{"id":26349,"date":"2015-06-08T09:23:26","date_gmt":"2015-06-08T07:23:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349"},"modified":"2015-06-08T09:23:26","modified_gmt":"2015-06-08T07:23:26","slug":"hinweise-des-tages-2388","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CR\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h01\">G7 in Elmau<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h02\">Kalter Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h03\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h04\">Freihandel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h05\">Steuerrabatt f&uuml;r Superreiche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h06\">Wie sich franz&ouml;sische Verm&ouml;gende politischen Einfluss erkaufen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h07\">Aus diesen Gr&uuml;nden sollten Sie auf eine betriebliche Altersvorsorge verzichten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h08\">Armut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h09\">EU verpasst Chance f&uuml;r vollst&auml;ndige Tranparenz von Briefkastenfirmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h10\">Orwell 2.0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h11\">Das bedingungslose Grundeinkommen: Chancen und Risiken einer Entkoppelung von Einkommen und Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h12\">Philip Zimmermann: Der Ko&#776;nig der Verschlu&#776;sselung u&#776;ber seine A&#776;ngste um die Privatspha&#776;re<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h13\">Wohin f&uuml;hrt der digitale &Uuml;berwachungsstaat?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h14\">Frontalangriff auf die Hochschulautonomie?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h15\">F&uuml;r sozialvertr&auml;gliche Studiengeb&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h16\">Irrtum ade<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349#h17\">zu guter Letzt: Produktr&uuml;ckruf<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26349&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>G7 in Elmau<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Politik nach Schlossherrenart<\/strong><br>\nZur Begr&uuml;ndung des Gipfelrummels auf Schloss Elmau haben Kanzlerin Angela Merkel und der bayerische Innenminister eine kleine Belehrung in Geschichte erteilt: Es sei doch viel besser, dass die Staatenlenker heute miteinander sprechen statt das, wie 1914, nicht zu tun und lieber die Armeen zu schicken. (&hellip;)<br>\nDie Demonstrationsfreiheit ist ein Grundrecht und keine Zumutung. Die Gegenbewegung wurde in den vergangenen Tagen fast schon hingestellt, als best&uuml;nde sie im Wesentlichen aus dem schwarzen Block, sie steht zumindest unter einer Art staatlichem Generalverdacht, &Uuml;bles zu wollen. Dabei haben die meisten der Zehntausende Demonstranten, die sich etwa am Donnerstag in M&uuml;nchen friedlich versammelten, sehr ernsthafte Anliegen und sind nicht einfach vorurteilsbesessen gegen &ldquo;die da oben&rdquo;.<br>\nBerechtigte Sorgen<br>\nSie f&uuml;rchten leider zu Recht, dass die f&uuml;hrenden Wirtschaftsm&auml;chte auch in Zukunft keine Antwort auf dr&auml;ngende Fragen finden werden: Klimawandel, Umweltzerst&ouml;rung, Folgen der Globalisierung, Elend in der Dritten Welt, um nur einige zu nennen. Oder das geplante Freihandelsabkommen TTIP, das berechtigte Sorgen vor einer Selbstschw&auml;chung demokratischer Gemeinwesen gegen&uuml;ber der Macht globaler Konzerne aufwirft.<br>\nDie Zivilgesellschaft lebt vom friedlichen Streit der Gedanken und Meinungen, auch wenn man, wie bei der Kritik am G7-Gipfel, nicht alle dieser Gedanken teilen muss. Wenn aber so viele Menschen bis weit in die &ldquo;b&uuml;rgerliche Mitte&rdquo; hinein, wie es etwas altmodisch hei&szlig;t, den Regierungen der f&uuml;hrenden Demokratien der Welt ihr Missfallen am Polithappening von Elmau aussprechen &ndash; macht dann das Volk etwas falsch oder doch eher die gro&szlig;e Politik?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/g-gipfel-politik-nach-schlossherrenart-1.2508802\">S&uuml;ddeutsche.de<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;In Elmau wird nur ein Marionettentheater aufgef&uuml;hrt&rdquo;<\/strong><br>\nWas die G 7 besprechen? Ist Jean Ziegler egal. Staaten sind f&uuml;r den Globalisierungskritiker nur Befehlsempf&auml;nger der Konzerne. Doch der Aufstand gegen die &ldquo;kannibalische Weltordnung&rdquo;, da ist er sich sicher, steht unmittelbar bevor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/globalisierungskritiker-jean-ziegler-in-elmau-wird-nur-ein-marionettentheater-aufgefuehrt-1.2506187\">S&uuml;ddeutsche.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Kosten, Themen, Sinn: 9 Fragen zum Mega-Gipfel<\/strong><br>\nWer besch&uuml;tzt die G7?<br>\nAllein in Bayern sind 22.300 Beamte im Einsatz: 10.000 Landespolizisten aus dem Freistaat, 7000 Landespolizisten aus anderen Bundesl&auml;ndern, 2500 Bundespolizisten in S&uuml;dbayern, 1000 Bundespolizisten am Flughafen M&uuml;nchen und 1800 Beamte des Bundeskriminalamts. Letztere sind vor allem f&uuml;r den Personenschutz rund um Schloss Elmau zust&auml;ndig. Dar&uuml;ber hinaus verst&auml;rken au&szlig;erhalb Bayerns bis zu 6500 Bundespolizisten die Kontrollen an den deutschen Binnengrenzen sowie bei der &Uuml;berwachung an Flugh&auml;fen und Bahnh&ouml;fen.<br>\nWas kostet das alles?<br>\n130 Millionen Euro sind veranschlagt. Den Gro&szlig;teil bezahlt der Freistaat Bayern. Der Bund &uuml;bernimmt 40 Millionen Euro. Der Bund der Steuerzahler in Bayern hatte die Kosten sogar auf 360 Millionen Euro gesch&auml;tzt, dies war von Bundesregierung und bayerischer Staatsregierung aber als nicht nachvollziehbar zur&uuml;ckgewiesen worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mopo.de\/politik---wirtschaft\/g7-auf-schloss-elmau-kosten--themen--sinn--9-fragen-zum-mega-gipfel,5066858,30886894.html\">Hamburger Morgenpost<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers U.D.:<\/strong> 360 Mill. &euro; als Kosten werden schon stimmen &ndash; bei 28.800 Polizisten im Einsatz zum Schutze der G7-Teilnehmer. Schl&auml;uble wird sich freuen, dass Griechenland f&uuml;r seine &ldquo;Schulden&rdquo; bereits 360 Mill. &euro; &uuml;berwiesen hatte. So wird seine schwarze Null nicht gef&auml;hrdet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Krawallfixierter Journalismus<\/strong><br>\nKlappern geh&ouml;rt zum Handwerk. Das gilt insbesondere f&uuml;r Journalisten, die im Vorfeld von linken Gro&szlig;veranstaltungen gerne die Gefahr vom &raquo;Schwarzen Block&laquo; beschw&ouml;ren. Etwa am Donnerstag, als 40 000 Menschen durch M&uuml;nchen zogen, um ihren Unmut &uuml;ber die Politik der postdemokratischen G7-Einheitsfront auf die Stra&szlig;e zu tragen. &Uuml;berschlugen sich die Medien im Vorfeld noch mit d&uuml;steren Prognosen, entpuppte sich der erste Demonstrationszug als ebenso bunt wie friedlich. Das war den Kollegen von der klappernden Zunft leider keine ausf&uuml;hrliche Berichterstattung wert. Brennende Autos haben einen gr&ouml;&szlig;eren Nachrichtenwert als gewaltloser Protest. So best&auml;tigt man jene radikalen Gruppen, die meinen, ohne inszenierte Krawalle erhielten die Anliegen der Demonstranten keine Medien&ouml;ffentlichkeit.