{"id":25929,"date":"2015-05-04T10:07:47","date_gmt":"2015-05-04T08:07:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25929"},"modified":"2024-08-29T18:20:27","modified_gmt":"2024-08-29T16:20:27","slug":"varoufakis-diese-eurozone-hat-keine-zukunft-wenn-sie-sich-nicht-aendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25929","title":{"rendered":"Varoufakis: \u201eDiese Eurozone hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht \u00e4ndert\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Ich sage das schon immer: Kein Land &ndash; und nicht nur Griechenland &ndash; h&auml;tte sich einer derart schlampig konstruierten Gemeinschaftsw&auml;hrung beitreten d&uuml;rfen &ndash; vor allem nicht ein so defizit&auml;res Land wie das unsere. Aber ich bin zugleich der Meinung dass es zweierlei Dinge sind, zu sagen: man durfte nicht eintreten &ndash; und man muss wieder austreten. Anders formuliert: Der Pfad, der uns in die Eurozone gef&uuml;hrt hat, den gibt es nicht mehr; und sollten wir versuchen, den R&uuml;ckweg anzutreten, w&uuml;rden wir sehr unangenehme &Uuml;berraschungen erleben.&ldquo; Ein Interview mit <strong>Yanis Varoufakis<\/strong> in <em>Efimerida ton Syntaktion<\/em> vom 2. Mai 2015, gef&uuml;hrt von <strong>Tassos Pappas<\/strong> und <strong>Marios Christodoulou<\/strong>, &uuml;bersetzt von <strong>Niels Kadritzke<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Viele Leute, die nicht zu Ihren politischen Gegnern geh&ouml;ren, h&ouml;rt man sagen: &bdquo;Der Varoufakis ist ein charismatischer und hochintelligenter Typ, aber er redet zu viel. Und wenn man viel redet &ndash; und das auch noch in einer feindlichen Medienlandschaft &ndash; dann fallen die Schakale &uuml;ber einen her. Wie kommentieren sie das?<\/em><\/p><p>Bis zum &Uuml;bereinkommen vom 20. Februar mit der Eurogruppe, um dessen Zustandekommen wir uns sehr bem&uuml;ht haben, habe ich mich sehr wenig in den (griechischen) Medien ge&auml;u&szlig;ert und mich auf die Darstellung der griechischen Positionen im Ausland konzentriert. Als Finanzminister habe ich die Pflicht, die Erfolglosigkeit des Memorandums-Programms (der Troika) aufzuzeigen, mit dem die ungeheure Opfer des griechischen Volkes voll vergeudet wurden, und das uns die tiefste sozialen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg beschert hat. <\/p><p>Danach hatte ich die Pflicht, diese Vereinbarung (vom 20. Februar) und ihre Vorteile f&uuml;r Griechenland zu erkl&auml;ren und gegen unhaltbare und verzerrte Interpretationen zu verteidigen. Man muss auch sehen, dass ich eine Medienfront gegen mich hatte, die immer feindlicher wurde, je n&auml;her das Ende der &Uuml;berbr&uuml;ckungsperiode r&uuml;ckte, die wir uns am 20. Februar verschafft hatten.<\/p><p><em>Man h&ouml;rt, vor allem von Ihren Gegnern, den Vorwurf des Narzissmus.<\/em><\/p><p>Ich versichere den Leuten, denen das Selbstbewusstsein nicht passt, mit dem diese Regierung der katastrophalen Politik der letzten f&uuml;nf Jahre ihr &bdquo;Nein&ldquo; entgegenh&auml;lt, dass dieses Selbstbewusstsein nicht einem Narzissmus entspringt, sondern dem Auftrag, den wir am 25. Januar (von den W&auml;hlern) bekommen haben.<\/p><p><em>Ja schon, aber einige Ihrer europ&auml;ischen Kollegen scheinen keine gute Meinung &uuml;ber Sie zu haben. Man konnte lesen, dass Sie in der Eurogruppe (von Riga am 27. April) als &bdquo;Taschenspieler&ldquo;, &bdquo;Amateur&ldquo; und &bdquo;Abenteurer bezeichnet wurden. Das sind doch schwerwiegende Anschuldigungen.