{"id":26423,"date":"2015-06-16T09:14:09","date_gmt":"2015-06-16T07:14:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423"},"modified":"2015-06-16T09:14:09","modified_gmt":"2015-06-16T07:14:09","slug":"hinweise-des-tages-2394","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h01\">Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h02\">Gabriels Wende<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h03\">Bill Bradley: 5 Steps for Peace in Ukraine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h04\">Britischer Medienbericht: Dubioser Angriff auf Edward Snowden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h05\">The Upsurge in Germany<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h06\">Zahl der Million&auml;rshaushalte w&auml;chst um &uuml;ber 13 Prozent<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h07\">Aufarbeitung der Finanzkrise: Sind Bankvorst&auml;nde strafrechtlich etwa doch zu fassen?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h08\">Wirtschaft will mehr Asylbewerber besch&auml;ftigen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h09\">Landr&auml;tin stoppt Hartz IV-Sanktionen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h10\">Eine neue Welle der Gewalt gab es bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h11\">Die Gutachterrepublik &ndash; Wenn Rechtsprechung privatisiert wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423#h12\">Deutsche Annington geht shoppen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26423&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Griechenland<\/strong>\n<ol class=\"abc\">\n<li><strong>Vom Euro erschlagen<\/strong><br>\nAlle pr&uuml;geln auf Griechenland ein. Die linke Regierung soll endlich einknicken, damit es mit Europa wieder aufw&auml;rtsgeht. Diese Rechnung kann nicht stimmen.<br>\nAngenommen, ein deutsches Stadttheater k&auml;me auf die Idee, den Zustand der Europ&auml;ischen Union in eine antike Trag&ouml;die zu verwandeln. Was w&uuml;rde das Publikum zu Gesicht bekommen?<br>\nEs sieht im schummrigen B&uuml;hnenlicht eine Versammlung aus Gesandten und F&uuml;hrern, unter denen ein &auml;lterer Herr hervorragt, der Primus inter Pares. Neben ihm ein muskul&ouml;ses Dreigestirn. Alle sind in gro&szlig;er Sorge, denn Unheil ist von au&szlig;en &uuml;ber den Kontinent hereingebrochen. &ldquo;Ab jetzt m&uuml;ssen wir streng haushalten&rdquo;, sagt der &Auml;lteste. &ldquo;Wer auf anderer Leute Kosten gelebt hat, muss alle Schulden zur&uuml;ckzahlen.&rdquo; Ein Murren geht durch die Runde, aber der weise Alte spricht ein Machtwort. Pl&ouml;tzlich tritt hinter dem Felsen ein Fremder hervor, der sich als griechischer Gesandter ausgibt, ihm folgt ein Spanier mit Pferdeschwanz. &ldquo;Unsere V&ouml;lker leiden&rdquo;, sagen sie, und der Grieche tritt dem Dreigestirn dabei kr&auml;ftig vors Schienenbein. Einige nicken zustimmend, doch dann ruft die Gemeinde: &ldquo;Selber schuld!&rdquo;, und jagt die Fremden in die W&uuml;ste.<br>\nKlar, der &Auml;lteste in der Runde ist Wolfgang Sch&auml;uble, in den beiden Fremden erkennen wir den griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis, hinter ihm Pablo Iglesias von Podemos (&ldquo;Wir k&ouml;nnen&rdquo;), einer erst 14 Monate alten Partei, die bei der spanischen Regionalwahl das Zweiparteiensystem gesprengt hat. Iglesias ist ein Hardcore-Linker; Varoufakis ein wachstumsgl&auml;ubiger Wirtschaftswissenschaftler, der sich, aus welchen Gr&uuml;nden auch immer, als Marxist bezeichnet. Die Rolle, die er im Euro-Spiel &uuml;bernommen hat, kennt man aus der Literatur. Er ist der Trickster, der kurz den Laden aufmischt und dann wieder verschwindet. Zwischendurch macht er Muttis Lieblingsvase kaputt, kratzt am Lack und st&ouml;rt den Scheinfrieden der Gesellschaft. Daf&uuml;r hasst man ihn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2015\/22\/griechenland-eurokrise-souveraenitaet\/komplettansicht\">Zeit<\/a><\/li>\n<li><strong>Schreberg&auml;rtner Sch&auml;uble<\/strong><br>\nWolfgang Sch&auml;uble betrieb mit Verve die Einigung Deutschlands. Mit der gleichen Verve betreibt er 25 Jahre sp&auml;ter die Spaltung Europas.<br>\nIm Vertrag von Maastricht hei&szlig;t es, man sei &ldquo;eingedenk der historischen Bedeutung der &Uuml;berwindung der Teilung des europ&auml;ischen Kontinents entschlossen, den (&hellip;) Prozess der europ&auml;ischen Integration auf eine neue Stufe zu heben&rdquo;. Es gelte der Wunsch, &ldquo;die Solidarit&auml;t zwischen ihren V&ouml;lkern unter Achtung ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihrer Traditionen zu st&auml;rken.&rdquo; Diesen Vertrag bricht Sch&auml;uble gerade.<br>\nDie DDR von damals ist das Griechenland von heute. Das Land ist wirtschaftlich am Ende. Doch statt alles daran zu setzen, unter &ldquo;Solidarit&auml;t zwischen ihren V&ouml;lkern&rdquo; die Vereinigung Europas zu forcieren, bereitet Sch&auml;ubles Ministerium Pl&auml;ne f&uuml;r den Grexit vor und stachelt andere EU-Partner an, das Gleiche zu tun. Der deutsche Finanzminister gef&auml;llt sich in der Rolle des Prinzipienreiters und Zuchtmeisters. Seine Botschaft: Griechenland muss liefern.