{"id":26315,"date":"2015-06-03T14:34:52","date_gmt":"2015-06-03T12:34:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26315"},"modified":"2024-08-28T19:37:59","modified_gmt":"2024-08-28T17:37:59","slug":"g7-proteste-die-polizei-luegt-wie-gedruckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26315","title":{"rendered":"G7-Proteste: \u201eDie Polizei l\u00fcgt wie gedruckt\u201c"},"content":{"rendered":"<div style=\"float:right; margin: 0 0 15px 15px\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150603_steven.jpg\" alt=\"Elke Steven\" title=\"Elke Steven\"><\/div><p>Am 7. und 8. Juni 2015 trifft sich die &bdquo;Gruppe der Sieben&ldquo; auf Schloss Elmau in den bayerischen Alpen. Dort wollen die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, der USA, Japans, Gro&szlig;britanniens, Frankreichs, Italiens und Kanadas &uuml;ber Au&szlig;en- und Kriegspolitik, Weltwirtschaft, Klima und &bdquo;Entwicklung&ldquo; beratschlagen und beanspruchen dabei f&uuml;r sich die ma&szlig;gebliche Steuerung der Geschicke der Welt. Ihre Politik, die f&uuml;r neoliberale Wirtschaftspolitik, Krieg und Militarisierung, Ausbeutung, Armut und Hunger, Umweltzerst&ouml;rung und Abschottung gegen&uuml;ber Fl&uuml;chtenden steht, st&ouml;&szlig;t dabei erwartungsgem&auml;&szlig; auf zivilgesellschaftlichen Protest, dem allerdings vor allem mit <a href=\"http:\/\/www.br.de\/nachrichten\/oberbayern\/inhalt\/g7-sicherheitslage-100.html\">Repressionen<\/a> begegnet wird. <strong>Jens Wernicke<\/strong> sprach hierzu mit <strong>Elke Steven<\/strong>, Referentin beim <a href=\"http:\/\/www.grundrechtekomitee.de\/\">Komitee f&uuml;r Grundrechte und Demokratie<\/a> und Mitherausgeberin des soeben erschienenen <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/44\/44967\/1.html\">Grundrechte-Reports<\/a>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Frau Steven, das Komitee f&uuml;r Grundrechte ist auch im Rahmen der <a href=\"http:\/\/www.stop-g7-elmau.info\/\">Proteste gegen den G7-Gipfel<\/a> involviert, in dessen Kontext es wieder einmal nicht nur <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/der-g-gipfel-und-muenchen-ausnahmezustand-1.2500911\">massive Sicherheitsvorkehrungen<\/a>, sondern auch <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/05-30\/065.php\">pr&auml;ventive Kriminalisierungsversuche<\/a> sowie <a href=\"http:\/\/www.merkur.de\/lokales\/garmisch-partenkirchen\/g7-gipfel-2015-schloss-elmau-polizei-warnt-g7-gegner-protestcamp-5060451.html\">Einsch&uuml;chterungen wider die Demonstrierenden<\/a> gegeben hat. Wie bewerten Sie das Vorgehen von Politik, Medien und Polizei? Sprechen wir von notwendiger &bdquo;Gefahreneind&auml;mmung&ldquo; wider eine Schaar von Gewaltbereiten, wie dies sooft kolportiert wurde und aktuell wird?<\/strong><\/p><p>Das Komitee f&uuml;r Grundrechte und Demokratie hat bei solchen Gipfeltreffen <a href=\"http:\/\/www.grundrechtekomitee.de\/node\/110\">immer<\/a> <a href=\"http:\/\/www.grundrechtekomitee.de\/node\/180\">wieder<\/a> Demonstrationsbeobachtungen organisiert. Diesmal sind wir nur von der Ferne begleitend in die Proteste gegen den G-7-Gipfel in Elmau involviert. <\/p><p>Diese Treffen der m&auml;chtigsten Staaten dieser Welt, deren Politik aus vielf&auml;ltigen Perspektiven und grundlegend kritisiert werden muss, haben immer zu einer Welle der Kriminalisierung von Proteste im Vorfeld gef&uuml;hrt: Vor dem Gipfel in Heiligendamm wurden zwei Ermittlungsverfahren gegen angeblich terroristische Vereinigungen eingeleitet. 