<\/em><\/p><p>Das w&auml;ren sie in der Tat, wenn sie ausgesprochen worden w&auml;ren. Das ist aber nicht der Fall! Das Klima in Riga war, auf pers&ouml;nlicher Ebene, h&ouml;flich und kultiviert. Dagegen stie&szlig; die griechische Position auf politischer Ebene auf eine Feindseligkeit, die noch &uuml;ber das hinausging, was innerhalb der EU &uuml;blich ist. Aber dabei muss man sich klarmachen: Diese Feindseligkeit war weder gegen mich noch gegen die Regierung gerichtet. Sie richtet sich vielmehr gegen das griechische Volk, das nach wie vor &ndash; angesichts der Politik der Memoranden &ndash; unsere Regierung unterst&uuml;tzt.<\/p><p><em>Diskutieren Sie lieber mit den Typen aus dem Exarchia-Viertel (gemeint sind linksradikale und anarchistische Jugendliche), die Sie beschimpfen, oder mit dem Eurogruppen-Chef  Jeroen Dijsselbloem, der Sie angeblich regelm&auml;&szlig;ig heruntermacht?<\/em><\/p><p>Die Diskussion, die sich nach einem Zusammensto&szlig; (mit Dijsselbloem (NK)) entwickelt hat &ndash; und nach einer Attacke, durch die wir uns bedroht f&uuml;hlten -, verl&auml;uft nach einer eigenen Dialektik, und zwar von Gewaltdrohungen hin zum Dialog. Dieser Verlauf hinterl&auml;sst bei mir sehr positive Gef&uuml;hle. Denn auf der pers&ouml;nlichen Ebene liegen die Dinge v&ouml;llig anders. Und die pers&ouml;nlichen Qualifizierungen, die bei der letzten Eurogruppe angeblich &uuml;ber mich ge&auml;u&szlig;ert wurden, sind unzutreffend und absolut unwahr. <\/p><p><em>Aber Dijsselbloem hat sie nicht dementiert &hellip;<\/em><\/p><p>Ich finde es sehr schlecht, dass Herr Dijsselbloem diese Qualifizierungen nicht dementiert hat, nachdem man ihm eine entsprechende Frage gestellt hatte. Er hat das vers&auml;umt, indem er von einer &bdquo;kritischen Diskussion&ldquo; gesprochen hat. Ich meine, dass dies nicht dem entspricht, was in dem Konferenzraum gelaufen ist, und diese verzerrte Darstellung l&auml;sst mich an der politischen Kultur bei diesem ganzen Vorgang zweifeln. Aber ich betone erneut: In dem Sitzungssaal, aber auch auf pers&ouml;nlichen Ebene, verliefen diese Gespr&auml;che im Rahmen der Eurogruppe durchaus zivilisiert.<\/p><p><em>Nach Medienberichten haben sie zu den jungen Leuten im Exarchia-Viertel gesagt: Sp&auml;testens in einer Woche wird man mich aus der Regierung rausgeworfen haben&hellip;<\/em><\/p><p>In Wirklichkeit habe ich folgendes gesagt: Ich bin kein Politiker, ich bin innerhalb der Politik ein Fremdk&ouml;rper.<\/p><p><em>Die BILD-Zeitung hat sie als &bdquo;libert&auml;ren Kommunisten&ldquo; bezeichnet (eine Verwechslung mit der Springer-Zeitung &bdquo;Die Welt&ldquo; (NK)). Wie w&uuml;rden Sie selbst sich ideologisch verorten?<\/em><\/p><p>Das ist ein weiteres Beispiel f&uuml;r &bdquo;faulen&ldquo; Journalismus. Die beziehen sich offenbar auf einen umfangreichen Artikel, den ich im englischen &bdquo;The Guardian&ldquo; (am 13. Februar 2015) publiziert habe &ndash; und den sie wie &uuml;blich nur oberfl&auml;chlich gecheckt haben. Darin beschreibe ich mich als &bdquo;libert&auml;ren Marxisten&ldquo;. <\/p><p><em>Was bedeutet der Begriff?<\/em><\/p><p>Ich erinnere Sie daran, dass Marx selbst gegen&uuml;ber dem Staat besonders misstrauisch war und sogar glaubte, der Staat m&uuml;sse sich auf dem Weg zu einer guten Gesellschaft selbst abschaffen. Demzufolge muss der Staat dazu benutzt werden, die bestehenden Herrschaftsstrukturen zu &uuml;berwinden, um anschlie&szlig;end Raum f&uuml;r neue Formen einer gesellschaftlichen, dezentralisierten Selbstorganisation zu haben. Aus dieser Perspektive ist mir die Kritik des Staates seitens der Libert&auml;ren und der Anarchisten (w&ouml;rtlich: der anti-exousiaston, also der Machtgegner (NK)) durchaus sympathisch. Auf der anderen Seite vers&auml;umen es die Libert&auml;ren, die Macht des Kapitals &uuml;ber den Menschen (und sogar &uuml;ber die kapitalistischen Staaten) genauso stark zu kritisieren &ndash; eine Kritik, die Marx selbst gl&auml;nzend formuliert hat.