{"id":26134,"date":"2015-05-18T09:35:42","date_gmt":"2015-05-18T07:35:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134"},"modified":"2015-11-09T11:10:26","modified_gmt":"2015-11-09T10:10:26","slug":"hinweise-des-tages-2375","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h01\">Regierung sch&uuml;rt Zweifel am Tarifgesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h02\">BND-Aff&auml;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h03\">Die T&ouml;tung von Bin Laden: Alles gelogen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h04\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h05\">Einfluss f&uuml;r Notenbanken: Wirtschaftsweiser Bofinger fordert Ende des Bargelds<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h06\">Vernichtet der Mindestlohn die Spreewaldgurke?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h07\">Arbeitskampf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h08\">Reiche und Arme haben nichts miteinander zu tun<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h09\">Arbeits- und Gesundheitsschutz erreicht atypisch Besch&auml;ftigte oft nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h10\">Nahles zwingt Jobcenter zum Sparen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h11\">Many of the NSA&rsquo;s Loudest Defenders Have Financial Ties to NSA Contractors<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h12\">Vorratsdatenspeicherung: Abruf auch bei Internetstraftaten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h13\">Fl&uuml;chtlinge<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h14\">Die Todesstrafe f&uuml;r Dschochar Zarnajew ist besch&auml;mend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h15\">Scheuklappen und L&uuml;gen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h16\">Das kommende Vergn&uuml;gen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h17\">Die linke Alternative in Bremen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134#h18\">FDP<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26134&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Regierung sch&uuml;rt Zweifel am Tarifgesetz<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat zum ersten Mal zugegeben, dass mit dem Gesetz zur Tarifeinheit das Streikrecht eingeschr&auml;nkt wird &ndash; wenige Tage, bevor das Gesetz verabschiedet werden soll. Dies ergibt sich aus einer Antwort der Parlamentarischen Staatssekret&auml;rin im Bundesarbeitsministerium, Anette Kramme (SPD), auf eine Kleine Anfrage der Gr&uuml;nen. Damit stellt sie indirekt in Frage, ob das Gesetz verfassungsgem&auml;&szlig; ist. [&hellip;]<br>\nIm Bahnkonflikt gibt es unterdessen den n&auml;chsten Eklat. 20 Stunden lang hatten Vertreter von Deutscher Bahn und GDL am Freitag und Samstag in Berlin miteinander gesprochen. Dabei unterhielten sich Bahn-Vorstand Ulrich Weber und GDL-Chef Claus Weselsky dem Vernehmen nach sachlich &uuml;ber die k&uuml;nftige Bezahlung der Lokrangierf&uuml;hrer, eine Schlichtung sowie ein Rechtsgespr&auml;ch, das diesem Verfahren vorangehen sollte. Nach Darstellung der Bahn hatte man sich f&uuml;r Sonntagmorgen um 10 Uhr erneut im Bahntower in Berlin verabredet. Die GDL-Vertreter erschienen jedoch nicht. Stattdessen verschickte Weselsky kurz nach 9 Uhr eine Pressemitteilung. Darin gab er an, die Bahn-Vertreter h&auml;tten am Vorabend um 17.50 Uhr den Verhandlungstisch verlassen. Bei der Bahn wiederum wurde bestritten, dass es &uuml;berhaupt einen Verhandlungstisch gab. Der Termin sei ein &ldquo;Gespr&auml;ch&rdquo;, aber keine f&ouml;rmliche &ldquo;Verhandlung&rdquo; gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/bundesarbeitsministerium-regierung-schuert-zweifel-am-tarifgesetz-1.2481718\">Detlef Esslinger in der S&uuml;ddeutschen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>BND-Aff&auml;re<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>BND spionierte f&uuml;r NSA Leitungen der Telekom Austria aus<\/strong><br>\nDer gr&uuml;ne Abgeordnete Peter Pilz pr&auml;sentiert vertrauliche Unterlagen und k&uuml;ndigt Konsequenzen an<br>\nDie Internetleitung Luxemburg&ndash;Wien: Verkehr, der auf dieser Strecke lief, wurde ab 2005 vom deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) abgesaugt. Das belegt eine interne E-Mail der Deutschen Telekom AG, die der gr&uuml;ne Nationalratsabgeordnete Peter Pilz am Freitagvormittag pr&auml;sentierte. In dem Schriftverkehr informiert ein Mitarbeiter der Deutschen Telekom seinen Kontakt beim BND, dass nach der &ldquo;gro&szlig;en Umschaltaktion&rdquo; die Strecke Luxemburg&ndash;Wien nun wieder abgesch&ouml;pft werden k&ouml;nne. Diese Leitung war vom US-Geheimdienst NSA mit besonderer Priorit&auml;t bewertet und der Wunsch an den BND weitergegeben worden.<br>\nDaten wanderten zur NSA<br>\nDie Absch&ouml;pfung soll im Rahmen der Operation &ldquo;Eikonal&rdquo; erfolgt sein. &ldquo;Die Daten der Telekom Austria wurden am Internetknoten Frankfurt &uuml;ber das BND-B&uuml;ro in der Deutschen Telekom AG ausgeleitet, dupliziert, nach Pullach in die BND-Zentrale weitergeleitet und von der Technischen Aufkl&auml;rung (TA) des BND in Bad Aibling der NSA f&uuml;r den automatisierten Zugriff zug&auml;nglich gemacht&rdquo;, sagt Pilz. Die Operation &ldquo;Eikonal&rdquo; war 2008 eingestellt worden, allerdings sollen &auml;hnliche Kooperationen zwischen BND und NSA noch immer laufen. Die Telekom Austria gab bekannt, die Angaben zu &uuml;berp&uuml;fen. Allerdings: &ldquo;Sobald Datenverkehr in ein anderes Netz &uuml;bergeben wird, sind die Daten auch nicht mehr in unserem Einflussbereich. In unserem Netz gab es nach unserem Wissensstand keinen Zugriff&rdquo;, sagt A1-Sprecherin Livia Dandrea-B&ouml;hm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000015856486\/E-Mail-belegt-wie-BND-Leitungen-der-Telekom-Austria-ausspionierte\">derStandard.at<\/a><\/li>\n<li><strong>Merkels gef&auml;hrliches Schweigen<\/strong><br>\nDie Kanzlerin lebt politisch vom Image der Sachlichkeit und Unverstelltheit. Mit ihrem Lavieren in der Geheimdienst-Aff&auml;re k&ouml;nnte Angela Merkel dieses Kapital verspielen&hellip;<br>\nEs ist etwas aus dem Lot geraten im Hause Merkel. Die Neugier der USA hat einen Riss an der Fassade hinterlassen, und dieser Riss ist mehr als eine kleine Schramme. Er geht tief. Er trifft die Kanzlerin im Kern, und es ist offen, ob er sie ins Wanken bringt. Denn es geht nicht um politische Entscheidungen, die richtig oder falsch sein k&ouml;nnen, nicht darum, ob Merkel in der Energiepolitik, beim Mindestlohn, in Steuerfragen in die falsche oder in die richtige Richtung marschiert ist. Es geht um Wahrhaftigkeit. Die Frage ist, wie genau es Angela Merkel mit der Wahrheit genommen hat in der NSA-Aff&auml;re, ob sie gelogen hat oder ihre engsten Mitarbeiter hat l&uuml;gen lassen.<br>\nEs sind schwere Vorw&uuml;rfe, bei der Bundeskanzlerin wiegen sie doppelt. Denn Merkels Erfolgsrezept ist nicht die Entschlossenheit, die geschliffene Rede, der Entwurf beeindruckender politischer Konzepte und Reformen. Ihr gr&ouml;&szlig;tes Pfund ist die Wahrhaftigkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/leitartikel\/bnd-nsa-affaere-merkels-gefaehrliches-schweigen,29607566,30706178.html\">Daniela Vates in der FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wenn &uuml;berhaupt, kann eigentlich nur das Image der Sachlichkeit und Unverstelltheit ersch&uuml;ttert werden &ndash; vgl. <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=16450\">&bdquo;Mutter Blamage&ldquo;<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Die T&ouml;tung von Bin Laden: Alles gelogen<\/strong><br>\nDer bekannte investigative Journalist Seymour Hersh hat in einem Beitrag f&uuml;r London Review of Books die Darstellung der US-Regierung &uuml;ber die T&ouml;tung von Osama bin Laden angezweifelt (Obama benutzte Osama). Mit der verdeckten Aktion von Spezialeinheiten der Navy Seals, die angeblich ohne Vorank&uuml;ndigung der pakistanischen Regierung Bin Laden in seinem pakistanischen Unterschlupf in Abbottabad fangen sollten, aber ihn wegen versuchter Gegenwehr t&ouml;ten mussten und dann seine Leiche im Meer versenkten (Bin Laden tot.., Seltsame Informationspolitik des Wei&szlig;en Hauses), konnte US-Pr&auml;sident Obama 2011 vor der Wahl punkten. Schlie&szlig;lich war Ex-Pr&auml;sident George W. Bush daran gescheitert, den vermeintlichen Drahtzieher der 11\/9-Anschl&auml;ge dingfest zu machen.