{"id":26390,"date":"2015-06-12T08:36:40","date_gmt":"2015-06-12T06:36:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390"},"modified":"2015-06-12T08:36:40","modified_gmt":"2015-06-12T06:36:40","slug":"hinweise-des-tages-2392","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JW\/AM\/WL\/AT)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h02\">Vorratsdatenspeicherung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h03\">DHL streicht 100 Arbeitspl&auml;tze am Standort Braunschweig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h04\">Warum Schulden weniger gef&auml;hrlich sind als gedacht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h05\">Deutschland lebt unter seinen Verh&auml;ltnissen: L&ouml;hne rauf, Export&uuml;berschuss abbauen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h06\">Arbeitsvolumen wieder leicht gestiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h07\">Schlechter Witz der Bundesregierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h08\">Bundestag bekommt Hackerangriff nicht unter Kontrolle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h09\">Merkel stellt sich gegen Datenschutz und Netzneutralit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h10\">Bargeld verbieten? Wie &Ouml;konomen sich die Welt zurechtbiegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h11\">Rede von Regisseur Volker L&ouml;sch bei der Demonstration gegen Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h12\">Zivil-milit&auml;rische Zusammenarbeit auf dem Mittelmeer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h13\">Schwierige Regierungsbildungen in Spanien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h14\">Verschw&ouml;rungstheorien eines Journalisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h15\">Edzard Reuter:&laquo;Es muss viel mehr gestritten werden&raquo; <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390#h16\">Zu guter Letzt: &bdquo;Finden Sie das mal raus!&ldquo; &ndash; Erwin Pelzig zu 50 Jahre MONITOR<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26390&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sahra Wagenknecht: Merkel will Tsipras zu Fall bringen<\/strong><br>\nNur wenn die griechische Wirtschaft auf die Beine kommt, k&ouml;nnen auch Schulden bedient werden. Wer sich dieser simplen Logik verweigert, der will weder den Euro noch deutsche Steuergelder retten, sondern um jeden Preis eine linke Regierung zu Fall bringen. Die von der Troika geforderten Sozialk&uuml;rzungen und Mehrwertsteuererh&ouml;hungen f&uuml;hren die griechische Wirtschaft noch tiefer in die Krise. Es ist ein Angriff auf die Menschenw&uuml;rde, von der griechischen Bev&ouml;lkerung weitere Rentenk&uuml;rzungen zu verlangen obwohl die Renten in den letzten Jahren um 40 Prozent zusammengestrichen wurden. Es ist eine Attacke auf die Arbeiterbewegung, wenn Gewerkschaften entrechtet werden und entrechtet bleiben sollen, damit die L&ouml;hne um ein Maximum gesenkt werden k&ouml;nnen. Und es ist ein Anschlag auf die Demokratie, wenn Wahlergebnisse ignoriert und Regierungen dazu gezwungen werden, die von einer Gl&auml;ubiger-Troika verlangten Reformen nur noch abzunicken.<br>\n&raquo;Die Arbeit muss mit den drei Institutionen stattfinden&laquo; und &raquo;Deutschland akzeptiert nur einen Vorschlag der drei Institutionen&laquo; &ndash; dieses Mantra gab Kanzlerin Angela Merkel auch auf dem Treffen mit Alexis Tsipras und dem franz&ouml;sischen Pr&auml;sidenten Fran&ccedil;ois Hollande am Mittwochabend zum Besten. Damit f&uuml;hrt sie solche Treffen ad absurdum&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/2015\/06-12\/039.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AT:<\/strong> Inzwischen hat der IWF sein Verhandlungsteam aus Br&uuml;ssel <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/bruessel-griechenland-109.html\">abgezogen<\/a>. Einen Zeitplan f&uuml;r weitere Gespr&auml;che gebe es nicht, wie es hei&szlig;t. Von knapp werdender Zeit und dem Kanzlerinnen-Wort, das nun jeder Tag z&auml;hle, kann also keine Rede sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Europas letzter Akt?<\/strong><br>\nDie Staats- und Regierungschefs der Europ&auml;ischen Union spielen weiterhin ein Spiel mit dem Feuer mit der griechischen Regierung. Griechenland ist seinen Gl&auml;ubigern auf deutlich mehr als halbem Weg entgegengekommen. Doch Deutschland und die &uuml;brigen Gl&auml;ubiger Griechenlands verlangen nach wie vor, dass das Land sich zu einem Programm verpflichtet, das sich bereits als Fehlschlag erwiesen hat und von dem nur wenige &Ouml;konomen je glaubten, dass es umgesetzt werden k&ouml;nnte, w&uuml;rde oder sollte.<br>\nDer Umschwung bei Griechenlands Haushaltslage von einem hohen Prim&auml;rdefizit zu einem &Uuml;berschuss was eine nahezu beispiellose Entwicklung; die Forderung jedoch, das Land m&uuml;sse einen Prim&auml;r&uuml;berschuss von 4,5% vom BIP erreichen, war durch nichts zu rechtfertigen. Leider hatte die griechische Regierung zu dem Zeitpunkt, zu dem die &bdquo;Troika&ldquo; &ndash; die Europ&auml;ische Kommission, die Europ&auml;ische Zentralbank und der Internationale W&auml;hrungsfonds &ndash; diese unverantwortliche Forderung erstmals in das internationale Finanzprogramm f&uuml;r Griechenland aufnahm, keine andere Wahl, als ihr nachzugeben.<br>\nDie Torheit, dieses Programm weiter zu verfolgen, ist angesichts des 25%igen R&uuml;ckgangs beim BIP, den Griechenland seit Beginn der Krise durchgemacht hat, besonders schwerwiegend. Die Troika hat die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des von ihr verh&auml;ngten Programms v&ouml;llig falsch eingesch&auml;tzt. Laut den von ihr ver&ouml;ffentlichten Prognosen war sie &uuml;berzeugt, dass sich durch Lohnsenkungen und die Akzeptanz weiterer Austerit&auml;tsma&szlig;nahmen die griechischen Exporte erh&ouml;hen w&uuml;rden und die Volkswirtschaft rasch wieder wachsen w&uuml;rde. Sie war zudem der &Uuml;berzeugung, dass die erste Schuldenumstrukturierung zu einem tragf&auml;higen Schuldenniveau f&uuml;hren w&uuml;rde.