{"id":2615,"date":"2007-09-05T19:30:08","date_gmt":"2007-09-05T17:30:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2615"},"modified":"2015-12-28T09:24:57","modified_gmt":"2015-12-28T08:24:57","slug":"aktion-am-99-gegen-bahnprivatisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2615","title":{"rendered":"Aktion am 8.9. gegen Bahnprivatisierung"},"content":{"rendered":"<p>Campact -Demokratie in Aktion f&auml;hrt momentan eine <a href=\"http:\/\/www.campact.de\/\">Kampagne gegen die Bahnprivatisierung<\/a>. Dazu geh&ouml;rt auch die Unterst&uuml;tzung einer <a href=\"http:\/\/privatisierungstoppen.deinebahn.de\/story\/57\/1957.html\">Flash-Mob-Aktion am kommenden Samstag<\/a> auf m&ouml;glichst vielen Bahnh&ouml;fen Deutschlands. Wir weisen daraufhin, damit Sie sich beteiligen k&ouml;nnen. Wir erg&auml;nzen das um zwei &Auml;u&szlig;erungen von Abgeordneten zum Thema. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><strong>Ein Papier zum Privatisierungsgesetzentwurf von Horst Friedrich, MdB FDP<\/strong><br>\nAuch wenn man ansonsten mit FDP-Positionen &ndash; nicht zuletzt zur Privatisierung &ouml;ffentlichen Eigentums &ndash; nichts am Hut hat, sind die Argumente der FDP-Fraktion gegen den Tiefensee-Entwurf durchaus lesens- und beachtenswert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.horstfriedrich.de\/uploads\/media\/Bewertung_Privatisierungsgesetz.pdf\">www.horstfriedrich.de [PDF &ndash; 192 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Antwort des SPD-Abgeordneten Clemens Bollen aus Leer auf die Frage eines unserer Leser.<\/strong><br>\nDieser hatte dem Abgeordneten am 3.9. folgendes geschrieben. Wir geben den Briefwechsel wieder, weil er sichtbar macht, welch niederstes Niveau heute &uuml;ber so etwas wichtiges wie die Zukunft der Deutschen Bahn entscheidet:\n<blockquote><p>Moin,<br>\nIch w&uuml;rde gern wissen, ob Sie sich f&uuml;r oder gegen eine (Teil)Privatisierung der Deutschen Bahn AG aussprechen werden.<br>\nBeste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nJ. W.<\/p><\/blockquote>\n<p>Am 05.09.2007 kam folgende Antwort:<\/p>\n<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Wegener,<\/p>\n<p>vielen Dank f&uuml;r Ihr Schreiben vom 03.09.2007.<\/p>\n<p>Ich m&ouml;chte versuchen Ihnen unsere Argumente in Sachen Bahnprivatisierung zu er&ouml;rtern.<\/p>\n<p>1993 als die ersten Stufe der Bahnreform eingeleitet wurde, war die Situation der Reichsbahn sehr schlecht. Die Situation war gepr&auml;gt durch einen extremen Investitionsr&uuml;ckgang bei gleichzeitig hoher Verschuldung. Es war notwendig, die Reichsbahn der ehemaligen DDR mit ihrer veralteten Technik und die Bundesbahn zusammenzuf&uuml;hren. Nach sorgf&auml;ltiger Pr&uuml;fung der L&ouml;sungswege entschied man sich eine formelle Privatisierung als neu gegr&uuml;ndete Deutsche Bahn AG (DB AG). Nur so konnte die staatliche Verantwortung mit den Vorteilen privatrechtlicher Betriebsorganisation kombiniert werden.<br>\nNach jetzt fast 15 Jahren k&ouml;nnen wir eine positive Bilanz ziehen. Aus einer unbeweglichen Staatsbahn ist ein modernes Unternehmen geworden. Die Verkehrsleistungen f&uuml;r der Bef&ouml;rderung von Reisenden und auch f&uuml;r die Bef&ouml;rderung von G&uuml;tern sind gestiegen. F&uuml;r die Fahrg&auml;ste ist das Reisen komfortabler geworden. Die Fahrzeiten haben sich verk&uuml;rzt und viele Bahnh&ouml;fe wurden modernisiert. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen wir noch nicht zufrieden sein. Die P&uuml;nktlichkeit der Z&uuml;ge muss z.B. noch verbessert werden. Wir m&ouml;chten auch noch mehr G&uuml;ter auf dem Schienenweg bef&ouml;rdern.