<br>\nZum journalistischen Handwerk geh&ouml;rt nicht nur das Klappern, sondern auch das Recherchieren. H&auml;tte man sich die M&uuml;he gemacht, w&auml;re schnell rausgekommen, dass im europ&auml;ischen Ausland kaum f&uuml;r den G7-Protest mobilisiert wurde. Somit fehlen dem &raquo;Schwarzen Block&laquo; voraussichtlich seine gr&ouml;&szlig;ten Aktivposten aus Italien. Wobei diese auch manchmal aus den Reihen der Polizei kommen. Wie bei den friedlichen Blockaden rund um Heiligendamm 2007, wo Beamte in Zivil erfolglos versuchten, Demonstranten zu Steinw&uuml;rfen auf ihre Kollegen zu ermuntern. Leider war das kaum einer Zeitung eine Schlagzeile wert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.neues-deutschland.de\/artikel\/973569.krawallfixierter-journalismus.html\">neues deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Gro&szlig;demo in M&uuml;nchen: 40.000 gegen sieben<\/strong><br>\nDer Gipfel auf Schloss Elmau treibt in M&uuml;nchen Massen zur Gro&szlig;demonstration auf die Stra&szlig;e &ndash; es bleibt friedlich. Nur am Hauptbahnhof kommt es zu einem kleinen Zwischenfall.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/inhalt.kundgebung-gegen-gipfel-in-elmau-grussdemo-in-muenchen-40000-gegen-sieben.4bc9eb4a-367d-42ff-8c2c-a85d95f4e9d9.html\">Abendzeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Seltsam, die hohe Teilnehmerzahl wurde von den meisten Medien am Wochenende offenbar f&uuml;r nicht so wichtig gehalten, als dass sie h&auml;tte nennen m&uuml;ssen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Kalter Krieg<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>USA wollen Raketen auf europ&auml;ischem Boden stationieren<\/strong><br>\nRussland testete im letzten Jahr einen Marschflugk&ouml;rper. Die USA pr&uuml;fen nun mehrere Gegenmassnahmen &ndash; und k&ouml;nnten dabei aufs &Auml;usserste gehen.<br>\nAls Reaktion auf einen unerlaubten russischen Raketentest schliessen die USA die Stationierung neuer Raketen in Europa offenbar nicht mehr aus. Eine Stationierung von Raketen w&auml;re &laquo;die &auml;usserste&raquo; Reaktion aus einer ganzen Reihe von Massnahmen, die derzeit gepr&uuml;ft w&uuml;rden, sagte ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Pl&auml;ne wolle Verteidigungsminister Ashton Carter am Freitag in Stuttgart gemeinsam mit US-Diplomaten und Milit&auml;rvertretern er&ouml;rtern.<br>\nWashington wirft Moskau vor, mit dem Test eines Marschflugk&ouml;rpers im vergangenen Jahr gegen einen Vertrag &uuml;ber nukleare Mittelstreckenraketen aus dem Jahr 1987 verstossen zu haben. Der Kreml hatte den Vorwurf als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Carter warnte Russland gleichwohl, der Vertrag sei eine &laquo;Zweibahnstrasse&raquo;, und die USA k&ouml;nnten auf den Test reagieren. Sein Sprecher erkl&auml;rte, Washington wolle sicherstellen, dass sich Moskau durch den Test keinen milit&auml;rischen Vorteil verschaffe.<br>\nZu den erwogenen Optionen geh&ouml;rt Pentagon-Quellen zufolge etwa der h&ouml;here Schutz von potenziellen Zielen der russischen Marschflugk&ouml;rper. Sollten die US-Streitkr&auml;fte selbst Marschflugk&ouml;rper auf europ&auml;ischem Territorium stationieren, w&auml;re dies ebenfalls ein Verstoss gegen den Vertrag von 1987.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/bazonline.ch\/ausland\/amerika\/USA-wollen-Raketen-auf-europaeischem-Boden-stationieren\/story\/19103687\">Basler Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Sanktionen gegen Russland &ndash; &ldquo;USA unterlaufen Handelsschranken der EU&rdquo;<\/strong><br>\nDer CDU-Politiker Roderich Kiesewetter wirft den USA ein Doppelspiel vor: &ldquo;Sanktionen fordern die USA in Bereichen, in denen Europa eng mit Russland verbunden ist. Gleichzeitig weiten sie ihren relativ geringen Handel mit Russland drastisch aus.&rdquo; (&hellip;)<br>\nSie werfen den USA vor, bei der Glaubw&uuml;rdigkeit ein Defizit zu haben?<br>\nIch beobachte, dass die USA etwas zweideutig fahren. Auf der einen Seite verlangen einflussreiche Stimmen in Washington, vor allem rechte Republikaner, eine Bewaffnung der Ukraine. Auf der anderen Seite sind Teile der US-Wirtschaft dabei, Handelsschranken, die wir gemeinsam hochgezogen haben, zunehmend zu unterlaufen. Gerade wir Deutschen sollten darauf achten, dass die Glaubw&uuml;rdigkeit des Westens nicht leidet. Deshalb kann ich nur unterst&uuml;tzen, dass die Kanzlerin den europ&auml;ischen Schulterschluss sucht und wir auch nicht mehr vom langfristigen Ziel einer europ&auml;ischen Armee sprechen, sondern eine europ&auml;ische Verteidigungsunion anstreben. Dies w&uuml;rde die Europ&auml;er etwas mehr auf Augenh&ouml;he mit den Amerikanern bringen. Wenn die Ukraine-Krise irgendwann &uuml;berwunden ist, sollten wir in jedem Fall unsere Lehren ziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/USA-unterlaufen-Handelsschranken-der-EU-article15235886.html\">n-tv<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Die &Uuml;berschrift irritiert, denn dieses Thema ist lediglich kurz angeschnitten im auch generell recht kurzen Interview.<\/em><br>\n<em>Interessant ist, dass nun offenbar auch bei Einigen in der Union die Lichter aufgehen und das US-Interesse offenbar ahnen. Ansonsten bleibt Herr Kiesewetter auf der Linie seiner Vorsitzenden sowie Bundeskanzlerin und ihrer Regierung.<\/em><br>\n<em>Die NachDenkSeiten haben in der Sache weiter darauf hingewiesen: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26281#h03\">Trotz Sanktionen: Handel zwischen USA und Russland floriert<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Eine Rede der Hoffnung f&uuml;r Griechenland<\/strong><br>\nAm 6. September 1946 reiste der damalige US-Au&szlig;enminister James F. Byrnes nach Stuttgart und hielt seine historische &bdquo;Rede der Hoffnung&rdquo;. Sie war der Ausdruck der ver&auml;nderten amerikanischen Einstellung gegen&uuml;ber Deutschland und gab einer gescheiterten Nation die Chance f&uuml;r Erholung, Wachstum und die R&uuml;ckkehr zur Normalit&auml;t. Sieben Jahrzehnte sp&auml;ter ist es mein Land, Griechenland, das eine solche Chance braucht.<br>\nVor Byrnes&rsquo; &bdquo;Rede der Hoffnung&ldquo; waren die Alliierten entschlossen, Deutschland zu einem Land zu machen, das &bdquo;in erster Linie landwirtschaftlich und l&auml;ndlich gepr&auml;gt ist&ldquo;. Dies war im Morgenthau-Plan festgelegt, der zwei Jahre zuvor von US-Finanzminister Henry Morgenthau Jr. aufgestellt und im September 1944 von den Vereinigten Staaten und Gro&szlig;britannien unterschrieben worden war. (&hellip;)<br>\nVor Byrnes&rsquo; Rede und auch noch einige Zeit danach waren die US-Alliierten nicht wirklich bereit, den besiegten Deutschen Hoffnungen zu machen. Aber als die Regierung von Pr&auml;sident Harry Truman die Rehabilitierung des Landes beschloss, gab es kein Zur&uuml;ck mehr. Unterst&uuml;tzt durch den Marshall-Plan, den US-finanzierten Schuldenschnitt von 1953 und die Gastarbeiter aus Italien, Jugoslawien und Griechenland konnte die Neugeburt beginnen.<br>\nOhne diese enorme Chance w&auml;re eine friedliche und demokratische Einigung Europas nicht m&ouml;glich gewesen. Dazu war es n&ouml;tig, moralistische Einw&auml;nde beiseite zu lassen und ein Land, das in Umst&auml;nden gefangen war, die den Kontinent sonst nur wieder mit Zwietracht und Spaltung &uuml;berzogen h&auml;tten, unvoreingenommen zu betrachten. Genau dies haben die USA, die nach dem Krieg als einzige die finanziellen Mittel daf&uuml;r hatten, getan.<br>\nHeute ist es mein Land, das in solchen Umst&auml;nden gefangen ist und Hoffnung braucht. Moralistische Einw&auml;nde, die den Griechen ihre eigene Renaissance verweigern m&ouml;chten, gibt es genug. Von einer Volkswirtschaft, die am Boden liegt, wird immer mehr Sparsamkeit gefordert &ndash; dabei wurde ihr Zustand durch die heftigsten Sparma&szlig;nahmen, die ein Land in Friedenszeiten jemals ertragen musste, erst verursacht. Kein Angebot der Schuldenerleichterung. Kein Plan f&uuml;r Investitionsf&ouml;rderung. Und bis jetzt sicherlich keine &bdquo;Rede der Hoffnung&ldquo; f&uuml;r dieses gescheiterte Volk.