<br>\nDie Troika hat mit ihren Prognosen wiederholt danebengelegen, und zwar nicht nur ein bisschen, sondern um enorme Summen. Die griechischen W&auml;hler taten Recht daran, einen Kurswechsel zu verlangen, und ihre Regierung hat Recht, wenn sie sich weigert, sich zu einem zutiefst fehlerhaften Programm zu verpflichten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/greece-creditor-demands-by-joseph-e--stiglitz-2015-06\/german#rfAplMpomf233Za6.99\">Joseph Stiglitz auf Project Syndicate<\/a><\/li>\n<li><strong>Griechenland und die Eurozone<\/strong><br>\nIn den Krisenl&auml;ndern S&uuml;deuropas w&uuml;rden Zugest&auml;ndnisse an Griechenland das Signal senden, dass Alternativen jenseits der harten Spar- und Reformpolitik bestehen. Die Oppositionsparteien (Podemos oder die F&uuml;nf-Sterne-Bewegung) w&uuml;rden dadurch zweifellos weiteren Aufwind bekommen. Da die M&ouml;glichkeit besteht, dass die in den s&uuml;deurop&auml;ischen Mitgliedstaaten neu entstandenen Protestbewegungen dem Beispiel Syrizas folgen k&ouml;nnten, stellen sie auch eine ernsthafte Bedrohung f&uuml;r die etablierten politischen Eliten dieser L&auml;nder dar. Schlie&szlig;lich d&uuml;rften auch ideologische Differenzen zwischen konservativen und sozialdemokratischen Regierungen einerseits und der links-radikalen Syriza-Regierung in Griechenland andererseits eine Rolle spielen. Ein Scheitern von Syriza bzw. das Beibehalten der harten Linie, so ist offenbar das Kalk&uuml;l der Euro-Gruppe, w&uuml;rde europakritischen bzw. neu entstandenen Oppositionsparten den Wind aus den Segeln nehmen&hellip;.<br>\nDie politischen Auswirkungen k&ouml;nnten schwerwiegend sein. Nicht nur jedem Griechen und jeder Griechin w&uuml;rde vor Augen gef&uuml;hrt, dass eine Wahlentscheidung selbst dann keinen Politikwechsel mit sich bringt, wenn es zu einem richtungsweisenden Regierungswechsel gekommen ist. Damit w&auml;re die Minimalvoraussetzung einer Demokratie, die Volkssouver&auml;nit&auml;t, praktisch au&szlig;er Kraft gesetzt. Das ohnehin schon stark in Mitleidenschaft gezogene Vertrauen in die Demokratie w&uuml;rde erneut ersch&uuml;ttert &ndash; mit nur schwer kalkulierbaren Folgen. Die griechische Regierung m&uuml;sste sich vermutlich trotz aller anderslautender Ank&uuml;ndigung fr&uuml;her oder sp&auml;ter einer vorgezogenen Neuwahl stellen. Wachsende Apathie eines Teils der W&auml;hlerinnen und W&auml;hler, Radikalisierung des anderen Teils sowie ein noch akzentuierterer anti-europ&auml;ischer Kurs von Alternativparteien w&auml;ren denkbare Folgen&hellip;<br>\nDie gegenw&auml;rtige Haltung der Euro-Gruppe beschw&ouml;rt nicht nur ein erneutes Aufflammen der Eurokrise herauf. Sie kann schlimmstenfalls dazu f&uuml;hren, dass sich die &ouml;komische Krise zu einer politischen Krise ausw&auml;chst. Dabei w&auml;re der von allen Akteuren eigentlich ja angestrebte Fortbestand des Euro alles andere als gesichert. Setzt die Eurozone ihren strikten sparpolitischen Kurs unver&auml;ndert fort, dann scheitert der Euro entweder &ouml;konomisch oder politisch. Das sollte eigentlich weder aus europapolitischen Gr&uuml;nden, noch aus sozialpolitischen Gr&uuml;nden im Interesse der Euro-Gruppe sein. Jedoch erscheinen bisher nur kurzfristige wahltaktische sowie grunds&auml;tzliche ideologische Erw&auml;gungen ma&szlig;gebend zu sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegenblende.de\/++co++8e953ada-0dd7-11e5-8f0d-52540066f352\">Daniel Seikel in Gegenblende<\/a><\/li>\n<li><strong>Renten-Urteil &ndash; Neuer Tiefschlag f&uuml;r Griechenland<\/strong><br>\nDie Probleme im griechischen Schuldendrama werden nicht kleiner. Ganz im Gegenteil: Ein Urteil des Obersten Verwaltungsgerichts in Athen hat der Regierung von Ministerpr&auml;sident Alexis Tsipras einen Tiefschlag verpasst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.t-online.de\/wirtschaft\/id_74331368\/griechenland-renten-urteil-verpasst-alexis-tsipras-tiefschlag.html\">T-Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.H.:<\/strong> Die Schlagzeile lie&szlig; eigentlich vermuten, dass die EU neue Forderungen an die griechische Regierung gestellt hat. Tats&auml;chlich hat ein griechisches Gericht jedoch festgestellt, dass die EU-treue Vorg&auml;nger-Regierung rechtswidrige Rentenk&uuml;rzungen vorgenommen hat. F&uuml;r den Redakteur nat&uuml;rlich kein Grund zu hinterfragen, warum diese Entscheidung getroffen worden ist. Auch die Idee, den Zweck des wahnwitzigen Austerit&auml;tspakts zu &uuml;berdenken, kommt dem Verfasser nicht in den Sinn. Stattdessen wird ein Ex-Banker wie der EU-Kommissionspr&auml;sident auch noch als Br&uuml;ckenbauer dargestellt.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.G.:<\/strong> Ein Tiefschlag ist dieser Artikel allerdings, und zwar f&uuml;r den deutschen Journalismus: Man h&ouml;re und staune: Wenn Alexis Tsipras zuletzt zu keiner Einigung mit den Gl&auml;ubigern kam, weil er unter anderem weitere Rentenk&uuml;rzungen ablehnte, also die Fortf&uuml;hrung einer Reform, mit der sein Vorg&auml;nger im Amt auf Anweisung der europ&auml;ischen Institutionen einen Verfassungsbruch beging, dann ist das Urteil zu diesem Verfassungsbruch ein &ldquo;Tiefschlag&rdquo;, und zwar nicht f&uuml;r die Institutionen, die Griechenland einen solchen Versto&szlig; aufn&ouml;tigten und jetzt sogar auf einem weiteren beharren, sondern f&uuml;r denjenigen, der genau dieser Politik ein Ende bereiten will. Ich ziehe den Hut vor so viel bestechender Logik. Nicht einmal der &ldquo;Postillon&rdquo; k&auml;me f&uuml;r einen seiner Satire-Artikel auf eine so absurde Idee wie dieser sogenannte Journalist, der das leider v&ouml;llig ernst zu meinen scheint.<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Wir machen den Job der Journalisten<\/strong><br>\nDas Griechenland-Bild der Deutschen h&auml;ngt schief. Deswegen geben sich hier lebende Griechen M&uuml;he, ihre Freunde, Bekannten oder Blogleser mit Hintergr&uuml;nden zu versorgen.<br>\nKonstantinos Tzouvaras ist von Beruf Vertriebsmanager, er hat Journalismus nicht studiert und auch nicht vor, den Platz eines Redakteurs in einer gro&szlig;en Zeitung zu besetzen. Aber er fragt sich, wie die dort arbeiten. Wie es m&ouml;glich ist, dass kurz nach einer neuen Agentur-Meldung schon feste Meinungen und fertige Urteile gebildet sein k&ouml;nnen. Etwa wenn Griechenlands Finanzminister Varoufakis wieder etwas gesagt hat. Wie kann es sein, fragt sich Konstantinos, dass es dann nur noch darum geht, wer als erstes kommentiert, dass es aber kaum mehr darum geht zu pr&uuml;fen und zu recherchieren, was der Hintergrund der Aussage war. Niemals w&uuml;rde er deswegen das Wort &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; benutzen, &bdquo;es sind auch keine L&uuml;gen&ldquo;, sagt er, &bdquo;es wird nur nicht zu Ende erz&auml;hlt&ldquo;. Ihm f&auml;llt auf, dass ausl&auml;ndische Medien in der Vergangenheit deutlich dezenter, differenzierter und auch besser recherchiert &uuml;ber die Lage in Griechenland berichteten, als es die deutschen Berichterstatter taten.<br>\nMehr erkl&auml;ren, das w&uuml;nscht er sich. Und mehr faire Vergleiche: Was haben die USA in der Krise gemacht? &ndash; &bdquo;Sie haben investiert&ldquo;, stellt Konstantinos fest und das m&uuml;sste in Griechenland eigentlich auch geschehen, stattdessen w&uuml;rde aber harte Sparpolitik verlangt. Und Griechenland bliebe mit seiner kaputten Wirtschaft ein Fass ohne Boden. &bdquo;Ich m&ouml;chte gar nicht sagen, dass Griechenland nichts falsch macht. Die haben richtig Bockmist gebaut die letzten Jahre&ldquo;, aber: &bdquo;das Thema ist so komplex und schwierig. Man schreibt aber nur: Griechenland dreht Privatisierung zur&uuml;ck. Und dann denkt man als normaler B&uuml;rger: Sag mal &ndash; wie doof sind eigentlich die Griechen?