{"id":2640,"date":"2007-09-14T14:12:06","date_gmt":"2007-09-14T12:12:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2640"},"modified":"2015-12-22T14:39:07","modified_gmt":"2015-12-22T13:39:07","slug":"perfekte-demagogie-von-fachlich-perfekten-stuempern-anmerkungen-zu-einem-propagandafilm-des-bundesministers-der-finanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2640","title":{"rendered":"Perfekte Demagogie von fachlich perfekten St\u00fcmpern &#8211; Anmerkungen zu einem Propagandafilm des Bundesministers der Finanzen"},"content":{"rendered":"<p>Sehen Sie sich zun&auml;chst diesen Film an: <a href=\"http:\/\/www.hamster-der-film.de\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.hamster-der-film.de\">Hamster der Film<\/a> Das ist perfekt gemacht von einer der gro&szlig;en politischen Propaganda-Agenturen, von fischerAppelt Kommunikation. Von gesamtwirtschaftlichen Zusammenh&auml;ngen hat diese Agentur offensichtlich genauso wenig wie der Bundesminister der Finanzen die notwendige Ahnung. Die Macher glauben, man k&ouml;nne Schulden abbauen (was wir auch wollen), wenn man spart. Das alleine reicht aber nicht. Dazu kommen muss eine gute konjunkturelle Entwicklung. Wenn man diese mit Spar-Aktionen st&ouml;rt, dann hat man am Ende weniger gespart als beabsichtigt. In diese Falle drohen die perfekten Demagogen wieder zu laufen, obwohl sie aus ihren eigenen Grafiken eigentlich schlau werden m&uuml;ssten.<br>\n<!--more--><br>\nWenn Sie nach Abspielen des Hamster-Films auf das Bild &bdquo;Schuldenfalle&ldquo; oder direkt auf diesen <a href=\"http:\/\/www.hamster-der-film.de\/schuldenfalle\/index.php\">Link<\/a> klicken, dann erscheint eine Grafik, die den Propagandisten des BMF eigentlich die Augen h&auml;tte &ouml;ffnen m&uuml;ssen: Die Pro-Kopf-Verschuldung stieg n&auml;mlich allein zwischen 2000 und 2006 von 14.579 auf 17.987 &euro; an. Das war die Zeit intensiver Sparversuche von Hans Eichel. Zuvor, n&auml;mlich zwischen 1997 und 2000, hatte der Zuwachs der Gesamtverschuldung deutlich abgenommen, von 45,8 Mrd. Euro auf 11,5 Milliarden. Siehe Abbildung unten. Das war eindeutig die Folge einer besseren Konjunktur. Diese bessere Konjunktur wurde dann nach dem Jahr 2000 abgew&uuml;rgt mithilfe von Sparversuchen des &auml;hnlich denkenden Vorg&auml;ngers von Herrn Steinbr&uuml;ck.<\/p><p>Ich kann in diesem Kontext auf unseren <a href=\"?p=2129\">Tagebucheintrag vom 21.2.2007<\/a> und viele andere Eintr&auml;ge verweisen, die Sie unter dem Stichwort Staatsverschuldung bei uns mit der Suchfunktion finden. Im Tagebucheintrag vom 21.2.2007 steht:<\/p><blockquote><p>Angesichts der Schulden- und Spardebatte ist es gut, sich zu vergegenw&auml;rtigen, wie sich die staatliche Gesamtverschuldung in den letzten Jahren entwickelt hat. Die folgende Grafik zeigt zum Beispiel, dass in den neunziger Jahren der Schuldenzuwachs extrem hoch war. Sicher eine Folge der deutschen Vereinigung und der Art, wie sie gemacht und finanziert worden ist. Jedenfalls kann man da schon sagen, dass die pro-zyklischen Sparversuche von 1992 ff. nichts gebracht haben. Die Neuverschuldung ging zur&uuml;ck, als die Konjunktur 1998 bis 2000 besser wurde. Und sie stieg erneut massiv an, als die Sparpolitik des Sparkommissars Hans Eichel zur Wirkung kam: 2002, 2003, 2004. Wiederum prozyklisch.<\/p><\/blockquote><p>&nbsp;<\/p><p><em><strong>Abbildung:<\/strong> J&auml;hrlicher Anstieg der Gesamtverschuldung der &ouml;ffentlichen Haushalte (in Milliarden Euro) zwischen 1988 und 2005 (Juni)<\/em><\/p><p><img decoding=\"async\" class=\"img_border\" src=\"upload\/bilder\/070915.gif\" alt=\"\" title=\"\"><\/p><p class=\"reference\">Quelle: Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Hrsg.): Die Chance nutzen &ndash; Reformen mutig voranbringen, Jahresgutachten 2005\/06, Wiesbaden 2005, S. 79*.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p>Jetzt, im Jahre 2007, besteht die Gefahr, dass wegen der falschen Interpretation der vergleichsweise schwachen wirtschaftlichen Belebung (die &uuml;brigens schw&auml;cher ist als zwischen unser 1997 und 2000) als Boom schon wieder prozyklisch operiert wird. Der Hamster-Film und die darum kopierten Texte und Grafiken des BMF weisen jedenfalls in diese Richtung.<br>\nUnser Land leidet unter der Mittelm&auml;&szlig;igkeit seiner F&uuml;hrungseliten. Jeden Tag wird uns das leider erneut bewiesen.<br>\n&Uuml;brigens: Wenn unsere Abgeordneten noch wach w&auml;ren, dann w&uuml;rden sie daf&uuml;r sorgen, dass ein demagogisches Machwerk wie der Hamsterfilm schnellstens aus dem Netz genommen wird. &Auml;hnliches w&uuml;rde gelten, wenn wir noch einen kritischen Journalismus h&auml;tten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehen Sie sich zun&auml;chst diesen Film an: <a href=\"http:\/\/www.hamster-der-film.de\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.hamster-der-film.de\">Hamster der Film<\/a> Das ist perfekt gemacht von einer der gro&szlig;en politischen Propaganda-Agenturen, von fischerAppelt Kommunikation. 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