<br>\nAuch die Instandhaltung des Schienennetzes muss schneller erfolgen.<\/p>\n<p>Wir wollen die Bahn f&uuml;r eine Teilprivatisierung &ouml;ffnen und somit starke private Partner f&uuml;r dieses Projekt gewinnen.<\/p>\n<p>Deshalb hat der Bundestag am 24. November 2006 einen Entschlie&szlig;ungsantrag beschlossen, der die Bundesregierung aufforderte ein Privatisierungsgesetz mit fest umrissenen Vorgaben zu erarbeiten. Diese Vorgaben wurden nun im uns vorliegenden Gesetzentwurf zur Neuorganisation der Eisenbahnen des Bundes abgearbeitet.<\/p>\n<p>Die Infrastruktur bleibt im Eigentum des Bundes:<br>\nDie Mehrheit der Anteile der Deutschen Bahn AG verbleibt beim Bund. Die Schieneninfrastruktur wird nicht privatisiert. Die Bahn darf das Netz bewirtschaften. Der Bundestag beschlie&szlig;t &uuml;ber die Neu- und Ausbauma&szlig;nahmen des Schienennetzes. Die Durchsetzung der Infrastrukturverantwortung wird vertraglich geregelt. In diesen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarungen sind sowohl Qualit&auml;tsvorgaben als auch Sanktions- und Kontrollregularien vereinbart. Dort ist aber auch festgehalten, dass der Bund weiterhin 2,5 Mrd. Euro f&uuml;r Ersatzinvestitionen in das Schienennetz zur Verf&uuml;gung stellt.<br>\nDie Ziele der Bahnreform sind unver&auml;ndert vor allem &ldquo;mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen&rdquo; und &ldquo;f&uuml;r eine nachhaltige Entlastung des Bundeshaushaltes&rdquo; zu sorgen.<\/p>\n<p>Die Bahnreform ist gut f&uuml;r die Kunden:<br>\nDie DB AG wird st&auml;rker. Sie erh&auml;lt zus&auml;tzliches Geld und wird schneller &ldquo;gesund&rdquo;, kann also Schulden abbauen. Damit werden Mittel frei f&uuml;r neue Z&uuml;ge, Loks, die bessere Wartung des Netzes und nat&uuml;rlich die Erweiterung des Leistungsangebotes auf neuen nationalen und europ&auml;ischen Strecken &ndash; von all dem werden auch die Wettbewerber der DB AG profitieren. Der Eisenbahnverkehr insgesamt wird gest&auml;rkt, Privat- und Gesch&auml;ftsreisende erreichen ihre Ziele p&uuml;nktlicher, komfortabler und schneller.<br>\nAuch wer G&uuml;ter auf die Schiene bringt, ist Kunde. Die aktuellen Wachstumsraten beim Transport auf der Schiene zeigen, dass immer mehr Unternehmen auf die Bahn als zuverl&auml;ssiges und preisg&uuml;nstiges Transportmittel zur&uuml;ckgreifen. Erstmals hat 2006 die Schiene mehr vom Verkehrswachstum profitiert als die Stra&szlig;e. Das ist der richtige Trend. Daran k&ouml;nnen wir ankn&uuml;pfen. Denn Deutschland wird es sich nicht leisten k&ouml;nnen, dass Verkehrswachstum vor allem auf der Stra&szlig;e stattfindet. Die Globalisierung der M&auml;rkte, neue Produktions- und Vertriebsketten erfordern ein Logistikangebot von Platz zu Platz. Im europ&auml;ischen Wettbewerb kann nur eine starke DB AG bestehen.<\/p>\n<p>Die Bahnreform ist gut f&uuml;r das Klima.<br>\nDie Deutsche Bahn AG engagiert sich seit Beginn der 90er Jahre f&uuml;r den Klimaschutz und hat den spezifischen CO2-Aussto&szlig; seitdem kontinuierlich gesenkt. In seiner Umweltfreundlichkeit ist der Verkehrstr&auml;ger Schiene nahezu konkurrenzlos. Nur eine starke Bahn kann beim emissionsarmen, &ouml;kologisch guten Verkehrstr&auml;ger Schiene f&uuml;r Zuwachs sorgen. Das erspart uns tausende zus&auml;tzlicher Lkws auf den Stra&szlig;en.<\/p>\n<p>Die Bahnreform ist gut f&uuml;r die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.<br>\nDie Bahn bleibt ein &ldquo;integrierter Konzern&rdquo;, und damit besteht auch der konzerninterne Arbeitsmarkt weiter. Den 230.000 Besch&auml;ftigten geben wir die Sicherheit, dass der konzerninterne Arbeitsmarkt der DB AG und das Besch&auml;ftigungsb&uuml;ndnis fortgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen. Bahnvorstand und Gewerkschaften k&ouml;nnen jetzt entsprechende Vereinbarungen abschlie&szlig;en.