&ldquo; Konstantinos erkl&auml;rt hingegen, dass es eine gute Begr&uuml;ndung f&uuml;r diesen Schritt gibt: &bdquo;Die wollen das Tafelsilber nicht verschenken. Die verkaufen eben nicht ihre Infrastruktur, wenn es ihnen richtig dreckig geht, denn die sagen sich: Das ist mehr wert, als wir jetzt daf&uuml;r kriegen w&uuml;rden.&ldquo; Klingt logisch &ndash; aber wo kann man das lesen? Konstantinos kl&auml;rt in seinem Umfeld auf. Wenn er mit einem Freund essen geht und bei dem auf dem Display eine Meldung aufploppt, dass Griechenland nun ein Abkommen mit Russland habe, dann weist er darauf hin, dass auch Deutschland ein solches Abkommen mit Russland habe. Und schon klingt die Sache ganz anders.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/katrin\/wir-machen-den-job-der-journalisten\">der Freitag<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Vorratsdatenspeicherung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Juristen des Bundestags r&uuml;gen Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung<\/strong><br>\nDer Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung erf&uuml;llt die Vorgaben des Bundesverfassungsgericht nicht, kritisieren ausgerechnet die Juristen des Bundestages. Die Formulierungen seien zu vage und Berufsgeheimnistr&auml;ger w&uuml;rden nicht ausreichend gesch&uuml;tzt, beklagen sie in zwei Gutachten. Die gro&szlig;e Koalition will die Vorratsdatenspeicherung wieder einf&uuml;hren. Eine fr&uuml;here Regelung war vom Bundesverfassungsgericht gekippt worden.<br>\nDie Experten vom Wissenschaftlichen Dienst des Parlaments kommen in den Gutachten, die der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorliegen, zu dem Ergebnis, dass der Gesetzentwurf die verfassungs- und europarechtlichen Vorgaben in mehreren Punkten nicht erf&uuml;llt. Dabei geht es unter anderem um die Information der Betroffenen und um den Schutz von Anw&auml;lten und anderen&nbsp;Berufsgeheimnistr&auml;gern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/gutachten-juristen-des-bundestags-ruegen-gesetz-zur-vorratsdatenspeicherung-1.2515347\">Robert Ro&szlig;mann in der S&uuml;ddeutschen<\/a><\/li>\n<li><strong>Bundesregierung mit Vorratsdatenspeicherung auf Geisterfahrt<\/strong><br>\n&ldquo;Alle Datenschutzexperten und Juristen sind sich dar&uuml;ber einig, dass der Gesetzentwurf zur Wiedereinf&uuml;hrung der Vorratsdatenspeicherung eklatante M&auml;ngel hat. Nur die Bundesregierung und die sie tragenden Fraktionen wollen die M&auml;ngel des Gesetzes nicht sehen und bleiben auf Kollisionskurs mit dem demokratischen Rechtsstaat. Dabei gilt hier wie im Stra&szlig;enverkehr: Sp&auml;testens wenn einem nur noch vermeintliche Falschfahrer entgegenkommen, sollte man pr&uuml;fen, ob man selber auf der richtigen Seite f&auml;hrt&rdquo;, erkl&auml;rt Jan Korte, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, zur Beurteilung des Regierungsentwurfs zur Vorratsdatenspeicherung durch den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages. Korte weiter:<br>\n&ldquo;Von der Bundesdatenschutzbeauftragten &uuml;ber B&uuml;rgerrechtsorganisationen und die Internetwirtschaft bis hin zum Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages wird kritisiert, dass der Regierungsentwurf weder den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts noch denen des Europ&auml;ischen Gerichtshofes gerecht wird.<br>\nJustizminister Maas sollte mehr Respekt vor den h&ouml;chsten Gerichten der Bundesrepublik und der Europ&auml;ischen Union aufbringen. Statt wieder einmal h&ouml;chstrichterlich definieren zu lassen, wie weit Grundrechte beschnitten werden d&uuml;rfen, w&auml;re es die demokratisch richtige und konsequente Entscheidung, von der anlasslosen Speicherung der Kommunikationsverhaltens der Bev&ouml;lkerung abzusehen. Die n&auml;chsten Wochen werden zeigen, ob die SPD zu solch einer politischen Entscheidung f&uuml;r B&uuml;rgerrechte und Demokratie f&auml;hig ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksfraktion.de\/pressemitteilungen\/bundesregierung-vorratsdatenspeicherung-geisterfahrt\/\">Linksfraktion<\/a><\/li>\n<li><strong>Verfassungsgericht in Belgien: Vorratsdatenspeicherung ist illegal<\/strong><br>\nIn Belgien wurde heute die nationale Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung in einem Urteil des Verfassungsgerichtes f&uuml;r ung&uuml;ltig und illegal erkl&auml;rt. Belgien hatte 2013 die EU-Vorratsdatenspeicherungsspeicherungsrichtlinie, die im April 2014 f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;rt wurde, noch w&auml;hrend des EuGH-Verfahrens als einer der letzten EU-Staaten in nationales Recht umgesetzt. Das Urteil des belgischen Verfassungsgerichtes ist das Ergebnis zweier Klagen, einmal der franz&ouml;sischsprachigen und deutschsprachigen Rechtsanwaltschaften und zum anderen der B&uuml;rgerrechtsorganisationen NURPA,datapanik.org, the Liga voor Mensenrechten and theLeague of Human Rights.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2015\/verfassungsgericht-in-belgien-vorratsdatenspeicherung-ist-illegal\/\">netzpolitik.org<\/a><\/li>\n<li><strong>Hacker haben unsere Daten geklaut<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/150612-Stuttmann.gif\" alt=\"Hacker haben unsere Daten geklaut\" title=\"Hacker haben unsere Daten geklaut\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.stuttmann-karikaturen.de\/karikatur_5633.html\">Stuttmann Karikaturen<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>DHL will 100 Arbeitspl&auml;tze am Standort Braunschweig streichen<\/strong><br>\nTrotz guter Auftragslage und schwarzer Zahlen sind bei der Posttochter DHL Home Delivery GmbH am Standort Braunschweig 100 Arbeitspl&auml;tze in Gefahr. Die Begr&uuml;ndung: Teilnahme an Warnstreiks im Rahmen der aktuellen Tarifauseinandersetzungen mit ver.di. Rund 220 Besch&auml;ftigte hatten daran teilgenommen, 100 sollen am 1. Januar 2016 weniger am Standort Braunschweig besch&auml;ftigt sein.