{"id":25962,"date":"2015-05-06T09:38:47","date_gmt":"2015-05-06T07:38:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25962"},"modified":"2015-05-06T12:06:56","modified_gmt":"2015-05-06T10:06:56","slug":"pisa-breitet-sich-wieder-aus-mittel-gegen-testeristis-verfuegbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25962","title":{"rendered":"PISA breitet sich wieder aus \u2013 Mittel gegen Testeritis verf\u00fcgbar"},"content":{"rendered":"<p>Mit den Pollen kommt auch PISA wieder. Immer mehr Tests kommen auf den Markt: PISA, BIJU, TIMSS, Iglu, TOSCA, Vera. Immer mehr Menschen werden getestet. Kaum jemand ist noch nicht getestet worden und die Tests folgen in immer schnellerer Folge. Besonders Sch&uuml;ler m&uuml;ssen sich st&auml;ndig Tests unterziehen, und das weltweit. Testeritis scheint hoch ansteckend zu sein. Kein Wunder: Hinter diesen Tests stecken weltweit aktive Unternehmen, die mit solchen Tests Milliardenums&auml;tze machen. Aber je mehr Tests durchgef&uuml;hrt werden, umso mehr w&auml;chst die Unzufriedenheit damit. Was hat man von solchen Tests? Wird dadurch die Schule wirklich besser? Von <strong>Georg Lind<\/strong>[<a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=25962#foot_0\" name=\"note_0\">*<\/a>]<br>\n<!--more--><br>\nIn den USA boykottieren zunehmend Eltern die Tests. Sch&uuml;ler, Lehrer und ganze Kollegien wehren sich gegen die negativen Folgen von schlechten Testleistungen durch Schwindeln. In Georgia, USA, wurden gerade 170 Lehrer, Schulinspektoren und Schulleiter angeklagt und teilweise zu hohen Gef&auml;ngnisstrafen verurteilt, weil sie &uuml;ber Jahre hinweg die Noten ihrer Sch&uuml;ler nachbesserten. Die verstorbene Schulr&auml;tin, die dabei mitmachte, wurde 2009 noch als beste &ldquo;Superintendentin der USA&rdquo; ausgezeichnet. Das Schwindeln hat inzwischen solche Ausma&szlig;e angenommen, dass man sich fragen muss, ob man diese Daten wegen der Verzerrung durch Ausf&auml;lle &uuml;berhaupt noch brauchbar sind. Experten fordern einen Teststopp an unseren Schulen, um &uuml;ber Sinn und Unsinn von Schulleistungstests &ouml;ffentlich zu diskutieren.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] <\/p><p><strong>Warum sind Tests so in Verruf geraten? <\/strong><br>\nIch selbst geh&ouml;rte lange zu den Bef&uuml;rwortern von Tests. Ich habe mit Hilfe von Tests meinen Hochschulunterricht so stark verbessern k&ouml;nnen, dass der Lernzuwachs der Studierenden vervielfacht wurde.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Nat&uuml;rlich haben die Tests selbst keine Wirkung gehabt, sondern die neuen Methoden meines Unterrichts. Aber ohne Tests vor und nach den Unterrichtseinheiten h&auml;tte ich nicht feststellen k&ouml;nnen, ob die neuen Methoden wirklich zu einem Lernzuwachs bei meinen Studenten f&uuml;hrten. Wenn sie vern&uuml;nftig und verantwortungsbewusst eingesetzt werden, sind Tests ein wichtiges Mittel, um den Unterricht und um die Bildungspolitik zu verbessern, so dass alle unsere Kinder eine bessere Ausbildung bekommen. Diese n&uuml;tzliche Wirkung k&ouml;nnen Tests aber nur haben, wenn sie bestimmte Bedingungen erf&uuml;llen, von denen die meisten nicht mehr, sondern eher weniger Kosten verursachen:[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p><strong>Erstens:<\/strong> Tests m&uuml;ssen so valide wie m&ouml;glich sein. Das hei&szlig;t, sie m&uuml;ssen wirklich die Lernziele abbilden, um die es im Unterricht geht. Ich sch&auml;tze, dass 99% der g&auml;ngigen Tests (PISA, Vera etc.) diese Forderung nicht erf&uuml;llen, weil