{"id":2601,"date":"2007-08-31T08:49:48","date_gmt":"2007-08-31T06:49:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2601"},"modified":"2007-08-31T08:51:33","modified_gmt":"2007-08-31T06:51:33","slug":"hinweise-des-tages-472","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2601","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Thomas Fricke: Es gibt bislang kaum Indizien daf&uuml;r, dass die Hartz-Reformen auch nur ansatzweise zum Jobwunder beigetragen haben<\/strong><br>\nWenn der &bdquo;erh&ouml;hte Druck&ldquo; von Hartz-IV auf die Arbeitslosen die behauptete Wirkung h&auml;tte, dann m&uuml;ssten Stellen seit 2005 schneller besetzt werden als fr&uuml;her, vor allem mit Leuten, die l&auml;nger arbeitslos sind. Genau das ist bislang nicht erkennbar. Die Dauer, bis eine ausgeschriebene Stelle am ersten Arbeitsmarkt besetzt wird, schnellte im Schnitt von weniger als 40 auf fast 70 Tage hoch. Es spricht auch nicht f&uuml;r eine wundersame Hartz-IV-Wirkung, wenn viele Firmen schon nach einem Jahr Aufschwung &uuml;ber Fachkr&auml;ftemangel klagen. Zumal selbst Stellen, die auf Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte passen, heute nicht schneller besetzt werden. F&uuml;r den Jobboom liegen profanere Gr&uuml;nde nahe. Deutsche Firmen haben per saldo in der (j&uuml;ngeren) Vergangenheit immer dann Besch&auml;ftigung geschaffen, wenn die Konjunktur lief und das Wirtschaftswachstum etwa zwei Prozent erreichte. Noch vor ein paar Jahren polterten &Ouml;konomen wie Ifo-Chef Sinn, Deutschland habe &ldquo;gar kein Konjunkturproblem&rdquo;, weshalb sich an der Arbeitslosigkeit so schnell auch nichts &auml;ndere. Die j&uuml;ngste Bilanz zeigt, dass das Land sehr wohl eines hatte, ein enormes sogar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/meinung\/leitartikel\/246633.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich teile die Meinung von Fricke, dass die Hartz-Reformen kaum zum Abbau der Arbeitslosigkeit beigetragen haben. Auch die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit best&auml;tigt Frickes Aussage, dass f&uuml;r den R&uuml;ckgang konjunkturelle Gr&uuml;nde ausschlaggebend sind: &bdquo;Die g&uuml;nstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit erkl&auml;rt sich vor allem mit dem konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Besch&auml;ftigung.&ldquo;<br>\n&Uuml;berhaupt nicht teilen kann ich Frickes Aussage, dass wir derzeit ein &bdquo;Jobwunder&ldquo; erlebten. <\/em><\/p>\n<p><em>Kann man von einem Wunder sprechen, wenn im August gegen&uuml;ber dem Juli die Zahl von immer noch 3.705.000 Arbeitslosen um gerade mal 10.000 (0,1%) abgenommen hat, dieser R&uuml;ckgang schw&auml;cher war als in den Jahren 2004 bis 2006 (-22.000) und sich schon seit dem Fr&uuml;hjahr verlangsamt? Auch der Zuwachs an Besch&auml;ftigung insgesamt ist seit Jahresbeginn r&uuml;ckl&auml;ufig.<\/em><\/p>\n<p><em>Bevor man ein &bdquo;Jobwunder&ldquo; bejubelt, sollte man ber&uuml;cksichtigen,<\/em> <\/p>\n<ul>\n<li><em>dass das Arbeitskr&auml;fteangebot auf dem Arbeitsmarkt jahresdurchschnittlich um 73.000 abgenommen hat,<\/em><\/li>\n<li><em>dass nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Erwerbst&auml;tigen im Juli saisonbereinigt zwar um 39.000 gestiegen ist, jedoch die sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung nach den Daten der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit bis Juni saisonbereinigt gerade mal um 7.000 zugenommen hat,<\/em><\/li>\n<li><em>dass saisonbereinigt die Erwerbst&auml;tigkeit nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes von Juni auf Juli geringf&uuml;gig um 8.000 auf 39,79 Millionen gesunken ist,<\/em><\/li>\n<li><em>dass die sozialversicherungspflichtige Besch&auml;ftigung im Juni nach der Hochrechnung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit bei 26,88 Millionen lag, was zwar gegen&uuml;ber dem Vorjahr ein Zuwachs von 526.000 war, dabei ist allerdings zu ber&uuml;cksichtigen, dass nur etwa die H&auml;lfte der Besch&auml;ftigungszunahme auf sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen entf&auml;llt, hingegen die Zahl der ausschlie&szlig;lich geringf&uuml;gig entlohnt Besch&auml;ftigten um 121.000 h&ouml;her liegt als vor einem Jahr (nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit im Juni bei 4,97 Millionen).