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/speech-of-hope-for-greece-by-yanis-varoufakis-2015-06\/german%20\">Yanis Varoufakis auf Project-Syndicate<\/a>\n<p><strong>Dazu: Varoufakis&rsquo; Plan B<\/strong><br>\nDer griechische Finanzminister Varoufakis arbeitet an Plan B, dem Grexit, w&auml;hrend Regierungschef Tsipras sich f&uuml;r Plan A zur Verf&uuml;gung stellt. Das Rollenspiel geh&ouml;rt zur Strategie. Ein Kommentar von Hans-Werner Sinn.<br>\nSpieltheoretiker wissen, dass sie auch den Plan B durchdenken m&uuml;ssen, denn er ist der Drohpunkt, von dem das Verhandlungsergebnis f&uuml;r Plan A massgeblich abh&auml;ngt. Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis arbeitet als Mann f&uuml;r das Grobe an Plan B, w&auml;hrend Alexis Tsipras, sein Regierungschef, sich f&uuml;r Plan A zur Verf&uuml;gung stellt. Das Rollenspiel geh&ouml;rt zur Strategie.<br>\nDie Vorbereitung von Plan B, dem Austritt aus dem Euro, hat zwei Elemente. Zum einen muss man provozieren, um die eigene Bev&ouml;lkerung f&uuml;r den Fall eines Austritts zu emotionalisieren. Ohne die Eskalation des Streits w&auml;re das griechische Volk nicht bereit, der Regierung w&auml;hrend der schwierigen Zeit nach dem Austritt die Treue zu halten.<br>\nZum anderen gilt es, die Kosten des Plans B f&uuml;r die Gegenseite in die H&ouml;he zu treiben. Das tut die griechische Regierung, indem sie ihren B&uuml;rgern die Kapitalflucht erlaubt. Sie k&ouml;nnte die Flucht eind&auml;mmen, wenn sie sich konziliant zeigen w&uuml;rde, und sie k&ouml;nnte sie mit Kapitalverkehrskontrollen sofort unterbinden. Aber das w&uuml;rde ihren Drohpunkt verschlechtern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fuw.ch\/article\/varoufakis-plan-b\/\">Finanz und Wirtschaft<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Dieser Professor scheint die Krise um Griechenland und das berechtigte Anliegen der griechischen Regierung bisher immer noch nicht verstanden zu haben und schreibt wohl deshalb Unsinn. Besser w&auml;re es, z. B. diesen Artikel aus den HdT II vom letzten Freitag (erneut) zu lesen: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26338#h01\">Wo ist das ganze Geld geblieben?<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die Brandrede von Alexis Tsipras auf Deutsch (vollst&auml;ndig)<\/strong><br>\nAm 6. Juni wandte sich Premierminister Alexis Tsipras an das griechische Parlament um den Stand der Verhandlungen mit den Geldgebern zu erl&auml;utern. Hier meine &Uuml;bersetzung aus dem Englischen. &bdquo;Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die ehrlichen Bem&uuml;hungen der griechischen Regierung, eine faire und umfassende L&ouml;sung zu erzielen, von manchen als Zeichen der Schw&auml;che gedeutet werden w&uuml;rden&hellip;&ldquo; (&hellip;)<br>\nMeine Damen und Herren Mitglieder des Parlaments,<br>\nVon Anfang an hat die griechische Regierung bekannt gemacht, dass sie eine Europ&auml;ische L&ouml;sung f&uuml;r das griechische Problem anstrebt.<br>\nEine Vereinbarung im gegenseitigen Interesse, die die griechische Gesellschaft und Wirtschaft aus der Rezessionsspirale der letzten sieben Jahre holt, indem sie endlich die Austerit&auml;t beendet, indem sie soziale Gerechtigkeit wiederherstellt und eine umsfassende L&ouml;sung f&uuml;r das Schuldenproblem bietet. (&hellip;)<br>\nMachen wir uns nichts vor:<br>\nDer Knackpunkt bei den Verhandlungen sind nicht blo&szlig; die Reformen, die unsere Partner als Teil des Programms sehen wollen. Der kritische Faktor ist es, den Teufelskreis der Krise zu durchbrechen. Und das kann nur durch einen Wechsel des &bdquo;Rezepts&ldquo; erreicht werden &ndash; durch das Beenden der harten Austerit&auml;t , die Rezession produziert, kombiniert mit einer wirksamen L&ouml;sung f&uuml;r die Schuldentragf&auml;higkeit. Denn in Wahrheit ist das der einzige Weg, wie die griechische Wirtschaft irgendwann einmal wieder sicher f&uuml;r die Investoren und die M&auml;rkte werden kann.<br>\nDamit die gesamten Reformanstrengungen der griechischen Regierung Erfolg haben k&ouml;nnen, ist eine wirksame L&ouml;sung f&uuml;r die Schulden unabdingbar. (&hellip;)<br>\nIch muss Ihnen und dem griechischen Volk bekennen, dass der Vorschlag, der mir von EU-Pr&auml;sident Juncker im Auftrag der Institutionen &uuml;berreicht wurde, eine unsch&ouml;ne &Uuml;berraschung darstellte.<br>\nIch h&auml;tte mir nie vorstellen k&ouml;nnen, dass die Institutionen einen Vorschlag machen w&uuml;rden, der die gemeinsamen Schnittmengen nicht ber&uuml;cksichtigt, die in dreimonatigen Verhandlungen mit der Br&uuml;ssel-Gruppe erzielt wurden.<br>\nIch konnte mir nicht vorstellen, dass die ehrlichen Bem&uuml;hungen der griechischen Regierung, ein faires und umfassende L&ouml;sung zu erzielen, von manchen als Zeichen der Schw&auml;che gedeutet werden w&uuml;rden.<br>\nVor allem aber konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Politiker &ndash; oder die Technokraten &ndash; glauben k&ouml;nnten, dass nach f&uuml;nf Jahren der zerst&ouml;rerischen Austerit&auml;t unter dem Meomrandum auch nur ein Einziger griechischer Parlamentarier f&uuml;r eine R&uuml;cknahme  des EKAS (Sozialer Solidarit&auml;tszuschlag f&uuml;r Rentner) f&uuml;r Rentner mit geringem Einkommen stimmen w&uuml;rde und daf&uuml;r, die Mehrwertsteuer auf Elektrizit&auml;t um 10% zu erh&ouml;hen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/393-tsipras-rede-auf-deutsch#weiterlesen\">Norbert H&auml;ring<\/a><\/li>\n<li><strong>Top-&Ouml;konomen fordern Ende des Spardiktats f&uuml;r Athen<\/strong><br>\n26 bekannte &Ouml;konomen, darunter Nobelpreistr&auml;ger Joseph Stiglitz und Starautor Thomas Piketty, wenden sich an die &Ouml;ffentlichkeit. Sie verlangen, dass die Geldgeber Griechenlands gro&szlig;z&uuml;giger agieren.<br>\nSie kommen gleich zum Punkt, die 26 Verfasser des Briefes, die Nobelpreistr&auml;ger und fr&uuml;heren Regierungschefs, die Professoren und Berater. &ldquo;Sehr geehrte Damen und Herren&rdquo;, beginnt ihr Schreiben, das sie soeben ver&ouml;ffentlicht haben: &ldquo;Die Zukunft Europas ist in Gefahr.&rdquo;<br>\nDas Wohl des Kontinents stehe auf dem Spiel, jetzt, da die Verhandlungen zwischen Griechenland und den Gl&auml;ubigern in der entscheidenden Phase seien. Da es darum geht, ob das Land in die Pleite taumelt &ndash; oder ob die Geldgeber es retten, wieder einmal.<br>\nWie sehr muss Athen sparen, damit es neue Hilfen gibt? Um diese Frage streitet die Regierung von Alexis Tsipras mit der EU, der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF).<br>\nDie Antwort der Spitzen&ouml;konomen, die sich in der &ldquo;Financial Times&rdquo; zu Wort gemeldet haben, ist eindeutig: nicht so sehr. Im Gegenteil. Die Sparpolitik, die Europa den Griechen aufzwinge, m&uuml;sse ein Ende haben. Sofort.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article142043554\/Top-Oekonomen-fordern-Ende-des-Spardiktats-fuer-Athen.html\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Der Hinweis auf die &bdquo;Top-&Ouml;konomen&ldquo;, die ein Ende des Spardiktats f&uuml;r Griechenland fordern, ist gut.<\/em><br>\n<em>Offenbar darf in der &bdquo;Springer&ldquo;-Presse nicht gleichzeitig der Verweis auf Gegenmeinungen, etwa auf &bdquo;Prof. Unsinn&ldquo; aus M&uuml;nchen fehlen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Freihandel<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>EU-Kommissarin: TTIP keine Gefahr f&uuml;r deutsche Kultur<\/strong><br>\nEU-Handelskommissarin Cecilia Malmstr&ouml;m ist Bef&uuml;rchtungen entgegen getreten, das geplante Handelsabkommen TTIP k&ouml;nne die deutsche Kulturlandschaft beeintr&auml;chtigen. Verschiedene Vertreter der Kulturszene haben sich wiederholt kritisch zu dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA ge&auml;u&szlig;ert.