<\/p><p>Kurzum, ohne Marx kann man nicht verstehen, wie die Marktgesellschaften funktionieren; zugleich aber halte ich es f&uuml;r einen Fehler der marxistischen Linken, dass sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Begriff der Freiheit verworfen (und damit den Neo-Liberalen &uuml;berlassen) hat, indem sie sich auf den Begriff der Gerechtigkeit konzentriert und zudem auf den Staat fixiert haben. <\/p><p><em>Einige ihrer &ouml;konomischen Fachkollegen sind der Meinung, dass es f&uuml;r Griechenland ein Fehler war, in die Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion einzutreten, dass aber ein Austritt aus der Eurozone ein noch gr&ouml;&szlig;erer Fehler w&auml;re. Stimmen Sie dem zu?<\/em><\/p><p>Ich sage das schon immer: Kein Land &ndash; und nicht nur Griechenland &ndash; h&auml;tte sich einer derart schlampig (w&ouml;rtlich morsch n(NK)) konstruierten Gemeinschaftsw&auml;hrung beitreten d&uuml;rfen &ndash; vor allem nicht ein so defizit&auml;res Land wie das unsere. Aber ich bin zugleich der Meinung dass es zweierlei Dinge sind, zu sagen: man durfte nicht eintreten &ndash; und man muss wieder austreten. Anders formuliert: Der Pfad, der uns in die Eurozone gef&uuml;hrt hat, den gibt es nicht mehr; und sollten wir versuchen, den R&uuml;ckweg anzutreten, w&uuml;rden wir sehr unangenehme &Uuml;berraschungen erleben.<\/p><p><em>Seit Beginn der Verhandlungen mit den Partnern kursiert die Meinung, auch innerhalb der Syriza, dass das Programm von Thessaloniki (das Wahlprogramm der Syriza(NK)) und der Verbleib des Landes in der Eurozone miteinander unvereinbar seien, und zwar vor allem wegen der ung&uuml;nstigen Konstellationen in der heutigen EU. Was sagen Sie dazu?<\/em><\/p><p>Das ist die gro&szlig;e Frage f&uuml;r alle L&auml;nder der Eurozone: Gibt es einen Weg, Europa nach dem Ausbruch der Eurokrise wieder zu einem gemeinsamen Raum des Wohlstands zu machen &ndash; statt zu einer gemeinsamen Falle der Austerit&auml;t und der Deflation?<\/p><p><em>Eine gute Frage. Und die Antwort?<\/em><\/p><p>Seit Jahren schon, und lange bevor ich die politische B&uuml;hne betreten habe, versuche ich, die Frage zu bejahen &ndash; aber es muss dazu der politische Wille da sein. Ich glaube immer noch an eine positive Antwort. Was uns fehlt, ist die Schaffung des politischen B&uuml;ndnisses, das man braucht, um einen solchen Wandel zu realisieren.<\/p><p><em>Also glauben Sie, dass die Eurozone nicht &uuml;berleben kann, wenn sie sich nicht &auml;ndert.<\/em><\/p><p>Diese Eurozone hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht &auml;ndert.<\/p><p><em>Und was Griechenland betrifft, kann das Land ohne neue Kredite auskommen?<\/em><\/p><p>Aber sicher. Allerdings ist eine der Voraussetzungen, dass es zu einer erheblichen Umschuldung kommt. <\/p><p><em>Hat es hinter den Kulissen eine Diskussion &uuml;ber eine substantielle Schuldenentlastung gegeben?<\/em><\/p><p>Ja. <\/p><p><em>Die Gl&auml;ubiger haben, auf wenig elegante Weise, Ihre Degradierung innerhalb des Verhandlungsteams gefordert. Werden sie durch die Ernennung von Tsakalotos (zum Koordinator des Teams (NK)) unter Aufsicht gestellt?