900 Polizisten durchsuchten damals 40 Wohn- und Gesch&auml;ftsr&auml;ume in sechs Bundesl&auml;ndern. Diese Ermittlungen fielen danach in sich zusammen. Es ging ja auch nicht um Strafverfolgung, sondern um ein polizeiliches Durchdringen sozialer Netzwerke, darum, die &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;gsam zu machen und jede noch so willk&uuml;rliche Aktion der Polizei zu rechtfertigen. Damals zumindest hatte diese Polizeiaktion aber einen unerw&uuml;nschten Effekt: Die Emp&ouml;rung &uuml;ber staatliche Willk&uuml;r und Kriminalisierung des Protestes f&uuml;hrte zu Solidarisierung und Mobilisierung. <\/p><p>Heute wird, um die drohende Gefahr auszumalen, immer auch auf die Blockupy-Proteste in Frankfurt am 18. M&auml;rz 2015 verwiesen. Der weitaus &uuml;berwiegende Teil der Demonstrierenden hat dort allerdings friedlich demonstriert. F&uuml;r die Stadt Frankfurt bestand sicherlich keine Gefahr. Die Bilder mit den rauchenden S&auml;ulen aus der Stadt entstanden ja auch, weil die brennenden Barrikaden nicht gel&ouml;scht wurden. Das Brokdorf-Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1985 ist auch in dieser Hinsicht erfrischend deutlich: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Steht kollektive Unfriedlichkeit nicht zu bef&uuml;rchten, ist also nicht damit zu rechnen, da&szlig; eine Demonstration im Ganzen einen gewaltt&auml;tigen oder aufr&uuml;hrerischen Verlauf nimmt oder da&szlig; der Veranstalter oder sein Anhang einen solchen Verlauf anstreben oder zumindest billigen, dann mu&szlig; f&uuml;r die friedlichen Teilnehmer der von der Verfassung jedem Staatsb&uuml;rger garantierte Schutz der Versammlungsfreiheit auch dann erhalten bleiben, wenn einzelne andere Demonstranten oder eine Minderheit Ausschreitungen begehen. W&uuml;rde unfriedliches Verhalten Einzelner f&uuml;r die gesamte Veranstaltung und nicht nur f&uuml;r die T&auml;ter zum Fortfall des Grundrechtsschutzes f&uuml;hren, h&auml;tten diese es in der Hand, Demonstrationen ,umzufunktionieren&#699; und entgegen dem Willen der anderen Teilnehmer rechtswidrig werden zu lassen; praktisch k&ouml;nnte dann jede Gro&szlig;demonstration verboten werden, da sich nahezu immer ,Erkenntnisse&#699; &uuml;ber unfriedliche Absichten eines Teiles der Teilnehmer beibringen lassen.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Einschr&auml;nkungen des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit sind also nur dann tolerierbar, wenn habhafte Belege f&uuml;r Gefahren f&uuml;r Sicherheit und Ordnung vorhanden sind. Bisher f&uuml;hrt die Polizei in Bezug auf den aktuellen G7-Gipfel aber nur Bef&uuml;rchtungen und Vermutungen an.<\/p><p><strong>Und wenn sich dem so verh&auml;lt, wieso kommt das bei den B&uuml;rgern dann dennoch so anders an?<\/strong><\/p><p>Die tausendfach wiederholten Bilder aus Frankfurt, die Berichte der Polizei, die &ndash; so belegen alle Untersuchungen &ndash; gerade die erste Berichterstattung in den Medien stets dominieren, lassen die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger der Polizei schlicht glauben schenken. <\/p><p>Und auch konkret vor Ort, im Werdenfelser Land, werden seit Monaten die &Auml;ngste der Bev&ouml;lkerung vor den kommenden Chaoten gesch&uuml;rt. Die Polizei hat eigentlich die n&uuml;chterne Aufgabe, die &Ouml;ffentlichkeit sachgerecht zu informieren. Sie soll keine eigene Politik betreiben. Tats&auml;chlich aber wird ihre PR-Arbeit immer differenzierter und dreister. Sie will mit ihrer Information gar nicht informieren, sondern die &Ouml;ffentlichkeit in ihrem Interesse beeinflussen. <\/p><p><strong>Wie meinen Sie das, die Polizei mache immer differenziertere und dreistere PR? F&uuml;hren Sie das doch bitte ein wenig aus&hellip;<\/strong><\/p><p>Nun, beim Gipfel in Heiligendamm 2007 war die &bdquo;Besondere Aufbau Organisation Kavala&ldquo; auch f&uuml;r die Pressearbeit zust&auml;ndig. Der damalige Polizeipressesprecher, Axel Falkenberg, beschreibt die Situation in einem <a href=\"http:\/\/www.gipfelsoli.org\/Home\/Desinformation\/5156.html\">Interview mit der taz<\/a> ein Jahr sp&auml;ter wie folgt: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Die &Ouml;ffentlichkeit f&uuml;hlte sich von mir oft falsch informiert &ndash; und zwar zu Recht&ldquo;.