<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Alle diese Daten der <a href=\"http:\/\/www.arbeitsagentur.de\/nn_27030\/zentraler-Content\/Pressemeldungen\/2007\/Presse-07-055.html\">Bundesagentur<\/a> deuten nicht gerade auf ein &bdquo;Jobwunder&ldquo; hin.<br>\n&bdquo;Vor allem bei unternehmensnahen Dienstleistungen gab es einen kr&auml;ftigen Anstieg (+6,7 Prozent bzw. +229.000), der wiederum zum gr&ouml;&szlig;ten Teil von Arbeitnehmer&uuml;berlassung getragen wird&rdquo;, sagt die Bundesagentur. Bei der sog. Arbeitnehmer&uuml;berlassung handelt es sich allerdings um nichts anderes als um Leiharbeit. D.h. in anderen Worten: Der R&uuml;ckgang der Arbeitslosenzahl um 666.000 gegen&uuml;ber dem Vorjahr ist durch 229.000 schlecht bezahlte und unsichere Leiharbeitspl&auml;tze erkauft worden.<br>\nUnd die Zahl der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten, die nicht als Arbeitslose gez&auml;hlt werden, hat gegen&uuml;ber dem Juni des letzten Jahres um 121.000 auf 4,97 Millionen zugenommen.<br>\nBedenkt man also den R&uuml;ckgang von 73.000 beim Arbeitskr&auml;fteangebot, die Zunahme der Anzahl von 229.000 Leiharbeitnehmern und den Anstieg der geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigten von 121.000 und ber&uuml;cksichtigt man weiter, dass durch rigorose &Uuml;berpr&uuml;fungsma&szlig;nahmen eine gro&szlig;e Zahl von Arbeitslosen aus der Statistik gedr&auml;ngt wurden, so relativiert sich der R&uuml;ckgang der Zahl der Arbeitslosen um 666.000 doch sehr.<br>\nIm August 2007 gibt es in Deutschland insgesamt 6,8 Millionen erwerbsf&auml;hige Menschen, die Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II (Hartz IV) erhalten (darunter eben auch die &bdquo;Aufstocker&ldquo;, die so wenig verdienen, dass sie Hartz-IV-Leistungen in Anspruch nehmen m&uuml;ssen). Dabei sind diejenigen, die an Ma&szlig;nahmen der aktiven Arbeitsf&ouml;rderung teilnehmen, noch nicht eingerechnet (Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ).<\/em><\/p>\n<p><em>Von einem &bdquo;Jobwunder&ldquo; kann beim besten Willen keine Rede sein. Verwunderlich ist allenfalls, warum die von der Bundesagentur errechneten &uuml;ber eine Million offenen Stellen nicht oder nur schleppend besetzt werden k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Zukunftsaussicht Armut: Jedes vierte Kind lebt in Deutschland auf oder unter dem Niveau von Hartz IV<\/strong><br>\nWenn die (Kinder-)Armut prim&auml;r eine Folge der neoliberalen Modernisierung ist, kann sie nur durch die Beseitigung oder die Milderung der Folgen dieses Prozesses bek&auml;mpft werden. Da die Ursachen der (Kinder-)Armut im Bereich der materiellen Produktion (Aush&ouml;hlung des Normalarbeitsverh&auml;ltnisses), der privaten Reproduktion (Aufl&ouml;sung der Normalfamilie) und der sozialen Intervention (Um- bzw. Abbau des Wohlfahrtsstaates) angesiedelt sind, m&uuml;ssen auch die Gegenma&szlig;nahmen hier ansetzen. Notwendig w&auml;re es, die Arbeitsmarkt- und Besch&auml;ftigungs-, Bildungs-, Gesundheits-, Wohnungs(bau)- und Stadtentwicklungs-, Familien- und Sozialpolitik miteinander zu verzahnen. Von Christoph Butterwegge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/08-30\/001.php\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Herfried