sie mit den falschen Zielen gemacht werden und auf falschen statistischen Modellen beruhen. Diese Modelle optimieren Genauigkeit auf Kosten von Validit&auml;t, um m&ouml;glichst viele Unterschiede vorweisen zu k&ouml;nnen, auch wenn sie nicht so unbedeutend sind. Bei der Messung von h&ouml;heren kognitiven F&auml;higkeiten und bei der Diagnose von Lerndefiziten versagen diese Modelle und die darauf gr&uuml;ndenden Tests v&ouml;llig. Statt dessen sollte die Validit&auml;t der Tests h&ouml;chste Priorit&auml;t erhalten, was man nur dadurch erreichen kann, dass man a) die Erstellung von Testaufgaben von Fachexperten f&uuml;r das jeweilige Testgebiet, Lehrern und Lernpsychologen machen l&auml;sst, und b) die Tests so anlegt, dass sie die angezielte F&auml;higkeit auch wirklich messen, und nicht andere Dinge wie Raten, Testschlauheit oder Angstresistenz.<\/p><p><strong>Zweitens:<\/strong> Das Design der Datenerhebung muss so gew&auml;hlt werden, dass Vermutungen &uuml;ber zentrale Wirkfaktoren und bekannte Randbedingungen f&uuml;r den Lernerfolg m&ouml;glichst eindeutig gepr&uuml;ft werden k&ouml;nnen. Reine &ldquo;deskriptive&rdquo; Studien gibt es nicht! Jeder Auswahl von Testaufgaben und jedem Erhebungsdesign liegen Entscheidungen zugrunde, die sich im g&uuml;nstigen Fall an begr&uuml;ndeten Erkenntnisinteressen orientieren, &ouml;fter leider an rein merkantilen Interessen der Testindustrie: Wie kann ich mit m&ouml;glichst wenig Aufwand die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche &ouml;ffentliche Aufmerksamkeit erregen und mir dadurch weitere Auftr&auml;ge durch gleichgepolte Politiker sichern? Mit den bisherigen Massenerhebungen an Alterskohorten lassen sich &uuml;berhaupt keine wichtigen Fragen der Bildungspolitik und des Unterrichts kl&auml;ren. Sie &ouml;ffnen nur der wilden Spekulation T&uuml;r und Tor.<\/p><p>Schon durch relativ einfache Verbesserungen des Erhebungsdesigns lie&szlig;en sich wichtige Fragen beantworten und Anhaltspunkte f&uuml;r Verbesserungen gewinnen. Schon durch den Vergleich von zwei Klassenstufen, die ein oder zwei Jahre auseinander liegen, kann festgestellt werden, welchen Lernfortschritt der Unterricht bewirkt. Wenn man, was f&uuml;r sinnvolle Vergleich absolut wichtig ist, in den Vergleichsgruppen dieselben Testaufgaben einsetzten w&uuml;rde, k&ouml;nnte man nebenbei noch feststellen, wie nachhaltig die Lerngewinne sind (ob es wirklich stimmt, dass das erworbene Wissen nur bis zur n&auml;chsten Klassenarbeit h&auml;lt). Wenn man dazu noch erheben w&uuml;rde, welche Lernmittel zur Verf&uuml;gung standen, wie das Ausbildungsniveau der Lehrkr&auml;fte ist, aus welchen &ouml;konomischen Verh&auml;ltnissen die Sch&uuml;ler stammen und auf welche Ressourcen sie zuhause zur&uuml;ckgreifen k&ouml;nnen, usw. erg&auml;ben sich schon viele Anhaltspunkte f&uuml;r p&auml;dagogische und bildungspolitische Verbesserungen (siehe unten).<\/p><p>Solche Erhebungen k&ouml;nnen kostenneutral gemacht werden, da man f&uuml;r gezielte Fragestellungen meist keine so gro&szlig;en Untersuchungsgruppen ben&ouml;tigt wie f&uuml;r Forschung, der nur daran liegt, winzige Unterschiede aufzubl&auml;hen. Den Kindern ist mehr geholfen, wenn man sich in solchen Erhebungen auf Lernbedingungen konzentriert, die nicht blo&szlig; statistisch signifikant, sondern auch &ldquo;wirksam&rdquo; sind. <\/p><p><strong>Auswertung und Nutzen<\/strong><br>\nBei der Auswertung der Erhebungen m&uuml;ssen Effektst&auml;rke und Effizienz von Lernbedingungen im Mittelpunkt stehen und nicht