{"id":2648,"date":"2007-09-20T10:02:35","date_gmt":"2007-09-20T08:02:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2648"},"modified":"2007-09-20T10:02:35","modified_gmt":"2007-09-20T08:02:35","slug":"hinweise-des-tages-487","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=2648","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>(AM\/KR)<br>\nVorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\n<!--more--><br>\n<em>Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.<br>\nWenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><strong>Krake Bertelsmann und das Arbeitsrecht &ndash; Einheitliches Arbeitsvertragsrecht noch in dieser Legislaturperiode?<\/strong><br>\nEin einheitliches Arbeitsvertragsgesetzbuch soll noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht werden. Dieser Forderung schlossen sich auf einer Veranstaltung der CDA Christlich-demokratische Arbeitnehmerschaft Deutschlands und der Bertelsmann Stiftung am 14. September 2007 in Berlin zahlreiche Politiker, Wissenschaftler, Vertreter der Tarifparteien, Betriebs- und Personalr&auml;te an. CDA-Chef Karl-Josef Laumann, MdL, sagte: &ldquo;Es ist absehbar, dass die Debatte beendet werden kann.&rdquo; Laumann griff die von Olaf Scholz, MdB, vor einem halben Jahr in die Diskussion eingebrachte Idee auf und regte einen Dialog der Sozialpartner zu diesem Thema an. Der vorgelegte Entwurf der Professoren Dr. Martin Henssler und Dr. Ulrich Preis sei eine gute Grundlage. Ronald Pofalla, Generalsekret&auml;r der CDU Deutschlands, sagte in einem Gru&szlig;wort zu Veranstaltungsbeginn: &ldquo;Wir brauchen ein verst&auml;ndliches und praxistaugliches Arbeitsgesetzbuch. Das ist ein ehrgeiziges aber lohnenswertes Ziel.&rdquo; Die Bertelmann Stiftung habe einen Entwurf f&uuml;r ein neues Arbeitgesetzbuch vorgelegt, auf dessen Grundlage es gelingen k&ouml;nne, eine grundlegende Vereinfachung des Arbeitsrechts in Deutschland vorzunehmen. Der Vorsitzende des Bundestagausschusses f&uuml;r Arbeit und Soziales, Gerald Wei&szlig;, MdB, erkl&auml;rte: &ldquo;Das Arbeitsgesetzbuch ist kein Fall f&uuml;r den Bulldozer, aber es ist Aufgabe des Gesetzgebers, eine Art Kundenfreundlichkeit auch auf diesem Gebiert herzustellen. Was im Sozialrecht m&ouml;glich ist, sollte im Arbeitsrecht auch m&ouml;glich sein.&rdquo; Da der vorliegende Entwurf sowohl eine Kodifizierung geltenden Rechtes erm&ouml;gliche als auch eine gute Diskussionsgrundlage bei der Neufassung von einzelnen Paragraphen biete, w&auml;re er eine geeignete Ausgangsbasis f&uuml;r die politische Konsensfindung und sollte daher z&uuml;gig Eingang in den parlamentarischen Prozess finden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-0A000F14-7E97903B\/bst\/hs.xsl\/nachrichten_79866.htm\">Bertelsmann-Stiftung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung M.B.:<\/strong> &ldquo;&hellip; es ist Aufgabe des Gesetzgebers, eine Art Kundenfreundlichkeit auch auf diesem Gebiert herzustellen. Was im Sozialrecht m&ouml;glich ist, sollte im Arbeitsrecht auch m&ouml;glich sein.&rdquo; Diese Drohung sollte sehr ernst genommen werden. Der zitierte stiftungseigene Experte Dr. Stefan Emptner sowie die nicht erw&auml;hnten Frank Frick (Agenda Moderne Regulierung) und Werner Eichhorst (Ex-Bertelsmann-Stiftung; jetzt Institut Zukunft der Arbeit \/ ITA), die an diesem Projekt arbeiten, waren f&uuml;r die Bertelsmann-Stiftung schon an der Benchmarkung-Gruppe zur Vorbereitung der Hartz-Reformen beteiligt.