<br>\nHersh behauptet, dass Bin Laden seit 2006 der Gefangene des pakistanischen Milit&auml;rs und des Geheimdienstes ISI gewesen sei. Zuvor habe er in den Bergen gelebt. Stammesf&uuml;hrer h&auml;tten verraten, nachdem sie Geld erhalten hatten. Sie h&auml;tten ihn benutzt, um die Taliban und al-Qaida in der Region zu beeinflussen, und er w&auml;re ein Pfand gewesen, um die US-Regierung bei geeigneter Gelegenheit zu einem Handel zu zwingen. F&uuml;r Hersh ist die offizielle Erz&auml;hlung eine Geschichte, die von Lewis Carrol geschrieben sein k&ouml;nnte. H&auml;tte sich bin Laden, der weltweit gesucht wurde, ausgerechnet in einer Stadt nahe Islamabad versteckt, um von dort aus al-Qaida zu lenken? (&hellip;)<br>\nDas Res&uuml;mee von Hersh: &ldquo;Das L&uuml;gen von oberster Stelle bleibt der modus operandi der US-Politik, zusammen mit Geheimgef&auml;ngnissen, n&auml;chtlichen Operationen von Spezialeinheiten, dem &Uuml;bergehen der Kommandokette und dem Ausschluss von denen, die Nein sagen k&ouml;nnten.&rdquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/44\/44947\/1.html\">Telepolis<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.lrb.co.uk\/v37\/n10\/seymour-m-hersh\/the-killing-of-osama-bin-laden\">The Killing of Osama bin Laden &ndash; Seymour M. Hersh im London Review of Books<\/a>\n<p>dazu: <strong>Osama und die CIA-ISI-GID-Connection<\/strong><br>\nMit Seymour Hershs Story wird deutlich, dass der angebliche Weltfeind Nr. 1 kein autonomer Terrorist, sondern eine Figur unter der Kontrolle der Geheimdienste war<br>\nDer j&uuml;ngste Report von Seymour Hersh (Die T&ouml;tung von Bin Laden: Alles gelogen) k&ouml;nnte ein wenig Licht in die mysteri&ouml;se Geschichte um die Ermordung Osama Bin Ladens bringen, wenn auch keine wirkliche Aufkl&auml;rung und schon gar nicht einen Beweis f&uuml;r seine 9\/11-T&auml;terschaft. In den USA ist der Reporter, weil er seine entscheidenden Informanten nur anonym zitiert, schwer unter Beschuss geraten.<br>\n&ldquo;V&ouml;lliger Unsinn&rdquo; sei das, sagte ein CIA-Sprecher und das Weisse Haus monierte &ldquo;zahlreiche Ungenauigkeiten&rdquo;. Hersh seinerseits reagierte auf die Kritik &auml;u&szlig;erst unwirsch &ndash; wie man seinen Antworten auf die (auch eher d&uuml;mmlichen) Fragen eines &ldquo;Slate&rdquo;-Journalisten entnehmen kann.<br>\nDass die Kritiker jetzt auch die Investigativ-Koryph&auml;e Hersh in die Schmuddelecke &ldquo;Verschw&ouml;rungstheorie&rdquo; stellen wollen, scheint dem mittlerweile automatischen Reflex geschuldet, mit dem jeder &Uuml;berbringer von Nachrichten &uuml;ber Staatsverbrechen gegen die Demokratie diffamiert wird. Tats&auml;chlich k&ouml;nnte Hershs Version, nach der Bin Laden seit 2006 unter Aufsicht des pakistanischen Geheimdiensts ISI stand, der Realit&auml;t zumindest ein St&uuml;ck n&auml;her kommen, auch wenn ein nachvollziehbarer Beweis, dass es sich bei der in Abottabad ermordeten und dann angeblich seebestatteten Person wirklich um Bin Laden handelte nach wie vor fehlt.<br>\nDeutlicher als zuvor aber wird mit Hershs Story, dass der angebliche Weltfeind Nr. 1 kein autonomer Terrorist, sondern eine Figur unter der Kontrolle der Geheimdienste war.<br>\nDie &ldquo;CIA-ISI-Osama&rdquo;-Connection war mir zum ersten Mal im November 2001 aufgefallen, nachdem Berichte &uuml;ber seinen Aufenthalt im &ldquo;American Hospital&rdquo; in Dubai im Juli 2001 aufgetaucht waren, und CBS &uuml;ber eine Einweisung des nierenkranken Bin Laden berichtete, in ein Milit&auml;rhospital in Rawalpindi (Pakistan) am 11.9.2001!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/44\/44954\/1.html\">Telepolis<\/a><\/p>\n<p>Passend dazu: <strong>Medienbericht &ndash; BND soll CIA angeblich Hinweis auf Bin-Laden-Versteck gegeben haben<\/strong><br>\nMitten in der BND-Aff&auml;re verbreitet sich diese Nachricht: Der Bundesnachrichtendienst soll den Amerikanern einen entscheidenden Hinweis gegeben haben, der angeblich zur Ergreifung von Osama Bin Laden f&uuml;hrte. Ist das plausibel? (&hellip;)<br>\nBemerkenswert: Bislang war nie etwas von einer entscheidenden deutschen Rolle bei der Ergreifung Bin Ladens bekannt geworden. Im Gegenteil: Experten halten den BND in Pakistan f&uuml;r relativ ahnungslos, Erkenntnisse hat der Dienst dort fast nur &uuml;ber deutsche Dschihadisten. (&hellip;)<br>\nBleibt die Frage: Warum hat der Doppelagent nicht direkt die Amerikaner informiert? In diesem Fall h&auml;tte er eine dicke Belohnung einstreichen k&ouml;nnen. Warum also sollte die Information erst an den &ndash; eher tr&auml;gen, nicht &uuml;berm&auml;&szlig;ig zahlungswilligen &ndash; BND gegangen sein?<br>\nZweifel an der offiziellen Version im Fall Bin Laden gibt es immer wieder. Erst in der vergangenen Woche hatte Pulitzer-Preistr&auml;ger Seymour M. Hersh die Darstellung des Wei&szlig;en Hauses kritisiert &ndash; und eine eigene Theorie vorgelegt. In der &ldquo;London Review of Books&rdquo; schreibt Hersh, US-Pr&auml;sident Barack Obama habe gelogen. Washington habe Islamabad viel fr&uuml;her in die geplante Aktion eingeweiht. Beweise legte er f&uuml;r seine Theorie nicht vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bnd-und-osama-bin-laden-deutscher-tipp-fuehrte-angeblich-zur-ergreifung-a-1034092.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Fast kann der Eindruck entstehen, dass gewisse Kreise den BND entlasten bzw. &bdquo;unter die Arme greifen&ldquo; m&ouml;chten: Die deutschen &bdquo;Schlapph&uuml;te&ldquo; haben den USA bei der Ergreifung von Bin Laden geholfen &ndash; klingt doch gut, oder?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>A Blueprint for Greece&rsquo;s Recovery within a Consolidating Europe<\/strong><br>\nBrussels EBS2015 Keynote 7th May 2015<br>\nToday all eyes are turned on two processes: the British election and the negotiations that are unfolding here in Brussels between our team and the technocratic staff from European institutions, plus the International Monetary Fund.<br>\nInterestingly, both processes, the electoral one in Britain and the continuing Greek drama, contain the seeds of potential fragmentation at the level of the European Union. It is crucial that we find ways of preventing such fragmentation, at both ends of the continent. If we fail, history will pass a deservedly harsh judgment upon us all.<br>\nLet me focus on only one of the two processes &ndash; the one I am qualified to discuss: the negotiations happening close by at the level of the Brussels Group over the Greek loan agreement and its conditionalities.<br>\nMonths of negotiations, even since we were elected in late January, have failed to produce an agreement. I trust that one will emerge very soon. However, it is useful to ask: Why is it taking so long to reach agreement? Fruitless recriminations aside, one tangible reason is that all sides have been focusing too much on the strings to be attached to the next liquidity injection and not enough on a vision of how Greece can recover and develop sustainably. (&hellip;)<br>\nSo, back to the question: Why has white smoke not emerged from the Brussels Group yet? After all our government and the institutions already agree on a great deal:\n<ul>\n<li>Greece should never have to borrow again in order to pay for its salary and pension bill.<\/li>\n<li>Public debt needs to be managed and reconfigured<\/li>\n<li>Greece&rsquo;s tax system needs to be revamped and the revenue authorities must be freed from political and corporate influence.<\/li>\n<li>The pension system is ailing.<\/li>\n<li>The economy&rsquo;s credit circuits are broken.<\/li>\n<li>The labour market has been devastated by the crisis and is deeply segmented, with productivity growth stalled.<\/li>\n<li>Public administration is in urgent need of modernisation, and public resources must be used more efficiently.<\/li>\n<li>Overwhelming obstacles block the formation of start-ups and impede entrepreneurship. Competition in product markets is far too circumscribed.<\/li>\n<li>Inequality has reached outrageous levels, preventing society from uniting behind essential reforms.<\/li>\n<li>Oligarchic interests rule supreme, act as a brake on growth and cause resentment that makes reform difficult.<\/li>\n<\/ul>\n<p>So, we agree on all this.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/yanisvaroufakis.eu\/2015\/05\/15\/a-blueprint-for-greeces-recovery-within-a-consolidating-europe-brussels-keynote-7th-may-2015\/\">Yanis Varoufakis<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Br&uuml;sseler Rufmordmaschine l&auml;uft weiter auf Hochtouren<\/strong><br>\nUnter der &Uuml;berschrift  &bdquo;Wieso Varoufakis das &ldquo;wahre Hindernis&rdquo; ist&ldquo; beschreibt die S&uuml;ddeutsche was ein halb-anonymer Minister Rufsch&auml;digendes &uuml;ber seinen griechischen Kollegen Varoufakis zu sagen hat. Ein weiteres Schlaglicht auf die Br&uuml;sseler Propagandamaschine und auf den deutschen Plan B f&uuml;r Griechenland.