<\/p><\/blockquote><p>So wurden etwa noch Tage sp&auml;ter grundlegend falsche Angaben zu verletzten Polizeibeamten bei Auseinandersetzungen am Rande der Gro&szlig;demonstration in Rostock gemeldet. Es galt schlie&szlig;lich, das Bundesverfassungsgericht von der Notwendigkeit eines weitr&auml;umigen Verbots zu &uuml;berzeugen. Die Polizei berichtete von 433 verletzten Polizeibeamten, mindestens 33 davon schwer verletzt. Diese Zahlen und weitere erlogene Berichte &uuml;ber Gewaltt&auml;ter in anderen Demonstrationen an den folgenden Tagen konnten das Bundesverfassungsgericht dann auch &uuml;berzeugen. Schon kurz nach dem Gipfel berichtete Innenminister Lorenz Caffier in der Innenausschusssitzung dann nur noch von 43 Polizeibeamten, die nach den &bdquo;Krawallen&ldquo; am Samstag vor&uuml;bergehend dienstunf&auml;hig gewesen seien. Von den vermeintlich &bdquo;schwer verletzten&ldquo; Polizisten war lediglich einer &uuml;ber Nacht in einer Klinik gewesen. Zus&auml;tzlich gilt, dass auch alle diejenigen, die irgendwo im Einsatz stolpern oder die von Pfefferspray und CS-Gas aus den eigenen Reihen verletzt werden, zu den im Einsatz verletzten Beamten z&auml;hlen&hellip;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p style=\"text-align:center\">&bdquo;3.600 Gullydeckel hat die Polizei f&uuml;r den G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau zu Sicherheitszwecken entlang der offiziellen Protokollstrecke der Staats- und Regierungschefs vom Flughafen im Erdinger Moos bis nach Elmau versiegelt.&ldquo;<\/p><p style=\"text-align:center\">&bdquo;50 Strafverteidiger halten in Garmisch-Partenkirchen in der Bayernhalle, sonst Heimat der Trachtler, die Stellung &ndash; sie stehen Krawallmachern, die festgenommen werden, juristisch zur Seite. Gleich um die Ecke, im sogenannten General Abrams Komplex, bis vorigen Sommer im Besitz der US Army, wurde ein Schnellgericht geschaffen. Heute geh&ouml;rt der Komplex dem Bund.&ldquo;<\/p><p style=\"text-align:center\">&bdquo;110 Richter und fast 20 Staatsanw&auml;lte werden vor Ort eingesetzt &ndash; sie entscheiden im Schichtbetrieb (eine dauert 12 Stunden) &uuml;ber Festnahmen und Untersuchungshaft. F&uuml;r die Gipfelzeit wurde f&uuml;r alle untergeordneten Richter des Landgerichts M&uuml;nchen II, also auch f&uuml;r Amtsrichter aus Dachau oder Miesbach, Urlaubssperre verh&auml;ngt. Unter den Richtern f&uuml;r den G7-Gipfel 2015 ist auch Rupert Heindl, der den ehemaligen FC-Bayern-Pr&auml;sidenten Uli Hoene&szlig; f&uuml;r dreieinhalb Jahre ins Gef&auml;ngnis schickte.&ldquo;<\/p><p style=\"text-align:center\">Artikel: <a href=\"http:\/\/www.merkur.de\/lokales\/garmisch-partenkirchen\/g7-gipfel-2015-schloss-elmau-in-34-zahlen-5058596.html\">&bdquo;Der G7-Gipfel in 34 Zahlen&ldquo;<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Die Polizei l&uuml;gt also? Gibt es dazu Beispiele, einen Beleg&hellip;?<\/strong><\/p><p>Ja, die Polizei l&uuml;gt wie gedruckt. Der Einsatz etwa von &bdquo;szenetypisch&ldquo; verkleideten Polizeibeamten in den Blockaden am Zaun um das Gipfelgel&auml;nde rund um Heiligendamm wurde von der Polizeipressestelle konsequent geleugnet, obwohl jeder vor Ort l&auml;ngst wissen konnte, dass die Entdeckung dieser Beamten der Realit&auml;t entsprach. <\/p><p>Und von eben dieser Polizeipressestelle wurde lange auch gemeldet, dass die Seifenlauge der Clowns Army eine gef&auml;hrliche, Polizisten verletzende Fl&uuml;ssigkeit sei. Sie k&ouml;nnen sich vorstellen, wie derlei Meldungen nicht nur die Stimmung der Bev&ouml;lkerung, sondern auch jene unter den Beamtinnen und Beamten beeinflussen. &bdquo;Aufheizen&ldquo; ist da sicher das passende Wort. <\/p><p>Auch der Pressesprecher selbst war hier allerdings nur &bdquo;ausf&uuml;hrendes Organ&ldquo; und Opfer des Dienstweges geworden. Dass er den Einsatz von vermummten Zivilpolizisten im Outfit von &bdquo;Autonomen&ldquo; tagelang geleugnet hatte, kommentierte er ein Jahr sp&auml;ter dann n&auml;mlich so: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Es war eine Peinlichkeit hoch drei, so vorgef&uuml;hrt zu werden.