{"id":2620,"date":"2007-09-06T14:52:33","date_gmt":"2007-09-06T12:52:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2620"},"modified":"2015-12-26T14:41:11","modified_gmt":"2015-12-26T13:41:11","slug":"ein-gutes-beispiel-fuer-eine-weit-gehende-gleichschaltung-die-medien-zur-nominierung-der-neuen-igmetall-fuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2620","title":{"rendered":"Ein gutes Beispiel f\u00fcr eine weit gehende Gleichschaltung: Die Medien zur Nominierung der neuen IGMetall-F\u00fchrung."},"content":{"rendered":"<p>Wir hatten als <a href=\"?p=2612\">Nr. 4 der gestrigen Hinweise des Tages<\/a> ein Aufmacher der Frankfurter Rundschau verlinkt und kommentiert. Siehe unten. Es bleibt nachzutragen, dass bei weitem nicht nur die Frankfurter Rundschau die Nominierung von Bertolt Huber und Detlef Wetzel als neue Spitze der IG-Metall undifferenziert und mit langsam nicht mehr ertr&auml;glichen Stereotypen (Reformer vs. Traditionalisten) kommentierte. Die FR ist in &bdquo;guter&ldquo; Gesellschaft. Auch die Welt, die S&uuml;ddeutsche Zeitung, der K&ouml;lner Stadtanzeiger, der Spiegel, die taz und so weiter gebrauchen die gleichen Worte und Stereotypen. Zum Trost: Es gibt noch einige Medien, die differenzierter berichten und kommentieren. Zum Beispiel das Handelsblatt. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Im einzelnen siehe den Hinweis Nr.4 vom Vortag:<\/em><\/p><p><strong>IG Metall: Auf Reformkurs<\/strong><br>\nAn der Spitze der IG Metall sollen k&uuml;nftig zwei Funktion&auml;re stehen, die beide als Modernisierer gelten &ndash; und die f&uuml;r mehr Demokratie in der gr&ouml;&szlig;ten Gewerkschaft Europas pl&auml;dieren. Der Vorstand nominierte den derzeitigen Vize Berthold Huber als Vorsitzenden. Er l&ouml;st den Traditionalisten J&uuml;rgen Peters ab, der &ndash; wie vor vier Jahren nach einem beispiellosen F&uuml;hrungsstreit vereinbart &ndash; nicht mehr antritt. Auch das Alter des 63-j&auml;hrigen Peters sprach gegen eine Kandidatur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=1203414\">FR<\/a><\/p><p><strong>Anmerkung AM\/WL:<\/strong> Dieser Aufmacher der Frankfurter Rundschau von Eva Roth und der Leitartikel von Markus Sievers vom 4.9. sind eigentlich nicht besonders lesenswert. Die dort vertretenen Meinungen konnte man auch im Spiegel oder anderswo genau so lesen. Mit Erleichterung wird der Abgang des &bdquo;Traditionalisten&ldquo; und &bdquo;Nein&ldquo;-Sagers J&uuml;rgen Peters gefeiert: Der Wunsch auf ein Einschwenken der IGM auf den herrschenden Reformkurs ist Vater der dort ge&auml;u&szlig;erten Gedanken.<br>\nDer Hinweis ist nur interessant im Kontext der Entwicklung der Frankfurter Rundschau. Es gibt einige Leser der NachDenkSeiten, die uns f&uuml;r zu kritisch gegen&uuml;ber der &bdquo;neuen&ldquo; FR halten. Gerade sie sollten diese Texte lesen. Sie sind voller Stereotypen: &bdquo;traditionell orientierte Linke&ldquo; versus &bdquo;Modernisierer&ldquo;, &bdquo;Traditionalistenfl&uuml;gel&ldquo; und &bdquo;monolithischer Block&ldquo; versus &bdquo;offenere, modernere IG Metall&ldquo; und &bdquo;Erneuerung&ldquo;. Und sie sind voller ebenso g&auml;ngiger wie falscher Behauptungen.<br>\nEs ist schlicht eine Legende, wenn Sievers schreibt, Peters steuerte die IG Metall auf &bdquo;Linkskurs&ldquo;. Die Politik der vergangenen Vier-Jahres-Periode war beileibe keine alleinige Peters-Politik, sondern wurde weitgehend von der gesamten IG Metall und ihren Gliederungen getragen. Der als Vize nominierte Detlef Wetzel hatte schon bisher einen gro&szlig;en Einfluss.<br>\nBeide Texte erwecken beim Leser den Eindruck, als w&uuml;rde die IG Metall endlich von dem Ballast Peters befreit, der f&uuml;r alles B&ouml;se und Schlechte verantwortlich erkl&auml;rt wird. Warum hat sich eigentlich die Mitgliederentwicklung unter Peters weitgehend stabilisiert? (&Uuml;ber einen R&uuml;ckgang von nur noch 0,4 Prozent k&ouml;nnten sich CDU und SPD doch nur gl&uuml;cklich sch&auml;tzen.) In der IG Metall haben die Bezirke schon immer ein gro&szlig;es Gewicht gehabt und unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Von einem &bdquo;monolithischem Block&ldquo; zu reden, liegt abseits der Realit&auml;t. Dass Huber einen anderen Stil als Peters hat, das ist bei jedem Personalwechsel in der F&uuml;hrung so. Dass der Personalvorschlag von einer gro&szlig;en Mehrheit des Vorstands getragen wurde, beweist eigentlich nur, dass dort niemand an einer Auseinandersetzung zwischen &bdquo;Modernisierern&ldquo; und &bdquo;Traditionalisten&ldquo; interessiert war. Wichtiger als die Personalvorschl&auml;ge sind jedoch die Beschl&uuml;sse des kommenden Gewerkschaftstages.<br>\nIn ihrem Arbeitnehmerbegehren hat die IG Metall Alternativen zur herrschenden &bdquo;Reform&ldquo;-Politik skizziert und mit konkreten Forderungen untermauert. Bei diesem (nach Ansicht von Bef&uuml;rwortern und Kritikern) linkskeynesianischen Programm formulieren die Metaller den Anspruch auf eine aktive Wirtschafts-, Finanz-, Steuer-, Besch&auml;ftigungs- und Sozialpolitik, die den herrschenden angebotsorientierten Theoremen und der ihnen entsprechenden Praxis der Regierungsparteien ziemlich deutlich entgegensteht.<br>\nKurz: Man h&auml;tte sich von der FR mehr als nur das Repetieren der g&auml;ngigen Vorurteile &uuml;ber Peters und seinen angeblichen Traditionalismus gew&uuml;nscht, wie sie in jeder x-beliebigen Zeitung, die an einer Anpassung der IG Metall an den Reformkurs interessiert ist, nachzulesen war. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir hatten als <a href=\"?p=2612\">Nr. 4 der gestrigen Hinweise des Tages<\/a> ein Aufmacher der Frankfurter Rundschau verlinkt und kommentiert. Siehe unten. Es bleibt nachzutragen, dass bei weitem nicht nur die Frankfurter Rundschau die Nominierung von Bertolt Huber und Detlef Wetzel als neue Spitze der IG-Metall undifferenziert und mit langsam nicht mehr ertr&auml;glichen Stereotypen (Reformer vs.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2620\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[109,183,11],"tags":[1729,742,477,1730],"class_list":["post-2620","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gewerkschaften","category-medienkritik","category-strategien-der-meinungsmache","tag-huber-berthold","tag-ig-metall","tag-keynesianismus","tag-peters-juergen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2620"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2620\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29735,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2620\/revisions\/29735"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}