<br>\n&bdquo;Die Finanzminister hatten ihr Treffen beendet, einer von ihnen sa&szlig; danach in einem italienischen Restaurant im Europaviertel in Br&uuml;ssel. Er mochte zweierlei: seine Version &uuml;ber den m&ouml;glichen Ausgang der griechischen Krise erz&auml;hlen &ndash; und dabei anonym bleiben&ldquo;,<br>\nbeschreibt Cerstin Gammelin f&uuml;r Br&uuml;sseler Verh&auml;ltnisse (f&uuml;r Berliner gilt das gleiche) au&szlig;ergew&ouml;hnlich transparent, woher sie ihre Informationen bezieht. Sogar<br>\n&bdquo;Er klingt in diesem Moment nach Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble&rdquo;,<br>\nverr&auml;t sie. Was dann kommt, muss man wohl sehr ernst nehmen:<br>\n&bdquo;Sch&auml;uble weist aber auch gerne darauf hin, es sei gelegentlich besser zu schweigen. Der Minister im Restaurant hingegen macht deutlich, was seine Regierung f&uuml;r wahrscheinlich h&auml;lt: Griechenland werde zahlungsunf&auml;hig, bevor die Verhandlungen abgeschlossen seien. Die Europ&auml;ische Zentralbank m&uuml;sse dann den Geldhahn zudrehen. Athen f&uuml;hre die Kontrolle des Kapitalverkehrs und eine Zweitw&auml;hrung ein und gebe den Euro ab. Zur Linderung der Not w&uuml;rde die Euro-Zone ein humanit&auml;res Programm beschlie&szlig;en. Das sei ein realistisches Szenario, sagt der Minister.&ldquo;<br>\nDann kommt wieder der Rufmordteil:<br>\n&bdquo;Er sagt auch, das wahre Hindernis, erfolgreich zu sein, sei Varoufakis. Wenn der griechische Minister das Wort ergreife, referiere er nur kurz &uuml;ber konkrete Vorhaben f&uuml;r das Rettungsprogramm &ndash; aber lange &uuml;ber grunds&auml;tzliche Reformen der Euro-Zone, die er f&uuml;r n&ouml;tig halte. Bei vielen Kollegen sei der Eindruck entstanden, dass Varoufakis nicht f&uuml;r die griechische Regierung verhandele &ndash; sondern f&uuml;r die Linken Europas.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/363-die-bruesseler-rufmordmaschine-laeuft-weiter-auf-hochtouren#weiterlesen\">Norbert H&auml;ring<\/a><\/li>\n<li><strong>Kooperation statt Konfrontation<\/strong><br>\nWie die Syriza-Regierung der Troika hilft, das Spekulationskarussell in Gang zu halten<br>\nAm 25. Januar brachten die Wahlen in Griechenland das B&uuml;ndnis Syriza an die Macht. Trotz seines Sieges werden die Geschicke des Landes seitdem nicht von Athen, sondern weiterhin von Washington, Berlin und Br&uuml;ssel aus gesteuert. Und nicht nur das: Die seit 2010 andauernde Zwangsverwaltung Griechenlands durch die Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission ist sogar noch versch&auml;rft worden.<br>\nNachdem der IWF bereits im Dezember 2014 seine Zahlungen an Griechenland ausgesetzt hatte, zog die EZB im Februar 2015 nach. Sie akzeptiert seitdem keine griechischen Staatsanleihen und keine vom griechischen Staat garantierten Banken-Bonds als Sicherheiten mehr. Zudem droht die EU-Kommission dem Land immer wieder mit dem Rauswurf aus der Eurozone.<br>\nAll diese Ma&szlig;nahmen zielten von Anfang an darauf ab, die neue Regierung unter Druck zu setzen, die arbeitende Bev&ouml;lkerung einzusch&uuml;chtern und einen Keil zwischen beide zu treiben. Dass dies bisher weitgehend gegl&uuml;ckt ist, liegt allerdings nicht nur an der H&auml;rte der Troika, sondern auch an der Politik der Syriza-Regierung.<br>\nUngeachtet ihrer Zusage, die Austerit&auml;tspolitik zu beenden, haben Premier Tsipras und sein Finanzminister Varoufakis seit ihrer Wahl nicht etwa auf Konfrontation, sondern auf Kooperation mit Griechenlands Zwangsverwaltern gesetzt. Allen markigen Spr&uuml;chen vor der Wahl zum Trotz verfolgen sie seit dem 25. Januar eine doppelte Strategie: W&auml;hrend sie den Menschen in Griechenland weiterhin Versprechen machen (die sie nicht einhalten werden), zeigen sie der Troika gegen&uuml;ber Unterw&uuml;rfigkeit (ohne deren Forderungen erf&uuml;llen zu k&ouml;nnen).<br>\nDas Ergebnis: Die Troika weicht keinen Millimeter von ihrer bisherigen Linie ab. Sie besteht mit kompromissloser H&auml;rte darauf, dass die arbeitende Bev&ouml;lkerung und die Armen auch weiterhin f&uuml;r die durch Banker und Politiker angerichteten Sch&auml;den aufkommen. Aus ihrer Warte betrachtet ist dieser Kurs sogar folgerichtig, denn der Degenerationsprozess des Weltfinanzsystems hat inzwischen ein Stadium erreicht, in dem Reformen in einzelnen Bereichen zwangsl&auml;ufig die Gefahr eines Einsturzes des ganzen Geb&auml;udes mit sich bringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/44\/44946\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Schluss mit dem neoliberalen Sparkurs<\/strong><br>\nEs war zu erwarten: Die seit Ende Januar 2015 andauernden Verhandlungen zwischen der Linksregierung und den Gl&auml;ubigern haben keinen Verhandlungsdurchbruch geschafft. Im Gegenteil: Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat zuletzt den Druck erh&ouml;ht. Er wiederholte, dass ohne einen Reform-Kompromiss ausstehende Milliardenhilfen nicht ausgezahlt werden k&ouml;nnen. Es seien im Streit &uuml;ber ein Reformpaket zwar Fortschritte erzielt, aber dicke Brocken m&uuml;ssen noch beiseite ger&auml;umt werden&hellip;.<br>\nBleibt der Trend zur Schrumpfung oder Stagnation der griechischen &Ouml;konomie erhalten, wird es immer schwieriger die Kredite der Gl&auml;ubiger mit den vorgesehenen Zins- und Tilgungsraten zu bedienen. Eigentlich m&uuml;ssten alle Beteiligten ein Interesse an der Stabilisierung der &Ouml;konomie haben.<br>\nStattdessen besteht die Troika beinhart auf der Weiterf&uuml;hrung des alten Kurses und verweisen immer wieder darauf , dass der harte Austerit&auml;tskurs ja L&auml;ndern wie Portugal und Irland wieder auf die Beine geholfen habe. Eine n&auml;here Betrachtung Portugals zeigt, dass diese Erfolgsmeldungen eines neoliberalen Sanierungskurses keineswegs &uuml;berzeugend sind&hellip;<br>\nAngesichts dieser Entwicklungen weiterhin auf die starre Einhaltung der Konsolidierungsprogramme zu setzen, verst&auml;rkt einen weiteren &ouml;konomischen und sozialen Absturz Griechenland. Ein &ldquo;failing state&rdquo; in Europa w&auml;re das Ende des politischen Projektes einer gemeinsamen europ&auml;ischen Zukunft. Es geht letztlich um die Auseinandersetzung &uuml;ber die &Auml;nderung des bisherigen zerst&ouml;rerischen Austerit&auml;tskurses hin zu einer Reformpolitik mit einer Rekonstruktion der Wertsch&ouml;pfung nicht nur in Griechenland sondern im gesamten Euroraum, dessen wirtschaftliche Lage durch &ouml;konomische und soziale Spaltung charakterisiert ist. Das politische Krisenmanagement des Establishments konzentriert sich auf Spardiktate, Lohn-, Renten- und Sozialk&uuml;rzungen, was vor allem bei den s&uuml;dlichen Krisenl&auml;ndern zu einer wirtschaftlichen Talfahrt gef&uuml;hrt hat&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.die-linke.de\/nc\/die-linke\/nachrichten\/detail\/artikel\/schluss-mit-dem-neoliberalen-sparkurs\/\">Axel Troost DIE LINKE<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Einfluss f&uuml;r Notenbanken: Wirtschaftsweiser Bofinger fordert Ende des Bargelds<\/strong><br>\nM&uuml;nzen und Scheine sind &uuml;berholt und schm&auml;lern nur den Einfluss von Notenbanken. Diese Position vertritt der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Die Bundesregierung solle sich f&uuml;r die Abschaffung von Bargeld einsetzen, fordert er im SPIEGEL. (&hellip;)<br>\nFallen diese weg, k&ouml;nnten die M&auml;rkte f&uuml;r Schwarzarbeit und Drogen ausgetrocknet werden. Zudem h&auml;tten es die Notenbanken einfacher, ihre Geldpolitik durchzusetzen. Der in W&uuml;rzburg lehrende Volkswirtschaftsprofessor forderte die Bundesregierung auf, auf internationaler Ebene f&uuml;r die Abschaffung des Bargelds zu werben. &ldquo;Das w&auml;re jedenfalls ein gutes Thema f&uuml;r die Agenda des G-7-Gipfels in Elmau&rdquo;, sagte er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/bargeld-peter-bofinger-will-muenzen-und-scheine-abschaffen-a-1033905.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers U.D.:<\/strong> Wir d&uuml;rfen unsere Gesellschaft nicht den so genannten &ldquo;M&auml;rkten&rdquo; mit ihren Wirtschaftlichkeitswahn, der totalen Kontrolle des Staates und den Interessen gro&szlig;er Konzerne unterordnen und dieses w&auml;re mit der Abschaffung des Bargeldes gegeben.<br>\nDas Geldsch&ouml;pfen w&uuml;rde dann noch weiter von der Zentralbank in unkontrollierbare Finanzgesellschaften verlagert.<br>\nDie von Bofinger geforderte Abschaffung des Bargeldes bedarf anderer technischer Mittel, die aber bei Menschen mit niedrigen Einkommen, h&ouml;herem Alter, Kindern und Menschen, die sich der Kontrolle der Finanz-Mafia entziehen wollen, nicht vorhanden sind.<br>\nDie Begr&uuml;ndungen, dass damit der Drogenkonsum und die Schwarzarbeit einged&auml;mmt werden, sind l&auml;cherlich und falsch.