<br>\n&ldquo;Es kommt nicht in Frage, dass TTIP Deutschlands reichhaltige kulturelle Vielfalt oder entsprechende Politikbereiche beeinflussen wird&rdquo;, sagte Malmstr&ouml;m dem &ldquo;Tagesspiegel am Sonntag&rdquo;. Themen wie die &ouml;ffentliche F&ouml;rderung von Theatern und Opernh&auml;usern sowie der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk und die Buchpreisbindung seien bei den Verhandlungen &uuml;ber TTIP gar kein Thema. (&hellip;)<br>\nDer Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des B&ouml;rsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, erneuerte im &ldquo;Tagesspiegel am Sonntag&rdquo; seine Bef&uuml;rchtungen: &ldquo;Die gro&szlig;en Online-Anbieter Amazon, Google oder Apple haben ein Rieseninteresse daran, mit Kampfpreisen den deutschen Markt aufzurollen&rdquo;, sagte er. &ldquo;Ohne die Buchpreisbindung w&uuml;rden viele kleine H&auml;ndler und Verlage sterben.&rdquo;<br>\nBef&uuml;rworter von TTIP erhoffen sich von dem Freihandelsabkommen eine Ankurbelung des Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks, indem Z&ouml;lle und andere Handelshemmnisse abgebaut werden. Kritiker sehen Gefahren f&uuml;r den Rechtsstaat und die Demokratie, sie bef&uuml;rchten eine Erosion von Standards beim Verbraucherschutz und bei der Lebensmittelsicherheit sowie eine Benachteiligung der europ&auml;ischen Kultur.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wochenblatt.de\/nachrichten\/welt\/EU-Kommissarin-TTIP-keine-Gefahr-fuer-deutsche-Kultur;art29,309693\">Wochenblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Erneute Warnung vor Dienstleistungsabkommen TISA<\/strong><br>\nDas Trade in Services Agreement (TISA) wird wie die geplanten Handelsabkommen TPP und TTIP ohne &ouml;ffentliche Einflussnahme verhandelt. Eine B&uuml;rgerrechtsorganisation in den USA hat nun einen durchgesickerten Entwurf f&uuml;r TISA analysiert und warnt vor seinen unabsehbaren Folgen.<br>\nWikileaks zeigte bereits vor einem Jahr, was beispielsweise die USA mit TISA durchsetzen m&ouml;chte. So soll die &Uuml;bermittlung von Konto- und Nutzerdaten aus anderen L&auml;ndern weitgehend unbeschr&auml;nkt m&ouml;glich sein und der Datenschutz unterlaufen werden. Auch die h&ouml;heren Datenschutzstandards der EU k&ouml;nnten dadurch entkr&auml;ftet werden. Dar&uuml;ber hinaus f&uuml;hren Experten an, dass die Finanzmarktregulierung f&uuml;r Unterzeichnerl&auml;nder erheblich erschwert w&uuml;rde.<br>\n&ldquo;Wie die begleitenden Abkommen wird TISA globale Regularien einf&uuml;hren&rdquo;, hei&szlig;t es in der Stellungnahme der Electronic Frontier Foundation (EFF). &ldquo;Sie umgehen die Transparenz und Verantwortlichkeit der nationalen Parlamente. Der einzige Unterschied besteht darin, dass es sich auf Dienstleistungen und nicht auf Waren konzentriert.&rdquo;<br>\nDer neu durchgesickerte Entwurf datiert vom Februar. In ihm f&auml;llt unter anderem eine Bestimmung auf, die Open-Source-Software bedrohen k&ouml;nnte. Sie untersagt, bei &ouml;ffentlichen Auftr&auml;gen von den Herstellern oder Lieferanten die Offenlegung des Quellcodes zu verlangen. Das bezieht sich auf Software f&uuml;r den nicht n&auml;her definierten Massenmarkt, w&auml;hrend Software f&uuml;r kritische Infrastruktur ausgenommen bleibt. (&hellip;)<br>\nAn den TISA-Verhandlungen nehmen die USA, die Europ&auml;ische Union mit ihren 28 Mitgliedstaaten und zahlreiche weitere L&auml;nder teil. Australien, Neuseeland, Kanada und die Schweiz sind etwa dabei &ndash; auffallend nicht beteiligt sind hingegen die aufstrebenden BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gizmodo.de\/2015\/06\/03\/erneute-warnung-vor-dienstleistungsabkommen-tisa.html\">Gizmodo<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Steuerrabatt f&uuml;r Superreiche<\/strong><br>\nEigentlich gilt: Je mehr Einkommen, desto h&ouml;her der Steuersatz. Doch wenn Reiche superreich werden, zahlen sie anteilsm&auml;&szlig;ig weniger.<br>\nSollte der Spitzensteuersatz erh&ouml;ht werden? Sind die 45 Prozent f&uuml;r Menschen, die mehr als 250.000 Euro im Jahr verdienen, eine zu gro&szlig;e Last? Egal. Die Frage geht am Wesentlichen vorbei: Denn Superreiche zahlen in Deutschland einen niedrigeren Steuersatz als Reiche. Und das liegt an der festen Besteuerung von Kapitalertr&auml;gen.<br>\nDas progressive Steuersystem verspricht: Je mehr Einkommen eine Person hat, desto h&ouml;her ist der Anteil, mit dem sie sich an der Finanzierung des Staates beteiligt. Die Zahlen zur Einkommenssteuer vom Bundesamt der Statistik zeigen: Der Anteil des Einkommens, der an den Staat abgegeben wird, steigt in jeder reicheren Einkommensgruppe an &ndash; aber unter den Superreichen kehrt sich das um.<br>\nJe superreicher, desto niedriger der Steuersatz &ndash; das wird erst sichtbar, wenn man die wenigen Zehntausend Superreichen, das reichste ein Prozent, genauer unter die Lupe nimmt. Die reichsten 0,1 Prozent &ndash; diejenigen, die mindestens 500.000 Euro im Jahr einnehmen &ndash; zahlen 38 Prozent Steuern. Doch die reichsten 0,01 Prozent zahlen nur noch 37 Prozent.<br>\nUnd die allerreichsten, die 0,001 Prozent? 1.315 Menschen in Deutschland haben ein Einkommen von j&auml;hrlich mehr als 5 Millionen Euro. Sie zahlen noch weniger. Bei einem Gesamteinkommen von 16 Milliarden Euro zahlen sie nur knapp 5 Milliarden Euro Steuern: Das ist ein Steuersatz von 31 Prozent, vierzehn Punkte unter dem angeblichen &bdquo;Spitzensteuersatz&ldquo; von 45 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Mythos-Spitzensteuersatz\/!5202737\/\">taz<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Wie sich franz&ouml;sische Verm&ouml;gende politischen Einfluss erkaufen<\/strong><br>\n&Ouml;konomische Ungleichheit droht sich auf verschiedene Weisen in politische Ungleichheit zu &uuml;bersetzen, hei&szlig;t es &ndash; auch in diesem Blog &ndash; immer wieder. Ein Bericht des Frankreich-Korrespondenten Leo Klimm in der S&uuml;ddeutschen Zeitung (3.\/4. Juni, S. 46) illustriert sehr anschaulich einen dieser Mechanismen: Reiche Industrielle und Verm&ouml;gende kaufen sich ihre Medien, ihre &ldquo;danseuse&rdquo; (T&auml;nzerin), wie es im Branchenjargon hei&szlig;en soll.<br>\nKlimm berichtet &uuml;ber den Kauf des traditionsbehafteten, &ldquo;gehobenen Boulevardblatts&rdquo; Le Parisien (t&auml;gliche Verkaufszahl: 380.000 Exemplare) durch die Holding LVMH des &ldquo;Luxusmagnaten&rdquo; Bernard Arnault. Arnault und seine Familie liegen laut Forbes-Reichenliste auf Platz zwei in Frankreich. Gesch&auml;tztes Verm&ouml;gen: knapp 40 Mrd. US-Dollar. Da erscheint der vermutete Kaufpreis von 50 Mio. Euro doch als Peanuts. LVMH geh&ouml;rte bereits zuvor die Wirtschaftszeitung Les Echos.