<\/em><\/p><p>Die Gl&auml;ubiger w&uuml;rden gerne die ganze Regierung degradieren, jedenfalls wenn sie nicht kapituliert. Der Ministerpr&auml;sident, alle Minister, und die Gesellschaft insgesamt, wir alle weigern uns, diesem Ansinnen zu entsprechen. Was das politische Verhandlungsteam betrifft, das von Anfang an funktioniert hat und jetzt offiziell installiert wurde, so arbeitet es unter meiner Verantwortung, und mein Freund und Genosse Evkleidis Tsakalotos ist f&uuml;r die Koordierung mit anderen Institutionen verantwortlich (also etwa mit der Partei, der Parlamentsfraktion, dem Kabinett, den Arbeitsgruppen auf technischer Ebene). Es handelt sich eher um eine Aufwertung &ndash; von uns allen. Das Ger&uuml;cht, das ich degradiert und innerhalb der Verhandlungsf&uuml;hrung ersetzt wurde, wird dem Licht der Wahrheit nicht standhalten. <\/p><p><em>Werden Sie mit Tsakalotos ein gutes Tandem bilden?<\/em><\/p><p>Das sind wir schon seit langer Zeit. Ich erinnere mich an meine erste Reise als Finanzminister, die ich zusammen mit Evkleidis unternommen habe. Und ich muss Ihnen sagen, dass bei unseren Treffen mit meinen Ministerkollegen sein Beitrag sehr wichtig war; und dass wir beide mit Freude festgestellt haben, wie gut wir uns gegenseitig erg&auml;nzen. Um es einfach zu sagen:  Nichts hat sich ge&auml;ndert. Wie sehr die Kr&auml;fte, die die Regierung zu Fall bringen wollen, sich auch bem&uuml;hen, einen inneren Zwiespalt oder Aufl&ouml;sungserscheinungen (der Regierung) herbeizuf&uuml;hren, es wird ihnen nicht gelingen. <\/p><p><em>Wenn Sie zwischen einem &bdquo;Kreditereignis&ldquo;, also der Zahlungsunf&auml;higkeit, und einem &bdquo;politischen Ereignis&ldquo;, also der Nichtauszahlung von L&ouml;hnen und Renten w&auml;hlen m&uuml;ssten, was w&auml;re Ihre Wahl?<\/em><\/p><p>Wir streben eine Vereinbarung an, die uns dieses katastrophale Dilemma erspart.<\/p><p><em>Wenn wir eine neue Vereinbarung eingehen, werden wir dann weitere Gelder auf der Basis eines neuen Memorandums (also neuer Spardiktate (NK)) bekommen? Und wie k&ouml;nnte man das vermeiden?<\/em><\/p><p>Unser Ziel ist eine &Uuml;bereinkunft, die die griechische Schuldenlast tragbar macht und die griechische Gesellschaft und Wirtschaft wieder nachhaltig belebt. Mit diesem Ziel vor Augen arbeiten wir an unserem Neuen Plan f&uuml;r die Entwicklung und Erholung Griechenlands: eine vollst&auml;ndige und realistische Vision f&uuml;r eine dauerhafte &Uuml;berwindung der Krise und einen gesamteurop&auml;ischen Aufschwung. Wir werden diesen neuen Plan innerhalb sehr kurzer Zeit vorstellen. <\/p><p><em>Wenn Sie mit den Partnern diskutierten, haben Sie den Eindruck, dass sie Partner, Freunde und Bundesgenossen sind &ndash; oder aber Gegner?<\/em><\/p><p>Konfliktpartner. Partner, die in einem Zustand der Angst agieren, einerseits wegen der Krise, andererseits wegen einer Krisen&ldquo;l&ouml;sung&ldquo;, von der alle im Grunde wissen, dass sie keine Stabilit&auml;t bringt und ohne weiteres zu neuen &bdquo;Abenteuern&ldquo; f&uuml;hren kann. <\/p><p><em>Nach unserer Meinung bietet die europ&auml;ische Sozialdemokratie ein betr&uuml;bliches Bild.