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: Helga Spindler: &ldquo;War auch die Hartz-Reform ein Bertelsmann-Projekt&rdquo; aus &ldquo;Netzwerk der Macht: Bertelsmann &ndash; der medial-politische Komplex aus G&uuml;tersloh&rdquo; (Seiten 243 &ndash; 276)<\/p>\n<p>Siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xchg\/SID-0A000F14-E1E40AB1\/bst\/hs.xsl\/publikationen_29133.htm\">Bertelsmann-Stiftung<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Bahn-Privatisierung<\/strong>\n<p><strong>Profite auf Kosten der Kommunen &ndash; Wie die Bahn die Steuerzahler abzockt<\/strong><br>\nDie Bahn setze Gemeinden r&uuml;cksichtslos unter Druck, um langfristige Vertr&auml;ge und stille Subventionen zu sichern, kritisieren Lokalpolitiker. Dabei nutze die Bahn ihre Monopolstellung aus. Kommunen wagen h&auml;ufig nicht, sich zu wehren.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDF\/download\/0,5587,7000355,00.pdf\">ZDF-Frontal 21 (Text) [PDF &ndash; 48 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/273542?inPopup=true\">ZDF-Frontal 21 (Video)<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Bildung\/Hochschulen<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Hochschulen aus der Fassung<\/strong><br>\nBildungsministerin Annette Schavan will das Hochschulrahmenrecht restlos entsorgen. Das birgt hohe Risiken f&uuml;r die Mobilit&auml;t von Studierenden in Deutschland. Und sorgt f&uuml;r &Auml;rger in der gro&szlig;en Koalition.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/index.php?id=digitaz-artikel&amp;ressort=bi&amp;dig=2007\/09\/19\/a0139&amp;no_cache=1&amp;src=GI&amp;type=98\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Wir brauchen Bekenntnis zu &ouml;ffentlichem Bildungssystem<\/strong><br>\nOECD-Bildungsstudie gab BRD erneut schlechte Noten. Ein Gespr&auml;ch mit Ulrich Th&ouml;ne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/09-20\/060.php?print=1\">Junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Hier ein sch&ouml;nes Beispiel, was Geb&uuml;hren und Baf&ouml;gminimalerh&ouml;hungen anrichten k&ouml;nnen: Nur noch halb so viele Studenten an der Uni Kassel<\/strong><br>\nDie vor&uuml;bergehende Statistik, die zuletzt zwei Tage vor dem Ende der R&uuml;ckmeldefrist aktualisiert wurde, bescheinigt einen erheblichen Einbruch der Studierendenzahlen an der Uni Kassel. Bisher sind insgesamt, mit Ersteinschreibern, nur 7876 Studenten zur&uuml;ckgemeldet. Im Vergleich haben im Vorjahr 16654 Studierende im Wintersemester an der Uni Kassel studiert. Die wirtschaftlichen Folgen f&uuml;r die nordhessische Universit&auml;t sind verheerend und best&auml;tigen den AStA der bereits im April in einer Pressemitteilung darauf aufmerksam machte, dass die Hochschule ihren Haushalt auf Sand baue.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.asta-kassel.de\/archives\/285\">AStA der Uni Kassel<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Energiemarkt<\/strong>\n<p><em>Es folgen Hinweise auf verschiedene Artikel mit divergierenden Ansichten, die wir uns nicht alle zueigen machen.<br>\nVorweg eine Anmerkung zum Br&uuml;sseler Vorsto&szlig;:<br>\nDass bei uns recht und schlecht &ouml;ffentlich kontrollierte Stromversorger in private Quasi-Monopole verwandelt wurden, folgte aus der auch in Br&uuml;ssel propagierten Liberalisierungsforderung. Auch die jetzigen Vorschl&auml;ge sind von der Fiktion gepr&auml;gt, es lasse sich auf diesen M&auml;rkten z.B. durch die Trennung von Netz und Produktion Wettbewerb herstellen. Die Netze werden immer Monopolcharakter haben, weil es keinen Sinn macht, Stromleitungen neben einander zu verlegen und konkurrieren zu lassen. Regulierungsbeh&ouml;rden sind Krampf. Sie ersetzen mit viel b&uuml;rokratischem Aufwand, was das &ouml;ffentliche Eigentum an solchen Monopolstrukturen leisten k&ouml;nnte und vielerorts leistet.