<br>\nJa was denn? Griechenland kann nicht liefern. Wenn Sch&auml;uble bei der Wiedervereinigung dieselben Ma&szlig;st&auml;be angelegt h&auml;tte und von einem auf ganzer Linie insolventen Land Wirtschaftswachstum, Schuldenabbau und Reformen als Voraussetzung f&uuml;r den Einigungsvertrag verlangt h&auml;tte, w&auml;ren wir heute noch nicht wiedervereint.<br>\nWas damals bei der deutschen Einheit ging (Kosten bislang knapp zwei Billionen Euro), soll heute bei der europ&auml;ischen Einheit nicht gehen (Kosten ein Bruchteil davon, noch dazu getragen von der gesamten EU, nicht nur von Deutschland), weil Schreberg&auml;rtner Sch&auml;uble als gr&ouml;&szlig;ter Parzelleninhaber bestimmen will, dass der Rasen der kleineren G&auml;rten genauso akkurat geschnitten ist wie sein eigener. Die EU ist aber keine Schrebergartenkolonie. Und Griechenland muss nicht gez&uuml;chtigt werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/griechenland-wolfgang-schaeuble-verraet-die-idee-der-eu-kommentar-a-1038735.html\">SPON<\/a><\/li>\n<li><strong>Tagesthemen markieren neuen Tiefpunkt des beitragsfinanzierten Kampagnenjournalismus<\/strong><br>\nEin Finanzminister macht sich l&auml;cherlich, nur weil er in Deutschland auftritt, eine Verhandlungsdelegation fr&uuml;hst&uuml;ckt zu lange und ist unp&uuml;nktlich und die Stimmung in Br&uuml;ssel und der SPD  ist schlecht, erfahren wir. Zum Inhalt der gescheiterten Verhandlungen erfahren wir in einem langen Tagesthemen-Bericht dagegen sehr wenig, und das bisschen ist auch noch falsch. Die Gegenseite wird dabei konsequent nicht angeh&ouml;rt. Journalismus?<br>\nDie Macher der Tagesthemen haben mit der Sendung von Sonntag 14. Juni &uuml;ber die abgebrochenen Verhandlungen mit Griechenland wieder einmal unsere Rundfunkbeitr&auml;ge grob satzungswidrig verwendet, indem sie auf alle journalistischen Standards, auf die sie verpflichtet sind, gepfiffen haben.<br>\nWDR Hauptstadtkorrespondent Arnd Henze berichtet zun&auml;chst &uuml;ber die Anw&uuml;rfe von SPD-Chef Sigmar Gabriel gegen die griechische Regierung, wobei Gabriel am Ende der letzten Einspielung sagt, man m&uuml;sse aufpassen, sich durch zu viel Nachgiebigkeit nicht l&auml;cherlich zu machen.<br>\nDarauf Henze, unterlegt von Filmsequenzen mit Yanis Varoufakis:<br>\n&bdquo;Eher l&auml;cherlich gemacht hat sich in den Augen vieler auch der griechische Finanzminister Varoufakis. In der eigenen Regierung l&auml;ngst entmachtet, tingelt er in der vergangenen Woche f&uuml;r Vortr&auml;ge und Podiumsdiskussionen durch Europa. Vertrauen in die griechische Reformf&auml;higkeit hat er dabei allerdings kaum geweckt.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/norberthaering.de\/de\/27-german\/news\/401-tagesthemen\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das neuste Narrativ der Griechenland-Hetzer in den Mainstreammedien, dass es Tsipras als angeblichen Anh&auml;nger der sogenannten Spieltheorie, nur um ein Spielchen mit der Troika und Berlin gehe, um zu sehen wer als erster kneift. Dabei steht der Verlierer in diesem, allein von Br&uuml;ssel und Berlin inszenierten, miesen Spiel schon lange fest, es ist das griechische Volk, dass seit mehreren Jahren mit einer beispiellosen humanit&auml;ren und &ouml;konomischen Katastrophe konfrontiert wird.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Griechenland ist Verlierer in diesem Spiel<\/strong><br>\nDie Schlinge um Griechenland zieht sich weiter zu. Schuld daran sei vor allem die griechische Regierung, meint DIW-Experte Kritikos. Ihre Politik sei verantwortungslos. Im tagesschau.de-Interview erkl&auml;rt er, wer in dem gef&auml;hrlichen Spiel welche Strategie verfolgt.<br>\ntagesschau.de: Die Verhandlungen zwischen Griechenland und den internationalen Geldgebern scheinen festgefahren. Ist das ein Spiel mit dem Feuer?<br>\nAlexander Kritikos: Aus  Sicht der Eurogruppe spielt vor allem die griechische Regierung mit dem Feuer. Vor allem in den zur&uuml;ckliegenden zwei Monaten ist deutlich geworden, dass die griechische Regierung sich darum dr&uuml;cken m&ouml;chte, irgendeine Art von Reformpaket durchs griechische Parlament zu bringen. Die Angst, keine Mehrheit zu bekommen, ist gro&szlig;. Denn das w&uuml;rde ein vorzeitiges Ende der eigenen Regierungszeit bedeuten. Die Tsipras-Regierung versucht also derzeit alles zu tun, um an die letzten Milliarden des Rettungspakets zu kommen, ohne eine eigene Gegenleistung zu erbringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/griechenland-interview-103.html\">Tagesschau<\/a><\/p>\n<p><em>Wir hatten auf diesen Herren <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=26281#h05\">schon einmal hingewiesen<\/a>. Es ist schon seltsam, dass dieser &bdquo;Experte&ldquo; immer wieder auftaucht wenn es um Hetzartikel gegen Griechenland geht (z.B. auch <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/gastkommentar-luft-zum-atmen-1.2412976\">hier in der SZ<\/a>).  