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.F.:<\/strong> Durch die Abschaffung von Bargeld w&uuml;rde jeder &ndash; aber auch wirklich jeder einzelne &ndash; Bezahlvorgang jedes einzelnen B&uuml;rgers mit Name, Ort und de(m\/n) erworbenen Artikel(n) oder Dienstleistung(en), also sein gesamtes Konsum-, Freizeit- und sonstiges Verhalten, transparent und nachvollziehbar. Und diese Datensammlung w&uuml;rde sich ausgerechnet in der Hand von BANKEN(!) befinden.<br>\nIch fasse es nicht, dass ausgerechnet der von mir sehr gesch&auml;tzte Herr Bofinger auf so ein schmales Brett kommen kann!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>erg&auml;nzende Anmerkung JB:<\/strong> Das Argument, mit einer Abschaffung des Bargelds illegale Geldtransfers stoppen zu wollen, ist absurd. Na klar, der Handwerker der dem kleinen Mann &bdquo;schwarz&ldquo; eine &uuml;berschaubare Dienstleistung erbringt, wird heute in bar bezahlt. Aber in den oberen R&auml;ngen werden auch schwarze Gelder l&auml;ngst papierlos gezahlt. Sehr beliebt sind da &uuml;brigens anonyme Prepaid-Kreditkarten, mit denen unter anderen die Empf&auml;nger von Korruptionszahlungen m&uuml;he- und bargeldlos bezahlen k&ouml;nnen. Und selbst im Kleinbereich w&uuml;rde es bei einer &ndash; m.E. vollkommen unrealistischen &ndash; Abschaffung des Bargeldes sehr schnell Ausweichm&ouml;glichkeiten geben &hellip; sei es Gold, Bitcoins, Vouchers und Gutscheine oder irgendeine Parallelw&auml;hrung, die momentan noch gar nicht bekannt ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Vernichtet der Mindestlohn die Spreewaldgurke?<\/strong><br>\nSaure Gurken kommen aus dem Spreewald. Aber der Mindestlohn macht den Produzenten dort zu schaffen. Der Preis je Glas m&uuml;sste um 20 Cent steigen &ndash; doch Handel und Verbraucher z&ouml;gern. (&hellip;)<br>\nSpreewaldgurke bald im Regal neben Kaviar und Tr&uuml;ffel?<br>\nLinkenheil r&auml;umt ein, dass der Mindestlohn nicht das einzige Problem sei. Auch hohe Energiekosten h&auml;tten dem deutschen Sauergem&uuml;se schon zugesetzt. Zudem kann sich offenbar selbst die Spreewaldgurke nicht dem Einfluss einer allgemein sinkenden Begeisterung f&uuml;r Konserven entziehen. Der Mindestlohn f&uuml;r Gurkenpfl&uuml;cker (und andere Erntehelfer) ist bisher sogar noch mild: Dank einer tariflichen &Uuml;bergangsregelung sind es bisher 7,20 statt 8,50 Euro. Doch sieht der Tarifvertrag auch vor, dass dieser Branchenmindestlohn 2017 auf 9,10 Euro steigt. (&hellip;)<br>\nW&auml;hrend andere weiter vor allem &uuml;ber &Auml;rger mit der B&uuml;rokratie klagen, hat der hemds&auml;rmelige Konservenunternehmer &ndash; zumindest im Fall der Gurkenernte &ndash; auch mit dem Mindestlohn selbst noch nicht so recht seinen Frieden gemacht. Seine Erkl&auml;rung: Auf den Feldern w&uuml;rden seit jeher zu 100 Prozent Erntehelfer aus dem &ouml;stlichen Europa eingesetzt. Die bekamen schon mit 5 Euro Stundenlohn mehr als doppelt so viel wie zu Hause &ndash; &bdquo;und sie haben keinem einzigen Deutschen Niedriglohnkonkurrenz gemacht&ldquo;. Sollte sich der Anbau nun nach Osten verlagern, &bdquo;dann werden die Gurken von denselben Leuten geerntet wie heute im Spreewald&ldquo;, sagt Linkenheil. &bdquo;Nur kriegen die daf&uuml;r dann weniger Geld.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/produzenten-sauer-vernichtet-der-mindestlohn-die-spreewaldgurke-13594687.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> 5 Euro pro Stunde mag das Doppelte des Lohns in Rum&auml;nien sein &ndash; es ist f&uuml;r Deutschland ein Sklavenlohn, von dem man nicht leben kann. Hier wird nicht gejammert, weil &ldquo;zu 100 Prozent&rdquo; Osteurop&auml;er ihren Job verlieren k&ouml;nnten, sondern um die Gewinne des Herstellers. &ldquo;Spreewaldgurke bald im Regal neben Kaviar und Tr&uuml;ffel?&rdquo; &ndash; weil die Konservendose um 20 Cent teurer werden k&ouml;nnte. Alles klar.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Es w&auml;re interessant zu erfahren, woher die FAZ diese Zahlen hat. Bei landwirtschaftlichen Produkten wie der Spreewaldgurke betr&auml;gt der Arbeitskostenanteil rund 25% vom Bruttoverkaufspreis und dieser Anteil enth&auml;lt nat&uuml;rlich nicht nur die Hungerl&ouml;hne der Erntehelfer, sondern auch die L&ouml;hne in der Fabrik, in der die Gurken verpackt werden, die L&ouml;hne in der Verwaltung, im Marketing, im Vertrieb usw.. Eine Preissteigerung von 20 Cent pro Glas (was rund 15% auf den Bruttopreis entspricht) ist mit der Einf&uuml;hrung des Mindestlohns jedenfalls nicht zu erkl&auml;ren. Hier soll offenbar wieder einmal auf unterstem Niveau gegen den Mindestlohn gehetzt werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Arbeitskampf<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wo gearbeitet wird, fallen Streiks<\/strong><br>\nManchmal sind es Kleinigkeiten, auf die man hinweisen sollte. Preziosen, die untergehen im Alltagsbombast. So das wirklich sehr kurze Interview mit Torsten Bewernitz im letzten &raquo;Spiegel&laquo;. Der ist Herausgeber des Buches &raquo;Die neuen Streiks&laquo; und setzt den GDL-Arbeitskampf in Relation und noch ein wenig mehr.<br>\nDer Mann r&uuml;ckt mit wenigen S&auml;tzen wieder zurecht, was Medienanstalten &uuml;ber Wochen und Monate mit viel &raquo;&Uuml;berzeugungsarbeit&laquo;, im Volksmund auch Hetze genannt, in Schieflage gebracht haben. Streik ist eben keine Absonderlichkeit, erkl&auml;rt Bewernitz. Und der GDL-Streik ist nicht mal besonders schwerwiegend, sondern &raquo;kurz und harmlos&laquo;. Er erinnert an fr&uuml;here Streiks, die viel gr&ouml;&szlig;er waren. 1956 k&auml;mpften 30.000 Arbeiter &uuml;ber hundert Tage f&uuml;r die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. 1948 sollen mehr als neun Millionen Menschen gestreikt haben. Weshalb muss man den Mann fragen oder halt jemanden, der damals schon denken konnte. Ja, selbst im alten &Auml;gypten gab es schon Streiks. Und die waren sicherlich nicht so zaghaft wie jene der Lokf&uuml;hrer. Bewernitz geht leider nicht sonderlich auf diesen Umstand ein. Wie gesagt, das Interview ist kurz und verloren und fiel mal wieder kaum jemanden auf.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.de\/2015\/05\/wo-gearbeitet-wird-fallen-streiks.html\">ad sinistram<\/a><\/li>\n<li><strong>Wie erkl&auml;r ich&rsquo;s meinem Kind? Warum es Streik gibt<\/strong><br>\nErzieher, Brieftr&auml;ger, Lokf&uuml;hrer: Gerade gehen Leute aus vielen Berufen lieber auf die Stra&szlig;e als zur Arbeit, und noch mehr Leute leiden darunter. Warum Streik trotzdem eine gute Sache ist. (&hellip;)<br>\nEine alte Erfindung<br>\nSo &auml;hnlich ist es auch bei Leuten, die streiken. Sie m&uuml;ssen f&uuml;r viele Sachen immer mehr Geld bezahlen, f&uuml;r den Bus, f&uuml;r die Wohnung, f&uuml;r das Essen &ndash; f&uuml;r ihre Arbeit bekommen sie aber weiter den gleichen Lohn. Oder, so ist es bei den Erzieherinnen, sie m&uuml;ssen f&uuml;r ihren Beruf viel mehr wissen und haben mehr Aufgaben als fr&uuml;her: Sie spielen nicht nur mit den Kindern, sie bringen ihnen nebenbei englisch bei, sie helfen Kindern, die eine andere Muttersprache haben, besser deutsch zu sprechen, und sie sorgen daf&uuml;r, dass auch behinderte Kinder mitspielen k&ouml;nnen. Obwohl sie viel mehr zu tun haben, bekommen sie aber trotzdem nicht mehr Geld daf&uuml;r. Das ist doch schon ungerecht &ndash; zumal es eine sehr wichtige Aufgabe ist, sich gut um Kinder zu k&uuml;mmern.<br>\nDer Streik ist &uuml;brigens keine neue Erfindung: Schon im alten &Auml;gypten, zur Zeit der Pyramiden und Pharaonen, h&ouml;rten die Arbeiter in der Stadt Theben eines Tages auf, ihrem Tagwerk nachzugehen. Sie sollten eigentlich Gr&auml;ber f&uuml;r die K&ouml;nige bauen, bekamen aber tagelang nichts zu essen &ndash; deshalb traten sie in einen Streik. Fr&uuml;her mussten die Menschen unter viel schlechteren Bedingungen arbeiten als heute. (&hellip;)<br>\nStreiken funktioniert aber nur, wenn es auch viele Leute st&ouml;rt, dass man seine Arbeit nicht macht. Wenn Lokf&uuml;hrer streiken, k&ouml;nnen Tausende Menschen nicht mit dem Zug fahren. Wenn Piloten streiken, f&auml;llt der Flug in den Urlaub flach. Wenn die Post streikt, kommen in ganz Deutschland Briefe nicht an. Und wenn die Kinderg&auml;rtnerin streikt, dann haben viele Eltern Stress.<br>\nKein Recht darauf<br>\nUngerecht ist nur, dass es viele Menschen gibt, die nicht streiken k&ouml;nnen, weil es niemanden betrifft &ndash; und das, obwohl es ihnen sehr schlecht geht, viel schlechter noch als all denen in den Gewerkschaften: Menschen, die auf der Stra&szlig;e leben m&uuml;ssen, Fl&uuml;chtlinge, Arbeitslose oder M&uuml;tter, die arm sind, weil sie ihre Kinder allein erziehen m&uuml;ssen und deshalb keine Arbeit finden.