<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong>EU-Kommission will Macht der Energiekonzerne brechen<\/strong><br>\nDie EU-Kommission will mehr Wettbewerb im Energiesektor. Deshalb soll den Energiekonzernen die Kontrolle &uuml;ber die Netze entrissen werden. Eine Aufspaltung der Konzerne w&auml;re der effizienteste Ansatz f&uuml;r mehr Wettbewerb auf dem Strom- und Gasmarkt, erkl&auml;rte Kommissionspr&auml;sident Barroso in Br&uuml;ssel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/startseite\/eu_kommission_energiekonzerne_weniger_macht_1.557606.html?printview=true\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>EU-Vorsto&szlig; im Energiemarkt: Deutsche Konzernchefs sprechen von Enteignung<\/strong><br>\nEnteignung, b&uuml;rokratisches Monster, Gef&auml;hrdung der Versorgung &ndash; Argumente gegen die Initiative der EU-Kommission f&uuml;r mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt fallen deutschen Politikern und Konzernchefs gleich reihenweise ein. Mit Inbrunst setzen sie sich gegen den Machtverlust zur Wehr.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,506790,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><strong>Schwierige Rechnung<\/strong><br>\nStrom ist keineswegs zu billig: Seit Jahren wird der Saft f&uuml;r Privatleute immer teurer &ndash; obgleich sein Preis im Gro&szlig;handel auch schon mal f&auml;llt. Woran das liegt? Ein Erkl&auml;rungsversuch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/online\/2007\/38\/strompreis\">ZEIT online<\/a><\/li>\n<li><strong>In DAS PARLAMENT erschien ein Beitrag von Ernst Ulrich von Weizs&auml;cker mit Argumenten f&uuml;r eine k&uuml;nftige (relative) Steigerung der Energiepreise<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/dasparlament\/2007\/37\/Titelseite\/17172527.html\">Das Parlament<\/a>\n<p><em><strong>Dazu eine Anmerkung eines NachDenkSeiten-Lesers:<\/strong><\/em> <\/p>\n<blockquote><p>Selbstverst&auml;ndlich m&uuml;ssen solche Forderungen langfristig so umgesetzt werden, dass die sozialen Ungleichheiten nicht gr&ouml;&szlig;er werden und nicht unberechtigte Wettbewerbsvorteile international konkurrierender Unternehmen geschaffen werden. Doch bin ich sehr &uuml;berrascht, dass die <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/immobilien\/energiesparen\/e-on-chef_aid_132779.html\">&Auml;u&szlig;erungen des E.on-Chefs<\/a> in den letzten Tagen sehr einseitig nur unter der Pr&auml;misse diskutiert  wurden, dass die EU durch Entflechtung der Netze und Versorger Preissenkungen durch Wettbewerb erzwingen m&uuml;sse. Fragen des Umgangs der Energieversorger mit den CO 2-Kontingenten und viele andere Aspekte des Themas wurden &ouml;ffentlich m. W. in den letzten Tagen nicht diskutiert.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Kinder zweiter Klasse <\/strong><br>\nSie w&uuml;rden gerne mal ins Schwimmbad gehen und sch&auml;men sich f&uuml;r ihre abgetragenen Klamotten. Viele Kinder aus Hartz IV-Familien f&uuml;hlen sich als Menschen zweiter Klasse, haben Angst vor der Zukunft.