Aber das ist sicher reiner Zufall. Ansonsten m&uuml;ssten wir unseren &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; wieder einmal einseitige Berichterstattung unterstellen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Und: Ohne Reformen kein Geld mehr<\/strong><br>\nWeitere Griechenland-Hilfe nur gegen weitere Reformen, fordert FDP-Chef Christian Lindner. Die gr&ouml;&szlig;te Gefahr sei nicht der &ldquo;Grexit&rdquo;, sondern dass Griechenland unter falschen Bedingungen in der Eurozone verbleibe. W&uuml;rde man dem Land nun Rabatt gew&auml;hren, k&ouml;nnten auch andere Forderungen nach einer laxeren Finanzpolitik stellen.<br>\nLindner: Dann muss man aber trotzdem eben konsequent dabei bleiben. Hilfe nur gegen Reformen &ndash; kommen keine Reformen, dann keine Hilfe. &hellip;.. Die Griechen wollen sich aus der Verantwortung stehlen mit der Regierung Tsipras. W&uuml;rde man jetzt Herrn Tsipras Rabatt geben, w&auml;re das ein Konjunkturprogramm f&uuml;r Linkspopulisten &uuml;berall in Europa, zum Beispiel in Spanien. Also die gr&ouml;&szlig;te Gefahr heute ist nicht das Ausscheiden Griechenlands, ich sehe die gr&ouml;&szlig;te Gefahr heute darin, dass Griechenland im Euro verbleibt und zwar unter den falschen Bedingungen.<br>\nRemme: Wie wichtig sind bei all diesen Fragen &uuml;bergeordnete Gr&uuml;nde in der Richtung, dass Griechenland in einer sehr unruhigen Region in S&uuml;dosteuropa an der Seite der europ&auml;ischen Partner gehalten werden muss?<br>\nLindner: Das ist ein ganz wichtiges geostrategisches Argument. Deshalb ist mein Wunsch auch, dass Herr Tsipras eine 180-Grad-Wende abschlie&szlig;t, um dann in der Eurozone bleiben zu k&ouml;nnen. Es geht auch jetzt gar nicht um neue rigide Sparma&szlig;nahmen, da ist doch viel bereits erreicht worden unter der Vorg&auml;ngerregierung von der jetzigen Koalition dort. Das muss man aufnehmen, dann geht es um Fragen der Markt&ouml;ffnung, der Privatisierung,<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/griechenland-hilfen-lindner-ohne-reformen-kein-geld-mehr.868.de.html?dram:article_id=322554\">Deutschlandfunk<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers HR.v.M. :<\/strong> Zu der Anti-Syriza-Kampagne in den deutschen Medien und bei deutschen Politikern passt das Interview im Deutschlandfunk mit Christian Lindner ( FDP).<\/em><br>\n<em>Was andere Leute hinter wirtschafts- und finanzpolitischen Geschwafel zu verstecken suchen, bringt Lindner klar auf den Punkt, es geht darum die neoliberale Politik mit aller Gewalt europaweit durchzusetzen.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Gabriels Wende<\/strong><br>\nDer Schuldenstreit mit Griechenland k&ouml;nnte f&uuml;r Sigmar Gabriel die Chance sein, Angela Merkel unter Druck zu setzen. Deshalb hat er seine Meinung zu dem Thema ge&auml;ndert. Mit sozialdemokratischer Politik hat das aber nichts zu tun.<br>\nSigmar Gabriel hat sich im Schuldenstreit mit Athen zu Wort gemeldet: &bdquo;Wer den Griechen jetzt die Solidarit&auml;t verweigert, riskiert ein Abgleiten des Landes in chaotische oder l&auml;ngst &uuml;berwunden geglaubte autorit&auml;re Strukturen&ldquo;, hat der SPD-Vorsitzende gesagt. Allerdings nicht jetzt, sondern schon im Jahr 2012. Jetzt sagt er, Europa und Deutschland w&uuml;rden sich nicht erpressen lassen &ndash; &bdquo;und wir werden nicht die &uuml;berzogenen Wahlversprechen einer zum Teil kommunistischen Regierung durch die deutschen Arbeitnehmer und ihre Familien bezahlen lassen.&ldquo;<br>\nDrei Jahre und das Amt des Wirtschaftsministers liegen zwischen beiden &Auml;u&szlig;erungen. Letztere Bemerkung zielt auf ein internationales Fachpublikum, der Vizekanzler entschied sich n&auml;mlich, seine Botschaft in Form eines Gastbeitrags in der &bdquo;Bild&ldquo;-Zeitung in die Finanzbranche einzuspeisen. Die Griechenland-Krise war immer schon ein Mehr-Dimensionen-Konflikt: Nie ging es nur um Athen und die seinerzeit noch Troika genannten Institutionen. Gerungen wurde immer auch um Deutungsans&auml;tze und -hoheiten: das deutsche Krisenmanagement, das sich am langfristigen politischen Projekt Europa und dessen internationaler Wettbewerbsf&auml;higkeit orientierte, gegen den angels&auml;chsischen Ansatz, der vor allem f&uuml;r Ruhe an den Finanzm&auml;rkten sorgen sollte. &Uuml;berlagert wird die Eurokrise inzwischen zudem durch den Ukraine-Konflikt und die sicherheitspolitische Herausforderung der Europ&auml;ischen Union durch Russland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/sigmar-gabriel-aendert-meinung-zu-griechenlands-schuldenkrise-13648436.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: &bdquo;&hellip; wir werden nicht die &uuml;berzogenen Wahlversprechen einer zum Teil kommunistischen Regierung durch die deutschen Arbeitnehmer und ihre Familien bezahlen lassen.&ldquo; Nein, das Zitat stammt nicht von einem Hinterb&auml;nkler der CDU, sondern von Wirtschaftsminister Gabriel. Publiziert nat&uuml;rlich, wo sonst, in Springers Hetzblatt der BILD. Liebe SPD-Mitglieder sch&auml;mt ihr euch &uuml;ber gar nichts mehr?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Bill Bradley: 5 Steps for Peace in Ukraine<\/strong><br>\nAt the end of the Cold War, the prevailing view in Washington was that the U.S. was strong, and Russia was weak and did not count in a unipolar world. We disregarded Russia&rsquo;s opposition to NATO expansion, the Iraq War, and the U.S.