Rangpl&auml;tze, die Unterschiede aufbl&auml;hen, und statistische &ldquo;Signifikanz&rdquo;, die mit Bedeutsamkeit nichts zu tun hat, sondern nur mit der Frage, ob die Untersuchungsgruppe gro&szlig; genug war, um einen noch so winzigen Unterschied aufzuzeigen. F&uuml;r die N&uuml;tzlichkeit von Lernleistungsstudien sind eine Reihe weiterer Bedingungen von Bedeutung:<\/p><p>Sachorientierung und Anonymit&auml;t. Diese Studien m&uuml;ssen auf die Bewertung von Bedingungen des Lernens und von Ma&szlig;nahmen begrenzt werden, und d&uuml;rfen nicht dazu missbraucht werden, um Sch&uuml;ler, Lehrer, Schulen und L&auml;ndern zu bewerten. F&uuml;r diese Zwecken m&uuml;ssen die Daten vollst&auml;ndig anonymisiert werden. Dann g&auml;be es f&uuml;r niemanden einen Grund zu schwindeln. Diese Anonymit&auml;t schlie&szlig;t nicht aus, dass Daten an individuelle Schulen, Lehrer und sogar Sch&uuml;ler zur&uuml;ck gemeldet werden, wenn sicher gestellt ist, dass personenbezogene Informationen nicht f&uuml;r Dritte zug&auml;nglich sind. &ldquo;Personen&rdquo; sind in diesem Sinne auch Schulen und L&auml;nder, da sie Personenkollektive repr&auml;sentieren. F&uuml;r die Verbesserung des Unterrichts und der Schulen sind solche Informationen auch nicht relevant.<\/p><p><strong>Effektivit&auml;t<\/strong><br>\nNach einer allgemein anerkannten Konvention gelten nur solche Faktoren als &ldquo;wirksam&rdquo;, die mindestens eine Effektst&auml;rke von r &gt; 0.30 aufweisen. Dieses grobe Kriterium muss im Einzelfall noch durch andere Kriterien erg&auml;nzt werden, wie z.B. a) durch das Kriterium der Inklusivit&auml;t, dass hei&szlig;t, dass durch eine Lernbedingungen kein Sch&uuml;ler im Lernen behindert werden darf, b) durch das Kriterium der absoluten Effektst&auml;rke (z.B. wie viele Sch&uuml;ler schaffen das Minimalziel einer Lerneinheit bzw. wie viele verfehlen es und m&uuml;ssen speziell gef&ouml;rdert werden), und c) durch das Kriterium der Effizienz, das hei&szlig;t, welche Faktoren k&ouml;nnen mit dem geringsten Aufwand ge&auml;ndert werden und die gr&ouml;&szlig;ten Effekte bewirken? <\/p><p><strong>Lernf&auml;higkeit<\/strong><br>\nDiese Studien m&uuml;ssen lernf&auml;hig sein. Es w&auml;re nicht ungew&ouml;hnlich, wenn man nach einer Untersuchung feststellt, dass einige Faktoren v&ouml;llig unbedeutend sind, oder dass weitere Faktoren zu untersuchen sind. Die Zahl der potentiellen Faktoren ist prinzipiell unbegrenzt, so dass man nie ALLE Faktoren untersuchen kann. Man wird &ndash; um Kosten zu begrenzen und um Sch&uuml;ler nicht zu &uuml;berfordern &ndash; in einem Testzyklus immer nur wenige Faktoren ber&uuml;cksichtigen k&ouml;nnen, und zwar jene, von denen man aufgrund des gegenw&auml;rtigen Wissensstands vermuten kann, dass sie die wirksamsten sind. Aber bei jedem neuen Testzyklus k&ouml;nnen die Faktoren, die man untersucht, ausgetauscht werden, um neue Erkenntnisse zu erhalten. <\/p><p><strong>Anwendungsorientierung<\/strong><br>\nDiese Studien m&uuml;ssen sich auf jene Wirkfaktoren konzentrieren, die von der Bildungspolitik und der P&auml;dagogik auch gestaltet werden k&ouml;nnen:<\/p><ul>\n<li><strong>Effizienz des Unterrichts:<\/strong> Wie viel Lernzuwachs zeigen die Sch&uuml;ler in einem Jahr? Wichtig ist, dass man in den zu vergleichenden Klassenstufen dieselben Testaufgaben einsetzt! Nach vielen Jahren positiver Erfahrungen damit, kann ich viele Bedenken nicht teilen.<\/li>\n<li><strong>Inklusivit&auml;t:<\/strong> Wie viele Sch&uuml;ler erreichen die Mindestziele des Unterrichts, wie viele werden vom Unterricht nicht erreicht?