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDF\/download\/0,5587,7000348,00.pdf\">Frontal 21 (Text) [PDF &ndash; 48 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/273534?inPopup=true\">Frontal 21 (Video)<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dazu erreichte uns ein treffender Kommentar von W.S.:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>So l&ouml;blich das Unterfangen von Frontal21 ist, das Thema &ndash; in nachlesbarer Form &ndash; anzugehen, so muss man doch folgendes sehen: <\/p>\n<ol>\n<li>Zu Schr&ouml;ders Zeiten war das ZDF unter den Medien, die st&auml;ndig getrommelt haben:\n<ul>\n<li>Wer wirklich Arbeit will, findet auch welche.<\/li>\n<li>Und dass Arbeit mal nicht mehr zur Ern&auml;hrung einer kleinen Familie ausreichen k&ouml;nnte, kam damals erst gar nicht vor.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Wes Geistes Kind man in der &lsquo;Frontal21-Redaktion wirklich ist, wird klar, wenn man den Bericht daraufhin durchsieht, ob es irgendwo einen Versuch gibt, die Frage zu beantworten, warum die Kinderarmut so hoch ist, und warum die Kinderarmut immer gr&ouml;&szlig;er wird.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nicht einmal die Politik wird daf&uuml;r verantwortlich gemacht; &uuml;ber die Rolle der neoliberalen Bertelsmann-Krake sowie des feinen Herr Hartz wird schlicht der Mantel des Vergessens gezogen. Nicht einmal die gegenw&auml;rtige Regierung &ldquo;bekommt ihr Fett ab&rdquo;. &hellip;<br>\nSo kann ich nicht umhin, auch die Frontal21-Redakteure f&uuml;r mitverantwortlich zu erkl&auml;ren &mdash;- f&uuml;r das, was sie selbst anprangern.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><strong>Mindestlohn<\/strong>\n<ul>\n<li><strong>Punktverlust f&uuml;r M&uuml;ntefering<\/strong><br>\nAuch wenn der Mindestlohn f&uuml;r Brieftr&auml;ger kommt: F&uuml;r die SPD ist es eine Niederlage. Und die Gewerkschaft muss sich nun mit zwei Gegnern herumschlagen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/images.zeit.de\/text\/online\/2007\/38\/Post_Mindestlohn\">ZEIT online<\/a><\/li>\n<li><strong>Das geht v&ouml;llig an der Realit&auml;t vorbei<\/strong><br>\nG&uuml;nter Thiel, Chef des Briefzustellers Pin Group, &uuml;ber Geh&auml;lter und das Interesse des Ex-Monopolisten.<br>\n&ldquo;Grunds&auml;tzlich ist nat&uuml;rlich w&uuml;nschenswert, dass jeder mit seiner Arbeit soviel verdient, dass es zum Leben reicht. Auf der anderen Seite &ndash; und diese Auffassung vertreten auch Wirtschaftsexperten wie Professor Wolfgang Franz &ndash; kann ein Mitarbeiter ein Unternehmen auch nicht mehr kosten, als er der Firma einbringt. Genau diese Gefahr besteht bei der Einf&uuml;hrung von Mindestl&ouml;hnen, die nicht allen Marktteilnehmern Rechnung tragen. Zu hohe Mindestl&ouml;hne gehen vor allem zu Lasten von Geringqualifizierten, deren Arbeitskosten so stark steigen, dass sich ihre Anstellung nicht mehr rechnet&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=1213135\">FR online<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar:<\/strong> Auf der anderen Seite, welche Existenzberechtigung hat ein Unternehmen, dessen Existenz allein auf L&ouml;hnen gr&uuml;ndet, welche nicht einmal das Existenzminimum abdecken. Alle anderen Fixkosten wie Strom, Wasser, Mieten usw. sowie die dahinter stehenden Profiteure werden akzeptiert. Existenzsichernde L&ouml;hne als Fixkosten geh&ouml;ren in das Kostenkalk&uuml;l eines jeden Unternehmens. Dass ein sich als Makro&ouml;konom bezeichnender Wirtschaftsweiser als Argumentationshilfe f&uuml;r solche Unternehmen genutzt werde kann, ist eine Schande f&uuml;r den ganzen Stand. Wolfgang Franz ist jener Wirtschaftsexperte, der im April zur Freude der Finanziers des ZEW, dessen Leiter er ist, meinte, m&uuml;sse man die unteren L&ouml;hne von drei oder vier Euro wom&ouml;glich &ldquo;noch einmal senken, damit mehr Stellen entstehen.