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Verkleidete Polizisten? Sie sprechen von Polizei-Provokateuren, die gezielt f&uuml;r Krawalle sorgen, um hiernach einschreiten und kriminalisieren oder die Versammlungen aufl&ouml;sen zu k&ouml;nnen?<\/strong><\/p><p>Nein, ganz so einfach ist die Sache nicht &ndash; zu Straftaten auffordern darf die Polizei selbstverst&auml;ndlich nicht. Es ist aber immer davon auszugehen, dass zivile Polizeibeamte in einer Demonstration mit dabei sind und dabei auch &bdquo;szenetypisch&ldquo; gekleidet sind. <\/p><p>Sie sollen eher Straftaten beobachten und gezielte Festnahmen erm&ouml;glichen. In diesem Fall hatten die Polizisten aber zu aggressiverem Vorgehen aufgerufen und wurden von anderen Demonstrierenden dann als Zivilbeamte enttarnt. <\/p><p><strong>Wenn die Polizei aber l&uuml;gt, dann werden offenbar ja nicht nur Grundrechte widerrechtlich beschnitten, sondern ist hierbei auch Vorsatz im Spiel? Wozu das Ganze: Wozu die L&uuml;gen und die Zunahme an Einschr&auml;nkungen bei Versammlungsfreiheit etc. pp.?<\/strong><\/p><p>Das Beispiel des Polizeisprechers macht deutlich, wie viele Interessen und Informationen hier zusammenwirken. Es war eben nicht der einzelne Polizeisprecher, der gelogen hat. Die Polizei steht ja auch von Seiten der Politik unter ma&szlig;losem Druck, alles f&uuml;r die Sicherheit zu tun. Die &bdquo;L&uuml;ge&ldquo; liegt vielmehr im System begr&uuml;ndet: Die Polizei soll so tun, als sch&uuml;tze sie die Grundrechte, zugleich soll sie aber jeden sichtbaren Protest, auch die kleinste St&ouml;rung im herrschaftlichen Ablauf verhindern. <\/p><p>Die Falschmeldungen von damals erm&ouml;glichen es, sich heute erneut auf das damalige Narrativ zu beziehen und das polizeiliche Vorgehen nochmals damit zu begr&uuml;nden. Wer wei&szlig; heute noch, dass das Oberverwaltungsgericht Greifswald im August 2012 in letzter Instanz geurteilt hat, dass das Verbot des Sternmarsches auf Heiligendamm rechtswidrig war? Und was w&auml;re eigentlich so schlimm, wenn die Gipfelteilnehmer den Protest auch wahrnehmen k&ouml;nnten? Nur wenn man &bdquo;Sicherheit&ldquo; &uuml;ber alle anderen Freiheitsrechte stellt, kann man die jetzt wieder geplante Au&szlig;erkraftsetzung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit nachvollziehen. Die Herrschenden wollen ihre Politik reibungslos durchziehen k&ouml;nnen &ndash; und das organisiert man f&uuml;r sie. <\/p><p><strong>Welche Grundrechte sind in Bezug auf den aktuellen Gipfel denn staatlicherseits bisher missachtet worden oder in Gefahr?<\/strong><\/p><p>Die Freiheitsrechte wurden rund um Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald insgesamt au&szlig;er Kraft gesetzt. Dort herrscht der Ausnahmezustand, eine allgemeine Bewegungsfreiheit gibt es nicht mehr. Eine vier Quadratkilometer gro&szlig;e Sicherheitszone um Schloss Elmau darf bereits seit einer Woche vor dem Gipfel nicht mehr betreten werden.  <\/p><p>Vorrangig aber werden die &bdquo;besonderen&ldquo;, weil politischen Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit ausgehebelt. Die Begr&uuml;ndungen in der Allgemeinverf&uuml;gung wie auch in den diversen weiteren Auflagen machen dabei deutlich, dass diese Grundrechte angesichts des Gipfels keinerlei G&uuml;ltigkeit mehr haben. Formal wird zwar beteuert, die friedlichen Demonstrierenden seien willkommen. Aber schon eine Unterbringungsm&ouml;glichkeit wird ihnen verwehrt, indem das geplante Camp verboten worden ist. Gut, dass das Verwaltungsgericht M&uuml;nchen sich dann doch am Recht orientierte und dieses Verbot wieder aufhob. <\/p><p><strong>Und wenn man diese verteidigen wollte: Was rieten Sie, was kann jeder und jede zum Schutz dieser Grundrechte tun?