M&uuml;nkler: &Ouml;ffnung von Schreberg&auml;rten f&uuml;r Hartz-IV-Empf&auml;nger<\/strong><br>\nDas Beispiel, mit dem die Forderung nach Erh&ouml;hung der Hartz-IV-S&auml;tze in der j&uuml;ngsten Debatte begr&uuml;ndet wurde, war immer wieder, dass man mit dem aktuell verf&uuml;gbaren Geld kein frisches Obst und Gem&uuml;se kaufen k&ouml;nne. Oder allenfalls beim Discounter, auf keinen Fall aber im Bioladen. Man fragt sich, warum angesichts dieser Beispiele keine Diskussion &uuml;ber die Bereitstellung von Schreberg&auml;rten oder Gartenst&uuml;cken er&ouml;ffnet worden ist. Damit k&ouml;nnte immerhin nicht nur das Defizit an Obst und Gem&uuml;se gemindert werden, sondern auch etwas gegen das von den Langzeitarbeitslosen immer wieder beklagte Empfinden von Nutzlosigkeit getan werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/meinung\/kommentare\/?em_cnt=1200485&amp;sid=0b8d6eace6eb6edc1f66d5ac3a5ecf13\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Man fragt sich, wie tief die FR gesunken ist, dass sie solche Machwerke abdruckt.<br>\nF&uuml;r M&uuml;nkler gilt offenbar die Logik, wenn die Arbeitslosen schon zu wenig Geld haben, kommt es auf ein bisschen weniger auch nicht mehr an. Schickt sie in die &bdquo;Zivilgesellschaft&ldquo;, aber nicht zum Staat, schickt sie also in die Schreberg&auml;rten oder zur Caritas, ansonsten sollen sie sehen, wie sie zurechtkommen. M&uuml;nkler lehrt Politikwissenschaften an der Humboldt-Universit&auml;t Berlin, vielleicht sollt man ihn in die Sandgrube schicken, wenn es an seiner Universit&auml;t mal wieder durch die Decke regnet oder der Putz von den W&auml;nden f&auml;llt. Vielleicht f&auml;llt er auf diesem Weg ja den Hartz-IV-Empf&auml;ngern in die H&auml;nde, die gerade zum Schrebergarten unterwegs sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Hermann Scheer f&auml;llt um<\/strong><br>\nBis vor kurzem war der SPD-Bundestagsabgeordnete strikt gegen die Privatisierung der Deutschen Bahn. Jetzt will er Verkehrsminister in Hessen werden. &ndash; Scheers Kurswechsel und der von ihm im Interesse des innerparteilichen Friedens &raquo;als Vorschlag zur G&uuml;te&laquo; eingebrachte j&uuml;ngste Beschlu&szlig; des SPD-Vorstands, das Konzept von Volksaktien zu &raquo;pr&uuml;fen&laquo;, wirkt wie ein starker D&auml;mpfer f&uuml;r die innerparteiliche Opposition in der SPD, die sich Hoffnung macht, beim Bundesparteitag Ende Oktober in dieser Frage Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und die Privatisierungslobby zu &uuml;berstimmen. Obwohl Insider davon ausgehen, da&szlig; bei einer Mitgliederbefragung die gro&szlig;e Mehrheit jegliche Privatisierung ablehnen w&uuml;rde, h&auml;lt Scheer den Kampf offenbar f&uuml;r nicht mehr gewinnbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/08-30\/041.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Siehe auch NachDenkSeiten: <a href=\"?p=2576\">&ldquo;Etappensieg&rdquo; f&uuml;r Privatisierungsgegner der Bahn?<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Eine Hinaufsetzung des Pensionsalters &ldquo;nach deutschem Muster&rdquo; auf 67 Jahre w&uuml;rde von der &ouml;sterreichischen Industrie begr&uuml;&szlig;t<\/strong><br>\nAufgrund der demografischen Entwicklung und der l&auml;ngeren Lebenserwartung m&uuml;sse es erneut zu Einschnitten im System kommen, meinten IV-Pr&auml;sident Veit Sorger und -Generalsekret&auml;r Markus Beyrer im Rahmen der Wirtschaftsgespr&auml;che des Forum Alpbach.