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>ZEITARBEIT &ndash; Bundesarbeitsgericht spricht Sekret&auml;rin gleichen Lohn zu<\/strong><br>\nGleiches Gehalt f&uuml;r gleiche Arbeit &ndash; das gibt es in Deutschland doch noch: Jetzt hat das Bundesarbeitsgericht einer Sekret&auml;rin den Lohnausgleich zugesprochen. Daf&uuml;r musste sie ihrer Zeitarbeitsfirma nur eine Gehaltsauskunft des Leihbetriebs vorlegen.<br>\nHamburg &ndash; Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt st&auml;rkt die Forderung vieler Zeitarbeiter, die das gleiche Gehalt wie ihre fest angestellten Kollegen fordern. Den sogenannten Equal-Pay-Anspruch k&ouml;nnten Leiharbeiter nach dem heutigen Urteil bereits durch eine einfache Lohnauskunft des Leihbetriebs geltend machen. Die Pr&uuml;fung m&uuml;sse danach die Zeitarbeitsfirma in die Wege leiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,506783,00.html\">SPIEGEL<\/a><\/li>\n<li><strong>Weniger Armut ist m&ouml;glich<\/strong><br>\nMitten im Wohlstand leben Menschen im Mangel. Arbeit, Bildung und Sozial-Transfers sind die Mittel dagegen.<br>\nVon Franz M&uuml;ntefering<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/dokumentation\/?em_cnt=1213079\">FR online<\/a>\n<p><em><strong>Kommentar O.P.:<\/strong> Bla,bla, Bla &hellip; Ein Beispiel: &ldquo;Die konkrete Ermittlung des notwendigen Lebensunterhaltes und eines sachgerechten Anpassungsmechanismus sind nicht einfach und unterliegen dem gesetzgeberischen Gestaltungsspielraum.&rdquo; Und dann werden die Regels&auml;tze, wie vom Herrgott festgesetzt, durchdekliniert. Was hei&szlig;t &ldquo;gesetzgeberischer Gestaltungsspielraum&rdquo;? Ihr Politiker macht doch die Gesetze. Und dann das Hochhalten der Schr&ouml;der-Agenda. Leute, tretet ab! Dann ist eine wesentliche Ursache der ansteigenden Armut vom Tisch.<br>\nEs tut mir leid, ich kann das Elaborat nicht analysieren, ohne ausfallend zu werden. Mein Gott, was haben diese Politiker Deutschland und der SPD angetan.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Sarkozy s&auml;gt am Sozialsystem<\/strong><br>\nDie franz&ouml;sischen Sozialsysteme seien &ldquo;nicht l&auml;nger finanzierbar&rdquo;, findet Pr&auml;sident Nicolas Sarkozy. Er werde Arbeit und Besch&auml;ftigung in das Zentrum seiner Reformen stellen, sagte der franz&ouml;sische Staatschef am Dienstag in Paris. Die gesetzliche 35-Stunden-Woche will er weiter aufweichen und nicht l&auml;nger hinnehmen, dass Besch&auml;ftigte &ldquo;gezwungen werden, vor dem 65. Lebensjahr in Rente zu gehen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/in_und_ausland\/politik\/aktuell\/?em_cnt=1212512\">FR online<\/a><\/li>\n<p><strong>Afghanistan<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Interview: &ldquo;Die USA sind in Afghanistan Besatzer&rdquo;<\/strong><br>\nF&uuml;r Afghaninnen ist die Lage heute schlimmer als unter den Taliban. Denn Warlords der Nordallianz f&uuml;hren, unterst&uuml;tzt von den USA, ein Schreckensregiment, so die afghanische Politikerin Malalai Joya. &ldquo;Wir brauchen Hilfe, aber keine Besatzung wie derzeit. Keiner der Staaten, die Truppen in Afghanistan haben, versucht der fatalen Politik der USA etwas entgegenzusetzen. In Afghanistan wird nicht Demokratie geschaffen, sondern die Demokratie verh&ouml;hnt. Es wird nicht Terrorismus bek&auml;mpft, sondern Terror produziert.