<br>\nUnd dies ist kein Einzelfall. Wie Klimm berichtet, bauen viele Superreiche ihren eigenen &ldquo;publizistisch-industriellen Komplex&rdquo; auf, im konservativen wie im progressiven Lager:\n<ul>\n<li>Dem R&uuml;stungsindustriellen und konservativen Senator Serge Dassault (Dassault &amp; Familie sind laut Forbes der viertreichste Klan in Frankreich) geh&ouml;rt seit 2004 die Zeitung Figaro (Auflage 2013: 329.000, Quelle: Wikipedia)<\/li>\n<li>Der Bauunternehmer Martin Bouygues (Forbes: gemeinsam mit seinem Bruder Frankreichs #15 der Verm&ouml;genden) besitzt den meistgesehenen Fernsehsender des Landes TF1<\/li>\n<li>Familie Pinault (Marken wie Gucci und Puma, Forbes: #5 in Frankreich) steht seit 1997 hinter dem Magazin Le Point (Auflage 2013: 427.000)<\/li>\n<li>Ein Trio aus neureichen Online- und Kommunikationsunternehmern (Xavier Niel, Forbes #9), Bankern (Matthieu Pigasse) und Modeunternehmern (Pierre Berg&eacute;) investierte 2010 in das franz&ouml;sische Paper of Record, Le Monde (Auflage 2014: knapp 300.000)<\/li>\n<li>Der Telekom-Unternehmer und laut Forbes drittverm&ouml;gendste Franzose, Patrick Drahi, &ldquo;rettete&rdquo; 2014 die linke Zeitung Lib&eacute;ration. Sein neustes Kauf-Projekt: eine Reihe von Magazinen, darunter das franz&ouml;sische Spiegel-&Auml;quivalent, L&rsquo;Express (Auflage 2014: 433.000)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/verteilungsfrage.org\/2015\/06\/wie-sich-franzoesische-vermoegende-politischen-einfluss-erkaufen\/\">verteilungsfrage.org<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Aus diesen Gr&uuml;nden sollten Sie auf eine betriebliche Altersvorsorge verzichten<\/strong><br>\nJunge Berufseinsteiger stehen oft vor der Wahl: Sollen sie eine Direktversicherung von der Firma als Altersvorsorge abschlie&szlig;en, ja oder nein? Die Vorsicht ist geboten, denn die Vertr&auml;ge haben T&uuml;cken.<br>\nDie fetten Jahre der betrieblichen Altersvorsorge sind vorbei. Mehr als eine Direktversicherung bieten Unternehmen Nachwuchskr&auml;ften heute selten. Umso schneller schlie&szlig;en Berufseinsteiger dann meist auch ab. Ohne sich vorher die brennende Frage zu stellen: Ist eine Direktversicherung eigentlich sinnvoll f&uuml;r Jobeinsteiger?<br>\nEher nicht, winkt Georg Pl&ouml;tz ab, Altersvorsorgespezialist der Verbraucherzentrale Bayern. Junge Arbeitnehmer sollten nicht &uuml;berhastet unterschreiben. Grunds&auml;tzlich zahle sich die Direktversicherung nur dann aus, wenn der Chef noch ordentlich was beisteuert zu den monatlichen Beitr&auml;gen.<br>\nEin Zuschuss vom Boss von mindestens 20 Prozent sei notwendig, damit sich die Investition f&uuml;r den Arbeitnehmer am Ende auch wirklich rechnen kann. &ldquo;Wenn nur der Besch&auml;ftigte allein zahlt, wird es h&auml;ufig ein Minusgesch&auml;ft&ldquo;, betont Pl&ouml;tz. (&hellip;)<br>\nVon Nachteil ist auch, dass die Entgeltumwandlung den sp&auml;teren Rentenanspruch schm&auml;lert. Weil junge Arbeitnehmer &uuml;ber Jahrzehnte hinweg einen Teil ihres Bruttogehalts in die Direktversicherung stecken und erst danach die Rentenversicherungsbeitr&auml;ge vom Lohn abgezogen werden, zahlen sie weniger in die Rentenkasse ein. Unter Umst&auml;nden kann sich das auch auf die H&ouml;he von Kranken- oder Arbeitslosengeld sowie bei einer Erwerbsminderungsrente niederschlagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/altersvorsorge\/mit-dem-chef-in-die-sparfalle-vorsicht-bei-der-betrieblichen-altersvorsorge-die-meisten-angebote-lohnen-sich-nicht_id_4728523.html\">Focus Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Sch&ouml;n, da&szlig; hier mal die vielgepriesene Direktversicherung auseinander genommen wird, vor allem mit dem v&ouml;llig richtigen Argument, da&szlig; die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge und damit Rente und Arbeitslosenversicherung sinken. Schade, da&szlig; als Alternative ausgerechnet die noch schlechtere Alternative Riester-Banksparplan empfohlen wird.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Armut<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>&raquo;Das sind keine Horrorm&auml;rchen&laquo;<\/strong><br>\nGespr&auml;ch mit Christian Woltering. &Uuml;ber die wachsende Armut in der Bundesrepublik, deren Ursachen und Auswirkungen auf die Gesellschaft insgesamt sowie m&ouml;gliche Strategien der Gegenwehr<br>\nInsgesamt mehr als zw&ouml;lf Millionen Menschen gelten Ihrem Verband zufolge in der Bundesrepublik als arm. Wie definieren Sie, welche Haushalte betroffen sind?<br>\nWir verwenden f&uuml;r unseren Armutsbericht den international &uuml;blichen Index: die relative Einkommensarmut. Dieses von OECD, EU und vielen anderen Organisationen auf der ganzen Welt verwendete Konzept bezeichnet diejenigen Haushalte als armutsgef&auml;hrdet, die im Monat weniger als 60 Prozent des mittleren, bedarfsgewichteten Einkommens zur Verf&uuml;gung haben. Im Jahr 2013 bedeutete dies, dass als armutsgef&auml;hrdet galt, wer beispielsweise als Single ein geringeres monatliches Gesamteinkommen als 892 Euro zur Verf&uuml;gung hatte. F&uuml;r eine Familie mit zwei Kindern lag der Wert bei 1.873 Euro. Angesichts dieser konkreten Schwellenwerte muss man, wie die Praxis zeigt, von Armut sprechen. Unter diese Schwelle sind im Jahr 2013 15,5 Prozent der Bev&ouml;lkerung gerutscht, oder anders gesagt mehr als zw&ouml;lf Millionen Menschen &ndash; ein neuer H&ouml;chststand seit der Wiedervereinigung.<br>\nNun wird Ihnen sicher h&auml;ufig entgegnet, dass Armut in einem reichen Land wie der Bundesrepublik nicht wirklich ein Problem sei, weil niemand verhungere &hellip;<br>\nIn der Tat erleben wir in den letzten Monaten einen regelrechten &raquo;Kampf um die Armut&laquo;. Wir mussten uns als &raquo;Etikettenschwindler&laquo; und &raquo;Hochstapler&laquo; beschimpfen lassen, die mit ihren Armutsberichten nur noch nerven. Offensichtlich haben wir da einen wunden Punkt getroffen. Zuletzt kristallisierte sich dabei immer mehr die Frage heraus, was Armut denn nun eigentlich wirklich ist, also wo sie anf&auml;ngt und wo sie aufh&ouml;rt. Ist man nur arm, wenn man knapp vor dem Verhungern steht? Wenn man sich keine ausreichende Gesundheitsversorgung leisten kann? Wenn man betteln gehen muss? Sind in unserem Land nur diejenigen wirklich arm, die vom Pfandflaschensammeln leben m&uuml;ssen und unter der Br&uuml;cke schlafen? Oder muss man Armut nicht vielmehr im Kontext der gesellschaftlichen Wohlstandsverh&auml;ltnisse betrachten? Ich bin der festen &Uuml;berzeugung, dass es auch jenseits des Klischees viele Menschen gibt, deren Situation von Armut gepr&auml;gt ist. Und zwar dann, wenn man davon ausgeht, dass zu einem Leben jenseits von Armut nicht nur die biologischen Grundbed&uuml;rfnisse eines Menschen geh&ouml;ren, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe. Wenn Eltern sich selbst oder ihren Kindern aus finanziellen Gr&uuml;nden nicht mal ein Mindestma&szlig; davon erm&ouml;glichen k&ouml;nnen &ndash; und es gibt erschreckend viele Menschen in unserem Land, bei denen das der Fall ist &ndash;, dann ist das Armut.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/06-06\/011.php?sstr=armut\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>F&uuml;r 2,8 Millionen B&uuml;rger ist Hartz IV Dauerzustand<\/strong><br>\n46 Prozent der Hartz-IV-Empf&auml;nger bekommen die Arbeitslosenhilfe schon l&auml;nger als vier Jahre. F&uuml;r sie ist staatliche Unterst&uuml;tzung zum Dauerzustand geworden. Stark betroffen sind auch Teile im Westen.<br>\nF&uuml;r rund 2,79 Millionen Menschen ist der Hartz-IV-Bezug zum Dauerzustand geworden. Sie sind schon vier Jahre oder l&auml;nger auf die staatliche Unterst&uuml;tzung angewiesen, wie die &ldquo;Welt am Sonntag&rdquo; unter Berufung auf die neue Verweildauer-Statistik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit berichtet. Das sind rund 46 Prozent aller Hartz-IV-Empf&auml;nger. 64 Prozent erhalten l&auml;nger als zwei Jahre Hartz IV. Die Zahlen beziehen sich auf Erhebungen von Ende 2014.<br>\nBesonders betroffen sind die ostdeutschen Bundesl&auml;nder, in denen die Quote mit Ausnahme Th&uuml;ringens durchweg &uuml;ber 50 Prozent liegt. Den h&ouml;chsten Wert verzeichnet Sachsen-Anhalt mit 54,5 Prozent, gefolgt von Berlin und Brandenburg mit 53,4 Prozent. Aber auch in westdeutschen St&auml;dten mit hoher Arbeitslosigkeit, wie etwa im Ruhrgebiet, f&auml;llt die Verweildauer &auml;hnlich lang aus wie in Ostdeutschland. In Bayern und Baden-W&uuml;rttemberg ist dagegen nur etwa jeder Dritte schon l&auml;nger als vier Jahre von Hartz IV finanziell abh&auml;ngig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article142059991\/Fuer-2-8-Millionen-Buerger-ist-Hartz-IV-Dauerzustand.html%20\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers O.B.:<\/strong> Schon merkw&uuml;rdig, diese Welt.