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/?url=\/?id=3014264\">Der Standard<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/?url=\/?id=3015330\">Der Standard<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Angriffe der deutschen Politiker auf die staatliche Altersvorsorge wecken entsprechende Begehrlichkeiten der Arbeitgeber in den Nachbarl&auml;ndern. Es ist wie mit den Arbeitsbedingungen der Postzusteller: Ein Wettlauf um die niedrigsten, sozialen Standards hat eingesetzt, und je mehr Gegenwehr es in jedem Land gibt, umso besser f&uuml;r alle.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Preiserh&ouml;hung durch Privatisierung<\/strong><br>\nAnfang 2008 f&auml;llt das formelle Monopol der Post f&uuml;r Briefe bis 50 Gramm. Im Zuge der Liberalisierung&rdquo; des Briefmarktes war bereits absehbar, dass es nicht zu den anfangs versprochenen Preissenkungen, sondern &ndash; im Gegenteil &ndash; zu Preissteigerungen kommen wird. Die Bundesnetzagentur stellt sich jetzt darauf ein, dass die Postanbieter sehr wahrscheinlich das &ldquo;wettbewerbsintensive&rdquo; Gesch&auml;ft mit den Gro&szlig;kunden durch h&ouml;here Preise f&uuml;r die wirtschaftlich relativ wehrlosen Privatkunden quersubventionieren. Die Preiserh&ouml;hungen drohten so hoch auszufallen, dass die Bundesnetzagentur jetzt die Notbremse zog.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/26\/26083\/1.html\">Telepolis<\/a><br>\nQuelle 2: Zur Entscheidung der <a href=\"http:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/enid\/24a504d33abdbb602b615788cdb45b97,0\/BK5\/Ma_groe_en_fuer_die_Price-Cap-Regulierung_3yr.html\">Bundesnetzagentur<\/a><\/li>\n<li><strong>Milliarden-Monopoly &ndash; Die verschwiegenen Gesch&auml;fte der Oppenheim-Esch-Holding<\/strong><br>\nDer Film zeigt, wie hinter verschlossenen T&uuml;ren wichtige Entscheidungen zugunsten der Oppenheim-Esch-Holding fallen. Der Rat der Stadt K&ouml;ln sei dabei &ldquo;nach Strich und Faden gelinkt worden&rdquo;, meint Ex-Regierungspr&auml;sident Antwerpes nach Einsicht in das Recherchematerial der Autoren. Das K&ouml;lner Bankhaus Sal. Oppenheim ist die gr&ouml;&szlig;te Privatbank Europas. Seit mehr als 200 Jahren legt Deutschlands Geldadel hier sein Verm&ouml;gen gewinnbringend an. Sal. Oppenheim gilt als seri&ouml;s &ndash; und verschwiegen. Besonders diskret betreibt die Bank Immobilienfonds mit dem ehemaligen Maurerpolier Josef Esch. Wohl nicht ohne Grund, denn die Methoden des inzwischen zum Gro&szlig;investor aufgestiegenen Esch sind seit langem umstritten. Vor allem in K&ouml;ln macht die Oppenheim-Esch-Holding milliardenschwere Gesch&auml;fte mit der Stadt. Der klammen Kommune finanziert sie gro&szlig;e Immobilienobjekte und kassiert daf&uuml;r &uuml;ber Jahrzehnte sichere und lukrative Mieten.<br>\nTeil 1: <a href=\"http:\/\/doku.cc\/2007\/08\/28\/milliarden-monopoly-die-verschwiegenen-geschafte-der-oppenheim-esch-holding\/\">Doku.cc<\/a><br>\nTeil 2: <a href=\"http:\/\/doku.cc\/2007\/08\/29\/milliarden-monopoly-ii-das-spiel-geht-weiter\/\">Doku.cc<\/a><\/li>\n<li><strong>Der weise Mr. Minsky<\/strong><br>\nMinskys Ideen sind eigentlich ziemlich simpel: Sie besagen, dass in einer langen, stabilen Aufschwungphase der Weltwirtschaft &ndash; und damit auch der Finanzm&auml;rkte &ndash; die professionellen Anleger immer mutiger werden. Auf der Jagd nach Rendite verschulden sie sich h&ouml;her und h&ouml;her und gehen gr&ouml;&szlig;ere Risiken ein, ohne sich dabei ausreichend abzusichern. Motto: Es wird schon weiter aufw&auml;rts gehen. Sie ignorieren dabei getrieben durch ihre Gier den gesunden Menschenverstand, der sagt: Nichts dauert ewig. Minsky fordert deswegen m&ouml;glichst scharfe<br>\nRegeln des Staates und besonders &ldquo;Big Government&rdquo;, um die Ausw&uuml;chse der schnellen Finanzzocker mit der Tr&auml;gheit des Staates abzufedern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/finanzen-versicherung\/finanzen\/:Finanzkrise-Der-Mr.