-led military intervention in Serbia for the independence of Kosovo. We went back on our assurances to Russia that the air war on Libya was limited to saving civilian lives and did not include regime change. We withdrew from the ABM Treaty and even suggested that Ukraine and Georgia join NATO.<br>\nWith each rejection, Russia&rsquo;s resentment grew. Confronted by the West&rsquo;s support for the pro-Europe protests in Independence Square in 2013 (Euromaidan) and the unlawful deposition of President Viktor Yanukovych in 2014, Russia&rsquo;s accumulated uneasiness over the West&rsquo;s intentions increased, and its military intervention in Eastern Ukraine soon began. The U.S. actions in Kosovo&mdash;carving out an independent state based on ethnicity from within a sovereign nation&mdash;provided the precedent for Russia to carve Crimea out of Ukraine.<br>\nGiven all these events, many people declare that a new Cold War has arrived. I don&rsquo;t agree. It is not too late to repair our relationship with Russia, but real improvement starts with Ukraine&mdash;a country of historical strategic interest for Russia and no strategic interest for us.<br>\nIn May, U.S. Secretary of State John Kerry and German Chancellor Angela Merkel both held meetings with Putin, signaling that diplomatic efforts may be beginning to break the current stalemate over the Ukraine crisis. Such efforts must recognize, in retrospect, that all parties are responsible for the current situation: Russia, in its military interventions; the U.S. and Europe, in attempting to bring Ukraine exclusively into the Western sphere, especially NATO; and Ukraine itself, in not taking advantage of opportunities over the last 20 years to improve its governance, reduce corruption, and create greater national unity.<br>\nAccepting this shared responsibility for the crisis in Ukraine, we can pursue an understanding that recognizes both the legitimacy of Russia&rsquo;s concerns about security threats on its border and the importance of self-determination by the Ukrainian people. Such a deal would have five features:\n<ol>\n<li>Russian forces would withdraw from eastern Ukraine, and Russia would accept Ukraine&rsquo;s current borders in a binding treaty.<\/li>\n<li>Ukraine would agree never join NATO.<\/li>\n<li>Ukraine would be allowed membership in both the European Union and the Eurasian Economic Union.<\/li>\n<li>A new, internationally supervised referendum would be held in Crimea on whether to join Russia, remain part of Ukraine, or become independent, as Michael O&rsquo;Hanlon of the Brookings Institution and others have suggested, thereby providing a victory to the West&rsquo;s core values by promoting authentically democratic self&mdash;determination, as opposed to the phony democracy practiced in the referendum held in Crimea last year.<\/li>\n<li>All economic sanctions on Russia would be lifted.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/time.com\/3916035\/ukraine-u-s-russia\/\">Time<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Ein bemerkenswerter Vorschlag zur L&ouml;sung des Problems<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Britischer Medienbericht: Dubioser Angriff auf Edward Snowden<\/strong><br>\nRussen und Chinesen haben Zugriff auf die Snowden-Dokumente, behauptet die britische &ldquo;Sunday Times&rdquo;. Zitiert werden nur anonyme Quellen, der Text ist voller Ungereimtheiten. Er hat offenbar nur ein Ziel: den Whistleblower zu diskreditieren.<br>\n&ldquo;Britische Spione an Russen und Chinesen verraten&rdquo;, titelte die britische &ldquo;Sunday Times&rdquo; am Sonntag. In dem vieldiskutierten Artikel hei&szlig;t es unter Berufung auf anonyme Quellen aus &ldquo;Downing Street, dem Innenministerium und den Sicherheitsbeh&ouml;rden&rdquo;, dass die beiden L&auml;nder Zugriff auf jene US-Geheimdokumente h&auml;tten, die der Whistleblower Edward Snowden 2013 entwendet hatte. Die &ldquo;streng geheime Sammlung von Dateien&rdquo; sei &ldquo;geknackt&rdquo; worden, so das britische Blatt. [&hellip;]<br>\nBelege bleibt der Artikel schuldig, ebenso wie jede namentlich zuzuordnende Best&auml;tigung der Behauptungen. Neben der unklaren Quellenlage weist der Text eine Reihe von Ungereimtheiten auf: [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/the-sunday-times-ueber-snowden-dokumente-ungereimtheiten-in-der-berichterstattung-a-1038871.