<br>\nDer Betriebsrat der Posttochter DHL Home Delivery GmbH habe die Ank&uuml;ndigung von Niederlassungsleiter H&uuml;neke mit Entsetzen entgegengenommen, sagte der zust&auml;ndige ver.di-Sekret&auml;r Thomas Warner. &bdquo;Der Postvorstand scheint momentan fernab jeder Sozialpartnerschaft auf Wildwestkurs unterwegs zu sein&ldquo;, sagte er weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.verdi.de\/themen\/nachrichten\/++co++6dc94da8-0f6e-11e5-8281-5254008a33df\">ver.di<\/a>\n<p>dazu: <strong>Wenn Aktion&auml;re wichtiger sind als Mitarbeiter<\/strong><br>\nDer Post geht es gut, die Dividende f&uuml;r die Aktion&auml;re wurde erh&ouml;ht. Und in einer solchen Lage meint der Vorstand, zur Zustellung von Briefen und Paketen eine Billigfirma gr&uuml;nden zu m&uuml;ssen. [&hellip;]<br>\nWie viele andere AGs sch&uuml;ttet sie mittlerweile die H&auml;lfte ihres Gewinns aus. Erst vor zwei Wochen hat sie die Dividende auf 85 Cent erh&ouml;ht. Bei der Dividendenrendite &ndash; dem Verh&auml;ltnis von Dividende zu Aktienkurs &ndash; liegt sie im oberen Mittelfeld der 30 Dax-Konzerne. Und in einer solchen Lage meint sie, zur Zustellung von Briefen und Paketen eine Billigfirma gr&uuml;nden zu m&uuml;ssen!<br>\nSelbstverst&auml;ndlich ist das legal. Aber in wie vielen Firmen soll das denn noch zur Kultur werden: Erst werden die Bedingungen derjenigen verschlechtert, die mit ihrer H&auml;nde Arbeit jeden Gewinn erst erwirtschaften. Sodann steht dieser Gewinn zur Verteilung an diejenigen an, die vor allem ihr Geld arbeiten lassen. Und obendrauf gew&auml;hrt der Staat daf&uuml;r auch noch das Privileg einer Abgeltungsteuer, mit dem bescheidenen Satz von 25 Prozent. [&hellip;]<br>\nDie Post rechnet f&uuml;r dieses und n&auml;chstes Jahr allein f&uuml;rs Gesch&auml;ftsfeld Briefe und Pakete mit jeweils 1,3 Milliarden Euro Gewinn, mindestens.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/streiks-im-himmel-der-aktionaere-1.2514023\">Detlef Esslinger in der S&uuml;ddeutschen<\/a><\/p>\n<p>dazu auch: <strong>Fact Sheet zum Tarifkonflikt bei der Deutschen Post AG<\/strong><br>\nDer aktuelle Tarifkonflikt bei der Deutschen Post AG ist kein gew&ouml;hnlicher. Der DPAG geht es gut: 2014 erzielte sie einen hohen Gewinn von 2,07 Mrd &euro;, das operative Ergebnis stieg um 3,5% gegen&uuml;ber 2013. Die Dividende f&uuml;r die Aktion&auml;re wird daher auch um &uuml;ber 6% erh&ouml;ht. Doch bis zu 20.000 Besch&auml;ftigte will die DPAG aus dem Haustarif raushaben und lagert sie deshalb aus.<br>\nDabei haben die Besch&auml;ftigten f&uuml;r einen Vertrag zum Schutz vor Fremdvergaben bereits auf viel Geld verzichtet. Daher nutzte die DPAG einen Trick: Sie hat die Zahl der befristeten Besch&auml;ftigten kontinuierlich erh&ouml;ht. Nun wird ein Teil der zu den Konditionen des Haustarifvertrages der Deutschen Post AG befristet Besch&auml;ftigten vor die Wahl gestellt, die Arbeit zu verlieren oder die gleiche Arbeit zu schlechteren Bedingungen bei den neu gegr&uuml;ndeten Regionalgesellschaften (DHL Delivery GmbHs) fortzusetzen. In Hessen macht das beispielweise nach 15 Besch&auml;ftigungsjahren 30 Prozent weniger Gehalt aus.<br>\nDie DPAG hat dazu im Januar 2015, parallel zur bundesweit bestehenden Niederlassungsstruktur, 49 Regionalgesellschaften f&uuml;r die Paketzustellung gegr&uuml;ndet. Dort sind in einem ersten Schritt 5000 Zustellbezirke eingerichtet worden. 5500 Mitarbeiter arbeiten dort seit 1.4. zum Tarifvertrag der Logistikbranche. 80% hatten vorher einen befristeten Vertrag bei der DPAG.<br>\nVer.di wehrt sich gegen diesen offensichtlichen Versuch der DPAG, auf Kosten der Besch&auml;ftigten noch mehr Gewinn einzuheimsen. Ver.di fordert als Ausgleich eine Verk&uuml;rzung der w&ouml;chentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Friedenspflicht endete am 1. April. Ende Mai laufen zudem die Entgelttarifvertr&auml;ge aus. Die Lohnforderung von ver.di bel&auml;uft sich dabei auf 5,5%&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/linksfraktion.de\/nachrichten\/factsheet-poststreik\/\">Linksfraktion<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Warum Schulden weniger gef&auml;hrlich sind als gedacht<\/strong><br>\nSchulden sind ungef&auml;hrlicher als viele denken, argumentiert eine Forschergruppe in einer neuen Studie. Sie widersprechen damit den &Ouml;konomen Rogoff und Reinhart, die eine Staatsverschuldung von 90 Prozent und mehr sch&auml;dlich f&uuml;r das Wachstum halten. Die Forschergruppe argumentiert, diese These beruhe auf Einzelbeobachtungen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg &ndash; und sei langfristigen Untersuchungen zufolge nicht zu halten.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/neue-studie-warum-schulden-ungefaehrlicher-sind-als-gedacht-1.2516395\">S&uuml;ddeutsche<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bbaw.de\/publikationen\/stellungnahmen-empfehlungen\/bericht-staatsschulden\">Neue Studie &uuml;ber Staatsschulden [PDF]<\/a>\n<p>dazu auch: <strong>Gegen das deutsche Dogma<\/strong><br>\nSeit in der Euro- und Finanzkrise die staatlichen Schulden explodieren, beherrscht das Thema die Politik in Europa. Wie l&auml;sst sich der Anstieg der Verbindlichkeiten stoppen? Bei welcher H&ouml;he gehen L&auml;nder wie Griechenland endg&uuml;ltig unter? Eine Phalanx elf deutscher Wissenschaftler hat sich drei Jahre grunds&auml;tzlich mit Schulden besch&auml;ftigt, darunter die &Ouml;konomen Lars Feld und Gerhard Illing und der Soziologe Wolfgang Streeck. Sie kommen zu vielen Einsichten, die dem &uuml;blichen Konsens zum Thema widersprechen: &ldquo;Meinungen beruhen h&auml;ufig auf Dogmen, wirtschaftlichen Interessen und falschen Analogien&rdquo;, schreiben sie.<br>\nWenn der Staat Schulden mache, habe das zwar meist politische Gr&uuml;nde, aber anders als oft gedacht. Weder rissen Wahlen mit ihren Wahlgeschenken signifikante Finanzl&uuml;cken, noch neigten linke Regierungen mehr zum Schuldenmachen als rechte. Auch der Wohlfahrtsstaat sei anders als h&auml;ufig angenommen nicht verantwortlich, hei&szlig;t es auf den 90 Seiten der Studie: &ldquo;Sozialausgaben lassen sich auch anders finanzieren&rdquo;. Weitere Erkenntnisse: Hat ein Land einen starken Finanzminister oder Kanzler, d&auml;mpfen diese unsolides Wirtschaften. Einer Koalition mit vielen Parteien dagegen f&auml;llt es schwer, Schulden zu reduzieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/zahlungsfaehigkeit-gegen-das-deutsche-dogma-1.2516170\">S&uuml;ddeutsche<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Deutschland lebt unter seinen Verh&auml;ltnissen: L&ouml;hne rauf, Export&uuml;berschuss abbauen<\/strong><br>\nDie deutsche Wirtschaft verkaufte 2014 Waren und Dienstleistungen im Wert von 190 Milliarden Euro mehr ans Ausland, als sie aus dem Ausland bezog. Das ist der vielgefeierte Export&uuml;berschuss, der manche mit gro&szlig;em Stolz erf&uuml;llt.<br>\nWas bedeutet das aber real? Sitzt Deutschland nun auf einem gro&szlig;en Geldsack? Nein. Das bedeutet nur, dass sich das Ausland bei Deutschland weiter verschuldet hat. 2014 lieh Deutschland dem Ausland weitere 190 Milliarden Euro, um deutsche Waren zu kaufen. Der Geldsack besteht aus nichts anderem als aus Forderungen an das Ausland.