<br>\nStreiken kann aber auch ganz allgemein hei&szlig;en, dass man sich weigert, etwas zu tun, was von einem erwartet wird. Kinder streiken, wenn sie ihr Zimmer nicht aufr&auml;umen oder ihre Hausaufgaben nicht machen. Anders als die Leute in den Gewerkschaften haben sie aber kein Recht darauf, weiter Taschengeld zu bekommen &ndash; deshalb sollten sie sich das gut &uuml;berlegen.<br>\nEin Streik ist f&uuml;r alle, die darunter leiden m&uuml;ssen, eine wirklich nervige Sache. Aber trotzdem ist es gut, dass Menschen streiken d&uuml;rfen. Denn d&uuml;rften sie es nicht, m&uuml;ssten sie sich alles gefallen lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/familie\/wie-erklaere-ich-s-meinem-kind\/kindern-erklaert-warum-es-streik-gibt-13592894.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> &ldquo;Ein Streik ist f&uuml;r alle, die darunter leiden m&uuml;ssen, eine wirklich nervige Sache. Aber trotzdem ist es gut, dass Menschen streiken d&uuml;rfen. Denn d&uuml;rften sie es nicht, m&uuml;ssten sie sich alles gefallen lassen.&rdquo; &ndash; Sch&ouml;n erkl&auml;rt, FAZ.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Reiche und Arme haben nichts miteinander zu tun<\/strong><br>\nDer amerikanische Traum steckt in einer tiefen Krise, sagt der US-Politikwissenschaftler Robert Putnam. Wer in eine arme Familie geboren wird, hat kaum mehr Chancen auf Aufstieg. Doch woran liegt das?<br>\nRobert Putnam macht die unsichtbaren Dinge sichtbar. Der bekannte Politikwissenschaftler richtet sein Echolot auf die amerikanische Gesellschaft, er erkennt und beschreibt Ver&auml;nderungen in gro&szlig;en Linien. Im Jahr 2000 hat Putnam in &ldquo;Bowling alone&rdquo; den Trend zur Vereinzelung in Amerika beschrieben. Sein gerade erschienenes Buch &ldquo;Unsere Kinder. Der amerikanische Traum in der Krise&rdquo; liest sich nun wie eine Gebrauchsanweisung f&uuml;r die Rassenunruhen von Ferguson und Baltimore, wo Schwarze Misshandlung durch Polizeibeamte erfahren haben.<br>\nZehn Jahre lang haben Putnam und sein Team Daten gesammelt und individuelle Lebensgeschichten gesucht, um zu verstehen, was in Amerikas Unterschicht falsch l&auml;uft. Sie haben versucht zu ergr&uuml;nden, warum die Chancengleichheit zwischen Arm und Reich immer mehr abnimmt &ndash; egal ob es sich um Schwarze, Hispanics oder Wei&szlig;e handelt. Seine Antworten wird Putnam am Dienstag auch mit Obama in Harvard diskutieren. Uns erkl&auml;rt er vorher, was er dem US-Pr&auml;sidenten sagen wird. (&hellip;)<br>\nDie Welt: Klassenzugeh&ouml;rigkeit entscheidet heute in Amerika also mehr &uuml;ber Erfolg oder Scheitern als die Hautfarbe?<br>\nPutnam: Es gibt ein Thema, bei dem Rasse noch immer das bestimmende Merkmal ist: Gerechtigkeit im Strafverfolgungssystem. Darum ging es ja in erster Linie in Baltimore. Auch hier spielt die Schichtzugeh&ouml;rigkeit eine Rolle, es ist aber in erster Linie eine Rassenfrage. Aber in vielen anderen Bereichen ist Klasse heute wichtiger als Rasse. Ich m&ouml;chte jedoch nicht so verstanden werden, als seien die Rassenprobleme in Amerika alle gel&ouml;st und als k&ouml;nnten wir uns nun allein auf die Frage von Klassenunterschieden konzentrieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article140753869\/Reiche-und-Arme-haben-nichts-miteinander-zu-tun.html\">Clemens Wergin in der WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> F&uuml;r Konservative und Neoliberale hierzulande scheint der Ist-Zustand in den USA eine durchaus akzeptable Perspektive zu sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Arbeits- und Gesundheitsschutz erreicht atypisch Besch&auml;ftigte oft nicht<\/strong><br>\nDer Arbeitsschutz hat mit den Ver&auml;nderungen auf dem Arbeitsmarkt nicht Schritt gehalten: Bei atypisch Besch&auml;ftigten wie Werkvertragsbesch&auml;ftigten, Minijobbern oder Leiharbeitern greifen viele Instrumente oft nicht, ergibt eine neue Analyse.<br>\nDie klassische Arbeitssicherheit gelte hierzulande als gut aufgestellt, schreiben Dr. Karina Becker und Thomas Engel. Bei der Unfallpr&auml;vention habe es Verbesserungen gegeben und auch in die betriebliche Gesundheitsf&ouml;rderung komme Bewegung hinein. Allerdings profitierten nicht alle Arbeitnehmer von diesen Fortschritten: Bei atypisch Besch&auml;ftigten gebe es gravierende Defizite. Das schlie&szlig;en die Soziologen von den Universit&auml;ten Trier und Jena aus Befragungsdaten und Fallstudien, in die auch Ergebnisse eines von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderten Projekts eingeflossen sind.<br>\nRechtlich seien Leiharbeiter, Minijobber oder Werkvertragsbesch&auml;ftigte beim Arbeitsschutz zwar den Normalarbeitnehmern weitgehend gleichgestellt, so die Wissenschaftler in ihrer Analyse, die in der aktuellen Ausgabe der WSI-Mitteilungen erschienen ist. In der Praxis erg&auml;ben sich aber erhebliche Schwierigkeiten. So seien atypisch Besch&auml;ftigte aufgrund kurzer Einsatzzeiten oft von Arbeitsschutzroutinen wie regelm&auml;&szlig;igen Unterweisungen ausgeschlossen. Zudem gebe es M&auml;ngel bei der Betreuung durch Sicherheitsfachkr&auml;fte und Betriebs&auml;rzte. Bei der Leiharbeit erweise sich als problematisch, dass Ver- und Entleiher gemeinsam Verantwortung f&uuml;r die Sicherheit tragen. Das f&uuml;hre dazu, dass sich in vielen F&auml;llen niemand zust&auml;ndig f&uuml;hlt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/52614_54194.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Nahles zwingt Jobcenter zum Sparen<\/strong><br>\nViele Arbeitslose d&uuml;rften vom Jobcenter weniger F&ouml;rderung als geplant erhalten: Arbeitsministerin Andrea Nahles streicht den Etat zusammen. Das Geld braucht sie f&uuml;r Lohnzusch&uuml;sse an Langzeitarbeitslose.<br>\nundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will die Mittelzusagen f&uuml;r Jobcenter in den n&auml;chsten drei Jahren um rund 750 Millionen Euro k&uuml;rzen. Dies habe das Arbeitsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der gr&uuml;nen Arbeitsmarktpolitikerin Brigitte Pothmer best&auml;tigt, berichtet die Zeitung &bdquo;Die Welt&ldquo;.<br>\n&bdquo;Die Spielr&auml;ume der Jobcenter werden dadurch erheblich eingeschr&auml;nkt&ldquo;, sagte Pothmer. Grund der K&uuml;rzungen bei den F&ouml;rdermitteln f&uuml;r 4,4 Millionen erwerbsf&auml;hige Hartz-IV-Empf&auml;nger sei, dass Nahles das Geld f&uuml;r ein Sonderprogramm f&uuml;r 43.000 Langzeitarbeitslose ben&ouml;tige, schrieb die Zeitung. Im November hatte sie die Lohnkostenzusch&uuml;sse angek&uuml;ndigt.<br>\nF&ouml;rderchaos bef&uuml;rchtet<br>\nBetroffen seien langfristige Ma&szlig;nahmen wie etwa die mehrj&auml;hrige Berufsausbildung junger Arbeitsloser, sagte Pothmer. Die gr&uuml;ne Arbeitsmarktpolitikerin f&uuml;rchte nun ein F&ouml;rderchaos in den Jobcentern. &bdquo;Die Nachricht ereilte die Jobcenter mitten in den Programm- und Finanzplanungen f&uuml;r die kommenden Jahre&ldquo;, sagte Pothmer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/arbeitsmarktpolitik-nahles-zwingt-jobcenter-zum-sparen-13595404.html\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Gut gespartes Geld. Wer braucht schon Sozial- und Arbeitsmarktpolitik mitten in der Massenarbeitslosigkeit? Und so sinnvoll gespart, wenn der Staat sogar &Uuml;bersch&uuml;sse erwirtschaftet, die als Steuersenkungen verteilt werden sollen. Statt die darbende Infrastruktur zu verbessern, statt mehr Geld f&uuml;r Bildung oder die Bek&auml;mpfung von Armut. Nahles ist eine Sozialdemokratin aus altem Schrot und Korn.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Many of the NSA&rsquo;s Loudest Defenders Have Financial Ties to NSA Contractors<\/strong><br>\nThe debate over the NSA&rsquo;s bulk collection of phone records has reached a critical point after a federal appeals court last week ruled the practice illegal, dramatically raising the stakes for pending Congressional legislation that would fully or partially reinstate the program. An army of pundits promptly took to television screens, with many of them brushing off concerns about the surveillance.