&rdquo;<br>\nMALALAI JOYA, 28, ist eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen Afghanistans. W&auml;hrend der Taliban-Herrschaft gr&uuml;ndete sie ein<br>\nWaisen- und ein Krankenhaus. Bekannt wurde die Abgeordnete 2003, als sie die Strafverfolgung der Warlords und Drogenschmuggler forderte. Seitdem hat sie vier Mordversuche &uuml;berlebt. Joya wurde im Mai vom Parlament suspendiert, nachdem sie die Kriegsf&uuml;rsten mit Tieren verglichen hatte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/index.php?id=debatte&amp;art=4889&amp;src=ST&amp;id=asien-artikel&amp;cHash=61b0daef7f\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Direktorin von &raquo;Brot f&uuml;r die Welt&laquo;, Cornelia F&uuml;llkrug-Weitzel, hat sich in einem Interview mit german-foreign-policy.com gegen jede Form zivil-milit&auml;rischer Kooperation in Afghanistan ausgesprochen<\/strong><br>\nGegenw&auml;rtig erarbeitet VENRO, der Dachverband der Nichtregierungsorganisationen im Bereich der Entwicklungshilfe, ein Papier, das zu diesem Thema eindeutig Position bezieht. Diese besagt einerseits, dass eine internationale Milit&auml;rpr&auml;senz f&uuml;r notwendig erachtet wird, um Sicherheit im Lande herzustellen, die staatlichen Organe zu st&auml;rken und das afghanische Milit&auml;r sowie die Polizei aufzubauen. Zugleich wird allerdings eine strikte Trennung von zivilen und milit&auml;rischen Mandaten gefordert, weil durch eine Verquickung beider Bereiche die Legitimation f&uuml;r die humanit&auml;re Hilfe in der Bev&ouml;lkerung schwindet und den Aufbauhelfern zudem erhebliche Probleme und Gefahren erwachsen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.uni-kassel.de\/fb5\/frieden\/regionen\/Afghanistan\/hilfe2.html\">Uni Kassel, AG Friedensforschung<\/a><\/li>\n<li><strong>Krieg als Dienstleistung<\/strong><br>\nIm Irak agieren derzeit mehr als 100 private Sicherheitsunternehmen, der Personalbestand soll bis zu 50 000 Mann betragen. Nimmt man alle privaten milit&auml;rischen Dienstleister &ndash; also auch Versorgungsfirmen, Spezialausbilder, Wartungsunternehmen -, so d&uuml;rfte die Zahl weit h&ouml;her liegen. US-Experten gehen von mehr als 500 Subunternehmen mit 100 000 bis 150 000 Besch&auml;ftigten aus, womit zumindest zeitweise die Zahl der US-Soldaten im Irak erreicht oder gar &uuml;bertroffen wurde.<br>\nF&uuml;r die Milit&auml;rfirmen selbst stellt der Irak das derzeit lukrativste Gesch&auml;ftsgebiet weltweit dar. 2006 soll allein das Pentagon rund 100 Milliarden Dollar f&uuml;r dort erbrachte Dienstleistungen gezahlt haben. Aus Sicht der US-Regierung hat der massenhafte Einsatz privater Dienstleister den Vorteil, dass die Zahl der eigenen Kr&auml;fte in einem Konfliktgebiet verschleiert werden kann. Dazu kommt: Private Milit&auml;rfirmen unterliegen keiner parlamentarischen Kontrolle, und die politische Verantwortung f&uuml;r ihr Handeln l&auml;sst sich verschleiern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/print\/politik\/687619.html?_=print\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die S&uuml;ddeutsche Zeitung hatte am 19.9. schon ausf&uuml;hrlich auf ihrer Seite 2 berichtet.