<br>\nNimmt man den Leistungsbilanz&uuml;berschuss, in dem zus&auml;tzlich Einkommens- und Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen ber&uuml;cksichtigt werden, hinzu, dann betrug der &Uuml;berschuss im letzten Jahr sogar 220 Milliarden Euro. Selbst das Riesenreich China kam nur auf 115 Milliarden Euro. Auch das ist f&uuml;r einige vermeintlich ein gro&szlig;er Erfolg, aber das hat nur die Verschuldung des Auslandes gegen&uuml;ber Deutschland erh&ouml;ht.<br>\nSeit dem Jahr 2000 haben sich die deutschen Export&uuml;bersch&uuml;sse auf mittlerweile 1,8 Billionen Euro summiert, weil es seit 2000 kein einziges Jahr mit einem Defizit gegeben hat. Am Ende dieses Jahres werden es 2 Billionen Euro sein. Das sind 2 000 Milliarden Euro, die Deutschland ans Ausland verliehen hat, um seinen Export zu finanzieren. Ursache f&uuml;r diese ungleiche Entwicklung ist die desastr&ouml;se Lohnentwicklung hier in Deutschland. Im Vergleich zum Jahr 2000 sind die Reall&ouml;hne heute kaum h&ouml;her als damals. Das ist in allen anderen L&auml;ndern anders. Dort hat es zumindest halbwegs anst&auml;ndige Lohnerh&ouml;hungen gegeben.<br>\nDie Binnennachfrage hier in Deutschland wurde in diesen 15 Jahren stranguliert. Damit wuchsen die Importe viel schw&auml;cher als die Exporte, die durch das Lohndumping vor allen Dingen in den Jahren 2000 bis 2010 auch noch zus&auml;tzlich gest&auml;rkt worden sind. Deshalb gibt es diese Auseinanderentwicklung.<br>\nWie nachhaltig ist das Ganze?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.michael-schlecht-mdb.de\/5626.html\">Michael Schlecht (MdB, Die Linke)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Arbeitsvolumen wieder leicht gestiegen<\/strong><br>\nErwerbst&auml;tige haben im ersten Quartal 2015 insgesamt rund 14,9 Milliarden Stunden gearbeitet, berichtet das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das bedeutet eine leichte Zunahme um 0,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahresquartal. Im Vergleich zum vierten Quartal 2014 ist das Arbeitsvolumen saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gestiegen.<br>\nIm Vergleich zum Vorjahresquartal stieg die Zahl der Erwerbst&auml;tigen um 0,7 Prozent auf gut 42,4 Millionen. &bdquo;Der Anstieg des Arbeitsvolumens im Lauf des letzten Jahres ist auf die Zunahme der Zahl der Erwerbst&auml;tigen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren&ldquo;, betont Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs &bdquo;Prognosen und Strukturanalysen&rdquo;. Die Arbeitszeit pro Kopf ist im ersten Quartal 2015 gegen&uuml;ber dem Vorjahresquartal um 0,2 Prozent auf 351,7 Stunden gesunken. Das liege unter anderem an der Grippewelle. Au&szlig;erdem sei mit Einf&uuml;hrung des Mindestlohns Anfang des Jahres die Arbeitszeit bei den Minijobs teilweise reduziert worden.<br>\nIm Vergleich zum vierten Quartal 2014&nbsp; stagnierte die Zahl der Erwerbst&auml;tigen saison- und kalenderbereinigt. Dies sei auf die gesunkene Zahl der Minijobber seit Einf&uuml;hrung des Mindestlohns zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. &bdquo;Insgesamt geht der Aufw&auml;rtstrend bei der Besch&auml;ftigung aber weiter&ldquo;, so IAB-&Ouml;konom Weber.<br>\nDie tarifliche oder betriebs&uuml;bliche Wochenarbeitszeit bei Voll- und Teilzeitbesch&auml;ftigten lag bei rund 30 Stunden. Vollzeitbesch&auml;ftigte arbeiteten im Durchschnitt 38 Stunden, Teilzeitbesch&auml;ftigte 16 Stunden. Auf jeden Besch&auml;ftigten kamen im ersten Quartal 2015 im Durchschnitt 4,8 bezahlte und 7,3 unbezahlte &Uuml;berstunden. Die Besch&auml;ftigten haben ihr Guthaben auf den Arbeitszeitkonten im ersten Quartal 2015 um 0,6 Stunden abgebaut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.iab.de\/de\/informationsservice\/presse\/presseinformationen\/az1501.aspx\">IAB<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wieder einmal eine der typischen Jubelmeldungen des wissenschaftlichen Schreibtisches der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit. Das Arbeitsvolumen stagniert seit Jahren und lag 1992 (mit 51.288 Millionen Stunden) h&ouml;her als 2014 (mit 49.136 Millionen Stunden). (<a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/arbeitsmarktdaten\/AZ_Komponenten.xlsx\">Siehe die lange Zeitreihe<\/a>)  Wenn also mehr Erwerbst&auml;tige gez&auml;hlt werden, so hei&szlig;t das nur, dass die Arbeit auf mehr K&ouml;pfe verteilt, d.h. die Arbeitszeit pro Kopf gesunken ist. Auch das h&ouml;rt sich auf den ersten Blick positiv an, doch faktisch bedeutet das, dass immer weniger Arbeitnehmer vollzeitbesch&auml;ftigt sind und in Teilzeit abgedr&auml;ngt werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Schlechter Witz der Bundesregierung<\/strong><br>\nDie Regierung will selbst bestimmen, wer die parlamentarischen Kontrollrechte in Sachen BND und NSA wahrnimmt. Das ist so, als w&uuml;rde Sepp Blatter bestimmen, wer gegen ihn und die Fifa ermittelt. Es gibt Grundregeln des Parlamentarismus. Die Bundesregierung ist gerade dabei, sie au&szlig;er Kraft zu setzen: Die Regierung will selbst bestimmen, wer die parlamentarischen Kontrollrechte wahrnimmt. Sie will den &ldquo;Ermittlungsbeauftragten&rdquo; bestimmen, der f&uuml;r das Parlament die Selektorenliste des BND einsieht und dem Parlament beziehungsweise seinen Aussch&uuml;ssen dann dar&uuml;ber berichtet. Das ist, mit Verlaub, ein Witz.<br>\nZum kleinen Einmaleins des Parlamentarismus geh&ouml;rt etwa, dass der Bundestagspr&auml;sident und die Vizepr&auml;sidenten vom Parlament gew&auml;hlt werden; die Vorsitzenden der Aussch&uuml;sse des Bundestags selbstredend auch. Von wem denn sonst? Was w&auml;re nun, wenn die Bundesregierung, also die Exekutive, auf einmal den Anspruch erheben w&uuml;rde, dass sie diese Spitzen- und Vertrauenspositionen der Legislative besetzt, dass sie die Leute daf&uuml;r nach ihrem Gutd&uuml;nken aussucht und wom&ouml;glich gar Personen in diese &Auml;mter beruft, die nicht einmal Mitglied des Parlaments sind?