<br>\nThe talking heads have been backstopping the NSA&rsquo;s mass surveillance more or less continuously since it was revealed. They spoke out to support the agency when NSA contractor Edward Snowden released details of its programs in 2013, and they&rsquo;ve kept up their advocacy ever since &mdash; on television news shows, newspaper op-ed pages, online and at Congressional hearings. But it&rsquo;s often unclear just how financially cozy these pundits are with the surveillance state they defend, since they&rsquo;re typically identified with titles that give no clues about their conflicts of interest. Such conflicts have become particularly important, and worth pointing out, now that the debate about NSA surveillance has shifted from simple outrage to politically prominent legislative debates&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/firstlook.org\/theintercept\/2015\/05\/12\/intelligence-industry-cash-flows-media-echo-chamber-defending-nsa-surveillance\/\">The Intercept<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Vorratsdatenspeicherung: Abruf auch bei Internetstraftaten<\/strong><br>\nErmittler sollen auf Vorrat gespeicherte Verbindungs- und Standortdaten nicht nur nutzen d&uuml;rfen, um etwa Terrorismus zu bek&auml;mpfen, sondern auch, um &ldquo;mittels Telekommunikation begangene Straftaten&rdquo; aufzukl&auml;ren. Dies sieht ein Referentenentwurf vor.<br>\nAlter Wein in nur m&uuml;hsam ausgebesserten Schl&auml;uchen? Manchem Aktivisten, aber auch vielen Juristen d&uuml;rften die neuen Anl&auml;ufe zur Vorratsdatenspeicherung in Deutschland &uuml;berraschend bekannt vorkommen &ndash; &uuml;berrachend vor allem, weil nun wieder Bestimmungen auftauchen, die das Bundesverfassungsgericht ausdr&uuml;cklich ger&uuml;gt hatte. Erneuter Schelte der Verfassungsh&uuml;ter aus Karlsruhe begegnen will man mit nur vorsichtig formulierten Einschr&auml;nkungen<br>\nDies zeigt der konkrete Vorsto&szlig; des Bundesjustizministeriums f&uuml;r eine neue Vorratsdatenspeicherung, der weit &uuml;ber die bisher publik gemachten Leitlinien hinausgeht. Laut dem Referentenentwurf aus dem Haus von Justizminister Heiko Maas (SPD), den Netzpolitik.org ver&ouml;ffentlicht hat, sollen Ermittler und andere auf die Gefahrenabwehr spezialisierte Beh&ouml;rden Verbindungs- und Standortdaten nicht nur abrufen d&uuml;rfen, wenn sie Terrorismus bek&auml;mpfen oder h&ouml;chstpers&ouml;nliche Rechtsg&uuml;ter sch&uuml;tzen wollen. Ein Zugriff soll vielmehr auch erlaubt sein, um beim Verdacht auf &ldquo;mittels Telekommunikation begangene&rdquo; Straftaten t&auml;tig werden zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Vorratsdatenspeicherung-Abruf-auch-bei-Internetstraftaten-2651524.html?wt_mc=nl.ho.2015-05-17\">heise online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Fl&uuml;chtlinge<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Europ&auml;ische M&auml;chte planen Luftangriffe auf Libyen, um Fl&uuml;chtlinge aufzuhalten<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Union plant Luftangriffe auf Ziele in Libyen, um Fl&uuml;chtlinge daran zu hindern, in kleinen Booten das Mittelmeer zu &uuml;berqueren. Die EU-Au&szlig;enbeauftragte Federica Mogherini informierte den UN-Sicherheitsrat am Montag &uuml;ber Pl&auml;ne f&uuml;r eine Resolution nach Kapitel 7, mit der die UN den Milit&auml;reinsatz der EU absegnen w&uuml;rde.<br>\nDer Plan ist das Ergebnis von mehrw&ouml;chigen Spitzengespr&auml;chen zwischen den 28 Mitgliedsstaaten der EU, u.a. einer Au&szlig;enministerkonferenz. Zuvor waren bei mehreren Bootsungl&uuml;cken hunderte von Fl&uuml;chtlingen ertrunken. Bei der schlimmsten dieser Trag&ouml;dien ertranken am 19. April fast 900 Menschen, als ihr kleines Boot mit einem Frachter zusammenstie&szlig; und kenterte.<br>\nDas Wrack dieses nur f&uuml;nfundzwanzig Meter langen Bootes wurde letzten Donnerstag, 190 Kilometer nord&ouml;stlich der libyschen K&uuml;ste, in 375 Metern Tiefe von der italienischen Marine entdeckt. Giovanni Salvi, Staatsanwalt in der sizilianischen Stadt Catania, der die wenigen &Uuml;berlebenden befragt, erkl&auml;rte, in dem Wrack selbst und in der N&auml;he des Wracks seien zahlreiche Leichen zu sehen.<br>\nDer Plan, die Boote zu bombardieren, ist weniger von der hohen Zahl von Ertrunkenen motiviert, sondern von der noch h&ouml;heren Zahl an Fl&uuml;chtlingen, die es bis zu der italienischen Insel Lampedusa s&uuml;dlich von Sizilien geschafft haben oder von Handelsschiffen, der italienischen K&uuml;stenwache oder der Marine gerettet wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2015\/05\/12\/liby-m12.html\">World Socialist Web Site<\/a><\/li>\n<li><strong>EU will Quoten und Milit&auml;reinsatz: Warme Worte, harte Taten<\/strong><br>\nDie EU-Kommission hat mit einem Strategiepapier auf das Sterben im Mittelmeer und steigende Fl&uuml;chtlingszahlen reagiert. Die Vorschl&auml;ge werden &ouml;ffentlich gefeiert. Mit einer menschenrechtlichen und humanit&auml;ren Kehrtwende haben sie jedoch wenig zu tun. Vieles &ndash; etwa der Vorschlag einer EU-Quotenregelung &ndash; ist hei&szlig;e Luft. Durchgesetzt werden am Ende wohl vor allem die St&auml;rkung von Frontex und die Militarisierung der Au&szlig;engrenzen. Leidtragende sind weiterhin die Fl&uuml;chtlinge.<br>\nVerwirrung um Quotenregelung: Hei&szlig;e Luft und Fehlinformationen<br>\n&bdquo;EU will Fl&uuml;chtlinge per Quote verteilen&ldquo;, titeln seit Tagen unterschiedliche Medien &uuml;ber das Strategiepapier. Schon wird errechnet wieviel Prozent weniger Deutschland aufnehmen m&uuml;sste und wieviel mehr Gro&szlig;britannien, eine Quote hat die EU auch schon berechnet. Nahezu jeder darf sich zum Thema &auml;u&szlig;ern. Nur: In dem EU-Papier wird keine entsprechende Regelung konzipiert. Stattdessen wird eine Umsiedlung (Relocation) von Fl&uuml;chtlingen aus EU-Staaten vorgeschlagen, die sich &bdquo;aufgrund eines pl&ouml;tzlichen Zustroms von Drittstaatsangeh&ouml;rigen in einer Notlage&ldquo; befinden (Art. 78 (3) AEU-Vertrag). Es werden also, wenn &uuml;berhaupt, nur Fl&uuml;chtlinge in bestimmten EU-Staaten &ndash; denkbar w&auml;re etwa Italien, Malta und Griechenland &ndash; betroffen sein. Zudem soll das Programm zeitlich begrenzt sein. Die Umsiedlung dieser Menschen soll dann anhand von Quoten erfolgen. Es sollen zudem nur Fl&uuml;chtlinge betroffen sein, die &bdquo;offensichtlich Schutzbed&uuml;rftig&ldquo; sind.  Es bleibt damit v&ouml;llig unklar ob und aus welchen EU-L&auml;ndern, welche Fl&uuml;chtlinge, wann und wohin verteilt werden.<br>\nKlar ist jedoch: Eine Entlastung der Staaten an den EU-Au&szlig;engrenzen ist dringend notwendig. In Griechenland und Italien etwa leben zehntausende Fl&uuml;chtlinge in der Obdachlosigkeit. Es ist jedoch mehr als Zweifelhaft, dass die EU-Staaten einer Umsiedlung aus diesen L&auml;ndern abseits freiwilliger Kontingente zustimmen werden. Der Vorschlag eines verbindlichen Umsiedlungsprogramms wird wohl zerschossen. Gleiches gilt f&uuml;r eine grunds&auml;tzliche Quotenregelung abseits von Notf&auml;llen, mit dem das EU-Papier zwar sympathisiert, jedoch nur die Ausarbeitung eines Konzeptes in Aussicht stellt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.proasyl.de\/de\/news\/detail\/news\/eu_will_quoten_und_militaereinsatz_warme_worte_harte_taten\/\">Pro Asyl<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die Todesstrafe f&uuml;r Dschochar Zarnajew ist besch&auml;mend<\/strong><br>\nDas Todesurteil gegen Dschochar Zarnajew ist aber vor allem aus Gr&uuml;nden der vollkommen absenten Logik der amerikanischen Gesetzgebung in Bezug auf die Anwendung des Jugendstrafrechts abzulehnen. Zum Tatzeitpunkt war Zarnajew erst 19 Jahre alt. Bei der Planung des Vorhabens war er noch j&uuml;nger. Das amerikanische Jugendstrafrecht wird oft bis zum Alter von 21 Jahren angewendet. Warum sollten Gewalttaten, deren Motiv politischer Irrsinn und ideologische Verblendung sind, nicht gerade eine Korrelation zum Alter aufweisen? Zarnajew war zum Tatzeitpunkt ein von seinem &auml;lteren und dominanten Bruder stark beeinflusster, ideologisch radikalisierter Terrorist im Teenageralter, aber nach allen bisherigen Erkenntnissen der amerikanischen Gerichtspsychiater kein Psychopath, kein Serienkiller. (&hellip;)<br>\n193 Staaten haben derweil ein UN-Abkommen &uuml;ber die Rechte von Kindern in Strafprozessen unterzeichnet, nur zwei L&auml;nder haben ihre Unterschrift bisher verweigert: Die Vereinigten Staaten von Amerika und Somalia. Nach Amnesty International sind die USA &ldquo;vermutlich der einzige Staat, in dem Jugendliche zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Bew&auml;hrung verurteilt werden. (&hellip;)<br>\nDie amerikanische Gesetzgebung in Bezug auf Jugendliche wird nicht nur &auml;u&szlig;erst willk&uuml;rlich angewendet, sie weist auch f&uuml;r sich betrachtet hochgradig fragw&uuml;rdige Regelungen auf: So verbietet sie den Alkoholausschank f&uuml;r unter 21-J&auml;hrige. In einigen Bundesstaaten ist unter 21-J&auml;hrigen Oralsex untersagt. Gleichzeitig sind Pistolen und Gewehre erlaubt: Der Schusswaffengebrauch ist schon f&uuml;r Kinder legal. Deshalb konnte dem zw&ouml;lfj&auml;hrigen Todessch&uuml;tzen in Pennsylvania auch nicht illegaler Waffengebrauch vorgeworfen werden. (&hellip;)<br>\nDie Jugendlichen zwischen 18 und 21 Jahren, die man aus Gr&uuml;nden der mangelnden Reife und des noch fehlenden Verantwortungsverm&ouml;gens mit allen Mitteln vor Promille-Rausch und k&ouml;rperlicher Liebe sch&uuml;tzen will, h&auml;lt man jedoch f&uuml;r erwachsen und vern&uuml;nftig genug, um ihnen die schwerste Strafe, die ein Staat meint verh&auml;ngen zu d&uuml;rfen, zuzumuten: die Todesstrafe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2015-05\/todesstrafe-dschochar-zarnajew-jugendstrafrecht\/komplettansicht\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AT:<\/strong> W&auml;hrend die Regierung in Washington das Urteil gegen Zarnajew als angemessen bezeichnet, verurteilt sie auf der anderen Seite das Todesurteil gegen den &auml;gyptischen Ex-Pr&auml;sidenten Mursi <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/urteil-mursi-111.html\">scharf<\/a>. Man zeige sich &ldquo;sehr besorgt&rdquo; und f&uuml;rchte um die Rechtsstaatlichkeit. Offiziell kritisiert auch der deutsche Au&szlig;enminister das Todesurteil gegen Mursi.