<\/strong><\/p><p>Zum Schutz der Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit muss man sie vor allem in Anspruch nehmen und darf sich nicht von der Art der polizeilichen Berichterstattung abschrecken lassen. <\/p><p>Das &bdquo;Recht, sich ungehindert und ohne besondere Erlaubnis mit anderen zu versammeln, galt seit jeher als Zeichen der Freiheit, Unabh&auml;ngigkeit und M&uuml;ndigkeit des selbstbewussten B&uuml;rgers&ldquo;, schreibt das Bundesverfassungsgericht in seinem Brokdorf-Beschluss.<\/p><p>Das erscheint mir die sinnvollste Orientierung zu sein, wenn man verhindern will, dass Hochsicherheitszonen mehr und mehr das Bild bestimmen und das dann auch noch Demokratie genannt wird. <\/p><p><strong>Ich bedanke mich f&uuml;r das Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Weiterlesen:<\/strong><br>\nAufruf: <a href=\"http:\/\/www.stop-g7-elmau.info\/wordpress\/wp-content\/uploads\/stop-g7-elmau-aufruf.pdf\">&bdquo;Tragen wir den Protest auf den Gipfel nach Elmau!&ldquo; [PDF]<\/a><br>\nArtikel: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/05-30\/002.php\">&bdquo;IL zum G-7-Gipfel: Kapitalismus ohne Demokratie&ldquo;<\/a><br>\nArtikel: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/vor-dem-g7-gipfel-hochsicherheitstrakt-in-den-alpen.724.de.html?dram:article_id=321192\">&bdquo;Vor dem G7-Gipfel: Hochsicherheitstrakt in den Alpen&ldquo;<\/a><br>\nArtikel: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/g7-gipfel\/g7-gipfel-wahnsinn-vorm-g7-gipfel-in-elmau,30836736,30811096.html\">&bdquo;Wahnsinn vorm G7-Gipfel in Elmau&ldquo;<\/a><br>\nArtikel: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/g-7-unter-deutscher-praesidentschaft-in-dresden-und-elmau-wie-man-rueckschritt-als-fortschritt-feiert\/\">&bdquo;G7 unter deutscher Pr&auml;sidentschaft in Dresden und Elmau: Wie man R&uuml;ckschritt als Fortschritt feiert&ldquo;<\/a><br>\nLinksfraktion im Bundestag: <a href=\"http:\/\/linksfraktion.de\/interview-der-woche\/widerstand-gegen-verheerende-politik\/\">&bdquo;Widerstand gegen eine verheerende Politik&ldquo;<\/a><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Eine automatische E-Mail-Benachrichtigung &uuml;ber <strong>neue Texte von Jens Wernicke<\/strong> k&ouml;nnen Sie <a href=\"http:\/\/feedburner.google.com\/fb\/a\/mailverify?uri=JensWernicke&amp;loc=de_DE\">hier<\/a> bestellen. 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Dort wollen die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, der USA, Japans, Gro&szlig;britanniens, Frankreichs, Italiens und Kanadas &uuml;ber Au&szlig;en- und Kriegspolitik, Weltwirtschaft, Klima und &bdquo;Entwicklung&ldquo; beratschlagen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26315\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,60,209,123],"tags":[282,1112,1431,593,1432,421,309],"class_list":["post-26315","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-innere-sicherheit","category-interviews","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-buergerproteste","tag-buergerrechte","tag-elmau","tag-g7820","tag-heiligendamm","tag-polizei","tag-repressionen"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26315","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26315"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26315\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":120380,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26315\/revisions\/120380"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26315"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26315"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26315"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}