<\/em><br>\n<em>Immer mehr Hartz-Dauerbezieher, &ldquo;noch nie waren in Deutschland so viele Menschen in Arbeit wir heute&rdquo;, &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo;, voraussichtlich in den n&auml;chsten Jahren massiver Abbau von Arbeitspl&auml;tzen, wegen Vernetzung technischer Systeme, immer mehr Menschen verhungern (auch wenn relativ weniger), und schon jetzt k&ouml;nnten 12 Milliarden menschen versorgt werden.<\/em><br>\n<em>Eigentlich m&uuml;ssten die Teile blo&szlig; richtig zusammen ge&szlig;etzt werden, aber in einer Medienwelt, die nur Bruchst&uuml;ckchen und Meldungen pr&auml;sentiert, ohne da&szlig; die Zusammenh&auml;nge auch wenigstens nur angedeutet werden, liegen da allerlei lose Enden in der Medienwelt herum, als h&ouml;tten sie nichts miteinander zu tun&hellip;<\/em><br>\n<em>Und Politik sollte eigentlich die losen Enden zusammen kn&uuml;pfen, stattdessen ist es Elendsverwaltung und mit den Achseln zucken (aber so tun, als ob man alle zufriedenstellt).<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>EU verpasst Chance f&uuml;r vollst&auml;ndige Tranparenz von Briefkastenfirmen<\/strong><br>\nDas EU-Parlament unternahm k&uuml;rzlich einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Steuerhinterziehung und Geldw&auml;sche. Nach monatelangen Verhandlungen zwischen Parlament und Mitgliedsstaaten wurde am 20. Mai eine &Uuml;berarbeitung und Erweiterung der Anti-Geldw&auml;sche-Richtlinie verabschiedet.<br>\nWichtigste Neuerung ist die Einf&uuml;hrung von nationalen Registern zu wirtschaftlichen Eigent&uuml;mern von Unternehmen (s.g. beneficial ownership). Nach bisherigen Regelungen ist es in vielen L&auml;ndern ohne Probleme m&ouml;glich, Briefkastenfirmen zu gr&uuml;nden, ohne den wahren Eigent&uuml;mer und letztendlichen Nutznie&szlig;er anzugeben. Solche Scheinfirmen werden vielfach f&uuml;r Geldw&auml;sche, Steuerhinterziehung, Korruption und andere kriminelle Machenschaften genutzt. Nach Sch&auml;tzungen von Transparency International gingen den EU-Mitgliedsstaaten so allein in 2011 ca. 70 Milliarden Euro an Steuereinnahmen verloren. Dem soll die neue Richtlinie nun einen Riegel vorschieben.<br>\nDiese Ma&szlig;nahme forderte die Zivilgesellschaft schon seit langem (siehe hier und hier). Auch die EU-Bev&ouml;lkerung sieht keinen triftigen Grund f&uuml;r die Intransparenz von Briefkastenfirmen. Nach einer Studie von Transparency International sprechen sich vier von f&uuml;nf EU-B&uuml;rgern daf&uuml;r aus, dass Unternehmen ihre wahren Eigent&uuml;mer offenlegen m&uuml;ssen. (&hellip;)<br>\nW&auml;hrend Gro&szlig;britannien die Schaffung eines &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Registers ank&uuml;ndigte und D&auml;nemark, &Ouml;sterreich und Frankreich wohl folgen werden, geh&ouml;rte Deutschland in diesem Punkt schon w&auml;hrend der Verhandlungen zu den Bremsern.<br>\nDes Weiteren weist die Anti-Geldw&auml;sche-Richtlinie auch in anderen Bereichen substantielle Defizite auf. So werden Treuhandfonds nur unzureichend von den neuen Registern erfasst. Ebenso wie bei Briefkastenfirmen werden durch Treuhandfonds die wahren Eigent&uuml;mer verschleiert und k&ouml;nnen so illegale Gesch&auml;fte verdecken. Damit wird eine bedeutende Gesetzesl&uuml;cke offen gelassen.<br>\nObwohl die neue Richtlinie also einen positiven Schritt bei der Bek&auml;mpfung von Geldw&auml;sche und Steuerhinterziehung darstellt, muss sie als das gesehen werden, was sie ist: nicht das Ende der Bem&uuml;hungen sondern ein erster Baustein f&uuml;r vollst&auml;ndige Transparenz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/steuergerechtigkeit.blogspot.de\/2015\/06\/eu-verpasst-chance-fur-vollstandige.html\">blog steuergerechtigkeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Orwell 2.0<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Zwei Jahre Snowden-Enth&uuml;llungen: Massen&uuml;berwachung stoppen!<\/strong><br>\nStaaten weltweit m&uuml;ssen Massen&uuml;berwachung stoppen, das fordern Amnesty International und Privacy International in einem aktuellen Bericht. Auch die geplante Vorratsdatenspeicherung in Deutschland kritisiert Amnesty als menschenrechtswidrig.<br>\nZwei Jahre nach den ersten Enth&uuml;llungen von Edward Snowden stellen die beiden Organisationen im Bericht &ldquo;Two years after Snowden: Protecting human rights in an age of mass surveillance&rdquo; fest, dass Regierungen an der Massen&uuml;berwachung festhalten oder diese gar ausbauen wollen, obwohl Gerichte, Parlamente und Menschenrechtsinstitutionen diese Praxis als Menschenrechtsverletzung verurteilen. (&hellip;)<br>\nTrotz wachsender Kritik an der Massen&uuml;berwachung &ndash; etwa durch die UNO oder den Europarat &ndash; bleiben die &Uuml;berwachungsprogramme der USA und Gro&szlig;britanniens durch Geheimhaltung gesch&uuml;tzt, w&auml;hrend andere Regierungen ihre &Uuml;berwachung noch ausbauen. Dazu z&auml;hlen beispielsweise D&auml;nemark, Finnland, Frankreich und Pakistan.<br>\nAuch die Vorratsdatenspeicherung, wie sie die Bundesregierung plant, verletzt das Recht auf Privatsph&auml;re. &ldquo;&Uuml;berwachung darf nur stattfinden, wenn ein konkreter Verdacht vorliegt und die Ma&szlig;nahme gezielt, richterlich angeordnet und auch im &Uuml;brigen verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig ist&rdquo;, sagt Sebastian Schweda, Experte f&uuml;r Menschenrechte im digitalen Zeitalter bei Amnesty International in Deutschland. &ldquo;Die geplante Vorratsdatenspeicherung erf&uuml;llt bereits das erste Kriterium nicht: Sie ist anlasslos, &sbquo;auf Vorrat&rsquo; eben, nicht einmal ein vager Verdacht liegt vor.&rdquo; (&hellip;)<br>\nAmnesty International und Privacy International fordern die Regierungen weltweit in einem Sieben-Punkte-Plan auf, Einschr&auml;nkungen und Kontrollen f&uuml;r die &Uuml;berwachung einzuf&uuml;hren, damit diese rechtm&auml;&szlig;ig und menschenrechtskonform ist. Um menschenrechtskonform zu sein, muss jegliche &Uuml;berwachung gezielt, durch einen ausreichenden Verdacht begr&uuml;ndet sowie richterlich angeordnet sein. Zudem braucht es Kontrollen durch Gerichte, eine transparente und unabh&auml;ngige parlamentarische Aufsicht sowie klare gesetzliche Grundlagen und Regeln.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/2015\/6\/5\/zwei-jahre-snowden-enthuellungen-massenueberwachung-stoppen?destination=startseite\">Amnesty International<\/a><\/li>\n<li><strong>In Gro&szlig;britannien sind vertrauliche Patientendaten im Umlauf<\/strong><br>\nDie Daten von &uuml;ber 700.000 Patienten des National Health Service (NHS) wurden gegen deren Willen Dritten zug&auml;nglich.<br>\nBis zu 700.000 Briten wurden hintergangen. Sie hatten explizit angegeben, dass die von ihren Haus&auml;rzten gespeicherten Gesundheitsdaten nicht an Dritte weitergegen werden d&uuml;rfen. Nachdem vergangene Nacht verschiedene englische Nachrichten-Magazine dar&uuml;ber berichtet hatten, wurden sofort Forderungen nach einer &ouml;ffentlichen Untersuchung durch den &Uuml;berwachungsbeauftragten f&uuml;r Datensicherheit laut. Es soll gekl&auml;rt werden, wie zuk&uuml;nftig in der Praxis weiter verfahren werden darf.