<\/em><\/p><p>Warum hat die Sozialdemokratie so bedingungslos vor dem Neoliberalismus kapituliert? Vor den 1990er-Jahren hat die europ&auml;ische Sozialdemokratie tats&auml;chlich eine Umverteilungspolitik versucht, durch St&auml;rkung der sozialen Institutionen, &uuml;ber Tarifvertr&auml;ge und durch Mindestl&ouml;hne. Aber seit den 1990-Jahren hat sie sich &bdquo;modernisiert&ldquo;. Neue Repr&auml;sentanten, die zu Bewunderern &ndash; oder sogar G&ouml;tzendienern &ndash; der globalen Finanzm&auml;rkte wurden, adoptierten die neue Praxis, die heute alle Sozialdemokraten pflegen: Sozialstaat finanziert mit toxischen Geldern, das hei&szlig;t: mit einem Teil der Superprofite jener Finanzm&auml;rkte, zu deren unkontrolliertem Funktionieren die Sozialdemokraten selbst beigetragen haben. Die unentwegt flie&szlig;enden Geldstr&ouml;me f&uuml;hrten dazu, dass die Sozialdemokraten den kritischen Blick verloren, mit dem sie fr&uuml;her erkannt hatten, dass unregulierte Geld-, Arbeits- und Immobilienm&auml;rkte ungeheuer problematisch sind. <\/p><p><em>Und dann kam der Krach von 2008 &hellip;<\/em><\/p><p>Als dieser Krach kam, wurde die Sozialdemokratie von der explodierenden Blase hinweggefegt, ohne sich der Forderung zu widersetzen, dass das zerr&uuml;ttete internationale Finanzsystem, dessen Wertesystem sie so innig umarmt hatte, unbedingt gerettet werden m&uuml;sse. Nachdem sie sowohl ihre analytische F&auml;higkeit als auch ihr Ethos verloren hatte, hat sie sich auf die &bdquo;Logik der Sparprogramme&ldquo; eingelassen. Und seitdem geht es ihr jeden Tag mieser.<\/p><p><em>Uns hat ihre Meinung beeindruckt, dass Herr Sch&auml;uble ein Intellektueller sei. Uns kommt er eher vor wie ein zynischer Buchhalter ohne soziale Sensibilit&auml;t, also wie ein fanatischer Neoliberaler.<\/em><\/p><p>Aus Sicht der Wirtschaftstheorie kann man Sch&auml;uble nur als &bdquo;Ordoliberalen&ldquo; bezeichnen. Das ist eine klassisch deutsche Schule &ouml;konomischen Denkens, die den Liberalismus mit der Respektierung festgelegter &bdquo;Regeln&ldquo; und der Idee einer sozial verantwortlichen Wirtschaft verbindet, und das alles innerhalb des politischen Rahmens der Christdemokraten. Und ich sch&auml;tze die Qualit&auml;t dieses Menschen anders ein als Sie. Herr Sch&auml;uble hat gr&uuml;ndlich nachgedacht und er selbst hat sich leidenschaftlich im Kampf f&uuml;r den Aufbau Europas engagiert. Ich habe mit ihm gro&szlig;e Differenzen, aber ich werde nie bereit sein, einen so wichtigen politischen Gegner herabzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Ich sage das schon immer: Kein Land &ndash; und nicht nur Griechenland &ndash; h&auml;tte sich einer derart schlampig konstruierten Gemeinschaftsw&auml;hrung beitreten d&uuml;rfen &ndash; vor allem nicht ein so defizit&auml;res Land wie das unsere. Aber ich bin zugleich der Meinung dass es zweierlei Dinge sind, zu sagen: man durfte nicht eintreten &ndash; und man muss wieder<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25929\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,139,22,160],"tags":[423,1045,1555,440,1292],"class_list":["post-25929","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-euro-und-eurokrise","category-europaische-union","category-markt-und-staat","tag-austeritaetspolitik","tag-grexit","tag-griechenland","tag-schaeuble-wolfgang","tag-varoufakis-yanis"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25929","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25929"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25929\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":120435,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/25929\/revisions\/120435"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25929"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=25929"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=25929"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}