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Verschw&ouml;rer als Bet&ouml;rer<\/strong><br>\nIrans Pr&auml;sident Ahmadinedschad ist als Holocaust-Leugner ber&uuml;chtigt. Umso erstaunlicher ist eine iranische Fernsehserie, die eine objektive Sicht auf die Judenverfolgung zu vermitteln scheint &ndash; und daf&uuml;r von westlichen Zeitungen gelobt wird. Doch der Schein tr&uuml;gt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,504864,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Ein Leser machte uns darauf aufmerksam, dass unser Hinweis 11 von gestern wohl ein unvollst&auml;ndiges Bild zeichnet. In den Streit jedoch, ob Ahmadinedschad den Holocaust tats&auml;chlich explizit geleugnet hat, ob er sich absichtlich oder versehentlich missverst&auml;ndlich ausgedr&uuml;ckt hat oder aber bewusst falsch &uuml;bersetzt worden ist, wollen wir uns ausdr&uuml;cklich nicht einmischen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Kritik des Tagesspiegel-Artikels zu Naomi Kleins Buch (<a href=\"?p=2644\">Hinweis Nr. 8 vom 18.9.<\/a>)<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/Literatur-Naomi-Klein;art138,2380993\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><strong>Roger Stra&szlig;burg schreibt dazu:<\/strong> <\/p>\n<blockquote><p>Dieser Artikel im Tagesspiegel st&ouml;&szlig;t bei mir etwas sauer auf. Die pauschale Anspielung auf eine Zusammenarbeit von transnationalen Multis und der CIA ist zwar ein popul&auml;res Klischee (es fehlt nur noch der Mossad und die K&ouml;nigin von England, dann w&auml;re die Theorie perfekt), geh&ouml;rt aber nicht unkommentiert in die Nachdenkseiten.<br>\nDie Behauptung, dass die Privatisierungsideologie, die jetzt auch Europa erfasse (Sarkozy), in den USA bittere Realit&auml;t sei, kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Welche Privatisierungen in den USA meint sie denn? Die Post ist noch staatlich. Die Telefongesellschaften waren immer schon privat und als Monopole reguliert. Gleiches bei den Stromkonzernen. Flugverkehr und Eisenbahn waren auch immer privat. Bush wollte die gesetzliche Rente teil- (eigentlich voll-) privatisieren, ist aber damit gescheitert. Sie ist also immer noch staatlich und immer noch ein Umlageverfahren. Krankenversicherungen waren &ndash; bis auf Medicare &ndash; immer privat. Es gab schon immer private und &ouml;ffentliche Krankenh&auml;user. Das Gesundheitssystem ist zwar eine Katastrophe. Eine Verstaatlichung w&uuml;rde es mit Sicherheit verbessern. Es wurde aber nie privatisiert, da sie im Gro&szlig;en und Ganzen immer privat war.<br>\nAlso, was ist die &ldquo;bittere Realit&auml;t&rdquo; der &ldquo;Privatisierung&rdquo; in den USA? Na ja, vielleicht habe ich ja was verpasst.<br>\nDie Privatisierungswelle in Europa fing auch nicht erst mit Sarkozy an, sie gibt es in Deutschland und anderswo in Europa schon eine ganze Weile. In Europa ist die Privatisierungsideologie schon sehr weit fortgeschritten. Da finde ich einen Vergleich mit den vermeintlich noch schlimmeren USA etwas naiv.<br>\nDoch die USA will ich auch nicht sch&ouml;nreden. Paul Krugman schreibt am 18.09.2007 in seinem <a href=\"http:\/\/krugman.blogs.nytimes.com\/\">Blog in der NYT<\/a> zur Entwicklung der Ungleichheit in den USA: &ldquo;Aber die Europ&auml;er sollten sich nicht deshalb auf die Schulter klopfen und meinen, &ldquo;bei uns ist alles besser&rdquo;. Das kann sich ja &auml;ndern.&rdquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ul><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(AM\/KR)<br \/> Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-2648","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2648"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2648\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}