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Verr&uuml;ckte Welt. SPON kl&auml;rt ausnahmsweise mal &uuml;ber eine Kampagne auf und kritisiert vollkommen zu Recht die &bdquo;Sunday Times&ldquo;. Mit keinen Wort geht SPON jedoch darauf ein, dass auch der Rest der deutschen Medien voll auf den Kampagnenzug aufgesprungen ist:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wie Snowdens sch&ouml;ne Geschichte langsam zerf&auml;llt<\/strong><br>\n[&hellip;] Noch schlechtere Nachrichten f&uuml;r alle Snowden-Fans bringt der Bericht, wie sehr seine Preisgabe vertraulicher Informationen den westlichen Geheimdiensten geschadet hat. Westliche Nachrichtendienste zogen die Agenten aus &bdquo;feindlichen L&auml;ndern&ldquo; ab, aus Angst um ihre Sicherheit &ndash; nachdem sowohl russische als auch chinesische Nachrichtendienste Snowdens Geheimlager mit rund 1,7 Millionen gestohlenen Dokumenten knackten und unz&auml;hlige Geheimnisse erfuhren. Das Ergebnis war, wie eine Quelle aus dem britischen Geheimdienst sagte, von &bdquo;unermesslichem Schaden&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/edward-snowden\/die-wahrheit-ueber-snowden-41360076.bild.html\">BILD.de<\/a>\n<p><em>Es ist &uuml;brigens kein Wunder, dass die BILD ausgerechnet den &bdquo;Geheimdienst-Experten&ldquo; John Schindler ausgew&auml;hlt hat. <\/em><br>\n<em>Der Mann ist in den USA &ndash; um es mal vorsichtig zu sagen &ndash; stark umstritten:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>How Surveillance-State Insiders Try to Discredit NSA Critics<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theatlantic.com\/politics\/archive\/2013\/12\/how-surveillance-state-insiders-try-to-discredit-nsa-critics\/281941\/\">The Atlantic<\/a><\/li>\n<li><strong>John Schindler Going Crazy Trashing Edward Snowden<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.economicpolicyjournal.com\/2013\/06\/john-schindler-going-crazy-trashing.html\">EPJ<\/a>\n<p><em>Nat&uuml;rlich ist nicht nur die BILD dabei, sondern auch die &bdquo;Qualit&auml;tszeitung&ldquo; FAZ &hellip;<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Der talentierte Mr. Snowden<\/strong><br>\nWillentlich oder nicht: Edward Snowden betreibt mit seinen Enth&uuml;llungen das Gesch&auml;ft der Feinde der westlichen Gesellschaften. Unterst&uuml;tzt wird er dabei im Westen selbst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/europa\/kommentar-zu-snowden-gestohlene-dokumente-gehackt-13646835.html\">FAZ<\/a>\n<p><em>&hellip; und die stets &auml;u&szlig;erst korrekt recherchierende Tagesschau:<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Geheime Snowden-Daten geknackt?<\/strong><br>\n[&hellip;] Russland und China sollen nach Medienberichten streng geheime Daten der Geheimdienste Gro&szlig;britanniens und der USA entschl&uuml;sselt haben. Die Spionagedaten sollen nach Darstellung der britischen &ldquo;Sunday Times&rdquo; und der BBC aus dem Fundus des US-Informanten Edward Snowden stammen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/snowden-dateien-entschluesselung-101.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>The Upsurge in Germany<\/strong><br>\nGermany&rsquo;s economic model hasn&rsquo;t delivered on its promises of social justice. Does the recent strike wave pose a threat to &ldquo;social partnership&rdquo;?<br>\nAirline pilots, train conductors, postal workers, preschool teachers, and nurses, just to name a few, have all been or are currently on strike. These labor actions pose the largest threat to the German economic model since the protests against the Hartz IV reforms &mdash; which liberalized labor markets &mdash; more than ten years ago.<br>\nFor generations, German trade unions have not been known for their militancy. In the late 1960s and early 1970s, when the UK, Italy, and France were all sites of fierce industrial conflict, Germany was comparatively quiet. The country&rsquo;s corporatist, &ldquo;social partnership&rdquo; model explicitly bound up workers&rsquo; fate with the country&rsquo;s export economy, the trade unions subordinated their interests to those of the company.<br>\nBy some measures, the model has served Germany well. Its productivity rate is very high, and its export goods remain relatively cheap abroad. Workers are afforded some democratic rights through the policy of co-determination, which allows them to elect representatives to company works councils. And union membership remains much higher than in the United States.<br>\nHowever, the entire model has been predicated on squeezing wages and making work less secure. While many American liberals have trumpeted the German model as an untrammeled success, there is a substantial low-wage sector. Between 1998 and 2008, the number of workers on full-time contracts decreased by 800,000, while the number of workers in precarious employment grew by 2.4 million. By 2012, &ldquo;atypical&rdquo; workers made up 21.2% of the German labor force. Today more than 2.6 million people work a second job.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jacobinmag.com\/2015\/06\/germany-strikes-railroad-teachers-nurses\/\">Jacobin<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein interessanter Blick aus den USA auf die Entwicklung in Deutschland.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zahl der Million&auml;rshaushalte w&auml;chst um &uuml;ber 13 Prozent<\/strong><br>\nEine weitere Entwicklung setzt sich auch in der neuesten Verm&ouml;gensstudie von BCG ungebremst fort: Die privaten Geldverm&ouml;gen wachsen wesentlich schneller als die Wirtschaftsleistung. Die stieg im vergangenen Jahr laut dem Internationalen W&auml;hrungsfonds (IWF) weltweit um 3,4 Prozent, die privaten Geldverm&ouml;gen um fast zw&ouml;lf Prozent.