<\/p>\n<p>Die Bahnreform ist gut f&uuml;r den Wettbewerb auf der Schiene.<br>\nDie St&auml;rkung des Wettbewerbs auf der Schiene bleibt ein zentrales Ziel der Eisenbahnpolitik des Bundes. Nirgendwo in Europa gibt es soviel Wettbewerb wie bei uns in Deutschland. Nur der Wettbewerb verschiedener Anbieter auf der Schiene f&uuml;hrt dazu, dass die Eisenbahnen ein an den Erfordernissen des europ&auml;ischen Transportmarktes und den Bed&uuml;rfnissen der Kunden ausgerichtetes Angebot liefern. Die Wettbewerber der DB AG k&ouml;nnen sich auf einen fairen Wettbewerb verlassen.<\/p>\n<p>Die Bahnreform ist gut f&uuml;r den Haushalt.<br>\nDer Bund &uuml;bernimmt keine Schulden der DB AG. Vom Erhalt des integrierten Konzerns profitiert nicht nur das Unternehmen DB AG, sondern auch der Bundeshaushalt. Die starken Konzernt&ouml;chter der Bahn k&ouml;nnen das immer noch &ldquo;schwache&rdquo; Netz wirksam unterst&uuml;tzen, was den Bundeshaushalt entlastet.<br>\nVon einer besseren Qualit&auml;t des Netzes und fairen Wettbewerbsbedingungen wird auch der Schienenpersonennahverkehr profitieren k&ouml;nnen, den die L&auml;nder durch Regionalisierungs-mittel des Bundes unterst&uuml;tzt bestellen.<br>\nZiel ist eine Bahnreform, die der DB AG Planungssicherheit und eine gute Zukunftsperspektive verschafft, die Arbeitspl&auml;tze der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sichert und gleichzeitig die Instrumente des Bundes zur Durchsetzung seiner grundgesetzlichen Infrastrukturverantwortung deutlich verbessert.<\/p>\n<p>Mit dem uns nun vorliegenden Referentenentwurf der Bundesregierung zum Gesetz zur Neuorganisation der Eisenbahnen des Bundes und dem Kabinettsbeschluss am 24. Juli 2007 beginnt f&uuml;r uns erst die parlamentarischen Beratungen. In den parlamentarischen Gremien wird der Gesetzentwurf nochmals detailliert und intensiv beraten.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/p>\n<p>Clemens Bollen, MdB<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong> Schon der Einstieg ist in der Sache so be&auml;ngstigend falsch, dass man nur verzweifeln k&ouml;nnte. J. Wegener schreibt mit Recht: &bdquo;Mir scheint jedenfalls, die Fraktion der sogenannten SPD ist geistig ausgeblutet, sonst m&uuml;ssten die Abgeordneten nicht derartigen Mist verschicken.<br>\nEs ist vermutlich der Werbetext der jetzigen Bahnf&uuml;hrung, die so tut, als sei die Bundesbahn vor der Bahnreform von 1993 ein heruntergekommenes Unternehmen gewesen, eine Staatsbahn eben. Das ist Geschichtsf&auml;lschung zur Ehre Mehdorns, dessen Zeit &uuml;brigens mit einer F&uuml;lle von Flops begann &ndash; wie etwa das dem Luftverkehr abgeschaute Preissystem. Der ICE, die Schnellstrecken und wessen sich die heutige Bahnf&uuml;hrung sonst noch r&uuml;hmt, stammen in Ihrer Planung und teilweise in ihrer Ausf&uuml;hrung aus der Zeit der Beh&ouml;rdenbahn.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Campact -Demokratie in Aktion f&auml;hrt momentan eine <a href=\"http:\/\/www.campact.de\/\">Kampagne gegen die Bahnprivatisierung<\/a>. Dazu geh&ouml;rt auch die Unterst&uuml;tzung einer <a href=\"http:\/\/privatisierungstoppen.deinebahn.de\/story\/57\/1957.html\">Flash-Mob-Aktion am kommenden Samstag<\/a> auf m&ouml;glichst vielen Bahnh&ouml;fen Deutschlands. Wir weisen daraufhin, damit Sie sich beteiligen k&ouml;nnen. Wir erg&auml;nzen das um zwei &Auml;u&szlig;erungen von Abgeordneten zum Thema. 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