<\/li>\n<li><strong>Lernmittel:<\/strong> Wie wirken sich bestimmte Lehrb&uuml;cher auf den Lernzuwachs aus? Wie f&ouml;rdern oder behindern bestimmte Lernmittel (Verf&uuml;gbarkeit von Lehrb&uuml;chern, Whiteboard, Computer, audio-visuelle Medien) den Lernzuwachs?<\/li>\n<li><strong>Lehrkompetenz:<\/strong> Wie stark wirkt sich der Ausbildungsstand der Lehrkr&auml;fte auf den Lerngewinn der Sch&uuml;ler aus? Beim Ausbildungsstand w&auml;ren mehrere Faktoren zu erfassen: Alter\/Erfahrung der Lehrkr&auml;fte, Umfang der Fortbildung der Lehrkr&auml;fte in Person-Stunden, Altersmischung der Lehrkr&auml;fte (was gro&szlig;e Auswirkungen auf die Innovations- und Lernf&auml;higkeit eines Kollegiums haben kann), Gesundheitsstand, Bezahlung usw.<\/li>\n<li>Zudem sollten <strong>Randbedingungen<\/strong> erhoben werden, auch wenn man sie nur schwer beeinflussen kann, um die obigen Ergebnisse bessere einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen und um &Auml;nderungen in anderen Politikbereichen anzuregen.<\/li>\n<li><strong>Ressourcen der Sch&uuml;ler:<\/strong> Wie f&ouml;rdern oder behindern der &ouml;konomische Hintergrund, die Beherrschung der Landessprache und andere soziale Bedingungen den Lernzuwachs?<\/li>\n<\/ul><p><strong>R&uuml;ckmeldung und Folgen<\/strong><br>\nEin Test, dessen Befunde nicht direkt Verbesserungen nahe legen, ist ein schlechter Test. Die ehemalige Bildungsministerin von Kolumbien, Velez, sagte mir, sie habe die Sprachkompetenz aller Englischlehrer testen lassen, aber nicht, um die schlechten, wie sonst &uuml;blich, an den Pranger zu stellen, sondern um ihnen einen mehrw&ouml;chigen Fortbildungskurs zu spendieren. Solche relevanten Testdaten w&uuml;rden, im Unterschied zu PISA &amp; Co bei den Lehrpersonen, Schulleitern und Schuladministratoren Nachdenken und Diskussionen &uuml;ber Verbesserungen ansto&szlig;en. Wenn z.B. eine Lehrperson feststellt, dass ihre Klassen in Mathematik deutlich unter dem Lerngewinn bleiben, die andere erzielen, k&ouml;nnte sie sich fragen, ob sie das richtige Lehrbuch benutzt, oder ob sie vielleicht mal wieder an einer Fortbildungsma&szlig;nahme teilnehmen sollte. Die Freigabe solcher Daten muss nat&uuml;rlich so begrenzt werden, dass die Beteiligten nur eigene Daten bekommen. Dieser Service w&auml;re ein Ausgleich daf&uuml;r, dass die teilnehmenden Schulen, Lehrpersonen und Sch&uuml;ler einen Teil ihrer Zeit f&uuml;r die Testdurchf&uuml;hrung opfern. Er w&uuml;rde auch die Beteiligten motivieren, die Tests ernst zu nehmen und gewissenhaft zu bearbeiten. <\/p><p><strong>Ausf&auml;lle vermeiden <\/strong><br>\nNur Tests, an denen nahezu alle teilnehmen und die von Allen motiviert ausgef&uuml;llt werden, haben einen Wert. Schon geringe Ausf&auml;lle k&ouml;nnen die Ergebnisse so verzerren, dass sie wertlos sind, besonders wenn man sich auf das Auffinden von winzigen Unterschieden konzentriert. Aber auch Fragen nach substantiellen Effekten sind betroffen, wenn die Ausf&auml;lle &ndash; in Folge von individuellen Verweigerungen oder organisierten Boykottma&szlig;nahmen &ndash; ein gr&ouml;&szlig;eres Ausma&szlig; annehmen. Ausf&auml;lle verzerren die Ergebnisse oft so stark, dass sie zu falschen Schlussfolgerungen und Ma&szlig;nahmen f&uuml;hren. Wenn nur zehn Prozent der Sch&uuml;ler die Tests boykottieren, sollte man den Ergebnissen nicht mehr trauen.