<br>\nIm Januar stellte sich heraus, dass der NHS Zehntausende Anfragen von Patienten missachtet hatte. Sie wollten aus dem Info-System aussteigen, nachdem Beamte einger&auml;umt hatten, dass die Ausschlussklausel &uuml;ber die gemeinsame Nutzung von Patientendaten &uuml;ber Behandlungen wie Krebsvorsorge-Untersuchungen nicht ber&uuml;cksichtigt w&uuml;rden. Die Ausschlussklausel wurde extra zum umstrittenen Behandlungsdaten-Programm care.data eingebaut, das im M&auml;rz vergangenen Jahres wegen der Bedenken zum Datenschutz auf Eis gelegt wurde.<br>\nAuch in Deutschland fallen Patientendaten aus Arztpraxen unter die &auml;rztliche Verschwiegenheitspflicht. Was passiert, wenn IT-Dienstleister mit diesen Daten umgehen, soll hierzulande derzeit neu geregelt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/In-Grossbritannien-sind-vertrauliche-Patientendaten-im-Umlauf-2680923.html?wt_mc=nl.ho.2015-06-07\">heise online<\/a><\/li>\n<li><strong>Netzsperren statt Netzneutralit&auml;t im EU-Ministerrat<\/strong><br>\nDie Interessen von Ministerrat und konservativen Politikern zur Einf&uuml;hrung von Netzfiltern passen zur Forderung der Telekoms, die Netzneutralit&auml;t abzuschaffen.<br>\nW&auml;hrend der EU-Ministerrat die Beschl&uuml;sse des EU-Parlaments zu Netzneutralit&auml;t und Datenschutzreform systematisch demontiert, vervielfachen sich die Leaks. Obwohl die Ratssitzungen unter Geheimhaltung verlaufen, l&auml;sst sich die Demontage der Parlamentsbeschl&uuml;sse bei beiden Gesetzesvorhaben mittlerweile im Wochenrhythmus mitverfolgen. Am Dienstag publizierte die britische B&uuml;rgerrechtsorganisation Statewatch gleich sieben Ratsdokumente zur Datenschutzverordnung, parallel wurde der allerneueste Verhandlungsstand im Rat zur Netzneutralit&auml;t bekannt.<br>\nDieser Begriff ist nunmehr v&ouml;llig aus dem Text des Rats verschwunden, stattdessen finden sich im neuesten Leak Optionen f&uuml;r den Einsatz staatliche Filtermechanismen &agrave; la Gro&szlig;britannien. Statt der vom Parlament geforderten Gleichbehandlung allen Datenverkehrs er&ouml;ffnet der Ratsentwurf den Telekoms alle M&ouml;glichkeiten, den freien Fluss der Informationen zu kontingentieren und gegen Aufschl&auml;ge paketweise zu verkaufen. Am Mittwoch reagierte der Rat dann auf die Leaks mit der Ver&ouml;ffentlichung eines Kompromissvorschlags der lettischen Ratspr&auml;sidentschaft, der ein paar der offensichtlichsten Passagen etwas relativierte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/fm4.orf.at\/stories\/1759368\/\">FM4.ORF.at<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Das bedingungslose Grundeinkommen: Chancen und Risiken einer Entkoppelung von Einkommen und Arbeit<\/strong><br>\nDie Idee, dass ein Staat allen B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern ein regelm&auml;&szlig;iges monatliches Einkommen auszahlt &ndash; unabh&auml;ngig davon, ob sie erwerbst&auml;tig sind oder nicht -, hat auch in Deutschland zahlreiche Anh&auml;nger. Dorothee Spannagel (WSI) vergleicht die unterschiedlichen Ans&auml;tze und hinterfragt kritisch, wie sich ihre Einf&uuml;hrung auswirken w&uuml;rde. Dabei wird deutlich, dass die Umsetzung eines bedingungslosen Grundeinkommens nicht nur mit Vorteilen verbunden ist, sondern auch Schattenseiten hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_wsi_report_24_2015.pdf\">WSI [PDF &ndash; 236 KB]<\/a>\n<p><strong>Dazu: Die Debatte um das Grundeinkommen<\/strong><br>\nBundesweit haben sich &uuml;ber 50 Gewerkschaftsmitglieder aus allen Gliederungen des DGB zusammen gefunden, den Diskussionsprozess innerhalb der Gewerkschaften mit einer Initiative zum bedingungslosen Grundeinkommen anzusto&szlig;en. Unter den ErstunterzeichnerInnen sind prominente Bundestagspolitiker wie z. B. Wolfgang Strengmann-Kuhn von den Gr&uuml;nen oder Katja Kipping von der Partei Die Linke. Das Thema Grundeinkommen soll st&auml;rker in der gewerkschaftlichen Programmatik und Politik verankert werden. Au&szlig;erdem soll ein Dialog zwischen Kritikern und Bef&uuml;rwortern innerhalb der Gewerkschaften in Gang gesetzt werden, der das Konzept eines Grundeinkommens kritisch unter die Lupe nimmt und Vor&#8208; und Nachteile eines solchen Konzepts in organisationspolitischer, strategischer und gesamtgesellschaftlicher Hinsicht thematisiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++c8cf600c-b3d6-11e2-9f22-52540066f352\">Mathias Schweizer in der Gegenblende<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu auf den NachDenkSeiten:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Albrecht M&uuml;ller: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2335\">Grundeinkommensvorschl&auml;ge: Gigantische Umverteilung zugunsten von Arbeitgebern<\/a><\/li>\n<li>Jens Berger: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=15187\">Konstruktionsfehler des Grundeinkommens<\/a><\/li>\n<li>Christoph Butterwegge: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26307\">Argumente gegen das &bdquo;emanzipatorische Grundeinkommen&ldquo; der LINKEN-BAG<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Philip Zimmermann: Der Ko&#776;nig der Verschlu&#776;sselung u&#776;ber seine A&#776;ngste um die Privatspha&#776;re<\/strong><br>\nDer Erfinder von PGP hat seine Firma Silent Circle, die mobile Verschlu&#776;sselungssysteme entwickelt, in die Schweiz verlegt, um frei von der US-amerikanischen Massenu&#776;berwachung zu sein. Hier erza&#776;hlt er warum.<br>\nAls Philip Zimmermann in den Achtzigern eine Kampagne fu&#776;r nukleare Abru&#776;stung startete, hielt er einen Fluchtplan in der Hinterhand. Der Erfinder des auf der Welt meist verbreiteten Email- Verschlu&#776;sselungssystems Pretty Good Privacy (besser bekannt als PGP) war bereit, beim kleinsten Anflug einer Gefahr mit seiner Familie von Colorado nach Neuseeland zu ziehen.<br>\nDer &bdquo;Rote Knopf&ldquo; wurde jedoch nie gedru&#776;ckt und die Zimmermanns blieben an Ort und Stelle. Bis dieses Jahr: Mit 61 Jahren hat der Neueinzug in die Internet Hall of Fame und Gru&#776;nder des drei Jahre alten Verschlu&#776;sselungs-Startup-Unternehmens Silent Circle die USA in Richtung Schweiz verlassen. Am Ende war es nicht die nukleare Bedrohung, die ihn davon u&#776;berzeugte, sein Heimatland zu verlassen, sondern der U&#776;berwachungs-Ru&#776;stungswettlauf.<br>\n&bdquo;Jede dystopische Gesellschaft hat ein u&#776;berbordenden U&#776;berwachungssystem, aber jetzt sehen wir, dass selbst westliche Demokratien wie die USA und England sich dahin bewegen&ldquo;, warnt er. &bdquo;Wir mu&#776;ssen das zuru&#776;ckfahren. U&#776;ber die Leute, die nicht verda&#776;chtigt werden, ein Verbrechen zu begehen, sollten keine Informationen gesammelt und in Datenbanken gespeichert werden. Wir wollen nicht wie Nordkorea werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150608_philip_zimmermann_der_koenig_der_verschluesselung_ueber_seine_aengste_um_die_privatsphaere.pdf\">Philip Zimmermann: Der Ko&#776;nig der Verschlu&#776;sselung u&#776;ber seine A&#776;ngste um die Privatspha&#776;re [PDF &ndash; 60,8 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dieser Text ist eine &Uuml;bersetzung <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26298#h13\">eines Guardian-Artikels<\/a>, auf den wir letzte Woche schon hingewiesen haben, die unser Leser K.F. freundlicherweise f&uuml;r uns erstellt hat.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Wohin f&uuml;hrt der digitale &Uuml;berwachungsstaat?<\/strong><br>\nMassen&uuml;berwachung, Datenspionage, NSA-Skandal: US-amerikanische Whistleblower diskutieren mit Mitgliedern im NSA-Untersuchungsausschuss. Die Debatte im Video<br>\nEinen kleinen Sieg hat NSA-Enth&uuml;ller Edward Snowden in dieser Woche erzielt: In den USA haben Repr&auml;sentantenhaus und Senat eine Reform der &Uuml;berwachungsprogramme beschlossen. So soll die anlasslose massenhafte Sammlung von Telefondaten von Millionen von Amerikanern beendet werden. Doch auch k&uuml;nftig k&ouml;nnen die US-Beh&ouml;rden die Herausgabe von Daten verlangen &ndash; allerdings erst mit richterlicher Anordnung.