<br>\n&ldquo;F&uuml;r uns ist das in Deutschland eine Form der Strafe, die wir kategorisch ablehnen&rdquo;, so Steinmeier. Ein &auml;hnlicher Protest zum Todesurteil von Boston ist mir nicht bekannt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Scheuklappen und L&uuml;gen<\/strong><br>\nJeb Bush hat uns definitiv einen Gefallen getan: In dem Bem&uuml;hen, Gespr&auml;che &uuml;ber die Vergangenheit zu vermeiden, hat er genau die Diskussion wiederbelebt, die viele Leute vermeiden wollten&hellip;<br>\nZun&auml;chst einmal war der Irak, wie Josh sagt, nicht blo&szlig; ein ehrlicher Irrtum. Bush und Cheney haben sich nicht mit den Leuten vom Geheimdienst zusammengesetzt und sie um ihre Einsch&auml;tzung der Lage gebeten, um dann z&ouml;gerlich zu dem Schluss zu kommen, Krieg sei die einzige Option. Sie hatten von Anfang an &ndash; buchst&auml;blich bevor der 9\/11-Staub sich gesetzt hatte &ndash; beschlossen, einen Terroranschlag religi&ouml;ser Extremisten als Vorwand zu nehmen, um gegen ein s&auml;kulares Regime anzugehen, das, obwohl es &uuml;bel war, nichts mit jenem Anschlag zu tun hatte. Um die Notwendigkeit des famosen kleinen Krieges zu beweisen, den sie zu f&uuml;hren gedachten, t&auml;uschten sie die &Ouml;ffentlichkeit bewusst mit v&ouml;llig falschen Behauptungen &uuml;ber Massenvernichtungswaffen &ndash; denn die chemischen Waffen, die Saddam nach Einsch&auml;tzung vieler Leute besa&szlig;, sind nichts im Vergleich zu den Nuklearwaffen, die er, so wurde angedeutet, gerade entwickele &ndash; und dann gab es auch noch die Unterstellung der falschen Behauptung, Saddam sei f&uuml;r 9\/11 verantwortlich&hellip;<br>\nWas man hier wirklich verstehen muss, ist, dass die Invasion kein Fehler war. Sie war ein Verbrechen. Wir sind durch Betrug in den Krieg gezogen worden. Und diese h&auml;ssliche Wahrheit sollten wir nicht in Vergessenheit geraten lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/krugman.blogs.nytimes.com\/2015\/05\/16\/blinkers-and-lies\/\">Paul Krugman in The New York Times<\/a>\n<p>Dazu: <strong>Bruderschaft der Versager<\/strong><br>\nJeb Bush m&ouml;chte nicht mehr &uuml;ber alte Kontroversen sprechen. Und man kann gut verstehen, warum. Dann brauchte er &uuml;ber ganz vieles nicht mehr zu sprechen. Aber den Wunsch wollen wir ihm nicht erf&uuml;llen. Aus der j&uuml;ngsten Vergangenheit kann man viel lernen, und noch viel mehr aus den Reaktionen der Politiker darauf.<br>\nDie gro&szlig;e &ldquo;Schauen wir nach vorn&ldquo;- Geschichte der letzten Tage hatte mit Mr. Bushs Antwort auf die Frage in einem Interview zu tun, ob er in Kenntnis dessen, was er jetzt wei&szlig;, die Irak-Invasion von 2003 unterst&uuml;tzt h&auml;tte. Ja, antwortete er, das h&auml;tte er. Trotz nicht vorhandener Massenvernichtungswaffen? Trotz mangelnder Stabilit&auml;t nach all der Verschwendung von Leben und Geld? Kein Problem.<br>\nDann versuchte er einen R&uuml;ckzieher. Er habe &ldquo;die Frage falsch interpretiert&ldquo;, und er m&ouml;chte sich nicht mit &ldquo;Hypothetischem&ldquo; besch&auml;ftigen. Und &uuml;berhaupt sei eine solche R&uuml;ckschau nicht fair gegen&uuml;ber denen, die in diesem Krieg gedient h&auml;tten.<br>\nDie Feigheit und Gemeinheit dieser letzten Bemerkung muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Und, nein, ich &uuml;bertreibe nicht. Mr. Bush versucht, sich hinter den Soldaten zu verstecken, und er tut so, als sei jede Kritik an der politischen F&uuml;hrung &ndash; besonders nat&uuml;rlich an seinem Bruder, dem Obersten Befehlshaber &ndash; ein Angriff auf den Mut und Patriotismus derer, die f&uuml;r die Fehler ihrer Vorgesetzten zahlen mussten. Mit so etwas sinkt man schon sehr tief, und das sagt mehr &uuml;ber den Charakter des Kandidaten als jede Menge hautnaher und intimer Interviews.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2015\/05\/15\/opinion\/paul-krugman-fraternity-of-failure.html\">Paul Krugmann in The New York Times<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Das kommende Vergn&uuml;gen<\/strong><br>\nKluge Ideen hat die Linke schon. Aber warum schafft sie es partout nicht, Mut zum gesellschaftlichen Aufbruch vermitteln?<br>\n&bdquo;Die Linke hat ein Grundproblem&ldquo;, sagte k&uuml;rzlich ein Bekannter von mir. &bdquo;Sie verbreitet immer Angst vor der Zukunft. Gibt es denn keine positive Vision?&ldquo; Ich verstand ihn erst einmal gar nicht, denn jedenfalls die Linkspartei wirkt doch sehr optimistisch, wenn man sie an der jetzt veranstalteten Woche der Zukunft misst. Dennoch glaube ich, dass mein Bekannter einen wunden Punkt trifft. Die Vision gibt es zwar. Da hat sich die Linke sogar gesteigert. &Uuml;ber das Zukunftsmanifest, das die Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger w&auml;hrend der Woche in Berlin vorstellten, konnte man staunen, ja richtig begeistert sein. Trotzdem, es fehlt noch etwas, und vielleicht das Entscheidende. Macht die Linke Mut zum gesellschaftlichen Aufbruch? Das w&uuml;rde ja bedeuten, sie tr&uuml;ge zur Entstehung einer gro&szlig;en Bewegung bei, die man mit Syriza in Griechenland oder Podemos in Spanien vergleichen k&ouml;nnte.<br>\nTheoretisch ist sie auf dem besten Weg dazu. (&hellip;)<br>\nMan muss vielleicht noch einmal neu dar&uuml;ber nachdenken, was eigentlich Optimismus ist oder sein kann &ndash; gerade wenn sich die Linkspartei so optimistisch gibt. Gerade sie k&ouml;nnte sich an die ber&uuml;hmte Parole des italienischen Marxisten Antonio Gramsci erinnern: Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens. Das wirft die Frage auf, wo der Optimismus denn hingeh&ouml;rt. In die Wirklichkeitsanalyse, aus der die Zukunftsvorschl&auml;ge hervorgehen sollen, geh&ouml;rt er nicht schwerpunktm&auml;&szlig;ig. Da n&uuml;tzt es eher, pessimistisch zu sein: Wenn die Dinge sind, wie sie sind, was ist dann noch m&ouml;glich? Der &bdquo;Infrastruktur-Sozialismus&ldquo; &ndash; kann er denn funktionieren? Wie eine neue Gesellschaft funktionieren k&ouml;nnte, m&uuml;sste im Einzelnen durchdacht, ja durchgerechnet werden. Das ist schwerer, als einen fortschrittlichen Tauschring zu bilden. Was man tut, wenn man genauer wei&szlig;, wohin man will, ist dann eine ganz andere Frage. Da geht es darum, die Leute da abzuholen, wo sie sind.<br>\nSie sind nicht kurz davor, sich f&uuml;r faire &Ouml;konomie zu interessieren. Liegt doch auf ihnen der &bdquo;Mehltau&ldquo;. Hier w&auml;re Optimismus des Willens zu erwecken. Wie kann das geschehen? Man m&uuml;sste mit dem Aufbau einer sozialistischen Parallelgesellschaft beginnen, eines neuen Milieus, in dem es hier und jetzt &bdquo;lustvoll&ldquo; zuginge. Wo zum Beispiel getanzt w&uuml;rde, ohne Eintrittsgeld. Nur so bringt man &bdquo;die Verh&auml;ltnisse zum Tanzen&ldquo;, wie Kipping und Riexinger einfordern. Anders kommt man der Angst vor der Zukunft nicht bei.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/michael-jaeger\/das-kommende-vergnuegen\">Michael J&auml;ger im Freitag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Die politischen Gegner &ndash; vor allem SPD, Unionsparteien und die neoliberalen Kleinparteien &ndash; werden vermutlich vor allem mit Hilfe der zur Hilfe eilenden Medienmacht alles in die Schale werfen, damit sich dieser &bdquo;Optimismus&ldquo; in der Bev&ouml;lkerung nicht verf&auml;ngt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die linke Alternative in Bremen<\/strong><br>\nEntgegen den Umfragen haben die W&auml;hlerInnen in Bremen ein politisches Beben ausgel&ouml;st. F&uuml;r die auf eine Fortf&uuml;hrung der rot-gr&uuml;nen Koalition programmierten Parteien ist das Ergebnis eine politische Abfuhr, denn mit einer solchen Abstrafung haben weder SPD noch Gr&uuml;ne gerechnet. Und erneut ist die Zahl der Nichtw&auml;hlerInnen massiv gestiegen: In Bremen gingen 2015 nur noch 50,1% der Wahlberechtigten zur Wahl, 2007 waren es 57,5%.