-Minsky\/596466.html\">stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Mehr dazu unter <a href=\"?p=2577\">Hinweis des Tages Nr. 1 vom 22. August 2007<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Hilfe, wo bleibt mein Butler?<\/strong><br>\nDie Leistungsboni in London haben in diesem Jahr ein Rekordhoch erreicht. Mehr als 14 Milliarden Pfund Pr&auml;mie kassierte allein der Finanzdienstleistungssektor, schreibt der britische Guardian. 2006 waren es noch 10,9 Milliarden Pfund. Insgesamt stiegen die Boni in der britischen Wirtschaft in diesem Fr&uuml;hjahr nach Angaben des Office for National Statistics (ONS) um 24 Prozent auf 26,4 Milliarden Pfund. Laut Guardian geht der Gro&szlig;teil des Geldes an wenige Leute ganz oben in der Hierarchie. Allein die letztj&auml;hrigen Pr&auml;mien von Noam Gottesman und Pierre Lagrange, die f&uuml;r die Londoner GLG Partners Hedge Fonds im Volumen von 40 Milliarden Pfund verwalten, werden auf jeweils zwischen 200 Millionen und 250 Millionen Pfund gesch&auml;tzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/finanzen\/artikel\/240\/130016\/\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nein, es geht nicht um Neid. Auf hundert Millionen Pfund pro Jahr kann man ohnehin nicht neidisch sein. Es geht um etwas anderes: Immer wieder wird im Rahmen des Spekulations-Crash behauptet, es w&uuml;rden Milliarden an Geld vernichtet. Nein, das Geld landet irgendwo, es wird nicht verbrannt. Die Milliarden, auf denen nun der Staat, die Banken oder Sparkassen h&auml;ngen bleiben, sind zuvor irgendwo hingeflossen, wo sie nicht mehr zur&uuml;ckholbar sind. Bei diesen Gesch&auml;ften, die sich hinter den wundersch&ouml;nen Namen Mortgage-backed Securities (MBS), Collateralized Debt Obligations (CDO), leveraged buyout, subprime usw. usf. verbergen, gibt es immer Gewinner und Verlierer. Und was die einen gewinnen, verlieren eben die Steuerzahler oder die Leute, die nur ein Sparbuch auf der Bank haben oder einen Kredit f&uuml;r ihr H&auml;usle ben&ouml;tigen. Die anderen suchen inzwischen verzweifelt nach einem Butler oder m&uuml;ssen auf den Rolls Royce warten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Werbung an Schulen: Coca-Cola-Kids<\/strong><br>\nDer Erwachsene sollte selbst wissen, ob er die Werbung ausblendet oder sich mitrei&szlig;en l&auml;sst. Kinder k&ouml;nnen das bis zu einem gewissen Alter nicht. Sie brauchen wenigstens einen gesch&uuml;tzten Raum, in dem sich alle Personen neutral bewegen und in dem man den Sch&uuml;lern aus der Neutralit&auml;t heraus beibringt, wie man Medien und Werbung durchschauen kann. Deshalb soll endlich aus Steuergeldern bezahlt werden, wenn der Putz aufgefrischt und ein neues Buch angeschafft werden muss. Alles, was f&uuml;r den Erhalt der Geb&auml;ude und die Bildungsinhalte notwendig ist, muss &ouml;ffentlich finanziert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/online\/2007\/35\/werbung-schule\">ZEIT<\/a>\n<p><em>Aber offenbar hat der Protest gewirkt:<\/em><\/p>\n<p><strong>Hamburg kippt Werbung an Schulen<\/strong><br>\nDie Stadt hat den Plan, die T&uuml;ren f&uuml;r Unternehmen weit zu &ouml;ffnen, zur&uuml;ckgezogen. Anderswo kuscheln Firmen l&auml;ngst mit Schulen &ndash; sie d&uuml;rfen Jugendliche nach allen Regeln der Reklamekunst umgarnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/wissen\/0,1518,502940,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Bundesweite Razzia gegen Firmenbestatter<\/strong><br>\nMit einer Razzia im ganzen Bundesgebiet sind Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch gegen so genannte Firmenbestatter vorgegangen. Ihnen wird vorgeworfen, insolvenzreife Unternehmen zu kaufen, zum Nachteil der Gl&auml;ubiger auszupl&uuml;ndern und in Deutschland oder im Ausland die Buchf&uuml;hrungsunterlagen verschwinden zu lassen. In dem Gro&szlig;verfahren untersuchen