<br>\nDer NSA-Skandal und die Zusammenarbeit des US-amerikanischen Geheimdienstes mit dem Bundesnachrichtendienst reichten viel weiter, als es die Regierungen zugegeben haben. Wie k&ouml;nnen B&uuml;rger und Regierungen die Geheimdienste kontrollieren? Was m&uuml;ssen sie aus dem Skandal lernen?<br>\nIm Berliner Haus der Kulturen der Welt diskutieren die amerikanischen Whistleblower Thomas Drake, Daniel Ellsberg, Jesselyn Radack und Coleen Rowley mit Konstantin von Notz und Martina Renner, die beide Mitglieder im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages sind, und dem deutschen Historiker Joseph Foschepoth und dem ehemaligen Bundesbeauftragten f&uuml;r den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2015-06\/digital-surveillance-state\">ZEIT<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Frontalangriff auf die Hochschulautonomie?<\/strong><br>\nBildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) will offenbar die Rechte der Universit&auml;ten und Fachhochschulen beschneiden. Der SPD-Politiker plant nach Informationen des NDR ein neues Landeshochschulgesetz (LHG). Etliche Hochschulen sind alarmiert. Denn nach Brodkorbs Pl&auml;nen soll k&uuml;nftig das Bildungsministerium zentrale Fragen der Hochschulplanung von Beginn an selbst regeln &ndash; die Hochschulen sollen im Vorfeld nur noch angeh&ouml;rt werden. Bisher haben die Universit&auml;ten und Fachhochschulen die Vorarbeiten geleistet &ndash; zum Beispiel zu Fragen des Hochschulbaus, des F&auml;cherangebots und der Finanzmittel. (&hellip;)<br>\nDer Minister sagte, es gehe ihm darum, die Planungen zu erleichtern. In seinen Augen w&uuml;rden die Hochschulen durch die Neuerungen von B&uuml;rokratie- und Statistikaufgaben entlastet. Au&szlig;erdem schlage auch der Landesrechnungshof vor, das Verfahren f&uuml;r die Pl&auml;ne zur Hochschulentwicklungen zu verbessern. Brodkorb will die Gesetzesnovelle noch in diesem Jahr in den Landtag einbringen, obwohl im Koalitionsvertrag eine Novelle nicht vorgesehen ist. Der Gr&uuml;nen-Abgeordnete Johannes Saalfeld spricht jedoch von einem &ldquo;Frontalangriff auf die Hochschulautonomie&rdquo;. Man m&uuml;sse sich fragen, was von dieser Autonomie &uuml;berbleibe. Die Hochschulen vor Ort w&uuml;ssten genau und besser, wie sie sich entwickeln k&ouml;nnten. Das Ministerium sei au&szlig;erdem &uuml;berfordert, wenn es jetzt Vorgaben f&uuml;r die Hochschulentwicklung machen wolle.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/mecklenburg-vorpommern\/Plant-Brodkorb-Frontalangriff-auf-die-Hochschulautonomie,hochschulgesetz104.html\">NDR.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung C.R.:<\/strong> Interessant in diesem Zusammenhang ist u.a. dieser Text: <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2751\">Die Zukunft der Hochschulen &ndash; Politische &Ouml;konomie der Hochschulpolitik in der &Auml;ra des Finanzmarkt-Kapitalismus<\/a><\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>F&uuml;r sozialvertr&auml;gliche Studiengeb&uuml;hren<\/strong><br>\nSogar aus Amerika kommen mittlerweile gerne Studenten nach Deutschland &ndash; weil das Studium hier kostenlos ist. Doch an deutschen Hochschulen fehlt das Geld. Deshalb geh&ouml;rt das Thema Studiengeb&uuml;hren wieder auf den Tisch, finden unsere Gastautoren.<br>\nStudiengeb&uuml;hren in Deutschland &ndash; ein Thema der Vergangenheit? Nicht, wenn man an &uuml;berf&uuml;llte H&ouml;rs&auml;le, sanierungsbed&uuml;rftige Universit&auml;tsgeb&auml;ude und an die Schuldenbremse denkt. Die Schuldenbremse? Was hat diese mit einem geb&uuml;hrenfreien Studium in Deutschland zu tun? Sie k&ouml;nnte der Ausl&ouml;ser f&uuml;r eine Wiedereinf&uuml;hrung von Studienbeitr&auml;gen werden.<br>\nBislang tragen die Bundesl&auml;nder die Hauptkosten der Hochschulbildung. Doch angesichts rasant angestiegener Studentenzahlen ist die Not an den Lehrst&auml;tten gro&szlig;, der Bedarf an zus&auml;tzlichen Mitteln enorm: Laut Hochschulrektorenkonferenz fehlten bis 2015 schon 600 Millionen Euro, eine weitere Milliarde sei bis zum Jahr 2018 notwendig. Gleichzeitig reduziert die seit 2011 geltende Schuldenbremse den Spielraum der Landesregierungen: Bis zum Jahresende 2019 muss allerorten das strukturelle Defizit auf null zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden. Das Thema Studiengeb&uuml;hren kann daher schneller wieder auf die Tagesordnung kommen, als es zurzeit den Anschein hat. Schon im Herbst des vergangenen Jahres forderten mehrere Hochschulrektoren eine Neuauflage; zu diesem Zeitpunkt hatte Niedersachsen als letztes Bundesland die wenig durchdachten Studienbeitr&auml;ge der ersten Stunde gerade wieder abgeschafft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/debatte-fuer-sozialvertraegliche-studiengebuehren-13629321.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Eine untote Debatte kehrt zur&uuml;ck &ndash; rechtzeitig, um uns daran zu erinnern, wozu es die Schuldenbremse gibt: als Investitions- und Sozialstaatsbremse. Und &ldquo;nat&uuml;rlich&rdquo; fallen diesen Autoren viele wirklich geeignete Ma&szlig;nahmen nicht ein, mit denen man die chronische und wohl auch gewollte krasse Unterfinanzierung der Hochschulen &auml;ndern k&ouml;nnte, also z. B. die sozialvertr&auml;gliche Erh&ouml;hung des K&ouml;rperschaftssteuersatzes auf den Wert von 1998 (45%), des Spitzensteuersatzes (auf 53%) oder die Wiedereinf&uuml;hrung der faktisch abgeschafften Erbschaftsteuer. Das w&auml;re alles sozial gerecht und &uuml;berf&auml;llig.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Irrtum ade<\/strong><br>\nDer K&ouml;nig des belanglosen Plauderns beendet seinen ARD-Talk &ndash; und damit ein gro&szlig;es Missverst&auml;ndnis: G&uuml;nther Jauch ist weder Journalist noch Anwalt des kleinen Mannes.<br>\nIrrt&uuml;mer k&ouml;nnen ganz sch&ouml;n hartn&auml;ckig sein. Derjenige zum Beispiel, nach drei Bierchen k&ouml;nne man problemlos Auto fahren, h&auml;lt sich bekanntlich selbst unter bayerischen Spitzenpolitikern beharrlich. Auch dass Hunde den Mond anheulen, Jugendliche immer gewaltt&auml;tiger werden oder Erk&auml;ltungen durch K&auml;lte entstehen, wird nicht dadurch richtiger, dass man es dauernd wiederholt. Da k&ouml;nnte man ja gleich dem denkbar gr&ouml;&szlig;ten Irrtum unserer Tage Glauben schenken: Bei einer Direktwahl durchs Volk bek&auml;me G&uuml;nther Jauch die Mehrheit.<br>\nWer das glaubt, glaubt wom&ouml;glich auch, Deutschlands beliebtester Fernsehmoderator sei auch ein guter Talkshowmaster, oder noch ein bisschen verr&uuml;ckter: ein Journalist. Aber gut &ndash; jetzt ist mit diesem M&auml;rchen ja Schluss. Am Jahresende h&ouml;rt G&uuml;nther Jauch auf zu sein, wof&uuml;r er einfach nicht bestimmt ist und doch Millionen sinnlos vergeudete Euro kriegt: G&uuml;nther Jauch. Dann wechselt das RTL-Gesicht letztmals Sonntagabend auf Zeit vom privaten Biotop r&uuml;ber ins &ouml;ffentlich-rechtliche Exil und begr&uuml;&szlig;t seine G&auml;ste in der ARD. Dann ist seine Gespr&auml;chsrunde nach vier Jahren auf Sendung trotz konstanter Einschaltquoten &uuml;ber dem Senderschnitt Geschichte. Ein Irrtum weniger auf dem Feld beharrlicher urban legends.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/film\/2015-06\/guenther-jauch-talksendung-ard-irrtum-ade\">Zeit Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>zu guter Letzt: Produktr&uuml;ckruf<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150608_image001.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. 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