<br>\nInzwischen haben private Haushalte mehr als das Doppelte dessen angelegt, was die Welt in einem Jahr erwirtschaftet. Dabei ber&uuml;cksichtigt die BCG-Studie noch nicht einmal den Besitz an Immobilien oder nicht-b&ouml;rsennotierter Firmen. Und der Trend setzt sich fort: Bis 2020 rechnet die Studie mit einem durchschnittlichen Verm&ouml;genswachstum von sechs Prozent &ndash; Jahr f&uuml;r Jahr. Der IWF prognostiziert f&uuml;r diesen Zeitraum in keinem Jahr ein Wirtschaftswachstum von mehr als vier Prozent.<br>\n&Auml;hnliches hatte der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty &ldquo;Das Kapital im 21. Jahrhundert&rdquo; prophezeit: Demnach wachsen die Eink&uuml;nfte aus Kapitalanlagen in der Regel st&auml;rker als die gesamte Wirtschaftsleistung. Er sieht darin eine wichtige Ursache f&uuml;r die zunehmende globale Ungleichheit.<br>\nDie Studie legt zudem nahe, dass die Verm&ouml;gen nicht nur sehr ungleich verteilt ist &ndash; sondern auch, dass diese Ungleichheit weiter zunimmt. So besa&szlig;en (Dollar-)Million&auml;rshaushalte im vergangenen Jahr 41 Prozent des gesamten privaten Geldverm&ouml;gens. Im Jahr 2013 war es noch ein Prozent weniger. Die Zahl der Million&auml;rshaushalte wuchs 2014 von 15 auf 17 Millionen (plus 13,3 Prozent), die meisten davon in den USA (sieben Millionen Haushalte), gefolgt von China (vier Millionen Haushalte). Bis zum Jahr 2019 werden Million&auml;re bereits 46 Prozent des weltweiten Geldverm&ouml;gens besitzen, prognostizieren die BCG-Experten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/vermoegen-zahl-der-millionaershaushalte-waechst-weltweit-um-13-prozent-a-1038873.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Da soll noch einer sagen uns ginge es nicht gut.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu passt: Soziale Ausgrenzung in Bayern Am Rand &ndash; Alleinerziehende und Asylsuchende<\/strong><br>\nZum Start ihrer Aktionswoche hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) einen Atlas zur Sozialen Ausgrenzung in Bayern vorgestellt. Demnach sind vor allem Alleinerziehende, Kinder von Hartz-IV-Eltern und Asylsuchende betroffen.<br>\nBayern ist ein reiches Land. Das wei&szlig; auch Thomas Beyer, Chef der bayerischen AWO. Und trotzdem, oder genau deshalb, weist er darauf hin, dass mehr als 1,7 Millionen Menschen in Bayern als arm oder armutsgef&auml;hrdet gelten. Bei den &Auml;lteren gilt das f&uuml;r jeden F&uuml;nften. Noch schlimmer ist es bei den Alleinerziehenden: Hier gelten laut AWO &uuml;ber 40 Prozent als armutsgef&auml;hrdet. Das Sozialministerium spricht von knapp 34 Prozent. Und noch eine Zahl: In Bayern leben 120.000 Kinder von Hartz IV.<br>\nDie AWO fordert deshalb unter anderem vom Freistaat eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Steuergerechtigkeit und zielgerichtete Sozialleistungen. Beispiel Kindergeld: Das w&uuml;rden reiche Familien bekommen, bei Hartz-IV-Empf&auml;ngern sei es dagegen teilweise in die Leistung miteingerechnet. Soziale Ausgrenzung gibt es f&uuml;r die AWO aber auch noch an vielen anderen Stellen, zum Beispiel bei psychisch Kranken. Immerhin ist fast ein Drittel der Erwerbst&auml;tigen laut Barmer Gesundheitsreport davon betroffen. Soziale Ausgrenzung erfahren laut AWO auch viele der fast 2,5 Millionen Migranten in Bayern und nat&uuml;rlich auch Asylsuchende.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br.de\/nachrichten\/arbeiterwohlfahrt-ausgrenzungsatlas-100.html\">br.de<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Aufarbeitung der Finanzkrise: Sind Bankvorst&auml;nde strafrechtlich etwa doch zu fassen?<\/strong><br>\nDie deutsche Justiz tut sich schwer, die kriminellen Verfehlungen von Gro&szlig;bankern, die mitverantwortlich sind f&uuml;r die seit acht Jahren grassierende Finanzkrise und ihre Milliardensch&auml;den, strafrechtlich aufzuarbeiten. Zwar ermitteln Staatsanw&auml;lte bundesweit hartn&auml;ckig gegen amtierende und fr&uuml;here Bankvorst&auml;nde und klagen sie an. Die Strafgerichte aber zogen bisher nur einmal einen Geldmanager im Namen des Volkes f&uuml;r sein Verhalten im Zusammenhang mit der Finanzkrise zur Verantwortung. Mit dem Urteil im Sal.-Oppenheim-Prozess k&ouml;nnte sich das &auml;ndern. Das Urteil wird f&uuml;r diesen Monat (Juni 2015) erwartet.<br>\nDer einzige Bankmanager, der bisher f&uuml;r Verfehlungen im Zusammenhang mit der Finanzkrise verurteilt wurde, ist der fr&uuml;here Vorstandssprecher der Mittelstandsbank IKB, Stefan Ortseifen. Seine milde Strafe: Haft auf Bew&auml;hrung und 100.000 Euro Geldbu&szlig;e. Die Richter des Landgerichts D&uuml;sseldorf wiesen dem Topbanker vors&auml;tzliche Marktmanipulationen im Juli 2007 nach, um die IKB-Aktie zu stabilisieren. Der Bundesgerichtshof best&auml;tigte das Urteil im Juli 2011 (Az.: 3 StR 506\/10).<br>\nBei zwei weiteren Klagen gegen die Hochfinanz wegen schwerer Untreue im Vorfeld der Finanzkrise stellten die Wirtschaftsstrafkammern der Landgerichte die Verfahren ein. In einem dritten Untreue-Prozess wurden die Ex-Bankvorst&auml;nde freigesprochen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.annotazioni.de\/post\/1582\">Dani Parthum auf anotazioni<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Wirtschaft will mehr Asylbewerber besch&auml;ftigen<\/strong><br>\nAsylbewerber sollen sich nach dem Willen der Arbeitgeber leichter in den Arbeitsmarkt integrieren k&ouml;nnen &ndash; selbst, wenn sie nur geduldet sind. Viele Unternehmen w&uuml;rden h&auml;nderingend Mitarbeiter suchen.