsquo;&ecirc;tre. F&uuml;r jedes in Tikrit, Mosul oder Ramadi von uns totgebombte irakische Kind stehen daher 100 neue IS-Terroristen auf.<\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer<\/strong> studierte Rechts- und Staatswissenschaften und wurde 1970 Mitglied der CDU und 1972 Richter an der Strafkammer des Landgerichts Kaiserslautern. Ende 1972 zog er bei vorgezogenen Bundestagswahlen in den Deutschen Bundestag ein, wo er bis 1990 vertreten war. Nach l&auml;ngerer politischer Abstinenz ging er erst nach den Terroranschl&auml;gen vom 11. September 2001 wieder in die &Ouml;ffentlichkeit. Zum Afghanistankrieg und zu den amerikanischen Pl&auml;nen einer Irak-Offensive meldete er sich kritisch zu Wort und sprach sich f&uuml;r diplomatische L&ouml;sungen aus. Er ver&ouml;ffentlichte zahlreiche Bestseller, in deren Zentrum der Einsatz f&uuml;r Frieden durch Verhandlungen steht. 2003 schrieb er &ldquo;Wer weint schon um Abdul und Tanaya?&rdquo;. In &ldquo;Andy und Marwa&rdquo; (2005) schildert Todenh&ouml;fer zwei Schicksale des Irak-Krieges. Es folgten die Bestseller &ldquo;Warum t&ouml;test du, Zaid?&rdquo; (2008) und &ldquo;Teile dein Gl&uuml;ck&rdquo; (2010) sowie &bdquo;Du sollst nicht t&ouml;ten&ldquo; (2013). Am heutigen 27. April erschein sein aktuelles Buch &bdquo;Inside IS&ldquo; im C. Bertelsmann-Verlag.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Artikel: Tomasz Konicz: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.exit-online.org\/link.php?tabelle=autoren&amp;posnr=535\">Globalisierte Barbarei: Ein Versuch, das Ph&auml;nomen &bdquo;Islamischer Staat&ldquo; zu begreifen<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: Karin Leukefeld: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201503273477\/politik\/welt\/im-stellvertreterkrieg.html\">Im Stellvertreterkrieg: &Uuml;berlegungen zur geostrategischen Rolle des Islamischen Staates<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: Deutsch T&uuml;rkische Nachrichten: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de\/2014\/09\/505521\/geopolitik-im-windschatten-der-terror-abwehr-nato-mitglied-tuerkei-kooperiert-mit-is\/\">Geopolitik im Windschatten der Terror-Abwehr: Nato-Mitglied T&uuml;rkei kooperiert mit IS<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer: &bdquo;<a href=\"http:\/\/juergentodenhoefer.de\/unsere-kriege-sind-terror-zucht-programme\/\">Unsere Kriege sind Terror-Zucht-Programme<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer: &bdquo;<a href=\"http:\/\/juergentodenhoefer.de\/terrorismus-hat-mit-islam-genauso-wenig-zu-tun-wie-vergewaltigung-mit-liebe\/\">7 Punkte &uuml;ber das Ph&auml;nomen IS<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Interview: Jens Wernicke: &bdquo;<a href=\"http:\/\/le-bohemien.net\/2015\/03\/31\/islamischer-staat-es-geht-um-armut-nicht-um-religion\/\">Es geht um Armut, nicht um Religion<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: Jeremy H. Keenan: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.opendemocracy.net\/jeremy-h-keenan\/redefining-poor-as-%E2%80%9Cterrorists%E2%80%9D\">Redefining the poor as &lsquo;terrorists&rsquo;<\/a>&rdquo;<\/li>\n<li>Artikel: Dean Obeidallah: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.thedailybeast.com\/articles\/2015\/01\/14\/are-all-terrorists-muslims-it-s-not-even-close.html\">Are All Terrorists Muslims? It&rsquo;s Not Even Close<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: Thomas Pany: &bdquo;<a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/44\/44716\/1.html\">Sinkendes Vertrauen in Demokratie unter jungen Arabern<\/a>&ldquo;<\/li>\n<li>Artikel: Noam Chomsky: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.salon.com\/2015\/02\/16\/noam_chomsky_america_paved_the_way_for_isis_partner\/\">America paved the way for ISIS<\/a>&rdquo;<\/li>\n<li>Artikel: Noam Chomsky: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.democracynow.org\/2015\/3\/3\/noam_chomsky_to_deal_with_isis\">To Deal with ISIS, U.S. Should Own Up to Chaos of Iraq War &amp; Other Radicalizing Acts<\/a>&rdquo;<\/li>\n<li>Artikel: Noam Chomsky: &ldquo;<a href=\"http:\/\/www.democracynow.org\/2015\/3\/2\/noam_chomsky_on_how_the_iraq\">How the Iraq War Birthed ISIS &amp; Why U.S. Policy Undermines the Fight Against It<\/a>&rdquo;<\/li>\n<\/ul><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Eine automatische E-Mail-Benachrichtigung &uuml;ber <strong>neue Texte von Jens Wernicke<\/strong> k&ouml;nnen Sie <a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">hier<\/a> bestellen. Der Autor ist au&szlig;erdem <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/JenseWernickePrivat\">auf Facebook aktiv<\/a>.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/ef6902c7f6da4e06a22a0b2c3ba76ae2\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div style=\"float:right;margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150427_todenh.jpg\" alt=\"J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer\" title=\"J&uuml;rgen Todenh&ouml;fer\"\/><\/div>\n<p>Der sogenannte &bdquo;Islamische Staat&ldquo; ist das gr&ouml;&szlig;te Terror-Ph&auml;nomen unserer Zeit. F&uuml;r die meisten scheint er aus dem Nichts gekommen zu sein. Doch ist dem wirklich so? Und wie gef&auml;hrlich ist der &lsquo;IS&rsquo;? Zu diesen Fragen sprach <strong>Jens Wernicke<\/strong> mit dem Publizisten und ehemaligen Medienmanager<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25848\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[35,209,20,166],"tags":[641,1202,304,1553,1270],"class_list":["post-25848","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-interviews","category-landerberichte","category-terrorismus","tag-irak","tag-isis","tag-kriegsverbrechen","tag-syrien","tag-todenhoefer-juergen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25848","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25848"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25848\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":121152,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25848\/revisions\/121152"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25848"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25848"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25848"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}