die Strafverfolgungsbeh&ouml;rden insgesamt 274 Unternehmensverk&auml;ufe, wie die Berliner Polizei mitteilte. Die H&ouml;he des entstandenen Schadens lasse sich zwar noch nicht beziffern. Doch allein der vorl&auml;ufig ermittelte Schaden bei 15 Gesellschaften f&uuml;r die Jahre 2003 bis 2005 bel&auml;uft sich diesen Angaben zufolge auf mindestens 740.000 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubA5A53ED802AB47C6AFC5F33A9E1AA71F\/Doc~EEC91C63D1BFE40E89A9631D7DC0FEE6A~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Waldkircher Erkl&auml;rung zum R&uuml;stungsexport: Skandal ohne Grenzen<\/strong><br>\nWie das schwedische Friedensforschungsinstitut Sipri errechnete, steigerte Deutschland den Export konventioneller Waffen von 1,5 Milliarden Dollar im Jahre 2005 auf 3,8 Milliarden 2006. Damit avancierte Deutschland zum drittgr&ouml;&szlig;ten Waffenexporteur der Welt. Gleich hinter den USA und Russland. Dieser dramatische Zuwachs ist nicht im Mindesten nachvollziehbar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/index.php?id=digitaz-artikel&amp;ressort=me&amp;dig=2007\/08\/30\/a0030&amp;no_cache=1&amp;type=98\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Wissenchaftsverlagsfreundliches Urheberrecht &ndash; Briefaktion an den Bundestag<\/strong><br>\nDie Bem&uuml;hungen des Urheberrechtsb&uuml;ndnisses im Zuge der Novellierung des deutschen Urheberrechtsgesetzes (&ldquo;Zweiter Korb&rdquo;) ein wissenschaftsfreundlicheres Urheberrecht durchzusetzen, waren nicht erfolgreich. Der deutsche Bundestag blieb bei seinen Beschl&uuml;ssen weit hinter dem zur&uuml;ck, was das Urheberrechtsb&uuml;ndnis gefordert hatte. Dies betrifft sowohl die Regelung beim Kopienversand der Bibliotheken als auch bei der Wiedergabe von Werken an Lesepl&auml;tzen in Bibliotheken, Museen und Archiven.<br>\nDer k&uuml;nftige &sect; 52b gestattet, dass an speziellen Lesepl&auml;tzen in Bibliotheken (bzw. Museen und Archiven) Werke elektronisch angeboten werden d&uuml;rfen. Eine campusweite Nutzung ist nicht m&ouml;glich, und es d&uuml;rfen auch im Regelfall nur so viele Nutzer gleichzeitig auf das Angebot zugreifen, wie Exemplare des betreffenden Werks im Bestand sind. Auch diese k&uuml;nstliche Verknappung des potenziellen digitalen Mehrwerts ist mit den Anforderungen der modernen Informationsgesellschaft nicht zu vereinbaren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hsozkult.geschichte.hu-berlin.de\/forum\/type=diskussionen&amp;id=930\">H-Soz-u-Kult<\/a><\/li>\n<li><strong>Studienkredite: Das schnelle Geld &hellip; und dann?<\/strong><br>\nAuch beim Studienkredit gilt: Augen auf beim Eierkauf!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.uebergebuehr.de\/de\/themen\/studienfinanzierung\/studienkredite\/der-kfw-studienkredit-in-nackten-zahlen\/\">www.uebergebuehr.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Polen: Rechtsextremer Pater will EU-Gelder<\/strong><br>\nF&uuml;r die private Medienhochschule von Skandalpater Rydzyk sollen bei der EU 15 Millionen Euro F&ouml;rdergelder beantragt werden. Der predigt dort Antisemitismus und hetzt gegen die EU.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/index.php?id=europa&amp;art=3859&amp;id=europa-artikel&amp;cHash=edfe83996a\">TAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(KR\/WL)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2601","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2601","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2601"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2601\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2601"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2601"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2601"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}