<br>\nDie Wirtschaft fordert, den Zugang von Fl&uuml;chtlingen zum deutschen Arbeitsmarkt deutlich zu erleichtern. &ldquo;Viele Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Vertreibung zu uns kommen, werden l&auml;ngerfristig oder sogar f&uuml;r immer bleiben&rdquo;, sagte Arbeitgeberpr&auml;sident Ingo Kramer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. &ldquo;Es ist im Interesse aller, alles zu tun, damit sich diese Menschen z&uuml;gig in den Arbeitsmarkt integrieren k&ouml;nnen.&rdquo;<br>\nDer Pr&auml;sident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, forderte, &ldquo;dass Asylbewerber mit Bleibeperspektive und Geduldete, die hier eine Ausbildung beginnen, diese auch abschlie&szlig;en d&uuml;rfen ohne Sorge vor Abschiebung&rdquo;. Diese Rechtssicherheit sollte auch f&uuml;r eine Anschlussbesch&auml;ftigung gelten, sagte Schweitzer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article142485011\/Wirtschaft-will-mehr-Asylbewerber-beschaeftigen.html%20\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Meine G&uuml;te, man fa&szlig;t es nicht. Nat&uuml;rlich ist es w&uuml;nschenswert, Fl&uuml;chtlinge m&ouml;glichst schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Nur wollen die Unternehmen damit zum Einen den Ausgang eines Asylverfahrens pr&auml;judizieren, also das Recht in die eigenen Hand nehmen. (Nichts Neues, da&szlig; sich die Arbeitgeberseite &uuml;ber geltendes Recht hinwegsetzen will, aber besonders eklatant.) Und zum Anderen: was soll das hei&szlig;en, die &ldquo;Unternehmen w&uuml;rden h&auml;nderingend Mitarbeiter suchen&rdquo;? Bei offiziell 3,8 Millionen, in Wirklichkeit eher 6 Millionen Arbeitslosen alleine in Deutschland, &uuml;ber 20 Millionen Arbeitslosen in der EU werden die Unternehmen nicht f&uuml;ndig f&uuml;r die Aus&uuml;bung von T&auml;tigkeiten, f&uuml;r die ganz offensichtlich u. a. keine oder fast keine Deutschkenntnisse erforderlich sind, also vermutlich haupts&auml;chlich Arbeiten im unqualifizierten Bereich mit L&ouml;hnen, von denen man nicht leben kann??? So da&szlig; dann der viel zu starke Druck auf die L&ouml;hne in einem Bereich, der faktisch fast unreguliert ist, noch einmal erh&ouml;ht werden und sich Hunderttausende schon hier lebende Arbeitslose mit Hunderttausenden Asylbewerbern um sehr wenige, daf&uuml;r sehr schlecht bezahlte, miese Arbeitsstellen kloppen sollen? Die Arbeitgeberseite hat gegen&uuml;ber sozialen Belangen wirklich ein Gem&uuml;t wie ein Fleischerhund.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Landr&auml;tin stoppt Hartz IV-Sanktionen<\/strong><br>\nDie Kreischefin des Altenburger Landes in Th&uuml;ringen, Michaele Sojka (Die Linke) forderte das Jobcenter auf, keine finanziellen Strafen, sogenannte Sanktionen, mehr gegen Hartz IV-Bezieher zu verh&auml;ngen. Durch die Leistungsk&uuml;rzungen w&uuml;rden viele Betroffene &bdquo;nur depressiver und kr&auml;nker&ldquo;, mahnte die Landr&auml;tin im Gespr&auml;ch mit der &bdquo;Jungen Welt&ldquo;.<br>\nSojka beruft sich auf ein aktuelles Urteil des Gothaer Sozialgerichts, in dem die Sanktionen im Sozialrecht f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rt und die Frage an das Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe &uuml;berwiesen wurde. Sie sprach von einer &bdquo;Klarstellung&ldquo; seitens des Gerichts. F&uuml;r ihren Vorsto&szlig; ernte die Landr&auml;tin jedoch viel Kritik. So erhielt sie einen Brief vom Personalrat des Jobcenters, in dem ihr die Beh&ouml;rde vorwirft, die Arbeit der Jobcenter-Mitarbeiter zu diskreditieren.<br>\nWie die &bdquo;Leipziger Volkszeitung&ldquo; Personalratschef Torsten Rist aus dem Brief zitiert, zeugten die Ausf&uuml;hrungen Sojkas &bdquo;offenbar von wenig Kenntnis der Praxis im Jobcenter&ldquo;. Der Vorsto&szlig; der Landr&auml;tin sei ein &bdquo;Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter&ldquo;. Zudem blende sie bei ihrer Forderung Gesetze aus, so Rist weiter. &bdquo;Daran muss ich mich nat&uuml;rlich halten&ldquo;, betonte die Kommunalpolitikerin am Sonntag gegen&uuml;ber &bdquo;Junge Welt&ldquo;. Im Rahmen der Gesetzeslage sei es aber zumindest m&ouml;glich, die Kosten der Unterkunft und Heizung nicht l&auml;nger durch Sanktionen zu k&uuml;rzen. Das k&ouml;nne die Tr&auml;gerversammlung beschlie&szlig;en, da diese Leistung, anders als die Leistung zum Lebensunterhalt, von der Kommune getragen werden m&uuml;sse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gegen-hartz.de\/nachrichtenueberhartziv\/landraetin-stoppt-hartz-iv-sanktionen-90016607.php\">gegen-hartz.de<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Eine neue Welle der Gewalt gab es bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt nicht<\/strong><br>\nChristian Schr&ouml;der vom Grundrechte-Komitee &uuml;ber die schwarz-gr&uuml;ne Bundesratsinitiative aus Hessen zum Schutz von Polizisten vor Gewalt.