<br>\nDie hohe Zahl der Nichtw&auml;hlerInnen wird mehr und mehr zum Problem f&uuml;r die Kultur der Demokratie. Nur mehr jeder zweite Wahlberechtigte hat in Bremen seine Stimme abgegeben. In einer Befragung von Infratest dimap sagten 67% der Nichtw&auml;hlerInnen, die &raquo;Politiker verfolgen doch nur ihre eigenen Interessen&laquo;. 58% meinten, &raquo;derzeit vertritt keine Partei meine Interessen&laquo;. 46% erkl&auml;rten, sie gingen &raquo;bewusst nicht zur Wahl&laquo;, um Unzufriedenheit auszudr&uuml;cken. 40% hatten im Vorfeld erkl&auml;rt, es sei &raquo;ohnehin klar, wie die Wahl ausgeht&laquo;. Die Umdeutung der geringen Wahlbeteiligung in den wesentlichen Grund f&uuml;r Zufriedenheit seitens des politischen Souver&auml;ns &uuml;berzeugt immer weniger.<br>\nIn einem sind sich alle Untersuchungen, in denen sich mit dem Ph&auml;nomen der\/s Nichtw&auml;hlerin\/s besch&auml;ftigt wurde, einig: Die Nichtw&auml;hlerInnen sind kein Querschnitt der Gesellschaft. Vielmehr muss konstatiert werden: Je niedriger die Bildung, je geringer das Einkommen und je auswegloser die eigene Situation, desto gr&ouml;&szlig;er ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Betreffenden bei Wahlen lieber zu Hause bleiben. Der Anteil von Nichtw&auml;hlerInnen ist in den Stadtquartieren hoch, die sich durch einen geringeren sozialen Status auszeichnen. B&uuml;rgerInnen in prek&auml;ren Lebensverh&auml;ltnissen, Arbeitslose und Menschen mit wenig Bildung gehen besonders selten zur Wahl &ndash; eine Entwicklung, die sich nicht nur in Bremen, sondern in ganz Deutschland abzeichnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/die-linke-alternative-in-bremen\/\">Sozialismus aktuell<\/a>\n<p>Passend dazu: <strong>Somuncus Wahlverdrossenheit<\/strong><br>\nSerdar Somuncu &uuml;ber eine Wahl, bei der eigentlich niemand w&auml;hlen geht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/beitrag\/video\/2405204\/Somuncus-Wahlverdrossenheit#\/beitrag\/video\/2405204\/Somuncus-Wahlverdrossenheit\">ZDF Mediathek<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>FDP<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>German Mist<\/strong><br>\nNat&uuml;rlich weist ein Parteivorsitzender den Verdacht emp&ouml;rt zur&uuml;ck, diese Anstrengungen best&uuml;nden vor allem in der Kandidatur ansehnlicher Frauen. Nat&uuml;rlich verk&uuml;ndet er, &bdquo;die Menschen&ldquo; lie&szlig;en sich &bdquo;nicht von Oberfl&auml;chlichkeiten beeindrucken&ldquo;, sondern versp&uuml;rten das Bed&uuml;rfnis nach einer &bdquo;marktwirtschaftlichen Stimme&ldquo;. Sollte beides stimmen, muss Lindner allerdings hoffen, dass auch weiter niemand seine Leitantr&auml;ge liest.<br>\nDie &bdquo;Stimme der Marktwirtschaft&ldquo; verk&uuml;ndet &ndash; wie inzwischen fast alle Parteien, nur lauter &ndash; die alten Glaubenss&auml;tze des Neoliberalismus: Da wird &bdquo;weltbeste Bildung&ldquo; f&uuml;r alle verlangt, inklusive dem n&ouml;tigen Kleingeld &ndash; aber der Staat soll sich daf&uuml;r weder verschulden noch die Reichsten st&auml;rker besteuern (&bdquo;Steuerbremse im Grundgesetz&ldquo; lautet eine der wenigen konkreten Forderungen im Leitantrag).<br>\nIhre alte Idee, wo das Geld dann herkommen soll, verbirgt die &bdquo;neue&ldquo; FDP hinter sch&ouml;nen Begriffen wie &bdquo;Freiheit&ldquo; und &bdquo;Selbstbestimmung&ldquo;. Auf FDP-Deutsch: &bdquo;Zuwendung und soziale Verantwortung geschieht von Mensch zu Mensch. Viele Politiker wollen sie jedoch immer mehr in Sozialsysteme abdelegieren. Systeme bieten aber keine Zuwendung.&ldquo; Abgesehen von der Frechheit gegen&uuml;ber Krankenschwestern und Altenpflegern, die in den &bdquo;Systemen&ldquo; t&auml;glich Zuwendung praktizieren: Diese Lyrik dr&uuml;ckt nichts anderes aus als die Privatisierung von Lebensrisiken anstelle wirkungsvoller solidarischer Sozialsysteme.<br>\nInteressant nebenbei, dass Christian Lindner innerparteilich betreibt, was er politisch so inbr&uuml;nstig ablehnt: das Abkassieren der B&uuml;rger (hier: Mitglieder) zwecks Sanierung der Finanzen. Den von ihm betriebenen &bdquo;Lindner-Soli&ldquo; &ndash; drei Jahre lang je 25 Euro pro Mitglied &ndash; hat er als &bdquo;Investitionsfonds&ldquo; bezeichnet. Man mag sich nicht vorstellen, was der FDP-Chef sagen w&uuml;rde, wagte es ein Finanzminister, einen neuen &bdquo;Soli&ldquo; zwecks staatlicher Investitionen zu erheben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/aktuelle-kommentare\/kommentar-german-mist,30085308,30705384.html\">Stephan Hebel in der Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist auffallend, wie zahlreich und wohlwollend in den meisten Medien &uuml;ber den Parteitag einer Splitterpartei berichtet worden ist. Man vergleiche das mit der kritischen und oft h&auml;mischen Berichterstattung &uuml;ber Parteitage der Linkspartei. Dass die FDP so hofiert wird liegt wohl daran, dass die (Wirtschafts-) Liberalen mit ziemlicher Sicherheit die Lieblingspartei der Verleger und der besserverdienenden Chefredakteure ist.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Lindner gei&szlig;elt Deutschlands &ldquo;Wohlf&uuml;hlstagnation&rdquo;<\/strong><br>\nChristian Lindner ist auf dem Bundesparteitag der FDP hart mit der Bundesregierung ins Gericht gegangen. Er warf der gro&szlig;en Koalition Hochm&uuml;tigkeit vor &ndash; und pr&auml;sentiert Reformpunkte der Liberalen. (&hellip;)<br>\nDabei gebe es in Deutschland gro&szlig;en Reformbedarf &ndash; im Bildungswesen, bei der Rente, im Steuersystem und im Einwanderungsrecht. Die FDP habe &ldquo;den Mut, den Wandel in die Hand zu nehmen&rdquo;, sagte Lindner.<br>\nDen 662 Delegierten liegt ein 14-seitiger Leitantrag vor, in dem der Bundesvorstand der Partei die programmatischen Leitlinien der FDP ausformuliert hat. Am Nachmittag soll der Parteitag &uuml;ber die Vorlage mit dem Titel &ldquo;Mehr Chancen durch mehr Freiheit&rdquo; debattieren und abstimmen. In der Bildungspolitik fordert der Leitantrag einen radikalen Systemwechsel.<br>\nBildungsgutscheine f&uuml;r Schulen<br>\nL&auml;nder und Kommunen sollen viele Zust&auml;ndigkeiten an den Bund abgeben, der k&uuml;nftig f&uuml;r die Finanzierung und Koordinierung des Bildungssystems verantwortlich sein soll. Die Leistung von Schulen soll an bundesweiten Bildungsstandards gemessen werden, ihr Erfolg soll auch Einfluss auf die Bezahlung der Lehrer haben. Eltern sollen &ldquo;Bildungsgutscheine&rdquo; f&uuml;r Schulen bekommen, dadurch soll der Wettbewerb der Institutionen gest&auml;rkt werden.<br>\nDas Steuersystem wollen die Liberalen &ldquo;Schritt f&uuml;r Schritt radikal vereinfachen&rdquo;. Der Solidarit&auml;tszuschlag soll ab 2019 wegfallen. Bei der Einkommensteuer k&ouml;nnte nach Vorstellung des FDP-Vorstands am Ende auch eine &ldquo;Flat Tax&rdquo; stehen &ndash; also der gleiche Steuersatz f&uuml;r alle.<br>\nAnalog zur Schuldenbremse f&uuml;r die &ouml;ffentlichen Haushalte fordert der Leitantrag eine &ldquo;Steuerbremse&rdquo;: Dem Staat solle es verboten sein, mehr als die H&auml;lfte der Eink&uuml;nfte eines B&uuml;rgers zu vereinnahmen.<br>\nDie Liberalen wollen zudem Deutschland als Einwanderungsland attraktiver machen: Asylbewerber sollen arbeiten d&uuml;rfen, Ausl&auml;nder sollen unter bestimmten Umst&auml;nden schon nach vier Jahren eingeb&uuml;rgert werden, die Einwanderung soll &uuml;ber ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild geregelt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article141001745\/Lindner-geisselt-Deutschlands-Wohlfuehlstagnation.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> In einem Land, in dem Ungleichheit und Armut so schlimm sind wie seit 60 Jahren nicht mehr und immer weiter wachsen, sieht die FDP sozialistische &ldquo;Gleichmacherei&rdquo; am Werk. Flat Tax, Bildungsgutscheine und Wettbewerb zwischen Schulen (eine Idee von Hardcore-US-Neoliberalen), &ldquo;radikaler Systemwechsel&rdquo; &ndash; mit anderen Worten, die neue FDP ist ganz die alte, neoliberal und asozial. Das hei&szlig;t dann in der Presse &ldquo;sozialliberal&rdquo; oder &ldquo;S&auml;uselliberalismus&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>FDP will Bildungsreform und &ldquo;Flat Tax&rdquo;<\/strong><br>\nDie Bezahlung von Lehrern soll k&uuml;nftig auch davon abh&auml;ngen, wie gut sie in Leistungstests abschneiden. &ldquo;Deutschland braucht die weltbeste Bildung&rdquo;, forderte FDP-Chef Christian Lindner.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/fdp-parteitag-113.html\">tagesschau.de<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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