<br>\nMan w&uuml;rde die Bundesregierung f&uuml;r verr&uuml;ckt erkl&auml;ren &ndash; und die gro&szlig;en Fraktionen des Bundestags auch, wenn sie bei diesem Vorhaben ihrer Regierung mitmachten. Es w&auml;re dies ein Anschlag auf die Gewaltenteilung; das ganze Land w&uuml;rde nach Karlsruhe schauen und darauf warten, dass das Verfassungsgericht die parlamentarische Demokratie wieder ins Recht setzt. [&hellip;]<br>\nKurz gesagt: Die Regeln parlamentarischer Kontrolle des Regierungshandelns k&ouml;nnen nicht einfach mal so von der Regierung au&szlig;er Kraft gesetzt werden &ndash; auch dann nicht, wenn die NSA und US-Interessen ber&uuml;hrt sind. Die Freundschaft mit den USA ist ein hoher Wert, aber sie ist nicht mehr wert als die Verfassung. Und sie legitimiert nicht deren Missachtung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/nsa-und-bnd-ein-schlechter-witz-der-bundesregierung-1.2512442\">Heribert Prantl in der S&uuml;ddeutschen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bundestag bekommt Hackerangriff nicht unter Kontrolle<\/strong><br>\nDer Cyberangriff auf den Bundestag ist verheerender als bislang gedacht: Einen Monat sp&auml;ter befindet sich noch Schadsoftware auf den Rechnern. Die Hacker k&ouml;nnen also immer noch Daten stehlen. Das IT-Netzwerk muss wohl ausgetauscht werden. [&hellip;]<br>\nRecherchen von S&uuml;ddeutscher Zeitung, WDR und NDR haben nun ergeben, dass dieses Problem weit gr&ouml;&szlig;ere Ausma&szlig;e hat als bisher bekannt war. Die schlimmste Erkenntnis: Das Computernetz des Bundestages ist nicht mehr zu retten. Das geht aus einem als &ldquo;geheim&rdquo; eingestuften Bericht hervor, in dem vorgeschlagen wird, das Netzwerk des Bundestages neu aufzubauen. Ein unheimlich teurer und aufwendiger Schritt. Was also ist&nbsp;passiert?<br>\nDen Cyber-Angreifern ist es offenbar gelungen, Schadsoftware zu installieren und &uuml;ber mehrere Monate hinweg unbemerkt immer tiefer in die Bundestagssysteme einzudringen. Schlie&szlig;lich &uuml;bernahmen die Hacker den sogenannten Verzeichnisdienst des Bundestages, einen Knotenpunkt, an dem alle etwa 20 000 Parlaments-Computer in einem Netzwerk zusammengefasst sind. Die Angreifer k&ouml;nnen somit schalten und walten wie sie m&ouml;chten, und zwar: bis heute. Denn das ist die zweite unheilvolle Botschaft: Der Angriff ist noch immer nicht unter&nbsp;Kontrolle.<br>\n&Uuml;ber die Hacker und ihre Motive ist noch so gut wie nichts bekannt. Verfassungsschutz und das Cyberabwehrzentrum beim Bundesamt f&uuml;r Sicherheit in der Informationstechnik tippen ob der Profi-Attacke auf einen ausl&auml;ndischen Geheimdienst. Aber was genau wollten sie absch&ouml;pfen?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/berlin-bundestag-bekommt-hackerangriff-nicht-unter-kontrolle-1.2515345\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers U.D.:<\/strong> Der Hackerangriff ist ein Hinweis auf m&ouml;gliche Folgen eines Angriffs auf Systeme der Daseinsversorung der Bev&ouml;lkerung und hier ist mit Sicherheit nicht die IT-Kompetenz der Bundestagsverwaltung vorhanden. Wenn Spiegel Online berichte: &ldquo;(Es) flie&szlig;en noch immer Daten in unbekannte Richtung ab. Demnach werde auch &uuml;berlegt, Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und des BSI in die Ermittlungen einzuschalten. Dagegen h&auml;tten allerdings mehrere Parlamentarier Bedenken ge&auml;u&szlig;ert&rdquo;, ist dieses nach den Erfahrungen der letzten Zeit mit unseren Geheimdiensten und dem Bundeskanzleramt verst&auml;ndlich. Wer ruft schon Bankr&auml;uber zur Aufkl&auml;rung eines Bankraubes um Hilfe? Au&szlig;erdem ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass Frau Merkel die Urheber der Attacke fragen muss, ob sie mit der Ver&ouml;ffentlichung der Untersuchungsergebnisse &ldquo;einverstanden&rdquo; seien. Vielleicht sollte zur Aufkl&auml;rung der CCC eingeschaltet werden?<\/em><\/p>\n<p>dazu: <strong>Krisen ausl&ouml;sen &ndash; vom Wohnzimmer aus?<\/strong><br>\nDie IT-Struktur des Bundestags, die Personalverwaltung der US-Regierung, der franz&ouml;sischen Sender TV5Monde &ndash; Hackerangriffe werden mehr, oder es wird zumindest mehr &uuml;ber sie berichtet. Die Dunkelziffer ist vermutlich weiterhin hoch, denn: &ldquo;Keiner hat ein Interesse, die Angriffe &ouml;ffentlich zu machen. Durch das Verschweigen wiederum passieren neue Angriffe, weil Sicherheitsl&uuml;cken nicht geschlossen werden&rdquo;, sagt Markus Beckedahl, Gr&uuml;nder von &ldquo;netzpolitik.org&rdquo;, im Gespr&auml;ch mit tagesschau.de.[&hellip;]<br>\nBeckedahl geht davon aus, dass die Angreifer Spuren legen, die auf eine falsche F&auml;hrte locken. Ein Hacker k&ouml;nne beispielsweise in den USA sitzen, die russische Infrastruktur hacken und Frankreich angreifen, sagt er. [&hellip;]<br>\nBei der Attacke auf den franz&ouml;sischen Sender TV5Monde im April wurden Informationen auf eine Internetseite gestellt, die als Teil eines &ldquo;Cyberkalifates&rdquo; bezeichnet wurde &ndash; eine Anspielung auf die Terrormiliz &ldquo;Islamischer Staat&rdquo;. Mittlerweile verfolgen die Ermittler eine andere Spur: russische Hacker. In Berlin verdichten sich die Hinweise, dass die Attacke auf die IT des Bundestags ebenfalls aus Russland kommen k&ouml;nnte.<br>\nRussland sei hier ein &ldquo;S&uuml;ndenbock, der gut ins Schema&rdquo; passe, sagt Beckedahl.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/cyberangriffe-101.html\">Tagesschau<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Merkel stellt sich gegen Datenschutz und Netzneutralit&auml;t<\/strong><br>\nDeutschland d&uuml;rfe sich nicht vor Big Data und freiz&uuml;gigen Datenschutzbestimmungen f&uuml;rchten, sondern m&uuml;sse Daten als Rohstoff der Zukunft sehen, um im globalen Wettbewerb nicht abgeh&auml;ngt zu werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Wirtschaftstag 2015. &bdquo;Wenn wir das akzeptieren, dann d&uuml;rfen wir eben nicht als erstes nur &uuml;ber den Schutz nachdenken, sondern wir m&uuml;ssen auch &uuml;berlegen, welche Chancen bestehen darin&ldquo;, zeigte sie sich &uuml;ber die Wettbewerbsf&auml;higkeit deutscher und europ&auml;ischer Unternehmen auf dem Weltmarkt besorgt, und weniger &uuml;ber Datenschutz und die informationelle Selbstbestimmung einzelner B&uuml;rger.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2015\/merkel-stellt-sich-gegen-datenschutz-und-netzneutralitaet\/\">netzpolitik.org<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung AT:<\/strong> An die Chancen und Wertsch&ouml;pfungsm&ouml;glichkeiten haben sicherlich auch die Hacker gedacht, die an den Informationen aus dem EDV-System des Bundestags interessiert sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Bargeld verbieten? Wie &Ouml;konomen sich die Welt zurechtbiegen<\/strong><br>\nBei den Argumenten f&uuml;r eine Abschaffung des Bargeldes begeben sich die &Ouml;konomen zun&auml;chst auf ein Terrain, von dem sie im Zweifel wenig verstehen. Man k&ouml;nne dann Schwarzarbeit und Geldw&auml;sche besser in den Griff bekommen, h&ouml;rt man als Argument. Bei Schwarzarbeit ist das nicht so einfach, weil man auch ohne Bargeld einen Handwerker steuerfrei entlohnen kann: Man &bdquo;steckt&ldquo; ihm ein paar gute Flaschen Wein zu, einen Zentner Kartoffeln, &bdquo;begleitet&ldquo; ihn zum Einkaufen in den Supermarkt, tankt ihm sein Auto voll oder &bdquo;schenkt&ldquo; ihm zum Geburtstag ein Ticket nach Mallorca. Das alles macht die Schwarzarbeit blo&szlig; ineffizienter, verhindert sie aber nicht wirklich. Was die Geldw&auml;sche angeht, werden sich findige Menschen &auml;hnliche Auswege &uuml;berlegen, man denke nur an Betrug im Internet oder die Hackerangriffe auf die Daten aller m&ouml;glichen Institutionen und die daraus erwachsenden Manipulationsm&ouml;glichkeiten. Diesen Bereich kann und will ich aber gar nicht beurteilen.