<br>\nHerr Schr&ouml;der, die hessische Landesregierung hat gerade eine Bundesratsinitiative gestartet, die Feuerwehrleute, Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Polizisten besser vor gewaltbereiten Autonomen sch&uuml;tzen soll. Sie begr&uuml;ndet das unter anderem damit, dass die Ausschreitungen bei Blockupy in Frankfurt &ldquo;mit legitimen Protesten nichts mehr zu tun&rdquo; gehabt h&auml;tten &ndash; und orientiert mit ihrem Gesetzesvorhaben auf bis zu 10 Jahre Haft als Strafe f&uuml;r &Uuml;bergriffe auf Ordnungskr&auml;fte. Sie waren in Ihrer Funktion als Vorstandsmitglied des Grundrechtekomitees als Demonstrationsbeobachter bei Blockupy mit vor Ort. Wie war die Situation? Gab es &ldquo;illegitime Proteste&rdquo; und eine Welle der Gewalt vonseiten der Demonstrierenden?<br>\nChristian Schr&ouml;der: Klar gab es Gewalt bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt am Main. Die ging allerdings nur von einer Minderheit der Demonstrierenden an diesem Tag aus und war keineswegs repr&auml;sentativ f&uuml;r die gesamten Proteste an diesem Tag. Der &uuml;berwiegende Teil der Proteste war bunt, friedvoll und laut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/artikel\/45\/45160\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Die Gutachterrepublik &ndash; Wenn Rechtsprechung privatisiert wird<\/strong><br>\n[&hellip;] Und wer den Gutachter auf seiner Seite hat, hat gute Chancen, seine Interessen durchzusetzen &ndash; ob vor Gericht oder in staatlichen Institutionen. Experten sprechen von sogenannten &ldquo;Gef&auml;lligkeitsgutachten. Wer den Gutachter bezahlt, bekommt Recht?<br>\nTats&auml;chlich berichtet eine Insiderin, eine ehemalige Versicherungsmitarbeiterin, von regelrechten Gutachterinstituten, die Gutachter bei Bedarf vermitteln: &ldquo;Das erlebt man, wenn man das ganze Programm jeden Tag auf dem Tisch hat, so wie ich. Und dann sieht man, dass immer wieder dieselben beauftragt werden.&rdquo;<br>\nEin anderer Fall spielt in Frankfurt, Umschlagplatz des gro&szlig;en Geldes. Hier arbeitete das sogenannte Bankenteam. F&uuml;r das Finanzamt sp&uuml;ren die Fahnder detektivisch hinterzogenen Steuern nach. Und darin sind sie extrem erfolgreich. Doch pl&ouml;tzlich sollen die Fahnder nicht mehr weiterarbeiten wie bisher, die Abteilung wird schlie&szlig;lich aufgel&ouml;st. Die Fahnder protestieren. Vergeblich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/information\/reportage-dokumentation\/dokus\/sendung\/die-gutachterrepublik-100.html\">Das Erste<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Deutsche Annington geht shoppen<\/strong><br>\nDie Annington schlie&szlig;t einen Milliardendeal nach dem anderen ab: Nach dem Kauf der Gagfah Anfang 2015, geh&ouml;rt jetzt auch S&uuml;dewo zur Annington-Immobiliengruppe &ndash; und Vorstandschef Rolf Buch will weiter kaufen.<br>\nDeutschlands gr&ouml;&szlig;ter Wohnungskonzern Deutsche Annington geht erneut auf Einkaufstour und &uuml;bernimmt die Konkurrentin S&uuml;ddeutsche Wohnen (S&uuml;dewo). Verk&auml;ufer der S&uuml;dewo sei Patrizia Immobilien, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Sonntagabend mit. Der Vollzug der Akquisition sei f&uuml;r den 7. Juli geplant, stehe jedoch noch unter dem Vorbehalt einer Freigabe durch die Kartellbeh&ouml;rden. Der Kaufpreis betrage rund 1,9 Milliarden Euro. Annington will nach eigenen Angaben mit dem Erwerb der S&uuml;dewo Gruppe ihre Pr&auml;senz im S&uuml;den Deutschlands ausbauen.<br>\nS&uuml;dewo hat insgesamt 19.800 Wohnungen. Annington plant zur Finanzierung des Erwerbs der Konkurrentin eine Bezugsrechtskapitalerh&ouml;hung mit Bruttoemissionserl&ouml;sen von bis zu 2,25 Milliarden Euro. Patrizia Immobilien erh&ouml;hte unter anderem wegen dieser Transaktion ihre Ergebnisprognosen f&uuml;r 2015 und 2016 um kumuliert mindestens 200 Millionen Euro.<br>\nDer &Uuml;bernahmehunger von Deutschlands gr&ouml;&szlig;ten Wohnungskonzern Deutsche Annington ist mit dem j&uuml;ngsten Kauf von 20.000 Wohnungen in Baden-W&uuml;rttemberg noch nicht gestillt. &bdquo;Wir haben uns gegen&uuml;ber unseren Aktion&auml;ren verpflichtet, jede Gelegenheit zu pr&uuml;fen&ldquo;, sagte Vorstandschef Rolf Buch am Montag in einer Telefonkonferenz.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/immobilien\/suedewo-uebernahme-deutsche-annington-geht-shoppen\/11916646.html\">handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Eigentlich geh&ouml;rt so etwas Essentielles wie ein Dach &uuml;ber dem Kopf nicht in die H&auml;nde privater Spekulanten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JK\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-26423","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26423","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=26423"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26423\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":26427,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/26423\/revisions\/26427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=26423"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=26423"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=26423"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}