<\/p><p><strong>Bisherige Praxis nicht nur Geldverschwendung, sondern sch&auml;dlich<\/strong><br>\nDie Bildungspolitik muss sich unbedingt kompetent machen, bevor sie weitere Schulleistungstests in Auftrag gibt. Die bisherige Praxis ist nicht blo&szlig; Geldverschwendung. Sie f&uuml;gt der Bildung an unseren Schulen auch gro&szlig;en Schaden zu. Zum Gl&uuml;ck, muss man sagen, besteht ein gewisses &ldquo;Handlungsdefizit&rdquo;. Der Schaden w&auml;re vermutlich noch gr&ouml;&szlig;er, wenn alle Empfehlungen der OECD und der PISA-Konsorten eins zu eins umgesetzt w&uuml;rden.<\/p><p>Schulleistungsstudien m&uuml;ssen transparent f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit sein, damit sie kritisch analysiert und aufgrund von Diskussionen valider gemacht werden k&ouml;nnen: Messen die Testaufgaben wirklich das, was sie messen sollen? Dienen Tests wirklich der Verbesserung des Unterrichts und der Bildungspolitik? Oder werden dadurch nur einige multinationale Testfirmen reicher, die immer mehr Macht &uuml;ber den Unterricht und den Schulbetrieb in den USA und anderen L&auml;ndern gewinnen, und zunehmend auch bei uns?<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_0\" name=\"foot_0\">&laquo;*<\/a>] <strong>Prof. em. Dr. Georg Lind<\/strong> &ndash; <a href=\"http:\/\/www.uni-konstanz.de\/ag-moral\/lind.htm\">Konstanz<\/a> <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Jahnke, T. &amp; Meyerh&ouml;fer, W., Hg. (2006). Pisa &amp; Co. Kritik eines Programms. Hildesheim: Franzbecker Verlag.<br>\nHopmann, S. T., Brinek, G., &amp; Retzl, M., Hg. (2007). PISA zufolge PISA. PISA according to PISA. H&auml;lt PISA, was es verspricht? Wien: Lit-Verlag.<br>\nLind, G. (2009). Amerika als Vorbild? Erw&uuml;nschte und unerw&uuml;nschte Folgen aus Evaluationen. In: T. Bohl &amp; H. Kiper., Hg.: Lernen aus Evaluationsergebnissen &ndash; Verbesserungen planen und implementieren, S. 61 &ndash; 79. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt.\n<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Lind, G. (2015). <a href=\"http:\/\/www.uni-konstanz.de\/ag-moral\/pdf\/Lind-2015_Favorable_learning.pdf\">Favorable learning environments for moral competence development [PDF &ndash; 1.3 MB]<\/a> &ndash; A multiple intervention study with nearly 3.000 students in a higher education context. International Journal of University Teaching and Faculty Development, 4, 4.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Lind, G. (2004). Jenseits von PISA &mdash; F&uuml;r eine neue Evaluationskultur. In: Institut f&uuml;r Schulentwicklung PH Schw&auml;bisch Gm&uuml;nd, Hg., Standards, Evaluation und neue Methoden. Reaktionen auf die PISA-Studie, S. 1 &ndash; 7. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.<br>\nLind, G. (2011). Verbesserung des Unterrichts durch Selbstevaluation. Ein Pl&auml;doyer f&uuml;r unverzerrte Evidenz. In: J. Bellmann &amp; T. M&uuml;ller, Hg.: Wissen, was wirkt. Kritik evidenzbasierter P&auml;dagogik, S. 173 &ndash; 195. Wiesbaden: VS-Verlag f&uuml;r Sozialwissenschaften. ISBN 978-3-531-17688-8<br>\nBr&uuml;gelmann, H. (2015): Vermessene P&auml;dagogik &ndash; standardisierte Sch&uuml;ler. Zu Risiken und Nebenwirkungen von PISA, Hattie, VerA &amp; Co. Beltz: Weinheim\/ Basel (im Druck). <\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den Pollen kommt auch PISA wieder. Immer mehr Tests kommen auf den Markt: PISA, BIJU, TIMSS, Iglu, TOSCA, Vera. Immer mehr Menschen werden getestet. Kaum jemand ist noch nicht getestet worden und die Tests folgen in immer schnellerer Folge. Besonders Sch&uuml;ler m&uuml;ssen sich st&auml;ndig Tests unterziehen, und das weltweit. 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