<br>\nMich interessiert der Bereich, wo die &Ouml;konomen versuchen, auf ihrem eigenen Feld Argumente f&uuml;r ein Bargeldverbot zusammen zu klauben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck-economics.de\/bargeld-verbieten-wie-oekonomen-sich-die-welt-zurechtbiegen\/\">flassbeck-economics<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Rede von Regisseur Volker L&ouml;sch bei der Demonstration gegen Stuttgart 21<\/strong><br>\nRede von Regisseur Volker L&ouml;sch bei der Demonstration gegen Stuttgart 21 am 6. Juni 2015. Anlass war auch der Evangelische Kirchentag. Volker L&ouml;sch hat sich schon als Theatermann von Stuttgart sachkundig und engagiert mit dem Gro&szlig;projekt Stuttgart 21 auseinandergesetzt. Jetzt hat er dort erneut eine Rede gehalten. Hier ist sie. \n<blockquote><p>Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,<br>\nliebe G&auml;ste des Kirchentages !<\/p>\n<p>Seit 5 Jahren und in w&ouml;chentlicher Neuauflage gibt es diese B&uuml;hne, diese &Ouml;ffentlichkeit in Stuttgart am Bahnhof oder auf dem Marktplatz, gegr&uuml;ndet im Kampf gegen das d&uuml;mmste, asozialste und dreisteste deutsche Gro&szlig;projekt der Nachkriegszeit.<\/p>\n<p>Keine Ausnahme<\/p>\n<p>Bei &ldquo;Stuttgart21&rdquo; handelt es sich aber um keine Ausnahme. Wenn derlei Gro&szlig;projekte gebaut, wenn unsere St&auml;dte gentrifiziert, wenn immer mehr Lebensbereiche dem Geldwert untergeordnet werden, dann wird klar, dass wir uns in einem System eingerichtet haben, welches nicht mehr funktioniert, und dieses System hei&szlig;t Kapitalismus.<br>\nDer Stuttgarter Variante dieses Systems haben wir vor 2 Jahren einen Namen gegeben: &ldquo;Prinzip Stuttgart21&rdquo;. Damit ist gemeint, dass alles Handeln dem finanzorientierten Kapitalismus untergeordnet wird : es kann eine Flut von nachvollziehbaren Gr&uuml;nden gegen diesen Bahnhofsneubau sprechen, der Milliarden an Steuergeldern verschlingen soll : der deutlich leistungsschw&auml;chere, also schlechtere Bahnhof soll dennoch gebaut werden.<\/p>\n<p>Nebenbei wird auch noch eine beispiellose Stadtzerst&ouml;rung betrieben &ndash; da k&ouml;nnen noch so viele B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger noch so kompetent protestieren, dieses unsinnige Gro&szlig;projekt wird auf ihrem R&uuml;cken und explizit gegen sie betrieben &ndash; koste es was es wolle.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/150612_Rede_Volker_Loesch_Stuttgart.pdf\">Weiter geht es hier [PDF] ..<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung AM:<\/strong> Lekt&uuml;re empfehlenswert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Zivil-milit&auml;rische Zusammenarbeit auf dem Mittelmeer<\/strong><br>\nDie Europ&auml;ische Union will der verst&auml;rkten Migration in ihre Mitgliedstaaten mit einem ganzen Arsenal kriminalpolizeilicher Ma&szlig;nahmen entgegentreten. Die EU-Kommission hat deshalb einen &ldquo;EU-Aktionsplan gegen die Schleusung von Migranten&rdquo; ver&ouml;ffentlicht. Zur Begr&uuml;ndung hei&szlig;t es, &ldquo;skrupellos vorgehende kriminelle Netze&rdquo; w&uuml;rden Migranten in seeunt&uuml;chtige Boote oder Lastkraftwagen &ldquo;quetschen&rdquo;. Das mag zwar im Einzelfall stimmen. Trotzdem verbirgt sich hinter dem Diskurs &uuml;ber &ldquo;Schlepper&rdquo; und &ldquo;Schleuser&rdquo; eine Rhetorik gegen jede Art von Fluchthilfe, die letztlich den Einsatz polizeilicher, geheimdienstlicher und milit&auml;rischer Mittel rechtfertigen will.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45169\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Schwierige Regierungsbildungen in Spanien<\/strong><br>\nHeute wird, fast drei Monate nach den vorgezogenen Neuwahlen, die bev&ouml;lkerungsreichste spanische Region am Nachmittag eine neue Regierung erhalten. So etwas ist neu in Spanien, wo die beiden gro&szlig;en Parteien meist regieren konnten, aber das Zweiparteiensystem wurde nun definitiv beendet. Erst nach langen Verhandlungen und mit Hilfe der neuen Partei &ldquo;Ciudadanos&rdquo; (B&uuml;rger) wird die sozialdemokratische Regionalf&uuml;rstin Susana D&iacute;az nun erneut Pr&auml;sidentin der gro&szlig;en s&uuml;dspanischen Region, sonst h&auml;tte sie demn&auml;chst erneut Neuwahlen ansetzen m&uuml;ssen.<br>\nStatt auf die Vereinte Linke (IU) st&uuml;tzen sich die Sozialisten (PSOE) nun auf die neoliberale Rechte, die versucht, sich als Partei der Mitte darzustellen. Und das ist von der PSOE eigentlich nur konsequent. Sie hat an der spanischen Regierung bis 2011 mit der Austerit&auml;ts- und Bankenrettungspolitik begonnen. Die versch&auml;rfte Gangart der rechten Volkspartei (PP) unter der Troika-Aufsicht wurde lange Zeit ebenfalls gest&uuml;tzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Schwierige-Regierungsbildungen-in-Spanien-2687609.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.L.:<\/strong> Guter zusammenfassender &Uuml;berblick &uuml;ber die aktuelle innerpolitische Parteienlandschaft Spaniens im Superwahljahr 2015.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Verschw&ouml;rungstheorien eines Journalisten<\/strong><br>\nWenn Walter van Rossum zu Gespr&auml;chsrunden oder Diskussionen eingeladen wird, dann versammelt sich eine illustre Runde: Menschen, die jedes Vertrauen in Medien verloren haben, solche, die als Ursache aller schlechten Entwicklungen auf der Welt die Einfl&uuml;sse der USA ausmachen und jene, die begonnen haben, ihre Welt mit Verschw&ouml;rungstheorien aller Art zu erkl&auml;ren. Walter van Rossum liefert ihnen dazu das notwendige R&uuml;stzeug.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/zapp\/Verschwoerungstheorien-eines-Journalisten,medienkritik126.html\">NDR<\/a>\n<p><em><strong>Dazu ein Kommentar von Walter von Rossum:<\/strong> Danke, Thomas Berbner, danke, besser h&auml;tte unsereiner das gar nicht ausdr&uuml;cken k&ouml;nnen. Und der olle Verschw&ouml;rungstheoretiker in mir fragt sich gleich: Wieviel hat Russia Today dem Typen f&uuml;r die fast schon geniale Selbstzerlegung, f&uuml;r diese Karikatur einer medienkritischen Reflexion bezahlt? Als ich davon sprach, dass Journalisten sich morgens nur fragen, was Sie schreiben sollen, h&auml;tten Sie da nicht einfach an sich selbst denken m&uuml;ssen. Oder hat Stefan Hebel, der neben mir sa&szlig;, Recht, als er korrigierte: Die meisten Journalisten denken gar nicht. Zu Ihrer Selbstbeschreibung als ungebremst eigensinniger Kopf f&auml;llt mir nur das sch&ouml;ne Zitat von Egon Erwin Kisch ein: &ldquo;Wenn Kollegen sich br&uuml;sten, sie seien nie in ihrem Schreiben beschr&auml;nkt worden, nie w&uuml;rde ihnen ein Gedanke gestrichen, so ist das nur ein Beweis daf&uuml;r, dass sie sich von selbst innerhalb der Zensurgrenzen bewegen, ihre Denkweise nirgends &uuml;ber die H&uuml;rden der vorgeschriebenen Ideologie hinausstrebt.&rdquo; Ich glaube, man darf Sie als vollendetes Exemplar eines solchen Kollegen betrachten.<br>\nDoch was mich wirklich mal interessieren w&uuml;rde: was denken Sie sich eigentlich dabei, wenn sie zwei Drittel Ihres Publikums, das &ndash; laut einer Umfrage von ZAPP &ndash; Journalisten wie Ihnen nicht mehr traut, einfach als durchgeknallte Verschw&ouml;rungstheoretiker darstellen? F&auml;llt Ihnen denn gar nix anders mehr ein?<br>\n&bdquo;Nachfragen gestalten sich schwierig&ldquo;, schreiben sie oben. Sie m&uuml;ssen es ja wissen. Jedenfalls habe ich Sie sehr freundlich an meinem geschlossenen Weltbild teilhaben lassen: &Uuml;ber anderthalb Stunden habe ich auf dem Podium gesessen, &uuml;ber eine Stunde lang Ihre wirren Fragen zu beantworten versucht. Ich habe Ihnen etwa ein Dutzend Beispiele genannt, die einigerma&szlig;en genau den medialen Unsinn belegen, den eine Mehrheit der Zuschauer beklagt. Ich habe Sie auf den Kollegen Scholl-Latour hingewiesen, der in seinen letzten Ver&ouml;ffentlichungen einen Gro&szlig;teil seiner Kollegen offen propagandistischer Umtriebe bezichtigt. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich Ihnen sogar eine Wette angeboten: Wenn Sie mir drei Beispiele aus zehn Jahren daf&uuml;r bringen, dass die Tagesschau den milit&auml;rischen &Uuml;berfall der Vereinigten Staaten auf den Irak als ein v&ouml;lkerrechtliches Schwerverbrechen bezeichnet, in diesem &auml;u&szlig;erst unwahrscheinlichen Fall w&uuml;rde ich Ihnen 10.000 Euro bezahlen. Mensch Berbner, ich hab&lsquo;s doch blo&szlig; gut mit Ihnen gemeint, habe stets so getan, als k&ouml;nnte man mit Ihnen vern&uuml;nftig reden  &ndash; und was tun Sie? Sie zitieren eine ausdr&uuml;cklich Spekulation genannte Spekulation als Beweis f&uuml;r meine bl&uuml;hende Phantasie. Mon Dieu! Und wenn sie wissen wollen, warum immer mehr Menschen Journalismus Ihrer Bauart nicht mehr ertragen, dann schauen Sie einfach mal wieder einen Ihrer Beitr&auml;ge an: Diese Mischung aus Verschlagenheit und leidenschaftlichem Konformismus beherrschen Sie wirklich.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Die NachDenkSeiten waren Mitveranstalter dieses Streitgespr&auml;chs zum Thema &bdquo;L&uuml;genpresse&ldquo; zwischen Stephan Hebel und Walter van Rossum. Die Redaktion von ZAPP und der Journalist Thomas Berbner hatten jedoch, wenn man diesen Bericht sieht, gar kein Interesse an einer sachlichen Berichterstattung, es ging offenbar nur darum  Walter van Rossum (einen Kollegen!!!) in die Pfanne zu hauen. Ein sichtlich erm&uuml;deter und vermutlich genervter Walter van Rossum hat sich unvorsichtigerweise in die Falle locken lassen. Was ZAPP da liefert, kann man beim besten Willen nicht mehr als kritische Berichterstattung bezeichnen, sondern als heimt&uuml;ckische und selbstgerechte Niedermache von Kritikern. Ein typisches Beispiel daf&uuml;r, wie die Medien und hier speziell auch die &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf Kritik reagieren: Sie desavouieren ihre Kritiker und immunisieren sich damit gegen berechtigte Kritik.<br>\nKai Gniffke dem &bdquo;Ersten Chefredakteur&ldquo; von ARD-aktuell, der ja sich immer so penetrant gegen die Einseitigkeit der Berichterstattung wehrt, wird es gefallen. Thomas Berbner wird eine Sprosse auf der Karriereleiter in der ARD aufgestiegen sein. Solche Anbiederei ist nur noch peinlich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Edzard Reuter:&laquo;Es muss viel mehr gestritten werden&raquo; <\/strong><br>\nEs schade der Wirtschaft, wenn sie ihre Ziele darauf &shy;reduziere, nur die Aktion&auml;rInnen zu bedienen, sagt der ehemalige Daimler-Benz-Vorstandsvorsitzende Edzard Reuter. Er h&auml;lt viele Tendenzen in der &Ouml;konomie f&uuml;r &laquo;verbrecherisch&raquo;, &laquo;primitiv&raquo; und &laquo;wahnwitzig&raquo;. Und fordert mehr Mut. [&hellip;]<br>\nEs gibt in Deutschland zahllose Stammtische, diese schwer fassbare informelle Kommunikation in den Vereinen, den Familien. Da spielt Fremdenfeindlichkeit bis hin zu Antisemitismus eine Rolle. Und da werden immer mehr Fragezeichen gesetzt: Ist Deutschland wirklich so sicher und stabil, wie dies nach aussen erscheint? Es gibt Wissenschaftler, die weisen auf &Auml;ngste der Mittelschichten hin. Auch bei uns ist inzwischen der &uuml;bergrosse Teil des Volksverm&ouml;gens in der Hand von ganz wenigen. Mittelschichten und Mittelst&auml;ndler &auml;ngstigen sich angesichts der zunehmenden sozialen Polarisierung und f&uuml;rchten, dass sie nach unten abrutschen&hellip;<br>\nIch will jetzt nicht idealisieren, aber zu Zeiten von Willy Brandt war das anders, vollkommen anders. Brandt hat damals, Ende der sechziger Jahre, der herrschenden Politik eine grundlegend andere entgegengesetzt. Sowohl aussenpolitisch mit der Ostpolitik als auch innenpolitisch mit den Themen Umweltschutz, Demokratisierung und St&auml;rkung der Rechte f&uuml;r Arbeitnehmer. Und Brandt gab der grossen Mehrheit der Bev&ouml;lkerung das Gef&uuml;hl: Der arbeitet auf der Grundlage von &Uuml;berzeugungen, der hat Ziele und Ideale. Eine ganz andere Frage ist, ob ich dem als B&uuml;rger im Einzelnen zustimme. Aber damals gab einer was vor, an dem wir uns abarbeiten konnten. K&ouml;nnen Sie sich an Frau Merkel irgendwo abarbeiten? Sie hat einen exzellenten Ruf, weltweit, sie ist erfolgreich und so weiter, aber sie ist doch mehr eine meisterhafte politische B&uuml;rokratin als eine politische Gestalterin. Und auf die Dauer ist das nicht gut f&uuml;r eine Demokratie. Denn sie bleibt nur lebendig, wenn &uuml;ber Alternativen gestritten werden kann. Unter Merkel und der Grossen Koalition ist die deutsche Demokratie blutarm geworden. Dass sich der Koalitionspartner SPD dem heldenhaft entgegenstemmt, kann ich so recht auch nicht erkennen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/1524\/weiter-denken-anders-handeln-10\/es-muss-viel-mehr-gestritten-werden\">WOZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: &bdquo;Finden Sie das mal raus!&ldquo; &ndash; Erwin Pelzig zu 50 Jahre MONITOR<\/strong><br>\nErwin Pelzig alias Frank-Markus Barwasser hat uns zum 50j&auml;hrigen Jubil&auml;um die Leviten gelesen und vor gro&szlig;e Aufgaben gestellt. Hoch politisch, aber sehr lustig. Was Pelzig gerne von MONITOR herausfinden lassen w&uuml;rde, sehen Sie hier.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www1.wdr.de\/daserste\/monitor\/ueberuns\/pelzig-100.html\">Monitor<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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